17. Juni.
Montag
nebst der dortigen ©enbarmprie und ko nfizirte füglich die g es am inten Weinbestände. Jedem einzelnen Wein- fasse würben Proben behufs chemischer Untersuchung eut- uommeu. Wir beschränken uns vorerst auf obige Thatsachen, welche in der ganzen Gemeinde und in der Nachbarschaft begreifliches Aussehen erregen.
^ Vom Main, 17. Juni. Die Brnmmer'sche Mühle zu Bürgstadt wurde ein Raub der Flammen. Vom Wohngebäude wurde nur der Dachstuhl durch das Feuer vernichtet. — Eine geistig zurückgebliebene Frau au5 Waldaschaff zog sich dieser Tage aus Unvorsichtigkeit größere Brandwunden zu, denen sie jetzt erlag. Das Gericht nahm zum Einschreiten Veranlassung.
W. Crfmt, 16. Juni. Heute Vormittag wurden in der Gera unterhalb der Schleusen die zusammen gebundenen Leichen eines Mannes, einer Frau und eines Kindes aufgefunden. Dieselben wurden als die bisher in Erfurt wohu- haften Buchhändler Peppler, dessen Frau und Kind erkannt, welche seit einigen Tagen verschwunden sind. Nahrungssorgen haben sie in den gemeinsamen Tod getrieben.
Frankfurter Theater - Repertolr.
Opernhaus. Dienstag, 18. Juni: „Carmen". Große Preise. — Mittwoch 19.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Die Puppe". — Donnerstag, 20.: „Der Wildschütz". Gew. Preise. — Freitag, 21.: Geschlossen. — Samstag, £2.: „Der Trompeter von Sälkingen". Gem. Preise. — Sonntag, 23.: „Der Bajazzo". Hierauf: „Cavalleria rusticana“. Große Preise. — Montag, 24.: Geschloffen. — Dienstag, 25.: „Fidelio". Gew. Preise.
Schauspielhaus. Dienstag, den 18. Juni: „Die Gespenster". Gew. Preise. — Mittwoch, 19.: „Im weißen Rößl". Gew. Preise. — Donnerstag, 20,: Vorstellung bei kleinen Preisen: „Ueber unsere Kraft". 2. Theil. — Freitag, 21.: „Der Verschwender". Gew. Preise. — Samstag 22.: Zum 1. Male: „Die Macht der Finsterniß". Gew. Preise. — Sonntag, 23.: Zum ersten Male wiederholt: „Die Macht der Finsterniß". Gew. Preise.
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' Der Jahresbericht der Handelskammer für das Jahr 1900 ist uns soeben zugegangen. In der allgemeinen wirth- s ch a f t l i ch e n Uebersicht wird ausgeführt: Das Wirthschaftsjahr 1900 kann leider nicht in gleichem Maße wie die vorhergehenden Jahre als ein für Handel und Industrie unseres Bezirkes günstiges bezeichnet werden. Zwar war in den ersten Moncuen deS Jahres der Geschäftsgang in den meisten bedeutenden Branchen noch unverändert günstig, in manchen Industriezweigen, wie berichtet wird, der Absatz sogar noch gesteigert und die Unterbringung großer Aufträge nur auf weit ausgedehnte Lieferungsfristen möglich, zumal der Mangel an Rohmaterial und Brennstoffen hindernd hinzutrat. Doch änderte sich noch vor Mitte des Jahres und in den darauf folgenden Monaten die Lage der deutschen Industrie, insbesondere der Eisenindustrie und aller mit ihr in Zusammenhang stehenhen Zweige, in nachtheiliger Weise, veranlaßt hauptsächlich durch die auf dem amerikanischen Markte sich zeigende Flaue und die andauernde Störung des Weltfriedens. Beide Umstände hatten zur Folge, daß eine große Zurückhaltung in Ertheilung von Aufträgen eintrat und damit der Absatz wesentlich zurückging. Diese ungünstige Situation verschärfte sich in der zweiten Jahreshälfte, in welcher zunächst noch langfristige Aufträge die Industrie größtentheils beschäftigten, nach deren Vollendung ein seit Jahren nicht vorgekommener Mangel an Beschäftigung einzutreten drohte. Nebst den erwähnten ungünstigen Momenten: der Unsicherheit des amerikanischen Marktes, der Schädigung durch die Wirren in China, wie den fortdauernden Krieg in Transvaal, waren auch die Geldknappheit und der eingetretene Kurssturz, der das allgemeine Vertrauen erschütterte, von äußerst nachtheiligem Einflüsse. Die Folgen des Rückgangs, der im Herbste in der Eisenindustrie und den von derselben abhängigen Zweigen fast zu einer Krise auszuarten drohte, haben stch and) noch späterhin wahrnehmbar gemacht, wenn auch die wirthschaftliche Situation gegen Ende des Jahres und zu Beginn des laufenden Jahres sich wesentlich besser gestaltete, als befürchtet würbe. Der zunächst in der Eisenindustrie eingetretene Rückschlag hat sich fast in allen Branchen mehr oder minder fühlbar gemacht, wenn auch nicht in gleichem Maße.
