Seite 2 -MeMMi'u-Muffnnnnn II »l^n■llU>raah:«^lra^B»L»J»■.r.M■.»■»l, n—.^~mra»-oTrw«»j» KOMHOWU«" <i, ^n.» inBiii>i>miai ™ ww» «*««'■' •«« jedem Erwachsenen freisteht, ganz unentgeltlich ein Kind cin- zuführen, während für jedes zweite oder weitere Kind nur die Hälfte des für den betreffenden Platz augesetzlen Preises zu entrichten ist. Diese sehr entgegenkommende Einrichtung dürfte von den Eltern gewiß freudig begrüßt und deshalb die Vorstellung sehr zahlreich besucht werben.
* Das SommeriheaLer auf Beck's Felsettkeller gewinnt immer größere Anziehungskraft, wozu die stets abwechselnden und interessanten Darbietungen vor Allem bei- tragen. Namentlich auf die morgen stattsindende Vorstellung (siehe Inserat) kann besonders aufmerksam gemacht werden.
* Aittomobèl-Fcrrtfahrl. Im amtlichen Theile unserer heutigen Ausgabe befindet sich eine die Automobil-Fernfahrt Paris-Berlin betreffende Bekanntmachung der Kgl. Polizei- Direktion und des Königs. Landrathsamtes. Die Fahrt berührt bekanntlich am 26. d. M. auch den Stadt- und Landkreis Hanau. Die Behörden erweisen der Veranstaltung, wie aus der Bekanntmachung hervorgeht, das größtmögliche Entgegenkommen.
■t. Freigerichter Bund. Am Sonntag den 30. Juni begeht der „Freigerichter Bund" sein 25jähriges Jubiläum. Nachmittags 4 Uhr findet im sogenannten Hauckwäldchen bei Alzenau gesellige Zusammenkunft statt. Für Speisen und Getränken, Musik, Tanzgelegenheit rc. wird bestens gesorgt werden. Abends wird die Burg beleuchtet. Die benachbarten Touristenvereine und Touristen seien auch auf diesem Wege höflichst eingeladen. Zum Anschluß an den letzten Zug ab Kahl 9.47 Uhr wird ein Extrazug seitens der Kleinbahn eingelegt.
* Erschoßen hat sich gestern in der Nachmittagsstunde in seiner Wohnung ein hier seit einigen Jahren ansässiger Rechtsanwalt, 34 Jahre alt und gebürtig ans Cassel. Der Grund für die That soll, wie vermuthet wird, in ungünstiger Vermögenslage und Krankheit zu suchen sein.
* Kaufmännische FortbèLdtMgskirr sc. Wir machen an dieser Stelle auf die seit Jahren hier eingeführten kaufmännischen Lehrkurse des Herrn Namb aufmerksam. Es ist Jedermann die Gelegenheit geboten, sich an diesen theoretischen und praktischen Kursen zu betheiligen und etwas Tüchtiges zu lernen. Herr Namb ist praktisch gebildeter Kaufmann, leitet seinen Unterricht selbst nach leicht faßlicher Methode und ist in allen Kreisen ein in seinem Fache bekannter Praktiker.
A. Gvotz Anheim, 20. Juni. (Verschiedenes.) Heute Abend 9 Uhr wird im Gasthaus „zum Anker" das an den Schulhaus-Neubau anstoßende Haus Haggasse 4, sowie Scheune und Stallung Taubengasse 5 öffentlich zum Abbruch vergeben. - Am Freitag den 21. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, wird im Gasthaus „zur Rose" die diejährige Grassamen- Ernte aus dem hiesigen Gemeindewald öffentlich meistbietend versteigert. — Die Firma Singer u. Co. Nähmaschinen Act.- Ges. hat im Sälchen des Gasthauses „zur Stadt Hanau" dahier- einen Kursus zur Erlernung der Kunststickerei auf der Singer-Nähmaschine eingerichtet. Die Stickerei auf dieser Maschine arbeitet schneller, genauer, leichter und besser als jede Handstickerei und erschließt so ein neues Feld auf dem Gebiete der Frauenarbeit. Die Methode des Stickens ist eine so einfache, daß sie sich schon in wenigen Tagen erlernen läßt. Der Unterricht wird ohne jegliches Honorar ertheilt. Bis heute haben 18 Theilnehmerinnen Gebrauch von diesem werth- vollen und günstigen Angebot gemacht.
