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Montag

17. Juni

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^.^.^^, i in........ .««w»^1"^»'lM.>~«>^^r^-^ -arnmirattroui j-wwjMM«^mw.B.wawKiM Klugheit und seiner Arbeit für die Dynastie, die aus dein Süden Deutschlands zu uns kam, um von hier aus Nord und Süd für immer zu verbinden. Sein Werk ist so be­schaffen, daß es ihn überleben kann. In der Mitte Europas gelegen, sind wir darauf hingewiesen, immer en vedette zu sein, aber stark genug, unsere Unabhängigkeit nach jeder Seite zu behaupten. Von Gegensätzen durchzogen in poli­tischer, wirthschaftlicher und konfessioneller Beziehung wird es uns nie an inneren Kämpfen fehlen, aber sie werden nicht mehr im Stande sein, den Reif zu sprengen, der vor 30 Jahren geschmiedet wurde.Exegit monumentum aére perennius". So möge denn des großen Mannes Name als Feuersäule vor unserem Volk herziehen in guten und schweren Tagen. Möge sein Geist für immer mit uns sein, mit uns und unserer Fahnen Flug. Möge unser deutsches Volk seiner großen Zukunft in Frieden und Freiheit, in Wohlfahrt und Stärke entgegengehen unter der Führung des glorreichen Hohenzollernhauses, auf dessen Schultern die Zukunft der Nation ruht. In solcher Hoffnung, in solcher Gesinnung wollen wir vor diesem Standbilde, das ich im Namen des Reiches hiermit übernehme, einstimmen in den Ruf: Seine Majestät der deutsche Kaiser, die deutschen Fürsten, unser geliebtes deutsches Vaterland, sie leben hoch, nochmals hoch und immerdar hoch!"

Begeistert wurde in das Schlußhoch auf den Kaiser ein- gestimmt. Nun erklang die Nationalhymne, begleitet von den Kapellen, vom Klange der Studentenschläger, gesungen von 8000 Festtheilnehmern, worin auch die Menge vor dem Fest­platze einstimmte. Nun erbat v. Levetzow die Erlaubniß des Kaisers zur Enthüllung. Ein Wink des Kaisers und die Hülle fiel. Gewaltig steht die Riesengestalt vor aller Augen, aus dessen hohem Sockel das eine WortBismarck" steht. Gleichzeitig schießen Fontänen aus Wasserbassins empor. Allein schritt der Kaiser zum Denkmal vor, um einen Kranz'nieder­zulegen. Hochrufe erschollen rings undDeutschland, Deutsch­land über Alles" ertönte. Der Kranz, ganz aus Lorbeer mit goldenen Spitzen, war hergestellt nach den einzelnen Angaben des Kaisers. Die Inschrift auf den Schleifen lautet:Des großen Kaisers großer Diener!" Nachdem der Kaiser Nu Kranz niedergelegt hatte, beglückwünschte er den Professor Begas und reichte dem Reichskanzler die Hand. Darin trat er auf den Fürsten Herbert Bismarck zu und unterhielt sich längere Zeit mit ihm, wobei er ihm mittheilte, daß er ihm die Uniform der Gardedragoner verliehen habe. Auch die Kaiserin trat sodann herzu. Beide Majestäten beehrten hierauf den Präsidenten des Reichstags, Grafen Ballestrem, mit längeren Ansprachen, ebenso den greisen Staatsminister Delbrück und Geheimrath v. Levetzow, dem sie ihre Theilnahme über den schweren Verlust (Frau v. Levetzow ist vor Kurzem gestorben) ausdrückten. Es folgte ein Rundgang um das Denkmal, bei dem Reinhold Begas die Kaiserin geleitete und der Kaiser mit dem Fürsten Bismarck sich anschloß. Die Fürst­lichkeiten und Umgebungen folgten.. Während die Majestäten dann unter den Pavillon zurückkehrten und Viele ins Gespräch zogen, legten Deputationen Kränze am Fuße des Denkmals nieder, wo sie sich zu einem Berge aufthürmten. Nachdem darauf die Ebrenkompagnie defilirt, brachte Reichsiagsprästdent Graf Ballestrem mit lauter Stimme ein Hoch auf den Kaiser aus, das donnernden Widerhall fand. Graf Ballestrem geleitete darauf das Kaiserpaar bei der Abfahrt zum Wagen. Von den Mitgliedern des Reichstages waren etwa 200 er­schienen. Ferner nahm das Bureau des Reichstages mit dem Bureaudirektor Knaak theil.

