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Drrsntwortl. Redakteur : G. Ä ch r e ck e r in .Hanan.
Sr. 117. Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. Dienstag den 21. Mai Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. 1901
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Hus Stadt und Cand.
Hanau, 21. April.
* 18. Armeekorps. v. Winterfeld, General- Major und Kommandeur der 25. Kav.-Brigade (Großh. Hess.), wurde mit der Führung der Garde Kavallerie-Division beauftragt, v. Festen berg-Pakisch, Oberst, beauftragt mit der Führung 4 der 21. Kavallerie-Brigade, wurde zum Kommandeur der betreff. Brigade ernannt. K u tz e n , Oberst und Kommandeur des 3. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Leib Regts.) Nr. 117, wurde mit der Führung der 57. Inf.-Brigade beauftragt. Oberstleutnant v. Gersdorff, beim Stabe des Großh. Mecklenburg. Füs.-Regts. Nr. 90, wurde, unter Beförderung zum Obersten, zum Kommandeur des 3. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 117 ernannt. Negenauer, Major und Bataillons- Kommandeur im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, wurde, unter Beförderung zum Oberstleutnant, zum Stabe des 8. Rhein. Jnf.-Regts. Nr. 70 versetzt. Luckwald, Major, aggreg. dem 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, wurde zum Bataillons-Kommandeur im Regiment, v. Biebahn, Oberst und Kommandeur des 2. Thüring. Jnf.-Regts. Nr. 32, wurde, unter Beförderung zum General-Major, zum Kommandeur der 50. Infanterie-Brigade (2. Großh. Hess.) ernannt. Oberst Cha les de Beaulieu, Kommandeur der 25. Feldartillerie- Brigade (Großh. Hess.), wurde zum General-Major befördert, t v. Glasenapp, Oberstleutnant beim Stabe des 4. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Prinz Karl) Nr. 118, wurde, unter Beförderung zum Obersten, zum Kommandeur des Jnf.-Regts. von Lützow (1. Rhein.) Nr. 25 ernann'. Kasischke, Major und Bataillons-Kommandeur im 8. Thüring. Jnf.-Regt. Nr. 153, wurde, unter Beförderung zum Oberstleutnant, zum Stabe des 4. Großh, Hess. Jnf.-Regts. (Prinz Karl) Nr. 118 ernannt, v. Blankenburg, Major und Bataillons- Kommandeur im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, wurde, unter Beförderung zum Oberstleutnant, zum Stabe des Füs.-Regts. von Gersdorff (Hess.) Nr. 80 versetzt. i| v. Schlemmer, Major, aggreg. dem Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm I (2. Großh. Hess.) Nr. 116, wurde zum Bataillons-Kommandeur im Regiment ernannt. Herrlein, Oberstleutnant im Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.)' Nr. 116, ist, unter Enthebung von der Stellung als Bataillons-Kommandeur, zum Stabe des Regiments übergetreten. Hoffmann, Major â la suite des Jnf.-Regts. von der Marwitz (8. Pomm.) Nr. 61 und Kommandeur der Unteroffizier-Vorschule in Bar- tenstein, wurde als Bataillons-Kommandeur in das Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 versetzt, v. Klein- schm i t, Hauptmann und Kompagnie-Ches im 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, wurde als Adjutant zur 31. Division kommandirt. Otto, Oberleutnant im 3. Großh.
Feuilleton»
Schloss Seibold.
Von Fritz Sch leuch er, Langenselbold.
(Nachdruck verboten.)
Wenige Tage nur noch sind es, und das Schloß zu Sel- bold wird nach einem nahezu 15jährigen Dornröschenschlafe wieder zu neuem Leben erwachen. Se. Durchlaucht Prinz Alfons, der jüngste Bruder des regierenden Fürsten Franz Joseph von Nsenburg-Birst ein, und seine ihm am 2. Dezember 1900 zu Petschau in Böhmen angetraute Gemahlin Pauline, eine Gräfin von Beaufort- Spontin, — werden nämlich in dasselbe ihren Einzug halten, um hier die Rosenmonate ihrer jungen Ehe weiter zu verleben.
