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kommandirenden in Tschili.

Hier ist es inzwischen stiller geworden. Der Abzug der fremden Truppen nimmt seinen Fortgang. Don uns bleibt nur eine Besatzungs-Brigade dort. Der Umstand, daß von dieser zwei Bataillone nach Shanghai gelegt sind, hat in England Aufsehen erregt. Man dichtet Deutschland alle möglichen bösen Absichten an. Mit Unrecht. Unsere Diplo­matie verfolgt keine besondern politischen Zwecke mit jener Maß­regel. Die beiden Bataillone sollen nur bis zur Abwickelung der Friedensverhandlungen dort bleiben. Dann werden sie ab- berufen werden, wenn sich nicht inzwischen neue Gründe er­geben, die ihr Bleiben in Shanghai nothwendig machen. Diese Aussicht wird aber von unserer Diplomatie weder ge­wünscht noch befürchtet. Die Engländer können also ganz beruhigt sein.

In Spanien hat die Königin-Regentin Marie Christine nach menschlichem Ermessen zum letzten Male die Cortes eröffnet; denn am 17. Mai 1902 wird König Alfons XIII. nach Vollendung des 16. Lebensjahres für großjährig erklärt werden und die Regierung des Landes übernehmen. Daß sich die Hoffnung erfüllt, mit der seine Mutter die Thronrede schloß, daß nämlich der junge König dem Vatertande die frühere Größe wiedergeben werde, ist kaum wahrscheinlich. Spanien gewährt keineswegs das Bild eines aufstrebenden Staates, der einer schönen Zukunft entgegengeht, und alle schönen Worte und Versprechungen der Thronrede vermögen nicht, den Kenner der inneren Zustände Spaniens zu einer andern Auffassung zu bringen.

Die Kriegslage in Südafrika hat sich in der Be­richtswoche wenig geändert. Mit Spannung kann man die Mission der Frau Botha verfolgen. Die Gemahlin des tapfern Burenführers hat im Haag eine Konferenz mit dem Präsidenten Krüger gehabt, über die die verschiedensten Gerüchte umlaufen. Vielleicht bringen die nächsten Tage Aufklärung.

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Bandet Gewerbe und Verhebr«

Berlin er Marktbericht. Zu den guten Ernte- Aussichten des Auslandes hat sich nach dem bisher vorliegenden amtlichen Saatenstands-Berichte keine wesentliche Aenderung vollzogen. In Amerika ist zwar der Prozentsatz des muth- maßlichen Ertrages an Weizen gegen die Schätzung des vorher­gehenden Monats etwas zurückgegangen, aber gleichwohl er­wartet man dort ebenso wie in Frankreich eine im Vergleich zum Vorjahre bedeutend reichere Ernte. Bezüglich Oesterreich- Ungarns und Rußlands wird gemeldet, daß in den letzten Tagen eingetretenes Regenwetter die gehegten Befürchtmigen zerstreut hat und man nunmehr wiederum mit der Entwickelung des auf dem Felde stehenden Brodgetreides zufrieden ist. Die Märkte standen während der mit dem 12. d. M. beendigten Berichtswoche ausschließlich unter dem Einflüsse der Nachrichten über die Ernte-Aussichten. Die Preisbewegung war demgemäß eine rückläufige; der Berliner Markt folgte der vom Auslande kommenden Anregung um so bereitwilliger, als die letzthin in Amerika zum Ankauf gelangten Weizen-Quantitäten an der Küste einzutreffen beginnen und theilweise wenigstens hier am Markte Unterkommen suchen. Die Importeure scheinen sich mit dem Verkaufe zu beeilen, weil sie wegen Vertheuerung der Binnenschifffahrts-Frachtsätze und wegen der gering bleibenden Nachfrage für den Konsum keinen Vortheil sahen. Roggen war zeitweise fester auf größere Zurückhaltung russischer Ver­käufer, die in großer Trockenheit in den russischen Getreide- . Distrikten ihren Grund hatte. In den letzten Tagen gab aber auch diese Frucht aus Grund günstiger Beurtheilung der vater­ländischen Ernte-Aussichten erheblicher nach. Aus gleichem Grunde stellte sich Hafer etwas billiger. Mais war in Loko-

des achtzehnten Jahrhunderts lebte in Berlin ein Dr. Meinecke mit seiner Gattin, welche letztere die seltensten Lebensschicksale

