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10 Juni __________________

Heinrich Mühlschwein- Neu-Isenburg, T.-V.

Otto Holzschuh - Hanau, T.-G.,

Karl Weiß-OffenLack, T.-V.,

J. Abb-Offenbach, T.-G.,

Emil Stölting-Offenbach, T.-V., Georg Kirsch-Offenbach, T.-V.

Gegen 11 Uhr hatte das Preisturnen sein Ende erreicht. Um 2 Uhr nachmiltags bewegte sich der Festzug durch die geschmückten Straßen zum Festplatz. In kurzer ^dt waren die Festhallen dicht gefüllt. Eine vielhundertköpsige Menge wogte aus dem freien Festplatz bunt durcheinander. Die Fest­rede hielt Herr Lehrer Fickert. Eingangs derselben entbot er den zahlreich erschienenen Turnern herzlichen Willkommgruß, Allen aber, die zum Gelingen des Festes beigetragen, warmen Dank. In zündenden Worten kennzeichnete er alsdann markant den veredelnden Einfluß zielbewußter Turnübungen, der sich in Weckung und Stählung der Leibes- und Geisteskräfte, Pflege echt deutscher Tugenden, Wahrung und Mehrung deutscher Gesinnung und Heldenmuthes, Tapferkeit, Biederkeit und Treue geltend mache. Mit warmem Appell an die anwesende Turnerschaft, allzeit die hehren Ziele der Turnvereine im Auge zu behalten, schloß der Redner mit einemGut Heil" auf die segensreiche Fortentwickelung turnerischen Lebens in unserem geliebten deutschen Vaterland. Den Rest des Nachmittags füllten Kürtmnen, Konzert, sowie herkömmliche Volksbelustigun­gen aller Art. Punkt 7 Uhr fand Preisvertheilung statt, wonach die auswärtigen Festtheilnehmer den Heimweg antraten. Alles in Allem genommen dürfen sowohl Veranstalter wie Theilnehmer mit Befriedigung auf den wohlgelungenen unge­störten Verlauf des Festes zurückblicken. Fn.

Drabtberichte desDan. Hnz.

Die Lage in China.

London, 10. Juni. Nach einer Meldung aus Yoko­hama ist Graf Waldersee gestern in Kobe eingetroffen, wo er von dem Bürgermeister empfangen wurde. Er begab sich alsbald zum deutschen Konsulat und ist heute nach Kioto abgereist, um sich nach Tokio zu begeben.

Berlin, 10. Juni. Nach einer Londoner Depesche des Kleinen Journal" wird aus Peking gemeldet: Die Vorbe­reitungen für den Abzug des englischen Kontin­gent s sind im Gange, aber der Termin für die völlige Räumung ist noch nicht festgesetzt. Neun Transportschiffe werden innerhalb eines Monats erwartet. Die fran- z ö sischen Truppen haben Eentingfu und zwei andere Plätze wieder besetzt, weil es den Chinesen nicht gelungen ist, der Boxerbewegung in Tschili Herr zu werden. Die Deutschen befestigen jetzck ihre Abtheilung der Gesandtschaft. Ein Fort ist auf dem Stadtwalle hinter derselben geplant. Der deutsche Gesandte hat eine Bekanntmachung erlassen, welche Vorschriften darüber gibt, in welcher Weise die deutsche Abtheilung eingerichtet und der Zutritt der Chinesen zu der­selben beschränkt werden soll.

Verlèrr, 10. Juni. Nach einem Telegramm desKleinen Journals" aus London wird aus Peking gemeldet: Li-Hung- Tschang stellt die Meldung von der Zerstörung einer west­mongolischen Missions-Stätte in Abrede, gibt aber zu, daß die betreffende Gegend nicht ganz pazifizirt ist.

Peking, 9. Juni. (Reuter.) Li-Hung-Tschang erhielt eine halbamtliche Depesche, wonach der Hof Ende August nach Peking zurückkehren wird.

London, 10. Juni.Morning Post" meldet aus Shanghai, 9. Juni. Die Gurkha-Truppen, welche bisher hier gestanden, erhielten Befehl, sich nach Norden zu begeben, wo­durch die hiesige englische Garnison auf 2 Bataillone gemin­dert wird. Die Franzosen beabsichtigen eine hier bleibende Garnison vom 1. Bataillon zu halten.

