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Die Beschaffung der Truppen erfolgte lediglich nach frei­willigen Meldungen, und diese Meldungen liefen so zahlreich ein, daß nur ein kleiner Theil berücksichtigt werden konnte. Aus allen deutschen Gauen, aus Ost und West, aus Nord und Süd eilten Tausende zu den Fahnen ein erhebender Beweis, daß die Kampfesfreudigkeit und die Hingabe an das Vaterland noch eben so lebendig sind, wie in den Zeiten unserer Väter. Mit Genugthuung verdient es als ein Zeichen unserer Schlagfertigkeit hervorgehoben zu werden, daß die For- mirung der Truppen schnell und glatt von Statten ging. Die Bereitstellung des beträchtlichen Korps, das, um in die heimische Heeres-Organisation keine Lücke zu reißen, aus den verschiede­nen Truppentheilen des ganzen deutschen Heeres zusammen­gesetzt werden mußte und das doch ein einheitliches Ganzes war, ist eine Leistung ersten Ranges. Unser Generalstab und unser Kriegsministerium haben hier gezeigt, daß sie durchaus auf der Höhe und jeder Aufgabe gewachsen sind. Anerkennung verdienen auch unsere großen Schifffahrts-Gesellschaften, die unsere Truppen in über Erwarten kurzer Seit sicher nach Ost­asien brachten.

Es war keine leichte Aufgabe, die unsere Soldaten in China zu erfüllen hatten: sie brachte viele Schwierigkeiten und Stra­pazen aller Art. Große Feldschlachten sind ihnen nicht be- schieden gewesen. Nach der Eroberung der Taku-Forts, wo die heldenhafte Leistung des KanonenbootesIltis" und seines Kommandamen Lans unsere Marine mit einem prächtigen Ruhmesblatt schmückte, nach'der über jedes Lob erhabenen Haltung unseres kleinen Detachements in Peking unter dem Leutnant v. Soden und nach der aufopfernden Thätigkeit un­serer Leesoldaten bei der ohne ihre Schuld verunglückten Ex­pedition des englischen Admirals Seymour folgte eine nüch­terne Kriegführung, die hauptsächlich auf die Aufrechterhaltung der Ruhe im Feindeslands beschränkt blieb. Trotzdem wird Jeder die Leistungen unserer Landsleute in China mit Stolz gelesen haben.

Auch der englische und der russische Ober-Befehlshaber haben es sich nicht versagen können, in ihren Meldungen den Helden­muth und die Erfolge unserer Offiziere und Mannschaften als ganz hervorragend zu bezeichnen. Auch die Mannszucht unserer Soldaten hat sich trefflich bewährt. Darüber herrscht kein Zweifel. Die berüchtigten Hunnenbriefe haben sich zum Theil als Erzeugnisse emer eiteln Ruhmredigkeit und einer überhitzten Phantasie herausgestellt, um unsere Soldaten in den Schmutz zu ziehen.

Die Leistungen unserer Marine haben wir bereits gestreift. Sie sind denen unseres Landheeres ebenbürtig. Zu Lande und zu Wasser hat unsere Marine das erfüllt, was"das Vater­land von ihr erwartet. Neben ihren Offizieren und Mann­schaften haben sich die Schiffe glänzend bewährt. Es hat sich gezeigt, daß wir so klein unsere Flotte noch ist über ein Material an Kriegsschiffen verfügen, das einen Vergleich mit dem jeder andern Marine nicht zu scheuen braucht.

Es würde unrecht sein, würden wir nicht bei dieser Ge­legenheit auch des Grafen Waldersee gedenken. Der Dank, den Deutschland ihm schuldet, wird dadurch nicht verkleinert, daß es ihm nicht beschieden war, als Oberbefehlshaber der fremden Mächte reiche kriegerilche Lorbeeren zu pflücken. Das allgemeine Urtheil, soweit es nicht durch boshafte Gehässigkeit beeinflußt wird, geht dahin, daß Graf Waldersee die ostasiatische Mission, die in der Erhaltung der Einigkeit unter den Mächten gipfelte, mit seltener Geschicklichkeit und mit feinem Takt durchzuführen wußte.

