Grits 2 _______________________ die gleiche Ermächtigung unter denselben Voraussetzungen auch bei nothwendiger Erweiterung des Kabelnetzes zu ertheilen. Wird genehmigt mit der Einschränkung, daß die generelle Genehmigung der Anschlußkosten bis zu 2000 Mark erfolgen soll, bei diesen Betrag übersteigenden Kosten aber nach wie vor jede Sache der Stadtv.-Versammlung zur besonderen Genehmigung vorgelegt werden soll. — Als Mitglied der Stadto.- Versammlung im Sparkassen-Vorstand wird der seitherige Revisor, Herr Treusch, gewählt und als dessen Stellvertreter Herr Müller. Als Revisor wird Herr Jost und als dessen Stellvertreter Herr Kehl gewählt. — Für Anschaffung von Mülleimern für städtische Gebäude werden 359.10 Mark nachbewilligt.
Unter „Eilsachen" wird der neuen Grund- und Gebäudesteuerordnung endgiltige Zustimmung ertheilt. Die Punkte 16, 17, 18, 20 und 21 der Tagesordnung werden in geheimer Sitzung erledigt.
r. Ausstellung der Entwürfe für das zu er- baueude Kreishans. In dem im hiesigen Landraths- amtsgebäude befindlichen Sitzungssaale des Kreisausschufses sind gegenwärtig die für den Neubau eines Kreishauses hergestellten Entwürfe ausgestellt. Wie bereits bekannt sein dürfte, wird das neue Kreisgebäude in der Hainstraßc auf dem Störger'schen Grundstück Aufstellung finden. Das zur Ausführung bestimmte, preisgekrönte Projekt, dessen Kennzeichen ein springender Hase (gemalt) ist, wurde von Herrn Friedrich Pützer, Architekt und a. o. Professor an der Großh. Technischen Hochschule zu Darmstadt, musterhaft durchgeführt. Auf den einzelnen, technisch vollendeten Zeichnungen sind dar- gestellt: 1. Der Lageplau, der den Grundriß des Hauses und diâ durch gärtnerische Anlagen verschönte Umgebung verdeutlicht; 2. die Grundrisse vom Keller-, Erd-, 1. und 2. Obergeschoß, aus denen die höchst zweckmäßige Anlage und Ver- theilung der in reicher Zahl vorgesehenen Jnnenräume klar ersichtlich ist; 3. die Auf- bez. Kreuzrisse der Südwest- (vorn), Nordost- (hinten), Nordwest- (rechts) und Südostseite (links) des Baues, welche ein getreues Bild geben von den Licht- öffnungen, den Thür- nud Treppenanlagen, den Dachbildungen und -Verzierungen und dadurch den durch schöne Verhältnisse und eine malerische Anordnung der architektonischen Theile äußerst wirkungsvollen Aufbau der Außenwände, von denen sich die Faeade besonders effektvoll ausnimmt, deutlich erkennen lassen; 4. zwei senkrechte Schnitte (Seitenrisse) durch den Mittelbau und den linken Flügel, welche den inneren Aufbau getreu wiedergeben; 5. ein perspektivisches Bild, von der Ecke der Ramsaystraße aus gesehen, vermittelt den Ge- sammteindruck, den dieser stolze Zukunftsbau Hervorrufen wird.