Hus Stadt und £and.

Hanau, 17. Junk.

* Deputation. Eine Abordnung des hiesigen Ulanen- Regiments, bestehend aus dem Kommandeur Oberst Frhr. v. Fritsch, Major v. B r a u ch i t s ch und den Leutnants v. Papen und Sombart, wurde kürzlich in Wiesbaden von Sr. Maj. dem König Christian von Dänemark, der be­kanntlich Chef des Regiments ist, empfangen.

* Lehrer-Kompagnie. Beim hiesigen Infanterie- Regiment wird Anfang Oktober eine Lehrer-Kompagie gebildet, die aus sechswöchentlichen Uebungspflichtigen besteht.

* Mainkanalisation. Von Mittwoch bis Freitag, haben im Konferenzsaal des Frankfurter Hauptbahnhofs, wie mehrfach erwähnt, Berathungen über die Mainkanalisation statlgefunden. Die Oeffentlichkeit war hierbei ausgeschlossen. Nunmehr wird aus München hierzu lelegraphirt: Die Korre­spondenz Hoffmann meldet ossiziell: In Frankfurt a. M. haben am 12., 13. und 14. Juni Kommissare von Preußen, Bayern, Baden und Hessen getagt, um den über die Fort­setzung der Mainkanalisirung abzuschließenden Staatsvertrag vorzubereiten. Der Abschluß eines Vertrages konnte schon deshalb nicht erfolgen, weil die Fortsetzung der Kanalisirung bekanntlich von der noch nicht erfüllten Voraussetzung ab­hängig ist, daß die Stadt Hanau sich zur Anlage eines Sicherheitshafens verpflichtet. Die Konferenzver- handlungen bezogen sich insbesondere auf die wirthschaftlichen Wirkungen des Unternehmens und hier wiederum speziell auf die Frage, welche Schädigung die preußisch-hessische Eisenbahn- gemeinschaft durch das Unternehmen erfahren wird und wie die Schädigung gemildert werden könne. In eingehender Weise wurde nun die Frage der Erhebung und der Höhe der Schifffahrtsabgaben erörtert. Bei der Schwierigkeit und dem großen Umfange des bezüglichen Materials wurde es von der Konferenz im Interesse der Ermöglichung eines offensiven Urtheils für angezeigt erachtet, daß nun zunächst eine aus bayerischen und preußischen Eisenbahnbeamten zusammengesetzte Spezialkommission gebildet werde, welche die rechnerische Auf­stellung der beiden nächstbetheiligten Staaten nachzuprüfen und nach einheitlichen Gesichtspunkten zu ergänzen hatte, damit die Stellungnahme der vertragschließenden Regierungen auf fester Grundlage erfolgen könne. Abgesehen von diesen Fragen wirthschaftlicher Natur ist über den Inhalt des abzuschließen­den Staatsvertrages an der Hand eines bayerischerseits auf­gestellten Entwurfes im Wesentlichen Einverständniß erzielt worden.

* Zrr der Msrinhasen-AngelegenheiL begeben sich morgen Mittag die Herren Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s und Handelskammerpräsident F. C a n t h a l nach Cassel und von da nach Berlin, um bei den zuständigen Stellen den Ver­such zu machen, die Kgl. preußische Staatsregierung zur Leistung eines Beitrages für die Herstellung eines Sicherheitshafens zu bewegen.