Es ist dieses das vierte Mal in einem Zeitraum von über 50 Jahren, daß der alte Isenburger Stammsitz hohen erlauchten Familien zum Hostager dient. So war es der frühere König von Portugal, Dom Miquel von Braganza, der durch seine Gemahlin Adelheid, einer Fürstin von Löwenstein-Wertheim- Rosenberg, mit der Fürstlich Isenburgischen Familie in verwandtschaftlichem Verhältnisse stand, welcher von 1849 bis 1854 in demselben seinen Aufenthalt nahm. Ende der sechziger und während des größten Theiles der siebziger Jahre bewohnte sodann Prinz Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld das Schloß. Bekanntlich war dieser Herr in erster Ehe mit Prinzessin Marie von Hanau, Gräfin von Schaumburg, ältesten Tochter des letzten Kurfürsten von Kurhessen, vermählt, welche Ehe aber am 18. März 1872 wieder gelöst wurde, worauf der Prinz noch zweimal mit Prinzessinnen aus dem Hause Bentheim-Steinfurt verheirathet war, um dann nach deren Hinscheiden am 6. Dezember 1884 mit Prinzessin Auguste von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg Hoheit zu Luisen- land noch eine vierte Ehe einzugehen, die aber nur 6 Jahre L .. ^-' <«11111—™—*^"^ iiiiHhm
Hess. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, wurde, unter Beförderung zum Hauptmann, zum Kompagnie-Chef ernannt. Dem Major v. Leuchsenring, Kommandeur des Landwehrbezirks II Darmstadt, wurde der Charakter als Oberstleutnant verliehen. Hauptmann v. Trotta, genannt Trey den, im Gren.-Regt. König Friedrich Wilhelm II. (1. Schief.) Nr. 10 und kommandirt als Adjutant bei der Großh. Hess. (25.) Division, wurde, unter Versetzung in das 2. Niederschles. Jnf.- Regt. Nr. 47, zum überzähligen Major befördert. Graf v. Hertzberg, Hauptmann z. D. im Landwehr-Bezirk Gießen, zuletzt Kompagnie-Chef im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, wurde zum Bezirks-Offizier beim Landwehr- Bezirk Frankfurt a. M. ernannt. Leutnant v. Bogen der Reserve des 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-)Regts. Nr. 115, früher in diesem Regiment, wurde zum Garde-Gren.-Regt. Nr. 5 versetzt. Die Oberleutnants Schön und Hoffmann, im 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, wurden, von Beendigung ihres im Juli d. I. abgelaufenen Kommandos bei der Kriegsakademie, auf drei Monate zur Dienstleistung, Ersterer zum Eisenbahn-Regt. Nr. 2, Letzterer zur Luftschiffer-Abtheilung, kommandirt. v. Neufville, Rittmeister z. D., Bezirksoffizier und Pferde-Vormusierungskom- missar beim Laüdw.-Bezirk I Darmstadt, erhielt die Erlaubniß zum Tragen der Uniform des 1. Großherz. Hess. Dragoner- Regts. (Garde-Dragoner-Regiments) Nr. 23. Fritsch, Oberst und Kommandeur des Thüring. Feldartillerie-Regts. Nr. 19, wurde zum Kommandeur der 11. Feldartillerie-Brigade ernannt. Major D e i n h a r d , Kommandeur des 2. Großh. Hess. Feldartillerie-Regts. Nr. 61, wurde zum Oberstleutnant befördert. Graf v. Westarp, beauftragt mit der Führung des 1. Großh. Hess. Feldart.-Regts Nr. 25 (Großh. Art.-Korps), wurde zum Kommandeur dieses Regiments ernannt. Oberleutnant von Kayser, im 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, wurde zum Hauptmann ernannt. Oberleutnant Wangemann, im Lehr-Regt. der Feldart.-Schieß- schule, wurde, unter Versetzung in das 2. Großh. Hess. Feld- art.-Regt. Nr. 61, zum Hauptmann ernannt. v. Wolff, Major und Abtheilungs-Kommandeur im 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, wurde dem Regiment aggregirt, Lang, Hauptmann beim Stabe des 1. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps), wurde unter Beförderung zum Major, vorläufig ohne Patent, als Abtheilungs-Kommandeur in das 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, v. Colomb, Hauptmann und Batterie Chef im 2. Garde-Feldart.-Regt., zum Stabe des 1. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 25 (Groß. Art.-Korps), v. Bauer, Hauptmann beim Stabe des 2. Großh. Feldart.-Regts. Nr. 61, unter Beförderung zum Major, vorläufig ohne Patent, als Abtheilungs-Kommandeur in das 1. Bad. Feldart.-Regt. Nr. 14, versetzt, v. Herff,
dauerte, indem der Prinz-Gemahl am 17. Januar 1890 aus dem Leben schied.
