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18. Juni legen. Herre habe sich nun sehr herausfordernd benommen, habe ihn aufgefordert, mit heranszukommen. und er sei auch mit. Sie gingen ein Stück die Straße weiter nach dem Spessartbahnhof, dann habe Herre plötzlichHalt" gerufen und es hätte etwas zwei Mal geknackt. Er habe cs für das Knacken eines Neoolvers gehalten. Darauf hätte er nach dem Herre getreten und sei dann zurückgelaufen nach der Wirth­schaft. Herre habe unterwegs fortwährend nach ihm geboxt und ihn vor der Wirthschaft wieder von der Treppe herunter- gezogen. Der Wirth hatte nämlich inzwischen die Thüre ge­schlossen und wollte den Beiden nidjt mehr aufmachen. Er (Kümmerer) habe unten von Herre plötzlich einen schweren Schlag auf ben Kopf bekommen und habe in seines Gegners Hand auch etwas blitzen sehen, das er für eine Waffe gehalten. Darauf sei er so in Aufregung gerathen, daß er die Herrschaft über seine Sinne verloren, be­sonders, als ihm Herre noch nach der Brust gefaßt und ge­rufen habe:Willst Du noch was?" Er (Kämmerer) habe sofort blindlings mit seinem Messer um sich geschlagen und sei dann fortgelaufen. Was weiter geschehen, wisse er nicht, doch habe er nachher bei c feiner Verhaftung gehört, daß Herre gestorben sei. Das Messer Kämmerers steckte ihm im Kopse.

Vom Vorsitzenden werden dann dem Angeklagten Wider­sprüche der heutigen mit seiner früheren Aussage vorgehalten. Der entscheidende Vorfall sollte sich auch anders verhalten. Danach wäre der Vorgang an der Treppe vorüber gewesen und Herre habe bereits wieder auf der Mitte der Straße gestanden. Da erst fei Kämmerer plötzlich wieder hinüber ge­sprungen und habe auf Herre losgestochen. Der Angeklagte bestreitet dies. Nachdem erfolgt die Zeugenvernehmung.

(Schluß folgt.)

Drahtnachrichten.

Der Kaiser in Hamburg.

Hamburg, 18. Juni. Der Kaiser ist abends bald nach 6 Uhr hier eingetroffen. Auf dem Bahnhöfe wurde er von den Bürgermeistern Dr. Hachmann und Dr. Moenckeberg, sowie dem Senator Dr. Burchard, dem preußischen Gesandten Grafen Wolff-Metternich und dem Legationssekretär Prinzen von Schönburg-Waldenburg empfangen. Vom Bahnhöfe be­gab sich Se. Majestät zur Villa des Grafen Wolff-Metternich, von der auf dem Wege anaesammelten zahlreichen Menschen­menge mit begeisterten Huldigungen begrüßt. An beut Diner beim preußischen Gesandten nahmen auch General­direktor Ballin, Professor Dr. Brinckmann und Baron v. Schröder theil. Um 9^2 Uhr fuhr der Kaiser zum Dammthor- Bahnhofe zurück, von wo er die Weiterreise nach Cuxhaven anirat.

Kaiser Franz Joseph in Böhmen.

Theresienstadt, 17. Juni. Kaiser Franz Joseph traf hier vormittags von Prag ein. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister und Gemeindevorsteher begab sich der Kaiser mach dem Exerzirplatz und hielt eine Parade ab. Hierauf fuhr er nach Leitmeritz, wo er an der Elbbrücke von dem Bürgermeister, den Vereinen, Korporationen, Offizieren, den Gemeindevertretern der Stadt Leitmeritz und der Bezirksge­meinden empfangen wurde. Hierauf hielt der Bürgermeister Fun? eine Ansprache, worin er u. A. sagte: Den innersten, tiefgefühltesten Dank spreche er aus für den Besuch des Kaisers. Nicht äußere Pracht und glanzvollen Empfang ver­mögen wir dem Kaiser zu bieten, wir können nur unsere ganze rolle deutsche Herzlichkeit und jubelnde Begeisterung als Aus­druck unserer Liebe für Kaiser und Reich Euer Majestät dar­bringen. Einen großen Theil des Reiches bildet das schöne Kronland, das Eure Majestät mit allerhöchster Anwesenheit beglücken. Wenn diesem Lande die nationale Verständigung noch fehlt, wird der landesväterliche Wunsch nach Herstellung des nationalen Friedens vom deutschen Volke in Böhmen unter Wahrung seiner nationalen Rechte gewiß gern und baldig er­füllt. Der Kaiser erwiderte: Freudig betrete ich neuerlich den Boden des altehrwürdigen Leitmeritz. Die Bevölkerung mag in meiner Altwesenheit den Beweis des warmen Interesses er­blicken, das ich der Stadt und ihrer Geschicke entgegenbringe. Empfangen Sie meinen Dank für die Versicherung treuer An­hänglichkeit und dynastischer Gesinnung, welche sicherlich den Gefühlen aller Bewohner entspricht. Mittags fuhr der Kaiser nach dem Landungsplätze der Dampfschiffe und von hier mit einem Regierungâdampfer nach Aussig.

