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Hanauer Anzeiger

10 Juni

Muster I

Nummer______________________ des Anmelde, Verzeichnisses.

Durch dm ......................................... sind von.................................

für Herrn-............

...........W-rM-j- in

Obstwein

aus - aus -.

M-rn 8

Flaschen heute ^ Mittag

Gefäßen

_____________Ugr__Minuten dahier eingebracht, welche innerhalb ...............Minuten vor das Dienstgebäude der Abfertigungsstelle (städtisches Steueramt, Heuwaage zu führen sind.

Hanau den -..............-ten..........................................................................1.................

D e r Examinator.

Nummer............................................ des Abfertigungs-Verzeichnisses.

Bier

Geprüft und festgestellt auf...................................... Liter ^j^-

Hanau ben...,.....- .......teu...................................................................i..................

Städtisch es Steueramt.

Muster II.

Nummer

Muster III.

Nummer---------des Anmeldeverzeichnisses.

Der Fuhrmann.................................................................aus..................................

Fässer

hat _______ Gefäße mit------------Liter ^---- zur Durchfuhr

Obstwein

Flaschen

hier angemeldet und wird angewiesen, die Ladung, welche heute Vor-

^~- Mittag ..............Uhr ..............Minuten auf ......................Wagen mit ......................Pferden bespannt, von hier abgeht, innerhalb ............. Minuten zum Ausgange an der Anmeldestelle ------------------- unter Angabe dieses Scheines bei dem Examinator vorzu- sühren.

Hanau den -----------ten.....................................................1_____

Der Examinator.

Zu Muster III. Ausstellung,

Richtig ausgeführt durch das....................................................Thor.

Hanau den _____________ten.....................................................1..............

Der Examinator.

Zu Muster IV.

Umstehend bemerkte......................... Gefäße sind nach Art und Menge dahier geprüft worden; der Examinator hat sich von der Uebereinstimmung der Gefäße, Nummer u. s. w. zu überzeugen, und, insofern Alles in Ordnung befunden worden, den Ausgang hierunter zu bescheinigen.

Hanau den _______ten --------_-------------------------------- 1..............

Städtisches Steuer-Amt.

Vorbemerkte Gefäße __________ sind richtig dahier ausge­gangen, nachdem ich mich von der Uebereinstimmung der Ge­säße, Nummer u. f. w. mit der Erklärung überzeugt hatte.

Hana u den ...............ten ..................................................... 1.............

Der Examinator.

Genehmigung des Bezirks-Ausschusses vom 29. November 1900. B. A. 4665.

Zustimmung des Ober-Präsidenten vom 29. April 1901, Nr. "3820.

Vorstehende Ordnung betreffend die Erhebung einer Ge­meindesteuer von Bier und Obstwein (mit Ausschluß des Traubenweins und deS Beerenweins) für den Bezirk der Stadt Hanau wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Hanau den 3. Juni 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebesch 1! s. 9493

Auf dem hiesigen Friedhose sind in der letzten Zeit wieder­holt Beschädigungen der Gräber, Diebstähle von Blumen und dergl. vorgekommen, ohne daß cs gelungen ist, den oder die Thäter zu ermitteln. Wir setzen deshalb hierdurch eine Belohnung von 30 Mark für Denjenigen aus, welcher die Thäter so zur Anzeige bringt, daß ihre Be­strafung erfolgen kann.

