Einzelbild herunterladen
 

Tette 2

Verein, die Vorsitzenden der Krieger-Vereine Hochstadt, Bergen, Wiudecken und Ravolzhausen. Eine Anzahl 2 Markstücke Erinnerung an die 200jährige Jubiläumsfeier wurden durch den Vorsitzenden verlheilt, was von den Empfängern mit Freuden begrüßt wurde. Nachdem der Vorsitzende des Hanauer Krieger-Vereins dem Verbands-Vorstande den Dank ausgesprochen hatte, wurde die Sitzung um 61/* Uhr mit einem Hoch auf den Verband geschlossen.

<ot Geschäftsjubiläum. Am 7. d. M. feiert Herr Heinrich Brüning dahier sein 25jähriges Geschäftsjubiläum.

An diesem Tage gründete er mit seinem verstorbenen Vater Herrn I. Brüning sen. bie Firma I. Brüning L Sohn in Langendiebach, Cigarrenkisten- und Wickelformenfabrikation, und gehörte derselben bis zu der vor einigen Jahren erfolgten Um­wandlung in eine Aktiengesellschaft ununterbrochen an. Seit der erwähnten Veränderung ist Herr Brüning Vorsitzender des Aufsichtsrathes genannter Gesellschaft und fungirt ferner als stellvertretender Vorsitzender der AktiengesellschaftHanauer'Klein- bahn" und derEisenbahn- und Industrie-Gesellschaft Schöll­krippen". Die unter seiner rastlosen, umsichtigen und energi­schen Arbeit erfolgte stetige Vergrößerung und gesunde Ent­wickelung des Geschäftes führte zur Errichtung zweier weiterer blühender geschäftlicher Unternehmungen, und zwar einer Fabrik für Cigarrenkisten und Wickelformen in Eindhoven in Holland unter der Firma J. Brüning & Zoon, die später in den Besitz seines Bruders Herrn Jean Brüning überging. Ferner gründete er im Verein mit seinem Bruder Herrn August Brü­ning die in Hanau unter der Firma Heinr. u. Aug. Brüning bestehende bedeutende lithographische Kunstanstalt, die sich haupt­sächlich mit der Herstellung von Cigarren-Etiketten beschäftigt. In diesen Geschäften, die zu den bedeutendsten und geachtetsten ihrer Branche zählen, und auf allen Hauptplätzen des Jn- und Auslandes vertreten sind, werden gegenwärtig annähernd 65 Beamte und 1000 Arbeiter beschäftigt und der jährliche Waarenumsatz beläuft sich auf über 3 Millionen Mark. Aus Anlaß seines Jubiläums hat Herr Brüning mit einem Kapital von 20 000 Mk. einen Unterstützungsfond gegründet, dessen Zinsen an die ältesten Arbeiter der Firma J. Brüning & Sohn in Langendiebach alljährlich zur Vertheilung kommen, und welcher durch spätere Zuweisungen noch erhöht werden soll. Möge es dem Jubilar, der auch Mitglied der Stadtverord­netenversammlung, und der Handelskammer Hanau ist, ver­gönnt sein, in ungetrübter Gesundheit noch recht viele Jahre seinen Unternehmungen vorzustehen, und in dem Dienst der Allgemeinheit zu wirken.

* Vom Groszen Loos. Dasgroße Loos" der gegenwärtigen preußischen Klassenlotterie, welches, wie wir mit- theilten, im Baarbetrage von 500 000 Mk. auf die Nummer 19894 gezogen wurde, ist wiederum nach Oels in Schlesien gefallen und zwar wiederum in die Kollekte des Kaufmanns Liebeskind. Die Glücksgöttin hat es auch diesmal recht gut getroffen, denn der große Gewinn fällt mehreren kleinen Kaufleuten, Handwerkern und Arbeitern zu. Im Jahre 1899 fiel das Große Loos ebenfalls nach Oels und im vorigen Jahre Gewinne von 75 000 Mk. und 100 000 Mk.

