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Erstes Blatt.

»kM-spreis:

W»ritIjâhrlich l^) Mk., monatlich 60 Ptg., für aus- »artige Äbounentm mit bem heirtffeitbcn Pastausschlag. £it einztlne Kummet kost« 10 Pfg.

Einrücknngsgebühr:

Für Stadt- und Sanbheid Hanau 10 Pfg die fünf» gespaltene Petitzeile oder beien Raum, für Auswärts 15 Pfg^ im Rekiainenlhei! die Zeile 25 Pfg, für Auswärts 35 Pfg.

druckt und veilegi in ber B ^chdruckerci des verein, ev. Warenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

Aartliches Organ für MM- «nd FanLLreès Km».

Erscheint logisch mit Ausnahme her Lonn uns Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: Co schrecke r in Hanau.

Rr. 100 Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. Dienstag dm 30. April ttWKM9ffl&^Wg%*g**!Stt*gg'^«*aatt&iiM*«M*reuMa<te»raiSiB^^

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

1901

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Amtliches.

Bekanntmachung.

Postanweisungen im Verkehre mit Montenegro und Brasilien.

Vom 1. Mai ab sind im Verkehre mit Montenegro gewöhnliche und telegraphische Postanweisungen bis zum Meist- betrage von 1000 Franken und im Verkehre mit Brasilien gewöhnliche Postanweisungen bis zum Meistbetrage von 500 ->Franken zulässig. Zu den Postanweisungen nach Montenegro und Brasilien ist das für den internationalen Verkehr vorge­schriebene Formular zu verwenden, dessen Abschnitt zu schrift­lichen Mittheilungen benutzt werden kann. Der Betrag ist sowohl bei Postanweisungen nach Montenegro als auch bei solchen nach Brasilien in Franken anzugeben ; die Auszahlung erfolgt in Montenegro entweder in Franken oder in öster­reichischem Gelde, in letzterem Falle nach dem amtlichen Kurse; in Brasilien in der Landeswährung unter Berücksichtigung des Tageskursus. Die vom Absender zu entrichtende Post­anweisungsgebühr berechnet sich für Beträge bis 80 M. mit 20 Pf. für je 20 M. und für überschießende Beträge mit 20 Pf. für je 40 M. Ueber die sonstigen Bedingungen er­theilen die Postanstalten Auskunft.

Berlin W. 66 ben 20. April 1901.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts, v. Podbielski.

Stadtkreis Dan au.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Die Militärpflichtigen hiesiger Stadt werden hierdurch aufgefordert, ihre Loosungsscheine binnen 14 Tagen auf dem hiesigen Meldeamte in den Bureaustunden, vormittags von 1012^2 und nachmittags von.35 Uhr, abzuholen.

Hanau den 27. April 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 7232

Bekanntmachung.

Die Lieferung des diesjährigen Bedarfs an Brenn­material für die gesammte städtische Verwaltung einschl. Schulen und zwar zirka:

12 Meter Buchenscheitholz I a,

90 Tannenscheitholz I a,

2 Waggon engl. Anthracitkohlen,

2 Hüttenkoaks,

10 Nußkohlen,

21 gewaschene melirte Kohlen (Ofenbrand, halb Stück, halb Nußkohlen), davon sind 7 Waggon auf Abruf zu liefern.

Angebote mit Preisangabe für die Kohlen und für die Fracht frei Bahnhof mit Bezeichnung der Zeche, sowie für Holz, wolle man schriftlich und versiegelt bis zum Samstag den 11. Mai d. I., mittags 12 Uhr, auf dem Rath­haus abgeben.

Der Abschluß eines Lieferungsvertrages wird ausbedungen. Hanau den 26. April 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 7268

Am Mittwoch den 1. Mai d. Js., nachmittags von 5 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neu­städter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitig­keiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.

Hanau den 29. April 1901.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.

____Dr. Bulle.________ 7267

Zwangsversteigerung

. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Stadt Hanau belegenen, im Grundbuche von Hanau, Band 52, Artikel 3038, unter Nr. 4 bis mit 8 der Abth. I, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Glasermeisters Karl Vogt und dessen Ehefrau Louife geb. Quint zu Wiesbaden eingetragenen Grundstücke:

141

YY77 Vor der Kinzigbrücke, Weg ar 19 qm

YY; Vor der Kinzigbrücke Nr. 9,

44

a. Wohnhaus mit abgesondertem

Hühnerstall (B), Sommer­laube (C), Hofraum und 5 ar 78 qm 750 Mark Nutzungswerth,

YY 45 a. Hausgarten 4 ar 14 qm

b. Seitenbau rechts (A), Stall

120 Mark Nutzungswerth,

117

YY - Vor der Kinzigbrücke, Garten 10 ar 74 qm

7 Mk. 56 Pfg. Reinertrag,

4 4 Q

YYT 45 daselbst, Garten 5 ar 34 qm

3 Mk. 78 Pfg. Reinertrag

am 21. Juni 1901, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 24. April 1901 in das Grundbuch eingetragen.

Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grund­buche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungs­termine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an­zumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Vertheilung des Ver­steigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden.

Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Ertheilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegen­standes tritt.

Hanau den 26. April 1901.

__________Königliches Amtsgericht 2. 7299 Gefundene und verlorene Gegenstände de.

Gefunden: 1 schwarzer Herrenregenschirm mit schwarzem Horngriff, in der städtischen Badeanstalt stehen geblieben; Empfangnahme daselbst. 1 weißes Frauenhemd und 1 weißes wollenes Kinderjäckchen.

Vom Wasenmeister am 29. d. Mts. eingefangen: 1 rother Spitz mit schwarzem Rücken, weißer Brust und weißen Pfoten.

Hue Stadt und Cand.

Hanau, 30. April.

* Steuerverhältniffe im Landkreise Hanan. Dem Verwaltungsbericht pro 1900 entnehmen wir Folgen­des: Die Staatseinkommensteuer (ohne Forensen) ist seit Einführung des Einkommensteuer-Gesetzes vom 24. Juni 1891 um 248,6 Prozent gestiegen, sie betrug im Rechnungs­jahr 1892/93 = 69 842 Mk., 1900 = 173 606 Mk.

a. Einkommensteuern ....... 173606. Mk. b. Ergänzungssteuern ....... 31591.60 c. Grundsteuern..... 105 458.67 d. Gebäudesteuern ........ 47 098.42 6. Gewerbesteuern........13140.

f. Theilbeträge von außerhalb veranlagten

Personen und Betrieben:

1. Einkommensteuer..... 191838.81

2. Gewerbesteuern ..... 47953.

g. Fingirte Einkommensteuer vom Einkommen

unter 900 Mark ....... 27104.12

Sa. 637 790.62 Mk.

Die Steuerbeträge zu f und g werden zur Kreis- und Ge­meindesteuer mit herangezogen. Die Staats-Einkommensteuer zu a vertheilt sich auf 4399 Censiten, die Ergänzungssteuer zu b auf 2035 Censiten und die Gewerbesteuer auf 547 Gewerbetreibende. Die Bezirks st euern wurden mit den Kreissteuern aufgebracht und aus der Kreiskommunalkaffe be­zahlt, und zwar 5°/o mit 28160.18 Mark; insgesammt wurden 16°/o vom kreissteuerpflichtigen Sollaufkommen 94 027.03 Mark als Kreissteuern erhoben. Letztere wurden wiederum auf den Gemeindehaushaltübernommen und, soweit Gemeinde­steuern ausgeschrieben waren, als solche von den Kreisein­gesessenen eingezogen. Die der Kreiskommunalkasse weiter zu­geflossenen Betriebs st euern betrugen bisher 4255 Mk., die Hunde st euern 11260 Mk.

* Historische Kommission. Die vierte Jahresver­sammlung derHistorischen Kommission für Hessen und Waldeck" findet Samstag den 11. Mai, nachmittags 4 Uhr, in dem Senatssaal der Universität zu Marburg statt. Tages­ordnung: 1. Feststellung des Personalbestandes der Kommis­sion. 2. Entlastung des Schatzmeisters wegen der Rechnung für das Finanzjahr 1900/1901. 3. Ergänzung des Vor­standes. 4. Wahl von neuen Mitgliedern der Kommission. 5. Bericht über den Stand der wissenschaftlichen Unter­nehmungen.

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Uuterh attungSblatt 10 Setten.

* Bismarcksäule. Von dem Ausschuß für die Er­richtung einer Bismarcksäule erhalten wir folgende Zuschrift:

In der am 19. ds. imGasthaus zur Sonne" abgehaltenen Sitzung ist über das seitherige Ergebniß der Sammlungen für die Bismarcksäule berichtet worden und konnte die erfreuliche Thatsache festgestellt werden, daß die Kreise, an welche sich der Finanz-Ausschuß bis jetzt gewandt, eine ganz außerordentliche Sympathie für das Unternehmen bezeugt hatten, derjenigen, welche ihre Mithilfe abgelehnt hatten, sind nur ganz wenige gewesen. Die bis dahin gemachten Zeichnungen hatten den Betrag von 17,000 Mk. fast erreicht und da der Bau nicht mehr als 2526,000 Mk. erfordern soll, so kann die Ausführung schon jetzt als vollkommen gesichert angesehen werden, zweifelhaft bleibt nur, ob wir eoentl. noch Jahre lang warten müssen, bis die auflausenden Zinsen den noch fehlenden Betrag ergeben, oder ob wir schon bald zur Ausführung schreiten können. Alle Diejenigen, welche mit freudiger Begeisterung dieses Werk ausgeführt wissen wollen, welches ein Denkmal sein soll der unauslöschlichen Liebe, Ver­ehrung und Dankbarkeit, welche wir dem Begründer der deutschen Einheit und dem größten Sohne unseres Vaterlandes zollen, sie alle werden natürlich wünschen, daß die weiteren Sammlungen ein gleich günstiges Resultat ergeben wie die seitherigen und wir demgemäß schon bald das Denkmal vor unseren Blicken erstehen sehen. Es wird aber auch ihr Wunsch sein, daß die Mitwirkung nicht auf die wohlhabenden unter unseren Mitbürgern beschränkt bleibe, sondern daß alle Kreise ohne Unterschied des Standes sich daran betheiligen, denn Keiner ist unter uns, der nicht an den Segnungen dessen, was Bismarck geschaffen, theilnehme. Drum hat sich der Finanz-Ausschuß nun an eine größere Zahl von unseren Mit­bürgern, insbesondere solche, welche dem Vorstande irgend eines der zahlreichen Vereine in unserer Stadt angehören, mit der Bitte gewandt, in dem Kreise ihrer Bekannten zu einem Bei­trag, sei er auch noch so gering, anzuregen. Nicht die Höhe des Betrags ist das Maßgebende, die muß sich nach den Verhältnissen jedes Einzelnen richten, sondern in erster Linie kommt es darauf an, daß recht Viele ihre Sympathie mit diesem Werke, dessen Zustandekommen ja wie erwähnt bereits gesichert ist, bezeugen. Für diejenigen, welche sich noch nicht weiter über die Bismarcksäulen orientirt haben, sei hier nochmals erwähnt, daß nach dem preisgekrönten Ent­wurf des Architekten W. Kreis in Dresden (eine Skizze desselben befindet sich auf dem Umschlag der Sammellisten) im ganzen Deutschen Reich an möglichst vielen Punkten gleiche Säulen errichtet werden sollen. An den Bismarck geweihten Gedenktagen sollen abends Feuer auf den Spitzen dieser Thürme angezündet werden, die ihren Schein weit über das Land verbreiten und stets auf's Neue die Heranwachsenden Geschlechter mahnen, die Liebe zu unserem Deutschen Vaterland über Alles zu stellen und dessen eingedenk zu sein, daß nur die gewaltige Hand eines Bismarck einst dazu im Stande war, aus den vielen entzweiten Stämmen ein einziges Volk von Brüdern zu machen.

* Hanauer Geschichtsverein. Im rothen Sälchen des Bürgervereins hielt der Hauauer Geschichtsverein gestern Abend seine Jahresversammlung ab. Nach Eröffnung derselben durch Herrn Prof. Dr. Suchier erstattete der Schriftführer des Vereins Herr Pfarrer Neßler den Jahresbericht, der in seiner Ausführlichkeit ein getreues Bild der Vereinsthätigkeit während des verflossenen Jahres entrollte und den Beweis erbrachte, daß der Verein seiner Aufgabe, allen Stoff zu er­forschen, zu sammeln und zu ordnen, der die Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Hanau sowie aller zu ihr geschichtlicher Beziehung stehenden Landestheile betrifft, mit nie ermüdendem Eifer obgelegen hat. Der Verein zählt zur Zeit 192 Mitglieder. Nach stattgefundener Rechnungsablage und Entlastung des Kassirers wurde der Jahresbeitrag fest­gesetzt. Derselbe bleibt wie bisher auf 4 Mk. bestehen. Die Neuwahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder Dr. Suchier, Heusohn, Koppen, ^Dr. Küster, Neßler, Thyriot, Zimmermann, an Stelle des eine Wiederwahl ablehnenden Herrn Prof. Dr. Wacker­mann wurde Herr Bückmann gewählt. An die Mit­gliederversammlung schloß sich eine öffentliche Versammlung, in der Herr Gymnasial-Oberlehrer Dr. Küster über die Ver­sammlung des Geschichtsvereins in Trier (10. und 11. Aprrl d. I.) in anregender und ausführlicher Weise Bericht er- stattele. Besonderes Interesse erregten auch die hierbei gege­benen Mittheilungen über die im Vorjahr bei Butterstadt auf dem Acker des Herrn Oekonomen Jung gefundene sogen. Giganten- oder Jupitersäule. (Wir werden in nächster Zeit über diesen Fund u. a. m. aus der Feder des Herrn Dr. Küster einen ausführlichen Feuilletonartikel veröffentlichen. D. Red.). An seine mit großem Beifall aufgenommenen Aus­führungen schloß Herr Dr. Küster die Bitte, daß das Interesse