Hanau den 3. Juni 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 9502

Der Interrmtsouâ Feuerwehr-Kongreß trat am Samstag im Reichstage unter Vorsitz des Brand­direktors Westfalen-Hamburg zur Schlußsitzung zusammen, die aus Anlaß des cingetroffenen Kaisertelegramms mit einem Hoch auf Wilhelm II. eröffnet wurde. Nach Eintritt in die Tagesordnung rcseurte Branddirektor Weigand-Ehemnitz über die Unterstützungskassen der deutschen Feuerwehrverbünde. Diese Verbände umfassen 26,000 Feuerwehren mit über eine halbe Million aktiven Mitgliedern und in den letzten zehn Jahren haben die Unterstützungskassen dieser Verbände 200,000 Mk. für das Jahr aufgewendet. Der Redner be­tonte zum Schluß die Verpflichtung der Staaten, für aus­reichende Unterstützung der Feuerwehrleute und der Hinter­bliebenen derselben zu sorgen und zwar nicht nur bei Unglück auf Brandstellen, sondern auch da, wo sie zu anderen Dienst­leistungen herangezogen waren und dabei verunglückt sind, wie dies im Königreich Sachsen neuerdings schon der Fall ist. Landgerichtsrath Prof. Dr. Medem-Greifswald sprach sodann in sehr interessanter Ausführung über Selbstentzündungen, deren verschiedene Arten er charaklerisirte. Von allgemeinerem Interesse war der alsdann folgende Vortrag des Branddirektors Prinz-Altona über feuersichere Vaukonstruktionen. Er legte dar, daß die Eisenkonstruktion, wie sie vielfach angebracht wird, um große, lichte Räume zu schaffen, für sich allein nicht genügt, um einem ausgebrochenen größeren Feuer Widerstand zu leisten, sondern daß diese Eisenkonstruktion hierzu durch gluth- und feuersichere Stoffe geschützt werden muß. Als beste solcher Stoffe haben sich erwiesen Korkstein mit Eisen­blechbeschlag, Monierbau, Rabitzputz, Asbestkieselgur und As- be|töe nent. Der Redner wies andererseits nach, daß Holz, wenn es in genügender Stärke glatt gehobelt und möglichst noch imprägnirt verwendet wird, dem Feuer kolossal lange Widerstand leistet, und da man daher mit Recht neuerdings wiederum vielfach zur Holzkonstrilktion übergegangen ist, wenn­gleich dabei auch viel an Raum verloren geht. Er betonte endlich, daß freilich das feuersichere Material allein es nicht thue, sondern vor Allem auch eine richtige Anordnung des Grund­risses der Treppenanlagen, der Brandmauern und massiven Trenuungswände nothwendig sei, um ein ausgebrochenes Feuer leicht lokulisiren zu können. Ein weiterer Punkt der Tages­ordnung betraf eine Mittheilung des Branddirektors Meier- Amsterdam über die in einer dortigen Straße getroffene Ein­richtung, die Feuerwehr von jedem Hause aus allarmiren zu können, indem von all diesen Häusern eine Verbindung mit einer Zentrale geschaffen ist, die selbstthätig der nächsten Wache Kenntniß gibt von einem Ausbruch eines Feuers, während an dem Hause selbstthätig eine Scheibe sichtbar wird, die der die Straße durchfahrenden Feuerwehr die Stelle der Gefahr zeigt. Das Material zum letzten Punkte der Tages­ordnungNeuere Feuermelde-Apparate", wurde den Kongreß­mitgliedern gedruckt überreicht. Damit war die Tagesoednung erschöpft und der inzwischen erschienene Ehrenpräsident Minister Freiherr von Rheinbaben, nahm nunmehr das Wort, um den Gefühlen des Schmerzes über die Trennung, zugleich aber auch der freudigen Hoffnung Ausdruck zu geben, daß die Be­rathungen des Kongresses dazu beigetragen haben, das Band der Solidarität in der Crstrebung der gemeinsamen hohen Auf­gaben noch mehr zu festigen und zu stärken. Er sprach die Hoffnung aus, daß man die Berliner doch nicht als so unge- müthliche Leute erkannt habe, wie man sie schildere, dankte für alle Anregungen, die Deutschland aus den Berathungen gewonnen, dankte vor Allem auch allen Rednern und schloß sodann die Berathungen mit der Hoffnung auf Wiedersehen in der alten vortrefflichen Stimmung, die den 1. Kongreß be­seelt habe. Dem Dank des Kongresses an den Ehren­präsidenten und an den preußischen Minister des Innern, Freiherrn von Hammerstein, gab Branddirektor Westpfalen end­lich noch beredten Ausdruck.

politische Rundschau.

