13. Mai
Hanauer Anzeiger.
Gerte .^
Die Wirren in China.
London, 13. Mai. Aus Shanghai wird gemeldet: Die nglische Regierung hat mitgetheilt, daß es augenblicklich un- nöglich ist, die russische Konvention anzuerkennen.
London, 13. Mai. Die „Times" melden aus Schanghai wm 11. Mai: Am 4. Mai ist ein kaiserliches Edikt erlassen h worden, welches die Strafen ausspricht, die in Verbindung mit den Metzeleien in Fort Tschutschau verhängt wurden. Der Gouverneur von Tschakiang, Liuchutang und der Taotei General Pa» werden ihrer Aemter entsetzt. Jungtsching, der Schatzmeister der Provinz, wird zu lebenslänglicher Zwangsarbeit an den Poststraßen, der Hauptmann der Leibgarde Tschousetes zum Tod durch Enthauptung verurtheilt. Die milde Bestrafung der hohen Mandarinnen ist durchaus keine angemessene Vergeltung für die brutale Hinmordung britischer Männer, Frauen und Kinder. Man ist in Schanghai darüber empört, daß die wirklich Schuldigen der Bestrafung entgehen.
Der Krieg in Südafrika.
London, 13. Mai. Aus Bloemfontein wird gemeldet: Man versichert, daß die Buren bei Kaffir operiren, wo unlängst Scharmützel stattgefunden haben. — Aus Pretoria wird berichtet: Dewet hat die Offensive ergriffen und ist nach Ueber- schreiten des Vaalflusses mit 2000 Mann in Transvaal eingedrungen, nachdem er sich während zweier Monate erholt hat. London, 13. Mai. „Daily Telegraph" meldet aus Johannesburg: Die Buren sind einige Meilen südlich von der Stadt signalistrt worden. — Nach Meldungen aus Kapstadt haben die Buren ein Depot 30 Meilen von Richmond geplündert. — Aus Maseru wird gemeldet: Zwischen Bloemfontein und Maseru ist der Weg von Truppen-Abtheilungen besetzt, wodurch der wichtige Getreidehandel arg gefährdet ist. Die Buren bewegen sich nach dem Osten.
London, 13. Mai. Nach einem Telegramm des „Standard" aus Pretoria vom 10. ds. Mts. beläuft sich die noch im Felde stehende Gesammtmacht des Feindes auf 16 500 Mann, trotz aller Niederlagen und Verlusten in der letzten Zeit. Der Feind schließt sich aufs Neue zu Kommandos von wesentlicher Stärke zusammen, namentlich in dem Dreieck, welches der Osten Transvaals bildet und im Westen. Die Buren haben auch noch einige Geschütze und Munitionsvorräthe. — Die „Daily Mail" erfährt aus Pretoria, De Wet habe seine Operationen wieder ausgenommen. Er soll den Val wieder überschritten haben und mit über 2000 Mann in Transvaal eingedrungen sein, ,
Die Destplage.
London, 13. Mai. Nach Meldungen aus Kapstadt sind dort in den letzten 48 Stunden vier neue Pestfälle, darunter einer bei einem Europäer sestgestellt worden.
Bukarest, 12. Mai. Die Quarantäne für Provenienzen aus Konstantinopel ist von 10 auf 6 Tage herabgesetzt worden.
Ausstandskewegunge«.
Berlin, 13. Mai. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Neapel: Wegen der behördlicherseits erfolgten Einführung der Leichenwagen ist ein Streik der Leichenträger ausgebrochen. Als gestern die Leichenwagen mehrere Todte aus dem Spital nach dem Kirchhofe bringen sollten, sammelten sich Hunderte von Leichenträgern mit ihren Fraueu und Kindern an, die trotz eines großen Aufgebots von Schutzmannschaften schreiend und drohend die Ausfahrt der Wagen verhinderten und einen Leichenwagen umwarfen. Erst nachdem die Polizei etwa 30 Verhaftungen vorgenommen hatte, zerstreute sich die unheim- r liche Gesellschaft.
Mailand, 13. Mai. Die Maurer beschlossen, in den Ausstand zu treten.