* Todtgeschlagen. Ein hiesiger Arbeiter der Gold­schmied Karl Fr. Moser, wohnhaft Fischerstraße 6, ist in der Nacht vom Samstag zum Sonntag das Opfer eines Ver­brechens geworden. Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr meldete der prakt. Arzt Herr Sanitätsrath Dr. Eisenach an Polizei­stelle, daß er kurz vorher von der Frau des Moser zu ihrem in verdächtigem Zustande im Bette befindlichen Mann gerufen worden sei, dort angekommen aber nur den Tod des Moser habe konstatiren können. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß der Mann das Opfer eines Verbrechens geworden sei. Die Frau gab an, daß sie am Morgen von ihrem Fenster aus bemerkt habe, daß ihr Mann unten mißhandelt worden sei. In der Wohnung angekommen, habe er sich zu Bett ge­legt und den ganzen Tag geschlafen. Um 4 Uhr nachmittags sei ihr der Zustand ihres Mannes verdächtig vorgekommen und darauf erfolgte die Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe, wie ein­gangs mitgetheilt. Der Kriminalpolizei standen wenig An­haltspunkte zu Gebote, doch war die anfangs sehr im Dunkeln schwebende That bereits um 8 Uhr abends geklärt und die beiden Schuldigen ermittelt, was sicherlich als ein Verdienst der in der Sache thätigen Beamten anzuerkennen ist. Der Hergang des Vorfalles ist folgender: Der Goldschmied Moser begab, sich am Samstag Abend 9 Uhr in die Conradi'sche Wirthschaft, vor der Kinzigbrücke 22, woselbst er mit dem Wirth und dem Juwelier Hch. Lotz Karten spielte. Gegen 3 Uhr morgens traten in die Wirthschaft ein der Silber­arbeiter Joh. Marz. Gülden, wohnhaft Kl. Haingasse, und der Silberarbeiter Oswald Schmitt, wohnhaft in der Bleichstraße. Anfangs wurde den beiden späten Gästen das verlangte Bier verweigert, um aber Skandal zu vermeiden, verabreichte ihnen der Wirth dann doch das ver­langte Getränk. Die Beiden verließen dann die Wirthschaft, kehrten aber bald zurück und verlangten abermals Bier, was der Wirth nunmehr abschlug. In der Entfernung der Beiden leisteten Moser und Lotz dem Wirth Beistand. Einige Minuten später brachen auch Lotz und Moser auf. Kaum herausgetreten und ein Stück Wegs ge­gangen, bemerkten sie, daß Schmitt und Gülden hinter den Bäumen standen. Beim Herankommen hieb Schmilt mit seinem schweren eichenen Stock auf Moser ein und traf ihn auch auf den Kopf. Dem den Moser begleitenden Juwelier Lotz gelang es dann, dem Schnitt den Stock zu entreißen. Schmitt soll dann den Moser noch mit Fäusten traktirt haben. In gegen­seitigem Wortwechsel wurde der Weg gemeinsam fortgesetzt, in der Vorstadt trennte sich Lotz von den drei Personen, um nach Hause zu gehen. Jedenfalls hat dann der Moser weitere Mißhandlungen erdulden müssen, denn seine Frau hatte, wie schon eingangs bemerkt, gesehen, wie ihr Mann unten von ihr unbekannten Männern geschlagen wurde. Beim Be­treten der Wohnung fehlte ihm auch die Kravatte, die jeden­falls weggerissen worden war. Der Mißhandelte legte sich dann zu Bett und ist an den erhaltenen Verletzungen ver­schieden. Es soll ein Bluterguß in das Gehirn erfolgt sein. Der von Lotz dem Schmitt abgenommene Stock trägt alle Merkmale wuchtiger Schläge, denn der Horngriff ist bei dieser

Hanauer Anzeiger

Gelegenheit abgesprungen. Die beiden noch gestern Abend festgenommenen Gülden und Schmitt wurden heute Früh ins Landgerichtsgefängniß überführt.

* Scheu geworden. Am Ostbahnhofe wurden gestern Nachmittag die Pferde eines Ulanensuhrwerks scheu und gingen durch, den Auheimerweg und die Nürnbergerstraße entlang rasend. In der Nosenstraße gelang es durch Hinzuspringen zweier beherzter Leute die Thiere zu« Stehen zu bringen. Unfälle hatte die tolle Fahrt glücklicherweise nicht gezeitigt.

* Gin ungeschossener Rehbock verweilte gestern in aller Frühe in unserer Stadt. Das verwundete Thier, ein schöner Gabelbock, lag eine Zeit lang am Marktplatz und lief dann nach der Französischen Allee zu,- von wo es sich rück- »ärts nach seine« natürlicheren Aufenthalt konzentrirte. Unter Umständen wäre zu vermuthen, daß der gehörnte Beherrscher des Waldes, der dem Schicksal aller Rehböcke schon halb ver­fallen ist, seinen in der Nürnbergerstraße befindlichen zukünf­tigen Bestimmungsort einstweilen besichtigen wollte.

