Erstes Blatt.
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kr. 126
Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.
SS
Amtliches.
Candhreis Ranau.
Bekanntmachungen des Königlichen Londrathsamtes.
Der § 3 der Verordnung vom 21. Juni 1897 A III >310 enthält die Vorschrift, daß das Aufbringen von Wider- äuern und Schweinen auf die Märkte nur dann gestattet ist, Denn den marktpolizeilichen Organen eine von der zuständigen rOrtspolizeibehörde ausgestellte Bescheinigung darüber vorgelegt oird, daß in der Nrfprungsgemeinbe seit 4 Wochen licht die Maul- und Klauenseuche herrscht. Diese Bescheinigung mt, wie die Erfahrung gelehrt hat, vielfach ihre Wirkung »adurch verfehlt, daß die Ortspolizeibehörden den Händlern, Deiche ihr Vieh in der betreffenden Ortschaft nur ganz kurze Zeit — oft nur wenige Stunden — aufstellen, um es dann auf Märkte unterzubringen, die gewünschte Bescheinigung der Seuchenfreiheit für ihre Ortschaft oft ohne Rücksicht darauf russtellen, wie lange das Vieh dort gestanden hat. Es liegt auf der Hand, daß eine derartige Auffassung des Wortes „Ursprungsgemeinde" dem Sinne der Verordnung widerspricht und daß derartige Bescheinigungen in veterinär-polizeilicher Hinsicht keinerlei Werth haben.
Ich mache die Ortspolizeibehörden hierauf aufmerksam und weise sie hiermit an, die Bescheinigungen nur dann auszustellen, wenn ihnen in glaubhafter Weise (z. B. durch die Händlerfi listen) nachgewiesen wird, daß das betreffende Vieh wenigstens 14 Tage lang in der Ortschaft gestanden hat. Falls das Vieh kürzere Zeit dort gestanden hat, kann die Bescheinigung nur -dann ertheilt werden, wenn für die fehlende Zeit Ursprungszeugnisse der Polizeibehörden der früheren Standorte vorgelegt werden.
Das unten abgedruckte Formular eines Ursprungszeugnisses, das den vorstehenden Bedingungen entspricht, ist hinfort ausschließlich zu benutzen.
Hierzu bemerke ich noch, daß den Ortspolizeibehörden eine (Mehrbelastung aus dieser Anordnung nicht erwächst. Es ist Sache der Viehbesitzer, den Polizeibehörden den erforderlichen Nachweis beizubringen. Hält sich der Polizeibeamte von der Richtigkeit der Angaben nicht überzeugt, so hat er die Ausstellung des Zeugnisses abzulehnen.
Hanau den 29. Mai 1901.
; V 5848
Der Königliche Landrath, v. Schenck.
Samstag den 1. Juni
Bezirks-Ferusprechanschluß Nr. 98.
1901
W
Freitag den 7» Juni, vormittags 10 Uhr, Besichtigung der Sehenswürdigkeiten des Schlosses Philippsruhe ; der Zutritt ist nur Damen gestattet, die sich vorher eine Einlaßkarte auf dem Rathhause, Zimmer Nr. 18, haben ausstellen lassen. Versammlung am Hause vor dem Kanalthor 1.
Mittags 1 Uhr Frühstück im Bürgerverein ; Preis des trockenen Gedecks 1.50 Mk.
Nachmittags von 3—4 Uhr Besichtigung verschiedener Fabriken, von 4—5 Uhr Besichtigung der Ausstellung von Erzeugnissen der Hanauer Edelmedallindustrie im Saale der Königlichen Zeichenakademie.
Abends 7 Uhr Festmahl im „Deutschen Haus". Preis des trockenen Gedecks 3.50 Mk.
Samstag den 8. Juni. Ausflug in das Freigericht. Mittagessen auf der Herrenmühle: Preis des trockenen Gedecks 2.20 Mk.
Die Betheiligung der Damen wird erbeten für die freie Vereinigung im Bürgerverein, für das Festmahl im „Deutschen Haus" und für den Ausflug in das Freigericht.
Wir laden die Bürgerschaft zu diesen Veranstaltungen mit der Bitte um zahlreiche Betheiligung ergebenst ein und ersuchen, die Theilnahme an den einzelnen Veranstaltungen bis zum Montag den 3. d. M., mittags 12 Uhr, aus dem Rathhaus, Zimmer Nr. 18, anzumelden.
Zugleich richten wir an die Bürgerschaft die Bitte, durch Schmückung und Beflaggung der Häuser der Stadt ein festliches Gepräge geben und dadurch zur Verschönerung des
Grundstücksverpachtung.