Kaissr Kwangsü an die Chinese» im Sluslande.

Au die im Auslande weilenden Chinesen wendet sich ein Erlaß des Kaisers Kwangsü. In dem betreffenden Edikt, das den Gesandten Chinas jetzt zugsgangen ist, werden die , Söhne des Himmlischen Reiches eindringlich gewarnt, sich Kwang-ju-wei und seinen Irrlehren anzuschließen« Bekanntlich hat der Kaiser einige Zeit unter dem Einfluß dieses Mannes gestanden, mit dessen Hilfe er sein Reich nach dem von Japan gegebenen Beispiel zu reformiren gedachte. Die nach den Je een des Westens geplante Umwälzung war bereits in die Wege geleitet, als das orthodoxe Chinesenthum unter Führung der Kaiserin-Regentin den Gegenschlag führte. Nur mit Mühe hatte der Kaiser seinen Freund von der Rache der altchi­nesischen Partei zu schützen und ihm auf die Flucht zu helfen vermocht. Kwang-jn-wei entkam nach Honkong. Da aber ein hoher Preis auf seinen Kops ausgesetzt und sein Leben dort beständig bedroht war, so brachten ihn die Engländer, unter deren Schutz er sich gestellt hatte, nach Singapore. Dyrt sind zu seiner Sicherheit die strengsten Maßregeln ergriffen. So muß sich Jeder, der ihn zu sprechen wünscht, einer Leibesunter­suchung unterwerfen, ob er auch keine Waffe bei sich führe. Zahlreiche Beweise der Sympathie sind dem Verbannten aus allen Theilen der Welt von seinen aufgeklärteren Landsleuten zugegangen und gehen ihm noch zu, so daß er über reiche Geldmittel verfügt. Dies hat die Herrschaften in Singanfu offenbar mit neuer Besorgniß erfüllt, und ein Ausfluß dieser Besorgniß ist wohl jenes Edikt. Ist schon der für einen sol­chen Erlaß gewählte Zeitpunkt seltsam genug, so wirft das Edikt selbst ein grelles Licht auf die allen Schicksalsschlägen zum Trotz am Hofe herrschende Auffassung der Dinge. Denn der gegen den Reformator und einstigen Freund des Kaisers aufs neue gerichtete Bannstrahl zeigt, daß die Kaiserin- Regentin und die starre altchinesische Partei nach wie vor triumphirt.

Der Krieg irr Südafrika.

London, 10. Juni. Das Kriegsamt theilt die Antwort Kitcheners auf eine Mittheilung Brodricks mit. Kitchener de- mentirt darin die Meldung, nach welcher das Buren-Kommando Bayers in der Nähe von Warmbad aufgerieben worden sei.

London, 10. Juni.Daily Mail" meldet aus Kap­stadt: Das Kommando Binzens wurde von einer Buren-Ab-

Hanauer Anzeiger.

theilung südwestlich von Steinberg überrascht. Die englischen Verluste waren bedeutend. Trotzdem wurden 28 Buren ge­fangen genommen.

London, 10. Juni.Daily Mail" meldet aus Brüssel: Frau Botha wirb in nächster Zeit bei dem Präsidenten Krüger oorsprecheu. In der hiesigen Transvaal-Gesandtschaft glaubt man nicht, daß sie mit irgend einer Mission ihres Gatten be­traut sei. )

London, 10. Juni. Auf eine Anfrage Brodricks tele- graphirte Lord Kitchener, die Nachricht, daß am 5. Juni ein Theil der Burenkommandos unter Beyers überrascht und ge­schlagen wurde, sei unrichtig.

London, 10. Juni. Aus Kapstadt wird gemeldet: Die Agitation zu Gunsten der Aufhebung der verfassungsmäßigen Rechte nimmt immer mehr zu. Ter Empfang, welchen der Gouverneur bei den Holländern in den weltlichen Distrikten gefunden, spricht sehr zu Gunsten dieser Maßregel.

London, 10. Juni. Das Kabinet in Kapstadt befaßt sich augenblicklich mit dem Studium einer Anzahl öffentlichen Albeiten zur Hebung der Landwirthschaft und des Handels. Besonders studirt dasselbe die Herstellung schmalspuriger Eisen­bahnen in allen Distrikten, wo solche erwünscht sind sowie die Herstellung von Bewässerungs-Kanälen.

