Beilage zu Nr. 135 des Hanauer Anzeiger.
Hanau den 12. Juni 1901.
Hue Stadt und Cand.
Hanau, 12. Juni.
* Mittelt heimisch er Ziveigverbau- deutscher MÜLcr^ Jm „Tourur" zu Frankfurt fand ptftern im Anschluß an die Cektionèversammlung der Müllcrei-Berufsge- nossenschaft die ordentliche Generalversammlung des Mittelrheinischen Zweigverbandes deutscher Müller statt. An derselben nahmen u. A. Theil die Herren I. v a n d e n Wyngaert (Berlin), der Vorsitzende des Hauptverbondes und Generalsekretär Dr. G r a b e i n (Darmstadt). Zum Vor- sitzenden ist an Stelle des verstorbenen Herrn Hildebrandt (Eberstadt) Herr L. Z e h (Niedere amstadt) gewühlt worden, der vor Eintritt in die Tagesordnung der im Laufe des Jahres verstorbenen Mitglieder gedachte. Die Versammlung ehrte deren Andenken durch Erheben von len Sitzen. Noch dem Jahresbericht hat der Vorstand seit der Versammlung im letzten Herbst zwei Sitzungen abgehalten. Die Hauptarbeit machten Wosserrechtkangelegenheiten. Abgesehen von der Stadt Alzey war es das Bestreben der Stadt Frankfurt a. M, Trinkwosser zu erschließen, welches Widerstand hervorrief. Das Quellensuchen Frankfurts im Vogelsberg hat Veranlassung zu einer Eingabe an die hessische Regierung gegeben. Wenn auch im Allgemeinen von der Regierung die Versicherung gegeben wurde, es läge keine Veranlassung zu einer so weitgehenden Beunruhigung vor, wie sie aus der Eingabe heraus- schaue, so wurde doch andererseits die Kulturinspektion Gießen angewiesen, Quellenmessungen vorzunehmen, um später, wenn es zu Verkäufen oder Abgaben von Quellen kommt, Unterlagen zu haben, den Schaden feststellen zu können. Ferner versicherte die Regierung, daß sie mit der Stadt Frankfurt alle Vereinbarungen treffen würde, die im Interesse der Einwohnerschaft Hessens liegen. Der Verkauf der staatlichen und gemeindlichen Quellen erscheint so ziemlich als ausgeschlossen; gegen den Verkauf der privaten Quellen an Frankfurt läßt sich wegen der hessischen Wassergesetzgebung nichts machen. — Das Wassersuchen der Stadt Frankfurt im Taunus hat den Vorstand zu einer Eingabe an die Regierung in Wiesbaden veranlaßt, die bisher noch ohne Antwort geblieben ist. Im Auftrage der Handwerterkammer zu Cassel hatte der Vorstand über die Gesellenprüfungsordnung ein Gutachten abzugeben. Fernere Fragen, die den Vorstand beschäftigten, waren: die Bildung von Einkaufs- und Ver- kaufsgenossenschaften, Mahllohn, Arbeitsnachweis usw. Tie Mitgliederzahl betrug 917, sie ist augenblicklich auf 935 gestiegen. Die Einnahmen beliefen sich auf 7065 Mark. Es bleibt ein Kassenbestand von 67 Mark. Das Vermögen des Zweigverbandes beträgt 2223 Mark. Nachdem dem Rechnungsführer Techarge ertheilt war, besprach Herr van den Wyngaert einige wichtige Punkte aus dem Leben des Vereins. Er wies darauf hin, daß die Fragen des Wasserrechtes erst jetzt in weiterem Umfange zur Besprechung kommen und betonte die Wichtigkeit für den einzelnen Müller, Alles zu kennen, was zu den rechtlichen Verhältnissen seiner Wasserkraft Beziehungen hat. Wie er weiter mittheilte, wird der mit dem Hauptverbande bestehende Vertrag der Magdeburgischen Feuerversicherungs-Gesellschaft von dieser nicht gekündigt werden. In ausführlicher Weise behandelte er die Aenderungen des Börsengesetzes und Getreide- und Mehlzoll. Er vertrat den Standpunkt, daß die deutsche Müllerei, abgesehen von einigen Großmühlen, keinen Nachtheil durch das Aufhören des Terminshandels hatte und daß sie deshalb auch keine Veranlassung habe, für Wiedereinführung des Termingeschäftes einzutreten. Ferner hält er einen Mehlzoll im L'/sfachen Betrage des Ge-
Feuilleton.
