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Die Wahnsinnstat einer Mutter. Die unglück­liche Frau, die sich, wie aus Leipzig gestern mitgetheilt, mit ihren drei Kindern ins Wasser gestürzt hat, aber lebend wieder herausqezogen wurde, während die drei Kinder den Tod im Wasser gefunden haben, ist eine 31jährige Fabrikarbeiters-Ehe­frau Mader. Sie litt schon seit einiger Zeit an Wahnideen. An dem Aufkommen der Frau wird gezweifelt.

Aus langgehegter Feindschaft gegen den Gefâhr- führer Joh. König aus Mayen wurde der Braubursche Carl Albert aus Alzey zum ruchlosen Mordbuben. Im Keller der Rheinischen Brauerei zu Weisenau bei Mainz führte er am Mittwoch in heimtückischer Weise die Blutthat aus. Die Frankf. Ztg." berichtet grauenhafte Einzelheiten: Albert schlich dem König am Morgen in den Gâhrkeller nach und hieb ihm dort mit einer großen eisernen Schraube so heftig ins Gesicht, daß er ihm die Zähne einschlug. Dann warf er den Mißhandelten zu Boden und zerschmetterte ihm mit Bierfässern, die er auf ihn schleuderte, Arme und Beine. Als der Ueberfallene um Gnade flehte, ergriff der Mörder in seiner maßlosen haßerfüllten Wuth eine schwere eiserne Hebestange uud zertrümmerte damit den Schädel seines Opfers in viele Stücke; die Wände waren mit Blut und Gehirnmasse bespritzt. Albert hatte schon vor Wochen gedroht, er werde seinen Gegner umbringen, weil dieser in einer Konkubinatsanzeige gegen Albert als Zeuge aufgetreten war. Der Mörder gestand vor dem Untersuchungs­richter ein, daß er die That schon längst geplant habe. Es sei ihm gleich, wenn er auch den Kopf verliere. Die un­glückliche Frau des Erschlagenen, die sich in anderen Umstän­den befindet, und fünf Kinder hat, fiel, als sie die schrecklich zugerichtete Leiche ihres Mannes sah, in Bewußtlosigkeit und befindet sich jetzt noch in diesem Zustande. Nach den Er­klärungen des Arztes dürfte die Frau kaum mit dem Leben davonkommen. Albert kommt wegen vorsätzlichen Mordes vor das Schwurgericht.

Drahtberichte desDan. Hnz. Zur inneren Lage.

Der Landtagsschluß.

Gemeinschaftliche Sitzung beider Häuser des Landtages. (Ein Auszug wurde gestern Abend durch Extrablatt verbreitet). Präsident v. K r ö ch e r eröffnet die Sitzung um 6 Uhr 5 Min. Anwesend ist das gesammte Staatsministerium, auch Minister v. Miquel. Ministerpräsident Graf Bülow verliest eine kaiser­liche Botschaft, wodurch die Sitzungsperiode des Landtages für geschlossen erklärt wird, und gab sodann folgende Erklärung ab: Meine Herren! In der Thronrede, mit welcher ich im Auftrage Sr. Majestät des Königs den Landtag der Monarchie eröffnet habe, nahm unter den angekündigten Gesetzentwürfen die wasserwirthschaftliche Vorlage eine hervorragende Stelle ein. Bei Beginn der Etatsdebatte habe ich darauf hingewiesen, daß dieser Gesetzentwurf neben dem Etat den Hauptgegenstand Ihrer diesjährigen Berathungen bilden würde. Ich habe gleichzeitig betont, daß die geplanten Bauten dem Osten wie dem Westen, der Industrie wie der Landwirthschaft zu Gute kommen sollten, daß sie bestimmt seien, den gesammten Güter­austausch nach allen Richtungen zu fördern, daß dieser Gesetz­entwurf im Zeichen wirthschaftlich ausgleichender Gerechtigkeit stehe. Aus diesem Grunde muß die königliche Staatsregierung die eingebrachte erweiterte Kanalvorlage als ein Ganzes be­trachten, aus welchem wesentliche Bestandtheile ohne Beein­trächtigung wichtiger wirthschaftlicher Interessen nicht ausge- fchaltet werden können. Nach dem Gange, welchen die Be­rathungen in der Kommission des Hauses der Abgeordneten genommen haben, hat die königliche Staatsregierung zu ihrem Bedauern die Ueberzeugung gewinnen müssen, daß die erwartete Verständigung über die Kanalvorlage zur Zeit ausgeschlossen ist. Von der Fortsetzung einer zwecklosen Berathung dieser Vorlage kann sich die königliche Staatsregierung keinen Erfolg versprechen und daher zu einer solchen die Hand nicht bieten. Auf Grund des mir ertheilten allerhöchsten Auftrages erkläre ich die Sitzung des Landtages für geschlossen. Hierauf brachte der Präsident v. Kröcher ein dreifaches Hoch auf den König aus, in welches die anwesenden Abgeordneten ein­stimmten. Die Tribünen waren überaus zahlreich besetzt. In der Hofloge waren die Mitglieder des Bundesraths und Ober­hofmarschall Graf Eulenburg anwesend.