Aussig, 17. Juni. Der Einzug des Kaisers in Lie Stadt gestaltete sich zu einer beispiellosen Huldigungskundgebung der Bürgerschaft. Nachdem der Kaiser vor der Döminikaner- lirche vom Klerus begrüßt und in der Kirche eine kurze An­dacht verrichtet latte, erfolgte die Fahrt zum Nachhause, wo zahlreiche Abordnungen Aufstellung genommen hatten. Der Bürgermeister richtete eine Ansprache an den Kaiser, in der er aus führte, das ganze deutsche Volk Böhmens vereinige sich in lebhaftem Dankgefühl für den Besuch des deutschen Theiles Böhmens durch den Monarchen, durch die neuerlich bekundet wurde, daß die nationale Eigenart und die nationale Ent­wickelung der Deutschen Böhmens des Schutzes des Kaisers sicher sein dürfen. Möge es der Negierung gelingen, dauern­den Frieden zwischen allen Völkern Oesterreichs herbeizuführen. So wie das deutsch: Volk sünen nationalen Besitzstand und einheitlichen Staatsverband mit allen Kräften vertheidigen werde, werde es alle Kräfte für das Aufblühen, die Macht und Stellung des theuren österreichischen Vaterlandes einsetzen. Redner versicherte den Monarchen der unwandelbaren, durch nichts erschütterten Anhänglichkeit des deutschen Volkes an den Kaiser und das kaiserliche Haus. In seiner Erwiderung dankte der Kaiser zunächst für den ihm bereiteten Empfang, der^ ein beredtes Zeugniß der loyalen Gesinnung und treuen Anhäng­lichkeit sei und fuhr dann fort: Keinen Wunsch empfinde ich lebhafter, als daß der Friede einkehren möge bei den Völkern Oesterreichs. Dieses Ziel verfolgt auch die Regierung mit un­ausgesetztem Bemühen und rechnet hierbei auf die Unter­stützung aller friedliebenden, von Gerechtigkeitssinn erfüllten patriotischen Elemente.

Dienstag

Wien, 18. Juni. Als der Kaiser in Leitmeritz daL Dampfschiff bestieg, um nach Aussig zu fahren, sprach er dem Bürgermeister Funk seine vollste Zufriedenheit aus und fügte hinzu, dieser Tag werde ihm in seinem ganzen Leben un­vergeßlich bleiben. Die Fahrt gestaltete sich besonders festlich. Der Dampfer, auf dem sich der Kaiser mit seinem Gefolge be­fand und die ganze Flottille, die ihm das Geleit gab, war geschmückt. Alle Ortschaften am Ufer hatten geflaggt. Man sah viele schwarz-roth-goldene zwischen schwarz-gelben Fahnen. Beide Ufer von Leitmeritz bis Aussig waren bedeckt mit Men­schen, die den Kaiser begrüßten. Vor jeder Ortschaft lagen mitten im Strom verankerte Schiffe, von denen weiß gekleidete Mädchen dem Kaiser beim Vorüberfahren Blumen zuwarfen. Vor Aussig waren sämmtliche übrigen Dampfer der Elbschiff- fahrt in Flaggen-Gala versammelt. Bei der Begrüßung in Aussig hielten sich die Minister ganz im Hintergründe. Der Kaiser ist gestern Abend wieder nach Wien zurückgereist.