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danken der deutschen Einheit faßte und durchführte, nicht in ihren einzelnen Bestandtheilen, wohl aber als Ganzes neu; sie war es in dem Maße, daß sie lange auf den härtesten Widerstand selbst bei Denen stieß, die im Grunde dasselbe wollten, wie er. Darum sind es im letzten Sinne nur die großen Helden, die großen Künstler, die der Menschheit ihre neuen Ideale geben. So hat Lionardo den Menschen die Seele der Frau eröffnet, Michelangelo ihnen den Uebermenschen gezeigt; so hat Goethe sie die Kunst der harmonischen Lebens­führung gelehrt und Bismarck ein neues Volksideal aufgestellt.

Wenn wir so den Helden der Geschichte die großen Künstler, in ihrem Wirken die vollendeten Kunstwerke er­blicken, so hängt diese Auffassung keineswegs von der Stellung ab, die sie zu dem, was wir im engeren Sinne die Künste nennen, einnehmen. Es ist ein großer, wenn auch weit verbreiteter Irrthum, daß die Künste, die Baukunst, Skulptur, Malerei u. s. w., das erschöpfen, was als Kunst zu bezeichnen ist. Die Kunst ist vielmehr ein Lebensprinzip, sie ist die schaffende und gestaltende Kraft im Menschen überhaupt und von einem Kunstwerke dürfen wir überall da sprechen, wo aus originellem Geiste neue in sich vollendete Bildungen hervorgehen, handle es sich nun um ein philosophisches System ober um einen Feldzugsplan, um ein Haus, ein Fest ober um eine staatliche Neuschöpfung. Darum ist das Verhältniß der Helden zu den Künsten selbst nur von untergeordneter Bedeutung. Cromwell war ihnen ab­hold, Friedrich der Große hatte einen sehr beschränkten künst­lerischen Geschmack und Bismarck liebte wohl die Musik, hatte wohl für eine Anzahl von Dichtern ein sehr tiefes Verständniß, stand aber den bildenden Künsten fern. Umgekehrt ist aber auch das Verhältniß der Künste zu den Helden ein eigen­artiges. Auf den ersten Blick möchte man denken, daß die Künstler keine geeigneteren und willkommneren Vorwürfe fin­den könnten, als Heldenleben und Heldenschaffen. Dem wider­spricht indeß die Geschichte. Sie zeigt, daß die Künstler nicht ihre größten Werke schufen, um den oder jenen histori­schen Helden zu verherrlichen und sein Wesen festzuhalten. Weder an die Namen Homers und Shakespeares, noch die Luthers und Friedrichs des Großen knüpft sich die Erinnerung eines jener Kunstwerke, die aus der Fülle des künstlerisch

waare noch immer knapp, gab aber auf Lieferung entsprechend der Tendenz der ausländischen Plätze nach, zumal die ange­kauften Mengen La Plata-Waare von recht guter Qualität sich erweisen. Die in der vergangenen Berichtswoche entstande­nen Preisverlufte betragen für Weizen 5 Mk., für Roggen 4-3^ Mk., für Hafer l-Vi Mk., für Mais V/s 3/» Mark. Am 12. d. M. wurden für Juli-Lieferung schließlich nachstehende Preise ermittelt: Weizen 168,75 Mk., Roggen 139,75 Mk., Hafer 136,00 Mk., Mais 109,75 Mk.

Preise des städtischen Schlachtviehmarktes (Preise für 100 Pfund Schlachtgewicht): Ochsen beste Qualität 5963 Mk., mittlere 5258 Mk., geringere 4851 Mk., Bullen beste Qualität 5559 Mk., mittlere 5154 Mk., geringere 45 bis 46 Mk., Kühe beste Qualität 51-52 Mk. mittlere 43 bis 49 Mk., geringere 3745 Mk., Kälber beste Qualität 7577 Mk., mittlere 60-68 Mk., geringere 3540 Mk., Schafe beste Qualität 6467 Mk., mittlere 6163 Mk., geringere 5659 Mk., Schweine beste Qualität 5455 Mk., mittlere 5253 Mk., geringere 4849 Mk.

