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Erstes Blatt.

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Viertri Ehrlich 1,80 Mk.. msnaüich «0 Pf^ für aus- »iirtige Adonnemen mit dem betressenixu Psstaufschlag.

D» einzeln« Nummer fistet 10 Pfg.

Elnrückungsgcbühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg die ^üg^ gespaltene Petitzeile oder deren 9taum, für Auswärts 15 PfK, im Reklameniheii die Zeile 25 Pfg, für Auswärts 35 Pfg.

Gedrückt und verlebt in der B>^chdruckerei des verein, ev.

Waisenhauses in Hünau.

Erscheint täglich mit Ausnabme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!.Sebcifteur : 06 Schrecker in Hanau.

Nr. 102. Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. Donnerstag den 2. Mai Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. 1901

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Hierzu * Amtliche Beilage" Nr. 11.

Amtliches.

Stadtkreis Danau.

Dem am 19. Juni 1872 zu Hanau geborenen Josef Anton Rüffer ist auf sein Nachsuchen von dem Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel gestattet worden, fortan den Familiennamen Schraidt zu führen.

< Hanau den 30. April 1901.

Königliche Polizei-Direktion.

P 3591 I. A.: Schneider, Kreissekretär.

Stadtkreis hanau

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Für den am 2. September 1885 hier geborenen Friedrich Wilhelm Schmidt ist um Entlassung aus dem preußischen !>Slaatsverbande nachgesucht worden.

Hanau den 30. April 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

7411

Gesundem und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 schwarze Schürze.

Verloren: 1 braunes Damenportemonnaie mit ca.

30 Mk. Inhalt.

Hanau den 2. Mai 1901.

Hue Stadt und Cand.

Hanau, 2. Mar.

Beamtenpersonal-Nachrichten.

Ernannt: der außerordentliche Pfarrer Vockenberg zum Gehilfen des erkrankten Pfarrers L o tz e zu Vollmarshausen.

Beauftragt: der außerordentliche Pfarrer Conrad mit Versetzung der neu errichteten Hilfspfarrstelle an der Altstädter- Gemeinde zu Cassel.

Verliehen: dem Kirchendiener, Lehrer Mainz zu Renda der Kantortitel,

dem Kammerdiener Johann Georg Reußwig zu Meer­holz das Allgemeine Ehrenzeichen,

dem Arbeiter Heinrich August Brill zu Exten das Allge­meine Ehrenzeichen.

* Erledigte Pfarrstelle. Bewerber um die Pfarr­stelle zu Altenhäßlau in Lber Klasse Gelnhausen können ihre Meldungen durch Vermittlung der Superintendenten inner­halb 4 Wochen beim Königl. Konsistorium in Cassel ein­reichen.

* Gesuudheitskommission. In Ausführung des Gesetzes vom 16. Septbr. 1899 hat der Magistrat die Bil­dung einer Gesundheiiskommijsion vorgeschlagen, bestehend aus dem Oberbürgermeister als Vorsitzenden, dem Stadtarzt als ständigem Mitgliede, sowie 3 Magjstratsmitgliedern, $ Stadt­verordneten und 3 Bürgern.

* Handwerkskammer. Die Vollversammlung findet Freitag den 3. Mai im Kaufmannshause, Hohenzollernstraße 54, in Cassel statt und beginnt vormittags 10^/2 Uhr. Tages­ordnung : 1) Mittheilungen zur Kenntnißnahme. 2) Geschäfts­bericht. 3) Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesens. 4) Lehrverträge. 5) Dienstanweisung für die Beauftragten.

6) Prüfung und Abnahme der Jahresrechnung (§ 9 d. St.).

9) Dienstvertrag und Dienstanweisung des Sekretärs. 10) Antrag der Bäcker-Innung Marburg: Besprechung des § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches. 11) Antrag Seebinger: An­trag bei den Magistraten bezw. Kuratorien der gewerblichen Fortbildungsschulen auf Einführung bezw. Erweiterung des Unterrichts in den wesentlichsten Bestimmungen des Hand­werkerorganisationsgesetzes und der damit im Zusammenhang stehenden Verordnungen für die Gesellenprüfungen. 12) An­träg der Schlosser- und Schmiede-Innung Grebenstein:Den Sitz des Prüfungsausschusses nach Grebenstein zu verlegen." 13) Beschluß über den Beitritt der Handwerkskammer als Mitglied zu dem Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer­tage. 14) Nachverwilligung von 800 Mk. für Drucksachen welche von der Kammer in Vorrath zu halten sind.