Telegraphischer Wetterbericht der deAfM Seewarte.
Telegramm ans Hamburg vom 29. 3tmi,
9 Uhr 40 Min.
Ter Luftdruck ist meist hoch und gleichmäßig vertheilt, über 770 mm über West- und Süddeutschland, eine Depression erstreckt sich von Südeuropa bis zum Ocean. In Deutschland ist das Wetter wärmer, meist heiter.
Prognose für den 21. Juni: Wärmeres, vorwiegend heiteres Wetter wahrscheinlich.
Barometerstand mittags 12 Uhr am 19./6. 20./6.
Sehr trocken
Beständig
Schön Veränderlich
Regen (Wind)
Biel Regen Sturm
Hanauer Uereiasnachrichterr
für Donnerstag den 20. Juni.
Kunstverein: In der Aula der Königl. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen rc.; geöffnet von vormittags 10 bis nachmittags 5 Uhr.
Bürgerverein: Abends 7 Vs Uhr (bei günstiger Witterung): Konzert.
Evang. Männer- und Jünglingsverein: Bibelstunde (Evang. Vereins» haus).
ArendS'scher Stenographenverein (gegründet 1897): Vereinsabend in der Restauration „zur großen Krone".
Katholischer Männerverein: Vereinsabend in der „Restauration Mohr" (Krämerstraße).
Dramatisch-litterarischer Verein . Melvomene" tim Gasthaus „zur Sonne"): Abends 9 Vs Uhr: Rezitations-Abend."
Gabelsberger Stenographen-Verein im Gasthaus zu den „3 Rindern" : Uebungsabend für Korrespöndenzschrift,
Gesangverein ,.Tonolüthe": Gemüthlicher Abend im „Schwarzen Bären".
Techniker-Verein: Vereinsabend in der Restauration Mohr.
Donrrcxsiag
Hanauer Fustball- und &itfcu[Kj: Vereins äbsitd in der Weftmiratwii „Alemannia".
Turn- n. Fechtkluö: Fechten.
St. Joseph Bauverein: Veremsaliend und KasferlMlslage im Gasthaus „zur goldenen Gerste."
Radfâhrerverein „Vorwärts": Zusammenkunft im Gasthaus „zur Sonne".
Erste Hanauer PoulegeseNschast! Kreisspiel in der „Stadt Bremen". Erster Hanauer Fußball-Klub 1893: Klubabend im Vereinslokal (Brauerei Kaiser, AltstcdR
Rüdfahrerverein Hanau 1885: Klubabend in der „CentralhalleJ Spessart-Touristerwrreiu: Vereinsabend im Gasthaus „zum Elephar- ten".
Dersteigemngs- etc. fUkuber
für Freitag den 21, Jnni.
Vormittaos 9 Uhr soll ^a? Gras, der erste und zweite Sch litt i i den Fürsts. Jserburr-Bustcia'schei', am Reuserbof bei Lwgendicbach gelegenen Wiesen öffentlich meistbietend pnzcllenweise an Olt und Stelle versteigert werden; Zusammenkunft am Reuserhof.
MakttWaffeLwärme heute Vormittag 14 Grad.
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Die Fernfahrt Paris—Berlin.
