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Beilage M Kr. 118 des Hanauer Anzeiger.

Hanau den 22. Mai 1901.

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Sechs ungetreuen Postbeamten aus Ohligs und deren Helfershelfern wurde letzte Woche an der Strafkammer zu Elberfeld der Prozeß gemacht. Es handelte sich um fort­gesetzte Veruntreuungen auf dem Ohligser Postamte. Die An­klage richtete sich gegen die früheren Posthilfsboten Joh. Kremer, Jos. Dock, Peter Dock, Wilhelm Röhling, Hugo Erf und Hugo Voos und lautet auf Unterschlagung im Amte, ferner gegen die Wittwe Werner Kremer aus Gusse bei Laichlingen, die Fabrikarbeiterin Anna Kremer von ebenda, den Invaliden Johann Dock und die Stickerin Elisabeth Dock aus Ohligs als Hehlerin. Die ersten sechs Angeklagten begingen die ihnen zur Last gelegten Unterschlagungen in der Weise, daß sie sich die ihnen zur Beförderung übergebenen Packete und Briese entweder ganz aneigneten oder bei mangelhafter Verpackung nur einzelne Gegenstände Herausnahmen. Ihre Beute bestand 11 unter Anderem aus Tuch für zwei Anzüge, einem Ueberzieher, einer Hose und 10 bis 15 Mark Geld, aus 500 Zigaretten, Wurst, Speck, Butter, Messer, Gabeln, Löffel, Goldsachen, Zigarren, Stiesel, Seife, einem Hirschfänger, Weintrauben, Torten, Aepfeln, Wein, allerhand Stahlwaaren u. s. w. Kremer brachte die von ihm gestohlenen Sachen nach Hause, irroo sie zum Theil im Haushalte verwerthet wurden; auch die Schwester Kremers, Anna Kremer, nahm, obwohl sie wie ihre Mutter wußten, daß die Sachen gestohlen waren, etwas davon als Geschenk an. Johann Dock, der Vater von Josef und Peter Dock, hat sich von ersterem nur einmal eine Düte voll Bonbons schenken lassen, die sein Sohn gekauft haben will. Er wurde von der Anklage der Hehlerei freigesprochen, des­gleichen seine Tochter Elisabeth, die von ihrem Bruder einen Sonnenschirm und eine Handarbeitstasche als Geschenk ange­nommen hatte. Dagegen wurden verurtheilt Johann Kremer zu 18 Monaten, Josef Dock und Peter Dock zu je einem Jahr, Wilhelm Röhling zu zehn Monaten, Erf zu acht, Voos zu sechs Monaten, Wittwe Kremer zu neun Monaten und Anna Kremer zu drei Wochen Gefängniß.

Ueber einen Kampf in den Lüften wird aus Langendorf a. d. Elbe (Kreis Dannenberg) Folgendes berichtet: I Ein Fischreiher hatte von den Brassen (oder Bleien), die jetzt laichen und sich deshalb in größeren Schaaren auf den noch niedrig überschwemmten Wiesen tummeln, ein stattliches Thier gefangen und war dabei, ihn sich wohlschmecken zu lassen. Er sollte sich seines Raubes aber nicht lange freuen, denn ein Storch gesellte sich zu ihm und machte Miene, ihm bei der Mahlzeit zu helfen. Der Fischreiher war über diese Dreistig­keit ungehalten und gab durch eine Bewegung seines Schnabels dem ungebetenen Gast zu verstehen, daß er überflüssig sei. Der Storch verstand den Wink mit dem Schnabel falsch, und bald entbrannte ein heißer Kamps, dessen Schauplatz bald von der Erde in die Lüfte verlegt wurde. Mit den Flügeln schlagend, sank der Fischreiher schließlich zur Erde nieder, wo er, da ein Schnabelhieb seines Gegners ihm ins Auge ge­drungen war, verendete. Als der Storch, der auch übel am Gefieder zugerichtet worden war, sich des leckeren Brassen be­mächtigen' wollte, war dieser bereits von einem anderen Adebar erwischt und verspeist worden.

Daß eine Katze junge Eichhörnchen fängt, dürfte selten vorkommen. Ein Einwohner des Gutes Roch- kamp bei Plön hatte kürzlich vier junge Eichhörnchen dem Neste entnommen und sie seiner Hauskatze als Ersatz für die Jungen, die man ihr geraubt hatte, übergeben. Die Katze tödtete zwei der neuen Pfleglinge, hat sich dann aber der beiden Letzten mit mütterlicher Sorgfalt angenommen.

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Stadt Brüffel 100 Fr.-Loofe vom Jahre 1886.

