20. Mai___________________________________ . mdheitskommission zu bestehen hat, als solche gewählt die terren Gemeindeverordneten Dr. Pagen st echer und Draht- ^ebereibesitzer Lang, ferner als sachverständiges Mitglied »erc Dr. med. Mängel und als Bauverständiger Herr lrchitekt Engel von hier. Aufgabe der Kommission ist, in etiger Verbindung mit dem Herrn Kreisarzt in Hanau das ffenlliche Gesundheitswesen (in Schule, bei Epidemien, auch er Wohnungen und Miethsräume usw., zu überwachen.
—t Grotz Auheim, 20. Mai. (Gauturnfest). Die Vorbereitungen zu dem am Sonntag, den 9. Juni hier attfindenden 26. Gauturnfest des Gaues Offenbach- )auau sind in vollem Gange. Das Festprogramm ist nunmehr endgiltig sestgestellt. Hiernach beginnen die Festlichkeiten m Samstag den 8. Juni, abends 1/a9 Uhr, mit einem Fackel- ug vom „Deutschen Haus" nach der Turnhalle unter Behelligung aller hiesigen Vereine. Dortselbst findet sodann großer Kommers statt, zu welchem die Gesangvereine ihre ge- ällige Mitwirkung gütigst zugesagt haben. Am Sonntag den ). Juni, früh 7 Uhr, beginnt das Wettturnen. Um ^22 Uhr lachmittags ordnet sich der Festzug zum Abmarsch nach dem an ne Turnhalle angrenzenden Festplatz. Nach Ankunft dortselbst st Begrüßung, hierauf Konzert, Freiübungen, Schauturnen, Tanzvergnügen rc. Abends 7 Uhr erfolgt die Preisvertheilung. !lm Montag den 10. Juni ist morgens 9 Uhr Frühschoppen- 'onzert und nachmittags 3 Uhr tritt dann das übliche Volksfest in seine Rechte. Noch sei erwähnt, daß an diesem Tage ibends 10 Uhr durch Herrn Oberfeuerwerker Hennig ein Brillant-Feuerwerk abgebrannt wird. Der Festplatz ist abends )urch das v. Arnim'sche Eisenwerk (Marienhütte) elektrisch besuchtet. Die Musik wird von der vorteilhaft bekannten Aein-Auheimer Feuerwehrkapelle (Dirigent Herr And. Simon) ausgeführt. Bei den sorgfältigen Vorbereitungen darf man ‘lauf ein gutes Gelingen der Veranstaltung hoffen. Nun wünschen wir dem festgebenden Verein „Turnklub" noch rechtes §estwetter, damit die aufgewandten Mühen auch einigermaßen gelohnt werden.
tr. Großauheim, 20. Mai. (D a r l e h N s k a s s e n- oerein.) Am Freitag Abend voriger Woche fand im oberen Sälchen des Gasthauses „Zum Löwen" die statutenmäßige Frühjahrsversammlung des hiesigen Darlehnskassenvereins statt. Leider war dieselbe trotz rechtzeitiger und wiederholter Bekanntgabe recht schlecht besucht. Im Interesse der guten Sache wäre es zu wünschen, wenn für die Folge die Theilnahme eine bessere würde. Der Vereinsvorsteher Herr Karl Lenz eröffnete die Verhandlungen mit einigen Begrüßungsworten und gab die Tagesordnung bekannt. Der Rechner Herr Jean Heuser erstattete nun den Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr 1900. Der Kassenverkehr ergab eine Einnahme von 164181,39 Mark und eine Ausgabe von 160 455,63 Mark, so daß ein Gesammt-Umschlag von 324 637,02 Mark jzu verzeichnen ist. Die SumM der Aktiva beträgt 195871,37 Mark und die der Passiva 194211,60 Mark. Die Kasse er- Wielte einen Reingewinn von 1659,77 Mark. Der Verein hatte Ende 1900 an Darlehn und Kaufgeldern ausstehen 187057,72 Mark. Die Mitgliederzahl des Vereins betrug am Ende des Vorjahres 207, Zugang im Rechnungsjahr 20, Abgang 2, so daß sich dieselbe Ende 1900 auf 225 beläuft. Das größte ausgegebene Tarlehn betrug 20000 Mark und das kleinste 27 Mark. Vorstand und Rechner wurden nach der ausführlichen Berichterstattung entlastet. Der Reingewinn wurde durch Beschluß der