Berlin, 4. Mai. Ueber die M i N i st e r k r i s i s wird gemeldet: DerNational-Zeitung" wird bestätigt, daß neben den Ministern Miquel und Hammerstein auch der HandelS- minister Brefeld sein Entlaffungsgesuch eingereicht habe. An der Genehmigung dieser drei Gesuche bestehe kein Zweifel. Die von mehreren Blättern verbreitete Nachricht, daß auch der Justizmimster Schönstedt seine Entlassung erbeten habe, wird denBerliner Neuesten Nachrichten" als unbegründet be­zeichnet. Dagegen bestätigt es sich, daß Minister v. Thielen sein Entlassungsgesuch eingereicht, der Kaiser dasselbe aber a b g e l e h n t hat. Minister von Miquel selbst weist nach derStaatsbürger-Zeitung" die Anahme, daß seinem Gesuch von anderer Seite eine Anregung voraufgegangen sei, zurück und behauptet, daß lediglich sein Gesundheitszustand ihn be­wogen habe, aus dem Staatsdienst zu scheiden. Als Nach­folger des Herrn von Miquel wird heute in verschiedenen Blättern der Staatssekretär Graf Posadowsky und zwar so­wohl für das Finanzministerium als auch für die Vizepräsident- schaft des Staatsministeriums genannt. Das durch diese Be­rufung vacant werdende Reichsamt des Innern dürfte an Herrn von Podbielsky übergehen. Als Nachfolger des Staats­sekretärs im Reichspostamt gilt der Präsident des Reichs- Eisenbahnamtes Dr. Schulz. Zum Handelsminister an Stelle des ausscheidenden Herrn Brefeld sott demLokal-Anzeiger" zufolge, der uaiionalliberale westfälische Abgeordnete Theodor Möller-Duisburg, ein bekannter Groß-Industrieller, ausersehen sein, denn, wie dieNational-Zeitung" hört, hat Minister­präsident Graf Bülow gestern Nachmittag eine Unterredung mit demselben gehabt. DasKleine Journal" bezeichnet die Gerüchte, daß der Minister des Innern Freiherr von Rhein­baben Finanrminister werden soll, als irrig und von den Berliner Neuesten Nachrichten" werden die Nachrichten von

_________ Hanauer Anzeiger

einer Kandidatur des Oberpräsidenten von Bitter und des jetzigen koburg-gothaischen Ministers Hânting als falsch hin­gestellt. Aus parlamentarischen Kreisen verlautet demBerl. Tageblatt" zufolge auch, daß drei bisher noch nicht genannte Namen von auswärtigen Herren für die erledigten Minister­posten in Frage kommen. Die Auflösung des Abgeordnetenhauses wird nach verschiedenen Blättern nicht stattfinden, zumal nicht nach der Neubildung des Ministeriums. Erfunden ist, wie derNational-Zeitung" versichert wird, die Meldung, Graf Bülow habe in der Ministerbesprechung am Donnerstag die Nothwendigkeit des raschen Landtags-Schlusses durch einen beunruhigenden Stand der auswärtigen Angelegenheiten begründet. Finanzminister v. Miquel wird, wie denBerliner Politischen Nachrichten" bestätigt wird, noch einige Zeit in Berlin bleiben und dann nach Frankfurt a. M. übersiedeln.