Ueber die Lage der deutschen Kammgarrr- spiunereien sind in letzter Zeit einige Notizen durch die Zeitungen gegangen, welche geeignet sind, irrige Ansichten zu erwecken. Der letzte Beschluß über Beibehaltung der Ein­schränkung von 20 Prozent war an einige kleine Bedingungen, betreffs Betheiligung, geknüpft, die wenige Tage darauf durch Zusage der betreffenden Spinner erfüllt schienen. Inzwischen hatte aber die Verwendung von feinen Merinogarnen gegen Cheviot und damit die Spinnerei von hohen Nummern so aus­gesprochen zugenommen, daß einige Spinner ihre Zusage nicht glaubten halten zu können, da die Produktion der Kilozahl nach naturgemäß gegen die Voranschläge bedeutend zurückblieb, die übernommenen Aufträge aber erledigt werden mußten. Ehr­licherweise konnte man nicht einzelnen Etablissements Vollar­beiten zugestehen, die übrigen aber zur Einschränkung anhalten, sondern man mußte nun allen Spinnern freie Hand lassen. Eine große praktische Bedeutung halte diese Erlaubniß keines­falls, die Einschränkung war meist durch Stillstand von Maschinen und Reduktion der Arbeiterzahl bewirkt, und es- dürfte wenig Spinnereien geben, die in der Lage gewesen sind, rasch eine ProdukfioMieigerung eintreten zu lassen. Die niv zweifelhaft vorliegende Besserung der Verhältnisse in der Kamm­garnspinnerei stammt nicht so sehr von größerem Absatz her, wenn auch Amerika mehrmals in den letzten Jahren bezogen, als vielmehr von einer veränderten Moderichtung, welche mehr Spindeln und mehr Webstühlen dauernde Arbeit verschaffte. Hierdurch ist auch eine allmähliche Räumung aller Lager an Garn eingetreten wenigstens in den von der Mode be­günstigten Sorten und darin liegt die beste Garantie einer längeren Dauer unserer gebesserten Zustände. Die mit dein Herbsaisonwechsel sonst unvermeidlich verbundene stille Zeit wird diesmal die preisdrückende Wirkung nicht fabelt, da die Her­stellung der alten Ordres viel länger Zeit in Anspruch nimmt als sonst, und beängstigende Lager unmöglich entstehen können. Nimmt man hinzu, daß die Preislage des Artikels Wolle noch eine so niedrige ist, daß die Verwendung billigerer Surrogate keinen großen Anreiz hat, so wirb man auch ohne Optimist zu sein die Existenzbedingungen entschieden ge­bessert finden müssen, auch wenn die vorläufig noch stillstehen­den Spindeln eine mehr als bescheidene Rente nicht zulassen. Bei greifbarem Nutzen wird mau sie raschmöglichst wieder ar­beiten lassen dürfen, daß die Fabrikation sich empfindlich ver- theuert hat und ein neuer Modewechsel nach dickeren Nummern sofort die ruinirende Zuvielerzeugung bringen würde.

Hue aller Welt.

Ein Koman aus der Wirklichkeit. Gegen Ende

Geschaffenen den Alpenriesen gleich hervorragen. Und das ist, betrachtet man die Sache genauer, eine gauz natürliche Erscheinung. Zum Wesen des Helden gehört gerade das, daß er sein Wesen und Wollen mit außerordentlicher Schärfe und Klarheit seinen Mitmenschen gegenüber aus­zudrücken, es ihnen mitzutheilen weiß; in seinem Werke spricht sich das Neue, das er der Welt zu sagen hatte, in mächtigen, für die Menschheit Jahrhunderte lang weit­hin sichtbaren Formen aus. Was hätte die Kunst dem Hinzu­zufügen ? Wodurch könnte sie die monumentalen Leistungen echter Helden, in denen ihre Seele, ihr Beruf, ihr Können höchst unzweideutig sich zu erkennen gibt, ergänzen? Wohl könnte der Fall einmal eintreten, daß er dem großen Helden einmal ein ebenbürtiger Künstler, ein Bildhauer oder Maler, zur Seite tritt und in einem einzigen Werke den Niesen der That gleichsam in einer genialen Abkürzung und Vereinfachung darzustellen vermag, die sich der Menschheit auf immer unaus­löschlich einprägt. Doch wüßte ich einen solchen Fall aus der Geschichte nicht anzuführen; denn bei dem Großen Kurfürsten z. V. und seinem Bilde von Schlüter handelt es sich doch immerhin nicht um einen jener Helden, die als die großen Menschheitsführer anzusehen sind; und das größte Heldenbild, das die Kunst aufzuweisen hat, der Moses des Michelangelo, gilt allerdings einem echten Helden, aber einem solchen, dessen Gestalt im Laufe der Jahrtausende von den Nebeln der Mythe und Legende völlig umhüllt war und daher der Phantasie des bildenden Künstlers eine weitgehende Freiheit gestattete. Im Ganzen also bleibt es dabei, daß die Künstler wohl auf viel­fache Weise das Heldenthum gefeiert, sich jedoch von den Ge­stalten der großen historischen Helden selbst in einer gewissen Entfernung gehalten haben.

