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Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau.
Nr. 135
Bezirks-Fernsprechanschllch Nr. 98.
Mittwoch den 12. Juni
Bezirks-Fernsprechanschlns; Nr. 98
190L
Amtliches.
Candkreie Fjanau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Ich sehe mich veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß als amtliches Publikationsorgan für die Bekanntmachungen des Köuigl. Saudrathöamèes, der Königl. Polizei Direktion und des Kreis- ausschusses hierselbst einzig und allein der „Hanauer Anzeiger" gilt.
Nur diesem Blatte werden die genannten Bekanntmachungen in der diesseits gegebenen Form und Fassung zum Abdruck überwiesen, nur in ihm gelangen dieselben ausnahmslos und in nnverkürzter Fassung zum Abdruck.
Hanau den 10. Juni 190h
Der Königliche Landrath.
v. Schenck.
Nr. 13/14 des Rathhauses aus. Einsprüche sind binnen 4 Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist bei uns anzubringen.
Hanau den 5. Juni 1901.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
9631
Bekanntmachung.
Der von den städtischen Körper schaffen unter dem beschlossene Baufluchtlinienplan für die Straße 14, von dem bie Parzân L 1 <3, l^, 29-, igg, 356
und betroffen werden, liegt auf Grund des Gesetzes vom 2. Juli 1875 — § 7 — vom 14. d. M.' an 4 Wochen zu Jedermanns Einsicht im Sradtbauamt, llkathhaus, Zimmer Nr. 23, während der Dicnststunden von 10—12,/a Uyr vor-
Der zur Probedienstleistung als Ortspolizeidiener der Gemeinde Fechenheim einberufene Militâranwärter Kaspar Oestreich daselbst ist heute verpflichtet worden.
Hanau den 1. Juni 1901.
mittags offen.
Einwendungen gegen den Plan können nannter Frist daselbst zu Protokoll gegeben, schriftlich gerichtet werden.
Hanau den 10. Juni 1901.
Der Magistrat.
innerhalb ge- oder an uns
9659
Nr. 1 P 487/277 Gaisfurthmühle, Haus Nr. 398, 399,!
a. Wohnbaus Nr. 398 mitMühlenanbauund Wohnhaus Nr. 399 mit Stall, Hofraum und Haus garten,
b. Scheuer mit Stall,
6. Stall,
d. Backhaus,
7 ar 82
qm,J
Nr. 2 P 276
hinterm Haus, Garten
14 ar 96
qm,
„ 3 „ 279
an der Mühle, Wiese
3 „ 45
w
if if 3
hinterm Kleb, Acker
74 „ 62
if
„ 5 „ 10
daselbst,
8 „ 03
if
„ 6 „ 12
daselbst, „
88 „ 78
if
„ 7 , 261
an der Gaisfurthsmühle, Wiese
3 „ 90
if
„ 8 „ 262
daselbst, „
2 „ 16
if
„ 9 „ 264
f/ w
1 „ 54
if
„ 10 „ 266
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3 „ 66
M
„ 11 „ 269
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5 „ 25
If
„ 12 „ 270
If w
1 „ 38
II
„ 13 „ 280
M ff
18 „ 70
II
„ 14 „ 285
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1 if 66
If
„ 15 „ 282
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3 „ 02
II
„ 16 D 596
im hohen Ried am Wege, „
4 „ 91
H
v 17 „ 595
daselbst, „
7 „ 71
II
„ 18 P 275a an der Gaisfurthsmühle
2 „ 29
II
An Stelle von Nr. 3 bis mit 18 find nach Abstnd'mgsbescheinigung getreten:
V 6093
Der Königliche Landrath.
Zu den stattgehabten Verpachtungen der Grasnatzungen an den Gräben und Böschungen der Landwege ist der Zuschlag an die Höckstbietenden ertheilt worden.
Die Herren Bürgermeister etliche ich, dieses alsbald zur Kenntniß der Betheiligten zu bringen und das Pachtgeld innerhalb 8 Tagen einziehen und an die Kreiskommnnalkasse abführen zu lassen.
Hanau den 12. Juni 1901.
Der Vorsitzende des Kreisansschusses.
Bekmmèmachmsg,
Wir beabsichtigen in der Universitätsklinik zu Gießen drei grauen zu Wochenbettpslegerinnen auLbilden zu lassen.
Frauen oder Mädchen im Aller von 25 bis 40 Jahren, welche gesund und kräftig sind und einen tadellosen Ruf besitzen, wollen sich innerhalb 14 Tagen bei unserem Stadt- und Armenarzt, Herrn Dr. Z eh, ober im Hause Langstraße 43, Zimmer Nr. 3, melden.
