Hanauer Anzeiger
eingelegt: Die im Jahre 1887 anläßlich des 50jährigen Jubiläums im Druck erschienene Geschichte der Turngemeinde; ein Exemplar des Jahresberichts mit Mitgliederverzeichniß vom Jchre 1900; die Geschichte des Gauoerbandes Offenbach- Hanau; die Beschreibung der Entwickelung des Neubaues; Verzeichniß der Spender für den Turnhallenbaufonds; eine Mitgliedskarte; Programm der Feier; ein Exemplar des „Hanauer Anzeiger" ; ein Exemplar der „Hanauer Zeitung" ; die aus dem Grundstein der alten Halle entnommenen Schriftstücke.
* Fustballsport. Das am Sonntag stattgehabte Retour- Matsch der Hanauer Fußballgesellschaft mit dem Frankfurter Fußballsportverein endete mit dem überlegenen Siege der Hanauer von 8 : 1 Goal. Nächsten Sonntag den 19. findet ein Wettspiel der II. Mannschaft der Hanauer Fußballgesellschaft gegen die II. Mannschaft des Hanauer Fußballklubs „Viktoria" statt.
* Ausflug. Der hiesige Arends'sche Stenographen-Verein gegr. 1897 (Vereinslokal zur großen Krone) unternimmt morgen Sonntag Nachmittag l1^ Uhr einen Ausflug nach dem Hahnenkamm. Zusammenkunft vor dem Nürnbergerthor. Die Zusammenkunft findet bei jeder Witterung statt.
Sg. Oberfreigerichter Sängerbund. Am verflossenen Sonntag sand in der Schaffrath'schen Wirthschaft zu Horbach eine Delegirten-Dersammlung des gegen Ende des vorigen Jahres gegründeten Oberfreigerichter Sängerbundesstatt. Demselben gehören zur Zeit solgende Vereine an: Männerchor-Somborn, Cäeilia-Somborn, Harmonie-Bernbach, Germania-Reuses, Edelweiß und Eintracht-Horbachs Der Bundes-Vorsitzende Herr Lehrer Schneider von Somborn begrüßte die erschienenen Vertreter in herzlichen Worten und gedachte des kürzlich verstorbenen Bundeskassirers Herrn Ries- Neuses, dessen Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Es wurden sodann die einzelnen Punkte dsr reichhaltigen Tagesordnung abgewickelt und die Jahresbeiträge von dem neugewählten Kassirer Herrn Hüttel - Neuses in Empfang genommen. Das erste Bundesfest findet in Somborn statt. Als Bundesdirigent wurde Herr Lehrer Jörg - Bernbach gewählt. Jedenfalls darf es mit Freuden begrüßt werden, daß die Feier in einem Saale abgehalten wird und man von dem üblichen Festrummel mit all' seinen unnöthigen Nebenumständen ab stehen will. Der Präsident mahnte zum Schluffe der Verhandlungen zur ferneren Pflege echter Sangesbrüderlichkeit-und bat, die historisch bekannte und bewährte Treue der Freigerichter auch im Sängerbünde zu zeigen. Mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, als Förderer der Sangeskunst, endete die hübsch verlaufene Versammlung..
* Parolemustk. Die Jnfanteriekapslle spielt morgen im Schloßgarten folgende Stücke: Ouvertüre z. Op.: „Wenn ich König wär" v. Adam. „Diè' Schlittschuhläufer", Walzer v. Waldteufel. „La Paloma", mexikanisches Lied v. probier. Potpourri a. d. Ballet „Coppelm" v. Delibes. „Der schneidige Marineleumant", Marsch v. Kloß.
* Prämèirung von Züchte?- âd Händèervieh. Mit dem am 5. Juni d. J. dahier stattfindenden Viehmarkte ist eine Prämiirung von Züchter- und Händlervieh verbunden.
* Unterschlagung von Sparkastenge lvern. Zu der bereits gemeldeten Affaire der Unterschlagung von Sparkasfengeldern des Rendanten Weitzel in Schlüchtern wird" von dort noch berichtet: W» Hal es meisterhaft verstanden, sein Treiben heimlich zu halten, sodcch die Kunde davon allseitiges Befremden und auch bei Dielen Leuten einen argen Schrecken hervorrief. Hatte doch W. in den letzten Monaten vielfach Darlehne auf Wechsel ksntrcchirt, zu denen als Bürgen zu unterschreiben er viele bortège ^Bürger zu bereden wußte. Nun müssen diese wohl bezahlen; einzelne müssen Beträge von 2—500Q Mk. entrichten» Daß da mancher Geschäftsmann dem Ruin nahe kommt, steht zu erwarten. Wozu Weitzel die in seinen Besitz gekommenen großen Summen verwendet hat, ist noch nicht aufgeklärt, da er nicht über seine Verhältnisse lebte.
