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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev.

General-Anzeiger.

AWchts Olssn fir Stob und Fanärtls Hans«.

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Für Stadt- und Landkreis Hanan 10 Pfg. die fünf- gespaltene Petitzcile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg.^ im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Nr. 127

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

Montag den 3. Jnni

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

1901 in.......

Amtliches.

Candkreis Dan au.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter den Schafen der Gemeinde Niedergründau (Kreis Gelnhausen) ist die Räude ausgebrochen.

Hanau den 31. Mai 1901.

Der Königliche Landrath.

V 5963 v. Schenck.

6tfiiint M iMli«»r EkseHÄSe etc

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 4,52 Mk. 1 silberne Damenuhr mit Goldrand und Kette, sowie ein Ningmaß; abzuholen Bürgermeisterei Großauheim.

Verloren: 1 Bund Schlüssel. 1 Päckchen mit Stickerei.

Entlaufen: 1 brauner Spitz mit weißer Brust, m. Geschl.; gegen Belohnung abzugeben.

Hanau den 3. Juni 1901.

Politische Rundschau.

Zum Tode Wilhelm V. Bismarcks. Die national­liberaleKönigsb. Allg. Ztg." widmet dem Dahingeschiedenen folgenden Nachruf:Seit dem März 1895 stand Graf Wil­helm v. Bismarck an der Spitze unserer Provinz. Allerlei widrige Umstände, die nicht weiter zu erörtern sind, fügten es, daß sein Verhältniß zu weiteren Kreisen der Bevölkerung sich nicht ohne weiteres so gestaltete, wie für beide Theile wünschens- werth sein mußte. Er war eine ganz auf sich selbst gestellte Persönlichkeit, ein Mann von gefesteter Weltanschauung und durchdrungen von den Grundsätzen, die ein Leben und Wirken in großer Umgebung in ihm gereift hatten. So wurde bcr Verstorbene hier bald allgemein angesehen und hoch geehrt als das, was er war: als ein ganzer Mann, aufrichtig verehrt und geliebt von jedem, der ihm persönlich näher treten durfte. Für das Wohl der Provinz, die seiner Verwaltung unterstillt war, hat er treu und mannhaft gestrebt; überdies war er, ausgestattet mit einfin quellenden Humor und einer ins Leben lachenden Jovialität, in ungewöhnlichem Maße ein Förderer edler Geselligkeit.

Termin für die EnihüAnng des Bismarck- Denkmals. Mit Genehmigung des Kaisers ist die infolge des Ablebens des Oberpräsidenten Grafen Wilhelm v. Bis­marck verschobene Feier für die Enthüllung des Bis­marck-Denkmals aufSonntag den 16. Juni um 12 Uhr festgesetzt worden.

Die Abreise der Königin Wilhelmina. Die Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich der Niederlande sind vorgestern Nachmittag kurz nach 5 Uhr von Potsdam nach Rabensteinfels abgereift. Zur Verabschiedung waren auf dem Bahnhof anwesend der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold, ferner die Herzogin von Albany, Prinzessin Alice von Großbritannien, der Herzog von Koburg, Prinz und Prinzessin Ernst von Sachsen-Alten­burg, die Umgebung vom Dienst und die Mitglieder der holländischen Gesandtschaft. Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich verabschiedeten sich von dem Kaiser und der Kaiserin auf das Herzlichste.

Gräfin Stefanis Lonhay, die vcrwittwcte Kron­prinzessin von Oesterreich, liegt in Baden krank darnieder. Ihr Leiden soll nicht ganz unbedenklich sein, sie steht in Be­handlung des Frauenarztes Professor Chrobak.

Oesterreichische Stimmen zum Besuch des Generals Bomml. Die Wiener Blätter sind der Ansicht, daß man von der Anwesenheit und auszeichnenden Behand­lung der französischen Offiziere in Berlin die Anbahnung irgend eines festeren Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich nicht erwarten dürfe. Viel zu viel des natürlichen und künstlich genährten Hasses sei aufgehäuft worden, als daß persönliche Liebenswürdigkeiten im Stande wären, dieses Hinderniß einer aufrichtigen Freundschaft zwischen den beiden Staaten ans dem Wege zu räumen.