Nur noch wenige Tage trennen uns von dem größten automobil-sportlichen Errizniß nicht nur dieses Jahres, sondern des größten überhaupt, welches bis heute, seitdem wohl der Automobilismus besteht, arrangirt wurde. Die beiden Fernwettfahrten Paris—Berlin, die der Automobilklub Frankreichs im Einvernehmen mit dem deutschen Automobilklub am 22. und 27. Juni unternehmen wird, sind in mehr als einer Hinsicht ein bedeutsames Ereigniß des internationalen Sportlebens. Man stelle sich nur vor: vor wenigen Jahren noch erregte es heftigen Widerspruch und Stürme chauvinistischer Eutrüsttu'g, als ein deutsches Pferd für das Rennen um den „Grand Prix von Longchamps" angemeldet wurde und heute fahren in diesen beiden Wettfahrten gegen 100 französischer Motorwagen in Gesellschaft von 7—8 deutschen und 3—4 englischen und belgischen Wagen unter der Führung einer Gesellschaft, an deren Spitze der bekannte Graf de Dion steht, von Paris über den Rhein und geradewegs nach Berlin! Für den ersten französischen Wagen hat der deutsche Kaiser, für die deutschen und fremden Theilnehmer der Präsident der französischen Republik den Tagespreis gestiftet. Zwei andere Ehrenpreise spenden der König der Belgier und der Großherzog von Luxemburg als Oberhäupter der Gebiete, die die Fahrten außer Frankreich und dem deutschen Reich noch berühren werden. Das Keine Luxemburg wird seinen Preis Demjenigen geben, der zuerst den großherzoglichen Boden berührt. Vier Ehrenpreise europäischer Herrscher in einem und demselben Rennen ist ein Fall, der vielleicht bisher ohne Beispiel dasteht.
„En route pour FAllemagne!" war die Parole, — also los über den Rhein, nach Berlin! Das war aber für den Automobilklub Frankreichs leichter gesagt, als gethan. Der Klub stand noch nor dem Walle dieser Schwierigkeiten, da kam ihm von einer Seite Hilfe, von der er es sich am wenigsten hätte träumen lassen: von Deutschland und dem deutschen Kaiser! Der deutsche Klub hatte sofort dem Unternehmen zugestimmt und die Ordnung der Dinge auf deutschem Gebiete in die Hand genommen. Alsbald sandte auch der Vorsitzende des deutschen Klubs, der Herzog von Ratibor, die Nachricht: „Dem französischen Sieger einen Ehrenpreis des deutschen Kaisers!" Sie wurde mit großer Freude und Genugthuung ausgenommen. Die Franzosen theilten den deutschen Sportgenossen ihre Wünsche zur Sicherung und Erleichterung der Durchfahrt auf den deutschen Straßen, durch die deutschen Städte und Ortschaften mit. Sie. wurden mit einer Zuvor- kommenheit erledigt, die auf französischer Seite die größte Be- friebigung und selbst Staunen hervorrief. Der heikelste Punkt in dem ganzen Plan war aber der Uebergang über die Mosel. Als den besten Punkt hierfür dem Wege nach bezeichneten die Franzosen Carden, gegenüber Treis an der Mosel. Hier liegt aber nur eine einzige Fähre und 60—70 Wagen gilt es, bei beiden Fahrten in voraussichtlich verhüllnißmäßig kurzen Zwischenräumen überzusetzen. Die Franzosen äußerten den Wunsch, man möge Vorsorge treffen, daß noch einige andere Fähren für die beiden Tage an Ort und Stelle geschafft würden. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Sie lautete kurz und bündig: „Auf Befehl Sr. Majestät hat das Bataillon der Coblenzer Pioniere am 22. und 27. Juni eine Schiffbrücke über die Mosel zu schlagen."