Generalversammlung dem Stiftungs- fonds und Reservekapital zugeschrieben. Mit Hinzufügung der Geschäftsantheilzinsen, auf welche die Mitglieder zu Gunsten der Kasse wiederum Verzicht leisteten, ist das Vereinsvermögen nunmehr auf ca. 11000 Mark angewachsen. Dem Rechner wurde in Anbetracht seiner stets wachsenden Arbeitslast eine Vergütung von 450 Mark bewilligt. Die statutenmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Herren Karl Lenz, Kaspar Herbert, sowie die Aufsichtsrathsmitglieder Herren S. Laber, Otto Rupp und W. Fliedner wurden einstimmig wiederge- rvählt. Dem Herrn Karl Lenz wurde für seine uneigennützige Thätigkeit in seiner Eigenschaft als Vereinsvorsteher besondere Anerkennung gezollt. Für das laufende Vereinsjahr ist der Zinsfuß von 3^2 auf 3^4 Prozent erhöht und die Provisions- gebühr um die Hälfte ermäßigt worden. Nach Erledigung des geschäftlichen Theiles der Tagesordnung hielt Herr Lehrer Fickert einen kurzen Vortrag über die schlimmsten Obstbaumund Obstschädiger aus der Jnsektenwelt. An der Hand der Schlitzberger'schen Abbildungen wurden die Schädlinge und ihr verderbenbringendes Auftreten besprochen und die Mittel angegeben, welche man anwenden muß, um einer allzugroßen Ver-
• Mehrung dieses Ungeziefers vorzubeugen.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 20. Mai,
9 Uhr 35 Min.
Es herrscht hoher, gleichmäßig vertheilter Lufldruck; am höchsten südlich der Nordsee bis Südnorwegen. In Deutschland ist das Wetter wolkig, ziemlich kühl.
Prognose für den 21. Mai: Meist etwas wärmeres, vielfach heiteres trocknes Wetter wahrscheinlich.
Uereinsnachrichten
für Montag den 20. Mai.
Kunstverein: In der Aula der König!. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen rc.; geöffnet von vormittags 10 bis nachmittags b Uhr.
Sommertheater auf Beck's Felsenkeller: Abends 8 Uhr: Vorstellung.
Kirchenchor der Johanniskirche: Abends präcis 8 Uhr: Probe im Uebungè sülchen der Kirche.
Evang. Männer- und Jünglingsverein: Gesang (Ev. Vereinshaus.) Gabelsberger Stenographen-Verein: Dereinsabend.
Radsahrerverein .Union": Vereinsabend im .Schützenhof", Turn- u. Fechtklub: Turnen der Damenabtheilung.
Deutschnationaler Handlungsgehülfen-Verband: Vereinsabend in der „Schwedischen Krone".
Verein der Briefmarkensammler: Zusammenkunft im VereinSlokase „Restaurant Mohr^.
Stenographen-Verein Stolze-Schrey: Vereinsabend in der „Sonne". Klub .Amicitia": Vereinsabend im „Deutschen HauS".
Hanauer An^eiq^.
Verein „Hessischer Bund": Versammlung im Veretnsloka! „zum Hessischen Hof". „
Freiwillige Feuerwehr: 4. Komp. Zusammenkunft im „Schützenyof ;
5. Komp. Zusammenkunft in der ,Allemani^"
Drabtberichte des „Dan. Hnz.“
Die Mirren in China.
Petersburg, 19. Mai. Der Kaiser stiftete zur Erinnerung an die Kriegsthaten der russischen Truppen in China eine Medaille. — Der Kommandeur der Truppen des Kwan- tunggebietes Vizeadmiral Alexejew ist zum Generaladjutanten ernannt worden. Den Kanonenbooten „Bobr", „Korejez" und „Giljak" sind für ihre ausgezeichneten Leistungen bei der Einnahme der Takuforts silberne Signalhörner am Bande des Georgsordens verliehen worden.
Peking, 19. Mai. („Ag. Havas".) Der frühere französische Gesandte Pichou ist heute abgereist. Auf dem Bahnhöfe waren zur Verabschiedung anwesend- Graf Waldersee, die fremden Generale, Offiziere und Diplomaten, Prinz Tsching und Li-Hung-Tschang. — Der regelmäßige Verkehr zwischen Peking und Shanghai ist gesichert.