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Hus Stadt und £and.

Hanau, 3. Juni.

* Ueber Graf Wilhelm v. Bismarck in Hanau plaudert F. Runkel, ein Hanauer, imBerl. Tageblatt". Wir entnehmen dem Artikel Folgendes: Als Bill Bismarck in den achtziger Jahren als Landraih nach Hanau versetzt wurde, hatte der preußische Zuschnitt in der ehemaligen zweiten Resi­denz des Kurfürsten von Hessen noch ziemlich viel Feinde. Die Alt-Hanauer waren nicht nur im Herzen, sondern auch in Worten und Werken noch gut kurhessisch und belegten Alles, was preußisch war, mit einem recht derben Schimpfwort. Man

schickte Wilhelm v. Bismarck als Landrath nach Hanau, um einerseits den alten hessischen Residenzstädtern dadurch ein Kompliment zu machen, daß man ihnen den Sohn des ge­waltigen Kanzlers sandte, anderseits kannte man die außer­ordentlich leutselige, liebenswürdige Art des jungen Bismarck und hoffte, er würde die Hanauer mit dem preußischen Regi­ment versöhnen. Seit einigen Jahren hatte Hanau ja nun auch wieder die Hofhaltung eines hessischen Fürsten, des Land­grafen Friedrich, der, mit der Prinzessin Anna von Preußen vermählt, das lebendige Bild der hessisch-preußischen Vereinigung bot. Landgraf Friedrich war sehr beliebt. Er machte sich nichts daraus, gelegentlich einem Bauern die Pferde zu führen, wenn der Wagen im Morast stecken geblieben war, und die Landgräfin galt als die mildthätige Seele Hanaus, und viele Anekdoten erzählten von ihrer freundlichen Wohlthätigkeit und echt landesmütterlichcn Sorge für die Hanauer, die sich noch gern die Unterthanen ihres Landgrafen nennen hörten. Das war das Milieu, in das nun plötzlich Bill Bismarck als Landrath berufen wurde. Ganz Hanau war auf ihn gespannt. Man fühlte sich doch geschmeichelt, daß gerade der Sohn des ersten deutschen Beamten für diesen Posten ausersehen war, und der größte Theil der Hanauer kam ihm mit großem Ver­trauen entgegen. Andere wieder sagten, besonders die Aelteren: Es werd' e Preuß' sein, wie die annere Preuße aach." Aber das war nicht der Fall. Herr v. Bismarck war im Kleinen das für Hanau, was Manteuffel im Großen für die Reichslande war. Er verkehrte freundschaftlich mit den Bürgern, und sehr bald war er in derS o n n e" beim Frühschoppen Stammgast und in denDrei Rinder n" regelmäßig beim Abcndschoppen. Er wurde dadurch das Bindeglied zwischen der preußischen Garnison und den Bürgern, denn die Offiziere, die sich anfänglich etwas zmückgehalten hatten trotzdem das neue Regiment 97 zum großen Theil aus süddeutschen Truppen- theilcn zusammengesetzt war traten jetzt in lebhaften Ver­kehr mit den Bürgern und besonders auch mit den jugendlichen Bürgerinnen. Es dauerte daher gar nicht lange, so gingen einige von ihnen die intimste Verbindung mit dem hessischen Bürgerthum ein und Heiratheien in die Hanauer Patrizier­familien. Es läßt sich nicht leugnen, daß die vornehme Art Bismarcks, der mit dem richtigen Instinkt die alte hessische Anhänglichkeit an den entthronten Landesherrn pflegte und sie ganz allmählich auf den neuen Landcshcrrn zu übertragen wußte, viel zu dieser Annäherung beigctragcn hatte. Sein Erfolg war auch weiterhin glänzend. Wenn er mit seiner Gattin bei gutem und schlechtem Wetter, begleitet von seinen großen Doggen, seine Spaziergänge durch die Hanauer An­lagen machte, wurde er beinahe von jedem Mann gegrüßt und zwar nicht, weil er der Landrath gewesen wäre, nein, weil man ihn gern hatte und weil er wirklich nichts von dem zeigte, was die Hanauerpreußisch" nannten. Die alten hessischen Volkssestlichkeiten besuchte Bill Bismarck mit seiner Familie und war der Fröhlichste unter den Fröhlichen. Hier drückte er einem alten hessischen Polizeiwachtmeister freundlich die Hand und dort trank er mit seinem auch aus hessischen Diensten hervorgegangeuen Kreissekretär. Kurz, man merkte allmählich, daß die Zugehörigkeit zu einem großen und mäch­tigen Staat nicht nur ihr Angenehmes, sondern auch ihren Vortheil habe und ganz leise setzte sich in der Idee der Hanauer der Gedanke fest, daß es sich auch unter preußischer Regierung nicht allein leben lasse, nein, daß es vielmehr um Vieles besser geworden sei und daß ganz besonders Graf Bismarck den Hanauern viel Gutes gebracht habe. Er saß am Stammtisch wie jeder andere Bürger, urteilte wie jeder Andere über gutes oder schlechtes Bier, ging auch auf dem Markt spazieren, plauderte mit den Bauern, ja, er war sogar soweit Hanauer geworden, daß erden Aepfclwcin für einen Göttertropfcu erklärte. Damit hatte er nun das Herz Aller gewonnen und als er abberufen wurde, herrschte in Hanau wirkliche Trauer.

