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Hanauer Anzeiger

7. Juni

Seite 2

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noch fern. Der Bericht streifte den ministeriellen Erlaß, der den Beitritt zum deutschen Sparkassenverband und den Zweig- verbänden empfiehlt, und betonte in seinen weiteren Auf­führungen, daß die Einführung der losen Konti gute Fort­schritte mache. Zum Schlüsse wurde erwähnt, daß einzelne nassauische Sparkassen (im Ganzen zählt Nassau 10 kommunale Sparkassen) bei dem Vorstand die Anfrage gestellt haben, ob sie sich dem hessischen Sparkasseuverbande auschließeir könnten. Der Vorstand habe in einer der Hauptversammlung vorange­gangenen Sitzung sich mit der Anfrage beschäftigt, da einzelne Kassen, z. B. Biedenkopf, direkte Anträge gestellt hatten. Der Vorstand sei der Ueberzeugung gewesen, daß bei einem so wich- tigen Anträge nichts übereilt werden dürfe. Es werde Statuten­änderung, eine andere Zusammensetzung des Vorstandes, event, auch eine Benennung als hessen-nassauischer Verband nothwendig sein. Der Vorstand habe deshalb beschlossen, der Hauptver­sammlung zu empfehlen, ihn zu ermächtigen, mit den nassau­ischen Sparkassen behufs deren Anschluß an den hessischen Verband und event. Bildung eines hessen-nassauischen Verbandes in Verhandlung zu treten. Nachdem dieser Bericht zur Kennt­niß genommen, wurde sofort der vorstehend erwähnte Antrag des Vorstandes zur Berathung gestellt. Der Antrag wurde einhellig angenommen. Zu bemerken ist hierbei, daß dem hessischen Ver­bände bereits eine nassauische Kasse angehört, und zwar die städtische Sparkasse in Frankfurt a. M., die aber aus der Bockenheimer Kasse hervorgegangen ist, woraus ihre Zugehörig­keit zum hessischen Verbände resultirt. Der Herr Ober­präsident Graf Zedlitz-Trützschler ergriff darauf das Wort und nahm vorerst Bezug auf einen von Herrn Boedicker- Cassel in seinem Geschäftsbericht gestreiften Ministerialerlaß, welcher sich mit dem Sparkassenverband beschäftigt und den einzelnen Kassen den Beitritt zu dem deutschen Sparkassenverband empfiehlt, um der zu Tage getretenen Auffassung entgegen-u- treten, als hätte er diesen Erlaß nicht rechtzeitig in vollem Um­fange zur Kenntniß der Sparkassen gebracht. Vielmehr habe er bereits am 30. März einen eigenen Erlaß veröffentlicht, welcher sich mit dem Inhalt des an ihn gerichteten Ministerial­erlasses im Wesentlichen deckt. Materiell aus die Sparkassen­sache eingehend, bezeichnete er es als von großem Werthe, wenn die Revisionen etwas zahlreicher erfolgen könnten als bisher, zumal dieselben doch einen wesentlichen Theil der Thätigkeit des Sparkassenverbandes bildeten und schon deshalb, weil sie sich ja nicht ausschließlich auf das rein formale Rechnungswesen zu beziehen hätten und geeignet wären, auch noch andere Auf­gaben zu lösen, häufiger vorgenommen werden sollten. Was die Frage des Anschlusses der nassauischen Sparkassen an den Verband anlange, so könnte er sich wohl eines Urtheils ent­halten. Er rühme vorläufig nur die hochinteressante Mit­theilung entgegen, daß derartige Anträge hierher gelangt seien und der Vorstand bereits hierzu Stellung genommen habe.

Der Vorsitzende Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus be­merkte auf den zum Ausdruck gebrachten Wunsch, die Revisionen etwas zahlreicher erfolgen zu lassen, daß es nicht am guten Willen, vielmehr oft an den Objekten gefehlt habe, nur 45 Sparkassen hatten sich anfangs revidiren lassen. Aus diesem Anlässe hatte man sich 1897 an die Regierung nach Cassel gewendet, mit der Bitte, das Verbaudsmstitut zu empfehlen. Die Antwort fei allerdings nicht zur Zufriedenheit ausge­fallen, demgegenüber mit lebhaftem Vergnügen heute das Er­scheinen des Herrn Oberpräsidenten und des Herrn Regie­rungspräsidenten begrüßt werde, woraus zu ersehen sei, daß die Regierung auf einem dem Verbände wohlwollenden Stand­punkte stehe.