* Zur Emser Regatta sind nach bem vorgestern Abend erfolgten Meldeschluß auch Nennungen derHassia" eingegangen und zwar: 1) Auf den Lahnpreis (Vierer), wobei konkurriren: 1) Frankfurter RudergesellschaftGermania," 2) Ruderverein Ems, 3) Hanauer Rudergesellschaft Hassia," 4) Frankfurter RudergesellschaftSachsenhausen,"

5) Frankfurter Ruderklub. 2) Auf den Preis von der Bäderlay, (Senior-Einser), mit folgenden Mitbewerbern: 1) Ludwigshafener Ruderverein, 2) Oberrader Rudergesellschaft,

3) Frankfurter RudergesellschaftGermania," 4) Offenbacher RudergesellschaftUndiue," 1 5. Wetzlarer Ruderklub, 6) Hanauer RudergesellschaftHassia," 7) Mainzer Ruderverein, 8. Kasteler Rudergesellschaft.

F . Vom Kriegsgericht. Aus Frankfurt wird uns unterm 15. ds. berichtet: Ein ganzer Beritt Ulanen marschirt in den Saal, als die Zeugen in der Strafsache gegen den Ulan Heinrich Frischhorn von der 3. Eskadron 6. Thüring. Ulanen-Regiments (Hanau) verlesen werden. Frisch­horn, gebürtig aus Bockenheim und seines Zeichens Bäcker, hat Ende Dezember und Anfangs Januar einen zweitägigen Urlaub um 7 Tage eigenmächtig verlängert und sich in Frank­furt umhergetrieben. Am 9. Januar wurde er in einer Her­berge von zwei Kriminalschutzleuten verhaftet und an sein Regi­ment in Hanau abgeliefert. Schon am 27. Januar behagte es ihm dort nicht mehr. Er begab sich wiederum in Uniform hierher uud trieb sich in den Herbergen herum. Einem Schutz­mann, der ihn anhielt, flunkerte er vor, er sei mit einem Sergeanten und 4 anderen Soldaten auf der Suche nach einem Deserteur. Später traf der gleiche Schutzmann den vagabon- direndenUlan wieder. Auf die Frage nach dem Paß erwiderte dieser:Den hat der Sergeant!" Ter Schutzmann hielt es nun doch für gerathen, den Reitersmann einmal auf der Haupt­wache zu präsentiren. Dort versuchte dieser zunächst mit einem falschen Namen zu operircu, gab aber schließlich seine Perso- nalien richtig an. Als Grund für sein zweimaliges Desertiren hat er in der Voruntersuchung angegeben, der Wachtmeister und ein Sergeant hätten ihn fortgesetzt drangsalirt. Daher das große Zeugenaufgebot. Schon nach der Vernehmung des ersten Zeugen gibt der Angeklagte zu, daß er geschwindelt hat. Er wird zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt.

* * Schwurgericht. Außer den am Samstag bereits mitgetheilten, sind noch folgende Strafsachen auf die Termins­rolle zu den Schwurgerichtsverhandlungen gekommen: Montag den 24. Juni: Dänuer, Maurer von Knottenhof, Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz. Dienstag den 25.: Meister, Maurer von Zirkenbach, Meineid. Mittwoch den 26.: Oswald Schmidt, Silberarbeiter von Hanau, Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Donnerstag den 27.: Heitzenröder, Arbeiter von Hüttengesäß, Sittlichkeitsverbrechen. Freitag den 28.: Spielmann, Posthilfsbeamter von Gelnhausen, Amtsverbrechen,

- ß- Jubiläum. Dem Goldarbeiter Jean Ehrlich war es am Samstag vergönnt, auf eine 25jährige ununterbrochene Thätigkeit bei der Firma C. A. Korff zurückzublicken. Sowohl seitens der Prinzipalitât sowie seiner Mitarbeiter wurden ihm schöne Geschenke zu Theil. Heute findet eine offizielle Feier im Gasthauszur goldenen Gerste" statt. Bemerken wollen wir, daß derartige Feiern bei genannter Firma keine Selten­heit sind, was jedenfalls als ein ehrendes Zeugniß für die­selbe angesehen werden darf. Indene auch wir dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch darbringen, wünschen wir, daß dieses gute Einvernehmen zwischen der Firma und ihrem Personal auch für die Zukunft obwalten möge.

