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Hanauer Anzeiger
22. Mai.
Den Offizieren und Mannschaften der Berliner Feuerwehr entbiete Ich an ihrem heutigen Jubeltage Meinen Königlichen Gruß. Leider bin Ich behindert, dem Jubiläum der Feuerwehr anläßlich ihres 50jährigen Bestehens persönlich beizuwohnen. Der Rückblick auf die verflossenen 50 Jahre ergibt ein ruhmvolles Zeugniß für die Trene und Aufopferung, mit der sich Offiziere und Mannschaften mit Einsetzung ihres Lebens ihrem Berufe unterzogen haben. In diesen fünfzig Jahren hat sich die Berliner Wehr einen glänzenden Ruf erworben. Sie ist vorbildlich geworden nicht nur für das engere Vaterland, sondern für alle Länder Europas. Wie sich die Feuerwehr infolge ihres ausgezeichneten Verhaltens stets des besonderen Schutzes Ihrer hochseligen Majestät, der Kaiserin Augusta, erfreut hat, so hat auch Ihre Majestät die Kaiserin und Königin, Meine hohe Gemahlin, sie unter Allerhöchst Ihre besondere Protektion genommen. Möge der vortreffliche Geist, der bisher Offiziere und Mannschaften beseelte, auch fernerhin erhalten bleiben, damit die Berliner Feuerwehr ihrer hohen Aufgabe zum Wohl der Weltstadt Berlin und ihrer Bewohner gerecht bleibe!"
Der Verlesung der Kabinetsordre fügte der Herr Minister die Bemerkung hinzu, daß es ihn besonders freue, seine erste öffentliche Amtshandlung mit der Beglückwünschung der Feuerwehr beginnen zu dürfen. Der Minister brachte hiernach ein dreimaliges Hoch aus den Kaiser aus. Als nächster Redner nahm Polizeipräsident von Windheim zur Verlesung eines Königlichen Erlasses, das eine Anzahl Ordensauszeichnungen in sich schließt, das Wort.
Ferner ist folgende Allerhöchste Kabinetsordre an den Minister des Innern ergangen: „Ich habe der Feuerwehr zu Berlin zur dauernden Erinnerung an das 50jährige Jubiläum derselben in Anerkennung der von ihr geleisteten treuen Dienste die Auszeichnung verliehen, daß auf den Achselstücken und Epaulettes für Offiziere und Mannschaften Mein Namenszug unter der Königlichen Krone nach den anbei zurücksolgenden Mustern angebracht wird. Sie haben hiernach das Weitere zu veranlassen.
Auch der Polizeipräsident knüpfte an diese offiziellen Mittheilungen von seinem Standpunkte als Chef des Feuerwehrkorps, das bekanntlich vom Polizeipräsidium ressortirt, warme Worte der Glückwünsche und der Anerkennung hinzu. Damit war die eigentliche Feier beendet, man müßte denn noch einen kleinen „Cercle" des Prinzen Friedrich Heinrich und das in Parademarsch erfolgende Abrücken der Mannschaft, an deren Spitze sich Direktor Giersberg gestellt hatte, durch den Vorhof an dem hohen Vertreter unseres Kaisers vorbei, als Epilog hinzurechnen. Jedenfalls vollzog sich dieser Parademarsch so stramm und exakt, selbst seitens der Veteranen in Frack und Zylinder, unter denen man manch weißhaarigen Mann mit der Rettungsmedaille aus der Brust bemerken konnte, daß etwas von jenem Gefühl der wohlthuenden, stolzen Sicherheit, von der der Geistliche in seiner Rede sprach, die Gemüther der Zuschauer beim Anblick dieser schneidigen Garde-Rettungstruppe erfüllte. Der Gesammteindruck der schlichten Feier war ein höchst wohlthuender. Die Feuerwehr, dieses Mädchen für Alles, wie man sie oft scherzweise und doch nicht mit Unrecht nennt, steht in so enger, man könnte sagen familiärer Beziehung zum Publikum, daß ihr Ehren- und Jubeltag noch etwas mehr erweckt als kalte Schaulust und festliche Neugierde. Darum heimelte auch die ganze Veranstaltung in ihrer zwar militärisch zugeschnittenen und doch so ungezwungenen, herzlichen Form alle Theilnehmer ausnehmend freundlich an und hat auch sicher in Jedem schöne bleibende Eindrücke hinterlassen.
Eine Mahnung an Alle, die es in der Land wirthschaft angeht.