Wien, 18. Juni. Der Kaiser Franz Joseph ist heute Morgen wohlbehalten von seiner böhmischen Reise hierher zurückgekehrt.

Glückliches Familienereignitz am russischen Kaiserhofe.

Petersburg, 18. Juni. Die Kaiserin Alice ist von einer Prinzessin entbunden worden.

Zur Enthüllung des Bismarck-Drnkmals.

Berlin, 18. Juni. Wie vorgestern auf den unmittel­baren Eindruck auf dem Festplatze, so herrschte auch gestern Abend in den Betrachtungen der Blätter nur eine Stimme über die hohe Bedeutung der gestrigen Rede des Reichs- kanzlers Grafen Bülow. DieBerl. Neuest. Nachr." schreiben: Den Schwerpunkt der Feier bildete selbst­verständlich die Rede des Reichskanzlers, die allgemein be­friedigte und jedenfalls die beste war, die Graf Bülow bisher gehalten. Er ist der Persönlichkeit und der Bedeutung Bis­marcks uf gerecht geworden, und der wiederholte laute Beifall, u^v seine Worte begleitete, war ein wohl verdi nter. Es war für den Reichskanzler vielleicht keine ganz leichte Aufgabe, dem Kaiser gegenüber Bismarck in seiner vollen Bedeutung und Größ: zu würdigen. Graf Bülow hat diese Aufgabe aber so gelöst, wie sie dem allgemeinen Volksempsin- ben entsprach und er hat sich damit Dank verdient. Sein: Rede war groß angelegt und von monumentalem Charakter, der bedeutungsvollen geschichtlichen Stunde würdig. Wenn Gr:f Bülow bei dieser Gelegenheit die Auffassung seines Amtes selbst dahin aussprach, in jedem Augenblick die Grenzen des Erreichbaren deutlich zu erkennen, an die Erreichung des zu Nutz und Frommen des Landes Erreichbaren aber Alles zu setzen, so wollen wir ihm und dem Lande von ganzem Herzen wünschen, daß diesem Wollen das Vollbringen und Gelingen nie fehlen möge.

Aus China.

Peking, 17. Juni. (Reuter-Meldung.) Die fremden Gesandten sagen, daß die Verhandlungen über den Modus der Zahlung der Kriegsentschädigung einen befriedigenden Fortgang nehmen, und sprechen die Erwartung aus, daß man noch vor dem Monat Juli zum Abschluß der Verhandlungen kommen werde. Der Direktor der Paotingfu-Eisenbahn erhielt die Anweisung, für den Transport von 3000 Mann chinesischer Truppen nach Peking Vorkehrungen zu treffen.

Berlin, 17. Juni. Das Wolff'sche Bureau meldet aus Peking: Eine der beiden französischen Brigaden wird aus der Provinz Petschili zurückgezogen. Die Zurückziehung erfolgt zwischen dem 25. Juli und dem 20. August.

Paris, 17. Juni. DieAgence Havas" meldet aus Peking: Das diplomatische Korps einigte sich über die dem Anleihedienst zuzuwcisenden Hilfsquellen, nachdem die Vereinigten Staaten eingewilligt, nicht auf den gestellten Bedingungen zu bestehen und die Erhöhung der Zölle auf 5 Prozent anzu­nehmen. Bezüglich der Aufbringung der Anleihe, mit der die von China verlangte Kriegsentschädigung vorgestreckt werden soll, stimmte das diplomatische Korps einmütig dem Vorschläge zu, sie durch Bonds zu beschaffen.

Berlin, 18. Juni. Nach einer Depesche desLokal- Anzeigers" aus London telegraphirt der Shanghaier Korre­spondent desGlobe" folgendes sensationelle Gerücht: Prinz Tuan beherrsche den Hof noch. Es wird beabsichtigt, wenn der Hof auf der Reise ist, in Kai-fong-fn in der Provinz Honan am Hoangko anzukündigen, der Kaiser sei von Briganten ermorbet und Prinz Tuans Sohn, der Thronfolger Put-sing, sei Kaiser geworden. Die Kaiserin wird dann Kai-fong-fu zur neuen Hauptstadt erklären. So werden die Reaktionären den Mächten ein Schnippchen schlagen und die Thronfolge end- giltig regeln. Der Hof gedenkt Kai-fongffu mit Nanking durch eine Bahn zu verbinden.