In Uebereinstimmung mit dieser allgemeinen Entwicklung, die sich, von der Eisen- und Kohlenbranche ausgehend, in fast allen Industriezweigen zeigte, befinden sich auch die meisten Berichte über den Geschäftsgang in den einzellten Jndustrie- und Handelsunternehmungen unseres Bezirkes, in erster Linie die Berichte über den Eisenhandel und die Maschinen- und Metallwaaren-Jndustrie, von denen nur die Kupferbranche verhältnißmäßig günstig berichtet, ebenso zieht der Metallhandel aus dem Rückgang in der Eisenindustrie noch keine zu ernsten Schlüsse. Für die Maschinenfabrikation war der Entwicklungs- gang in der Eisenindustrie selbstredend durchaus maßgebend und hat eine gleichartige Geschäftsdepression bei dieser selbst zur Folge gehabt. Auch in anderen, der Eisen- und Kohlen- branche ferner liegenden Geschäftszweigen machte sich der Rückgang wie der Kurssturz an der Börse und die anderen nach- theiiigeit Erscheinungen der zweiten Jahreshälfte einigermaßen bemerkbar, wenn sie auch nicht von solcher Tragweite für die betreffenden Branchen gewesen sind, als in den mit der Eisenindustrie unmittelbar in Zttsammenhalig stehenden Geschäftszweigen; dies gilt in erster Linie von der chemischen Industrie, besonders von der Farbenfabrikation, die einen Rückgang des Absatzes in der zweiten Jahreshälfte zu verzeichnen hatte, welchen sie überwiegend den äußeren Kriegs- ereignissen zuschrieb. Gleiches gilt auch dem Baugeschäft, von verschiedenen Zweigen der Industrie der Steine und, Erden, vor Allem aber von der Wollindustrie, in welcher eine besondere Ursache des ungünstigen Geschäftsganges in dem enormen Rückgang der Roh-Wolle zu erblicken war, welcher der bisherigen, seit etwa zwei Jahren in Szeite gesetzten, auf Spekulation ohne gesunde Grundlage beruhenden Hauffe ein
Ende machte. In der Baumwoll- und Leinen-Industrie verhinderte eine anhaltende Preissteigerung größere Abschlüsse, während die Seidenbrauche durch den Wechsel der Mode und den Rückgang der Preise überhaupt dalniederlag. Daß der Rückschlag der deutschen Industrie noch keinen dauernden Einfluß auf den Wohlstand der fonfiimirenben Bevölkerung im Berichtsjahre zu nehmen vermochte, beweist der Umstand, daß in zahlreichen Geschäftszweigen, welche sich mit direkten Konsumartikeln weiter Bevölkerungsschichten befassen, ein wesentlicher Rückgang der Geschäftsergebuisse nicht zu verzeichnen war. Es gilt dies insbesondere von dein Handel in Textilwaaren, von der Kleiderkonfektion, von der Schuhfabrikation, aber auch von dem Handel in verschiedenen Nahrungs- und Geuußmitteln, Materialwaaren und Droguen, welche im großen Ganzen von einem ebenso günstigen Geschäftsgänge wie im Vorjahre berichten. Wenn dagegen in einzelnen Geschäftszweigen, wie dies fast alljährlich vorkommt, ein recht matter Geschäftsgang auftrat, so war dies auf besondere Verhältnisse der Branche zurückzuführen, wie im Südfrüchtehandel auf die äußerst reiche deutsche Obsternte, im Tabakhandel auf das zu große und qualitativ nicht ganz befriedigende Erträguiß der Ernte auf Sumatra und Java; andere Branchen, wie der Pelzhandel, profitirten durch die sie begünstigende Mode-Entwicklung, welche wiederum den Seidenhandel, die Dameuhttlfabrikation und Anderes ungünstig beeinflußten.