Preußischer Eisenbahn Ueber schütz. Nach unseren Informationen so schreibt dieNordd. Allg. Ztg." werden die preußischen Staatsbahnen, soweit sich bis jetzt übcr- sehen läßt, auch für das verstossene Etatsjahr 1900 günstig abschließcn. Wir schützen den Mchrüberschuß gegen den Etat auf etwa 18 Millionen Mark : ein Wirthschaftsergebniß, welches um so höher anzuschlagen ist, als während des letzten Drittels des Etatsjahres eine starke Abstauung des Verkehrs eintrat.

Folgende Zurechtsiettung zum Gumbinner Prozeß bringt die ministerielleBerliner Korrespondenz" : In Nr. 131 desVorwärts," ausgegeben am 8. Juni 1901, sind über den verstorbenen Rittmeister v. Krosigk Behauptungen aufgestellt, die der Wahrheit nicht entsprechen. Es ist nicht wahr, daß Rittmeister v. Krosigk einen Untergebenen erschlagen

hat und deshalb zu zwei Jahren Festung verurtheilt und nach Verbüßung von neun Monaten der Strafe begnadigt worden ist. Auch ist er weder im Avancement zurückgesetzt noch sind ihm die Strafbefugnisse entzogen worden. Zurücksetzung im Avancement und Entziehung der Strafbefugnisse sehen die militärischen Dienstvorschriften nicht vor und die Festsetzung derartiger Maßregeln als Strafe ist daher nicht möglich. Ritt­meister v. Krosigk ist allerdings wegen Mißhandlung bezw. vorschriftswidriger Behandlung Untergebener im Jahre 1882 und 1896 kriegsgerichtlich mit 14 Tagen Stubenarrest und mit 4 Monaten Festungshaft bestraft worden. In beiden Füllen waren die Mißhandlungen geringfügiger Natur und hatten Schädigungen an der Gesundheit der Untergebenen nicht zur Folge.

Die Generalversammlung der Pommerschen HypoLheLerr-Aktien- Bank hat Samstag Mittag im Kaiserhof in Berlin stattgefunden und einen glatten Verlauf ge­nommen. Anwesend waren etwa 100 Aktionäre, ferner waren Ver­treter der großen Banken und der Justitiar der Bank, Justiz­rath Munckel, erschienen. Die Regierungsbehörde war durch RegieruugSraih Hoppe und Bankinspektor Hartmann vertreten. Den Vorsitz führte Bankier Albert Schappach, Vorsitzender des Aufsichtsraths der Pommerschen Hypotheken-Aktien-Banr. Auf der Tagesordnung standen lediglich Regularien, u. A. Geschäftsberichterstattung, Genehmigung der Bilanz. Von be­sonderem Interesse war die Erklärung des Vorsitzenden, daß die Deutsche Bank und die Bank für Handel und Industrie ihre Kräfte weiterhin für die von der Pommerschen Hypotheken­bank in ihrem Interesse zu treffenden Maßnahmen zur Ver- sügung stellen werden. Die bisherigen Prüfungen haben er­geben, daß die Pfandbriefe bis zu 97 Proz. als sicher gestellt betrachtet werden dürfen. Der aus das Aktienkapital ent­fallende Ausfall dürfte sich auf etwa 4 Millionen belaufen. Demgegenüber wurde auf die Reserve der Bank in Höhe von 6V4 Millionen Mark und auf die vollständige Hypotheken- sreiheit des Bankgebäudes in der Behrenstraße hingewiesen. Diese Feststellungen dürften wohl geeignet sein, zur Be­ruhigung des interessirten Publikums wesentlich beizutragen.

Hus aller Melt.