London, 10. Juni. Aus Middelburg wird gemeldet: Mehrere tonangebende Persönlichkeiten wünschen das Ende des Krieges und erklären als das beste Mittel, ein Dekret zu er­lassen, welches verfügt, daß alle die Buren-Farmen, die von ihren Eigenthümern innerhalb einer gewissen Zeit nicht in Besitz genommen werden, mit Beschlag belegt werden.

Berti», 10. Juni. DasBerliner Tageblatt" melbet aus Budapest: Der Buren-Kommandant Dewet hielt gestern vor vielen tausenden Z lhörern einen begeistert aufge­nommenen Vortrag über die Greuelthaten des südafrikanischen Krieges. Die versammelte Menge beschloß eine Resolution, welche einen internationalen Schiedsspruch fordert. Aus der Versammlung wurde eine Huldigungsdepesche an den Präsi­denten Krüger abgesandt.

Dublin, 9. Juni. Der mit Frau Boiha in London eingetroffene Oranjebur Fischer erklärte auf der Reise nach Europa dem Vertreter desFreemans Journal", Frau Botha unternehme die Reise in erster Linie ihrer Gesundheit wegen, werde jedoch, wo immer sie Einfluß enthüben könne, mit der Zustimmung Kitcheners ihr Neußerstes thun, um den Stand der Dinge zu bessern und die Lage des Landes milder zu gestalten. Sie handle durchaus auf eigene Verantwortung, doch werde wahrscheinlich, wenn Krüger ihren Vorstellungen nicht nachgebe, ein beträchtlicher Theil der Buren selbständig handeln und die Feindseligkeiten einstellen.

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Berlin, 10. Juni. Wie demBerliner Tageblatt" aus Rom gemeldet wird, empfing der König den Grafen Wedel, welcher im Auftrage des Kaisers dm Herzog von Aosta zu den Danziger Manövern und den Grafen von Turin zu den Kavallerie-Manövern einlub. Der König drückte seine ganz besondere Freude über die den beiden Prinzen wider­fahrene Ehrung aus.

Berlin, 10. Juni. DasKleine Journal" meldet aus dem Haag: Nachdem in den Beziehungen Deutschlands zu den beiden Mächten des Zweibundes in jüngster Zeit eine herzliche Intimität eingetreten ist, wie eine solche seit Jahrzehnten nicht zu erzielen war, werden die Früchte dieses freundschaftlichen Zusammengehens in allernächster Zeit in die Erscheinung treten. Die glänzenden Truppen Revuen in Berlin und Pots­dam waren blos die äußere Veranlassung, aber nicht der innere Grund, welcher um dieselbe Stunde die jugendliche Königin Wilhelmine der Niederlande und den französischen General Bonnal an das Hoslager Kaiser Wilhelms geführt hat. So ist denn von Berlin aus 'in vollem Einverständnis) mit den Mächten des Dreibundes und des Zweibundes und wohl auch im Einklang mit den persönlichen Wünschen des Königs Eduard selbst die Aktion ausgegangen, welche weit entfernt, eine politische Spitze gegen England zu bedeuten den helden- müthigen Buren, den wackeren Vertheidigern ihrer heimischen Scholle in baldiger Frist einen ehrenvollen Frieden und der englischen Armee die ersehnte Ruhe bringen dürfte.

Berlin, 10. Juni. Aus verschiedenen Theilen des Reiches laufen Mittheilungen darüber ein, daß auch in den Bundesstaaten die Anarchisten von der Behörde in Bezug auf ihre Agitation scharf überwacht werden, sogar rigoros werde gegen sie vorgegangen. So werde ein Anarchist Likier, ein geborener Oesterreicher, von den bundesstaatlichen Behörden überall, wo er nur auftauche, sofort abgeschoben. In einem Falle sei ein Anarchist telephonisch von der Arbeit zur Polizei berufen worden und habe dadurch seine Arbeit verloren. In Schmiedeberg wurde der Anarchist Pöschl, als er sich von der Post Zeitungen Holte, von Gendarmen nach der Polizei ge­bracht, wo man bei ihm anarchistische Schriften vorfand und konfiszirte. Im Norden Berlins werden die Anarchisten zur Gründung eines Anarchisten-Klubs zusammenberufen.