London, 18. Juni. Aus Shanghai wird berichtet: Zu der Nachricht, daß die Mutter des Gouverneurs von Shantuug gestorben ist, wird nunmehr gemeldet: Ein alter Brauch fordert, daß in solchem Falle kein ähnliches Amt während der nächsten drei Jahre von einem Sohne angenommen resp, verwaltet werde. Man befürchtet, daß der chinesische Hof darauf be­steht, daß der Gouverneur diesem Gebrauche Rechnung trage.

London, 18. Juni. Aus Peking wird gemeldet: Die Vertreter der Mächte sind der Ansicht, daß sämmtliche Unter­handlungen mit China vor Ende August beende^ und daß die Truppen mit Ausnahme der Schutzmannschaften für die Ge­sandtschaften ver Ende August eingeschifft sein werden. Die Deutschen verlassen bereits den Winterpalast, damit die nothwendigen Vorkehrungen zur Rückkehr des Hofes oetroffen werden können.

Einholung des China-Geschwaders.

Berlin, 18. Juni. Aus Kiel wird gemeldet: Die Linienschiffe Kaiser Wilhelm IL, Kaiser Wilhelm der Große Kaiser Barbarossa sowie die Kreuzer Viktoria Louise und Gazelle gehen auf Befehl des Kaisers den aus Ostasien hcim- kehrenden Schiffen bis Cadix beziehungsweise Gibraltar ent­gegen, um mit ihnen gemeinsam heimzukehren. Unter dem Befehl des Prinzen Heinrich treten die genannten Schiffe be-

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reits in den ersten Tagen des Juli von hier aus die Reiff an, die mit Uebungen aller Art und für die neuen Schiffe mit Probefahrt verbunden sein wird.

Der Krieg in Südafrika.

Haag, 17. Juni. Die niederländische Regierung hatte bei der englischen Negierung Schritte gethan, um diese zu er­suchen, die Sendung von Lebensmitteln, Kleidung u. s. w. nach Südasrika für die Frauen und Kinder in den Buren- lagern zu erleichtern. Das Departement des Auswärtigen erhielt nunmehr von der englischen Negierung in dieser Hinsicht sehr befriedigende Erklärungen.

London, 18. Juni.Daily Mail" meldet aus Kap­stadt: Ein Buren-Kommando unter dem Befehl von Maritz, bestehend aus 150 Mann, überraschte eine 26 Mann starke englische Patrouille, die von dem Hauptmann Feltham be­fehligt wurde. Die Engländer hatten 2 Todte, 2 Verwundete und 20 Gefangene. Ein Theil des Kommandos Schepers ist am 13. b. Mts. in die Stadt Marraisburg eingezogen. Diese Stadt befindet sich in der Mitte der Kap-Kolonie. Die Buren plünderten die meisten Läden der Stadt und zogen sich dann zurück.

London, 18. Juni. Aus Kapstadt wird gemeldet: Die Operationen gegen Kritzinger in dem Distrikt Barkleywest haben zum Resultat, daß Kritzinger seine Truppen zersplittert hat und daß Abtheilungen seines Kommandos in die Distrikte von Albert und Marraisburg eingedrungen sind.

London, 18. Juni. Im Kakama-Distrikte sind 200 Aufständische aufgetaucht. Dieselben gingen nach Südwesten. Die Gesammtsumme aller Gefangenen Buren beträgt 19 242.

London, 18. Juni. Lord Kitchener telegraphirt aus Blonufontein vom 17. Juni: Seit dem letzten Bericht sind 24 Buren gelobtet, 14 verwundet und 265 gefangen ge­nommen worden; 165 Buren ergaben sich. Erbeutet wurden 137 Gewehre, große Munitionsmengen, 198 Wagen, 1500 Pferde und 3000 Stück Vieh. Hierin sind die Verluste der Buren während der Operationen Elliots nicht eingerechnet.

London, 18. Juni. Nach einer abends eingegangenen Verlustliste sand am Freitag in der Nähe von Houtkop an­scheinend ein ernsteres Gefecht statt, wobei 3 Mann getödtet und 12 verwundet wurden.