Der Hdel dee Vollbluts.
Von Leopold Werder.
(Nachdruck verboten.)
Die Sportsaison steht auf ihrer Höhe. Das österreichische, französische, englische Derby sind bereits gelaufen; die Aufmerksamkeit der Sportfreunde ist jetzt dem deutschen Derby zugewandt, das uns darüber belehren soll, welcher deutsche Gaul sich des edelsten Blutes, der vollendetsten Ausbildung seiner Fähigkeiten rühmen darf. Gar wundersam ist es, sich daran zu erinnern, daß die gesammte Rennzucht Europas auf drei arabische Hengste zurückgeht, die die Stammväter der drei, großen noch heute blühenden Familien des englischen stud- book geworden sind. Im letzten Drittel des 17. und im Anfänge des 18. Jahrhunderts kamen diese drei klassischen Thiere nach England und noch bis zum. heutigen Tage wirkt die Kraft ihres edlen Blutes in den schönen Rennern, die mit gestreckten Hufen und mit leidenschaftlichem Ehrgeize unsere Bahnen durchmessen. Im Hinblicke auf diese Thatsache hat man wohl, bei aller Achtung vor unserem trefflich entwickelten Vollblute und seinen besonderen Vorzügen, das Recht, das arabische Pferd als den Adel des Vollbluts zu bezeichnen und wer je ein solches Pferd gesehen hat, wird ihm diesen Ehrennamen nicht verweigern. Selbst der Laie erkennt das edle Blut eines echten Arabers sogleich an dem eigenthümlichen und herrlichen Leben, das aus allen Formen eines solchen Thieres'spricht, besonders aber • in seinen Augen sich ausdrückt. „Alle ihre Gedanken (sagt Lamartine von den arabischen Pferden, malen sich in ihren Augen und in der krampfhaften Bewegung ihrer Backen, ihrer Lippen und ihrer Nüstern ebenso unverkennbar, wie die Eindrücke der Seele âuf dem Gesichte eines Kindes. Die Beweglichkeit und Durchsichtigkeit der Physiognomie dieser Pferde wird man für unglaublich halten, wenn man nicht
treidezollcs, sowie einen Kleiezoll von 1 Mark für nöchig. Maßgebend nar für den Voitragei den besonders die wirth- schofiliche Stellung Amerikas und die dadurch heirorgehobene Nothwendigkeit, daß die Etaalen Europas gegenüber Amerika zusommenhaUen. — Herr Feldmann berichtete dann, daß eine Vereinigung süddeuticker Handelsv üblen mit Mannheim als Mittelpunkt Veikeuscbedingungen für Mehl aufgeßellt kor. Der Mittelrhkinifcke Zweigverbard hat bereits im feilte 1895 versucht, Müller und Händler zur Annahme einheitlicher Ver- kausibedingungen zu veronlosfin; dcmals allerdings ohne Erfolg. Die Versemmlung erklärte sich noch längerer Debatte damit einversionden, die Monnbeimer Bedingungen als Grundlage für neue Vereinbarungen anzrnehmen und den Vorstand des Zweigverbandes zu beauftragen, unter Hinzuziehung von Großmüttern und Händlern weitere Schritte zu unternehmen, welche dazu führen, hier mit chunlichster Beschleunigung eine gleiche Vereinigung entstehen zu lassen. — Herr Generalsekretär Dr. Gr ab ein (Darmstadt) behandelte die Bildung von Einkaufs- und Verkaussgenosfenschaften. Als Aufgaben einer solchen Genossenschaft für das Müllerei-Gewerbe bezeichnete er den gemeinschaftlichen Einkauf von Müllerei-Bedarfsartikeln, von Säcken, Maschinen, Kohlen, eventuell von Getreide und den gemeinschafilichkn Verkauf von Kleie, in späterer Zeit auch von Mehl. Die Genossenschaft hätte eventuell den Bezirk des Zweigverbandes zu umfassen und die Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht anzunehmen. Um das Krediibe- dürfniß zu decken, wäre on eine Verbindung der Preußischen Zentralgenosfenschaflskasfe zu denken. Der Vorstand des Zweigvereins wurde beauftragt, sich genauer mit der Frage der Bildung einer Genossenschaft zu beschäftigen. — Herr Feldmann erstattete Bericht über den Arbeitsnachweis. Um Stellen bewarben sich bisher 185 Müller; von diesen haben 118 Stellen durch den Nack weis erhalten. 48 haben selbst Stellen erhalten, 19 sind noch vorgemerkt. Ter Arbeitsnachweis soll in der Weise vervollständigt werden, daß unter dem Vorsitz eines Unparteiischen eine aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern gebildete Kommission zur Ueberwachung des Arbeitsnachweises eingesetzt wird. (Fr. Nchr.)