Berlin, 20. Mai. Nach einem Telegramm des „Kleinen Journals" aus London wird aus Peking gemeldet: General Chaffee hat mit Rücksicht darauf, daß die regulären chinesischen Truppen im Bezirk Chentingfu durch Boxer besiegt wurden, für kommenden Mittwoch die Evacuirung der russisch-amerikanischen Truppen angeordnet. Graf Waldersee sandte aus dem gleichen Anlaß einen energischen Brief an Li-Hung-Tschang, in welchem er die Entsendung einer deutschen Abtheilung nach Chentingfu androht. Die chinesischen Truppen würden dann aber einen Denkzettel erhalten, der ihnen die Nothwendigkeit, die Boxer zu unterdrücken, klar vor Augen führen würde. Das Geschäft in dem Bezirk stockte und die Einwohnerschaft flieht nach Honan im Bezirk Wenan. 4 bis 500 Leute organisirten einen Dörferbund, dessen Zweck die Christen-Verfolgung ist. Sie griffen in der letzten Woche mehrfach christliche Niederlassungen an und verwundeten viele Ansiedler mit Speeren. 3000 Mann von Duan Schikais Truppen marschiren jetzt aus Peking, um in der Provinz Tschili zu garnisoniren, sobald die fremden Truppen abziehen. Sie werden bis dahin in der Nähe von Peking kampiren.
London, 20. Mai. Der Korrespondent der „Times" telegraphirt seinem Blatte aus Peking: Die Vertreter der Mächte sind augenblicklich beschäftigt, den englischen Vorschlag zu berathen betreffend die Zahlung der Indemnität. Der englische Gesandte Satow erkennt in einem Rundschreiben an, daß diese Forderung übertrieben ist, und daß eine sofortige Zahlung seitens Chinas mittelst einer Anleihe China zum Bankerott treiben würde. Er theilt mit, daß England bereit sei, sich einer Herabminderung der Entschädigung anzuschließen. In Betreff der Zahlung der festgesetzten Summe von 450 Millionen Taels schlägt Satow vor, China zu erlauben, Schuldscheine auszugeben und mit diesen jeder der in Frage kommenden Mächte die ihr zufallende Summe auszuzahlen. Diese Schuldscheine würden auf der Börse eingetragen werden und sollen 4°/o abwerfen. Die Tilgung der Schuldscheine müßte in 5 bis 6 Jahren erfolgen. Was die Garantie der Mächte betrifft, so hat der französische Gesandte Pichon erklärt, er habe formelle Instruktionen von seiner Regierung erhalten, sich der gemeinschaftlichen Gesammt-Garantie anzuschließen. Die japanische und österreichische Regierung stimmen diesem Vorschläge bei, wenn die andern Mächte denselben billigen. Deutschland hat keine Erklärung abgegeben. Man glaubt jedoch, daß die deutsche Regierung ebenfalls ihre Zustimmung zur Gesammt Garantie geben werde. England und Amerika sind gegen diesen Vorschlag.
Der Krieg in Südafrika.
Standerton, 18. Mai. Die Buren haben zwischen Amersport und Ermelo die Kolonne des Generals Bullock dreimal angegriffen. Sie verfügten über einen Zwölfpfünder, 2 Pompongeschütze und 1 Maximgeschütz. Es wurde jeder Versuch gemacht, die Geschütze wegzunehmen, allein dies gelang nicht. Schließlich wandten sich die Buren über Ermelo nach Carolina. Louis Botha verließ mit der Garnison und seinen Offizieren Ermelo am 15. Mai und wandte sich ostwärts. General Bullock trieb hierauf die Einwohner Ermelos aus der Stadt. Kaum hatten die englischen Truppen die Stadt verlassen, so tauchten die Buren wieder auf und durchsuchten die Stadt nach Burghers, welche sich etwa ergeben hätten. General Elliot hatte im Laufe der Woche 4000 Pferde und Vieh, wie auch viele Burenfamilien nach Standerton geschickt.