Hieran anschließend wies Herr Regierungspräsident v. Trott zu Solz darauf hin, daß auch er bei Antritt seines Amtes im Jahre 1899 gefunden habe, daß die Regierung den erörterten Bestrebungen gegenüber eine abwartende Stellung eingenommen habe. Wie er annehme, habe man erst abwarten wollen, ob sich die Einrichtung bewähren würde, ehe man eine bestimmte Stellung nach außen hin annehmen könne. Auch er habe jedoch anfänglich eine abwartende Stellung eingenommen, sei aber nunmehr zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Sparkasten­verband eine wohlthätige Einrichtung sei und habe deshalb umso lieber die Anordnung des Herrn Ministers, den Spar- kassenverband zu empfehlen, befolgt und werde, sobald er in den Besitz der bezüglichen Erlasse käme, mit dem Sparkassen­verband in Verbindung treten. Er hoffe, daß das Zu­sammenwirken der Aufsichtsbehörde mit dem Spar­kassenverband von den besten Erfolgen begleitet sein werde. Wie bereits erwähnt, habe seither ein Mangel in der geringen Zahl der Revisionen gelegen, zumal es für eine Aufsichtsbehörde ja am richtigsten sei, für sachgemäße hin­reichende Revisionen zu sorgen.

Nach Verlesung des Kassenberichts und Bericht der Nech- nungsrevisoren folgten die in der Tagesordnung vorgesehenen Referate.

Ueberdie Versicherung der Bestände der öffentlichen Spar­kassen gegen Einbruchsdiebstahl" referirt Herr Bürgermeister Salomon-Schlüchtern, dessen Ausführungen in folgendem, dann auch zum Beschluß erhobenem Anträge gipfelten:Der Vorstand wird ersucht, durch Umfrage festzustellen, ob und wo ein Bedürfniß vorliegt, eine derartige Versicherung abzuschließen."

Ueberdie Betheikgung der öffentlichen Sparkassen an der Förderung des Arbeiterwohnungswesens" referirte Herr Spar- kassendirektor W i ch m ann- Eschwege, und zwar an Händen der vom Rheinischen Arbeiterwohnungsverein in einer Denk­schrift niedergelegten Vorschläge. Diese Vorschläge wurden von dem Herrn Referenten in vielen Punkten als über das Ziel hinausschießend bezeichnet. Nach seiner Ansicht seien in erster Linie die Mittel der Landesversicherungsanstalt hierfür bereit zu stellen, da ja auch die Sparkassen in dieser Beziehung kaum viel thun könnten. Aber überall da, wo ein Be­dürfniß vorliege, solle nach Kräften mitgewirkt werden. Herr Landrath v. Schenck führte dazu ungefähr aus: Er freue sich, aus dem Referat zu ersehen, daß der Vorstand des Verbandes sich im Wesentlichen auf den Standpunkt gestellt habe, der auch von der Kreissparkasse in Hanau vertreten worden ist. Er könne den Ausführungen des Referenten nur zustimmen und müsse auch seinerseits entschieden davor warnen, diesen Anregungen, deren Zweck ja ein sehr anerkennenswerter