Berlin, 4. Mai. Die rechts stehenden Blätter bemühen sich, den Rücktritt des Finanzministers von Miquel mit seinem Gesundheitszustände zu begründen. DieDeutsche Tagesztg." stellt Miquel das Zeugniß aus, daß er einer der klügsten, ge­schicktesten und erfolgreichsten Finanzminister und Staatsminister Preußens gewesen ist und fügt hinzu, daß er die Aufgabe, die ihm in jüngster Zeit zugefallen zu sein schien, nicht lösen konnte. Dazu wäre überhaupt kein Minister fähig gewesen. Ihm einen Vorwurf daraus zu machen, würde ungerecht sein. Für unsern Mann, so sagt das Blatt weiter, haben wir ihn niemals gehalten. Das Gleiche gilt vom Landwirlhschafts- minister von Hammerstein. DieNational-Zeitung" widmet dem Minister von Miquel einen langen Leitartikel, in welchem sie seine Verdienste anerkennt, aber die Wandlungen, die dieser Minister durchgemacht hat, lebhaft bedauert und zum Schluß sagt, es sei seine Schuld, daß seine ehemaligen Gesinnungs­genossen seinen Rücktritt als einen politischen Gewinn be­trachten müssen, denn sein weiteres Verbleiben im Amte könne nur der Befestigung der Junkerherrschaft in Preußen zu Gute kommen und es dürfte eine Unterstützung der verhängnißvollen Bestrebungen bedeuten, welche bereit sind, die wirthschaftliche Weltstellung Deutschlands der Erhöhung der landwirthschaft- lichen Grundrente zu opfern. DieVossische Zeitung" geht nicht sehr gnädig mit Miquel um und sagt u. A.: Die liberale Partei habe nicht den mindesten Anlaß, mit der Befriedigung über den Sturz des Erfinders der Sammlungs-Parole zurück­zuhalten. Er sei zu Grunde gegangen an seinem eigenen Uebermaß von taktischer Klugheit, von dem schließlich Niemand mehr Verständniß hatte.

Berlin, 4. Mai, 11 Uhr 30 Min. (Privattele- gramm.) Die hiesigen Blätter nennen den Abgeordneten Möller-Duisburg als zukünftigen Handelsminister.

Die Lage in China.

Die Entschädigungsfrage.

London, 3. Mai. DieTimes" melden aus Peking, 1. Mai: Nachstehendes ist eine gedrängte Darstellung. des Be­richtes des Ausschusses, bestehend aus dem deutschen, englischen, französischen und japanischen Gesandten, betr. die Entschädigungs­frage, welcher heute den übrigen Gesandten überreicht wurde:

Da es höchst unwahrscheinlich ist, daß China aus eigenen Mitteln die verlangte Entschädigung von 66 Millionen Pfd. Sterl, aufbringen kann, bieten sich folgende Möglichkeiten zur Erlegung der Entschädigungssumme. 1. Eine chinesische An­leihe ohne Garantie der Mächte. Diese bedeute für China den Ruin. 2. Eine Anleihe, garantirt von allen Mächten. 3. Ausgabe chinesischer Bonds an jede Macht in Höhe ihrer Ent­schädigungsforderung, zahlbar an bestimmten Trrminen.. Da die Bonds verzinst werden, könnten sie als Sicherheit für eine inländische Anleihe dienen. 4. Jährliche Zahlungsleistungen, die aber den Nachtheil hätten, die Zahlungsfrist in unan­gemessener Weise zu verlängern. Der erwähnte Ausschuß be­schloß, den heimischen Regierungen bei der Entscheidung über die obengenannten vier Möglichkeiten zu empfehlen, daß folgende 4 Einnahmequellen für die Zahlung der Entschädigungs­forderungen nutzbar gemacht werden.

1. Die Seezölle, welche bereits unter ausländischer Ver­waltung stehen. 2. Erhöhung des Zolltarifs auf 5pCt. vom Werthe, diese würde, wenn das Opium außer Betracht bliebe, einen Betrag von 21/« bis 31 As Millionen Taels ergeben. 3. Unterstellung der Jnlandszölle unter die Seezollverwaltung. Daraus könnten 3 bis 4 Millionen Dollars jährlich gewonnen werden. 4) Erhebung von Zöllen von bisher zollfreien Waaren, wie Mehl, Butter, Käse, ausländische Kleidungs­stücke und Alkohol. Aus diesen vier Quellen wäre nach An­sicht des Ausschusses eine jährliche Gesammteinnahme von min­destens 5^2 Millionen Taels, höchstens 15 Millionen zu er­zielen. Außerdem werden vom Ausschuffe, aber nicht auf Grund eines einstimmigen Beschlusses, noch sechs Vorschläge zur Erhöhung der Einkünfte und Erzielung von Ersparnissen gemacht. Die Mitglieder des Ausschusses sind der Ansicht, daß weder an der Grundsteuer, noch an den Likinabgaben ge­rührt werden kann.