London, 20. Mai. Die „Times" melden aus Carolina : Die englischen Truppen besetzten am 17. Mai Carolina zum fünften Male. Botha ist gegenwärtig in Ermelo.
j Ruhestörungen.^
Madrid, 20. Mai. Anläßlich der Wahlen sind nach eingegangenen Meldungen in verschiedenen Orten Ruhestörungen vorgekommen. In Salamanca wurde eine Person verwundet, in Sevilla zwei; ebenso erlitten in Almendralejv mehrere Personen Verletzungen. Auch in Lapuebla (Provinz Badajoz), in Venaroz (Valencia) kamen Ruhestörungen vor. Mehrere Personen wurden verhaftet.
Barcelona, 20. Mai. Hier kamen bei den Wahlen ebenfalls Ruhestörungen vor. Die Republikaner und katalonischen Parteigänger erhielten die Majorität. Ein Kommissar wurde durch einen Dolchstich getödtet.
Japanische Ministerkrise.s "
Pokohama, 19. Mai. K (Reuter-Meldung.) Die Ka"- binetsbildung verzögert sich durch den Umstand, daß der vom Kaiser mit dieser Aufgabe betraute Marquis Jnouge keiner politischen Partei angehört. Es gilt als sicher, daß ein Kabinet, das nicht die Unterstützung einer der Parteien des Parlamentes hat, sich keine Session des letzteren hindurch am Leben erhalten kann. Inzwischen werden die täglichen Besprechungen von Staatsmännern im Hause des Grafen Ito fortgesetzt.
Berlin, 20. Mai. Der Geburtstag des Zaren wurde gestern vom Kaiser Alexander-Regiment in festlicher Weise begangen. Auf ein Glückwunsch-Telegramm des Regiments-Kommandeurs erwiderte der Zar noch im Laufe des Tags. Abends fand im Offizier-Kasino ein Festmahl statt. In der Kapelle des russischen Botschafts-Palais wurde der Geburtstag durch einen Gottesdienst gefeiert. Der General-Inspekteur der Marine, Admiral v. Köster, hat dem Zaren namens der Marine ein Glückwunsch-Telegramm übersandt.
Berlin, 20. Mai. In der Kirche zu Nikölskoe bei Potsdam fand gestern Vormittag in Gegenwart des Kaisers und der Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses eine Trauerfeier für die Prinzessin Louise statt. Der Kaiser ist gestern Abend nach Kabinen und Pröckelwitz abgereift.
Berlin, 20. Mai. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Konstantinopel: Die Pforte sandte an die Botschafter eine in nachgiebigerem Tone abgefaßte Note, in der sie zwar am Prinzip der Nichtberechtigung der fremden Posten festhält, die definitive Regelung aber ferneren Unterhandlungen vorbehält.
Berlin, 19. Mai. Wie die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, beschloß der Bundesrath auf die Resolution des Reichstages vom 13. März 1899, worin die verbündeten Regierungen ersucht werden, angesichts der zunehmenden Verunreinigung der Flußläufe durch Einleitung von Fäkalien, Schmutzwassern u. s. w., eine Reichskommission einzusetzen, welche den Zustand der mehreren Bundesstaaten gemeinsamen Wasserstraßen im allgemeinen sanitären Interesse und rücksicht- lich der Fischzucht zu beaufsichtigen hätte. Dem Reichsgesundheitsrathe werden bezüglich der aus Gesundheits- und veterinär- polizeilichen Rücksichten gebotenen Reinhaltung der das Gebiet mehrerer Bundesstaaten berührenden Gewässer nachbezeichnete Obliegenheiten übertragen: a) Der Reichsgesundheitsrath hat bei wichtigen Anlässen auf Antrag eines der betheiligten Bundesstaaten in Fragen, die sich auf die vorbezeichnete Angelegenheit und die dabei in Betracht kommenden Anlagen, Einrichtungen, Zuführung der Kanal- und Fabrikwässer und sonstigen Schmutzwässer, Grubenwässer, Aenderungen der Wasserführung usw. beziehen, eine vermittelnde Thätigkeit auszuüben und gutachtliche Vorschläge zur Verbesserung der bestehenden Verhältnisse und Verhütung drohender Mißstände zu machen, b) Das Reichsgesundheitsamt gibt auf Grund vorgängiger Vereinbarung unter den betheiligten Bundesregierungen einen Schiedsspruch über Streitigkeiten auf dem vorbezeichneten Gebiete ab. c) Das Reichsgesundheitsamt ist in wichtigeren Fällen befugt, daß dem bezeichneten Gebiete durch Vermiitelung des Reichskanzler im Reichsamt des Innern die Anregung zur Verhütung drohender Mißstände und Verbesserung vorhandener Zustände zu geben. Außerdem ist unter den verbündeten Regierungen eine Vereinbarung getroffen, daß wichtige Fragen der bezeichneten Art, insbesondere über die Zutheilung von Fäkalien und häuslichen und gewerblichen Abwässern, falls nach Auffassung eines anderen Bundesstaates innerhalb dessen Staatsgebietes die Reinhaltung eines Gewässers gefährdet wird und eine Einigung nicht erzielbar ist nicht endgiltig zu erledigen sind, bevor der Reichsgesundheitsrath nicht gutachtlich gehört wurde.