Dort werben ihnen auch die näheren Bedingungen mitgetheilt werden.
Hanau den 1. Juni 1901.
Sekt. I Nr.
1 2936
v. Schenck.
II 1832 A
Der Magistrat.
Dr. Gebeschns.
9447
15a
im Gründauer Weidenkopf
15b an der Gaisfurthsmühle 37
1873a Hinterm Kleb 1 ha
65
Stadtkreis Danau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die Liste der für das Steuerjahr 1901 steuerfrei veranlagten Personen (Einkommen unter 900 M.), liegt vom 15. d. Mts. an zwei Wochen lang im Zimmer
(Schluß)
Amelia Glifabeth, Laudgräsiu ;u Hessen, ged. Gräfin von Hanan. Eine Erinnerung zum 13. Juni (Lamboyfest) an Hanaus größte Tochter.
Von M. B,
(Nachdr. verb.)
Am 26. April 1636 schreibt die Landgräfin an Bürgermeister und Rath sammt der ganzen Gemeinde zu Hanau: „Was Ihr jüngsthin an Uns schriftlich habt gelangen lassen, haben Wir zu recht empfangen, und euern betrübten Znstand mit mehrerem daraus vernommen. Gleichwie nun die christliche Liebe erfordert, daß ein Glied mit dem andern ein herzliches Mitleiden haben und ihm seinem Vermögen nach Trost und Beistand widerfahren lassen soll, also könnt Ihr luch von Uns vergewissern, tag Uns eure Beängstigung und Woty hoch und schmerzlich 311 Gemüth steigt, und wir Gott unb Menschen mit Unserem Vorb ld eifrig zu eurer Wohlfahrt und Rettung angehcu, der ungezweifelten Hoffnung, wenn ihr nur bcni Allerhöchsten euch mit festem Vertrauen ergebet, daß er euch seines unverkürzten Armes Hülfe, ehe ihr selbst vermeint, wirklich zu erkennen geben wird, daran Uns so wenig Zweifel ist, daß Wir nächst Ergebung in seinen mächtigen Schutz euch mit Gnaden wohl beigethan sind und bleiben."
Aber die Landgräfin ließ cs nicht bei den Worten; wie sie den Hanauern mitgetheilt, das; sie Gott und die Menschen zu ihrer Rettung augche, drang sie als energische Frau darauf, daß ihr Gemahl sein Zaudern auf gebe und den Entsatz der Festung mit Waffengewalt erzwinge. Die heldcnmüthigc Frau erklärte, „wenn die Sachen auch schon sich schwer änlichen, so müßte man doch den Ausgang Gott befehlen und das Beste fest hoffen, da Recht doch Recht bleibe und zuletzt nicht unür- liegen könne, auch hätten diejenigen, so die weltlichen Rücksichten Gottes Ehre und der wahren Religion vorgezogen, gemeiniglich noch in dieser Welt ein schlechtes Ende genommen, und, des bösen immer nagenden Gewissens zu geschweigcn, in
Zwangsversteigerung
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Langenseibold belegenen, im Grundbuche von da, Artikel 814, zur Znt der Eintragung des Ve steigerungs- vermerkes auf den Warnen des Müllers Christian Seipel, Johannes Sohn und dessen Eh'fiau Clifabeth geb. Müller auf der Ga-sfnrtbsmvble eingetragenen Grunonücke, nämlich:
den Historien einen üblen Nachklang hinterlassen. Endlich sah die unerschrockene Fürstin den gewünschten Erfolg ihrer eindringlichen und beredten Vorstellungen: ihr Gemahl entschied sich dafür, wenn auch immer noch mit einem geheimen Widerstreben, mit dem Beginn der Feindseligkeiten nicht mehr länger zu zögern und kündigte den kaisc lochen Generälen den Waffen- stillstand auf den 18. Mai.