Ziehung am 15. Mai 1901. Auszahlung am 2. Januar 1902. Gezogene Serien: Nr. 763 2238 2768 4310 4999 5662 10401 11536 12343 12458 14441 16739 18774 19950 20154 20208 21205 22287 23173 24547 24646

26025 26037 26077 27153 27221 29350 30014 31334 34378 35121 35145 35147 35390 36169 38129 41829 42128 42804 46377 46424 50670 52770 53081 54963 56006 56032 61056 62814 67204 68484 68536 68871 73252 74341 74587 74899 75297 75660 80074 80401 83686 85150 85880 90771 94153 94976 96027 96085 97487 99472 103412 103564 103973 105340 105831

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Nr. 152 257. Aufhänge-Kontakt für Badezimmer, dessen in einem Holztheil untergebrachte Kontakte durch Zug an einer Schnur den Stromkreis schließen. Heinrich G e ck in Frankfurt a. M., Pfingstweidstraße 8, vom 7. März 1901 ab. G. 8224. Kl. 21c.

Nr. 152 227. Gaserzeuger mit Ventilator zur Zuführung der zu carburirenden Luft, mit einem oder mehreren Böden zur Aufnahme von Aufsaugeschichten und Brause zur zeitweiligen Durchtränkung der Schichten mit derBrennflüsstgkeit. Frank­furter Gasglühlichtfabrik Gebr. Michel in Frank­furt a. M., vom 15. September 1900 ab. F. 7005. Kl. 26b.

Nr. 152 368. Schraubzwinge mit gezahnter Führungs­stange des beweglichen Armes und senkrecht zum festen Arm bleibender Spindel. Daniel Fischer in Cassel, Mittelgasse 40, vom 21. Februar 1901. F. 7392. Kl. 38e.

Nr. 152 699. Schiebeschlößchen für Portefeuillewaaren, desfen den Schiebriegel in seinen Endstellungen festhaltende Feder durch Stanzen aus dem Boden des Schloßbleches ge­bildet ist. Daniel H o f in Offenbach a. M., vom 13. März 1901 ab. H. 15 663. Kl. 33b.

Schiffsbericht.

Der Hamburger DampferPretoria" ist am 18. Mai wohlbehalten in New-York eingetroffen.

Hamburg, 18. Mai. Der DampferAndalusia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Colombo und der DampferBelgia" vorgestern in Baltimore einaetroffen.

Bremen, 18. Mai. Der Dampfer des Norddeutschen LloydSachsen" ist gestern in Colombo und der Dampfer Lahn" vorgestern in New-York eingetroffen.

London, 19. Mai. Der Castle-DampferLismore Castle" ist auf der Ausreise vorgestern in Kapstadt einge­troffen.

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Feuilleton.

Feuerschutz und Feuerwehr.

Eine Skizze zum 50. Jubiläum der Berliner Feuerwehr (22. Mai) und zur Eröffnung der Internationalen Ausstellung für Feuerschutz in Berlin.

Von Paul Emil Becker.

(Nachdruck verboten.)

Feuerjo! Feuerjo!" hallt es durch die engen Straßen der alten Reichsstadt. Das Feuerkalb brüllt, die Glocken läuten, eilig laufen die Wächter trommelnd und blasend durch die Gassen, um die schlafenden Bürger aufzuscheuchen. Und sie stürzen aus ihren Häusern; angstvoll fragen sie nach der Brand­stätte, eilen sie ihr zu. Keiner fühlt sich sicher; wer mag wissen, wie weit die Flamme um sich greift, was sie verschont? Schon ist der namhafte Herr Bürgermeister zur Stelle und dirigirt die Löscharbeiten; Ledereimer werden vertheilt; die Gärtner, Weinzieher und Träger schaffen Wasser in großen Fässern herbei unddurch der Hände lange Kette fliegt der Eimer," indeß die mit ihren Werkzeugen erschienenen Bau­handwerker die dem Brandherde zunächst gelegenen Bautheile einreißen und dadurch der Flamme Einhalt zu thun versuchen. Ach, alles vergeblich! Das Feuer spottet der Wasserstrahlen, mit denen man ihm nicht zu Leibe kommen kann, weil die Enge der Straßen und der Mangel an geeigneten Apparaten einen planmäßigen Angriff daraus unmöglich machen. An alten Holzbauten findet es willkommene Nahrung, gierig frißt es weiter und weiter, schon steht ein ganzes Viertel in Flammen nnd hilflos steht der Mensch vor dem Elemente, das das Ge­bild der Menschenhand hasset. Und indeß hier die Arbeit von Jahrzehnten zusammenstürzt, kriecht aus seinen dunklen Höhlen das Verbrechen und das Laster hervor. Wohl patrouilliren die Bürger in Harnisch und Gewaffen, bewachen die Wälle, schließen die Thore; aber immer noch zu leicht findet licht­

scheues Gesindel Gelegenheit zum Diebstahl, zur Entführung von Kindern, ja zum Morde. Das sind Nächte des Schreckens und der Noth, in denen gar oft das Glück vieler Familien binnen wenigen Stunden vernichtet wird.