* Gemeingefährlich. Der hier wohnhafte, j$on seit einiger Zeit vom Dienste suspendirte Lokomotivheizer Sch. zeigte bereits seit längerer Zeit Spuren von Geistesgestörtheit, denn, wie noch erinnerlich sein wird, ging er gegen den ihn untersuchenden beamteten Arzt thätlich vor und ließ sich auch noch andere Delikte zu schulden kommen. In den letzten Tagen gestaltete sich das Gebühren des Mannes gemeingefährlicher Natur. Einem hiesigen Arzt warf er vorgestern Abend Fensterscheiben ein, dann trieb er sich auf den Bahnhöfen umher und ließ durch droherâe Worte und Handlungen erkennen, daß er die Absicht hege, Eisenbahntransporte zu gefährden. Es blieb sonach nichts anderes übrig, als den Mann zwangsweise vorläufig dem Landkrankenhause zu überweisen und die bereits eingeleitete Überführung nach Marburg dann von dort aus bewerkstelligen zu lassen. Die Polizeibeamten trafen den S. gestern Abend am Paradeplatz, stießen aber bei Ausführung ihres Auftrages auf zähen Widerstand, sodaß sich die Ueber» führung desselben nur unter den größten Schwierigkeiten vollziehen konnte und den Beamten durchaus keine leichte Aufgabe zu lösen oblag. Auch im Landkrankenhause mußte ein starkes Wärterpersonal aufgeboten werden, um den sich starker Körperkräfte erfreuenden Mann unterbringen zu können.
* *
*
(:) Dörnigheim, 18. Mai. Dem Vernehmen nach ist der kürzlich zum Bürgermeister gewählte Korbmacher Herr Leis nicht bestätigt worden.
G Enkheim, 17. Mai. Am gestrigen Htmmelfahrts- tage fand wiederum, wie schon seit Jahren üblich, die Feier des Misstonsfestes der Klasse Bergen in unserer Gemeinde statt, das sich diesmal einer so außerordentlichen Betheiligung zu erfreuen hatte, daß unser weites Gotteshaus fast überfüllt war. Der Festredner des Hauptgottesdienstes war Herr Missionar Weißmann aus Indien. Im Anschluß an das Texteswort Luc. 17, 20 u. 21, zeigte er, wie auch in der He'denwelt, besonders in dem großen und mächtigen Reiche der Inder, das Reich Gottes nicht komme in äußerlichen Gebärden, sondern im Stillen seinen Lauf nehme zu immer weiterer Ausdehnung, und schilderte dann dem gegenüber die
Seite 2
zialschulraths Kayser aus Cassel, der Begrüßungsrede des Herrn Bürgermeisters Strauß-Hersfeld, Feststellung der Präsenzliste, die über 200 Theilnehmer aufwies u. A., folgte der geistvolle Vortrag des Direktors des Goethegymnasiums in,'s Frankfurt a. M., Dr. R e i n h a r d t, über „Die Behandlung des zweiten Theils von Goethes Faust in der Oberprima," weiterhin die Rechnungsablage durch den Schatzmeister des ständigen Ausschusses, Oberlehrer Zobel-Wiesbaden, und sodann der mit Spannung erwartete Jahresbericht, erstattet von dem Vorsitzenden des ständigen Ausschusses, Professor Dr. Cohr-Wiesbaden. Er gab in seiner feinen, vielfach Humor- durchleuchteten Art zunächst mit genauerem Eingehen auf einzelne Punkte einen chronologischen Bericht über die Ereignisse des in vieler Hinsicht überaus wichtigen letzten Jahres, die Schulkonferenz, die Beschlüsse der Delegirtenkonferenz, die bekannten Landtagsverhandlungen vom 6.