* Heimathhaus für Töchter höherer Stände unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin nnd Königin Friedrich. Das seit mehr als 25 Jahren in Berlin bestehende Heimathhaus für Töchter höherer Stände verfolgt den Zweck, bedürftigen Töchtern von Beamten, Offizieren, Geistlichen, Lehrern, Aerzten, Kaufleuten rc. Gelegenheit zu ihrer weiteren Ausbildung zu bieten und sie durch die Vorbereitung zu einem bestimmten Lebensberufe erwerbsfähig zu machen. Tie Anstalt verbindet daher mit einem Pensionat eine Handels- und eine Gewerbeschule. Das Heimathhaus sucht den Zöglingen das Elternhaus zu ersetzen und den auswärtigen Familien die möglichste Gewähr dafür zu verschaffen, daß die ihnen angehörigen jungen Mädchen sich während ihrer Ausbildung in Berlin in bester Huth und Pflege befinden. Die Vorsteherin führt nicht nur eine sorgfältige Aufsicht nach den Bestimmungen der Hausordnung, sondern nimmt auch, den Zöglingen gegenüber, die Stellung einer mütterlichen Leiterin und Erzieherin ein, die jederzeit bereit ist, den Eltern rc. wie den Zöglingen mit Auskunft und Rath zur Seite zu stehen. Zur Entfaltung einer ausgedehnteren Wirksamkeit in diesem Sinne bedarf das Heimathhaus umfangreicher Mittel, und es ist auf die Unterstützung der weitesten Kreise angewiesen, wie es ja auch allen Kreisen der Beamten, Geistlichen und Offizieren zu dienen sucht. Ist der Pensionspreis an sich schon verhältnißmâßig gering, so setzt dessen Erlaß oder Herabsetzung für bedürftige Zöglinge von
Zeuge davon gewesen ist." Im Stalle, in der Ruhe erscheint solch ein Thier oft unscheinbar, aber tritt es in Aktion, dann offenbart sich sogleich der Adel des Blutes. Dann blitzen die Augen wie Feuer; die Nüstern öffnen sich so weit, daß eine geballte Faust darin Platz hätte; das Spiel aller Muskeln, bis in die feinsten Verästelungen, wird erkenntlich; mit unvergleichlicher Anmuth erhebt das Pferd den eleganten Hals mit dem kleinen geistreichen Köpfe und schwebend erhebt es sich vom Boden, so daß man die Vergleiche, die der Araber zwischen ihm und den Bewohnern des Luftreiches zieht, wohl versteht. Allerdings hat das arabische Pferde auch seine Nachtheile, wozu die berufensten «Kenner vor allem seine geringe Größe (das Nedschdpferd mißt nur 1,32 bis 1,43 m), die übergroße Feinheit seiner Beine und die mangelhafte Schrittaktion zählen. Aber diese Mängel werden überstrahlt durch den Ruhm, den seine Ausdauer und sein Stahl wahrhaft verdienen. Es wird erzählt, daß echte Araberrosse ihre von Feinden verfolgten Herren nicht nur stundenweise, sondern bis zu einem Tage lang mit Windeseile davongetragen, daß sie sie durch Sprünge von unerhörter Kühnheit gerettet haben. Ein von einem französischen General mit Befehlen gesandter Araber machte in 24 Stunden 50 deutsche Meilen aus unebenem, steinigem Boden. Abd-el-Kader behauptet, ein Vollblutaraber könne 3—4 Monate täglich 25 deutsche Meilen zurücklegen! Die Wahrheit einer solchen Angabe ist schwer zu kontrolliren; sicher aber ist, daß es kaum genügsamere Thiere geben wird, als diese edlen Pferde. Sie müssen im Nothfalle selbst einen ganzen Tag rennen, ohne zu fressen und zu trinken; sie ertragen die brennende Sonnengluth der Wüste; sie werden, rauchend und triefend von Schweiß, in's Wasser gezwungen und trotz der liebevollen Zärtlichkeit, die der Araber seinem Gaule zu Theil werden läßt," genießt ja dieser nie etwas, was dem luxuriösen Komfort ähnelt, die unseren Rennpferden gewidmet wird.