* Eèu Zechpreller, K. aus Offenbach, wurde hiernach Verübung diesbezüglicher Vergehen festgenommen.

* MLhleLeu-WsètftreiL. Bei dem am Sonntag den 16. d. M. in Heddernheim stattgesundenen Kreisfest des 2. Kreises im deutschen Athleten-Vcrbande errang Herr August Kohn jr. den 6. Preis im Stemmen 2. Klasse und den 5. Preis im Steinstoßen 2. Klasse. Herr Oskar Hörmig den 5. Preis im Stemmen 3. Klasse. Das Kreisfest war von 167 Vereinen mit 406 Mitbewerbern besucht. Kohn drückte èiuarmtg 83 Pfd. 32 mal, zweiarmig 125 Pfd. 27 mal; Hörmig drückte einarmig 65 Pfd. 69 mal, zweiarmig 110 Pfd. 43 mal; Kohn stieß den 34 Pfd. schweren Stein 6.35 Meter.

G Vom Lande. Gegenwärtig sollte man auf die Wespen ein ganz besonderes Augenmerk richten. Jede in diesen Tagen sich zeigende Wespe ist nämlich genau dasselbe, was die Königin im Bienenvolke bedeutet, die Stamm-Mutter der künftigen Wespenkolonie und der sich von dieser wieder abzweigenden Kolonien. Wer also jetzt ein Wespenweibchen tödtet, vernichtet in ihm die Keime von Tausenden von Wespen. Für Weinberge und Bienenvölker sind die Wespen bekanntlich Schädlinge. Winzer und Imker sollten sich daher i ihre Vertilgung in erster Linie angelegen sein lassen.

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G Langenselbold, 17. Juni. (Neubau.) An der Gelnhäuserstraße hierselbst errichtet der Bauunternehmer Herr Karl Ditzel einen Neubau. Derselbe wird durch seine pracht­volle Ausführung wieder wesentlich zur Verschönerung dieses Orttheils beitragen.

G Langenselbold, 17. Juni. (Heilanstalt.) Dem Vernehmen nach beabsichtigen die Keltereibesitzer Herren Gasche hierselbst auf einem Theil ihres Anwesens an der Hanauerstraße eine Heilanstalt nach dem System des ver­storbenen Pfarrers Kneip zu errichten. Die herrliche Lage der Gasche'schen Liegenschaften dürfte sich jedenfalls hierzu sehr gut eignen. Wünschen wir dem Unternehmen den besten Erfolg.

Mârwasferwärme Heute Vormittag 15 Grad.

Telegraphischer Wetterbericht der devtsSn Seewarte.

Tel-Mamm arrs Hamburg vom 17. Simi,

9 Uhr 38 Min.

6in Maximum über 770 mm lagert südwestlich von Irland, eine Depression erstreckt sich von Westrußland bis Skandinavien, ein Minimum lagert über Südnorwegen. In Deutschland ist das Wetter kühl, trübe, zu Regen geneigt.

Prognose für den 18. Juni: Wenig Aenderung wahr­scheinlich.

Hanauer VereinsnachrichLen

für Montag den 17. Juni.

Kunstverem: In der Aula der Königl. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden. Zeichnungen ec.; geöffnet von vormittags 10 bis nachmittags 5 Uhr.

Nachmittags 5 Uhr: Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung.

Somuieriheatcr auf Beck's Felsenkeller: Abends 8 Uhr: Vorstellung.

Evang Männer- und Jüngliugsverein: Gesang (Ev. Vereinshaus.)

RadfahrervereinUnion"; Vereinsabend im .Schützenhof"-,

Turn- u. Fechrklub: Turnen der Damenabtheilung.

Deutschuationaler Haudlungsgehülfen-Verband: Vereinsabend in der Schwedischen Krone".

Gabelsberger Stenographen-Verein im Gasthaus zu den3 Rindern": Ucbungsabend für Debattenschrift. .

Verein der Briefmarkensammler: Zusammenkunft im Vereinslokale Restaurant Mohr".

