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zulasseu. Auch kaun ausnahmsweise eine Einmiethe für einzelne Monate gestattet werden und soll das monatliche Weidegeld auf ein Sechstel des für die ganze Weidezeit geltenden Satzes bemessen werden. Bei vorliegender Bedürftigkeit sind die taxmâßigen Weidegeldsätze nach Negierungsermessen bis auf die Hälfte zu ermäßigen.
Gegen den Vertragsbruch ländlicher Arbeiter. Die Negierung von Sachsen-Altenburg hat dem Landtage zu dessen Wiederzusammentritt einen Gesetzentwurf gegen den Bertragsbruch ländlicher Arbeiter zugehen lassen.
Zu'fammenschlnK gegen vieKohlettverLheuerLmg. In Braunschweig erfolgte die Gründung eines Verbandes deutscher Kohleneiukaufs-Genossenschafteu zwecks gemeinsamen Vorgehens gegen einheimische Kohlenoertheuerung.
Den eben zurückgekehrten Ehinakrieger» hat der Kaiser eine besondere Ehrung zugedacht. Er hat befohlen, daß von den mit dem Dampfer „Andalusia" zurückgekehrten Wilhelmshavener Mannschaften diejenigen, welche mit Otden ausgezeichnet wurden, 10 mit d.m Militür.hrcnzeichen 1. Kl. Lekorirte Mann vom Detachement des Oberleutnants Grafen von »Soden und 26 mit dem Militärchrenzeichen 2. Klasse geschmückte Mann, welche an den Kämpfen um Tientsin iL s. w. theilgenommen haben, an der Enthüllung des Denkmals des Großen Kurfürsten in Kiel theilnehmen.
Die GesammLverLusie der Flotte durch den Chinakrieg. Nach den Mitte Mai abgeschlossenen Verlustlisten läßt sich jetzt auch eine Uebersicht über die Gesammtocrluste aufstellen, welche die chinesischen Ereignisse von unserer Flotte und den ihr zugehörigen Marinetheilen gefordert haben. Nach diesen sind gefallen, verunglückt, an Krankheit gestorben, oder wurden vermißt: a) von den Schiffen des Kreuzergeschwaders: „Hansa" 13, „Irene" 9, „Iltis" 8, „Hertha" 6, „Gefion" 6, „Kaiserin Augusta" 4, „Schwalbe" 2, „Seeadler", „Weißenburgs, „Wörth" und „8. 91" je 1 Mann ; b) von den Marinetheilen am Lande: Beim L Seebataillon 28; II. Seebataillon 32. III. Seebataillon 26; Marine-Feldbattcrie des Ostasiatischen Expeditionskorps 6; Mätrosen-Artillerie „Kiaut- schau" 4; Marine-Pionierkompagnie 2; Marine-Telezrapheu- detachement 1 und außerdem von der Nordscestation, der I. und II. Werftdivision und dem Gouvernement „Kiautschau" je 1 Mann. Der Gesammtverlust der Gefallenen, an Krankheit Verstorbenen, Verunglückten oder Vermißten beträgt mithin für die Marillemannschaften 155. Leicht oder schwer verwundet wurden: a) von den Schiffen des Kreuzergeschwaders: „Hansa" 24, „Hertha" 22, „Kaiserin Augusta" 15, „Iltis" 11, „Gefion" 11 und „Irene" 1 Mann, b) bei den Marinetheilen am Lande: III. Seebaiaillon 47 und bei der Marine-Feldartillerie 1 Mann. Die Gesammtzahl der Verwundeten beträgt mithin 132 Mann. Die chinesischen Ereignisse haben nach den auf amtlichem Material beruhenden Angaben im Ganzen somit 287 Opfer von der Flotte gefordert.
Spanien schwimmt im Golde! Nachrichten, daß in dem Bergwerk Lugo in Galizien bedeutende Goldlager entdeckt wurden, bestätigen sich. „Jmparcial" läßt sich melden, daß bei Becerrea durch ein englisch-französisches Syndikat Bohrarbeiten gemacht worden seien, die n.unmehr zu alle Hoffnungen übersteigenden Ergebnissen geführt hätten. Der französische Ingenieur Felix Prot erklärt, die Lager seien so bedeutend wie die in Transvaal. Bei einer Ausbeute von zweihundert Tonnen Erz täglich sei Erz für drei Jahrhunderte vorhanden. Die ganze Gegend ist in einem Freudentaumel. — Den armen Hidalgos wäre eine kleine Freude wohl einmal zu gönnen!