Wenn das arabische Pferd jeden Naturfreund durch seine Schönheit interessirt, wenn es für die Pferdezucht und den
vornherein voraus, daß Freunde und Wohlthäter der Anstalt zu Hilfe kommen. Ties wird um so dringlicher, je mehr unsere Zeit die Erwerbsfähigkeit von jungen Mädchen verlangt, und je mehr die Isoterm das Bedürfniß nach nützlicher Wirksamkeit und noch Selbständigkeit im Leben empfinden. Der Jahresbericht zeigt, daß das Heimathhaus sich der Theilnahme und Hilfe vieler und hoher Gönner zu erfreuen hat, er läßt aber zugleich erkennen, daß bei weitem nicht alle oben erwähnten Kreise in gleichem Maße mitgewirkt haben. Während die richterlichen Beamten einen wesentlichen Antheil an den bisherigen Erfolgen der Anstalt in Anspruch nehmen dürfen, sind andere Kreise der Beamten rc. unter deren Förderer überhaupt nicht einmal vertreten. Ter Vorstand des Heimathhauses darf annehmen, daß dies lediglich auf ungenügender Bekanntschaft der Einrichtungen und Zwecke des Heimathhauses beruht, und daß es möglich sein wird, den Kreis seiner Freunde und Wohlthäter noch erheblich zu erweitern, wenn auf die Hilfe hoher und einflußreicher Persönlichkeiten gehofft werden darf und bittet deshalb alle Beamten rc. um Förderung und Unterstützung.
* VomHiPpodrom VarivtezuFranksurta.M., welckes, wie wir bereits berichteten, Samstag den 15. Juni eröffnet wird, können wir heute schon mittheilen, daß den Besuchern der Eröffnungsvorstellung sich ein ebenso besonderer wie auch seltener Genuß bieten wird. — Herrn Direktor Ben Tieber ist es nämlich gelungen, außer verschiedenen hoch- renommirten und sensationellen Künstlern auch den berühmten Elephantendresseur Mister Orford, der mit seinen Wunder- elephanten z. Zt. bei dem gesummten Londoner Publikum die höchste Sensation erregt und dem von der dortigen Presse spaltenlange Artikel gewidmet werden, auf kurze Zeit hierher zu engagiren. Die Elephanten des Mister Orford übertreffen den bekannten Ruf dieser Thiere wegen ihrer staunenswerthen Klugheit bei Weitem, denn die Evolutionen, welche dieselben auf einen Wink ihres Herrn ausführen, sind bisher von Elephanten, die auf dem Kontinentale vorgeführt wurden, noch niemals gesehen worden und sollen auf dem Gebiete der Thier- dressur sozusagen als verblüffend bezeichnet werden können. Es ist dies eine Attraktionsnummer ersten Ranges, die gewiß nicht verfehlen wird, auch dafür große Sensation zu erregen. Wir wollen dies heute nur in ganz besonderer Weise vorausschicken und behalten uns vor, das Programm der EröffnungsVorstellung, welches in einigen Tagen von der Direktion ausgegeben werden wird, in ausführlicher Weise zu beschreiben, da dasselbe, wie wir vernehmen, aus einem wahrhaft glänzenden Ensemble zusammengesetzt sein soll.
