Erstes Blatt.
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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein. ev.
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Für Stodt« und Landkreis Hanau 10 Pig die fünf» g«fpân« Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg^ im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg, für Auswärts 35 Pig.
Waifeuhauses in Hanau.
General-Anzeiger.
ANllithes Organ für Stadt und Landkreis Kasan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Berantwortl. Redakteur: G Schrecker in Hanau.
Ar. 105
Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Die Pläne über die Errichtung oberirdischer Tele- graphenlinien an den Straßen Hanau—Roßdorf und Hanau—Neu-Wirthshaus sowie längs der nach der Marienhütte bei Großauheim führenden Sandgasfe liegen bei den Postämtern in Windecken und Großauheim aus.
Cassel den 30. April 1-901.
Kaiserliche Ober-Postdirektion.
Hoffman n. 7663
Landkreis Dan au.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes. s Polizeiverordnung
über tßterdrudieornditungen.
Auf Grund der §§ 5 und 6 der Allerhöchsten Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landestheilen vom 20. September 1867 und der §§ 143 und 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird mit Zustimmung des Kreisausschusses für den Bezirk des Landkreises Hanau folgende Polizeiverorduung erlassen:
§ 1.
Als Druckmittel bei Bierpressiouen darf nur reine atmosphärische Luft oder flüssige Kohlensäure verwendet werden.
8 2.
Die als Druckmittel zu verwendende Luft ist aus dem Freien zuzuführen. Die Zuführung der Luft hat durch ein bis ins Freie geleitetes Rohr zu erfolgen, welches an seinem äußersten Ende mindestens 5 m von Mist- und Dungstätten, Aborten, Kanalöffnungen und anderen übelriechenden Plätzen entfernt sein muß.
§ 3.
Die Rohre, durch welche das Bier beim Zapfen fließt (Bierleitungsrohr, Stocher, Krahn), müssen überall aus reinem Zinn oder aus reinem Kautschuck hergestellt sein.
8 4.
In dem Bierleitungsrohre muß eine 30 cm lange Glasröhre eingeschaltet sein, die an jedem Ende durch Verschraubung fest und dicht in eine Stopfbüchse eingefügt und mit dem Bierleitungsrohr verlöthet ist. An der Stopfbüchse muß je eine mindestens 3 mm weite Oese angebracht sein, sodaß durch eine amtliche Plombe die Entfernung der Glasröhre verhindert werden kann.
8 5.
Sämmtliche Bierleitungen müssen so eingerichtet sein, daß sie an eine Wasserleitung angeschlossen werden können.
8 6.
Die Bierdruckvorrichtungen, insbesondere diejenigen Theile derselben, welche mit dem Bier in Berührung kommen, sind stets in reinem Zustande zu erhalten. Die Reinigung hat innerhalb 7 Tagen mindestens einmal mittelst einer heißen starken Soda- oder Aetznatronlösung und Nachspülens mit wenigstens 10 Liter reinen kalten Wassers stattzufinden. Wo Wasserleitung vorhanden ist, muß das Nachspülen durch Anschluß der Bierleitung an die Wasserleitung ausgeführt werden.
8 7.
Solche Bierdruckapparate, welche den vorstehenden Vorschriften nicht entsprechen, sind mit den Letzteren spätestens bis zum 1. Oktober d. Js. in Einklang zu bringen.
8 8.
Die Wirthe sind verpflichtet, die vorhandenen, abgeänderten und jeden neuaufgestellten Bierdruckapparat binnen 1 Woche der Ortspolizeibehörde anzumelden. Die Behörde prüft den ordnungsmäßigen Zustand.
^MMMK 8 9.
Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden mit Geldstrafe bis zu 30 (dreißig) Mk., im Unvermögenssalle mit Haft bis zu 3 (drei) Tagen bestraft, sofern nicht nach § 368 Nr. 6 des St.-G.-B. eine höhere Strafe verwirkt ist.
8 10.
Die Polizeiverordnung tritt am 1. Oktober 1901 in Kraft.
Hanau den 23. April 1901.
Der Königliche Landrath.
A 2122 v. Schenck.
Zwangsversteigerung.