Wenn man das Gesammtergebniß des Geschäftsjahres 19C0 resumirt, so ist augenscheinlich, daß dasselbe hinter den Vorjahren zurückgeblieben und die bisherige günstige Konjunktur in der zweiten Hälfte des Jahres überschritten worden ist. Gleichwohl ist kein Grund zu der pessimistischen Annahme vorhanden, daß damit ein andauernder und sich verschärfender Rückgang in der deutschen Industrie wie im deutschen Handel begonnen habe. Freilich hängt sehr viel davon ab, daß das mit Beginn der rückgängigen Konjunktur geschwundene Vertrauen auf eine weitere günstige Entwicklung wieder zurück- I kehrt, und steht dies wieder innig mit der Frage im Zusammen- I hang, ob man mit Sicherheit auf eine Forsetzung unserer bisherigen erfolgreichen und für die deutsche Industrie vorthcil- haften Handelspolitik hoffen darf.
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Ein Akt der Pietät.
W. Hachenburg i. Westerwald, 16. Juni. (Telegram in.) Anläßlich der Feier der Wiedereinweihung des im Jahre 1856 von einem Mitglied des österreichischen Kaiserhauses errichteten österreichischen Kriegerdenkmals auf dem sogenannten „Kaiserlichen Kirchhof" bei Kloster Marienstatt im Oberwesterwaldkreise und der damit verbundenen Kranzniederlegung an dem zu Ehren des am 19. September 1796 im Kampfe gegen die Oesterreicher bei Höchstenbach tödtlich verwundeten französischen Generals Marceau errichteten Denkmals trafen heute Vormittag 10 Uhr der französische Militärattache bei der Botschaft in Berlin, Kommandant de C h a z e l l e s, der Vize-Admiral a. D. Mensing, der Oberstleutnant a. D. v. Dette n-Wiesbaden, sowie als Vertreter des kommandirenden Generals des 18. Armeekorps Major Moser und eine Abordnung des 2. nassauischen Infanterieregiments Nr. 88 nebst einer großen Anzahl aktiver und inaktiver Offiziere deS hiesigen Bezirkes ein. Auf dem Bahnhöfe begrüßte der Landrath des Oberwesterwaldkreises, Büchting, den französischen Militärattache. Sodann bestiegen die Herren die bereitstehenden Wagen, nachdem sich ihnen noch der bereits gestern Abend eingetroffene österreichischungarische Militärattache in Berlin, Flügeladjutant des Kaisers von Oesterreich, Graf von Stuerghk, angeschlossen hatte und fuhren nach dem Denkmal des Generals Marceau bei' Höchstenbach. Hier hatten Kriegervereine mit Fahnen und Musik Aufstellung genommen. Beim Betreten des Denkmalplatzes intonirte die Musik die Marseillaise und die preußische Nationalhymne, unter deren Klängen de Chazelles die Front dec Kriegervereine abschritt. Nunmehr trat der Landrath des Oberwesterwaldkreises, Büchting, vor das Denkmal und legte mit einer kurzen Ansprache einen Kranz mit französischen und deutschen Bändern am Denkmal nieder. Ferner legten Kränze nieder; Oberstleutnant D e t t e n im Auftrage des Kriegerverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden, Major Eckstorm namens des Osfizierkorps des Landwehrbezirks Limburg, sowie die Abordnung des 88. Regiments. Nachdem Chazelles namens der französischen Nepublick den Kriegervereinen, den Behörden, sowie Allen, welche Kränze niedergelegt, gedankt hatte, begrüßte Admiral Mensing de Chazelles als Vertreter der glorreichen französischen Armee und dankte der französischen Regierung, daß sie zur heutigen Feier einen Vertreter entsandt habe. Er schloß seine Ansprache mit einem dreifachen Hoch auf den Präsidenten der französischen Republik. ' — Die Musik intonirte