— Das ganze Bauwerk erinnert an den gothischen Profanbau, der mit modernen Zuthaten geschmückt, den neuzeitlichen Ansprüchen vollkommen Genüge leistet. Die hohen, steilen Dächer mit den abgetreppten Giebeln und dem auf dem Mittelbau sich erhebenden, von sechs geschweiften Flächen gebildeten Thürmchen, der vorspringende rechte Flügel mit seinem grünbedachten Erkerbau, der aus der durch diesen Vorbau und den sich rechtwinkelig anschließenden Mittelbau gebildeten Ecke heraustretende Rundbau, die vornehmen Treppenaufgänge, die einspringende Veranda mit steinerner Ballustrade in dem Erdgeschoß des linken Flügels, die Anordnung der meist rechtwinkelig geformten Fenster, auch die Gestaltung des den zu- künfligen Sitzungssaal erhellenden großen Bogenfensters mit seinen Maßwerldekorationen im rechten Flügel, sowie die vielen ausladenden Bauglieder mit ihrer kräftigen Schattenwirkung geben der ganzen architektonischen Anlage ein höchst malerisches Gepräge, das durch das zur Verwendung kommende Material: rother Sandstein, gelber Verputz, farbiges Glas, dunkelgrauer Schiefer, grüner und rother Anstrich kunstvoll gesteigert wird. — Mehr Reminiszenzen an einen Renaissancebau zeigt der mit dem Kennwort: „Bismarck" versehene zweite Entwurf des Herrn Architekten Claus Mehs aus Frankfurt a. M., während das durch das Kennwort: „Gewappnet" bezeichnete Projekt des Herrn Architekten Franz Thyriot aus Köln der gothischen Bauart nahe kommt. — Durch den im nächsten Jahre zur Vollendung kommenden Neubau des Kreishauses wird unsere Stadt sicher um eine architektonische Schönheit reicher und sehen wir deshalb der Ausführung mit Spannung und Freuden entgegen.
* Laudwlrthschaftliches. Das Königl. Proviantamt in Hanau gibt bekannt, daß dasselbe gutes und trockenes Pferdeheu sowie gesundes Roggen-Flegel- wie Maschinen-Stroh frei Scheune Hanau gegen Barzahlung ankauft. Bei Bahnsendungen ist die Adresse für den Frachtbrief: Hanau, Bahnhof Nord. Die Bahnfracht und Abfuhrkosten werden verauslagt ; letztere betragen pro Zentner Heu oder Stroh 15 Pfennig. Weitere Auskunft wird vom obigen Proviantamt mündlich wie schriftlich ertheilt.
* MavenverLilgUttg. Wie in den Vorjahren, wurde auch in diesem Frühjahr, und zwar im Monat Mai, gegen das Ueberhandnehmen der Raben in einzelnen Theilen des Landkreises erfolgreich eingeschritten. So wurden in den in Betracht kommenden 10 Landgemeinden des Kreises Hanan insgesammt abgeliefert 12,341 Rabeneier und 8826 Paar Nabenfüße. Todtgeschossen wurden 458 alte Raben und 3633 Rabennester zerstört. Hieraus ersieht man, wie massenhaft die Raben im Kreise auftreten. Verausgabt wurden für diesen Feldzug betreffs Verminderung der Nabenplage 1223 Mark 75 Pfg.
* Die Maikäferplage. In welch erfolgreicher Weise der Vernichtungsweg gegen die in diesem Jahre so massenhaft aufgetretenen Maikäfer in unserem Landkreise geführt wurde, erhellt aus der Thatsache, daß in 22 Gemeinden des Kreises Hanau insgesammt 7875 Liter dieser gefräßigen Thiere gesammelt und vernichtet wurden. An Kosten erwuchsen hierfür 813 Mk. 38 Pfg.
* Juwelen, Gold- und Silberwaareu. Der Jahresbericht der Frankfurter Handelskammer äußert sich folgendermaßen: Der Geschäftsgang im Jahre-1900 kann im Allgemeinen sowohl in Juwelen wie in Silberwaaren als ein befriedigender bezeichnet werden, und besonders im Dezember, der Hauptsaison dieser Branche. zeigte sich mehr Kauf-
Dienstag
lust als im Vorjahre. Die Preise der Brillanten, Perlen und feinen Farbsteine, haben auch in diesem Jahre erhebliche Steige- rungen erfahren, und es ist unter den obwaltenden politischen Verhältnissen auch nicht auf einen Rückgang zu hoffen, vielmehr stehen weitere Preiserhöhungen in Aussicht; ganz besonders halten sich Rubine und Smaragde fest im Preise. Der Sezessionsstil, der sich im Inland immer mehr Eingang verschafft, vermochte auch die Preise auf angemessener Höhe zu erhalten. Was das Ausland betrifft, so ist der Absatz nach Oesterreich-Ungarn etwas besser geworden, während nach Belgien etwa ebensoviel verkauft werden konnte wie im Jahre 1899.