Berlin, 10. Juni. Der Termin für die Reichs­tags-Ersatzwahl im Wahlkreise Memel-Heydekrug ist auf den 19. Juli anberaumt worden.

Berlin, 10. Juni. Die Morgenblätter melden: Durch eine Mehlstaub-Explosion wurden in der letzten Nacht in einer Bäckerei in der Stendalerstraße 4 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Bäckergeselle wurde so schwer verbrannt, daß sein Zustand Besorgniß erregt, die übrigen Gehilfen sind leicht verletzt; auch der Meister hat leichte Wunden erlitten. Das ausgebrochene Feuer konnte schnell gelöscht werden.

Dünkirchen, 10. Juni. Zwei Matrosen des nach Chile unterwegs befindlichen ViermastersSarapaka" sind, während sie einen ins Meer gestürzten Kameraden retten wollten, e r- trunken, ohne daß ihnen Hilfe gebracht werden sonnte.

Madrid, 10. Juni. Ein Telegramm aus Melilla meldet die Abfahrt des französischen KreuzersDiichaylc" und der marokkanischen FregatteEl Baschir". An Bord der Letzteren befinden sich der Kaid von Kebdana und mehrere Marokkaner, welche an der Ermordung des französischen Kauf­manns Pouzet betheiligt sind.

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Chambery i. Savoyen, 10. Juni. Ein Amerikaner namens Schandale wurde während der Fahrt zwischen Mon­däne und St. Michel von 3 Individuen, die sich in dem- telden Wagenabtheil befanden, ausgeplündert. In St. Jean und St. Mourienne verständigte Schandale die Gendarmerie von dem Diebstahle. Die Gauner flüchteten und sprangen in den sehr angeschwollenen Arc-Fluß, wo sie ertranken.

Paris, 9. Juni. Zwei neue Verhaftungen von Anar­chisten fanden gestern statt. Es handelt sich um einen 22jährigen Maler und einen jungen Chemiker. Beide hatten bereits Bomben angefertigt. Sie fabrizirten neuerdings solche aus Borax und wollten in dem Augenblick, als sie verhaftet wurden, ein Attentat ausführen.

Paris, 10. Juni. In Lyon wurde der Direktor der Jndustrial-Commercial-Bauque, Fombonne, wegen Veruntreu­ungen eines Theiles der Einlagen verhaftet. Soweit bisher festgestellt werden konnte, beträgt das Defizit 120000Frcs.

Paris, 10. Juni. In mehreren Städten des Nordde­partements, wiejNoubaix und Armentieres, wurden von Sozia­listen gestern lärmende Kundgebungen gegen die Fronleichnams­prozession veranstaltet. In Roubaix kam es hierbei zu ernsten Ruhestörungen und Raufereien. Einzelne Theilnehmer wurden durch Steinwürfe leicht verletzt. Die Polizei nahm eine Anzahl Verhaftungen vor.

Paris, 10. Juni. Am Schlüsse des gestrigen Rennens in Auienil versuchte eine Gruppe von Sozialisten eine Kund­gebung gegen das Ministerium zu veranstalten. Einige Ma­nifestanten, welche insbesondere den Justizminister beim Ver­lassen des Rennplatzes mit höhnischen Rufen verfolgten, wurden festgenommen, darunter Mathieu Lesseps, der Sohn des Er­bauers des Suez-Kanals, doch wurden die Verhafteten nach Aufnahme des Protokolls wieder frei gelassen.

Nancy, 9. Juni. Der Apotheker Four erschoß den Direktor der Pharmazieschule Bleicher, weil Letzterer von Four verkauftes Chinin der Staatsanwaltschaft übergeben hatte. Four verübte sodann Selbstmord.

Belgrad, 10. Juni. Infolge des energischen Einspruches des fertigen Gesandten in Konstantinopel wegen der wieder­holten Grenzverletzungen durch die Albanesen befahl der Sultan dem General Hamdi Pascha sich an die Grenze zu begeben. Hamdi Pascha erhielt die Bevollmächtigung, zur sofortigen Ablösung der jetzt dort stehenden türkischen Grenz­truppen zu schreiten, falls es sich, der Untersuchung nach, für nothwendig erweisen sollte.

Sport.