Barcelona, 12. Mai. Der größte Theil der Streikenden hat die Arbeit zu den früheren Bedingungen wieder ausgenommen. Die Verhafteten sind freigelassen worden. Die Präventiv-Zensur ist aufgehoben.
Sport.
Berlin, 12. Mai. Bei dem gestrigen Radrennen in Friedenau um das Goldene Rad siegte der Franzose Bonhours, zweiter wurde Robl-München, dritter Tom-Linton.
* *
*
Berlin, 12. Mai. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus New-Aork: In Detcrit entstand ein riesiger Straßentumult, bei dem viele Personen verwundet wurden, als die Polizei den Hauptplatz der Stadt räumen wollte, wo eine unangemel- , bete sozialistische Volksversammlung abgehalten wurde. 100,000 Personen betheiligten sich an den Demonstrationen. Die Spritzenschläuche der Feuerwehr wurden durchschnitten und die Feuerwehrmannschaften geprügelt. Berittene Polizei schaffte schließlich Ordnung. — In Montevideo wurde ein Komplott zum Sturze der Regierung entdeckt und ein Waffenlager konsiszirt. General Herrera Vobey, Oberst Rodriguez, Oberst Burgis und andere Offiziere wurden verhaftet. Die meisten Verschwörer gehören dem Heere an. Auch in Domingo herrscht Rebellion. Der Belagerungs-Zustand wurde über zwei Provinzen verhängt. Präsident Vasquer befindet sich selbst im Felde. General Lora wurde getödtet, General Bobca wurde gefangen genommen. Die Hauptstadt ist ruhig.
Berlin, 12. Mai. Zum Nachfolger des verstorbenen Generalleutnants von Bülow soll der Kommandeur der 29. Division zu Freiburg in Baden, General-Leutnant Freiherr von Bissing ausersehen sein.
Berlin, 12. Mai. Aus Breslau wird gemeldet: In dem Prozeß wegen Verkaufs der Fastnachtsnummer des Simplicissimus wurden gestern sämmtliche angeklagten Wirthe, Barbierer und Buchhändler von der Anklage des Vergehens wider die Sittlichkeit sreigesprochen. Die Oeffentlichkeit war ausgeschlossen.
Augsburg, 12. Mai. Der Verein zur Hebung der Kanal- und Flußschifffahrt in Bayern hielt heute hier seine Generalversammlung ab, der auch Prinz Ludwig von Bayern beiwohnte. Im Laufe der Verhandlungen wurde betont, daß der Verein sich immer größere Sympathien erwerbe und daß seine Mitgliederzahl ständig wachse. Professor Eheberg- Erlangen führte in einem Vortrage aus, daß, wenn die
preußische Kanalvorlage zur Annahme gelange, Bayern ohne eine schwere volkswirtschaftliche Schädigung in der Ausbildung seines Binnenschifffahrtsnetzes nicht zurückbleiben dürfe. Bei dem Festmahl, das sich an die Verhandlungen anschloß, betonte Prinz Ludwig, der schon bei dem gestrigen Begrüßungsabende in einer längeren Ansprache auf den großen Vortheil der bayrischen Kanalprojekte hingewiesen hatte, nochmals, daß der geplante Großschifffahrtsweg durch Bayern allen wirth- schaftlichen Ständen zu Gute komme.
Wien, 12. Mai. Die demnächst hier sich konstituirende internationale Anti-Duell-Liga hat den Beschluß gefaßt, den Zaren um die Uebernahme des Protektorats zu bitten.
Rom, 12. Mai. Die Niederkunft der Königin wird stündlich erwartet.
Oviedo, 12. Mai. In der Geschützgießerei von Trubia wurden durch eine Explosion 3 Menschen getödtet und 15 verwundet.
Paris, 12. Mai, abends. Der Ministerpräsident ist heute Nachmittag 5’/* Uhr hier wieder eingetroffen. Er wurde von mehreren Ministern bei seiner Ankunft empfangen. Der Ministerpräsident, welcher vollkommen wieder hergestellt ist, unterhielt sich herzlich mit den Ministern, welche ihn zu seiner völligen Wiedergenesung beglückwünschten.
Paris, 12. Mai. Der Abgeordnete Eastellane wird die Regierung beim Wiederzusammentritt der Kammer über die auswärtige Politik und über die franco-russische Allianz interpelliren.
Paris, 12. Mai. Infolge Ausbruchs einer Feuersbrunst auf der Metropoliien-Bahn gerieth ein Personenzug, welcher in der Nähe der Brandstätte anhielt, in Brand. Die Fahrgäste ergriffen in wilder Panik, Thüren und Fenster zerschlagend, die Flucht. 7 Personen wurden dabei verletzt.
Lyon, 12. Mai. Die Minister des Krieges und der Marine sind hier eingetroffen, um dem heute hier stattfindenden Turnfeste beizuwohnen. Von 60 Turnvereinen haben 40 es abgelehnt, dem Feste beizuwohnen, wenn bei demselben die Minister präsidiren würden.
St. Etienne, 12. Mai. Während der klerikale Abgeordnete Piou gestern Abend einen Vortrag über das Vereinsgesetz hielt, drangen die Republikaner in den Saal und es entstand ein heftiges Handgemenge, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Die Polizei mußte einschreiten und mehrere Verhaftungen vornehmen.
Brest, 12. Mai. Der Marine-Präfekt theilte mit, daß die Fischerparke Marengo in der Nähe von Pommarch gesunken ist. Die 11 Mann starke Besatzung ist ertrunken.» Die Verunglückten lassen 7 Wittwen und 11 Waisen zurück.
Brest (Gouvernement Warschau), 12. Mai. Bei starkem Winde brach hier heute ein großes Feuer aus, das abends noch nicht bewältigt war. Ueber 100 Häuser sind bereits niedergebrannt.
• Cahors (Departement Lot), 12. Mai. Der Vizepräsident des Senats, Verniner, ist heute hier gestorben.
Bukarest, 12. Mai. Bei den Ergänzungswahlen zum Senat in Plojesti wurde Cantacuzene (lib.) gegen den Führer der konservativen Partei, Georg Cantacuzene gewählt. In Tokschani siegte der Liberale Plagino. — Bei den Ergänzungswahlen zur Kammer in Gori wurde der von den Liberalen aufgestellte Junimist Prinz Barbo Stirbey gewählt, in Galatz Dimitresco (liberal).
* •
Berlin, 13. Mai. Wie die „Berliner Montags-Ztg." vernimmt, werden die im Ministerium der öffentlichen Arbeiten für die Vorbereitung der Kanal-Vorlage ange- fertigten Ausarbeitungen, die noch nicht sämmtlich fertig gestellt sind, zur Zeit nicht weiter gefördert. Hieraus darf aber keineswegs gefolgert werden, daß die Kanalvorlage aufgegeben sei. Darüber, wann und in welcher Form sie wieder an den Landtag gelangen wird, ist Niemand, auch nicht Minister v.Thielen selbst unterrichtet. Erst sobald hierüber irgend welche Entscheidungen getroffen werden, würde auf Grund der vorliegenden, zum größten Theil bereits bis ins kleinste ausgearbeiteten Entwürfe, jedoch unter Berücksichtigung neuer Daten, eine Rekonstruktion der Vorlage zu Stande kommen.
Berlin, 13. Mai. Aus Breslau wird gemeldet: Ein furchtbares Verbrechen wurde am Samstag in Repton, Kreis Tarnowitz, verübt. Der 24 Jahre alte Schlepper Mazur von den Laurahütten-Eisenerz-Förderungen erhielt bei der Abschlagszahlung anstatt der nachgesuchten 30 M. nur 15 M. mit dem Bemerken, daß der Rest seiner Frau ausgezahlt werden würde, da er diese hungern lasse. Aus Wuth darüber kaufte er sich einen Revolver, erschoß seine Frau und seinen Schwiegervater und verletzte seine Schwiegermutter durch einen Schlag mit dem Revolverschaft auf den Kopf. Der Mörder ist entflohen.
Berlin, 13. Mai. Dem „Kleinen Journal" wird aus New-Aork depeschirt: Die Staatsinspektion der Banken gibt bekannt, daß in sechs verschiedenen Städten der Union größere Bank-Defraudationen vorgekommen sind, welche eine Folge der New-Aorker Börsenvorgänge sein dürften. Einer der Defraudanten, welcher ca. 150000 Mk. unterschlug, wurde gestern verhaftet. Er ist Beamter der Hibernian-Bank in New- Orleans.
Berlin, 13. Mai. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus New-Aork depeschirt wird, ist Aguinaldo noch immer inhaftirt. Alle Ausgänge sind von einer Schutzwache gegen eventuelle Attentate besetzt. Gegen die philippinischen Guerilla-Banden wird einheimische Polizei aufgeboten. Die Volontäre werden nach Amerika zurücktransportirt.
Wien, 13. Mai. Der Kaiser wird in der ersten Hälfte des Juni nach Böhmen reisen und dabei u. A. auch die Städte Aussig und Prag besuchen.
Wien, 13. Mai. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, bestätigt es sich, daß zwischen den Deutschen und Tschechen ein Einvernehmen in allen wirtschaftlichen Fragen erzielt worden ist. Im Finanzministerium wird bereits an der Fertigstellung des Finanzplanes gearbeitet.
Wien, 13. Mai. Die „Wiener Sonn- und Montagszeitung" erfährt aus serbischen Kreisen, daß in Belgrad große Erregung und Enttäuschung herrscht, weil die Königin von
Serbien keinem freudigen Ereigniß entgegensieht. Eine medizinische Autorität erklärte, daß hierzu auch überhaupt fein Anlaß vorhanden gewesen wäre.
Budapest, 12. Mai. Der Ministerpräsident von Korber ist hier eingetroffen und wird heute dem Kaiser über die parlamentarische Situation Bericht erstatten und das amendirte Wasserstraßengesetz vorlegen. Auch soll, wie verlautet, heute die Entscheidung über die Reise des Kaisers nach Böhmen erfolgen.
Barcelona, 13. Mai. An Bord der „Pelago" befinden sich noch 33 Personen, die infolge der Unruhen verhaftet sind. Die Untersuchung gegen sie ist im Gange. Geheime Abgesandte, die von Barcelona kamen, sollen die Unterstützung der Arbeiter in Valencia nachgesucht haben. Letztere sollen dieselben aber aus Patriotismus abgelehnt haben.
Madrid, 13. Mai. 33 Anarchisten befinden sich augen- blickNch noch an Bord des Panzerschiffes Pelayo in Haft. Die Aufständischen von Barcelona haben Delegirte nach Valenzia gesandt, um zu versuchen, Unterstützung von dort zu erwirken.
Madrid, 13. Mai. Dem Vernehmen nach ist die Regierung geneigt, die Wiederherstellung der konstitutionellen Garantie zu bewilligen. Sie suchte deshalb die Ansicht der Behörden von Barcelona nach.
Paris, 13. Mai. Waldeck-Rousseau, der gestern Abend hierher zurückgekehrt ist, wurde von mehreren Ministern am Bahnhöfe empfangen.
Paris, 13. Mai. „Siècle" veröffentlicht den Schluß der Aussagen Esterhazys vor dem französischen Generalkonsul in London. Aus denselben ist die Behauptung hervorzuheben, daß er während des Prozesses Zola im Auftrage des antisemitischen Agitators Guerin Geld vom Generalstabe verlangte, um Straßenkundgebungen gegen Zola zu organisiren, ferner die Erklärung, in welcher Esterhazy ausführlich darlegt, daß er das Bordereau selbst geschrieben habe. — Der „Gaulois" verzeichnet das Gerücht, Kriegsminister Andree sei zum Nachfolger des Generalgouverneurs von Algerien ausersehen. Mehrfach wird behauptet, daß Jonnart seine Demission bereits gegeben habe.
Lyon, 13. Mai. Auf dem gestern Abend vom Krieger- verbande veranstalteten Festmahl hielt der Marineminister eine Ansprache, worin er erklärte, keine Regierung that auch nur die Hälfte von dem, was die Republik in den letzten 30 Jahren für Heer und Marine leistete. Er wolle nicht an die Vernachlässigung der militärischen Streitkräfte Frankreichs durch das zweite Kaiserreich erinnern. Man dürfe mit Recht auf die Opfer hinweisen, welche die Republik brachte, um Frankreich in Vertheidigungszustand zu setzen. Lanessan zählt diese Opfer auf und fährt fort, wir haben die vollkommensten Gewehre und Geschütze, unsere Grenzen sind geschützt durch Befestigungen nach den neuesten Errungenschaften der Technik, unser Heer ist hinreichend stark, um allen Anforderungen auch des längsten Krieges zu entsprechen. Wenn 1906 unsere Seemacht programmgemäß ausgestaltet ist, werden wir im Stande sein, kalten Blutes allen Eventualitäten der Zukunft ins Auge zu blicken. Am Schluffe seiner Rede führte der Minister aus, Heer und Marine würden, weil die Republik so viel für sie gethan habe, ihr treu bleiben.
London, 13. Mai. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Yokohama vom 12. Mai: Das führende Blatt in Aoko- hama „Jiji Schimps" fordert, Japan müsse von Rußland eine unzweideutige Erklärung erhalten, ob Letzteres direkt oder indirekt bei der koreanischen Anleihe sich betheiligt. Sollte Rußland die Verantwortlichkeit ablehnen, weil die Geldgeber Privatpersonen seien, so sei, meint das Blatt, das zwischen Lobanoff und Aamagata hinsichtlich Koreas geschlossene Abkommen werthlos. Die politische Lage in Japan sei noch immer auf dem todten Punkte. Alle Blätter von Bedeutung stimmen darin überein, daß, wenn Marquis Ito in seinem
Entschlusse, den Vorsitz des Ministeriums niederzulegen, fest bleibt, er auch auf die Führerschaft seiner Partei verzichten müsse. , Ä - ^ *
London, 13. Mai. Nach einem Telegramm der „Times" aus Harrer vom 30. April schickte Menelik 10 000 Mann frische Truppen ab, welche an die Stelle der gegen den Mullah operirenden Mannschaften traten; da letztere großen Mangel litten, verzehrten sie schließlich ihre Kameele und Transportthiere. Die Vorhut der frischen Truppen und britischen Offiziere sind bereits abgegangen.
London, 13. Mai. Aus Dokohama wird gemeldet, Marquis Ito habe sich geweigert, ein neues Kabinet zu bilden.
Bukarest, 13. Mai. Die „Ageria Roumaine" meldet: Die Anführungen gewisser Bukarester Blätter, welche besagen, daß die rumänische Regierung mit rumänischen oder fremden Bankiers über eine Anleihe oder Vorschüsse verhandeln, entbehren jeder Begründung.
Wiesbaden, 13. Mai, 12 Uhr 45 Min. (Privat- telegramm). Als am gestrigen Abend kurz vor 7 Uhr der Wiesbadener Personenzug den von Frankfurt kommenden Schnellzug bei Kastel kreuzte, sprangen in verschiedenen Wagen des Personenzuges die Fenster entzwei, einige Passagiere wurden dadurch verletzt. Die Ursache des Unfalls soll darin liegen, daß ein Wagenwärter des Schnellzuges eine Thür offen ließ. Er selbst wurde am Arm schwer verletzt, sodaß derselbe ihm heute Morgen amputirt werden
mußte.
Telegraphischer Karskericht. Frankfurt, 13. Mai, 121/* Uhr.
Credit 217.70.
Staatsbahn 147.—.
Lombarden 24.10.
Disconto-Comm. 188.60.
Deutsche Bank —.—. Handelsg. 152.60.
Dresdner —.—• Italiener 96.20. 3 °/o Mexicaner 27.—. 3°/o Portugiesen 26.—.
Tendenz: Ziemlich ruhig.
4°/o Spanier 72.80.
Gotthard 162.—.
Schweiz. Nordost 113.—. „ Central 160.70. „ Union 97.—.
Jura 101.—.
Harpener 179.25. Gelsenkirchener —.—.
Laurahütte 213.50.
Bochumer 195.50.