-8. März d. J. und verlas weiterhin unter dem lebhaften Beifall der Versammlung eine in wenigen Tagen in der Oeffentlichkeit erscheinende Erklärung der außerordentlichen Delegirtenkonferenz vom 21. April, die in ebenso würdiger wie energischer Weise sich gegen die schwerverständlichen Angriffe wendet, die in den Landtagsverhandlungen, wie bekannt, gegen die preußischen Oberlehrer gefallen sind, und dabei betonte, daß von einem Aufgeben der bekannten, vielfach auch von den der Regierung selbst und den Schulkonferenzen 1890 und 1900 als berechtigt anerkannten Forderungen keine Rede sein könne. — Rach der darauf eintretenden Frühstückspause folgten noch die Vorträge 1. von Direktor Duden „Ueber den gegenwärtigen Stand der orthographischen Frage", dessen Mittheilungen neue Berathungen in Aussicht stellten und die Hoffnung auf endliche einheitliche Regelung der Orthographie in ganz Deutschland; 2) von Professor Franz-Cassel „Ueber die Bemessung der Lehrerarbeit", ein interessanter, wenn auch nicht einwandsfreier Versuch mit Hilfe mathematischer Formeln eine theoretische Grundlage für diese wichtige Frage zu gewinnen. Das Festmahl, das um 31/* Uhr nachmittags wiederum in dem Saale der Gesellschaft „Verein" stattfand, nahm bei guter Küche und trefflichen Weinen den üblichen Verlauf bis in die ersten Abendstunden hin. Viel zu früh schlug für die Meisten die Abschiedsstunde, die sie wieder in die Heimath entführte. Als Ort der nächstjährigen Versammlung wurde Geisenheim bestimmt. —k—
* Für Bethel. Da z. Z. die Kollekte für Bethel bei Bielefeld in hiesiger Stadt zur Erhebung gelangt, dürfte es. nicht unangebracht sein, einige Zahlen über die Leistungen dieser segensreich wirkenden Anstalt zu geben. Verpflegt wurden im abgelaufenen Jahre im Ganzen 1897 Personen, davon wurden 25 geheilt, 44 gebessert, 42 ungeheilt entlassen, 79 starben. Die Zahl der in der Anstalt befindlichen Kranken beträgt jetzt 1707, davon gehören 181 der Provinz Hessen- Nassau an. Aus dem Stadt- und Landkreise Hanau befinden sich z. Zt. 11 Personen in der Anstalt.
* Der Einmarsch in Paris. Noch immer scheint es unbekannt zu sein und auch Zweifel darüber zu herrschen, welchem Regimente bezw. welchem Truppentheil der deutschen Belagerungsarmee die ebenso ehrenvolle wie gefahrvolle Aufgabe zu Theil geworden ist, am Morgen des 1. März 1871 in Paris zuerst einzumarschiren. In dem Werke: „Krieg und Sieg im Jahre 1870—1871", ist das I. Bataillon des 1. Nass. Jnf.-Regts. Nr. 87 bezeichnet; ein „alter Zehner" nahm kürzlich in der „Parole" diesen Ruhm für sein Regiment in Anspruch, indem er schreibt: „so waren wir wenigstens so glücklich gewesen die stolze, feindliche Hauptstadt als Sieger zuerst betreten zu haben." Diese Angabe ist ebenso unrichtig, wie die oben erwähnte. Wahr und richtig ist Folgendes: Am 1. März 1871, morgens gegen 8 Uhr, marschirte das I. Bat. des 2. Nass. Jnf.-Regts. Nr. 88 (2., 1., 3., 4. Kompagnie) etwa 800 Mann stark mit Vi Schwadron des 2. Hess. Husaren-Regiments Nr. 14 als Avantgarde und der anderen Hälfte der Schwadron als Arrièregarde über die Brücke von Neuilly, neben dem Triumphbogen vorbei, durch die elyseeischen Felder bis zu dem Jndustriepalast, wo das Bataillon — nach und nach von einer etwa 20—30 000 Köpfe zählenden Menschenmenge dicht umgeben — in keineswegs sehr angenehmer Lage bis ^2 Uhr nachmittags ganz allein stand. Um diese Zeit rückte eine reitende Batterie bayerischer Artillerie im Galopp ein, welcher alsdann Infanterie folgte. Am 3. März waren ebenfalls die Husaren und das I. Bat. drs 2. Nass. Jnf.-Regts. Nr. 88 die letzten deutschen Truppen, welche Paris verließen. Mehrere alte 88er.