Berlin, 20. Mai. Ein neues Branntwein- steuer-Gesetz soll, wie die „Berliner Montags-Zeitung" hört, dem Reichstag sofort nach dem Zusammentritt im November wieder vorgelegt werden. Für die Reichs - Regierung wird hierbei die Rücksicht auf die Festsetzung eines neuen Zolltarifs in keiner Weise maßgebend sein. Ueber die Gellaltung des Gesetzes sind noch keine Bestimmungen getroffen. In maßgebenden Kreisen wird aber erwartet, daß sich die Vorlage an den vor wenigen Tagen unter den Tisch gefallenen Entwurf anlehnen wird.
Potsdam, 20. Mai. Der Kaiser ist gestern Abend 10 Uhr 50 Min. nach Cadinen abgereist.
Osnabrück, 20. Mai. Oberbürgermeister Westerkamp ist gestern in Ems, wo er seit dem 1. Mai zur Kur weilte, plötzlich g e st o r b e n.
Gödöllö, 19. Mai. In Gegenwart des Kaisers Franz Joseph fand die feierliche Enthüllung des Denkmals der Kaiserin Elisabeth statt.
Haag, 19. Mai. Gestern fand eine Ver'ammlung der Frauenliga zur allgemeinen Entwaffnung und der Friedensliga zur Erinnerung an die Eröffnung der Friedenskonferenz 1899 statt. Die Minister sowie die hiesigen Delegirten bei der Friedenskonferenz wohnten der Versammlung bei. Minister de Beaufort eröffnete die Sitzung und hob die Bedeutung der Versammlung und der Einsetzung des Schiedsgerichtshofes hervor. Mehrere Redner sprachen zu Gunsten des Friedens unter den Völkern. An den Zaren und Königin Wilhelmine wurden Huldigungstelegramme gesandt.
Antwerpen, 20. Mai. Prinz Albert empfing gestern einen aus dem Congostaat zurückgekehrten Oberst. Während der Prinz vom Hafen zu Fuß zurückkehrte, stellte sich ein Arbeiter dicht vor ihn hin und brüllte aus vollem Halse : „Nieder mit dem König". Während der Verhaftung des Arbeiters brachten umstehende Personen Hochrufe auf den Prinzen und den König aus.
Paris, 20. Mai. Die Abreise des Ministers des Auswärtigen Delcasse nach Biarritz wird von verschiedenen Seiten dahin ausgelegt, daß der Minister durch seine Abwesenheit eine Interpellation über die Vorgänge in Marokko hinausschieben will.
Tanger, 20. Mai. Außer den französtschen Kriegsschiffen haben englische, deutsche und spanische Fahrzeuge vor der Stadt Anker geworfen. Auch ein russisches Geschwader kreuzt augenblicklich in den marokkanischen Gewässern. Man spricht hier von der Möglichkeit einer Beschießung der Stadt durch die französischen Kriegsschiffe.
London, 20. Mai. Die Unzufriedenheit unter der Arbeiterwelt nimmt bedenklich zu. Die Grubenarbeiter, Me- tallurgisten und Mäurer haben bedeutende Lohnverminderungen annehmen müssen. In den nächsten Tagen finden Protestversammlungen statt, in welchen liberale und sozialistische Führer das Wort ergreifen und Chamberlains Politik einer scharfen Kritik unterwerfen werden.