die Marseillaise. Unmittelbar darauf brachte de Chazelles in deutscher Sprache ein dreifaches Hoch auf Kaiser Wilhelm II. auS. Hierauf wurde die Nationalhymne intonirt, welche von Allen mitgesungen wurde. Den Schluß bildete ein Rundgang um das Denkmal, das mit Emblemen in deutschen und französischen Farben sinnig geschmückt war. Hierauf fuhren die Herren nach Hachenburg zurück. Daselbst hatten inzwischen die Krieger- und Militärvereine des Westerwalder Bezirkes und der angrenzenden westfälischen und Rheinland-Bezirke, im Ganzen 70 Vereine mit ungefähr 12,000 Personen, sich zu einem Festzug versammelt, der sich durch die festlich geschmückte Stadt um zwei Uhr nach dem Kloster Marienstatt bewegte. Kurz vor dem Kloster nahmen die Vereine längs des Waldrandes Aufstellung. Hier hatte sich auch der Abt des Klosters zum Empfange eingefunden. Beim Herannahen des österreichischen Militâr- attachâs v. Stuerghk intonirten die Musikkapellen die österreichische Hymne, unterdessen Graf v. Stuerghk in Begleitung der übrigen Herren die Front der Vereine abschritt. Auch der französische Militär-Attache de Chazelles hatte sich zu dieser Feier eingefunden. Der Zug setzte sich nunmehr zu dem naheliegenden Denkmal in Bewegung, in dessen Hintergrund die Fahnen der Vereine Aufstellung fanden. Das Denkmal selbst war mit Laubgewinden geschmückt. Um vier
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II nun in 1 —--—"^im7f----Bp>-..«*^«nw»rM^^MmaanCT «MM» Uhr wurde die Feierlichkeit durch zwei Musikvorträge eingeleitet. Landrath V u e ch t i n g legte hierauf im Namen des Oberwesterwaldkreises einen mit schwarzgelber Schleife geschmückten Kranz am Denkmal nieder, Oberstleutnant a. D. v. Detten einen Kranz namens der 3000 Mitglieder des Kriegerverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden, ferner Oberstleutnant v. R y l l namens des Offizierkorps des Land- wehrbezirks Limburg, ferner die Abordnung des 88. Infanterie- Regiments. Sodann trat der österreichisch-ungarische Militär- Attachè Graf Stuerghk vor das Denkmal und legte im Namen des österreichisch-ungarischen Heeres einen Kranz am Denkmal seiner gefallenen Kameraden nieder. Weitere Kränze hatten das österreich-ungarische Generalkonsulat in Frankfurt a. M. und die Oesterreicher des Unterwesterwaldkreises gestiftet. Nach einigen Worten des Landraths B u e ch t i n g begrüßte nunmehr Admiral Mensing als Ehrenvorsitzender des nassauischen Kriegerverbandes den Grafen v. Stuerghk. Redner schloß mit dem Wunsche, daß die deutsch-österreichische Waffenbrüderschaft . vis in alle Ewigkeit fortbestehen möge. — In diesem Sinne brachte er ein dreifaches Hoch auf den Kaiser von Oesterreich aus. Die österreichische Nationalhymne wurde von den vielen tausenden Anwesenden mitgesungen. Graf Stuerghk sprach nunmehr Allen, die zur Veranstaltung dieser würdigen Feier beigetragen, namens der österreichisch- ungarischen Regierung seinen wärmsten Dank aus und sagte u. A. er hoffe, daß daâ feste Bündniß, welches das deutsche Reich mit Oesterreich-Ungarn vereine, und die innige Freundschaft seiner Monarchen in alle Ewigkeit andauern werde. Zum Schlüsse seiner Rede brachte Stuerghk ein dreifaches Hurrah auf den deutschen Kaiser aus. Um 5 Uhr wa£ die erhebende Feier, die eine schöne Kundgebung der Sympathie für Oesterreich-Ungarn war, beendet. Der Festzug löste sich sodann zu einem Volksfeste auf.
Kus aller Mell.