* Hanauer Kleinbahn Gesell,h)-H, Akt. Gef. In der vorgestern abgehaltenen ordentlichen Generalversamm­lung der Hanauer Kleinbahn-Gesellschaft wurde gleichwie in den Vorjahren die Zahlung einer Dividende von 6 Prozent beschlossen. Das Erträgniß gestattete eine Dividende von 5 Prozent, jedoch erhöht sich dieselbe durch die vom Vorbesitzer der Bahn gemäß der bei Gründung der Gesellschaft einge­gangenen Dividendengarantie durch Zuschuß desselben von 5 auf 6 Prozent. Die Betriebseinnahmen erbrachten aus dem Personen- und Gepäckverkehr M. 77 890.20, aus dem Güter­verkehr M. 30 344.30, aus dem Postverkehr M. 673.54, aus Verschiedenem M. 1318.38, zusammen M. 110 226.42. Aus dem Aussichtsrath ist der bisherige Vorsitzende des­selben Eisenbahndirektor Ströhl er-Berlin ausgetreten. Neu in den Aufsichtsrath wurden gewählt Direktor Ste­fans ky -Berlin und Ingenieur Christner-Köln a. Rh. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsraths wurde Wirkl. Geheimer

Ober-Reg.-Rath Gleim- Charlottenburg, zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsraths Fabrikant Heinr. Brüning- Hanau gewählt. Der Reingewinn der Gesellschaft betrug M. 41 998.75.

* Frühjahrs-Konfulatstag. Die Allgemeine Rad- fahrer-Union, Deutscher Touren-Klub (Haupt-Konsulat ^Hessen- Nassau) hat Einladungen ergehen lassen zu einem Frühjahrs- Konsulatstag, der am 5. Mai d. I., nachmittags 4 Uhr, im Restaurant Carlsberg in Hanau stattfindet. Die geschäftliche Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Hauptkonsulats­beitritt. 2. Kongreß-Anträge. 3. Offizielle Hauptkonsulats- louren, iresp. Ausschreibungen. 4. Sommer-Hauptkonsulatstag (vor Kongreß). 5. Besuch des Hauptkonsulatsfestes in Castel am 27. Mai (2. Pfingstfeiertag). 6. Vorbesprechung für Bil­dung eines hessischen Kartells zur Durchführung eines gemein­samen Fest-Programms. 7. Verschiedenes. Die Arrangements für den gemüthlichen Theil hat das Konsulat Hanau übernommen.

* Gewerbegericht. (Sitzung vom 1. Mai.) Der Fabrikarbeiter E. klagt gegen die Papierfabrik F. auf Aus­zahlung eines 14tägigen Lohnes von 42 Mk. wegen kün­digungsloser Entlassung. Kläger behauptet, zu Unrecht ent­lassen zu sein. Er habe abends noch eine schwere Rolle Papier von 8090 Kilo eiligst fortschaffen müssen und sei dabei unglücklicher Weise mit der Karre gegen das Schutzgitter einer Maschine gerannt, das dadurch beschädigt wurde. Am anderen Tage habe man ihn entlassen. Die beklagte Firma behauptet^ der Kläger sei absichtlich gegen das Gitter gefahren und sie halte sich berechtigt, ihn auf Grund des § 123,6 der G.-O. sofort zu entlassen. Dafür, daß der Kläger ab­sichtlich das Gitter angerannt hat, ergibt sich kein Anhalts­punkt. Es wird deshalb die beklagte Firma zur Zahlung des eingeklagten Betrags verurtheilt. Es klagt der Bauunter­nehmer K. gegen den Bahnwärter W. auf Wiedereinstellung seines Sohnes in die Lehre auf Grund des mit demselben abgeschlossenen Lehrvertrags. Der Kläger wird mit der er­hobenen Klage abgewiesen, weil kein rechtsgiltiger Lehrvertrag vorliegt. Zwei weitere Streitsachen werden durch Vergleich erledigt.