Kapstadt, 18. Juni. (Rcuteimeldung.) Es scheint, Dcwet habe erst in letzter Zeit die Buren bewogen, unter seiner Führung sich neu zu konzentriren, aber, nachdem dies erst jüngst geschehen sei, griffen ihn die Engländer an und zer­sprengten die Truppen.

Brüssel, 18. Juni. Nach Meldungen derJndepen- dance belge" sind, wie es heißt, den Buren-Kommandanten, welche sich in den letzten Tagen unterworfen haben, bedeutend bessere Bedingungen gestellt worden, als den früheren. So sollen die Engländer u. A. die Verpflichtung übernommen haben, diese Kommandanten nicht mehr zu verbannen und ihnen bald zu erlauben, die Arbeit auf ihren Farmen wieder aufzunehmen. Ein Punkt ist nicht llcher, nämlich inwiefern die verschiedenen Buren-Kommandanten einen etwaigen Frie­densschluß aufnehmen würden. Die Friedensbedingungen, welche sie auch sein mögen, werden für das Kommando Kritzinger nach englischer Auffassung nicht giltig sein, solange sich Kritzinger auf englischem Gebiet, d. h. in der Kap-Kolonie befinden

Haag, 18. Juni. Präsident Krüger dementirte persön­lich alle Friedensgerüchte. Der Krieg wird seiner Ansicht nach noch sehr lange dauern.

Entgleisung eines Schnellzuges.

Prag, 18. Juni. Gestern entgleiste in Sowositz der von Bodenbach kommende Schnellzug. Der Zugführer und vier Reisende wurden verletzt.

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Berlin, 18. Juni. DerLokal-Anzeiger" meldet aus Madrid: In Cadix hat sich die Lage verschlimmert. Sämmt­liche Hafenarbeiter streiken. Sie verlangen einen höheren Lohn. Ein allgemeiner Streik droht auszubrechen.

Berlin, 18. Juni. DerLokal-Anzeiger" meldet aus Bukarest: Der König, welcher heute sein Sommerlager in Sinaia bezieht, empfängt dort am Donnerstag den österreichischen Generalstabschef von Bock nebst 40 Offizieren des österreichischen Generalstabes.

Berlin, 18. Juni. DerBerl. Lokal-Anz." meldet aus Essen: Bei einem Dachstuhlbrande erstickten 3 Personen, eine vierte konnte gerettet werden.

Hamburg, 18. Juni. DemLok.-Anz." zufolge ver­hafteten Polizeibeamte auf der Horner-Rennbahn einen inter­nationalen Taschendieb, der im Begriff stand, einem Amerikaner das Portefeuille mit 60000 M. in Banknoten zu stehlen.

Parks, 18. Juni. In Fontainebleu wurde ein junger Radfahrer, welcher von der Staatsforstverwaltung zur Ueber- wßdjung des Waldes von Fontainebleu angestellt war, dabei betroffen, als er Feuer anlegen wollte. Der Radfahrer ge­stand, bereits 7 Mal Feuer angelegt zu haben, um sich bei dcn Löscharbeiten hervorthun zu können. Der Brandstifter wurde verhaftet.

Paris, 18. Juni. Eine Depesche derAgence Havas" meldet aus Algier, daß der angeblich an die Söhne des Jn- surgentenführers Mokrini gerichtete Brief, in welchem von der Vorbereitung eines Aufstandes gesprochen werde, als apokryph auzusehcn sei.

Parks, 18. Juni. Wie aus Grenoble berichtet wird, verlangen die streikenden Bergarbeiter von Lamotte Daveillans, daß die Gesellschaft keinen einzigen Italiener mehr beschäftige und sich versuchte, auch die wegen der letzten Unruhen und Ruhestörungen verhafteten französischen Arbeiter wieder anzu» stellen. Bisher wurden 22 Franzosen, die an der Plünderung der italienischen Arbeiterwohnungen theilgenommen haben, verhaftet.

Nio de Janeiro, 17. Juni. Die Straßenbahn-Ge­sellschaft in Christovao erhöhte die Fahrpreise. Die erbitterte Bevölkerung zündete 6 Wagen an.

New-Nork, 17. Juni. Der Betrag des Goldes, welcher morgen nach Europa abgeht, beläuft sich auf 3 250 000 Doll, und ist für Deutschland bestimmt.