Eine Erinnerung an Graf Wilhelm Bismarck. DemStuttgarter Tageblatt" schreibt man: Im Jahre 1870/71 stand ich als Freiwilliger bei dem aus Württembergern gebil­deten Etappenkommando Villeneuve-St. Georges unter dem Befehle des Oberstleutnants Schneider und hatte dort, weil der Landessprache mächtig, meistens die Aufgabe, zu requiriren, weit ausgehende Patrouillen zu führen und, wenn Noth an Mann ging, auch rekonvaleszente Offiziere in einem uns zu Gebote stehenden Wagen nach Versailles oder sonstigen Stand­quartieren zu geleiten. Im Januar 1871 wurde mir eines Tages befohlen, den mit 12 Gardedragonern und 20 Pferden durchziehenden Leutnant Graf Wilhelm Bismarck sammt seinem Gepäck auf dem nächsten Wege nach Versailles zu bringen. Ich setzte mich zu den zwei großen Koffern auf einen der be­kannten hohen zweiräderigen Karren und fuhr an der Spitzc der Abtheilung auf der Pontonbrücke über die Seine nach Villeneuve le Roi. Von dort wollte ich wie gewohnt zuerst, der alten königlichen Straße folgend, Lonjumeau zu fahren und dann, auf die neue kaiserliche Straße einbiegenb. hinter dem durch seinen großen Geschützpark damals wohl be­kannten Villaconblai vorüber nach Versailles gelangen. Der junge Graf aber wollte einen Bekannten in einem Meudon zu gelegenen Neste besuchen und so fuhren wir eben draus los und gelangten abends bei strömendem Regen etwa um 8 Uhr in einem kleinen Dorfe an dessen Name mir ent­fallen ist, das von den Bewohnern ganz verlassen war und nur einige preußische Soldaten beherbergte. Ich suchte gemeinschaftlich mit dem Burschen des Grafen mich in einem der verlassenen Häuser, so gut es für eine Nacht eben ging, häuslich einzurichten, während Graf Bismarck noch nach Ver­sailles hineinreiten und seinen Vater, den er seit August nicht mehr gesehen, begrüßen wollte. Der Bursche, ein echter wort­gewandter Brandenburger, erzählte mir, als wir am Kamin unsere Abendmahlzeit bereiteten und dann noch zur Würze Kaffee tranken, alles mögliche aus der Familie, sich dabei ganz zu derselben zählend. Nachts 1 Uhr kam der junge, erst ISVs Jahre alte Leutnant zurück und der Bursche ging ihm das Pferd abzunehmen. Kopfschüttelnd kam er zurück und erzählte, daß sein junger Herr sehr schlecht gelaunt sei, weil der Alte" höllisch darüber gezankt habe, daß er sein Kommando verlassen habe. Am anderen Tage ging es zeitig nach Ver­sailles hinein, und auf der Mairie wurden für sämmtliche Dragoner und auch für mich und meinen Bauern Quartier­billette geholt. Welche strenge Auffassung übrigens der junge Graf von seinem Dienste hatte, geht daraus hervor, daß er nicht ruhte, bis seine sämmtlichen Dragoner sammt Pferden untergebracht waren. Dabei ereignete sich ein heiterer Zwischen­fall. Einer der Quartiergeber ein Porzellanwaarenhändler weigerte sich, die ihm zugeschriebenen zwei Dragoner zu nehmen, und es bedurfte des energischen Protestes, um den Mann gefügig zu machen. Da die Unterhaltung sehr.laut war, so sammelte sich bald ein großer Kreis Neugieriger vor dem Laden; als sie vollends erfuhren, wer der Offizier sei, da tönte es in einem fort:Voila le fils de Bismarck, le voila!" In dem kleinen Landhaus der Rue Provence, wo der viel bewunderte und gehaßte Mann sein Quartier hatte, wurde einer der Koffer abgeladen, und dort sah ich den Mann, der Deutschland in den Sattel gehoben hat, zum ersten Male. Kurz vorher hatte eine jener Sitzungen mit Jules Favre und Anderen stattgefunden, und noch sehe ich diese mit tiefbetrübten Mienen die Treppe herabsteigen, denn sie hatten für ihr schönes Frankreich auch heute wieder keine besseren Bedingungen erhalten. Im ersten Stocke stand der damals trotz aller Strapazen vortrefflich anssehende Mann, und als er die selten auftauchende württembergische Uniform sah, hatte er auch einige Worte für mich, und er ließ mir ein Essen geben, das nach bem langen Herumstehen in den Straßen von Versailles mir trefflich mundete. Für den jungen Grafen wurde Quartier in einem vrâchtigen Hause auf Boulevard de la Reine ge-