Während der darauf folgenden achtziger Jahre weilte der Königlich Württembergische Rittmeister Freiherr Robert von Pagenhardt, Gemahl der Prinzessin Alexandra von Isenburg- Wächtersbach, mit Familie in den Sommermonaten hier, bei welcher Gelegenheit auch der präsumtive Erbe der Krone Württembergs, Herzog Albrecht, wiederholt hier anwesend war. Nunmehr ist es Seine Durchlaucht Prinz Alfons, der jüngste Sohn des vor zwei Jahren auf Schloff Schlackenwerth in Böhmen plötzlich verschiedenen Fürsten Karl von Isenburg- Birstein und dessen Gemahlin, Fürstin Marie Luise, Prinzessin von Toskana, Erzherzogin von Oesterreich, K. u. K. Hoheit, deren Vermählung am 31. Mai 1865 zu Brandeis in Böhmen stattgefunden und hierorts durch die später erfolgte Einholung des Hohen Paares bei seiner Durchreise zur Residenz Birstein durch die Erbbeständer des Isenburger Fürstenthums noch wohl in Erinnerung ist.
Wie bekannt, nimmt das Schloß zum größten Theil die Stelle ein, auf welcher einst das Prämonstratenser-Mönchs- kloster, von dem Grafen Diethmar und Eckbert 1108 erbaut, gestanden hat. Das Kloster, welches bald das reichste mit in der Wetterau wurde, besaß Güter, Gefälle und Leibeigene in Celbold, Gelnhausen, Gründau, Mittlau, Gondsrod, Hüttengesäß, Bruderdiebach, Baumwiesen und Lindenloh. Die Folgen dieser Begabungen und Erwerbungen waren Ueppigkeit und Uebermuth. Wiederholt versagten die Mönche den Isenburgern den Gehorsam und verweigerten zu leistende Abgaben. Dieses veranlaßte Graf Johann 1372, das Kloster nächtlicherweile mit einem Fähnlein Gewappneter zu überfallen, sich aller seiner Habe zu bemächtigen und es schließlich mit allen seinen Zuhörungen in Besitz zu nehmen. Zwar wurde der Graf von den Konventualen beim Kaiser, dem Papste und dem Erzbischof von Mainz verklagt, doch hatte dieses nicht den geringsten Erfolg, weil der Isenburger am Löwenbund einen starken Rückhalt hatte. 7
Hauptmann im 2. Großh. Hess. Feldart--Regt. Nr. 61, ist, unter Enthebung von der Stellung als Batterie-Ches, zum Stabe des Regiments übergetreten. Hauptmann Graf von Schweinitz und Krain Frhr. v. Kauder, â, la suite des 1. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps) und Adjutant bei der Jnsp. der Feldart., wurde zum überzähligen Major befördert. Der Fähnrich Möschke im 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, wurde zum Leutnant befördert, v. Kleist, Hauptmann und Batterie- Chef im 1. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps), wurde in das 2. Garde-Feldart.-Regt. versetzt, v. Gilsa, Oberleutnant im 1. Großh. Art.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps), wurde, unter Beförderung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, zum Batterie-Chef ernannt. Fähnrich Goldmann im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, wurde zum Leutnant befördert, v. Brause, General- Major und Kommandeur der 11. Feldart.-Brigade, wurde, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension, zur Disposition gestellt. Frhr. v. Buddenbrock-Hetters- d o r f, General-Major und Kommandeur der 50. Jnf.Brig. (2. Großh. Hess.) wurde, unter Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension und dem Charakter als Gen.-Leutnant, der Abschied bewilligt. Pavel, Oberstleutnant beim Stabe des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, ist ausgeschieden und gleichzeitig zum Kommandeur der Schutztruppe für Kamerun ernannt worden. Pirsch, Assistenzarzt beim 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, wurde zum Oberarzt befördert. Dem Oberarzt der Landwehr 1. Aufgebots Dr. Goebel, Worms, und dem Oberarzt der Landwehr 2. Aufgebots Dr. Schaefer, Worms, ist der Abschied bewilligt.