sei, Folge zu leisten. Er glaube, daß die Wohnungsfrage in der Hauplsache eine* Frage der großen Städte ist. Die große Mehrzahl der Sparkassen erstrecke sich aber nur auf das Land und es scheine ihm etwas viel verlangt, wenn die ländliche Bevölkerung ihre Ersparnisse zur Förderung des Arbeiter- wohnungswesens verwenden solle. Eine Wohnungsnoth, wie sie in großen Stäb en vorhanden, bestehe hier im Landkreise nicht. Es fei nachgewiesenermaßen seit langen Jahren mit der Vermehrung der Bevölkerung auch eine verhältnißmäßig gleiche Vermehrung der Wohnungen Hand in Hand gegangen. Dieser Umstand falle jedoch bei Beurtheilung der zur Verhand­lung stehenden Frage um so schwerer ins Gewicht, als die Bevölkerung des Landkreises Hanau wegen der Nähe der großen Städte zu einem großen Theile aus industriellen Ar­beitern bestehe. Auch in der Stadt Hanau lägen die Verhält­nisse gleich günstig. Seit 1886 hätte die Stadt um 3500 Seelen einerseits und um 350400 Wohnhäuser anderseits zugenommen. Daß eine Wohnungsnoth in der Stadt nicht bestände, illusirire auch die Thatsache, daß für viele nicht in gutem Stand befindliche Wohnungen Miether nicht zu be­kommen wären. Außerdem gehörten zu den Einlegern in Sparkassen doch nicht ausschließlich Arbeiter, sondern in viel höherem Maße kleine Gewerbetreibende und Beamten, von deren Gelde den Arbeitern Wohnungen zu bauen wohl nicht zu empfehlen ist. Diesen Ausführungen schloß sich der Dele- girle der städtischen Sparkasse Frankfurt im Wesentlichen an. Auch die Frankfurter Sparkasse könnte sich für diese Sache nicht erwärmen und würde höchstens event, sich bildenden Arbeiterbauge- nosteuschaf ten Gelder zum Bau von Arbeiterwohnhäusern vorschießen oder durch Vermittelung der Landesbank zu diesem Zwecke beitragen. Auch der Herr Oberpräfident griff mehrmals in die sich weiter ergebende Debatte ein.

Zum Schluß folgten Mittheilungen des Herrn Justizraths Dr. H ar n i e r-Cassel über den Entwurf eines Gesetzes betr. die Landeskreditkasse zu Cassel, dabei betonend, daß die ins Auge gefaßte größere Bewegungsfreiheit der Landeskreditkasse jedenfalls feine Gefährdung der kommunalen Sparkassen in sich schließen werde. Dir Herr Oberpräsident, der mehrmals in die Debatte eingreift, gibt seiner persönlichen Ansicht Aus­druck, daß die Absicht, bei der Landeskredilkasse einen Spar- kassenverkehr, wie ihn die kommunalen Kasten üben, einzu- sühren, nicht bestehe. Er frage sich auch, mit welchem Erfolge denn derartige Einrichtungen getroffen werden sollten, da die Landeskredilkasse einen solchen Apparat, wie ihn die kommu­nalen Sparkassen besitzen, kaum ins Leben rufen könne und z. B. umgekehrt die nass. Bank anfange, die Konkurrenz der kommunalen Sparkassen zu fürchten. Er halte es für ausge- schlosten, daß die Landeskreditkaste den 66 Sparkassen des Re­gierungsbezirks gefährlich werden könne. Herr Stadtkassenrath Boe dick er hatte eine längere Resolution vorgeschlagen, die er nach den als dankenswerth anerkannten Erklärungen des Herrn Oberpräsidenten einer Umänderung unterzog. Der Herr Oberpräsident hob noch hervor, daß billiger, als that­sächlicher Geldwerth sei, auch die Landeskredilkasse nicht ver­leihen könne, dies vermöge keine, auch nicht die kräftigste Geld- institution. Auch glaube er nicht, daß mit Rücksicht auf das vorgeschrittene Stadium, in welchem sich der Gesetzentwurf be­reits befindet, irgend welcher praktische Erfolg durch ein Vor­gehen erzielt werden könne. Die nun von Herrn Stadt­kassenrath Boedicker vorgelegte, bereits erwähnte Resolution halte folgenden Wortlaut:Der hessische Sparkasten-Verband beschließt, an die Königl. Staatsregierung die Bitte zu richten, zu dem von dem Kommunalverbande des Regierungsbezirks Castel vorgeschlagenen Gesetzentwürfe betr. die Landeskreditkaste eine Festlegung dahin zu treffen, daß seitens der Landeskredit­kasse die Errichtung einer Sparkasse bezw. die Schaffung von sparkassenähnlichen Einrichtungen nicht vorgenommen wird. Der hestische Sparkassenverband hält den möglichsten Schutz her im Regierungsbezirk Cassel in so hoher Blüthe stehenden und so segensreich wirkenden kommunalen Sparkassen für drin­gend erforderlich." Die Resolution wurde mit großer Mehr­heit angenommen. Die Bestimmung des Ortes der nächsten Hauptversammlung wurde dem Vorstände überlassen. Mit einigen Dankesworten an die Herren Referenten und an Alle, die sich an der Debatte betheiligt haben, schloß kurz nach 8 Uhr der Vorsitzende, Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, die 6. Jahresversammlung und sprach zugleich die Hoffnung aus, daß die diesjährigen Verhandlungen den Sparkassen zum Vortheil gereichen mögen.