* Zum Griesheimer Unglück. Der Vorstand der Sektion VII der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie ist alsbald in das Entschädigungs-Feststellungsverfahren für die Hinterbliebenen derjenigen versicherungspflichtigen Personen, welche bei dem Unglück in der Chemischen FabrikElektron" zu Griesheim ihren Tod gefunden haben, eingetreten und hat zunächst den Berechtigten die im § 70 des Gewerbe-Unfall­versicherungsgesetzes vorgesehenen Vorbescheide zugestellt. An Sterbegeld hat die Berufsgenossenschaft zu bezahlen 1908.64 Mark, ferner an 11 Wittwen 2479.20 Mk. Rente jährlich und an 30 Kinder 6472.20 Mark jährlich. Eine end- giltige Festsetzung der Entschädigungen kann erst nach vier­zehn Tagen erfolgen, da nach dem Gesetz den Berechtigten diese Frist gewährt werden muß, um die in dem Vorbescheid angegebenen Unterlagen für die Entschädigung auf ihre Richtigkeit prüfen und sich dazu äußern zu können. Der Vorstand hat indessen die nach den vorläufigen Fest­setzungen bis Ende Mai fälligen Entschädigungen vorschußweise zur sofortigen Auszahlung angewiesen, so daß auch ohne die in diesem Falle so hochherzig auftretende Privativohlthätigkeit die Hinterbliebenen von vornherein vor Noth geschützt waren. In­wieweit nach Paragraph 18 des Gesetzes noch Verwandte der aufsteigenden Linie (Eltern, Großeltern) entschädigungs­berechtigt sind, läßt sich zur Zeit noch nicht sagen, da erst festgestellt werden muß, ob die Verstorbenen den Lebensunter­halt dieser Personen ganz oder doch überwiegend bestritten haben. In Krankenhäusern zu Höchst a. M. und Frank­furt a. M. sind zur Zeit noch 65 Verletzte untergebracht, für welche zunächst die Betriebskrankenkasse zu sorgen hat, während die Berufsgenossenschaft für die Kosten des Heilverfahrens und etwa vorhandener Einbuße an Erwerbsfähigkeit erst von Be­ginn der 13. Woche an aufzukommen hat. Nach vorläufiger Schätzung dürften zirka 30 solcher Fälle in Betracht kommen.

* In Lebensgefahr gerieth am Samstag ein hiesiger Mehl- und Getreidehändler, dessen schwerbeladenes Fuhrwerk an der abschüssigen Stelle seiner Thoreinfahrt unvermmhet ins Rutschen kam. Durch Ergreifen der Seitenstange und Fest­halten daran rettete sich der Gefährdete vor dem Ueberfahren- werden.

. Der Kaiser in Schlitz. Schlitz, 5. Mai. Heute Vormittag um VjIO Uhr fuhren Se. Majestät und die Frau Gräfin Goerz im kaiserlichen, der Herr Graf Goerz und der Erbgraf im gräflichen Wagen, eskortirt von einer Abtheilung oberhessischer Gendarmerie, zur kirchlichen Feier der gräflichen silbernen Hochzeit. Der Kaiser trug die Uniform des Infanterie Regiments Nr. 116 in Gießen und dankte nach allen Seiten für die endlosen Ovationen. Nach dem Gottesdienst fand die Festtafel in der Oltoburg im engsten Kreise statt. Im Laufe des Nachmittags spielte Se. Majestät in weißem Anzug mit rothem Gürtel Lawn-tennis und ließ den Pony vorführen, den der Kaiser der Gräfin zum Ge­schenk machte. In der Nacht gegen 11 Uhr verließ der Hof­zug mit dem Kaiser wieder Schlitz, das von Fremden wimmelte.

Sprechfaul.

Für die unter dieser Rubrik etngesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.

Bulau. __

Ein beliebter Ausflug ist nach derBulau in das B fr ken- häus chen. Nun ist aber seit dem ersten Eintreten des Hoch­wassers das Brückchen, das über den zweiten Bach führt, weg­geschwemmt, sodaß vielen Bulaubesuchern die Erreichung ihres Zieles unmöglich wird. Und da möchte ich denn auf diesem Wege die zuständige Forstbehörde ganz ergebenst bitten für Ab­schaffung dieses Mißstandes zu sorgen, zumal da nur einige Pfosten eingerammt werden müssen, um das Brückchen wieder passirbar zu machen.