* Turnerisches. Auf dem großen Feldberg im Taunus findet am nächsten Sonntag den 23. Juni das diesjährige Feldbergfest statt. Freunde einer gesunden Wanderung und eines Turnfestes, dessen turnerische Seite bis jetzt unerreicht dasteht, machen wir hierauf besonders aufmerksam. Das Feldbergfest hat seinen Ursprung in den Jahren der Befreiungskriege 1814/15. Damals fand am 18. Oktober 1814 eine große Gedenkfeier an die Schlacht bei Leipzig statt. Mächtige Freudenfeuer beleuchteten nächtlich die gewaltigen Schaaren von Menschen, die zum Feldberg gepilgert waren und denen kein Anderer wie Ernst Moritz Arndt die Weiherede hielt. 1844 kam dann das erste Feldbergfest zu Stande, das auf denselben Tag, wie das heurige, auf den 23. Juni gefeiert wurde. Seitdem ist das Feldbergfest zum Prüfstein der Kraft der turnenden Jugend des^Mittelrheins geworden. Sprünge von 3 m Höhe mit dem Stab oder über 6 m in die Weite ohne Geräth sind keine Seltenheit. Diesmal werden geübt: Heben einer Hantel von 50 Pfd. mit einem Arm (20 fehlerfreie Hebungen 10 Punkte), Freihochsprung (1,20 in über dem 10 cm hohen Brett — 0 Punkte, 1,70 in = 10 Punkte), Stabhochsprung (1,80 in — 0 Punkte, 2,80 in = 10 Punkte), Weitsprung (4 in = 0 Punkte, 6 in — 10 Punkte). Wer 21 Punkte hat, erreicht einen Preis : den schlichten Eichende anz und eine Gedenktafel. Außerdem wird ein Dreisprung, ein Sonderturncn gehalten, Turnspiele werden gepflegt. Freunde der Turnerei können wir einen Besuch des auch an landschaftlichen Schönheiten reichen Feldbergs nur empfehlen. Von Croubcrg aus braucht man 2, von Niedernhausen SVs Stunden zum Berg. 3 Gasthäuser und viele fliegende Wirthschaften bieten Stärkung den Tausenden, die jährlich zum Feldbergfest zusammenströmen. Unsererseits zum Gelingen ein Gut Heil!
(§) Frthdaüspori. Das am Sonntag den 16. d. M. stattgefundene Retour-Matsch des Hanauer Fußballklubs „Viktoria 1894" contra Frankfurter Fußballklub „Viktoria" (1. Mannschaften) endigte nach schwerem Kampfe mit einem vollständigen Siege der Hanauer mit 2:0 Goal. Gegen 4^2 Uhr wurde das interessante Spiel, welches von einer dichten Zuschauermenge umringt war, eröffnet. Beide Klubs waren sehr gut und konnte man öfters schöne Momente beobachten. Nach heißem Ringen gelang es den Stürmer Hanau's, unterstützt von den dicht ausrückenden Hals-Backs, den Ball durch das Thor der Frankfurter zu treten. Durch diesen Erfolg ermuntert, gingen die Hanauer noch schärfer vor und gelang es ihnen bald darauf, auch das 2. Goal unter lautem Beifall der Zuschauer zu erringen. Mit diesem Resultat wurden die Plätze gewechselt. Nun boten aber die Frankfurter ihre ganze Kraft auf, um nicht noch eine größere Niederlage zu erhalten und konnte auch Hanau bis Schluß keinen Erfolg mehr erzielen, trotzdem das Goal der Frankfurter noch öfters in schwerer Gefahr war und der gutspielende Thorwart der Letzteren als nur noch zur rechten Zeit retten konnte. Be- mcrkenswerth ist noch, daß das Hanauer Publikum von Jahr zu Jahr mehr Interesse an dem schönen Fußballsport zeigt, was man bei dem Wettspiele wieder einmal ersehen konnte. Wir wollen auch nicht verfehlen, dein bei demselben anwesenden Publikum für das viele Zurufen und Aufmuntern der Hanauer Spieler zu danken und hoffen auch bei ferneren Wettspielen den Hanauern einen schönen Anblick bieten zu können.