Die zur Sicherung seiner Unternehmung vom Lnldgra'en
in den nächsten Tagen nach seinem Aufbruch von Cassel geführten Marsche und Gefechte können wir übergehen, er seine Hauptstadt verlassen hatte, fand sich dort noch Gesandter des Bischofs von Würzburg, eines eifrigen Mittlers zwischen Wilhelm V. und dem Kaiser, ein,
aus- Als ein
Verum
wenigsleits für eine Woche Verlängerung des Waffenstillstandes
zu erreichn, wobei er sich int Stillen der Hoffnung hingab, daß in dieser Zeit Hanau fallen würde. Aber die Landgräsin zeigte sich auch hier in ihrer ganzen Größe: sie schlug im Namen ihres Gemahls dieses Ansinnen rundweg ab und fügte hinzu, „sie habe ihren Herrn dem Schirm des Höchsten empfohlen; cs wäre ihm besser, redlich zu fechten und zu sterben,
als schändlich zil verderben;
ihm nicht fehlen könne." ja nicht in letzter Stunde
es dünke sie, daß es
Damit der Landgraf
noch wankelmüthig oder lässig werde, ließ ihm seine Gemahlin acht Tage nach seinem
Auszug aus Hanau noch ein Schreiben zukommen: „nach Hanau hinein seien keine Schreiben mehr zu bringen, weil durch etliche Korps Kroaten und Dragoner die Straßen fleißig abgestreist würden; die Stadt liege wohl nunmehr im Todcs- kampf, und es wäre höchste Zeit zu helfen; sie selbst, die Fürstin, werde deswegen täglich vi.lfach erinnert. Aber da sie w sse, deß Se ner Fürstlichen Gnaden auch ohne dies dieser Ort und sein Entsitz sehr am H.rzeu liege, p habe sie diese Personen jederzeit darauf verwiesen, und daß der Landgraf es von sich selbst nicht unterlassen würde, wenn cs sich nur auf irgend eine Art werde aus führen lassen. Ein Bote habe sich deshalb auf den Weg gemacht, um bei ihm unterthänig zu
und die ebenda auf bett Namen des vorbezeichneten Ehemannes eingetragenen Grundstücke, nämlich:
Nr. 19 P 62 in der Neuwiese, Wiese
„ 20 E 41 auf dem Kohlhof, Acker
„ 21 B 66 „ „ „
An Stelle von Nr. 19 bis mit 20 ist nach
Abfindung-bescheinigung getreten:
Sekt. XII Nr. 1873b lunterm Kleb
w
am 81. Juli 1901, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle —• versteigert werden.
Der Vcrsteigerungsvermerk ist am 24. Mai 1901 in das Grundbuch eingetragen.
Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigcrnngsvermerkes ans dem Grund-
bitten und Gewißheit zu haben, banvt er, der Landgraf, es nicht zum Aeußersten kommen lasse." Niemand anders hat den Entütz Hanans so eifrig betrieben, als Amelia Elisabeth; ihr verdanken wir cs, daß unsere Vaterstadt vor dem Schicksal der Plünderung und Zerstörung durch einen grausamen Feind bewahrt geblieben ist. Gewiß wollen wir die Tüchtigkeit und nicht zu beugende Thatkraft des Kommandanten Ramsay in vollem Maße anerkennen, aber seine Widerstandskraft war am Erlöschen, als die Hessen und Schweden kamen; der Name Wilhelms V. von Hessen' lebt unter uns ' fort bis in die spätesten Zeiten als der des Befreiers und Erretters unserer Vorfahren; aber daß ihnen überhaupt Hilfe und zwar in der äußersten Stunde der Gefahr wurde, das verdanken wir dem hochherzigen, heldenmüthigen und energischen Drängen der Amelia Elisabeth. Besonderes Lob spendet der durch Liebe zur Heimath wie durch politischen Scharfblick ausgezeichneten Frau die sogenannte Oberkalbacher Handschrift: „Vornehmlich soll bei den Hanauern und ihren Nachkommen allzeit in Segen sein das Gedächtniß des durchlauchtig Hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Wilhelms Landgrafen zu Hessen ♦ . . 2 Es hat aber bereit hochgeliebte Gemahlin, die durchlauchtig Hochgeborne Fürstin und Frau, Frau Amelica Elisabetha Landgräfin zu Hessen re., geborene Gräfin zu Hanau-Münzen- bcrg, dazu alle gn. Beförderung gethan und wie die Hester von ihren: Volk bei dem König Ahasuero das beste geredt! und ausgewirkt last also haben auch hochgedachte I. F. G.! (ihre fürstlichen Gnaden) die Erlösung und Wohlfahrt ihreÄ hochg'. äflichcn Stammhauses sich aufs Höchste angelegen} sein lassen."
Henans Rcitnng wurde in gewissem Sinne Hessens und seines Fürsten Verderben. Der Kaiser erklärte den Landgrafen für einen Reich? feind und Friedensbrechcr. Im Februar 1637 brach der Feind von allen Seiten über das unglückliche Land herein, bevor noch die zur Abwehr des drohenden Verhängnisses begonnenen Rüstungen und Gegenmaßregeln zu einem nennenswerthen Ergebniß geführt hatten. Vor den weit über-