Von P. v. Debschitz, Raudten, Bezirk Breslau.
Im Frühjahr 1898 sprach ich die Vermuthung aus, daß der Sommer viele Gewitter und Hagelschläge bringen werde. Ich begründete meine Vermuthung mit der Thatsache, daß ein hoher Grundwasserstand vorhanden sei, welcher in reichlichem Maße das Material zu schneller Verdunstung bei eintretender Sommerhitze liefere und folgerte, daß die schnelle Verdunstung großer vorhandener Wassermengen sich in Gewitter verwandeln müsse. Dieser Vermuthstng entsprechend begann in der zweiten Hälfte des Monats Mai 1898 der Eintritt außerordentlich fruchtbarer Witterung. Ohne den nach Früh-Gewittern sonst sehr häufig vorkommenden Rückschlag zu empfindlicher Kälte zeigten sich fast täglich schwere und schwerste Gewitter mit starken Regengüssen und Hagelschlägen. Diese zwei Wochen entschieden so günstig über die Entwickelung der Feldfrüchte, daß ihnen eine fast drei Wochen anhaltende Dürre-Periode im Juni nichts mehr anhaben konnte und daß ein großer Theil der im Mai entstandenen Hagelschäden sich noch wieder ausheilen konnte. Den schon hoch entwickelten Halmfrüchten brachten einzelne schwere Gewitter Ende Juni, vornehmlich am 22., nicht mehr heilbaren schweren Hagelschaden. Der Juli
Ligne, geb. am 25. November 1855. Dieser Ehe sind 4 Kinder entsprossen:
1. Gräfin Pauline Marie Margarethe, geb. zu Paris am 8. November 1876 — seit 2. Dezember 1900 vermählt mit Sr. Durchlaucht Prinz Alfons von Isenburg- Birstein.
2. Graf Heinrich Maria Eugen, geb. zu Paris am 11. März 1880.
3. Gräfin Marie Theresia Ernestine, geb. zu Schloß Breuilpont, Dep. Eure, am 6. August 1885.
4. Gräfin Eleonore Camilla Marie Henriette, geb. zu Paris am 2. März 1891. —
Somit wäre die Skizze von Schloß Selbold mit Einfügung einiger weniger Daten aus der Geschichte des Hauses Isenburg und seiner erlauchten Fürsten zu Ende gebracht und erübrigt es nur noch, dem Wunsche Ausdruck zu verleihen, daß dem hohen durchlauchten Paare, in welchem zwei uralte, hochangesehene und ruhmbedeckte Kronen vereinigt sind^ in dem alten Isenburger Stammsitze heitere Stunden, frohe Tage und viele glückliche Jahre beschieden sein mögen.
hielt sich fast gewitterfrei und ließ die reiche Ernte gut einbringen. Erst Ende Juli und Anfang August kamen noch vereinzelte große Hagelschäden bei reifen Früchten vor. Da 5 Actien- und 12 Gegenseitigkeits-Versicherungs-Gesellschaften pro 1898 an Netto-Hagelschäden 4,991,500 Mark mehr zu bezahlen hatten als 1897, kann ich behaupten, daß meine Vorhersage so ziemlich eingetroffen ist.
Im Frühjahr 1899 erreichte der Grund-Wasserstand nahezu die Höhe des 1898er Standes. Die Theorie, daß hoher Grundwasserstand die Vermehrung der Hagelschläge bewirkt, hat sich auch pro 1899 bewährt — indessen mit der Einschränkung, daß die Gewitterbildung auch von der Hitze-Entwickelung abhängt. Die Hitze-Entwickelung kann verhindert werden durch kalte Luftströmungen auf der Erde und kann vermehrt werden durch stärkere Verbrennungen auf der Sonne. Im Frühjahr 1900 war der Grundwasserstand gegen 99 fast unmerklich gesunken. April und Mai blieben kalt und trocken. Mitte Mai wurde durch Fröste viel unheilbarer Schaden angerichtet. Erst im Juni stieg die Temperatur soweit, daß fast tägliche, aber nur schwache Gewitter entstanden. Der Juli brachte für große Theile Deutschlands anhaltenden Ostwind und schädliche Dürre. Die Versicherungs - Gesellschaften durften auf eine außerordentlich günstige Campagne rechnen. Da verursachten in der zweiten Hälfte des Juli einzelne orkanartige Gewitter fast totalen Schaden bei überreifen Früchten, dieselben Erscheinungen wiederholten sich noch im August. Sogenannte tropische Hitze mit schneller Verdunstung und deren Folgen blieb im ganzen Jahre eine Seltenheit. Die Entschädigungssumme netto betrug pro 1900 noch 1^2 Millionen Mark mehr als 1897 und 71 Pf. pro 100 M. der Versicherungssumme; immer noch 4 Pf. mehr als der 10jährige Durchschnitt von 1888—1897.
