ebühre den thatkräftigen Männern, die mit ihrem Gelde in ie etwas dunkle Zukunft zu leuchten verstanden, eein Wunsch ehe dahin, daß dieselben auch in Kürze wieder zu ihrem Zelde kommen möchten. Aber er wünsche auch, demnächst einen Vertreter der Stadt Orb in der Handelskammer Hanau berußen zu können. (Anm. d. Red.: In Orb ist man erregt, aß der letzte Jahresbericht der Handelskammer wohl über Zad Salzschlirf einen großen Bericht veröffentlichte, aber des Zades Orb mit keinem Worte gedachte). Er weihte sein Glas em Orb der Zukunft, dem ' zweiten Nauheim. Weiterhin prägen noch der Herr Stadtpfarrer von Soden und der )err Direktor I ä s ch e k - Oberrad, der eigentliche Gründer des teuerstandenen Bades Orb. So verlief das Festmahl in der lnregendsten Weise. Nach Beendigung desselben begaben sich ie Theilnehmer nach dem
Volksfeste,
>as in der Nähe des Bahnhofes abgehalten wurde und fast sie gesammte Einwohnerschaft angezogen hatte. — Der Wunsch: Nott möge Bahn und Bad, ihr Aufblühen und Gedeihen be- chützen I wird, dessen sind wir sicher, wohl allen Theilnehmern in der selten schönen Feier aus voller Brust entquollen sein.
i Drahtbericbte des „Ban. Hn z.“
Die Wirren in China.
Berlin, 23. Mai. Graf Waldersee meldet aus Peking von gestern: Nordwestlich Wan, 28 Kilometer von Paotingfu, f anten weitere Zusammenstöße von Theilen des Bataillons Wichura mit zersprengten Boxern statt. Die feindlichen Verluste betragen 1130, die eigenen 2 Verwundete.
London, 24. Mai. „Daily Mail berichtet aus Hongkong : Die Russen bemächtigten sich anläßlich der Zerstörung bes Zeughauses von Shigu für drei Million Rubel Gewehre I und Munition. Trotz des großen Werthes dieser Wasren will Mußland augenblicklich diese Summe von der Indemnität nicht abziehen.
Der Krieg tu Südafrika.
London, 24. Mai. „Daily Mail" berichtet, daß Sir Alfred Milner heute Nachmittag 3 Uhr in London eintrifft (iinb sich sofort zum Könige begibt. „Daily Mail" und „Morning Leader" erklären, daß der Empfang Milners durch !bie englische Nation, wie begeistert er auch ausfallen möge, nicht den England geleisteten Diensten Milners gleichkommen könne. .
London, 24. Mai. Nach Meldungen aus Karolina joQ sich Kommandant Botha augenblicklich östlich von Chrissielee befinden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird er versuchen, irna$ Süden zu gelangen.
London, 24. Mai. Aus Middelburg wird gemeldet: 70 Buren, welche versuchten, die Eisenbahn zu überschreiten, find zurückgeschlagen worden.
London, 24. Mai. Eine Meldung aus Kapstadt be- i sagt: Die Kommandanten Scheepers und Fourier mit zirka 1000 Mann befinden sich in der Umgegend von Sterkstroom. Die Buren zerstörten mehrere Häuser von Graafreinet.
London, 24. Mai. Aus Lorenzo Marquez wird gemeldet: Die Distrikte, welche die Delagoa-Bahn berühren, find in vergangener Woche von den Buren terrorisirt worden. Am vergangenen Donnerstag fand in der Nähe von Dewets- dorp ein Gefecht statt, bei welchem die Engländer 61 Todte und Verwundete hatten. Trotzdem traten die Buren den i Rückzug an.
London, 24. Mai. Die tägliche Verlustliste der englischen Truppen in Südafrika beträgt für gestern 6 Todte, 21 Verwundete, 3 Gefangene, 3 Vermißte, 23 an Krankheit Verstorbene und 37 Schwerkranke.
Die Pestplage.
London, 24. Mai. In Kapstadt sind wiederum drei neue Pestfälle festgestellt worden.
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Berlin, 24. Mai. Der Kaiser hat das Modell der kaiserlichen Aacht „Hohenzollern" auf der gestern im Crystall- Palast in London durch den Feldmarschall Lord Roberts eröffneten Armee- und Marine-Ausstellung ausstellen lassen.