Hierauf begaben sich die Theilnehmer nach demBürger- verein", woselbst eine gesellige Vereinigung stattfand.

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Hessischer Stadtetag.

Bei der Eröffnung des heute im Saale des Stadtschlosses dahier stattsindenden 12. Hessischen Städtetages hieß der Vor­sitzende desselben, Herr Oberbürgermeister Müll er-Castel die Erschienenen herzlich willkommen. Besonders dankte er den erschienenen Ehrenmitgliedern für ihre Theilnahme an den Verhandlungen und begrüßte endlich aufs herzlichste den Herrn Regierungspräsidenten v. Trott zu Solz und den in Ver­tretung des leider an der Theilnahme verhinderten Herrn Ober- präsidenten Grafen Zedlitz-Trützschler erschienenen Herrn Reg.- Assessor Schulin. Auch über das Erscheinen des Herrn Landraths v. Schenck, des Reg.-Baumeisters Schmick aus Frankfurt u. A. sprach Redner seine Freude aus und schloß seine Ausführungen mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unseren allvrrehrten Kaiser und König Wilhelm IL Hierauf ergriff Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus das Wort, um die Anwesenden im Namen der Stadt Hanau herz­lich witlfommen zu heißen und der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß alle Theilnehmer von ihrem hiesigen Aufenthalt die besten Erinnerungen mit nach Hause nehmen werden. Diese Hoffnung sei um so berechtigter, als doch von hier aus der erste erfolgreiche Anstoß zur Gründung des Hessischen Städtetages erfolgt sei und die Stadt Hanau also gewisser­maßen die Geburtsstätte desselben darstelle. Der Herr Vor­sitzende dankte nunmehr Herrn Oberbürgermeister als Ver­treter der Stadt Hanau für den herzlichen Empfang und gab hierauf Kenntniß von dem Ableben des Herrn Bürger­

meisters Winter-Homburg, zu dessen Andenken sich die An­wesenden von ihren Sitzen erhoben. Herr Bürgermeister Grünewald-Biedenkopf begrüßte die Anwefenden im Namen des nassauischen Städtetages und wünschte den Ver­handlungen' besten Verlauf. Herr Regierungspräsident Trott zu Solz dankte dem Herrn Vorsitzenden für die herzlichen Begrüßungswoet! und die freundliche Einladung. Es sei für ihn vom größten Werthe, in inniger Beziehung zu den An­schauungen ;n bleiben, welche die einzelnen Vertreter im Re­gierungsbezirke hegen. Der von Herrn Bürgermeister Schöffer- Gelnhausen erstatt.te Rechnungsbericht ergab folgende Daten: Baarbestand vom Vorjahre 895.25 Mark. Einnahme im laufenden Jahre 758.01 Mk., Ausgabe 810.25 Mk., verbleibt Kassenbestand von 837,01 Mk. 40 Mk. restiren noch. Hiervon sind bei der Kreissparkaste angelegt 750,74 Mark. Die statutenmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Oberbürgermeister Dr. Antoni- Fulda und Bürgermeister Lorenz- Witzenhausen werden per Akklamation wiederge­wählt. Einer Anregung aus der Mitte der Versammlung nachgebend, ermächtigt der Städtetag den Vorstand zum Rechte der Zuwahl, um auch den kleineren Städten zur Vertretung im Vorstande Gelegenheit zu geben. Hierauf gab Herr Boedicker- Cassel einen recht interessanten Rückblick auf die Entwickelung des Städtetages seit seiner Gründung am 12. Mai 1890, welche hauptsächlich dem thatkräftigen Vorgehen des früheren Oberbürgermeisters von Hanau, Herrn Westerburg, zu danken sei. Während damals 40 Städte des Regierungsbezirks dem Städte- tage beigetreten sind, gehören demselben heute 54 Städte an und nur 10, durchweg kleinere Städte, ständen demselben noch fern. Redner schilderte die Thätigkeit des Städtetages auf praktischem und auf idealem Gebiet, streifte die verschiedenen Gesetzentwürfe, welche ihre Ent­stehung und Ausarbeitung dem Städtetage verdanken. Der Städtetag werde seine Aufgabe, den hessischen Städten jederzeit ein treuer Berather zu sein, stets redlich erfüllen. Da Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda durch Krank­heit am Erscheinen verhindert ist, referirt Herr Oberbürger­meister Dr. Gebeschus-Hanau über den bisherigen Stand der Berathung über die Errichtung einer Ruhegehaltskasse für Gemeindebeamte, in Verbindung mit einer Kasse zur Versorgung der Wittwen und Waisen derselben im Regierungsbezirk Cassel und schlägt vor, 500 Mk. zu bewilligen zur weiteren Ver­folgung der Angelegenheit seitens der hierzu bereits früher ge­wählten Kommission und die Berathung des Punktes selbst der nächsten Jahresversammlung vorzubehalten. Diesem Vorschlag wird stattgegeben.