Um zwei Erfahrungen wurden die Versicherungs-Gesellschaften laut ihrer Berichte reicher und zwar: 1. daß besonders in den Jahren 1898 und 99 sogenannte hagelfreie Gegenden unter schwersten Wetter-Unbilden zu leiden hatten. 2. daß seit einer Reihe von Jahren Hagel-, Sturm- und Wetter-Schäden vorkommen, wie sie früher in Deutschland unbekannt waren. — Der Spätherbst 1900 zeichnete sich durch ungewöhnliche Nebel aus. Vom November 1900 bis März 1901 waren nur geringe Niederschläge zu verzeichnen, so daß der Grundwasserstand Mitte März nahe an einen Meter verloren hatte. Es sah böse aus um die Aussichten für Bestellung und Wachsthum der Pflanzen, da große Dürre bevorstand. Da kamen die Schneefälle und schafften reichlichen Ersatz, so daß zur Zeit ein Grundwasserstand vorhanden ist, welcher demjenigen der vorhergehenden Jahre mindestens gleichkommt. Der eine Faktor für Gewitterbildungen ist also da; der andere Faktor ist starke Hitze. Ob diese mit Bestimmtheit eintreten wird, muß abgewartet werden. Die Sonne aber hat schon wiederholt gezeigt, daß sie es mit ihren heurigen Strahlungen sehr ernst nehmen wird. Schon im März, bis zu dessen Ende der Winter eigentlich anhielt, besonders aber im April wiederholte sich mehrere Male die bemerkenswerthe Erscheinung, daß nach Frostnächten schon in der Miltagstunde Gewittererscheinungen und Gewitter mit Güssen und Hagelschauern auftraten und daß nach ihnen keine plötzliche Abkühlung einsetzte, wie das bei Früh-Gewittern sonst üblich ist.
Diese Erscheinungen halle ich für ein Anzeichen, daß ein Sonnenjahr, d. h. ein heißes Jahr, bevorsteht mit wahrscheinlich zahlreichen Gewitter-Erscheinungen. Durch sehr sorgfältig registrirte eigene Wetterbeobachtungen und auch die offiziell bekannt gemachten Wetterberichte, konnte ich ferner die Thatsache feststellen, daß in den letzten beiden Monaten ausnahmsweise häufige Schwankungen der Windrichtung und des Barometerstandes vorkamen. Innerhalb 12 Stunden ging oft der Wind von Süd-West über Süd nach Nord-Ost herum, am nächsten Tage machte er die Reise wieder zurück, um am übernächsten Tage 3/± eines Kreises über Westen nach Norden zurückzulegen. Klarstem Abendhimmel mit Mondschein und gutem Barometerstand, den Propheten für gutes Wetter für den folgenden Tag, folgten ein paar Mal gewitterartige Güsse um Sonnenaufgang. Bei krassesten Witterungs-Verschiedenheiten schwankte das Barometer nur zwischen 755 und 765 mm. Der Staubregen des 11. März kam bei 758 mm Barometerstand.