Berlin, 24. Mai. Die von mehreren Blättern gebrachte Nachricht, daß der Kaiser einen Jagdbesuch beim Erzherzog Friedrich in Mohacz in Aussicht genommen habe, ist, wie die „Post" von zuständiger Seite mittheilen kann, nicht begründet. 'Ebenso wenig thatsächlichen Hintergrund hat die Meldung eines englischen Blattes, wonach der Kaiser kürzlich in einem Schreiben an König Eduard von England für das laufende . Jahr einen neuen Besuch in England angekündigt haben soll.
Berlin, 24. Mai. Wie aus Belgrad gemeldet wird, wurden daselbst in den letzten Tagen Verhaftungen wegen unliebsamer Aeußerungen über die Königin Draga vorgenommen. Hochgestellte Persönlichkeiten, die im Verdacht stehen, der Königin nicht zugethan zu sein, werden verwarnt. Gestern Nacht fand beim früheren Kriegsminister Antanakovics eine Haussuchung statt, während sich die Gemahlin des Generals vor der Polizei einem Verhör unterziehen mußte. In Serbien wird die Thatsache, daß die Königin keinem Thronerben das Leben schenken kann, offen besprochen. Als wahrscheinlich aus einer Königswahl hervorgehender Kandidat wird derzeit der 49jährige Georg Romanowsky, Herzog von Leuchtenberg, genannt, der zwei Kinder hat. Auch Fürst Nikitas zweiter Sohn, Mirko, wird genannt. Auffallend findet man den nachsichtigen
Ton, welchen die französischen Blätter anschlagen und glaubt, dies erfolge auf einen Wink Rußlands.
Berlin, 24. Mai. Nach einem Telegramm aus Rom befand sich Bresci schon seit Wochen in einem Zustande ungeheurer Nerven-Ueberreizung, wozu die absolute Schweigsamkeit seiner Wächter nicht wenig beitrug. Sein Gefängniß war nach Art des Dreyfus-Kerkers auf der Teufels-Insel gebaut und maß drei Meter im Geviert. Jeden Morgen und Abend wurde der Verurtheilte an die Wand angeschlossen, doch so, daß er in der Zelle umhergehen konnte. Auf beiden Seiten derselben waren Zellen für die Wächter eingerichtet, die ihn keinen Moment aus den Augen verlieren sollten. Es ist daher unbegreiflich, wie Bresci sich in den Besitz eines Handtuches setzen konnte. Seine Leiche wurde der Universität Neapel ausgefolgt.
Berlin, 24. Mai. Aus Madrid wird depeschirt: Die konziliante Haltung der Regierung, welche den Katalagisten 4, den Republikanern 2 Mandate bewilligt und sich mit einem begnügte, beruhigt die Gemüther in Barcelona, ebenso die Nachricht, daß der Gouverneur demissionirte. Nach der „Voss. Ztg." verhindern ausständige Feldarbeiter mit Drohungen die Grundbesitzer am Kauf von Lebensmittelu. Die Kornernte verdirbt.
Berlin, 24. Mai. Der „Berliner Lokal-Anzeiger" meldet aus Würzburg: In einer Badeanstalt wurde ein Gymnasiast von einem Kameraden aus Unvorsichtigkeit erschossen.
Berlin, 24. Mai. Der „Berliner Lokal-Anzeiger" meldet aus Kassel: Bei einer großen Schlägerei in dem Dorfe Wellerode wurden 10 Mann durch Stiche schwer verletzt. Der Gendarm wurde mißhandelt.
Berlin, 24. Mai. Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge galten die letzttägigen Berathungen im Kultusministerium der Schaffung besserer Gelegenheit für die Volksschullehrer, sich durch eine höhere Ausbildung für die höheren Volksschuldienst- stellen, also die Kreisschulinspektion und das Lehramt der Lehrerbildungsanstalten vorzubereiten. Es sei anzunehmen, daß ein praktisches Ergebniß erreicht wurde.
Bonn, 24. Mai. Die Kaiserin traf heute Früh, von Baden-Baden kommend, zum Besuche des Kronprinzen hier ein. Dieselbe wird heute Abend direkt von hier über Frankfurt a. M. nach Potsdam reisen, woselbst sie morgen Früh eintrifft.