* Dem Wasenmeister verfallene Hunde. In der letzten Stadtverordnetensitzung wurde bei Gelegenheit der Berathung des Vertrages über die zu errichtende Sammel- wasenmeisterei von einem der Herren Redner berichtet, daß in Bezug auf die dem Wasenmeister verfallenen Hunde eine Aenderung eingetreten sei. Das trifft nach unseren Informationen nicht zu. Eine Aenderung hat nur insofern stattgefunden, als die Hunde vom Wasenmeister auf dem Wasenplatze nicht mehr todtgeschlagen, sondern auf dem Platze an der Sandelmühle durch Einathmen von Kohlensäure getödtet werden. Die Apparate hierzu sind vom Thierschutzverein angeschafft worden, der auch die erforderliche Kohlensäure beschafft. Die Wegbringung und Verscharrung der Kadaver erfolgt durch den Wasenmeister.
* Neue Ansichtspostkarten. Eine neue Serie von Ansichtspostkarten ist im Verlage der G. M. Alberti'schen Hofbuchhandlung (Claus & Feddersen), Hammerstraße, erschienen, die geeignet sein dürfte, sich beim kaufenden Publikum große Beliebtheit zu erwerben. Die in Auto-Chrom-Druck hergestellten Karten enthalten Motive aus dem Stadtgarten, das Stadtschloß vom Eingang von der Schloßstraße aus, die Philipp-Ludwigs-Anlage und eine sehr effektvolle Ansicht von der Ramsaystraße. Die Karten sind äußerst sauber, in der Farbengebung höchst geschmackvoll ausgeführt und bilden auf
dem Gebiete des Ansichtskartensportes etwas Hervorragendes.
* Grundsteinlegung. Bei der morgen Vormittag ll1^ Uhr stattfindenden Grundsteinlegung des Veremshauses der Turngemeinde wird der Gesangverein „Eintracht" die beiden prächtigen Männerchöre „Dir möcht ich diese Lieder weihen" von Kreutzer, und „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von Bcthoven zÄM Vortrag bringen. In den Grundstein wird
______________________________18. Mai
Macht und den äußeren Glanz des Heidenthums, den heftiger ii Widerstand der Bramanen und den doch endlichen Sieg der Christenthums. Auch diesmal trugen der Berger Posaunen chor und der Kirchenchor durch freundliches Mitwirken zur Verherr- t lichung des Festes bei. Nach einer halbstündigen Pause fand sodann im Beckerschew Garten eine Nachfeier statt/ Ne gleichfalls, trotz-der Ungunst der Witterung, gut besucht war. Herr Metropolitan v. Starck wies in seiner eröffnenden Ansprache darauf hin, daß das gestrige Missionsfest nun schon das 41, sei, das am Himmetfahrtstags alljährlich in unserer Gemeinde gefeiert werde und wünschte, daß auch dieses wn Segen sein möge für die Sache den Mission und ihrer Frennde. Ander Hand des Bibelwortes aus der Offenbarung, Kap. 12, wies sodann Herr Missionar F l a d aus China hm auf das dortige unermeßlich große Kampfes- und Missionsfeld mnd zeigte, wie auch dort das Blut des Lammes unb.? die treu e Hingabe der Männer Gottes den Sieg gewinne. Herr stZrof. Vetter aus Frankfurt gab sodann an der Hand' der Mtssionsberichte einen Ueberblick über das Fortschreiten des G^ristenthums in Kamerun, das jüngste Arbeitsfeld der Baseler A Mission. Nachdem nochmals Herr: MisstoRM Weißmann ei nzelne sehr interessante Mittheilungen aus seiner Wirksamkeit in Indien gemacht halte, fand auch diese schöne und erhebende Feier, bei welcher der Posaunenchor und der Kirchenchor gleichfalls mitwirkten, ihren Abschluß.
G Äangenselholv, 17. Mai. Gestern l Abend gegen 12 Uhr wurde der Einwohner H. von Hüttengesäß wegen eines am 13. l. Mts. begangenen Vergehens gegen.§§ 43 und 177. des? R.-Str.-G.-B. verhaftet und in dats Riesige Amtâ- gerichtsgâfängniß eingeliefert.
NereirssnachrichteN
für Samstag den 18.. Mall
Kunstvcreèn: In des Aula d-n König!. Züchenakad emib- Ausstellung, bsm Gemälden, Zeichnungen rc^; . geöffnet Dom vormittags 10 bis nachmittags 5 Uhr.
Sormuertheater auf Beck's Ketsenkeller:. Abends 8 Uhr: Große Eröffn Nungs-Vorstellunq.
Evang. Männer- und Jünglingsverem: Unterhaltung (Evang.^ Ver» einshaus).