So können wir denn mit Befriedigung auf unsere erste überseeische Expedition zurückblicken in dem erhebenden Bewußr- sein, daß unser Vaterland mit Ehren daraus hervorgegangen ist. Was Graf Bülow in seinen beiden Rundschreiben vom Juli und September vorigen Jahres als deutsches Programm aufstellte, ist vollständig erreicht. Möge unsern braven Soldaten, die das Ansehen des Reiches von Neuem glänzend gerecht­fertigt haben, eine glückliche Heimkehr beschieden sein! Denen aber, die für Kaiser und Reich im fernen Osten den Helden­tod gefunden haben, wird das Vaterland stets ein ehrendes Andenken bewahren.

anregend wirkt, so sind auch Spaziergänge in hohem Grade geeignet, die Konstitutionen zu kräftigen und auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit zu halten.

Man könnte nun wohl der Meinung sein, weil Bewegung das wesentlichste Element beim Wandern sei, müsse dieser Fak­tor auch allein schon alles Nothwendige leisten und man dürfe sich mit Bewegungsübungen zu Hause, mit Zimmerturnen und dergl. begnügen. Sicherlich sind auch Bewegungskuren jeder Art ein gewichtiger Heilfaktor und wo aus irgendwelchem Anlaß ausgedehnte Spaziergänge nicht möglich sind, da bilden sie einen werthvollen Ersatz. In alten, inmitten der Stadt gelegenen Krankenhäusern, die größerer Gartenanlagen er­mangeln, läßt man z. B. Blutarme oft mehrmals treppauf, treppab steigen mit ganz gutem Erfolg, aber all dies ist und bleibt nur ein Nothbehelf, der gegen die Bewegungskuren im Freien nicht auskommen kann. Da ist in erster Linie die reine, würzige Luft, die zu tiefen Athemzügen anregt, weiter­hin der energische Reiz der bewegten Luft auf die Endigungen unserer Hauptnerven, ein Reiz, der sich bis zu den den Stoff­wechsel beherrschenden Nervenzentren fortpflanzt, auch diese zu erhöhter Thätigkeit anregend. Im gleichen Sinne wirkt auch das Sonnenlicht, in welchem wir ein mächtiges Reizmittel des Stoffwechsels erkannt haben; sind doch sogar in gewissen neueren Heilanstalten richtige Luft- und Lichtbäder einge­führt worden. Die Beschleunigung des Stoffwechsels wird also im Freien durch eine Reihe von Einwirkungen, welche im geschlossenen Raume fortfallen, ja unter Umständen in das Gegentheil umschlagen können, begünstigt. Dazu kommt noch der wohlthätige Einfluß auf unser Gemüthsleben, die behag­liche Ruhe und Abspannung, die uns im Genusse landschaft­licher Schönheiten oder bei der Erholung nach einem tüchtigen Marsche überkommt; das sind Faktoren, die außerordentlich viel zur Erholung und Genesung beitragen können.

Wie jedes wirkungsvolle Heilmittel, können natürlich auch Wanderungen bei unvernünftiger Ausführung Schaden bringen. Es versteht sich wohl von selber, daß der Kranke, dem der

Hanauer Anzeiger

Hauptversammlung des Allgemeinen deutschen Schuluereins.

Kiel, 28. Mai.

Auf zwei volle Jahrzehnte reger und ersprießlicher Thätig­keit kann heute der Allgemeine deutsche Schulverein zur Er­haltung des Deuffchthums im Auslande zurückblicken. Die heutige Hauptversammlung dient als Abschluß des zwanzigsten Jahres seines Bestehens und als Beginn des dritten Jahr­zehnts, in das der Verein mit ungetrübtem Frieden im Innern und mit dem alterprobten Grundsätze eiritritt, wie ihn der erste Paragraph der Satzungen ausdrücklich und nachdrücklich vorschreibt, in der Aklion nach außen sich in keine politische oder religiöse Frage einzulassen. Kiel hat vor zwanzig Jahren die Bestrebungen des Oesterreichischen Schulvereins ausgenommen; die heutige Ortsgruppe Kiel des Allgemeinen deutschen Schul­vereins darf es als Würdigung dieses Verdienstes ansehen, daß die diesjährige Hauptversammlung, die zwei wichtige Zeit­abschnitte im Leben des Vereins trennt und bindet, hier, wo des Vereins Wiege stand, abgehalten wird.