Der französische Senat hat nach längerer Berathung unter Ablehnung mehrerer Abünderungsanträge Artikel 6 dcs Vereinsgesetzes, der sich auf die Erwerbung und die Verwaltung von Vermögensstücken bezieht, angenommen.
Volkszählung in Frankreich. Dem „Temps" zufolge ergab die am 24. März stattgehabte Volkszählung, daß sich die Bevölkerung Frankreichs auf etwa 38 600 000 Seelen stellt. Die Einwohnerzahl nahm in allen Departements ab, worin sich keine großen Städte befinden. Die Zunahme der Bevölkerung seit 1896 beträgt 330 000. Der Zuwachs ist sehr wahrscheinlich der fremden Einwanderung zu verdanken.
Im englischen Unterhause erklärte Cranborne, die spanische Regierung habe keine Vorstellungen gegen die Ausführung von Marinebauten auf Gibraltar erhoben. Der erste Lord des Schatzes fügt dieser Erklärung hinzu, die Regierung habe keine Vorschläge bezüglich des Ankaufes der spanischen <seite von Gibraltar gemacht und gedenkt einen solchen auch nicht zu machen. Cranborne erklärt ferner, zwischen der deutschen und der englischen Negierung habe kein Meinungsaustausch bezüglich der Belassung einer deutschen Garnison in Shanghai stattgefunden. Chamberlain erklärt, die Regierung habe sich mit den in dem Finanzberichte Barbonis enthaltenen allgemeinen Grundsätzen einverstanden erklärt. Die Anwendung der Grundsätze werde Oberkornmissar Milner anheim gestellt, der sie, soweit angängig, zur Richtschnur nehmen werde. Daß Milner diese Grundsätze in allen Einzelheiten befolgen werde, kann Redner nicht verbürgen.
Albawesenaufstarrd. Die „K. Z." erhielt zuverlässige Nachrichten aus Novibazar, wonach dortselbst ein förmlicher Aufstand ausgebrochen ist, an dem sich über 1500 Albanesen betheiligen. Die Aufständischen vertrieben den neu ernannten Kaimakam, der sich gegenwärtig in Spenitza befindet. An der Spitze der Bewegung steht ein gewisser Sevat Aga. Die serbische Bevölkerung in Novibazar sieht sich gleichfalls ernstlich bedroht und flüchtet massenweise zur Grenze. Die serbische Regierung verfügte alsbald energische Vorsichtsmaßregeln. — Das Gebiet von Novibazar, im südlichen Theil Bosniens zwischen der montenegrinischen und serbischen Grenze gelegen, hat stets einen der gefährlichsten Winkel in der drohenden Wetterecke Europas gebildet.
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Dienstag handel, Gewerbe und Verkehr.
Weh pro iso.
Das neueste „Vierteljahrsheft zur Statistik des Teutschen Reichs" enthält eine Nachweisung der Viehpreise in zehn deutschen Städten für Januar bis März dieses Jahres nebst einem Vergleich mit dem Vierlejahr Oktober bis Dezember 1900. Danach stellten sich die Preise für Ochsen und Schweine mittlerer Qualität (für 100 kg), wie folgt:
Januar
1901: Februar
März
1901: Jan./März
1900: Okt./Dez.
a. Ochsen, junge, fleischige, nicht ansgemästete und ältere ausgemästeie.
Berlin . . .
116,5
117,0
116,8
116,8
121,0
Stetlin. . .
111,0
108,2
Danzig. . .
54,0
54,5
53,5
54,0
54,9
Magdeburg .
62 2
59 9
59 6
60,6
614
Köln . . .
130,0
127,5
125 8
127,8
137 7
Frankfurt a.M.
125,0
126,3
123,0
1218
135 4
Dresden . .
121,4
119,0
116,8
119,1
125,9
Leipzig . . .
131,5
127,5
123,0
127,3
134,8
Chemnitz . .
121,0
118,8
113,0
117,6
124,2
Mannheim
139,0
135,0
133,0
135 3
138,3
b. Schweine, fleischige.
Berlin . . .
IC 6,8
107,8
107,2
1(7.3
IC 4,1
Stettin . . .
1(6 8
168,0
107,8
107,5
K 6,3
Danzig . .
76,5
79,5
79,5
78,5
75,4
Magdeburg .
11^1
113,0
110,3
111,1
108,9
Köln . . .
Hu,5
115,5
112,8
112,9
108,8
Frankfurt a.M.