Greisswald, 23. Mai. Nach den bis jetzt vorliegenden Feststellungen wurden bei der Dienstag erfolgten Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Greifswald-Grimmen abgegeben für Behr (Kons.) 7304, Gothein (fr. Vergg.) 6019, Knappe (Soz.) 1830 Stimmen.
Wien, 24. Mai. Der Großherzog von Sachsen-Weimar trifft hier Anfang Juni ein, um dem Kaiser Franz Joseph einen Antritts Besuch abzustatten.
Wien, 24. Mai. Das Abgeordnetenhaus hat in der heutigen Nachtsitzung das Bergarbeitergesetz in der vom Ausschuß beschlossenen Fassung unter Ablehnung des sozialistischen Zusatz-Antrages angenommen.
Wien, 24. Mai. Der Polen-Klub debattirte gestern in äußerst erregter Sitzung über die Ausweisung polnischer Arbeiter aus Preußen. Alle Redner stimmten darin überein, daß man zwar den Dreibund, da er eine politische Nothwendigkeit sei, nicht zerstören wolle, aber von Goluchowsky sei zu verlangen, daß er energisch gegen die Ausweisung der Polen vorgehe.
Wien, 23. Mai. (Abgeordnetenhaus.) Die Abendsitzung dauerte bis 2’/< Uhr nachts. Die Regierungsvorlage, betr. die Einführung der Neunstundenschicht im Kohlenbergbau, wurde angenommen. Am Schluffe der Siynng wurde durch den Abgeordneten Breiter ein Zwischenfall heroorgerufen dadurch, daß er sich in heftigen Ausfällen gegen den Regierungsvertreter Zechner erging. Die Sitzung wurde unter großem Lärm geschlossen.
Reslhitza, 24. Mai. Die Arbeiter der Brückenbau- Abtheilung der Staatsbahn-Gesellschaft sind in den Ausstand getreten. Sie verlangen eine Verkürzung der Arbeitszeit.
Madrid, 23. Mai. Gerüchtweise verlautet, zwischen dem Niinisterpräsidenten und dem Minister des Innern beständen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der^ durch die Wahlen veranlaßten Zwischenfälle. Eine Ministerkrisis sei möglich. Ferner heißt es, der Minister des Innern bemühe sich, Canalejas zu bewegen, daß er das Präsidium der Depu- tirtenkammer übernimmt.
Paris, 23. Mai. Kammer. Bernard (Nationalist) bringt einen neuen Antrag auf Abschaffung der Theatercensur ein und führt aus, es würden oft Theaterstücke verboten, die nichts Umstürzlerisches oder Anstößiges enthielten, während der Vortrag abscöner Lieder geduldet werde. Bernard verlangt die Dringlichkeit für seinen Antrag. Unterrichtsminister Leygues erklärt, er sei zwar ebenfalls für die Abschaffung der Theatercensur, meine aber, die Sache sei nicht eilig. Er beantrage deshalb die Ablehnung der Dringlichkeit. Das Haus lehnt die von Bernard beantragte Dringlichkeit mit 236 gegen 124 Stimmen ab und beginnt alsdann die Berathung des Gesetzentwurfes betr. Abänderung des Gesetzes über die Sicherstellung der Arbeit. Die Bureaus des Senats wählten heute eine Kommission zur Prüfung des Vereinsgesetzes, 12 Mitglieder der Kommission sind für, 6 gegen das Gesetz.
London, 23. Mai. (Unterhaus.) Im Laufe der Debatte über den Antrag, das Haus von morgen bis zum 6. Juni zu vertagen, richtet Campbell-Bannermann an die Regierung das Ersuchen, über die Lage in Südafrika Mittheilungen zu machen. Brodrick erwidert, eine jegliche Mit
theilung Lord Kitcheners bestätige, daß er mit den in Afrika gemachten Fortschritten zufrieden sei. Der Umstand, daß die militärischen Operationen sich auf ein großes Gebiet erstrecken und daß die Buren in zerstreuten Abtheilungen aufträten, sei geeignet, den Krieg zu verlängern. Aber die militärischen Operationen seien ausgeführt unter äußerst geringen Verlusten auf britischer Seite, während der Prozeß, der Erschöpfung des Feindes mit ziemlicher Schnelligkeit gefördert sei. Die Regierung habe jede Unterstützung, die in ihrer Macht stehe, Kitchener gewährt. Dieser werde mittels einsichtsvoller Verwaltungsmaßnahmen Alles thun, um die Beendigung des Krieges zu beschleunigen.