-p- Jubiläumsfeier. Gestern Nachmittag vereinigten sich die Arbeiter sowie das Comptoirpersonal der Firma C. A. Korff im Gasthaus „zur goldnen Gerste" zu Ehren des Herrn Jean Ehrlich, der wie bereits gestern mitgetheilt, 25 Jahre in genanntem Geschäft thätig ist. Eingeleitet wurde die Feier mit einem solennen Festessen, wobei mancher Trinkspruch ausgebracht wurde. Anschließend verbrachte man dann einige gemüthliche Stunden in angenehmer Unterhaltung, an deren Gelingen sich auf humoristischem Gebiete hauptsächlich die Herren C. Matthäus und Jüngling verdient machten. Auch einige sehr schön durch Herrn Funk-Großauheim zu Gehör gebrachte Soli mögen hier Erwähnung finden. Die lu- cullischen Darbietungen des Restaurateurs C. Matthäus trugen nicht wenig zum Gelingen des Ganzen bei, weshalb auch ihnen hier lobende Anerkennung zu theil werden soll.
)( Langenselbold/ 17. Juni. (Unfall). Wie uns unterm 15. l. Mts. berichtet worden ist, hat sich am Sonntag den 9. l. Mts., abends zwischen 10 und 11 Uhr, auf der Landstraße zwischen Langenselbold und Rückingen folgender Unfall zugelragen, welcher voraussichtlich schlimme Folgen nach sich ziehen wird. Der im Hofbrauhaus Hanau, vormals G. Ph. Nicolay, beschäftigte Fahrbursche Klein fiel beim Fahren mit einem zweispännigen Pferdefuhrwerk (Bierwagen) von feinem sich am vorderen Theile des Wagens befindlichen Sitz herunter und kam dabei, die Wagendeichsel streifend, zwischen die Pferde zu liegen. Dabei hat er sich schwere Verletzungen an Kopf, Brust und Beinen zugezogen. Der Verletzte ist wegen der Schwere des Unfalles in dem Landkrankenhans in Hanau untergebracht worden. Auf welche Weise sich der Unfall zugetragen hat, konnte bislang nicht ermittelt werden. Die polizeiliche Feststellung des Unfalles wird demnächst den Sachverhalt aufklüren.
Hanauer RereirrsKachrlchtZN
für Dienstag den 18. Juni.
Evang. Männer- und Jünglingsverein: Jünglingsverein: Bibelbc- sprechung: Jungfrauenverein: Flickabend (Ev. Vereir-shaus.)
18. Juni
Kuustvereln: In der Aula der König!. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen 2C.; geöffnet von vormittags 10 bis nachmittags 5 Uhr.
Kath. Kasino „Eintracht" (Vereinslokal: „zum Braustüb'l'): VereinS- aöeud.
Verein der Bayern: Vereinsabend im „Schwarzen Bären".
Turn- u. Fechtklub: Fechten.
Süddeutscher Klub: Klubabend in der Restauration »AlleWania*.
Zithervereiu Hanau: Probe in der Restanratisn „Allemania".
Athletenklub „Germania" : Megenstemmen und Musterriegenarbeitev. (Restauration Wagenbach, Paradeplatz),
für Mittwoch den 19. Juni.
Hanauer Schützeuverein: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Schießständen.
Kurort Wilhelmsbad: Nachmittags von 4 Uhr ab: Großes Militär- Konzert der Jnfanteriekapelle Nr. 166.
Nersteigerungs- ete. Kalender
für Mittwoch den 19, Juni.