117,3
120,3
117,8
118 5
116 2
Dresden . .
110,0
111,8
110,8
110,9
109,3
Leipzig . . .
111,0
112,5
111,0
111,5
109,1
Chemnitz . .
110,5
111,0
112,3
111,3
109,2
Mannheim
116,0
119 0
117,3
117,4
116,9
Die Preise verstehen sich für Ochsen in Danzig und Magdeburg für Lebendgewicht, an den übrigen Plätzen für Schlachtgewicht für Schweine in Danzig für Lebendgewicht ohne Tara, sonst für Lebendgewicht mit Tara oder Schlachtgewicht.
Marktberichte.
Frankfurt a. M., 17. Juni. Amtlich: Notirung der Viehmarkt- Preise. Zum Verkauf standen: 426 Ochsen, 25 Bullen, 805 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder), 290 Kälber, 118 Schafe und Hämmel 1226 Schweine. Bezahlt wurdin für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwcrths bis zu 6 Jahren Mk. 66—68, 1). junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 61—63, c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 55 — 59, (1. gering genährte jeden Alters Mr. CO - 00, Bullen : a. vollfleischige Höchsten Schlachtwerthes Mk. 54 — 56, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mk. 50—52, c. gering genährte Mk. —.—. Kühe und Färsen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes Mk. 60—62, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren Mk. 54—56, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 41—43, d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 30—32, e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 23—29. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollnr. Masi) und teste Saugkälber 78—80 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 69—71 Pf., c. geringe Saugkälber 58—60 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) —.— Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmcl 62—64 Pf., b. ältere Masthämmel 57—59 Pf«, c. mäßig genährte sammel und Schafe (Merzschafe) 00—00 Pf. Schweine: a. voll fleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu IV4 Jahren 62 — 00 Pf., b. fleischige 60 — 61 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 43 - 50 Pf., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herknnst) —.— Pf. Bezahlt wurde für 1 Pfuud Lebendgewicht: Kälber a. 46—49 Pfg., b. 40—43 Pfg., Schweine a. 48— Ou Pfg., b. fleischige 47 Pfg. — Aus Oesterreich standen 138 Ochsen, und 3 Bullen zum Verkauf.
Frankfurt a. M., 17. Juni. Es notiren je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterarter Mk. 17.50—17.65, turhessischer Mk. —.—, norddeutscher Mk. —.—, russischer Mk. 17.25—18.10, Redwiuter Mk. 17.70-18, Kansas Mk. 17.65—17.90, La Plata Mk. 17.25 bis 18.10, Walla Walla Mk. 17.70—17.90. Roggen, hiesiger, Mk. 14.80—15.25, Pfälzer Mk. —.—, russischer Mk. 15-15.40. Gerste, geschäftslos. Hafer, hiesiger Mk. 15—16, Württemberger Mk. —.—, bayerischer Mk. 15—16, russischer Mk. 14.75—16.25, Amerikaner Mk. 14.60—15, Mais mixed Mk. 11.70-11.90, La Plata Mk. —.—. Atles per 100 Kilo netto effektiv loko hier. — Mehl unverändert. Es notiren nach Qualität: Weizenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 25.75—26.25, feinere Marken Mk. 28.50-29.25, Nr. 1 Mk. 24.50-25.—, feinere Marken Mk. 25.25—25.75, Nr. 2 Mk. 23.50-24.-, feinere Marken Mk. 24.25 bis 24.75, Nr. 3 Mk. 21.50—22, feinere Marken Mk. 22.25 bis 22.75, Nr. 4 Mk. 18,25—18.75, feinere Marken Mk. 19.25—19.75. Noggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 23—24, Nr. 1 Mk. 20.50—21.50, Nr. 2 Mk. 14.75-15.50. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loko hier. — Futterartikel gesucht. Es notiren: Weizenschalen Mk. 4.95—5, Weizenkleie Mk. 4.95—5, Roggenkleie Mk, 5.40—5.50, Futtermehl Mk. 6.25—7, Biertreber, getrocknet Mk. 5.25—5.40 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loko hier.
Hus P^ab und fern.