Die Hauptversammlung nahm gestern Abend ihren Anfang mit der Begrüßung der Gäste durch die Ortsgruppe Kiel im RestaurantSeegarten", das einen freien Blick über die weite Föhrde auf das Gaarden Ellerbecker Ufer gewährt und in dessen Hintergründe der stattliche Bau des königlichen Schlosses emporragt. Der Vorsitzende der Kieler Ortsgruppe, Herr Buchhändler Haeseler, hieß die Gäste herzlich willkommen. Die anwesenden Mitglieder der Kieler Ortsgruppe, unter ihnen der derzeitige Rektor der hiesigen Universität Prof. Dr. Pappenheim, die Professoren Pochhammer, Schappig, S ch o e n e, Landgerichtspräsident R a t j e n , Geh. Rath Eckermann und andere bemühten sich, die Gäste heimisch zu machen. Als Vorsitzende der Frauenortsgruppe war Frau Präsident Beseler und als Mitglieder der neu gebildeten Mädchenortsgruppe eine beträchtliche Anzahl junger Damen anwesend. Der Vorsitzende des Hauptvorstandes Prof. Dr. A. Brandl empfahl in launiger Rede der Gunst der An­wesenden die VereinZansichtskarten, deren Vertrieb sich hinterher die anwesenden - jungen Damen mit klingendem Erfolge an­gelegen sein ließen. Die von Fr. Defregger entworfene Karte stellt den charaktervollen Kopf eines deutschen Lands­mannes von der deutschen Grenze in Südtirol aus dem Sarnthale dar, F. Skarbina hat eine Skizze geliefert, die den beschwerlichen Weg deutscher Kinder im Auslande zur Sckule veranschaulicht, und auf der dritten Karte zeigt uns der Ber­liner Maler Schlichting das deutsche Schulhaus in Kon­stantinopel.

Heute Vormittag 8 Uhr waren in den Reichshallen die stimmberechtigten Vertreter der Landesverbände und Orts­gruppen zusammengetreten, um die Geschäfte des Vertretertages zu erledigen. 59 Landesverbände und Ortsgruppen waren durch 143 Stimmen vertreten. Dem Vertreterlage lag fol­gender Antrag der Ortsgruppe Thorn vor:In der Schrift- leitung des Vereins wird eine besondere Zentralstelle geschaffen, von der aus die Presse, insbesondere die Provinzialprksse, mit kurzen Artikeln über den Stand des Kampfes um deutsche Sprache und Schule versehen wird. Die Vorstände der Orts­gruppen setzen sich mit den Blättern ihrer Städte in Ver­bindung und machen der Hauptleitung diejenigen Zeitungen und sonstigen Tagesschriften namhaft, von denen solche Bei­träge gewünscht werden." Dieser Antrag wurde zur weiteren Berathung seiner Ausführung einem Ausschuffe überwiesen. Ein Antrag der Ortsgruppe München, einen Zentralausschuß zur Vermittelung der Beziehungen zwischen dem Mutlerlande und den deutschen Schulen der deutschen Diaspora im Aus­lande einzusetzen, wurde einem Sonderausschüsse überwiesen mit dem Auftrage, dem nächsten Vertretertage nähere Vor­schläge zu unterbreiten. Als Ort der nächstjährigen Haupt­versammlung wurde Stuttgart gewählt.

Nach Eröffnung der Hauptversammlung, die auf 12 Uhr mittags nach dem großen Saale derReichshallen" einberufen war und der wie dem gestrigen Begrüßungsabende wieder zahlreiche Damen beiwohnten, durch Prof. Brandl-Berlin be-