Trotzdem ist die Einwirkung der Helden auch auf die Kunst nicht hoch genug anzuschlagen. Mittelbar und un­mittelbar. Den unmittelbaren Einfluß des Helden auf die Kunst mag man an Homer studiren, der die ganze'Geistes­welt der hellenischen Kunst befruchtete, oder an Dante, in dessen Schöpfungen die Kunst Giotto's und seiner ein Jahr­hundert lang blühenden Schule tief ihre Wurzeln senkte. Noch mannigfacher sind die mittelbaren Einflüsse. Dürer hat aus dem Gesänge der wittenbergischen Nachtigall das

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hatte, die nur die schönste Romanphantasie ersinnM könnt Die Heldin dieses Romans der Wirklichkeit war Karoline vo Linsingen, welche im Jahre 1768 als Tochter des tür hannoverschen Generals von Linsingen in Hannover gebore wurde. Dieser General stand in freundschaftlichen Beziehunge zum englischen Hofe und namentlich zur Königin Sophi Charlotte, einer mecklenburgischen Prinzessin, welche er bl ihrer Vermählung mit König Georg III. im Jahre 1761 nac England geleitet hatte. Eine Folge davon war, daß derSohi Georgs III., der Herzog von Clarence, der spätere Könü Wilhelm IV., als er, etwa fünfundzwanzigjährig, zu längeren Aufenthalt nach Hannover kam, viel im Hause des General­verkehrte, sodaß zwischen dem Prinzen und Karoline, be: Tochter des Generals, sich ein Liebesverhältniß entwickelte Am 21. August 1791 wurde in einer Waldkapelle bei Pyrmon die Ehe durch einen schottischen Geistlichen, Namens Parsons im Beisein weniger Vertrauten eingesegnet. Erst nach Jahres- frist entdeckten die jungen Ehegalten den beiderseitigen Eltern iw Verhältniß. Von England aus wurde sofort gestrebt, die Ehe als nichtig hinzustellen und das Band wieder zu lösen. Aber sie war vollkommen giftig und nur mit beider Gatten Einwilligung sonnte sie getrennt werden. Man bestürmte den schleunigst nach England zurückberufenen Prinzen, die seine zu geben und zu gleichem Zweck auf Karoline einzuwirken; er machte seine Zustimmung vom Willen seiner Gemahlin ab­hängig und diese trat, den Verhältnisselr Rechnung tragend, freiwillig zurück. Kinder waren nicht vorhanden. Nach einigen Jahren erkrankte Karoline lebensgefährlich; sie verfiel in einen Starrkrampf und sollte beerdigt werden; da vertheidigte an ihrem Sarge ein junger Arzt, Dr. Meineke aus Hildesheim, energisch die Ansicht, daß sie nur scheintodt sei. Er erreichte es, daß ihre Beerdigung verschoben wurde und behielt mit seiner Behauptung Recht. Sie hatte während ihrer Todten- starre das vollkommenste Bewußtsein und hörte jedes Wort, das in ihrer Nähe gesprochen wurde. Sie vernahm die mit dem Tone der Ueberzeugung gegebenen Erklärungen der Aerzte, daß sie zweifellos todt sei, sie vernahm die Zurüstungen zu ihrer Beerdigung. Das Schluchzen ihrer Verwandten, die Bitten Dr. Meinekes, der Spott und die Berathschlagungen der Aerzte alles drang an ihr Ohr. Das Fürchterlichste für sie war die qualvolle Besorgniß, Meineke möchte seinen Kollegen nachgeben und ihre Beerdigung zulassen. Aber un- möglich war es ihr, ein Glied zu rühren. Endlich aber er­wachte sie wieder zum Leben und mit Begeisterung pries sie den Dr. Meineke als den Retter ihres Lebew -, der sie, wie sie in einem Briefe an den Prinzen sagte, dem Tode abge­kämpft hatte. Kurze Zeit darauf reichte sie dem Retter ihres Lebens ihre Hand. Aber die äußere Lebenslage des Paares war wenig günstig; auch in Berlin, wo Dr. Meineke, in der Hoffnung, lohnendere Beschäftigung zu finden, sich niedergelassen hatte, besserten sich diese Verhältnisse nicht und nachdem sich das Paar in Berlin einige Zeit mit Sorgen und Noth herum­geschlagen, war Dr. Meineke froh, durch eine Anstellung auf den Hüttenwerken des Altgrafen Salm zu Blansko in Mähren eine zwar nicht seinen Fähigkeiten entsprechende, aber auskömmliche Beschäftigung zu finden. Hier ist Karoline mit der Liebe für William Clarence im Herzen gestorben. Nach ihrem Tode erst fand Dr. Meineke eine ihm zusagende Beschäftigung als. Custos des natur­historischen Museums. Die Ehe war mit zwei Kindern gesegnet; eine Tochter der Karoline wurde die Gattin des bekannten Buchdruckers Teubner.