Die Herren Bürgermeister Strauß -Hersfeld und Stadt-, kassmrath B o e d i ck e r-Cassel referirte über das Gesetz betr. die Anstellung und Versorgung der Kommunalbeamten vom 30. Juli 1899 in sachgemäßer, leichtfaßlicher Weise und definirte Ersterer u. A.: Die unterschiedlichen Bestimmungen des Kommunalbeamtengesetzes von der hessischen Städte­ordnung.

Unter Punkt 7 der Tagesordnung referirte Herr Re­gierungsbaumeister Sch mi ck-Frankfurt überdas getrennte Entwässerungssystem für mittlere und kleinere Städte und der gegenwärtige Stand der Abwässerreinigung." Redner be­leuchtet die Vortheile und Nachtheile der verschiedenen Systeme und sprach über Klärbeckenanlagen und Rieselfelder.

Wegen der unerwartet schnell erledigten heutigen Tages­ordnung wurde der ursprünglich für morgen angesetzte Vortrag des Herrn Stadtbauraths Höpfner aus Cassel überDas Oeffentliche) Badewesen" von dem Redner noch heute gehalten. Er schilderte die auf diesem Ge­biete gemachten Fortschritte und empfahl die Devise der deutschen Gesellschaft für Volksbäder:Jedem Deutschen jede Woche ein Bad" zur allgemeinen Beherzigung. Herr Oberbürgermeister Müller- Cassel wünscht hierzu, daß wir uns diesem Gebiet immer mehr zuwenden möchten.

Als Ort für die Versammlung des nächsten Städtetages wurde Marburg gewählt.

Der Vorsitzende Herr Oberbürgermeister Müller- Cassel schloß hierauf die 12. Versammlung des hessischen Städtetags.

Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.

Bergen-Enkheim. Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung des in der Gemarkung Bergen-Enkheim belegenen, im Grundbuche von Bergen-Enkheim zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen: 1) des Johannes Wilhelm Buchenhorst (Jakobs 3r Sohn), 2) der Ehefrau Johannes Ewald (Jakobs ir Sohn), Katharina Elisabeth, geb. Krebs, beide von hier, eingetragenen Grundstücks, soll dieses Grundstück am 22. Juli 1901, vormittags 11 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Bergen Zimmer Nr. 2 versteigert werden.

Patent-Ertheilungen.

Nr. 122 352. Verfahren zur Darstellung von beizen- färrbendenFarbstoffen derPhtale'inreihe. Leopold Casselcka L Co. in Frankfurt a. M., vom 26. Juli 1900 ab. Kl. 22b.

Nr. 122 353. Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen mittels aromatischer Amidobenzylbasen. Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst a. M., vom 15. Mai 1900 ab. Kl. 22e.

Schiffsbericht.

Hamburg, 1. Juni. Der DampferSuevia" von der Hanrburg-Amerika-Linie ist vorgestern in Singapore ein­getroffen.

New-Nork, 2. Juni. Der DampferNew-Dork" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffochrts- Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.