Mit aller Hochachtung

8. P.

Uereiusnachrichie«

für Montag den 6. Mai.

Kirchenchor der Johanniskirche: Abends präcis 8 Uhr: Probe im Ucbungssälchen der Kirche.

Im Saale derCentralhalle": Abends 8 Ufa- Rezitation vön Frau Margarethe Hantke und der kleinen Elly Hamke.

Evang. Männer- und JüngltngSverein: Gesang (Eo VereinShauS.)

Radsahrerverein .Union": Vereinsabend im Schützenhof*.

Turn- u. Fechiklub: Turnen der Damenabtheilung.

Deutschnationaler HandlungSgehülfen-Verband: BereinSabend in der Schwedischen Krone".

Verein der Briefmarkensammler: Zusammenkunft im Vereinslokale Restaurant Mohr'.

Stenographen-Verein Stolze-Schrey: Vereinsabend in derSonne"

Klub »Arncitia*: Vereinsabend imDeutschen HauS*.

VereinHessischer Bund*: Versammlung im Bereinslokalzum Hessi­schen Hof".

Freiwillige Feuerwehr: 4. Komp. Zusammenkunft imSchützenhof"; 5. Komp. Zusammenkunft in der »Allemwie*.

Brandwache und Rettungskorps: Zusammenkunft in derBeauere Kaiser'.

Erste Hanauer Karnevalgesellshaft: Abends 9'/, Uhr: Monatsver­sammlung im »Deutschen Haus*.

I

____________________________________6. Mai

Kersteigernrrgs- etc. Kalender für Dienstag den 7. Mai.

Nachmittags 2 Uhr sollen im hinteren Lokale der Restaurationzur Allemannia", Römerstraße 11, abreisehalber verschiedene Mobtliar- und andere Gegenstände durch den beeid. Taxator und Aullionator Herrn Fr. Kämpfer gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. .

Hue aller Melt.

Als eine Bestie in «<»sch-ngeft.lt kann der polnische Arbeiter Patzkniskus, wohnhaft in Lübeck, bezeichnet werden, der sein einjähriges Söhnchen in jeder Beschreibung spottenden Weise mißhandelte. So sind dem armen Wesen unter Anderem Arme und Beine gebrochen, und ist es jetzt den Verletzungen erlegen. Die Mutter machte dem Staats­anwalt Anzeige, der die Festnahme des Unmenschen veranlaßte.

Verloosungen.

3Va proz. Reggio Stadt- und Provinzialan- leihe von 1870. Ziehung vom 1. Mai. Hauptpreise: Nr. 36328 zu 12 000 Frcs. Nr. 104106 zu 500 Fr. Nr. 15781 84754 je 400 Frcs. Nr. 71025 75592 103964 je

250 Frcs. Nr. 4915 8983 21013 25917 44996 68838 78748 88453 88706 89228 92980 95652 100908 je 200 Frcs.

Anleihe der Stadt Liöge von 1860. Ziehung vom 1. Mai. Hauptpreise: Nr. 8762 zu 5500 Frcs. Nr. 13601 zu 3000 Fr. Nr. 205 73 zu 2000 Fr. Nr. 14100 zu 1500 Fr. Nr. 15785 zu 1000 Frcs. (Ohne Gew.)

Monats - Abonnements

auf den

Hanauer Anzeiger" nehmen alle Postanstalten, die Expedition °(Hammerstr. 9), sowie unsere Agenturen in den Orten des Landkreise- zum Preise von

60 Pfennig entgegen.

Die Verbindung mit den ersten und leistungsfähigste« Telegraphenbureaus setzt uns in den Stand, alle wichtigen Nachrichten ebenso schnell zu? veröffentlichen, wie jede großstädtische Zeitung. In der Berichterstattung aus Stadt- und Landkreis Hanau steht derHanauer Anzeiger" unübertroffen da, wie auch die Vorkommnisse aus Nah und Fern weiteste Beachtung finden.

Das sorgfältig gewählte Feuilleton mit seinen zahl­reichen Original- Aufsätzen erfreut sich allgemeiner An­erkennung. Dem unterhaltenden Theile steht in jeder Nummer ein weiter Raum zur Verfügung.

00" Inserate "Mll

nden in Anbetracht seiner hohen von Monat ZN Monat steigenden Austage imHanauer Anzeiger", wie bekannt, die denkbar wirksamste Verbreitung.

Weöaktion unö Verlag des Kanarier Anzeiger."