Allgemeine Rentenanftalt, Stuttgart. Nach dem Rechenschaftsbericht für das Jahr 1900 wurde ein Reingewinn von M. 742 672 erzielt gegen M. 641 122 im Vorjahre. Die Geschäftsentwickelung war befriedigend. Der Versicherungsbestand hat sich auf 43 691 Policen über Mark 80 731 385 Kapital und M. 2 320 426 Rente erhöht. Die Gesammtakliva der Anstalt sind auf M. 77 859 433 und die Reserve- und Sicherheitsfonds (Reinvermögen) auf M. 6 322 811 gestiegen. Die Prâmienreseroen incl. Prämienüberträge berechnen sich auf M. 50 032 878. Die Verwaltungskosten einschließlich der Agentenprovisionen und Steuern betrugen M. 610 789 d. h. nur 0,78 Prozent des Gesammtvermögens. Der am 18. Juni stattfindenden Generalversammlung wird die Vertheilung einer Dividende von 30 °/o der dividenden- berechtigten Prämie für die Lebensversicherungen und 3 °/o der Rente für die Rentenversicherungen vorgeschlagen.
Sport von der höchsten Bedeutung geworden ist,. so hat es auch seine geschichtliche Wichtigkeit. Denn nur die Verwendung des Pferdes hat es den Nomaden der arabischen Wüste ermöglicht, unter dem Banner Mohammeds ein Weltreich zu begründen, das bis zum Indus und bis zum Atlantischen Ozean reichte. In diesen Ozean lenkte Okbah sein Pferd bis zum Halse und rief: „O mein Gott, Du siehst, wenn dies Meer mir nicht ein unbesiegbares Hinderniß entgegenstellte, so würde ich noch weiter vordringen, um im Namen des Islams die zu bekämpfen, die einen anderen Gott anbeten, als Dich!" So weit sie ihre unermüdlichen Rosse trugen, stand den Arabern und ihrem Propheten die Welt offen und ein Zug echtester Symbolik ist es deshalb, wenn sie ihre edelste Zucht auf die Stuten des Propheten zurückführen.
Leider enthält die Geschichte des Pferdes und der Pferdezucht in Arabien mehr Dunkelheiten, als unter diesen Umständen erwünscht ist. Früher glaubte man, daß das Pferd in Arabien sehr alt, ja, daß Arabien vielleicht die Heimath des Pferdes überhaupt sei. Dem widersprechen indeß die bestimmtesten Zeugnisse. So weiß eine Keilinschrift v. J. 733 v. Chr., die erzählt, daß der Assyrerkönig Taglatfalazar II. bei der Eroberung von Arabien 30 000 Kameele und 20 000 Stück Rindvieh erbeutet habe, nichts vom Pferde. Die Araber, die dem Heere des Xerxes folgten, waren nach Herodot auf Ka- meelen, nicht auf Pferden beritten. Strabo, Diodor u. s. w., die Arabiens Thierwelt beschrieben, erwähnen das Pferd nicht. Erst im 2. Jahrhundert n. Chr. rühmt Oppian den Araber als ein gutes Jagdpferd und 200 Jahre später erscheint bei Ammianus Maicellinus neben dem Kameel auch das „leichte, unansehnliche, aber ausdauernde Pferd" der Araber. Führen also auch die Araber selbst ihre Zucht auf ein Pferd König Salomos zurück, so scheint es doch, daß sie in Wahrheit erst in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung das Pferd kennen lernen. Gewiß ist dann, daß sie es sehr geschwind veredelten; schon im 6. Jahrhundert priesen ihre Dichter den Adel ihrer Pferde. Zu dieser Verbesserung der Zucht mögen