Die domänenfiskalischen Grundstücke der Gemarkung „ 1157a 1162a 1163a 1175b 1176b 1187a wâck-n Nr. -7787-778^7787^78^7787^75; 1195a 1196a 1197a 1204b 1205b 1209c 1210c 1213a
875, 875, 875, 875, 875, 875, 875, 953,
1214a 1226b 1227b 1231c 1234 1271
953, 1322
23
953, 953, 953, 953, 72,
1309 und
von zusammen 7,9720 ha Fläche, sollen anderweit meist-
bietend verpachtet werden.
Nochmaliger Termin hierzu wird auf Dienstag den 4. k. Mts., vormittags 9 Uhr, in den Rathhaussaal zit Windecken anberaumt.
Pachtbewerber werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Angebote der Pachtzuschlag sogleich erfolgen wird.
Hanau den 31. Mai 1901.
Reinhardt, Domänen-Rentmeister.
9026
Weiterer Theil der „Amtlichen Nachrichten siehe Zweites Blatt.
1
Nachstehend nämlich:
Ursprungs-Zengnitz.
näher beschriebene (Zahl)......Thiere
Nr.
Gattung (Geschlecht)
Mer
Rasse
Farbe
Abzeichen
gehörig dem zu ---------------------- Kreis, welche zum Markte gebracht werden sollen, steht seit dem------------ d. Js.,
d. h. seit Tagen am hiesigen seuchenfreien Orte und*) standen vorher seit dem--- d. h.
seit Tagen laut hier vorgelegten Ursprungsattesten in der seuchenfreien Gemeinde -------------------------
Es wird bescheinigt, daß am hiesigen Orte jetzt und seit vier Wochen keine Maul- und Klauenseuche herrscht und daß der hiesige Ort nicht zu einem Beobachtungsgebiet im Sinne des § 59a B.-J. vom 27. Juni 1895 gehört.
(Siegel.)
den . .
... 190 . .
Die Ortspolizeibehörde.
*) Nur ausfilllen, wenn die Thiere weniger als 14 Tage am Orte des Ausstellers standen.
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Am 6., 7. und 8. Juni d. I. findet hierselbst die Versammlung des hessischen Sparkasienverbandes und Städtetages statt. Aus diesem Anlaß sind folgende Veranstaltungen vorgesehen:
Donnerstag den 6. Juni, abends von 8 Uhr an freie Vereinigung mit den auswärtigen Gästen im Bürgerverein.
Festes beitragen zu wollen.
Hanau, den 1. Juni 1901. Der Magistrat.
Dr. G e b e s ch u s.
9100
Bekanntmachung.
Die Gesellenprüfungsordnungen für die nachstehenden Handwerke liegen in der Zeit vom 3. Juni bis einschl. 3. August cr. zur Einsichtnahme durch die betheiligten Handwerker auf Zimmer Nr. 18 des Rathhauses offen.
Bäcker-, Bürstenmacher-, Barbier-, Friseur- und Perückenmacker-, Klempner- und Installateur-, Steinmetz-, Konditoren-, Pfefferküchler- und Bonbonkocher-, Gerber-, Maurer-, Maler-, Weißbinder- und Lackirer-, Töpfer-, Schneider-, Orgelbauerund Instrumentenmacher-, Dachdecker-, Färber-, Schornsteinfeger, Schuhmacher-, Schlosser-, Drechsler-, Buchbinder-, Seiler-, Stellmacher- und Wagner-, Gold- und Silberschmiede-, Tuchmacher-, Weber- und Wirker-, Kürschner-, Hut- und Mützenmacher-, Böttcher-, Tischler-, Zimmerer-, Schmiede-, Pflasterer-, Schlächter-, Kupferschmiede-, Sattler- und Mechaniker-, Optiker- und Elektrotechniker-Handwerk.
Hanau den 29. Mai 1901.
Der Magistrat. Dr. Gebeschus.
9020
Bekanntmachung.
Königliche Oberförsterei Wolfgang.
Am Freitag den 7. Juni 1901, von vormittags 9 Uhr ab (vor der Holzversteigerung), soll in der Amrhein'- schen Gastwirthschaft zu Neuwirthshaus:
Die Lieferung der für den Ausbau der Holzabfuhrwege und Landwege erforderlichen Kalk- und Basältsteine von ca. 300 ebm für die Schutzbezirke Oberrodenbach, Niederrodenbach, Neuwirthshaus und Lamboybrück öffentlich an den Mindestfordernden vergeben werden.
Forsthaus Wolfgang den 30. Mai 1901. Der Königliche Forstmeister.
Fenner.
Bekanntmachung.