Diese Erscheinungen sind mir zu neu, um sie deuten zu können. Ich kann mich indessen erinnern, daß 1891, mit 130 Pf. Hagelschaden pro 100 Mark der Versicherungssumme, jede Windrichtung schwere Gewitter entstehen ließ. Da Grundwasser reichlich vorhanden ist, da wir ferner muthmaßlich in einem Sonnenjahr stehen und die Neigung zu Gewitterbildungen schon jetzt eine sehr große ist, und da endlich 10 Jahre vergangen sind, seitdem wir ein ausnahmsweise schweres Hageljahr erlebten wie die Jahre 1891, 1884 und 1872 solche waren, so könnte es leicht kommen, daß 1901 ein Ausnahmejahr wird; möchte das immerhin sein, denn Gewitterjahre sind immer gute Jahre, und eines solchen bedürfen wir mehr wie sonst, weil Januar und Februar so viel Schaden angerichtet haben, daß nur ein überfruchtbares Jahr im Stande ist, den Ausfall an erfrorenem Winterweizen und die Unkosten für wiederholte Saat und Bestellung zu ersetzen. Am besten wäre es, wenn recht viele Wetter recht gelinde niedergingen. Leider läßt sich aber den Gewitter-Wolken weder die Zeit ihres Erscheinens, noch die Stärke, welche sie bei ihrem Niedergang anwenden, vorschreiben. Darum möchte ich hierdurch alle diejenigen Landwirthe, welche sich bisher mit und ohne Erfolg um die häßliche Hagelprämie drückten und vornehmlich die Besitzer kleinerer Grundstücke, sowie die Bewohner solcher Gegenden, in welchen lange kein Hagel fiel, zur Hagelversicherung anregen. — Ich kann wohl für feststehend annehmen, daß wir hohen Getreidepreisen entgegensehen, da der große Ausfall an Winterweizen, welcher sicher ist, durch den großen Anbau von Sommerfrüchten nicht gedeckt werden kann und die Weizenpreise in den Ländern, aus welchen der Weizen- Import kommen wird, steigen werden. Jedes Getreidefeld wird daher im kommenden Jahre einen erhöhten Werth haben. Je werthvoller die Frucht ist, welche auf dem Acker sicht, desto mehr gebietet der einfache Menschenverstand, diejenige Maßregel zu ergreifen, welche den Besitzer davor schützt, die
ganze Frucht oder einen wesentlichen Theil derselben in zel Minuten verloren gehen zu sehen. Diese Maßregel ist l Hagelversicherung.
Wer nur zehn Morgen Getreide jeder Art baut, der hai in den vorhergehenden Jahren, das Stroh eingeschloffen, eint Werth von 700—800 M. darauf stehen, wovon 500—60 Mark auf die Körner kamen; dieses Jahr kann der Körne, werth um 100—150 M. steigen, so daß 800—950 M. Wert für die 10 Morgen zu berechnen sein werden. Werden d i 10 Morgen durch Hagel vernichtet, sie sind statt 700—800 V nahe an 1000 Mk. unwiederbringlich dahin. Es fehlt dam 6 das Brodgetreide ; das Saatgut, das Viehfutter, der Erlö aus verkauftem Getreide zu Zinsen und zu den baaren Geld bedürfniffen und ein Viehertrag wird auch ausbleiben, wei mit gekauften Futtermitteln nie so gut gefüttert wird als mi zugewachsenem Futter. Da bleibt dann nichts übrig, als ein Hypolhek aufzunehmen und auf Lohnarbeit zu gehen und Tw und Nacht zu arbeiten. Wozu aber quält sich der Besitze, von 15—20 Morgen, welcher 10 Morgen Getreide baut Jahr ein Jahr aus auf seiner Scholle und läßt sich von jeden Postboten, Eisenbahnbeamten und Lohnarbeiter auslachen, daß er sich so quält, ohne viel vor sich zu bringen, als weil er auf seinem Besitzthum schalten und walten kann, wie er will und nicht arbeiten muß, wie sein Arbeitgeber will! — Seine so sehr geliebte Freiheit steht auf dem Spiele bei jedem Wetter, welches aufzieht. Ist ihm diese Freiheit weniger werth als die 10 Mk., welche er höchstens aufbringen muß, um sich durch Versicherung zu schützen?
Darum fordere ich hierdurch unsere sogenannten „kl nnen Leute", ganz besonders auf, das kleine Uebel der Prämienzahlung der drohenden Gefahr des Verlustes der Freiheit vorzuziehen ! Je größer ein ländliches Besitzthum ist, desto selbstverständlicher ist die Verpflichtung, die Früchte gegen Hagelschlag zu versichern, einfach aus dem Grunde, weil das Unglück, welches ein schweres Hagelwetter bei dem Unversicherten anrichtet, nur noch durch Geld, d. h. durch Hypothekenaufnahme und nicht mehr durch Arbeit gut gemacht werden kann. 500—1000 M. Verlust sind durch Arbeit allmählich wieder einzubringen. Beträgt der Hagelschaden auf größerem Besitzthum 2000—4000 M., d. h. sind da 40—80 Morgen Getreide verhagelt, so ist gar nicht daran zu denken, daß auch nur ein Theil des Verlustes durch Arbeit wiedergewonnen wird, da diese nicht mehr zur Bestellung des Besitzthums ausreicht. Auf einem Bauerngut beträgt der Werth des gebauten Getreides 15—20 Proz. des gesammten Gutswerthes ! Alle diejenigen Bauern, welche nicht in der Lage sind, 5, 10, 15, 20 Proz. ihres Besitzthums in ein paar Minuten zu verlieren, müssen sich mehr als bisher daran gewöhnen, die Hagelprämie als eine so unvermeidliche Ausgabe anzusehen wie Steuern, Zinsen, Löhne tc. An der Prämie wird Keiner verarmen, und es ist noch Keiner daran verarmt, an unersetztem Hagelschaden aber sind schon Viele arm geworden. Also: Hier eine ertragbare Ausgabe — dort vielleicht die Verarmung! — Wählt! —
Hus stab und fern.