W. Frankfurt a. M., 9. Juni. Beim heutigen Rennen gewann den großen Preis von Frankfurt (10 000 Mark und Ehrenpreis des Großherzogs von Hessen und bei Rhein) Rittmeister Graf Stauffenberg vom 20. Ulanen-Regt. in Ludwigsburg aufBorthfield". Zweiter wurde Leutnant Suermoudt (24. Drag.-Regt.) aufGolden Elf".

Kunst und Leben.

Der Fürst von Montenegro, der sich durch sein DramaDie Kaiserin des Balkans" in die Litteratur einge- sührt hat, arbeitet gegenwärtig an einem großen historischen Roman aW der Epoche des Herzogs Stefan, des Gebieters der Herzegowina. Der Roman gibt die Geschichte dieses Herzogs zugleich mit der Geschichte der Tschernojewitsch, der Schöpfer Montenegros.

Hus aller Melt.

Der Wiegenkrieg zwischen Rom und Cettinje. Prinzessin Jolanda, der jüngste Sproß des italienischen Königs­hauses, ist erst wenige Tage alt; aber schon ist um ihretwillèr ein Krieg entbrannt, und zwar zwischen der italienischen und der montenegrinischen Hauptstadt. Bekanntlich hat die Stadt Rom eine prächtige, äußerst kunstvoll gearbeitete Wiege für das zukünftige Königskind herstellen lassen, die mit Dank vom König Victor Emanuel als Geschenk entgegengenommen wurde. Denselben Gedanken hatten aber auch die Einwohner von Cettinje, auch sie ließen eine Wiege, anfertigen. Denn Königin Helena, die in Cettinje geboren ist und bis zu ihrer Vermählung gewohnt hat, genießt dort große Popularität. Als nun die Fürstin Milena letzthin zu ihrer Tochter reiste, wurde sie gebeten, dem jungen italienischen Königspaar das prachtvolle Geschenk der Montenegriner mitzubringen. Die junge Prinzessin kam zur Welt und wurde in die Wiege von Cettinje gelegt zllm großen Mißvergnügen der römischen Ein­wohnerschaft, deren Eigenliebe dadurch erheblich verletzt wurde. Rom ist diesmal unterlegen, hofft aber auf Revanche, wenn ein^Priuz geboren wird.

Mainwasserwärme heute Vormittag 17 Grad.

Die Deutsche LebensversicherungsbankArminia" in München hatte auch im verflossenen Geschäftsjahre recht befriedigende Resultate zu verzeichnen. Der Versicherungsbestand sowie diePrämien- Einnahme, die Reserven- und Garantiemittel sind erheblich gestiegen, ebenso, hat sich der Jahresüberschuß gegen das Vorjahr beträchtlich vergrößert, sodaß sowohl den Versicherten wie Aktionären höhere Ge­winnbeträge überwiesen werden konnten. Folgende Hauptzahlen be­stätigen dies im Einzelnen. Es traten im Jahre 1900 insgesammt 12 622 Versicherungen über 9 474 300 Mk. neu in Kraft. Der Ge- sammt-Versicherungsbestand stellte sich Ende des Berichtsjahres auf 56 239 Versicherungen mit 48 829 000 Mk. Versicherungssumme. Ferner haben sich gehoben: die Prämien-Einnahme auf 2 067 0L0Mk., die Prämien-Reserve auf 7123 500 Mk., die Gewinn-Reserven der Versicherten auf 174 600 Mk., die vorhandenen Garantiemittel auf 9 775 800 Mk. Der Brutto-Ueberschuß betrug 158152 Mk. Hiervon verblieb nach Ueberweisung von 72 046 Mk. an die Versicherten ein Retto-Ueberschuß von 86106 Mk., woraus an die Aktionäre eine Dividende von 7'/-"/» der geleisteten Baareinzahlung vertheilt wurde und, nach verschiedenen sonstigen Ueberweisungen, der Restbetrag von 17 477 Mark auf neue Rechnung vorzutragen ist. Speziell sei noch auf die neue Lebensversicherung derArminia" aufmerksam gemacht. Danach gelangt beim Ableben des Versicherten in den ersten 5 Jahren Re doppelte und beim Tode in den nächsten 5 Jahren die anderthalbfache Versicherungssumme zur Auszahlung. Dabei sind die Prämien nur wenig höher als diejenigen für die sonst übliche einfache Lebens­versicherung.