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Ausflug als Heilmittel verordnet ist, sich genau an die ärzt­liche Verordnung hält. Zeit, Ausdehnung, Steigungen usw., Alles muß genau vorgeschrieben sein. Aber auch der Gesunde, der lediglich zum Vergnügen oder zur Erholung hinauswan­dert, kann sich durch Unvernunft schaden; man muß sich vor Allem von der Vorstellung frei machen, wie wenn man nie des Guten zu viel thun könnte. Alle sportmäßige Uebertreibung ist sicher vom Uebel. Uebermäßige Ausdehnung der Touren, zu kurze oder zu seltene Ruhepausen, Unregelmäßigkeiten in der Nahrungsaufnahme, forzirte Märsche u. s. w. werden namentlich auf nicht sehr robuste Naturen ungünstig wirken. Bei ruhigem, gleichmäßigem Tempo wird man nicht allein am weitesten kommen, sondern auch ohne Ueberan- strengung des Herzens gerade jene wohlthätigen Wirkungen auf Athmung und Zirkulation erzielen, die wir oben geschildert haben. Vermeidung greller Sonnenhitze wegen der Gefahr des Sonnenstiches, des Hitzschlages, der Beeinträchtigung der Hautaihmung u. s. w. versteht sich von selber und darum sind auch die Ausflüge während der Frühjahrsmonate; den sommer­lichen Wanderfahrten so sehr vorzuziehen. Wichtig ist es, in den Mahlzeiten eine gewisse Regelmäßigkeit einzuhalten und am zweckmäßigsten erscheint es jedenfalls, die Hauptmahlzeit erst dann einzunehmen, wenn der anstrengendste Theil der Wanderung schon bewältigt ist. Zur Erfrischung auf dem Marsche bleiben gutes Wasser, dünner Thee oder Fruchtsâfte immer noch das" Beste; vor Alkohol in jeder Form ist zu warnen, er erzeugt nur ganz vorübergehend ein Gefühl er­höhter Kraft, um hinterher die Leistungsfähigkeit nur noch tiefer herabzudrücken. Dagegen scheint nach neueren Er­fahrungen bei marschirenden Soldaten der Zucker sehr geeig­net, die versagenden Körperkräfte zu heben. In erhitztem Zu­stande kaltes Wasser zu trinken, wird vielfach als gefährlich angesehen, doch erscheint es nur dann bedenklich, wenn gleich­zeitig die Athmung beschleunigt ist. Wartet man aber ruhig ab, bis die Athmung wieder langsamer geworden, so kann man ohne Gefahr dem Organismus Ersatz zuführen für das

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grüßte die Erschienenen Bürgermeister Lorey im Namen der Stadt Kiel und der derzeitige Rektor Prof. Dr. Pappenheim im Namen hiesiger Universität. Der Bund der Deutschen in Böhmen hatte Herrn Franz Jesser hierher entsandt, der im Namen der Deutsch Oestcrreicher und des Deutschen Schul­vereins in Wien Grüße überbrachte. Als Vertreter des Alldeutschen Verbandes sprach Prof. Samassa Berlin. Hiernach nahm Prof. Brandl das Wort, um über die Thätigkeit und die Ver­hältnisfe des Vereins, sowie über die am Vormittag gefaßten Beschlüsse des Vertretertages zu berichten. Er hob in seinem Jahresbericht hervor, daß sich der Verein überall vor ver­größerte Aufgaben gestellt sieht, denen er um so lieber nach­zukommen bestrebt ist, je deutlicher ihm Erfolge winken. Um die Hilfsmittel des Vereins zu vermehren, sind in erster Linie deutsche Frauen thätig gewesen. In Darmstadt, Lübeck und München haben sich Frauenortsgruppen gebildet, in Kiel, wie oben schon bemerkt, eine Mädchenortsgruppe. Die Thatkraft einiger Darmstädter Damen, die persönlich von Haus zu Haus gingen, hat in wenigen Monaten über 900 Mitglieder zusammengebracht. Dazu kamen die großen Winterfeste der tc Berliner und Dresdener Frauengruppen mit ihren nach Tausenden zählenden Erträgnissen. Wahrhaftig, in nationalen