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Montag den 6. Mai
Artikel 66, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Ackermanns Jacob Gärtner,
Iohannes
> Sohn
in
Marköbel eingetragenen Grundstücke
und zwar
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443 13,21 „
am 5. Juni 1901, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an Gerichtsstelle —
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M
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128
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M
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X
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AA
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If
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314
1,10
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AA
380
2,19
If
am 3. Oktober 1901, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht auf dem Rathhause in Marköbel
versteigert werden.
Wind ecken den 27. April 1901.
Königliches Amtsgericht. 7674
Gesundem und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: 1 weißer Umlegekragen, 1 Brille, im Schloßgarten 1 kleiner schwarzer Kinderschuh, 1 weiße Straußfeder.
Verloren: 1 silberne Herrenremontoiruhr nebst Kette, 1 goldene Damenuhr, Wiederbringer 10 Mk. Belohnung, 1 Rolauxstück, 2^2 Meter lang und 41 Zentimeter breit.
Zugelaufen: 1 brauner weißgefleckter langhaariger Hund m. Geschl.
Vom Wasenmeister am 5. d. Mts. eingefangen: 1 gelber Bastard mit weißen Abzeichen m. Geschl.
Hanau den 6. Mai 1901.
Hue Stadt und Cand.
Hanau, 6. Mai.
* Passirt. Heute Morgen 3 Uhr passirte Se. Majestät der Kaiser mittels Sonderzugs auf der Fahrt von Schlitz nach Karlsruhe die hiesige Station.
* Geflaggt haben heute die öffentlichen Gebäude aus Anlaß des 19. Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Kronprinzen.
* Missionsstunde. In der Kapelle des Althanauer Hospitals hält heute Abend 8‘/4 Uhr Herr Pfarrer Lambert Bibel- und Missionsstunde.
* Jean Gerhardt f» Am Samstag verschied der Privatier Herr Jean Gerhardt, bis vor kurzer Zeit noch Mitinhaber der Firma F. L. Vollbracht Nachf. Der Verstorbene hat sich stets und mit unermüdlichem Fleiße gemeinnützigen Bestrebungen gewidmet. Lange Jahre gehörte er dem Gemeinde-Ausschusse an und erwies sich hier als arbeitsfroh und kenntnißreich. Bis zu seinem Tode war er u. a. auch Mitglied des Presbyteriums der Marienkirche und des Armenraths. Er gehörte zu den Menschen, die nur Freunde in allen Kreisen haben, in -denen sie bekannt sind, und darum wird sein Andenken auch überall in Ehren gehalten werden.
Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. 1901
* Kreis Krieger-Verband Hanau a. M. Gestern, Sonntag den 5. d. M., von nachmittags 3 Uhr ab fand im Gasthaus „zum Elephanten" in Hanau der Frühjahrs-Abgeordnetentag des Kreis-Krieger-Verbandes Hanau statt. Von den 34 dem Verbände angehörenden Vereinen waren 32 mit zusammen 65 Abgeordneten vertreten, außerdem war eine große Anzahl von Kameraden des hiesigen sowie auch der auswärtigen Vereine erschienen. Der Verbandsvorsitzende, Herr E. Junghenn, eröffnete um 31/» Uhr die Sitzung, hieß die erschienenen Kameraden herzlich willkommen und brachte, wie es bei jeder derartigen Versammlung Sitte ist, ein dreimaliges Hurrah auf den obersten Kriegsherrn Se. Majestät den Kaiser aus. Bevor in die Tagesordnung eingetrelen, wurde des vor Kurzem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Kriegerver- eins Großkrotzenburg, Herrn Bürgermeister Noll, gedacht. Die Versammlung ehrte sein Andenken durch Erheben von den Sitzen. Das Protokoll über den im Herbst 1900 abgehaltenen Herbstabgeordneteutag in Niederissigheim wurde vorgelesen und genehmigt, hierauf die Zahl der anwesenden Vereine festgestellt. Nunmehr erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht, gab