* Befördert. Major v. Boddien, beauftragt mit der Führung des Kürassier-Regiments Nr. 3 (bis vor Kurzem Major beim Stabe des hiesigen Ulanen-Regiments) wurde zum Oberstleutnant befördert.
* Versetzt: die StationsAssistenten Hoffmann von Hanau-Ost als Stations-Verwalter nach Kestert, Blaufuß von Frankfurt a. M. nach Hanau-Ost und Kerpen von Schierstein nach Hanau-Ost.
* Psingsiverkehr. Im Eisenbahndirektionsbezirk Frankfurt werden während der Pfingstfeiertage eine Anzahl von Sonderzügen gefahren werden, deren Fahrzeiten auf den rothen, in den Bahnhöfen ausgehängten Fahrplänen zu ersehen sind. Die Reisenden werden gut thun, möglichst die Vorzüge zu benützen, da diese sicherer auf den Abzweigungsstationen die Anschlüsse an andere Züge erreichen als die Hauptzüge.
* Sekretär-Prüfung. Am Samstag fand im Ständehause zu Cassel die Sekretär-Prüfung bei dem Bezirksverbande unter dem Vorsitze des Herrn Landeshaupt-
Jm Laufe der Jahrhunderte, wenn auch zu Wohnungen benutzt, verfiel das Kloster mehr und mehr, was später den Grafen Wolfgang Ernst III. (1711 bis 1754) von 1744 ab sich Fürst W. E. I.*) nennend, bewog, es vollständig abtragen und sich an seiner Stelle das jetzige Schloß erstehen zu lassen. Die Erbauung desselben fällt in die Zeit um 1726, wie aus dem Titelblatt eines in diesem Jahre begonnenen Selbolder Kirchenbuches hervorgeht, wo es heißt: „Dieses Buch ist angefangen worden anno 1726 bei Regierung des Hochgeborenen Grafen und Herren: Herrn Grafen Wolfgang Ernst, Grafen zu Isenburg und Büdingen, von welchem dazumal nach Demolirung des alten Klosters der ansehnliche herrschaftliche Hof auf dem Klosterberg ist gebaut worden, zu welchem neuen „Lust-Hof" Ihrer Hochgräflichen Gnaden, als seinem gnädigsten Grafen und Herrn unterthänigst alles Glück und Segen wünschet und er denselben lang in hohem Wohlsein und Vergnügung Selbsten besitzen möge re. re.
.... 1726. Der Pfarrer des Ortes.
I. Ruth.
Hiernach ist also das Schloß früher erbaut als die Kirche, denn zu dieser ist, wie unter der Sonnenuhr am Kirchthurm deutlich zu lesen ist, erst 1729 der Grundstein gelegt worden. 1735 war sie vollendet, worauf am 7. September desselben Jahres die Einweihung stattfand.
Das Maierial zu den einzelnen Schloßgebäuden hat wohl das niedergelegte Kloster stellen müssen, wie aus vielen noch vorhandenen Steinen, als Fenstergesimsen, Thürschwellen u. a. m. hervorgeht. Diese zeigen nämlich viele Merkmale auf, woraus zu erkennen ist, daß sie schon einmal an einem Bau Verwendung gefunden hatten.
Die Schloßanlagen mit den .8 größeren Gebäuden bedecken ein Areal von etwa 12 Morgen Kasseler Acker und
*) Durch kaiserliche Urkunde vom 23. Mai 1744 war nämlich das Haus Menburg-Birstein in den Reichsfürstenstand erhoben worden,