* Ferienkolonie. Wir machen darauf aufmerksam, daß nächsten Samstag den 4. Mai die Frist abläuft, inner­halb deren die Anmeldungen kurbedürftiger Kinder bei Herrn Lehrer Hebebrand noch bewirkt werden können. Gleich­zeitig weisen wir darauf hin, daß der Sammler mit der Bitte um eine freundliche Gabe für den humanen Zweck bei unseren geehrten Mitbürgern von nächster Woche ab vorsprechen wird. Wir bitten, ihm die gütigst zu spendenden Gaben zuwenden zu wollen, zumal bereits eine größere Anzahl dringend solbad­bedürftiger und von den Herren Aerzten empfohlenen Kinder angemeldet ist. Die Kinder unserer Stadt werden auch in

Kleines Feuilleton.

Deutscher Kunstgewerbetag. Aus Hamburg wird berichtet: Der dort tagende Delegirtentag des Verbandes der deutschen Kunstgewerbevereine beschloß auf Antrag des Bayer. Kunstgewerbevereins, einen deutschen Kunstgewerbetag für die erste Juliwoche nach München einzuberufen im Anschluß an das 100jährige Jubiläum des Münchener Kunstgewerbevereins.

Ein Heilmittel gegen den Aussatz gab es bisher nicht. Von Südamerika aus wird nun auch in derDeut­schen Medizinischen Wochenschrift" gemeldet, daß ein Heil­mittel gegen den Aussatz (Lepra) gefunden sei. Dr. de Mouro in S. Paulo, Brasilien, berichtet, es habe sich nach seinen Versuchen das Gift der Klapperschlange als Mittel gegen das weitere Umsichgreifen der Lepra bei den davon Befallenen be­währt. Das Gift der Schlange wurde dadurch gewonnen, daß dasselbe auf Watte aufgesangen und letztere mit ver­dünntem Glycerin ausgezogen wurde. Die Anwendung in geeigneten Gaben war theils innerlich, theils subcutan. Dr. , de Mouro hofft, seine Methode durch Verbindung des Gists mit Serum zu vervollkommnen.

Ein Frühlingsbild aus Tsingtau zeichnet eine Schantunger Correspondenz derKöln. Ztg." Es heißt dort: Die Kolonie Tsingtau erfreut sich des anbrechenden Frühlings. Die Sonne scheint so lieblich und mild über der schönen blauen Luft und wie riesige Schildkröten wärmen sich die kolossalen Panzerschiffe in den Sonnenstrahlen, während die Torpedo­boote fauchend hin und herfahren. Der Hafen bietet in letzter Zeit ein Bild des regsten Lebens: Mehrere Handelsdampfer, die Dschunken, welche wie Fledermäuse ihre Segel ausspannen, und die zahlreichen Kriegsschiffe mit ihren ruhelosen Pinassen füllen die Bucht. Heute (15. März) haben sich noch einige österreichische Kriegsschiffe hinzugesellt. Ter österreichische Ad­miral wird hier mit dem Grafen Waldersee eine Zusammen­kunft haben. So steht das friedliche Tsingtau also jetzt auch im Zeichen der Kriegsflagge. Die deutsche Geselligkeit treibt