Königliche Oberförsterei Wolfgang
9022
Am Freitag den 7. Juni 1901 soll
die diesjährige Grasnutzung von 4 ha Wiesenfläche
22 Parzellen im Jagen 91a des Schutzbezirks Neu- wirthshaus, sowie die Grasnutzung in den Jagen 122c und 129a des Schutzbezirks Lamboybrück
in
öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Zusammenkunft um 5 Uhr nachmittags (nach der Holzversteigerung) zu Neuwirthâhaus. Termin an Ort und Stelle
im Jagen 91 um Vs 6 Uhr nachmittags.
Nähere Auskunft ertheilen der Hegemeister Förster Lange, sowie der Unterzeichnete.
Forsthaus Wolfgang den 30. Mai 1901.
Der Königliche Forstmeister.
König und
9021
Hus Stadt und Cand.
Hanau, 1. Juni.
* Der hiesige Sprechverkehr ist auf Mittelkalbach ausgedehnt worden.
* Kranz-Spende. Aus Anlaß des Hinscheidens des Grafen Wilhelm v. Bismarck hat der Hanauer Kriegerverein, dessen Ehren-Präsident der Verschiedene war, als Zeichen des herzlichsten Beileides einen Palmenkranz mit entsprechender Widmung nach Varzin entsandt.
* Preisaufschlag im Barbierergewerbe. In einer vorgestern Abend abgehaltenen Versammlung beschlossen die shiesigen Barbiere und Friseure, vom 1. Juni ab die Preise für das Rasiren von 12 auf 15 Pfg. zu erhöhen. Vor zwei Jahren wurde bekanntlich erst der Preis von 10 auf 12 Pfg. erhöht und geschah dies damals mit Rücksicht auf die allgemein gesteigerte Ladenmiethe und sonstige erhöhte Betriebskosten. Neuerdings sind nun die Gehilfen im Barbierergewerbe in eine Lohnbewegung getreten und verlangen einen Minimallohn von 8 Mk. pro Woche bei vollständig freier Station. Die Prinzipale haben dies bewilligt, konnten es aber nur auf Grund einer kleinen Preiserhöhung ihrerseits. Da unsere für einen Kulturmenschen so nothwendigen „Verschönerungskommissare" ohnehin mit ihrem Handwerk nicht auf Rosen gebettet sind, so wird man ihnen diese kleine Preiserhöhung auch ohne allzu saure Miene zahlen können, umsomehr, da die Nachbarstädte den Preis von 15 Pfg. schon längere Zeit eingeführt haben.
* Kunstnottz. In der erneuten Juni-Ausstellung im Kunstsalon Hermes-Frankfurt a. M., Opernplatz, haben Kollektiv-Ausstellungen veranstaltet Paul Hoecker-Rom mit 11 Gemälden und W. Hieronimus-Dresden mit 20 Gemälden. Max Liebermann sandte sein neuestes Bild „Reiter am Meeresstrande", Adolf Menzel xin größeres Werk „Die letzten Gäste im Cafehause" und Fritz^Lhaul ow „Eine Mondnacht". Von Hans Thoma sind ® bemerken 6 Gemälde aus des Meisters bester Zeit. Von F. v. L e n b a ch 5 Portraits, darunter ein Bismarck aus dem Jahre 1894, von Gustav Schönleber 4 Landschaften und von Ad. Schreyer ein größeres Bild „Arabische Vorposten". Außerdem sind wie gewohnt fast alle unsere ersten Meister wie Le ibl, Uhde, Löfftz, Bochm a nn rc. mit hervorragenden Einzelwerken vertreten.
*
Goldene Hochzeit. Das Christian Kühn 'sche Ehe-
paar begeht morgen in voller körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hockzeit und wollen wir nicht versäumen, dem Jubelpaar auch an dieser Stelle die herzlichsten Glückwünsche darzubringen.
ß * * Parolemusik. Die Jnfanteriekapelle spielt morgen im Sckloßpark folgende Stücke: 1) Ouvertüre zu „Mignon" von Thomas; 2) „Brüsseler Spitzen", Walzer von Schmidt- Berka ; 3) „Kaiserblumen", Lied von Abt; 4) „Im Zeichen des Mars", Potpourri von Herold; 5) „Metropol-Mars^ von Linke. DWd» Z^M
"s * Falbs Wetter-Prognostikon für den Monat Juni lautet: Vom 1.—9. trockene Witterung, höhere Temperatur, vom 10.—12. bedeutende Niederschläge, vom 13.—17. starke Trockenheit, vom 18.—23. regnerisches Wetter bei
Die heutige srumw« umfatzt autzre dem UuL^hâttuugsdLatt 16 Seiten
sinkender Temperatur, vom 24.—30. wieder Trockenheit, Gewitterneigung. Der 2. Juni ist ein kritischer Termin dritter, der 16. Juni ein solcher zweiter Ordnung.