Dingen sind die Frauen am stärksten! Ferner sind dem Verein die Alpenfreunde in Berlin beigesprungen und haben die erste alpine Ortsgruppe begründet mit mehr als 200 Mit­gliedern ; mögen die Gebirgsfreunde in anderen Städten dem Beispiel folgen und sich für die große nationale Sache in ähnlicher Weise organisiren ! Daß das Interesse der studiren- den Jugend am Schulverein gewachsen ist, darf als ein be­sonders günstiges Unterpfand für die Zukunft betrachtet wer­den. Die neue akademische Ortsgruppe in Berlin hat eine musterhafte Rührigkeit entwickelt, einen baltischen und einen deutsch-österreichischen Abend veranstaltet uud eine Reihe Körper­schaften für die Vereinssache gewonnen. ' In Braunschweig ist eine akademische Ortsgruppe vom D. E. begründet wor­den mit 50 Mitgliedern. Die Burschenschaften stehen in der Kassenübersicht mit 800 Mitgliedern. Unsere Jugend hat noch idealen Sinn! Auf dem linken Rheinufer, in der baye­rischen Pfalz, wo die früheren Ortsgruppen alle eingeschlafen waren, sind drei wieder zum Leben erstanden:. Landau, Kaisers­lautern und Zweibrücken. Ortsgruppen sind ferner heroorge- treten in Eßlingen, Hildburghausen, Nordhausen, Osterburg und Pösneck. Im Osten sind leider mehrere Ortsgruppen eingegangen, dennoch ist im Ganzen die Zahl der Ortsgruppen um acht gestiegen. Der Kassenbericht ergibt zugleich, daß die Zahl der Mitglieder stetig zunimmt, im letzten Jahre ist sie von 30- auf 32,000 gestiegen, ebenso die Summe der Mit- gliederbeiträge von 73- auf 79,000 Mk., die der Gesammtein- nahmen von 108- auf 114,000, die der Unterstützungen von 74t auf 89,000 Mk. Der Verein befindet sich also in ge­deihlicher Zunahme. Auch einige größere Spenden sind dem Vereine im verflossenen Jahre wieder zugeflossen. Baron Oskar v. Hoffmann in Leipzig schickte, wie seit vielen Jahren, 1000 Mk. und ebenso viel vermachte dem Verein Sanitätsrath Dr. Adolf Richter, mehrere Mitglieder gaben je 100 Mk. und eine Anzahl Stadtvertretungen wies dem Verein namhafte Summen zu. An Büchern gingen dem Verein etwa 1500 zu, namentlich von dem Verlag Mayer & Müller in Berlin und dem Bibliographischen Institut in Leipzig. Die Bücher wurden sorgsam an deutsche Auslandschulen vertheilt. Die Vorsitzenden der Ortsgruppen in Breslau, Jena und Marburg nahmen sich liebevoll der deutschen Studirenden aus Ungarn und Siebenbürgern an, verschafften ihnen Stipendien, öffneten ihnen Familienkreise und gewährten ihnen sonst in jeder Weise Förderung. Prof. Brandl schloß seinen Bericht mit einem Hinweis auf das im Verlage derConcordia" (Berlin) erschienene WerkDeutsche Arbeit in Böhmen", das in einer Reihe fesselnder Einzeldarstellungen aus der Fedcr hervorragender Schriftsteller ein treues Bild der Kulturarbeit und des hohen Kulturstandes des Deutschthums in Böhmen entrolle. Der Festredner des Tages, Dr. Adolf Hauffen, Professor an der deutschen Universität in Prag, sprach über das geistige Leben der Deutschen in Böhmen. Die Versamm-

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durch Athmung und Hautverdunstung verlorene Wasser. Im Allgemeinen sind es also die alltäglichsten Regeln der Gesund­heitslehre, deren Beachtung nothwendig ist. Aber das Selbst­verständliche wird oft am wenigsten gewürdigt und Allbe­kanntes meistens erst dann beachtet, wenn man sich seine Be­deutung ins Gedächtniß zurückgerusen hat, und darum dürfte vielleicht auch diese Betrachtung der Frühjahrswanderungen vom Standpunkt des Arztes und Hygienikers nicht ganz ohne Nutzen gewesen sein.

Der Krieg gegen die Schleppe. Aus Dresden, 29. Mai, schreibt man: Das Stadtoerordnetenkollegium hatte unlängst der vielbekämpften Schleppe den Krieg erklärt und mit nicht unerheblicher Mehrheit an den Stadtrath das Er­suchen gerichtet, das Schleppen und Schleifen der Frauen­kleider auf der Straße zu verbieten, darob große, Unheil drohende Erregung unter der Dresdner Dmnenwelt, dte sich noch steigerte, als bekannt wurde, daß der Deutsche Verein für Volkshygiene, Ortsgruppe Leipzig, es gewagt hatte, den Rath um ein vollständiges Verbot der Schleppe anzugehen. Seit gestern aber ist das drohende Gewölk plötzlich verschwun­den, und die Dresdnerinnen rüsten triumphirend ab. Sie haben gesiegt, denn der Rath hat sich nicht auf die Seite der Schleppenfeinde geschlagen, wenigstens hat er beschlossen, keines der beantragten Verbote zu erlassen, vielmehr lediglich dem Verein für Volkshygiene anheimgegeben, seinerseits durch Auf- klärmig des Publikums auf Abstellung der Unsitte des Kleider- schleppens oder auf Abschaffung der Schleppe überhaupt hin­zuwirken. Noch grollen sie dem Rath, denn er hat das Schleppentragen als eine Unsitte bezeichnet, aber doch über­wiegt die freudige Genugthuung, nun wieder in einer Wolke Staubes durch die Straßen Elbathens umherstolziren zu können. Aber trauernd verhüllt die Göttin Hygieia das Haupt in dem niederschlAosenden Bewußtsein, daß selbst Götter gegen gewisse Dinge vergeblich kämpfen.