Vormittags 9 Uhr soll das Gras, der erste und zweite Schnitt in den Fürst!. Jicnburg-Birstein'schen, an der Kinzig zu Rückingen gelegenen Wiesen, öffentlich meistbietend parzellenweise an Ort und Stelle versteigert werden; Zusammenkunft an der Kinzigbrücke bei Rückingen. — Angebote auf Uebernahme der Lieferung und Aufstellung eiserner Bahnsteigüberdachungen auf Hanau-Ost einschließlich der hierzu erforderlichen Erd- und Maurerarbeiten, sind bis vormittags 11 Uhr an König!. Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion II in Frankfurt a. M. einzu- reichen (s. Nr. 129 „Hau. Anz."). — Vormittags 11 Uhr sollen in der Restauration zur „Centralhalle" im Auftrage des Konkursverwalters der Karl Craß'schen Konkursmasse 20 67/64 Karat. Brillanten durch den beeid. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer meistbietend gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Telegraphischer Wetterbericht der deutscheu Seetoartk.
TelegWMur ^ Hamburg vom 18. Juni-
9 Uhr 40 Min.
Ein Maximum über 768 mm lagert westlich von Irland und Lappland, eine Depression erstreckt sich von Jnnerrußland bis zur südlichen Nordsee und Südosteuropa. In Deutschland ist die Witterung kühl, vielfach regnerisch.
Prognose für den 19. Juni: Kühles Wetter, stellenweise Regen wahrscheinlich. , , f
Aus dein Gsrichtssaal.
Sitzung des Schwurgerichts vom 17. Juni.
Verbrechen gegen § 176,3.
Gegen den Fabrikarbeiter Bug von Fulda wurde die Schuldsrage bejaht. Das Urtheil lautete auf 10 Monate Gefängniß, worin jedoch eine Diebstahlsstrafe von 4 Monaten miteinbezogen ist, welche der Angeklagte kürzlich in Fulda erhalten hat.
* *
Sitzung des Schwurgerichts vom 18. Juni.
Der Todtschlag in Gelnhausen.
Als Geschworene werden ausgeloost die Herren Heraeus, Fabrikant, Hanau; S t r u d t, Bauer, Niederrodenbach ; Fischbach, Fabrikant, Hanau; Höhn, Bauer, Udenhain ; Leipold, Auszüger, Eichenzell; K r a a h, Bauer, Dudenroth; Baader, Optikus, Fulda; Brüning, Fabrikant, Hanau; Alster, Fabrikant, Fulda; Peter, Bauer, Roßdorf; S ch m i ck , Bauer, Leisenwald; T h ü Neman n, Mühlenbesitzer, Kilianstädten.
Auf der Anklagebank sitzt der am 28. Juni 1870 zu Breungeshain im Kreise Schotten (Oberhessen) geborene Fuhr- knecht Heinrich Kämmerer, verheirathet und Vater von 5 Kindern, wohnhaft in Gelnhausen, unter der Beschuldigung, in der Nacht vom 22. zum 23. Februar d. Js. zu Gelnhausen den Handelsmann Herre von Großsteinheim vorsätzlich körperlich mißhandelt zu haben und zwar mittels eines Messers und so, daß der Tod des Herre dadurch herbeigeführt wurde.
Während im Februar vor dem hiesigen Schwurgericht der im vorigen Jahre bei Gelnhausen verübte Raubmord tfer= haudelt wurde, gelangte von Gelnhausen die Kunde hierher, daß daselbst in der Nacht vom 22. zum 23. vor der Rieß- schen Wirthschaft der Handelsmann Herre von Großsteinheim von dem Fuhrknecht Kämmerer int Streit erstochen worden sei. Der Angeklagte gibt dou dem Vorfall folgende Darstellung : Er wäre mit einem Kollegen am Abend des 22. gegen ^all Uhr noch in die Rieß'sche Wirthschaft gegangen, um daselbst ein Glas Bier zu trinken. Am selben Tisch, an den sie sich hingesetzt, habe auch Herre gesessen, der sich gleich zu Anfang sehr frech und herausfordernd benommen habe. U. A. hätte er den Schürhaken glühend gemacht, denselben den Gästen in's Bier gehalten und ähnlichen Unfug getrieben. Er (Kämmerer) habe sich schließlich noch bewegen lassen, mit dem Herre zu würfeln und zuletzt auf dessen Drängen auch noch mit ihm zu ringen. Der erste Gang blieb unentschieden, dann habe Herre noch um eine Flasche Wein wetten wollen, daß er das zweite Mal Sieger bleibe, doch sei er da gerade unter-