Bon Kannibalen getödtet. Aus Newyork werden Einzelheiten über die Ermordung des Reverend James Chal­mers und des Dr. Oliver Fellow Tompkins von der Londoner Missionsgesellschaft in Neu-Guinea gemeldet. James Walker, Thomas Rathvone und elf eingeborene Bekehrte aus Neu- Guinea find von Neu-Seeland über San Francisco in Newyork eingetroffen. Ein Häuptling lud die Gesellschaft ein, sein

Nahen eines neuen Tages herausgehört, dessen Ahnung man in seinen Werken empfindet; Friedrichs des Großen Ruhmes­thaten gaben Chodowiecki das preußische Selbstgefühl, das sich allenthalben in seinen Schöpfungen äußert. Doch das Wesent­lichste ist, daß die großen Helden der Geschichte neue Grund­lagen des Lebens und des Denkens schaffen, auf denen, wie alle Menschen, so auch die Künstler fußen unb die daher auch die Fundamente ihrer Werke bilden. In diesem Sinne ist Bismarck für die Entwickelung unserer modernen Kunst von der höchsten Bedeutung.

Als 1871 der große Nationalkrieg beendet, glaubten sanguinische Leute, gleichsam über Nacht müsse nun eine große nationale Kunst aufblühen. Das war ein Irrthum; erst jetzt, ein Menschenalter später, regen sich starke neue Triebe, die auf eine künftige Neublüthe der Kunst hinzuweisen scheinen. Das Ziel dieser Bestrebungen ist aber nicht mehr nur gute Bilder oder Statuen zur Welt zu bringen, sondern das Leben unseres Volkes überhaupt im Sinne der Kunst, im Sinne ästhetischer Kultur umzugestalten. Wer unter demnationalen" Tone nur den der Verherrlichung unseres Volkes und seiner Vergangenheit versteht, der wird ihn vielleicht aus der jüngsten Kunst seltener heraushören, als ihm lieb ist, und doch ist sie in einem tieferen Sinne eminent national. Denn ihre Vor­aussetzung ist: das feste Vertrauen auf unser Vollsitzung seine Kraft und Zukunft. Man richtet sich nicht in einem Hause ein, man wagt sich nicht an den Versuch einer völligen Um­wandlung des häuslichen Lebens, glaubt man nicht an die Festigkeit dieses Hauses, ist man nicht willens, in ihm zu wohnen und es auszubauen. Diese Sicherheit unseres Hauses, unserer nationalen Staatsform aber, dies Vertrauen auf Deutschlands Zukunft das eben ist Bismarcks großes Werk. Die Kunst, die die feinste Sensitivität besitzt, erkennt dies Werk an, macht es zur Grundlage ihres Schaffens, sie erklärt, daß sie in dem Ausbau, in der Verschönerung des von Titanenhand au-fgethürmten Gebäudes, in der Veredelung des Lebens seiner Insassen ihre höchste Aufgabe erblickt. Das ist ihre Huldigung an Bismarck, den Helden, und kein Werk kann in diesem Sinne von der Kunst geschaffen, keine That in dieser Richtung vollendet werden, die nicht ein Ehrenmal deutscher Kunst für Bismarck bedeuteten.