Marburg, 17. Juni. Ein erschütternder uN glucks - fall hat sich heute Vormittag ereignet. Der Rentier Leonhard Hönle lag heute Vormittag auf der Lahn dem Angeloergnügen ob. Er befand sich in einem leichten Fischerkahn bci der Weidenhäuser Brücke und angelte nach Hechten. Als er einem Bekannten, der auf der Brücke vorüberging, etwas zurufen wollte, machte er eine unvorsichtige Bewegung und stürzte, als der Kahn in's Wanken kam, rücklings in's Wasser. Sofort eilten ihm Leute zu Hilfe. Vom Grün aus watete ein Metzger sofort auf die Insel, entkleidete sich dort und sprang in's Wasser, um dem Verunglückten, der sich nur mühsam über Wasser hielt imb dem Wehr zutrieb, Beistand zu leisten. Von Weidenhausen her kam Kaufmann Bühner mit einem Kahn zu Hilfe. Ehe beide den Ertrinkenden erreichen konnten, versank er in die Tiefe, nur wenige Augenblicke vor der Rettung. Der Körper des Verunglückten wurde zwar schon nach wenigen Minuten wiedergefunden, doch waren die Wieder- belebun 'ersuche, die einige Studenten sofort anstellten, leider ohne Erfolg. Auch die beiden sofort zugezogenen Aerzte konnten nur den Tod fest stellen.
* Hersfels, 17. Juni. Gestern verschied dahier der Kgl. Forstmeister Wilhelm Diels im 60. Lebensjahre.
St. FranZfM't a. M., 17. Juni. Die Eröffnungs- Vorstellung des neuen Variötö im Hippodrom gestaltete sich in jeder Beziehung glänzend und für Herrn Direktor Tieber sehr erfolgreich. Unser, bekanntlich sehr anspruchsvolles, Publikum nahm jede einzelne Programm-Nummer mit
_____________, ______________Juni gewaltigem Beifall auf und zeichnete von den Artisten die Serpentin-Tänzerin La Nolande, den Star des Drury Lane- Beater in London Miß Elvaine Ravensburg und die Operretten-Diva Angtzle van Loo aus Brüssel ganz besonders aus.
-t. Kleirr-Arrheim, 17. Juni. Der Gesangverein „Harmonie" hierselbst beging gestern unter zahlreicher Betheiligung der Ortsvereine und vieler auswärtiger Sangesbrüder sein Fahnenweihfest. Nach der üblichen Vorfeier am Samstag Abend zeigte sich am Sonntag gegen Mittag ein bewegtes Festleben. Nach dem Eintreffen der geladenen Brudervereine ordnete sich gegen 3 Uhr der imposante, durch 21 Fahnen verherrlichte Festzug und bewegte sich durch die reich geschmückten Ortsstraßen nach dem Festplatze. Die Festrede hielt Herr Kaufmann und Musitdirigent Andr. Simon. Nachdem er die Vereine und Festgäste herzlich begrüßt und Allen, die der Einladung so bereitwilligst gefolgt, seinen Dank für ihr Erscheinen ausgesprochen hatte, ging er in kurzen Worten auf b'e Bedeutung der Fahne über und mahnte die Mitglieder der „Harmonie", dieses neue Banner als ein Mahn Zeichen der Treue, als Wahrzeichen kameradschaftlicher Eintracht und brüderlicher Gesinnung und als ein M e rkzeichen eines makellosen Wandels hochzuschätzen und zu ehren. Nach entsprechendem Prolog entfalteten die schmucken Festdamen das herrliche Banner, um es tem Verein zu überreichen. Der festgebende Verein sang nun mit Orchesterbegleitung ein recht ansprechendes Weihelied. Es folgten nun zunächst die Darbietungen der übrigen Gesangvereine des Ortes und sodann sangen nach' dem Loose die auswärtigen Gesangvereine. Es wurden ganz befriedigende und theilweise recht gute Leistungen zu Gehör gebracht. Leider geht nur beim Publikum bei derartigen Festlichkeiten zu bald das Interesse verloren. Den übrigen Nachmittag füllten die üblichen Volksbelustigungen, Tanz rc., aus. Der Festplatz war dicht gefüllt und die Stimmung eine ge« hobene. Auch für Speise und Trank war reichlich gesorgt, so daß man an den fröhlichen Gesichtern die Zufriedenheit über Arrangement und Verlauf der Festlichkeit ablesen konnte.