in Tsingtau volle Blüthen. Die Vereine schießen üppig empor: Wir haben jetzt schon einen Schützenverein, Turnverein, Ge­sangverein, Marineverein, Freiwillige Feuerwehr, Germania­verein, Bergverein und wer weiß, was sonst noch. Ter Bergverein will den Lauschan verschönern. Der alte ehr­würdige Lauschan, der sich wie ein Panzergürtel um die Küste von Schantung schlingtunb seine schroffen Zacken bis zur Höhe von 1050 Meter in die Lüfte hebt, verdient eine solche Fürsorge wohl. Er bietet herrliche Parthien und wunder­volle Ausblicke. In seinen Buchten und Thälern nisten buddhistische und taoistische Klöster. Das eine derselben, Teit- singkung, ist ein sehr beliebter Ausflugsort. Warm und ge­schützt in einer geschlossenen Bucht gebettet, liegen die stroh­gedeckten Tempel und Wohnhäuser im Schatten prächtiger Bambushaine, Kamelien, Magnolien, japanische Lilien und andere zahlreiche herrlich gepflegte Blumen erfüllen die Luft mit süßem Duft, dicke Buchsbaumbäume breiten ihre krausen Kronen aus, die Berghänge sind mit niedrigem Gehölz be­wachsen, und mitten darin das stille, friedliche Kloster mit seinen 20 Mönchen, die vom Ertrag ihrer Aecker leben. Fünf Mönche müssen das Gebet und den Dienst der Götter besorgen. Wenn man einige Tage dort wohnt, dann begreift man, wie chine­sische Gelehrte und Mandarine sich in ihren alten Tagen in solche stille Winkel zurückziehen konnten. Ein solcher Ort bietet das, was ein natürlicher Mensch, wenn er von der Welt genug hat, in seinen Greisenjahren sich wünschen kann. Man begreift aber auch, wie das chinesische Volk seine zahllosen Legenden an diesenjBerg knüpfen konnte, Legenden von Einsiedlern, menschgewordenen Göttern, wunderbaren Geistererscheinungen.

Lehrstellen für Dienstmädchen in Freiburg i. V. Um dem Mangel an Mädchen, die selbständig kochen und einem Haushalt vorstehen können, entgegenzuarbeiten, ist in Freiburg i. B. der Versuch gemacht worden, jungen Mäd­chen Stellen zu vermitteln, in denen sie während einer be­stimmten Lehrzeit ausgebildet werden, wogegen der Lehrherrin die Dienstleistungen zu mäßigem Lohnsätze für längere Zeit gesichert bleiben sollten. Die Versuche gingen von dem mit

dem städtischen Arbeitsnachweis in Verbindung stehenden Frauenbünde (Zweigverein des badischen Frauenvereins) aus. Nach dem Urtheil der Arbeitsnachweisverwaltung in ihrem neuesten Jahresbericht sind die Erfolge freilich nur sehr gering gewesen, weil namentlich die Eltern der jungen Mädchen, vielfach aber auch die betheiligten Dienstherrschaften sich mcht auf bestimmte Zeit durch Lehrvertrag binden wollten. Trotz­dem sind diese oder ähnliche Versuche für die Zukunft nicht von der Hand zu weisen, da die Lösung der Dienstbotenfrage zu einem erheblichen Theil davon abhängen wird, daß Ein­richtungen geschaffen werden, um die weiblichen Dienstboten aus der Kategorie der ungelernten Arbeiter in die der gelernten überzuführen.

Radfahren im innern Afrika. Eine bemerkens- werthe Reise auf dem Zweirad durch einen der wenigst be­kannten Theile Afrikas hat ein junger Engländer, namens Bailey, der soeben nach London zurückgekehrt ist, zurückgelegt. Er ist von Mombaso über Uganda nach dem oberen Nil ge­reist. In sieben Wochen nach seinem Aufbruch von Uganda erreichte er Khartum. Interessant ist, wie sich die Eingeborenen zu diesem ihnen völlig neuen Beförderungsmittel stellten. Oft wollten sie, wie Bailey erzählt, bei seiner Annäherung schleunigst verschwinden, aber es gelang ihm doch, sich ihr Zutrauen zu ver­schaffen, und in einem Falle brachte er einen nackten Bari sogar dazu, auf dem Rade zu fahren, während er selbst ihn hielt. Das ganze Dorf war bei diesem großen Ereigniß na­türlich zugegen und war über den Anblick höchst erstaunt. Oft erschienen Hunderte von Eingeborenen am frühen Morgen, um zuzusehen, wenn er abfuhr, und riefen ihm ihre besten Wünsche für die Reise nach. Ost schraubte er auch den Deckel der Glocke los, der vernickelt war und als Spiegel ge­braucht wurde. Zuerst herrschte große Bestürzung, dann eine gewisse Furcht, die allmählich einem herzlichen und stürmischen Gelächter Platz machte, und Alle drängten sich dazu, den Spaß mitzumachen. Am Eifrigsten, sich selbst zu sehen, waren die Frauen, die wahrscheinlich in vielen Fällen zum ersten Male dazu Gelegenheit hatten.