die Stärke des Verbandes bekannt, hierbei konstatirend, daß der Verband um eine erhebliche Anzahl von Kameraden zugenommen hat. Der Verbandskasstrer gab den Bestand der Kasse bekannt, berichtete über Einnahme und Ausgabe und theilte mit, daß der Verband ein Baarvermögen von 1350,04 Mark besitzt, welches als Spareinlage bei der städtischen Sparkasse angelegt ist. Der Kassenkontroleur berichtete, daß er Bücher, Belege, sowie Kassenbestand geprüft und in Ordnung befunden habe, woraufhin der Kassirer entlastet wurde. Dem Kasfirer sowie dem Schriftführer wurde seitens des Vorsitzenden der Dank für ihre Mühewaltung im verflossenen Jahre ausgesprochen. Zur Abhaltung des Verbands festes, welches in diesem Jahre statlfinden soll, hatten sich Oberdorfelden und Gronau gemeldet. Eingetretener Umstände halber verzichteten dieselben darauf, das Fest zu übernehmen und da kein Verein sich bereit erklärte, die Arrangirung des Festes zu übernehmen, wurde beschlossen, das Verbandsfest für dieses Jahr ausfallen zu lassen. Als Ort zur Abhaltung des Herbstabgeordnetentages wurde Langenselbold bestimmt, dem Kriegerverein Oberissigheim, welcher sich auch darum beworben hatte, soll Rechnung getragen werden, indem im Laufe dieses Sommers dortselbst eine Wanderversammlnng stattfinden wird. Als Vertreter des Verbandes auf dem diesjährigen Abgeordnetentag des deutschen Kriegerbundes und des preußischen Landes-Krieger- Verbandes im Monat Juli wurde der Vorsitzende, Herr E. Jung- h e n n bestimmt, der die Wahl dankend annahm, mit dem Versprechen, die Interessen des Verbandes dort in jeder Hinsicht wahren zu wollen. Die beim deutschen Kriegerbunde bis z. Zt. eingegangenen Anträge wurden besprochen und erläutert. Ueber den Beitritt zur Bundesunterstützungskasse entwickelte sich eine etwas längere Besprechung, da hierüber sich verschiedene Ansichten kund gaben. Die größte Mehrzahl der Vereine entschied sich dahin, daß es nur nutzbringend für jeden Verein sein könne, der Kasse beizutreten, zumal es für die kleineren und die nicht wohlhabenden Vereine von großem Vortheil sei. Die 18 Pfennige pro Jahr und Kopf könne jeder Verein als Beitrag aufbringen. Außer den der Unterstützungskasse bereits angehörenden Vereinen zeigten die Vereine Kesselstadt und Dörnigheim an, daß sie den Beschluß gefaßt haben, der Kasse beizutreten, was dankend anerkannt wurde. Die Bestellungen der Jahrbücher pro 1902 sollen seitens des Verbandes besorgt werden und gaben eine ganze Anzahl von Vereinen sofort ihre Bestellungen an. Der Garde-Verein Hanau hat sich zur Aufnahme in den Kreis-Verband und Anmeldung in den Preuß. Landes-Kriegeroerband unter Einreichung der vorgeschriebenen Schriftstücke ordnungsmäßig angemeldet. Es wurde allgemein die Ansicht ausgesprochen, daß der Garde- Verein als ein Sonderverein zu betrachten sei, auch liege ein Bedürfniß, in Hanau einen zweiten Verein zu bilden, nicht vor, die nicht erhebliche Anzahl der Mitglieder des Garde- Vereins möchten sich dem Hanauer Kriegerverein anschließen. Es liege auch die Befürchtung vor, daß sich daraufhin an anderen Orten im Kreise auch noch derartige Sondervereine bilden würden und könne die gute kameradschaftliche Vereinigung, wie sie bisher im Verbände bestanden habe, gefährdet werden. Bei Abstimmung erfolgte deshalb die Ablehnung. Der Vorsitzende gab bekannt, daß über diesen Beschluß dem Preuß. Landes-Kriegeroerbande Mittheilung gemacht werde und dessen Ansicht resp. Urtheil darüber abzuwarten sei. Als recht erfreulich wurde durch den Vorsitzenden bekannt gegeben, daß 6 Mitglieder des Verbandes als Anerkennung für ihre langjährigen treu geleisteten Dienste im Kriegervereinswesen ausgezeichnet wurden; die Auszeichnung besteht in einem Bilde des Kaiser Wilhelm-Denkmals aus dem Kyffhäuser mit einem S)frtprfpntiiTnnßirfirpif)pn ^pä 9^nrf+nrtXpa Seä SpiHiAptt ßvianav.