Die Gesandten, mit Ausnahme des englischen, ameri­kanischen und japanischen, sind sämmtlich der Ansicht, daß der Seezolltarif sofort auf 10 pCt. erhöht werde. Die Gesandten unterbreiteten den Bericht des Ausschusses, der sich auf eine einigermaßen unvollkommene Auslegung der vorliegenden In­formationen gründet, der Entscheidung ihrer Regierungen.

Kiel, 4. Mai. Der zur Ostseestation gehörende Theil des am 5. Mai mit dem DampferRhein" ausgehenden Ab­lösungstransports für Ostasien ist heute früh in Stärke von 900 Offizieren und Mannschaften mit Sonderzug nach Bremer­haven abgegangen.

Dom Kurenkrieg.

Berlin, 3. Mai. Wie man derVoss. Ztg." aus dem Haag meldet, erhielt Präsident Krüger aus Laurenco Marques eine Meldung, der zufolge die Afrikanderrebellion in der nördlichen Kapkolonie an Ausdehnung gewinne. 1000 bewaffnete Holländer sollen sich den Buren angeschlossen haben.

Kapstadt, 3. Mai. Letzte Woche vereinigten sich die Buren in großer Zahl unter den hervorragendsten ihrer Führer bei Hanbeestfontein. General Babington beschoß die stark ver­schanzten Stellungen der Buren einen ganzen Tag lang und

_________4 Mai

zwang sie, diese am 27. April zu räumen. Tags darauf hatte $ Babington bei Lopfontein einen harten Kampf zu be- 2 stehen.

Aliwal North, 3. Mai. Ein kürzlich hier eingetroffener ' Soldat von Brabants Reiterei gilt als p e st p e r d ä ch t i g.

Pretoria, 3. Mai. Durch eine heute erlassene Prokla- 1 mation wird die Zivilverwaltung von Transvaal weiter aus­gedehnt. In den Städten Johannesburg, Bocksburg und Krügersdorp wird die Polizei der Zivilbehörde übertragen, und in Heidelberg und Standerton werden Zivilgerichtshöfe eingesetzt.

London, 4. Mai. Der Korrespondent derTimes" in Pretoria meldet vom 8. Mai: Der Umstand, daß Frau Botha neuerdings die Erlaubniß erhalten, ihren Gatten zu besuchen, gab zu dem Gerüchte Anlaß, daß die Verhandlungen mit Botha wieder eröffnet seien. Der Korrespondent ist zu der Erklärung ermächtigt, daß dies nicht der Fall ist und daß keine Absicht besteht, auf die Sache zurückzukommen.

London, 4. Mai.Eoening Post" meldet aus Washing­ton: Montagne White theilte dem Staatsdepartement mit, Präsident Krüger werde die Vereinigten Staaten im August besuchen. Es wurde ihm der Bescheid, Krüger sei herzlich willkommen, er werde aber offiziell nicht empfangen.

Rußland und Frankreich.