* Graf Wilhelm Bismarck, der am Donnerstag unerwartet verstorbene jüngere Sohn des Altreichskanzlers, hat als Landrath des Kreises Hanau auch mehrfach in Offenbach geweilt, so u. A. bei der feierlichen Ein­weihung der Mainbrücke am 1. Oktober 1887. Bei dem Fest­essen in Schlossers Liegenschaft brachte damals, nachdem Bürger­meister Brink den anwesenden Großherzog gefeiert und dieser gedankt hatte, der Beigeordnete Weil ein Hoch auf den Grafen Bismarck aus. In kurzer, mit großer "Begeisterung aufge­nommener Rede dankte der Gefeierte für die Ovation, welche, wie er sagte, wohl mehr seiner Herkunft als seiner Person zuzuschreiben sei. Er gab seiner Freude Ausdruck über die neue steinerne Ueberbrückung des Mains, der nicht dazu ange­than war, eine Scheide zwischen Nord- und Süddeutschland zu bilden. An den wenig bekannten Spruch erinnernd: Früher trennte uns der Main, wenn uns jetzt noch etwas Flüssiges trennt, trinken wir's aus!", ließ er die Gläser

Die heutige Nummer umfaßt außer dem AuierhaliuußsblatL 10 Seiten.

zusammenklingen auf das Wohl der Stadt Offenbach. Iw weiteren Verlauf des Festes toastete Graf Bismarck noch aus das deutsche Vaterland und später auf denBürgermeister"' Brink, den man verloren, und denOberbürgermeister" Brinks den man gewonnen habe. (Herr Brink hatte an jenem Tage den TitelOberbürgermeister" erhalten). ;

* LaudeS-Versicherungsanstalt Heffen-Nassa». Für den Kreis Hanau Land stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kr anten - Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende März 1901 wie folgt:

Altersrenten Jnval.-Rent.

Kranlenrent.