London, 24. Mai. Das Unterhaus nahm in zweiter Lesung mit 285 gegen 132 Stimmen das Finanzgesetz an.
Stockholm, 23. Mai. Der Reichstag nahm endgiltig den Gesetzentwurf an, wonach das alte System der nationalen Vertheidigung nach sechs Jahren abläuft und ein neues auf der allgemeinen Dienstpflicht begründetes System eingeführt wird und zwar soll danach in Friedenszeiten die Dienstzeit bei der Infanterie und dem Train 240 Tage, bei der Artillerie und Kavallerie 365 Tage und bei der Marine 300 Tage betragen.
Belgrad, 24. Mai. Nach Meldungen aus Cettinje ist der kürzlich begnadigte Bauernführer Tajsic bei Empfang der Nachricht seiner Begnadigung irrsinnig geworden. Er ist scharf bewaffnet nach Serbien abgereist. Die Behörden wurden hiervon verständigt.
Frankfurt, 24. Mai. Mercier-Konzerte. Um über die an den beiden Psingstfeiertagen auf dem Ausstellungsplatze an der Forsthausstraße konzertirende 105 Mann starke Kapelle der Champagnerfabrik E. Mercier u. Co., Epernay, etwas Näheres zu erfahren, dürfte die nachstehende Mittheilung nicht uninteressant sein. Die Kapelle besteht ausschließlich aus Arbeitern der genannten Firma. Sie wurde im Jahre 1888 begründet, und zwar auf Veranlaffung des Direktors der Luxemburger Filiale von E. Mercier u. Co., Herrn Cossè, welcher dadurch unter den Angestellten der Fabrik anfänglich einen gemeinschaftlichen Zusammenhalt bezwecken wollte, und auch, um ihnen die Gelegenheit zum Wirthshausbesuch etwas zu verringern. Aus sehr bescheidenen Anfängen entwickelte sich die Kapelle unter tüchtiger Leitung eines konservatorisch gebildeten jungen Dirigenten, Herrn Berrens, derart, daß sie schon nach wenigen Jahren auf einem großen internationalen Wettstreit in Reims den Sieg errang und erste Preise erhielt für Vomblattspielen, wie auch für künstlerischen Vortrag. Vom Jahre 1894 ab übernahm ein belgischer Militärkapellmeister, Herr Petre aus Arlon, die Leitung, unter welchem sich das Musikkorps zu einer wirklich hervorragenden Kapelle vervollkommnete, sodaß sie auch im vorigen Jahre auf der Pariser Weltausstellung bei einer Konkurrenz von 18 großen Kapellen den großen Preis erstritt. — Bemerken wollen wir noch, daß die Abonnenten des Ausstellungsplatzes zu den Mercier-Konzerten freien Zutritt haben. — Der Eintrittspreis beträgt an der Kasse 1 Mk. und im Vorverkauf bei den bekannten Verkaufsstellen bis Samstag Abend 70 Pfg. Ferner wird mit jedem auf 100 ausgehenden, an der Ausstellungskasse gelösten Billet ein Fläschchen Mercier-Champagner gratis verabreicht.
Telegraphischer Kursbericht.
Frankfurt, 24. Mai, 121/* Uhr.
Credit 215.40 Staatsbahn 145.50. Lombarden 22.—. Disconto-Comm. 185.50 Deutsche Bank 200.30. Handelsg. 150.—. Dresdner —.—. Italiener 96.30. 3 °/o Mexicaner 27.—.
3”/• Portugiesen 25.80 Tendenz: Abgeschwächt.
4°/o Spanier 70.10.
Gotthard 161.—.
Schweiz. Nordost 107.50
„ Central 160.20
„ Union 95.—.
Jura 101.—.
Harpener 176.—.
Gelsenkirchener —.—.
Laurahütte 210.50 Bochumer 189.—.
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