Christlicher Arbettsrverein: Vereins abend und Mitglieder, aufn^hme im Vereinslokale zum »Elephanten'"
Turngrmeinde: Kürturnen und Vorturnerffunde.
Verein „Einigkeit": Veremsabend in der „großen Krache".
Kasino „Eintracht" (Vereinslokal „zum Braustüb'l")r Vereinsabend, Athletentlub „Germania': Vereinsabend (Restauratios . Wagenbach. Paradeplay),
Fußballklub .Viktoria" r Vercinsrbend in der „Brausn i Wâmantel^ „Hanauer Fußballgefellfchaft 1869': Bereinsâbcud im Gasthaus .zum Grafen Philipp Ludwig".
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Gemüthliches. Kasawmensein in „Alemannia".
Stammtisch , Bürgerbrün": Jeden Samstag Abend : .'Uebung.
TurngesellschÄt: Außerordeniliche Generalversammlung.
für Sonntag den 18. Mai.
Hanauer Schützenverrin: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Schüßstäiirsen.
Fußballklub „Viktorias Nachmittags 3 Uhr: UebungIspiel auf dem Exerzierplatz,.
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Nachmittrzs 3 Ähr: UebungS- spiel auf drm Exerzierplatz. ,
Hanauer Fußball^esellschast 1899 : Nachmittags 3 Uhr: UebungSspirp :!Ui dem Exerzierplatz.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: Übungsspiel । auf dem Exerzierplatz.
Telegraphischer Wetterbericht der beutfificu Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 18. Mai,
9 Uhr 40 Min.
Ein Maximum lagert über Westeuropa, über 769 mm westlich von Irland, ein Minimum unter 750 mm über Finnland. In Deutschland ist das Wetter kühl, im Osten heiter, sanft trübe.
Prognose für den 19. Mai: Kühles, wolkiges Wetter, Hne erhebliche Niederschläge wahrscheinlich.
Hus piab und fern.
Gelnhausen, 17. Mai. Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft wurde ein hiesiges Dienstmädchen verhaftet. Dasselbe, aus Hellstein gebürtig, war erst vor 8 Tagen in ihre hiesige Stelle eingetreten Md wurde unter dem Verdachte, bei Mannheim, wo sie sich zuletzt aufgehalten, einen Kindesmord begangen zu haben, festgenommen.
Frankfurt, 17. Mai. Was wir bis jetzt hier an „Bier-I palästen" besaßen, diente zumeist dem Ausschank auswärtiger ' Biere, auswärtige Brauereien hatten durch finanzielle Beihilfe die Errichtung der Bauten und damit den Ausschank ihrer Biere ermöglicht. Die hiesige Brauerei I. I. Jung hat nunmehr Zeil 51 einen auch in seinem Aeußern recht charakteristischen Bau erstehen lassen, in dem nur „Frankfurter Batzenbier", selbstverständlich Jung'sches Produkt, zum Ausschank gelangt, der erste Versuch, den nach dieser Richtung eine der hiesigen Großbrauereien unternimmt. Der Plan zu dem Bau rührt von Architskt A. Haenle her, unter Beihilfe der Firma Schneider und Hanau für den Jnnenschmuck, den Bau führte Ph. Holzmann u. Co. aus. Die Fassade ist in Frührenaissancestil gehalten und in grauem Sandstein hergestellt. Sie bietet gegenüber den in letzter Zeit bis zum Holzgraben entstandenen, im Jugendstil gehaltenen Neubauten eine wohlthuende Abwechselung. Die großen Restaurationsräume im Erdgeschoß ziehen sich in einer Länge von 67 m von der Zeil bis zum Holzgraben. Der leitende Architekt folgte dabei einer Idee der bauenden Firma, die in diesem Raum Alt-Frankfurt in seinem Baustil vor hundert Jahren zum Ausdruck gebracht zu haben wünschte. Der Saal ist deshalb im Empire- aber richtiger gesagt in dem damals üblichen Biedermaierstil gehalten, dessen sonst große Einförmigkeit hier trefflich durch sechs große Wand- Gemälde von Maler E. Rumpf, Scenen aus Frankfurts Geschichte im Anfang des 19. Jahrhunderts darstellend, unter- ; brechen wird. Maler Grätz hat verschiedene denkwürdige Bauten aus Frankfurts Vergangenheit in getreuem Bild wieder- gegeben. Die Beleuchtungskörper sind nach Prof. Linnemann'â