Petersburg, 3. Mai. Ueber den Aufenlhalt des Mi­nisters Delcaffö in Petersburg schreibt Fürst Meschlscherski im Grashdanin" : Was die Politik betrifft, so ist Delcasss wahr- ; scheinlich mit denselben Dingen weggefahren, mit denen er ge­kommen ist, mit guten Absichten und guten Wünschen, die im Laufe der 5 Tage ohne Zweifel in den politischen Gesprächen, welche auf der Voraussicht der einen oder anderen Kombi- l Nation beruhten, und in der allgemeinen Abschätzung der jetzigen politischen Lage ihre Verwendung gesunden haben. Alles bleibt wie bisher auf der Basis einer platonischen Einigung. Nach- 5 dem Meschlscherski sodann Delcaffös Stellung in Frankreich charaklerisirt hat, fährt er fort:Wie viel die jetzigen fran- , zöstschenOffiziösen" es auch leugnen mögen, es ist doch un­zweifelhaft, daß das Barometer in Bezug auf die Freundschaft f des russischen Kabinets niedriger steht, als beispielsweise das- j jeuige des Kabinets Msline." Meschlscherski meint, daß es für beide Staaten wünschenswerth sei, daß zwischen ihnen nie ; ein Bund, immer aber eine Einigung auf Grund der beider- ! seitigen Sympathien bestehe. Dann ruhe aus keiner Seite die ! Last eines Bündnisses und bestehe weder für Rußland noch für ' Frankreich eine Einschränkung der Freiheit. Die aufrichtigsten und innigsten Beziehungen zwischen Rußland und Frankreich, hinderten in keiner Weise, daß sie sich um ihrer Interessen willen dem einen oder anderen Slaate nähern. Wenn Frank­reich eine Annäherung an Italien für möglich halte, so möge es diese suchen. Wenn für Rußland eine Annäherung an Deutschland wünschenswerth sei, werde dieselbe erfolgen, ohne die Politik mit Frankreich irgendwie zu verletzen.Ich bin aufrichtig überzeugt," schließt Fürst Meschlscherski, daß die fran­zösisch-russischen Sympathien eine vortreffliche Sache sind, das Streben nach einer Einigung mit Deutichland im Interesse M Rußlands aber ebenfalls."

Die Studenten schuft Bulgariens gegen Rußland.

Sofia., 3. Mai. Die hiesige Studentenschaft nimmt in I Aufrufen, unter Hinweis auf die Haltung Rußlands in Mace- ' donien und das Vorgehen der russischen Regierung gegenüber der Studentenschaft, Stellung gegen eine Betheiligung, an den Kundgebungen für Rußland, welche anläßlich der auf Montag , anberaumten Feier für die Grundsteinlegung des Denkmals­für Zar Alexander II. beabsichtigt sind.

Die Ueßpiage.

Bukarest, 3. Mai. Infolge des Pestfâlles in Konstan­tinopel ist für Provenienzien vom Bosporus eine zehntägige Quarantäne angeordnet worden. Der Schiffsverkehr zwischen Conatanja und Konstantinopel ist eingestellt.

Konstantinopel, 3. Mai. Infolge der von Bulgarien angeordneten elftägigen Quarantäne bei der Station Hebib- tschewo wurde der Verkehr der Konventionszüge zwischen Konstantinopel und Hebibtschewo eingestellt, dieselben- werden durch gemischte Züge ersetzt. Der Orientexpreßzug setzt den Dienst fort und passirt Bulgarien ohne Quarantäne.

* *

Wilhelmshasen, 4. Mai, 11 Uhr 30 Min. (Privat- telegramm.) Das LinienschiffKaiser Friedrich III." wurde heute außer Dienst gestellt. Die Besatzung ist mittels Sonderzuges nach Kiel abgereift.

London, 4. Mai. Die Bevölkerung der Grafschaft London hat, wie die letzte Volkszählung ergibt, um 308 717 Seelen zugenommen und beträgt jetzt 4 536 034 Seelen.

Jacksonville (Florida), 4. Mai. Ein großes, von starkem Wind noch mehr angefachtes Feuer wüthet in 25 Häuserblocks. Zwei große Hotels sind bereits niedergebrannt.

Jacksonville (Florida), 4. Mai. Dit Feuersbrunst nahm ihren Weg ostwärts. Nur zwei Gebäudeblocks, die ab­seits lagen, blieben verschont. Vom Geschäftsviertel brannten etwa 20 Acres bewohnter Häuser nieder. Die meisten waren aus Holz. Um das Feuer zu isoliren, zerstörte die Feuer­wehr verschiedene Grundstücke durch Dynamit. Fünf Neger­kinder sind in den Flammen umgekommen.

Telegraphischer Kursbericht.

Frankfurt, 4. Mai, 12^4 Uhr.

Credit 218.. Staatsbahn 148.70. Lombarden 24.. Disconto-Comm. 192.10. Deutsche Bank 205.60. Handelsg... Dresdner 150.. Italiener 96.10. 3 °/o Mexikaner 27.. 3°/o Portugiesen 26.10.

Tendenz: Behauptet.

4°/o Spanier 72.75.

Gotthard 161..

Schweiz. Nordost 113.50,

Central 160.60.

Union 97..

Jura 100.30.

Harpener 180.25.

Gelsenkirchener. .Laurahütte 217.50.

Bochumer 198.50.