Zusammen:

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5

Davon sind erledigt durch

Gesammt- Jahres­betrag der bewilligten Renten

Von den Renten­empfängern sind bzw. waren beschäftigt

Nach Abgang; durch Tod ic.' bleiben noch zsi zahlen

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16744

60

6

6

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80

5

1

5

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545:81497

27

56399

80

181

132

6|37

H|

25|226J31768pQ

Von der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstenthum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt:

8001 Altersrenten im Gesammt-Jahresbetrage von 1,076,057. M.> 14603 Invalidenrenten 1,930,654.80 , -

311 Krankeurenteu 51,011,40

22915 Renten mit einem Gesammt-Jahresbetrage non 3,057,723.20 M.

Hiervon sind nach Berücksichtignng der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende März 1901 noch zu zahlen:

3664 Altersrenten im Gesammt-Jahresbetrage von 508,934.20 M.f 9268 Invalidenrenten 1,237,771.40 , f

237 Krankenrenten 35,714.60 ;

13169 Renten mit einem Gesammt-Jahresbetrage von 1,782,420.20 M.' Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 658,450. -

Mithin bleiben Ende März 1901 aus Mitteln

der Landes-VersicherungSanstaltHessen-Nassau an Renten ,

zu zahlen jährlich . . . .........1,123,970.20 M.

* Der BijouteriswaarenhattdeL in Smyrna. Der jährliche Verbrauch von seinen und gewöhnlichen Bijouterie- waaren in Smyrna beziffert sich ungefähr auf 300,000 Fr. Davon entfallen 250,000 Fr. auf die Stadt selbst und 50,000 Fr. auf das Innere des Landes, die Küstengegend und die Inseln. Etwa die Hälfte des dortigen Bedarfes wird aus Europa bezogen, während der Rest aus einheimischen Fabrikaten besteht, die meist massiv sind und fast ausschließlich den orientalischen Charakter tragen. Was die seinen Juwelier­sachen anbetrifft, so werden diese in der Regel in Konstantinopel eingekauft, wo infolge der reichhaltigen Lager eine große Aus­wahl vorhanden ist. Aus Europa werden Armbänder, Ketten, Broschen, Ringe, Berloques, Uhrketten und dergleichen bezogen. An der Einfuhr dieser Artikel ist Deutschland mit 60 pCt., Oesterreich und Frankreich mit je 20 pCt. betheiligt. Die deutschen Artikel werben dort hauptsächlich deswegen bevorzugt, weil die Fabrikanten derselben Kredit bis zu 6 Monaten ge­währen, während österreichische nur vier und französische Lieferanten sogar nur drei Monate Ziel geben. Die Entfuhr ist in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen, wozu die Be- völkerungszunahme unb die Entwickelung des Luxus beigetragen haben. Der Verkauf dieser Artikel vollzieht sich im Allgemeinen im Fabrikationsort. In diesem Fall bat der Käufer die Trans­portkosten zu tragen. Vee, ackungskosten werden jedoch nicht berechnet. (MoniteurOsliciel.dll Commerce).

* Anstalts-Erziehung. Anläßlich mehrfach an den Herrn Landeshauptmann ergangener Anfragen wegen vor­läufiger Unterbringung Minderjähriger auf Grund des § 5 des Gesetzes vom 2. Juli 1900 hat derselbe an die Königl. Herren Landräthe des Regierungsbezirkes Folgendes mitge­theilt:Seitens des Bezirksverbandes werden, wenn Anstalts­Erziehung erforderlich erscheint, Fürsorge-Zöglinge wie seither in beii nachbenannten Anstalten untergebracht: Evangelische schulpflichtige Knaben in den Rettungs-AnstaltenBeiserhaus" zu Rengshausen im Kreise Rotenburg a. d. F.,Gotteshütte" zu Kteiubremen bei Bückeburg und zu Hof Reith bei Schlüch­tern; katholische schulpflichtige Knaben in der Rettungs-Anstalt zu Saunerz im Kreise Schlüchtern; evangelische schulpflichtige Mädchen in der dem Vorstände des hessischen Diakonissenhauses zu Cassel-Wehlheiden unterstehenden Erziehungs-Anstalt Marieuheim" zu Guntershausen; katholische schulpflichtige Mädchen in der Rettungs-Anstalt zu Maberzell im Kreise Fulda und in der Erziehungs-Anstalt zu Fritzlar; ältere evan­gelische, sittlich gefährdete Mädchen in dem AsylImmanuel" zu Cassel; ältere katholische Mädchen in der Rettungs-Anstalt