Es ist überflüssig, zu sagen, welche Aufnahme dieses Entgegenkommen Deutschlands in den Kreisen des französischen Automobilsportes gefunden hat. „Von allen Seiten in Deutschland" erklärte uns ein hervorragendes Mitglied dieser Kreise mit rückhaltloser Anerkennung, sowohl von Seiten der staatlichen und Gemeindebehörden wie von Seiten der Privatpersonen, mit denen wir in Verbindung zu treten hatten, hat man unsere. Erwartungen übertroffen und uns das Höchstmaß an Entgegenkommen bewiesen, was uns geboten werden konnte." Präsident Loubet hat dem Beispiel des deutschen Kaisers folgend, die Ermächtigung zur Fahrt in der Stiftung einer prachtvollen Sevres Vase, als Ehrenpreis für den fremden Sieger gegeben. Die französischen sowohl, als auch die deutschen Behörden haben die Präfekten bezw. Bürgermeister und Polizeiorgane der verschiedenen Plätze, welche auf der Fernfahrt berührt werden, angewiesen, durch eigene Maßregeln, wie durch ihren Einfluß die Ausführung der Fahrt nach Möglichkeit zu erleichtern und zu fördern. Es ergeht daher auch an die Hanauer E i n w o h n e r s ch a f t diese Aufforderung, da die Tourcnfahrer am 26. Iuni Morgens 7 U h r Frankfurt a. M. v e r l a s s e n und über die Frankfurter Landstraße, die K i n z i g b r ü ck e, kleine H a i n g a s s e, Wilhelms- b rücke, Lambo pstr aß e kommend, auf der Fahrt nach Gelnhausen, Fulda, Eisenach, Berlin rc. unsere Stadt passiren werden. Im Interesse der großen sportlichen Bedeutung der Sache wird seitens der leitenden Kreise der Wunsch ausgesprochen, die Häuser der berührten Straßen möglichst zu beflaggen, zu- |
20. Juni mal in allen von der Fahrt berührten Städten sich Komitees nu5 den angesehensten Mitgliedern der Bürgerschaft gebildet haben, welche es sich zur Aufgabe stellten, den fremden Fahrern ihren Aufenthalt bequem und angenehm zu machen iodaß sie für die Strapazen der Fahrt reichliche Entschädigung finden werben. Es sind seltsame Erinnerungen, die die Worte: „t)e roate de Paris â Berlin" in Deutschten und Franzosen aussteigen macht. Vor einem Jahre feierte bte imitfc^e Judnstue ihre friedlichen Triumphe an den Ufern der deeinc. Jetzt rückt eine französische Industrie, deren Wiege S Deutschland stand, deren Glanz aber gegenwärtig Frankreich vertritt, mit einem Hundert ihrer besten Erzeugnisse über den Rhein, um sich an den Ufern, der Spree den Siegespreis des deutschen Kaisers zu holen. „Sie sollen ifp nicht haben, den freien deutschen Rhein," sang Nikolaus Becker vor 60 Jahren und A s e) de Muffet antwortete darauf: „Wie der Vater hinüber gegangen, wird auch das Kind wieder hinüberziehen." Mussel's Wort erfüllt sich, wenn auch in etwas anderem als senie n Sinne. Die Kinder Frankreich ziehen über den Rhein und die preußischen Pioniere schlagen Ihnen die Brücke dazu! Tempora mutantur! K. 2.
Ans dem GerichtssaaS.
Sitzung der Strafkammer M vom 19. Juni.
. . , S,a ch b e s ch ä d i g u n g.
Som Schöffengericht zu Langenselbold wurde der Pflasterer R. von Ravolzhausen zu 16 Tagen Gefängniß und 5 Tagen Haft verurtheilt. Er hatte in Gemeinschaft mit 4 Andern anläßlich der Anmeldung zur Stammrolle sich ziemlich bekneipt. Die Fünf waren dann in der Wirthschaft sehr vorlaut, machten Radau und wurden schließlich an die frische Lust gesehll Draußen schlugen sie die Fenster ein und verübten auch sonst allerlei Ilirfug. Tic Hebriden, welche meist mit Geldstrafen davonkanren, beruhigten sich bei dem ersten Urtheil, der R. aber hat Berufung eingelegt und fühlt sich beschivert wegen seiner Verurtheilnng wegen des Fenster- einschlagens, roas er bestreitet. Die Berufung hat den Erfolg, daß die Strafe auf 12 Tage ermäßigt wird.
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SiiMrg des Schwurgerichts vom 19. Juni.
Urkundenfälschung.
Schluß. \
In der Strafsache gegen die Ehefrau Müller von Orb wurde die Schuldfrage bejaht, ebenso die Frage nach mildernden Umständen. Das Urtheil lautet ans 14 Tage. Gefängniß. Beantragt waren 4 Wochen.
Tie Anklage vertrat Herr Staatsanwalt v. Jbell, die Vertheidigung führte Heer Rechtsanwalt Uth
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Sitzung des Schwurgerichts vom 29. Juni.
Der T o d t sch l a g a m 5. M a i.
Auf der Anklagebank sitzt der am 13. November 1869 zu Großsteinheim geborene Silberarbeiter Oswald Schmidt, verheirathet und Vater von 2 Kindern, wohnhaft in Hanau. Der Angeklagte ist vorbestraft in Köln mit 4 Wochen, in Offenbach mit 6 Monaten, in Trier mit einer Woche Gefängniß, jedesmal wegen Körperverletzung. Der Eröffnungs- btschluß legt Schmidt zur Last, am 5. Mai d. I. den Goldarbeiter Karl Friedrich M o s e r vorsätzlich körperlich mißhandelt zil haben, und zwar zuerst mittels eines Stockes, dann mit einem nicht näher ermittelten Werkzeug, sodaß der Tod des Moser verursacht wurde.
Es handelt sich um den Vorfall am 5. Mai. d. Js., wobei der Goldarbeiter Moser infolge der Mißhandlungen des Schmidt seinen Tod fand. Bekanntlich waren zuerst Schmidt und sein Kollege Gülden verhaftet gewesen, doch wurde Letzterer im Laufe der Untersuchung außer Verfolgung gesetzt, sodaß heute nur noch Schmidt auf der Anklagebank erscheint. Vorgeladen sind 18 Zeugen und 2 Sachverständige.
Auf die Anklage erklärt Schmidt, er könne sich nicht schuldig^ bekennen, den Tod des Moser verschuldet zu haben. Das Geschäft von Neresheimer und Söhne, wo er und Gülden beschäftigt gewesen, habe am Samstag den 4. Mai einen Ausflug nach Dörnigheim gemacht. Abends nach der Rückkehr seien er und Moser noch zusammen hier in Hanau zechen gegangen. Sie gingen noch in die Wirthschaft „zur Rose", und von da weiter in
die Wirthschaft des Gastwirths Konradi vor der Kinzigbrücke. Bei der Ankunft dortselbst war es nachts ^4 Uhr. Sie seien beide betrunken gewesen, und wie er dahin gekommen, wisse er gar nicht mehr. In der Wirthschaft hätten sie Jeder ein Glas Bier getrunken und darauf habe er (Schmidt) gefragt, „ob man noch ein Glas gepumpt könnte kriegen." Der Wirth habe daraufhin gleich geschimpft, habe von „Lumpenzeug" geredet und sie sollten dahin gehen, wo sie sich vollgetrunken hätten und dann seien sie hinausgeworfen worden, wobei er sich an der Treppe das Bein zerschunden habe. Sie seien wieder in die Wirthschaft, er habe die Leute zur Rede stellen wollen und da seien sie abermals hinausgeworfen worden. Moser habe dabei geholfen. Hierauf wären sie ein Stück fort und er habe zu Gülden wegen seines schmerzenden Beines geklagt. Dieser habe geäußert, er wolle das Denen doch sagen, Gülden sei darauf ein Stück retour. Nachher habe ein Stück vor der Wirthschaft „zum Nordend" ein Zusammentreffen stattgefunden. Er sei geschlagen worden und habe mit seinem Stock wieder um sich geschlagen und den habe ihin der Zeuge Lotz abgenommen. Inzwischen sei der Ga^t- wirth Konradi hinzugekommen, mit dem habe er sich etwa 10 Minuten unterhalten, während die Andern voraus wcitergingen. Nachdem die Kinzigbrücke vollends passirt war, habe er vor dem Hause des Bäckers Grünewald wieder die Gesellschaft getroffen. Er habe von Lotz vergeblich seinen Stock zurückverlangt, und sei dann weiter bis zur Ecke am „goldenen Löwen." Dort habe er dem jungen Konradi geklagt, daß man ihn so schlecht behandelt, dieser hätte sein Bedauern ausgesprochen und ihn durch die Nußallee nach dem Frankfurter Thor begleitet. Hier habe Moser gestanden und ihm habe er (Schmidt) vorgehalten, daß, wenn ihm etwas passirt wäre, er (Moser) ihm nichts hätte geben können, denn er sei doch verheirathet. Moser habe ein Messer in der Hand gehabt und sei mit diesem auf ihn eingedrungen, Moser habe ihn durch den Thorbogen hindurch verfolgt und mit dem Mesfer nach ihm geschlagen, er habe nur mit der Hand abgewehrt. Er Schmidt) habe plötzlich gerufen: „Ich bin gestochen,"