-s- Langen, 17. Juni. Der Offenbach-Langener Zweigverein der G u st a v Adolf-Stiftung feierte gestern Nachmittag in der geschmückten Kirche des gastfreundlichen Städtchens Seligenstadt unter überaus zahlreicher Betheiligung aus Nah und Fern sein Jahresfest. Ein hervorragend starkes Kontingent der Festtheilnehmer hatten die Gemeinden Dutenhofen, Groß- und sKlein-Steinheim gestellt. Herr Pfarrer Wahl -Langen schilderte in seiner Festpredigt das dreifache Band, welches die Wirksamkeit der Stiftung fortwährend knüpft, indem sie nämlich verbindet die Gabenspender mit den Hilfsbedürftigen, die Evangelischen unter sich und die Gläubigen mit Gott. Herr Pfarrer Eck-Offenbach gab in einer Ansprache den Gefühlen der Dankbarkeit für den herzlichen Empfang in Seligenstadt Ausdruck. Hierauf verlas Herr Pfarrer Lehr-Offenbach den Jahresbericht, der einen stetigen Aufschwung der Vereinsthätigkeit erkennen ließ, ein Bild des bisherigen Wirkens entrollte und der dem Vereine noch bevorstehenden Aufgaben gedachte. Mit einem Gebete, gesprochen von Herrn Pfarrer Sturmfels-Seligenstadt, schloß die Kirchenfeier. Eine für den Groß-Steinheimer Kirchenneubau veranstaltete Kollekte ergab einen respektablen Betrag. Die profane Jahresfeier wurde im Saale des „Schützenhof" abgehalten und nahm einen sehr hübschen Verlauf. Die Herren Pfarrer Sturmfels und Eck richteten dabei geeignete Ansprachen an die große Festversammlung, die sich erst am Abend auflöste.i
Heiligenstadt, 15. Juni. Ein berüchtigter Ein- und Ausbrecher, Bernh. Gille aus Willich (Kreis Heiligenstadt), der seit Jahren in den verschiedensten Gegenden Norddeutschlands in Pfarrhäusern und Wärterbuden Einbrüche verübt hat, ist heute von der hiesigen Strafkaminer abgeurtheilti worden. Er wurde aus dem Zuchthaus Cassel-Wehlheiden, wo er zur Zeit eine mehrjährige, ihm von der Strafkammer zu Hanau auferlegte Freiheitsstrafe verbüßt, vorgeführt. In der gestrigen Verhandlung wurden ihm 7 Einbrüche zur Last gelegt. Der gefährliche Einbrecher wurde zu einer Gesammt- strafe von 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurtheilt.
Kunst und Leben.
Herman Grimm ^. Geh. Regieruugsrath Universitäts- Professor Dr. Herman Grimm ist vorgestern in Berlin im Alter von 73 Jahren gestorben. Herman Grimm wurde am G. Januar 1828 als Sohn von Wilhelin Grimm in Kassel geboren und ließ sich nach langjährigen philosophischen, juristischen und historischen Studien zu Berlin nieder, wo er 1872 zum Professor der Kunstgeschichte an der Universität ernannt würbe und seitdem ununterbrochen als einer der hervorragendsten Vertreter dieses Lehrkörpers thätig war. Es wirb einer eingehenden Darlegung vorbehalten bleiben müssen, die unendlichen Verdienste, die sich Grimm in Wort und Schrift um unser deutsches Geistesleben erworben hat, gebührend zu würdigen. In diesem Augenblick sei nur daran erinnert, daß er zunächst in den 50er Jahren mit dramatischen und novellistischen Arbeiten seine Laufbahn begann. Inoden „Essays" und „Neuen Essays" betrat er zum erstenmal das ihm eigenste Gebiet der Kulturbetrachtung, aus dem er mit seinem „Leben Michelangelos" ein Meisterwerk beisteuerte. Aus feinen Vorlesungen an der Berliner Universität ging sein eigenartiges Buch „Goethe" hervor, während er seine Homerstudien in dem Werke „Homer. Ilias 1. bis 9. Gesang" vereinigte. Grimms hervorragendste Bedeutung liegt wohl darin, daß er auf dem weiten von ihm beherrschten Gebiet der Geistes- und Kulturgeschichte einer der größten „Anreger" war, darin ein würdiger Erbe und Vertreter seines Namens, der durch das Wirken der Brüder Jakob und Wilhelm Grimm schon fast seit einem Jahrhundert zu den besten und theuersten im deutschen Lande zählt.
Das Nationaldenkmal für den Fürsten Vis MarÄ in Berlin ist eine Schöpfung Prof. R. Begas und hat seinen Platz bekanntlich vor dem Reichstagshause erhalten. Von der Straße führen bequeme Zugangsstufen zu dem Denkmalsplateau, das eine Ausdehnung von 3000 Quadratmetern