Eine Fünfzehnjährige. In Wien hat sich ein fünfzehnjähriges Mädchen, Else v. Koloszy, durch einen Sturz aus dem vierten Stockwerk eines Hauses das Leben genommen. Wiener Blätter theilen Folgendes mit: Else v. Koloszy war bei ihren Bekannten als braves und wohlerzogenes Mädchen geschätzt. Sie war eine Waise. Als achtjähriges Kind fand sie bei einer Cousine ihrer verstorbenen Mutter, bei der Trafikantin Fräulein Henriette Hradil, Aufnahme und wurde dort sorgfältigst erzogen und von der Dame wie als eigenes Kind gehalten. Das Mädchen wurde auch in der Trafik als Verkäuferin verwendet. Dort lernte Else den Ingenieur B. kennen, zu dem sie eine tiefe Neigung faßte. Als Fräulein Hradil davon erfuhr, machte sie ihrer Nichte ernste Vorstellungen und bedeutete ihr, daß sie noch zu jung sei, um an eine Ehe 311 denken. Gleichzeitig ersuchte sie auch Herrn B., den schriftlichen Verkehr mit dem Mädchen einzustellen, waS dieser auch zusagte. Diese jähe Vernichtung ihrer Liebeshoffnungen scheint sich nun Else v. Koloszy so sehr zu Herzen genommen zu haben, daß sie den Entschluß faßte, ihrem Leben ein Ende zu machen. Gestern Abend war sie noch bis 9 Uhr in der Trafik beschäftigt. Dann ging sie allein nach Hause, da Fräulein Hradil mit einigen Verwandten ein Vergnügungs-Etablissement aufsuchte, wohin sie die Ziehtochter nicht mitnehmen wollte, Else v. Koloszy begab sich in die Wohnung und beging dort den Selbstmord, indem sie sich aus dem Fenster vier Stockwerke tief in den Hof stürzte. Die Todte hielt in der Hand einen Zettel folgenden Inhalts: „Lieber Teddy! Ich schreibe Dir — es ist ein Abschiedsbrief. Ich nehme mir mein Leben, weil ich niemals mit Dir verbunden sein werde. Ich liebte nur Dich ganz allein. Ich liebte Dich innig. Ich liebte Dich abgöttisch. Wenn ich vielleicht von Dir erfahren hätte, Du magst mich nicht, hätte ich mir auch dann sofort das Leben genommen. Teddy, mein Liebling, kränke Dich auch dann nicht, wenn ich nicht mehr am Leben und ich Ruhe im Grabe gefunden haben werde. Ach, mein lieber, süßer, goldener Teddy! Es, küßt Dich innig Deine Else o. Koloszy."
Ueber ein schweres Eisenbahnunglück wird aus München amtlich Folgendes gemeldet: Am 14. d. Mts. nachmittags überfuhr vor Station Siegsdorf auf einer Straßenüberfahrt ein örtlicher Bahnzug ein mit sieben Kindern besetztes Wägelchen. Ein Knabe ist todt, zwei Kinder schwer, vier leicht verletzt. Der Zug traf zu früh in Siegsdorf ein, weshalb die Schranke unverschlossen war. Untersuchung ist eingeleitet.,,
Berurtheilt. Das Altenburger Landgericht verurtheilte den ehemaligen Direktor des verkrachten Kahlaer Vorschußvereins, Jecke, wegen Veruntreuung nach § 146 des Genossenschaftsgesetzes, wegen schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung in je einem Falle, Untreue in acht Fällen, einfachen Bankerotte in drei Fällen zu einer Gesammtstrafe von sieben Jahren Zuchthaus, 1000 M. Geldstrafe und zehnjährigem Ehrverlust. Ein Jahr Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet. Der Vorsitzende des Aufsichtsraths, Un- deutsch, wurde freigesprochen.
Das rettende Lachen. Eine Probe seltenster Geistesgegenwart einer Schauspielerin wird aus New-Dork berichtet. Während einer Vorstellung von Daudets „Sappho", die in der vorigen Woche im New-Iorker Thalia-Theater gegeben wurden, fielen aus der Bogenlampe des Zuschauerraumes etliche glühende Kohlenfunken ins Parkett und verursachten bei dem leicht erregbaren amerikanischen Publikum eine Panik, die furchtbar hätte werden können. Schon stürmten die Zuschauer der oberen Ränge zu den Ausgängen, als die junge Liebhaberin der Truppe, Fräulein Bertha Kalisch, an die Rampe trat und helllaut zu lachen anfing. Es war ein entzückendes, melodisches, elektristrendes Lachen. Die erschreckten Zuschauer hörten das Lachen, hemmten ihren Lauf zu den Thüren, im Parkett fing man an mitzulachen, und lachend erklärte Fräulein Kalisch dem Publikum, daß nichts zu fürchten sei, sich wegen etlicher Funken, die längst erloschen seien, zu erschrecken. Nun lachten alle mit, dröhnende Beifallssalven dankten der reizenden Retterin und — die Vorstellung nahm ihren Fortgang.