Stenographen-Verein Stolze-Schrey: Vereinsabend in derSonne". ;

KlubAmicitia": Vereinsabend imDeutschen Haus".

VereinHessischer Bund": Versammlung im Vereinslokalzum Hefft» schen Hof".

Freiwillige Feuerwehr: 4. Komp. Zusammenkunft imSchützenhof"; 5. Komp. Zusammenkunft in derAllemanta".

Nrrsteigerrmgs- etc. Kalender für Dienstag den 18. Juni.

Holzverstelgerung der Königl. Oberförsterei Hanau zu Forsthaus Neuhof; Termin vormittags von 10 Uhr ab imKaiserhof", Lamboy­straße (f. Nr. 134Han. Anz.").

Aus dem Gerichtssaal.

Sitzung des Schwurgerichts vom 17. Juni.

Verbrechen gegen § 176,3.

Heute Morgen begannen die Schwurgerichtsverhandlungen der 2. Periode. Der Vorsitzende, Herr Oberlandesgerichtsrath Ebenau aus Cassel, eröffnete die Sitzung mit der Be­grüßung der Geschworenen. Als Geschworene für die heutige Sitzung wurden ausgeloost die Herren: Georg Baader, Holzhândler, Hanau; Leipold, Auszüger, Eichenzell; Julius Stern, Kaufmann, Hanau; Hch. Baumann, Landwirth, Eichen; Schmidt, Bauer, Leisenwald; Ernst Friedr. Fischbach, Fabrikant, Hanau; Schmidt, Kauf- mann, Somborn; Karl Lucht, Dachdeckermeister, Hanau;. Thüne mann, Mühlenbesitzer, Kilianstädten; Grau, Fabrikant, Orb; Kraah, Bauer, Dudenroth.

Angeklagt ist der 1857 geborene Kesselheizer Adam Buch von Fulda, am Montag den 5. November v. I. an der ledigen Wilhelmine Bischoff von Fulda sich eines Verbrechens im Sinne des § 176,3 des Reichsstrafgesetzbuches schuldig ge­macht zu haben. Der Angeklagte ist wegen Sittlichkeitsver­brechens bereits vorbestraft. Geladen sind 8 Zeugen und

1 Sachverständiger. Nach der Verlesung des Eröffnungs­beschlusses wurde für die Dauer der Verhandlung die Oeffent­lichkeit ausgeschlossen.

Sitzrmg der Strafkammer l vom 17. Juni.

Verschiedenes.

Der Taglöhner L. Hier veranlaßte einen falschen Eintrag im Standesregister dadurch, daß er das von seiner Frau mit­gebrachte außereheliche Kind als das seinige bezeichnete, was nicht der Fall war. Der Angelagte erhält 14 Tage Gefäng­niß. Der Spezereihändler V. hier wurde vom Schöffen­gericht wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung zu einer Geldstrafe von 30 M. verurtheilt, weil er ohne Konzession Schankwirthschaft betrieb. Der Angeklagte hatte früher eine Spezereihandlung mit Flaschenbierverkauf. Später räumte er den Laden aus, richtete eine Wirthschaft ein und beschränkte sich auf die Ausübung des Wirthsgewerbes, trotzdem ihm die zuvor erbetene Konzession versagt worden war. Die Berufung wird verworfen. Der Portefeuiller S. von Bergen wurde vom dortigen Schöffengericht zu 1 Woche Gefängniß verurtheilt, weil er nach einem Wortwechsel den Schlosserge- sellen D. verprügelt hatte und zwar in Gemeinschaft mit dem Arbeiter H., der sich jedoch bei dem 1. Urtheil beruhigt hat. Gegen S. ist von Seiten der Staatsanwaltschaft Be­rufung eingelegt. Der vom 1. Richter festgestellte Thatbestand wird von keiner Seite bestritten; der Staatsanwalt beantragt die Strafe auf 2 Wochen zu erhöhen, weil unter der Jugend in Bergen sich neuerdings ein außerordentlich rüder Ton be­merkbar mache, der in Schlägereien und brutalen Frechheiten sich dokumentire. Die Berufung wird verworfen, weil der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist.