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S 8, Mai_______________

Drabtbmcbte desDan. Hnz. m Hand schreiben des Kaisers an Miquel.

1 Berlin, 7. Mai. DerReichsanzeiger" veröffentlicht ' Handschreiben an Miqnel dato Schlitz, 5. Mai, lautend: hrem wiederholten Gesuche um Entlassung aus den Aemtern Vizepräsident des Staatsministeriums und Finanzminister ^ ich durch Erlaß vom heutigen Tage Folge gegeben. Mit Dauern sehe ich Sie aus Ihren bisherigen Stellungen schei- l, worin Sie sich so große Verdienste um Mich und Mein us, sowie das Vaterland erworben haben. Wenn es bis« gelungen ist, den großen und neuen Aufgaben auf allen bieten der Staatsverwaltung gerecht zu werden, ist dies Ht zum geringsten Theile Ihnen zu danken, der Sie mit Kundiger Hand eine neue finanzielle Grundlage für den ußischen Staat geschaffen haben, auf deren Festigkeit auch Zukunft gerechnet und gebaut werden kann. Es ist Mir herzliches Bedürfniß, Ihnen für die treue und segens- che Arbeit und aufopfernde Hingebung, mit der Sie Ihres antwortungsvollen Amtes gewaltet haben, Meinen wärmsten ink auszusprechen. Um ^ber Ihre großen Erfahrungen und vorragende Kraft dem Staate auch ferner zu erhalten, habe Sie als Zeichen Meines besonderen Vertrauens auf Lebens- t ins Herrenhaus berufen. In steter Dankbarkeit verbleibe ^ Ihr allzeit wohlgeneigter König Wilhelm R."

Die Lage in China.

Berlin, 7. Mai. (Wolffs Bureau.) Graf Waldersee ldet aus Peking: Die 161 Meter lange Eisenbahnbrücke er den Peitangho bei Hanku wurde durch zwei Eisenbahn- lkompagnien unter Major Gerhard neu gebaut und 14 ;ge vor dem Vertragstermin fertig gestellt. Leutnant immer vom Reiterregiment stieß mit einer Patrouille 200 (ometer westlich von Kalgan bei Ningjuansing auf feindliche wallerie und griff sie erfolgreich an.

Berlin, 8. Mai. DerLokal-Anzeiger" meldet aus king vom gestrigen Tage: In Tientsin verursachten zwei runkene russische Offiziere großen Lärm und kamen dadurch t den deutschen und englischen Polizei-Soldaten in Streit, s der Leutnant Telgakowsky vom KriegsschiffLobe" einen : deutschen Soldaten angriff, gab dieser in der Nothwehr uer und verwundete den Leutnant, der dann den Ver­engen erlegen ist.

Dom Surenkrieg.

Standceton, 7. Mai. Vorgestern sind von hier einige tische Kolonnen abgegangen, um sich mit der von Platrand fgebrochenen Kolonne zu vereinigen. Während des Marsches terhielten die Buren ein ständiges Feuer. Die Platrand- onne erreichte in derselben Nacht Weltevreden, wobei der ind einigen Widerstand leistete. Am nächsten Tage wurde s Burenlager bei Uitkyk von Oberst Colvilles' Kolonne aus eidelberg überrumpelt, wobei 3 verwundete Buren gefangen nommen, und 4 Wagen, 13 Pferde, 500 Stück Vieh und tunitionsvorräthe erbeutet wurden. Der Nebel machte die wsolgung des Feindes unmöglich. Die Kolonne setzte so­nn ihren Marsch nach Süden fort und griff ein anderes urenlager an, ohne Widerstand zu finden. Ein Maxim- ib ein Nordenfeldtgeschütz, sowie einige Wagen mit Vor­then fielen in die Hand der Engländer. Inzwischen ging : Platrandkolonne gegen Woal vor. Am 5. Mai griffen : Buren energisch die Stellung an, die jedoch von den Eng- ndern mit einem Verlust von 3 Todten und 2 Verwundeten hauptet wurde. Schließlich wurde der Feind vertrieben, ach einer Burenmeldung schloß sich das Kommando Riedy einer Stärke von 250 Mann dem Kommandanten Christian Vtha an, dessen Truppe an sich 350 Mann und zwei Ge- >ütze zählt. Das vereinigte Kommando steht jetzt östlich von »etrockfontein. Oberst Bullock hatte gestern ein Gefecht mit eser Kolonne; des Ergebniß ist noch unbekannt.

London, 8. Mai. Die tägliche Verlustliste vom süd- rikanischen Kriegsschauplatz umfaßt für gestern 3 Todte, 20 erwundete, 3 Vermißte, 30 an Krankheit Verstorbene und ) Schwerkranke.

London, 8. Mai. Aus Kapstadt wird gemeldet: Sir lfred Milner erklärte in einer gestern gehaltenen Rede, er rlasse Südafrika jetzt mit größerer Ruhe, als dies vor 6 ja gar noch vor 2 Monaten der Fall gewesen.sei. Seit iner Ankunft hätten die Streitkräfte der Buren vor der fernen Spitze Kitcheners immer mehr zurückweichen müssen rd feien immer mehr vermindert worden.

London, 8. Mai. Aus Ermelo wird gemeldet: Man it hier die Briese Bothas an die Burghers veröffentlicht, in 'klchem Botha erklärt, weshalb Kitchener die Friedensverhand- mgen verworfen habe. Er erklärte darin, die vollständige ernichtung der Unabhängigkeit der Buren nicht annehmen zu nnen und besteht darauf, daß die Engländer die öffentliche schuld übernehmen.

London, 8. Mai.Daily Mail" berichtet aus De Aar: General French hat die Stadt durchzogen und ist aus dem Lege nach Kapstadt. Er leidet heftig an Malaria-Fieber und at mehrere Wochen Urlaub erhalten.

London, 8. Mai.Daily Telegraph" meldet aus De iar: Die Buren haben in der Umgebung von Kcadock wäh- md der letzten drei Tage großen Schaden an der Eisenbahn ngexichtet. Der gesammte Verkehr mußte während der Nacht .ngestellt werden.

London, 8. Mai. DasAmtsblatt" veröffentlicht einen Bericht Lord Kitcheners für die Zeit vom 23. November v. Js. is Ende Februar d. Js. Kitchener erklärt darin, sein Be­reden sei es gewesen, die Befestigungswerke zu verbeffern und ie Zahl der kleinen Garnisonen zu verringern, sowie diejenige er felddienstfähigen Soldaten in den beweglichen Kolonnen zu ergrößern.

Haag, 8 Mai. Nach Meldungen, die an Krüger ge« angt sind, beträgt die Zahl der im Felde stehenden Zuren 24 000, darunter 7000 Kap-Holländer. Dewet, in essen Lager sich Präsident Slein befindet, wird neuerdings äe Offensive im Oranje-Freistaat wieder aufnehmen. Delarep hat das Korps Paddington derart zugerichtet, daß es oohl längere Zeit nicht mehr aktionsfähig fein wird.

Hanauer Amei^sr. ________

Die Pforte und die fremden Postämter.

Konstantinopel, 6. Mai. (Wiener Korr.-Bur.) Zwischen der Pforte und den Botschaftern ist bezüglich der fremden Postämter ein ernster Konflikt entstanden. Die tür­kischen Postdirektionen übermittelten den fremden Postämtern eine Zirkularnote, worin erklärt wird, daß die für auswärtige Postämter einlangenden Postsendungen künftig geöffnet und durch die türkischen Verwaltungsbehörden den Empfängern zu­geführt werden würden. Sollte diesem Verlangen nicht Rech­nung getragen werden, so würde die Beförderung der für das Ausland bestimmten Sendungen der fremden Postämter durch die Eisenbahnen verweigert werden. Die gestern abgehende Briefpost wurde zurückgehalten, die einlangenden Tagesposten geöffnet und durch die türkischen Behörden zugestellt, was sich als eine Verletzung der Rechte der fremden Posten darstellt. Gleichzeitig richtete die Pforte an die Botschafter eine Note, worin sie die sofortige Aufgabe der fremden Postämter in der Türkei verlangt. Die Botschafter hielten eine Versammlung ab, um sich über die zu ergreifenden Maß­nahmen zu einigen. Die für heute aus dem Auslande zu erwartenden Briefposten werden von den Direktionen der frem­den Postämter in Begleitung der Dragomanen und Kawassen der Botschaften erwartet und übernommen werden. Die heute mit einem aus Triest ankommenden Lloydschiff aus Albanien hier einlangenden Briefsendungen wurden von der österreichischen Post mit Beschlag belegt, die die Beförderung von türkischen Sendungen durch den österreichischen Lloyd verweigert hatte.

Konstantinopel, 7. Mai. (Wien. Corr.-Bur.) Wahr­scheinlich infolge des seitens der Botschafter von Oesterreich- Ungarn, Deutschland, England und Frankreich erhobenen Protestes und der in Aussicht gestellten Retorsionsmaßregeln erfolgte heute die Aushändigung der aus Europa mit der Bahn in Konstantinopel eingetroffenen und für die hiesigen fremden Postämter bestimmten Postsendungen an die zur Empfangnahme erschienenen, von Kawassen begleiteten Bot­schaftsdolmetscher und von Beamten, Trägern und Postkawassen begleiteten Postdirektoren, welchen sich 5 französische Matrosen zugesellt hatten, nach einigem Zögern anstandslos. Der türkische Postdirektor erklärte dabei, die gestrige Maßregel be­ruhe auf einem Mißverständniß, die einlaufenden fremden Postsachen würden ohne Weiteres ausgeliefert. Dagegen würde die Absendung der von den hiesigen Postanstaltcn nach Europa expedirten Postbeutel verweigert werden. Heute erfolgte die Absendung der Post mit* dem Orientexpreßzuge mittels eigenen Kuriers.

Ausstaudsdewegungen.

Berlin, 8. Mai. DerLokal-Anzeiger" meldet aus Hamburg: Eine gestern Abend abgehalteve Versammlung der Kupferschmiede beschloß, heute die Arbeit niederzulegen, trotzdem der Arbeitgeber-Verband für diesen Fall gedroht hatte, wie im Vorjahre sämmtliche im Schiffsbau thätigen Arbeiter auszu­sperren.

Berlin, 8. Mai. DerLokal-Anzeiger" meldet aus Zürich: Die Zahl der streikenden Gotthard'Bahnarbeiter be­trägt bereits gegen 400. Falls die Heizer und Maschinisten in Göschenen, wie sie bereits beschlossen, ebenfalls die Arbeit einstellen, dürften ernstliche Schwierigkeiten nicht ausbleiben.

Berlin, 8., Mai. DieVossische Zeitung" meldet aus Madrid: Unbestimmten Gerüchten zufolge fanden gestern in Barcelona bedenkliche Vorgänge statt. Bewaffnete Arbeiter unterbrachen den ganzen Wagenverkehr und verursachten die Schließung der Fabriken. Einige Anarchisten wurden verhaftet. Die Hauptstraßen wurden von Truppen besetzt.

Madrid, 8. Mai. Die Minister sind gestern Abend in aller Eile zu einem Ministerrath zusammenberufen worden. Nach einem kurzen Me nungsaustausch über die Unruhen in Barcelona wegen des Straßenbahn-Ausstandes verhängte der Vorsitzende den Belagerungs-Zustand über Barcelona.

Madrid, 7. Mai. Das Amtsblatt veröffentlicht heute den im gestrigen Ministerrath gefaßten Beschluß, wodurch die konstitutionellen Garantien aufgehoben werden.

Madrid, 8. Mai. Der Ausstand der Straßenbahnbe­diensteten von Madrid ist beendet.

Barcelona, 8. Mai. Der Ausstand der Straßenbahn­bediensteten nimmt einen größeren Umfang an. Infolge Ein­greifens der Anarchisten in die Bewegung kam es zu einer Reihe von Zwischenfällen, wobei die Bürgergarde und Kavallerie wiederholt einschreiten mußte. Unter der Bevöl­kerung herrscht große Unruhe.

Genua, 8. Mai. Ungefähr 500 Getreidelastträger, welche seit dem Ausstande der Auslader unthätig waren, nahmen gestern Nachmittag die Arbeit wieder auf.

Paris, 8. Mai. Zuverlässige Berechnungen schätzen den Lohnentgang bei dem Ausstand in Montceau-les-Mines auf 3 400 000 Francs.

Toulouse, 8. Mai. ©troa tausend ausständige Arbeiter hielten gestern einen Straßen-Umzug ab und entsandten Dele- girte zum Polizeipräfekten und zum Bürgermeister, welchen sie ihre Forderungen unterbreiteten. Siè verlangen eine Lohn­aufbesserung von einem halben Francs pro Tag.

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Berlin, 8. Mai. Generaloberst von Hahnke, dessen Ge­sundheit schon seit einiger Zeit erschüttert war, ist, wie der Berliner Börsen-Courier" erfährt, ernstlich krank. Er leidet an Lungenentzündung und Gelenk-Rheumatismus.

Berlin, 8. Mai. Nach einem Telegramm derVossischen Zeitung" aus Sofia sollen am Montag Studenten in Spalier aufgestellte Soldaten ermahnt haben, bei der Vorüberfahrt des Fürsten nicht Hurrah zu rufen. Die Polizei wies den Redakteur Radew aus, der türkischer Unterthan ist. Wie weiter aus Sofia depeschirt wird, wurden gestern auf Beschluß des akademischen Senats der Hochschule etwa 70 Studenten, die an den Demonstrationen theilgenommen hatten, auf ein bis drei Semester relegirt.

Berlin, 8. Mai. DemKleinen Journal" wird aus Wien telegraphirt: Wie eine hiesige Lokal - Korrespondenz aus Lemberg meldet, ist in der vorigen Woche im g lizischen Dorfe Derwinija unweit Bochnia die 17jährige Tochter des jüdischen Gastwirths Schwimmer von 4 Bauern aus dun Bett

Gelt? 3.

gerissen und in ein Nonnenkloster entführt worden. Obwohl der Vater alle nöthigen Schritte unternahm, fehlt bisher von dem Mädchen jede Spur.

Berlin, 8. Mai. Nach einer Depesche desLokal- Anzeigers" aus Rom ist der Ort Monte Libretti in den Sabiner Bergen seit einigen Tagen von einem schweren Erd­beben heimgesucht worden. Dasselbe war von starkem unter­irdischem Rollen begleitet. Man befürchtet, daß durch Erd­senkungen die Ortschaft völlig zerstört werden und sich ein Kratersee bilden wird. Die Bewohner kampiren im Freien.

Berlin, 8. Mai. Bei dem Brande eines Privathauses in der Danzigerstraße im Norden Berlins wurden infolge der Hitze und des Qualms mehrere Feuerwehrleute ohnmächtig. Einer ist schwer an Rauchvergiftung erkrankt.

Berlin, 8. Mai. Bei dem Bau eines Pfeilers der Ringbahnbrücke in der Nähe von Tempelhof find zwei Ar­beiter von herabstürzenden Erdmassen verschüttet worden. Beide sind gerettet, Einer aber ist schwer verletzt.

Berlin, 8. Mai. Der Seniorenkonvent des Reichstages beschloß, vor Pfingsten noch die Anträge betreffend Gewerbe­gerichte, den Toleranzantrag und das Weingesetz, nach Pfingsten Saccharin-, Schaumwein-, Branntweinsteuer, Reichstagsdiäten, sowie das Handelsprooisorium mit England zu erledigen.

Leipzig, 8. Mai. Der Reichstagsabgeordnete Schönlank mußte heute Nacht schwer nervenkrank in eine Heilanstalt überführt werden.

Weimar, 8. Mai. Die amtlicheWeimarer Zeitung" schreibt: Die von verschiedenen Zeitungen gebrachte Nachricht, daß voraussichtlich am 15. d. Mts. in Weimar Konferenzen der Minister sämmtlicher thüringischen Staaten wegen gemein­samen Vorgehens zur Abstellung der durch die Steigerung der Matrikularbeiträge in den Staatsbudgets der Bundesstaaten entstandenen finanziellen Schwierigkeiten stattfänden, entbehrt der Begründung.

Donaueschingen, 8. Mai. Der Kaiser fuhr gestern Abend und heute früh zu Wagen zur Auerhahnbalz bei Mistel­brunn bezw. Herzogenweiler. Der Kaiser erlegte einen Auerhahn.

Haag, 8. Mai. Die Kammer nahm gestern mit 59 gegen 38 Stimmen den Gesetzentwurf betreffend die Reorga­nisation der holländischen Armee an.

Abbazia, 8. Mai. Infolge veränderter Reife-Dispo­sitionen wird die Zusammenkunft der Könige von Griechen­land und Rumänien erst am 13. bS. erfolgen.

Malta, 8. Mai. Die Polizei verhaftete eine Anzahl Personen wegen ihrer tumultuösen Betheiligung an Protest­versammlungen und Straßen-Umzügen gegen die Einführung der englischen Sprache an Stelle der italienischen. Man or= ganistrt neue Protestoersammlungen gegen die erfolgten Ver­haftungen. Es werden umfassende Vorsichtsmaßregeln von Seiten der englischen Behörden getroffen.

Barcelona, 8. Mai. Die Anhänger der kata­tonischen Bewegung hielten eine Versammlung ab, worin die Regierung angegriffen und gegen die Einheit Spaniens protestirt wurde.

Paris, 8. Mai. Zu der Spionageaffaire in Commentry wird gemeldet, es sei nunmehr festgestellt, daß der Oesterreicher Ioannowitsch durchaus unschuldig sei. Gleichwohl wird derselbe nach Beendigung der Untersuchung nach der Grenze abgeschoben werden.

London, 7. Mai. (Unterhaus.) William Redmond fragt an, ob die Regierung Informationen habe, daß deutsche Truppen in China auf ein britisches Boot geschossen hätten. Cranborne erwidert, die Regierung habe keine Information über einen derartigen Zwischenfall erhalten. Hierauf stellt Red­mond die weitere Anfrage, ob die chinesische Regierung eine Note an die Mächte bezüglich der Mandschurei gerichtet habe und was sie in dieser Note vorschlage. Cranborne antwortet, die Regierung erhielt in letzter Zeit keine solche Note von China. Block richtet nachfolgende Anfrage an die Regierung:Werden, da die Golderzeugung in Transvaal wieder begonnen hat, Schritte zur Besteuerung des erzeugten Goldes gethan ? Welches Verhältniß wird die Besteuerung der erzeugten Goldwerthe haben?" Chamberlain erwidert, die Minen würden der früheren Besteuerung unterworfen, bis neue Einrichtungen getroffen seien. Im weiteren Verlaufe der Sitzung theilte Brodrick mit, Kitchener benachrichtigte ihn vor einigen Tagen, daß alle Frei­willigen, die verschiedenen Regimentern beigegeben waren, jetzt auf dem Wege nach Kapstadt ooer England eingeschifft seien; er schließe aus den Dispositionen der Truppen Kitcheners, die ihm dieser durch die letzte Post bekannt gegeben habe, daß er die Hoffnung hege, binnen Kurzem der übrigen dem ursprüng­lichen Korps der Aeomanry Angehörige« entrathen zu können, da sie nach seinem Dafürhalten der Ruhe bedürften, aber er (Brodrick) könne das Datum der Außerdienststellung noch nicht feststellen. Das Haus nahm die erste Lesung des vom Vize- präses des Primärunterrichts, Gorst, eingebrachten Unterrichts­bill an.

London, 8. Mai. In Monmauth ist bei der stattge­habten Ersatzwahl der konservative Lawrence mit 4604 Stim­men an Stelle des konservativen Harris gewählt, dessen Wahl infolge Wahlprotestes für ungiltig erklärt war. Der radikale Spicer erhielt 4261 Stimmen.

Algier, 8. Mai. An Bord des DampfersTuarey", welcher 13 Militärhäftlinge von Port Ventes nach dem Straf­hause in Algier transportirte, spielte sich gestern ein blutiges Drama ab. Sieben Häftlinge, darunter ein Anarchist, brachen aus ihren Zellen aus und schrieen:Nieder mit der Armee! Hoch die Anarchie!" Unter den Passagiere« entstand eine große Panik. Gensdarmen stürzten sich auf die Häftlinge, um sie festzunehmen. Der Anarchist namens Benne bedrohte einen Gensdarmen mit dem Messer, worauf ihn dieser durch einen Revolverschuß niederstreckte. _

Yokohama, 8. Mai. Eine bedeutende Spinnerei in Kiot'o stellte ihre Zahlungen ein, was auf Schwierigkeiten zurückzuführen ist, in welche die Osakabank gerathen ist. Es wird eine neue Panik gefürchtet. Es gewinnt den Eindruck, daß der Marquis Ito ein Ministerium unter Ausschluß des jetzigen Finanzministers Watanabe bilden werde.