So einst. Und heut?Was ist denn schon wieder los?" fragt verdrießlich der Hausvater, der im schönsten Schlafe durch eine wachsende Unruhe im Hause gestört wird. Nun, es brennt im ersten Stock. Es brennt? Fast will der Brave unruhig werden, da ist schon ein Mann mit dem Feuerwehr­helm zur Stelle und der Herr Brandmeister ließe sagen, es sei keine Gefahr und die Herrschaften sollten nur ruhig weiter schlafen. Aber da die Nacht ja nun doch mal angebrochen ist, so zündet sich der biedere Staatsbürger und Familienvater eine Cigarre an und legt sich bequem in's Fenster und guckt dem Rummel" zu, der freilich durch das lebhafte Treiben der wackeren Feuerwehrmänner und durch den düsteren flackernden Schein ihrer Fackeln ein überaus anziehendes Schauspiel bietet. Doch währt's nicht allzu lange: ein Pfeifensignal ertönt scharf und schrill, die Männer springen auf die Wagen, die mächtigen Pferde ziehen an, und wie ein Spuk verschwindet der ganze Zug in der Nacht.

Nichts kann den geradezu ungeheuren Wandel der Zeiten hinsichtlich des Feuerschutzes beredter zur Anschauung bringen, als eben dies Bild des Mannes, der sich den Brand im eigenen Hause gemächlich als ein Schauspiel mit ansteht. Gewaltige Siege hat der Mensch über das feindliche Element errungen, und wenn nicht die besondere Ungunst der Verhältnisse dem Feuer zu Hilfe kommt, so schreckt es ihn nicht mehr. An diesen Siegen aber hat die Berliner Feuerwehr, deren 50. Geburtstag eben jetzt durch eine großgedachte internationale Ausstellung für Feuerschutz in Berlin begangen wird, einen hervorragenden Antheil. Sie ist nicht nur ein Institut von Weltruf, dessen Einrichtungen für ganz Deutschland, sowie für den Süden wie den Norden Europas vorbildlich geworden sind; sie hat vor Allem auch den Ruhm, die erste deutsche Be­

rufsfeuerwehr zu sein, und dadurch wird ihr Ehrentag zugleich zu einem Ehrertage der deutschen Feuerwehr, soweit sie berufs­mäßig organisirt ist, überhaupt.

Man möchte fast sagen, daß uns modernen Menschen das volle Bewußtsein vor der ungeheuren Gefahr des Feuers einigermaßen abhanden gekommen ist. Wohl ereignen sich noch ab und zu gewaltige Brandkatastrophen, wie eben jetzt die in Jacksonville; doch wir betrachten dergleichen Ereignisse mehr wie Naturphänomene. In den alten Tagen aber war das Feuer sozusagen an der Tagesordnung und keinen gefährlicheren Feind nächst der großen Epidemien hatte die bürgerliche Ge­sellschaft. Kein Jahr verging ohne schwere Feuersbrünste; vom 12.14. Jahrhundert brannten Lübeck und Straßburg wiederholt ganz ab; London wurde in noch nicht drei Jahr­hunderten dreimal ein völliger Raub der Flammen; in Kon­stantinopel wurden in den Jahren 1791 und 1795 je etwa 32 000 Häuser eingeäschert. Die entsetzlichen Brände von London im Jahre 1666 und von Hamburg 1842 dieser ist der alten Zeit zuzuzählen, da das moderne Feuerwehrwesen damals noch nicht organisirt war haben eine traurige Be­rühmtheit erlangt. Der Londoner Brand währte vom 2. bis zum 6. September; er zerstörte 132 000 Häuser, zahlreiche Kirchen und Kapellen, darunter St. Paul, öffentliche Gebäude u. s. w.; den Schaden berechnete man damals auf IO8/* Millionen Pfund, eine Summe, bei der man den damaligen hohen Werth des Geldes in Betracht ziehen muß. In Ham­burg wüthete das Feuer vom 5. bis zum 7. Mai 100 Stunden lang; es zerstörte 4219 Gebäude und richtete einen Schaden von 7 Millionen Pfund an. Diesen Riesenbränden hat die neuere Zeit gottlob nur ein ähnliches Unglück zur Seite zu stellen in dem Brand von Chicago, wo vom 8. bis 10. Oktober 1871 nicht weniger als 17430 Gebäude dem Feuer zum Opfer fielen, der Gesammtverlust 39 Millionen Pfund betrug und gegen 100 000 Menschen obdachlos wurden. Vervollständigt man das Bild durch die schier zahllosen kleineren Schadenfeuer, die die Städte heimsuchten, so ermißt