Cassel, 21. Mai. Mit der Denkmals frage beschäftigte sich die zahlreich besuchte Versammlung der ehemaligen Angehörigen des Inf.-Regts. Nr. 83, die am Samstag Abend im Saale der „Stadt Stockholm" tagte. Oberlehrer Dr. Krüger begrüßte namens des Vereins die Anwesenden und eröffnete die Versammlung. Der Einberufung der Versammlung lag ein patriotischer und zugleich pietätvoller Gedanke zu Grunde: Den Gefallenen des Regiments im Kriege 1870—71 solle als sichtbare Bethätigung der Treue, mit welcher das Regiment und deren ehem. Angehörigen insbesondere der gefallenen Tapferen noch gedenken, ein Denkmal gesetzt werden. Als Standort für das Denkmal habe man das Schlachtfeld von Wörth ausersehen, erstens, weil dort das Regiment die Feuertaufe erhalten und zweitens das Gelände auf deutschem Gebiete liege. Andere Regimenter haben bei Wörth schon längst ihren gefallenen Kameraden Denkmäler gesetzt, aber für eine solche That sei es auch heute noch nicht zu spät, wenn die 83er auch erst jetzt die Angelegenheit in die Hand nehmen. Angeregt war diese Würdigung der hessischen Tapferkeit schon früher; vor drei Jahren war dieser Gedanke schon lebhaft erörtert worden, doch haben sich der Verwirklichung so viele Schwierigkeiten in den Weg gestellt, daß man ihn nothgedrungen fallen lassen mußte. Die zahlreich in Hanau lebenden Kameraden haben die Anregung neuerdings wieder gegeben, und nun wird wohl das Denkmal sicher zur Ausführung kommen, umsomehr, als der Kommandeur, Oberst v. Hennigs, wie das gesammte Offizierkorps des 83. Regts. denselben Wunsch hegen, wie er (Redner) erfahren habe. Er legte der Versammlung daraufhin 3 Anträge zur Genehmigung ■ vor: 1. Die am Abend des 18. Mai im Saale der „Stadt Stockholm" versammelten ehem. Angehörigen des 83. Regiments beschließen, den Gefallenen des Regiments auf dem Schlachtfelde zu Wörth ein Denkmal zu errichten; 2. es wird zu diesem Zwecke ein geschäftsführender Ausschuß mit dem Rechte der Erweiterung gewählt; 3. soll dieser geschäftsführende Ausschuß aus 24 Mitgliedern bestehen, und zwar aus 12, die dem Vorstande des Vereins ehem. 83er angehören und aus 12 weiteren, aus der Mitte der Versammlung zu wählenden Herren. Nach Nothwendigkeit kann die Zahl der Herren noch vermehrt werden. Die Versammlung war mit den gemachten Vorschlägen einverstanden und bestätigte die vorgeschlagenen Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses. Dieser besteht aus folgenden Herren: Oberlehrer Dr. Krüger, Oberlehrer D. Fennel, Glasermstr. Heinrich Froelich, Kaufmann Scherf, Kaufmann Eigenbrodt, Kaufmann Kaufhold, Sekretariatsassistent Haar, Schuhmachermstr. Kramer, Friseur Moretzky, Leihhausagent Schmidt, Kaufmann Furthmann und Buchhalter Wagner. Diese Herren sind sämmtlich Mitglieder des Vereins ehem. 83er, ihnen wurden aus der Versammlung zugewühlt die ehem. Kameraden: Röse, Steinberger, Holzapfel, Holzhausen, Kaiser, Plitt, Rauchbauck, Börner, Köhler, Ulrich, Sußmann und Boll. Die Aufgabe des geschäftsführenden Ausschusses soll in erster Linie die sein, die zur Herstellung deS Denkmals nothwendigen Mittel aufzubringen, sowie alle noth-