24, April__
Drahtberichte des „Dan. Hnz.“ ’
Die Kage in China.
Berlin, 23. April. (Wolffs Bur.) Waldersee meldet 18 Peking: Bis Kalgan vorgesandte Patrouillen fanden dort ib in der Umgebung keinerlei Truppenansammlungen. Li Hung- schang theilt mit, daß die Truppen des Generals Liu von uolu über Tsinghing nach Schansi zurückgingen. Am Mittoch findet die Hinrichtung des Mörders des Hauptmanns arisch am Thatorte statt. — Die Generale Beilloud und eitler erreichten ohne Kampf an verschiedenen Stellen die ie Grenze nach Schansi bildende großen Mauer.
Paris, 23. April. (Agence Havasmeldung.) Der Reichskanzler Graf Bülow ersuchte den französischen Bothafter Marquis Noailles im Namen des Kaisers Wilhelm, oubet und der französischen Regierung den Dank des Kaisers ir die anläßlich des Todes des Generals Schwarzhoff be- undeten Theilnahmsbezeigungen zu übermitteln, von denen vier Kaiser sehr gerührt gewesen sei. Es verlautet, der Reichs- - analer gedachte bei diesem Anlaß dem Botschafter gegenüber ufs Neue der hingebenden Thätigkeit der von Oberstleutnant Narchand geleiteten französischen Mannschaften bei Bewältigung es Feuers im Kaiserpalaste.
London, 24. April. Aus Peking wird gemeldet: Die ) i n esischen Truppen haben sich zurückgezogen. )ie deutschen und französischen Truppen sind bis zur großen Rauer vorgedrungen. Die erwartete Schlacht and nicht statt. — Weiter wird aus Peking gemeldet: )er japanische Gesandte in Söul protestirte zum zweiten Male .egen die franco-russische Anleihe, welche Corea gemacht habe.
Shanghai, 23. April. Durch einen kaiserlichen r rl aß ist eine Behörde gebildet worden, bestehend us dem Prinzen Tsching, Li-Hung-Tschang, Junghi, Kunjang, Langwenschao und Luohuanlin mit Liukunyi und Schang- chitung als Beiräthen, um die von verschiedenen Provinzial- egierungen eingegangenen Denkschriften über die Einführung wn Reformen zu prüfen und aus den gemachten Vor- chlägen für die Wohlfahrt des Reiches die praktischsten md bedeutsamsten auszuwählen. Sobald diese Behörde berichtet hat, wird der Kaiser nach Einholung >es Rathes und der Zustimmung der Kaiserin-Wittwe n Uebereinstimmung mit jenem Bericht Verordnungen wlassen und, wenn der Hof nach Peking zurückkehrt, ein betret an das Land veröffentlichen, durch welches die angeord- teien Reformmaßnahmen in Kraft gesetzt werden. — Shang- ^aier Blätter melden hierzu noch, die neue Behörde habe den Kamen „Generalamt für Staatsangelegenheiten" erhalten und trete an Stelle des Staatsrathes, der abgeschafft werde. — Ein kaiserlicher Erlaß fordert Juejuenlin auf, den Posten als Gouverneur von Kwanosi niederzulegen und ernennt )en Schatzkanzler von Juennan Lehingsi zum Nachfolger.
Dom Kurenkrieg.
London, 23. April. Reuter erfährt aus Kapstadt: Die Aufständischen im Buschmannland zogen sich auf einen Hügel in der Nähe von Pella zurück. — Während es einer- sests heißt, Dewet habe am 18. d. M. die Eisenbahn bei Wovehoek überschritten, soll er sich einem andern Gerücht zufolge in Senekal befinden. Könitzinger soll auf die Oranje- kolonie zurückmarschiren. — Aus Rosmead wird Reuter unterm 23. d. M. gemeldet: Die Buren erscheinen überall in kleinen Abtheilungen, an mehreren Orten fanden Zusammenstöße statt. Von den Hohen bei Middelburg geben die Buren Feuersignale, auch haben sie einen heliographischen Apparat aufgestellt. Die Buren überschreiten oft die Eisenbahn, der häufige Verkehr gepanzerter Züge verhindert sie aber an Beschädigung der Bahnlinie.
London, 24. April. Die Verlustliste der Engländer in Südafrika umfaßt für gestern 4 Todte, 10 Verwundete, 11 Vermißte und 14 an Krankheiten Verstorbene, außerdem 156 Schwerkranke im Hospital.
London, 24. April. „Daily Expreß" berichtet aus Amsterdam, Präsident Krüger habe sich dahin geäußert, daß es der Gattin Bothas diesmal wohl gelingen könne, ihren Gatten zu bestimmen, sich den Engländern zu unterwerfen. Diese Aussicht scheine den Präsidenten sehr zu beunruhigen.
London, 24. April. Aus Kapstadt wird amtlich berichtet, daß sich bedeutende Burentruppen in Namaqua-Land befinden. Dieselben besetzten einen Hügel nördlich von Tella. — Aus Ros moad wird gemeldet: Die Anwesenheit von Buren im Distrikt von Graafreinet wird berichtet. Oberst Haig hat Graafreinet am 19. April mit einer fliegenden Kolonne verlassen. Die Panzerzüge leisten immer noch vorzügliche Dienste.
London, 24. April. Aus Kapstadt wird berichtet: Gestern waren 9 neue Pestfälle zu verzeichnen, darunter 4 bei Europäern. Eine Krankenschwester des Spitals der Pestkranken ist der Seuche ebenfalls erlegen. Ein Malaye, welcher mit einem Pestverdächtigen in Berührung gekommen war, sträubte sich gegen seine Unterbringung ins Hospital. Die ihm zu Hilfe eilenden Stammesgenossen widersetzten sich der Polizei, die sich schließlich unverrichteter Sache zurückziehen mußte.
Kapstadt, 24. April. (Amtlich.) Die Gesammtzahl der Gefangenen, ausschließlich der noch in der Orangekolonie und Transvaal befindlichen, beträgt 17 823.
Meuterer im englischen Heere.
London, 23. April. Nach Meldungen hiesiger Abendblätter meuterte im Carlislefort in der Nähe von Cork das dort garnisouirende fünfte Bataillon der Munster-Füsiliere und weigert sich trotz der Ermahnungen der Offiziere in den Baracken zu verbleiben. Den Mannschaften sind zwar ihre Waffen abgenommen, doch erregt deren aufrührerische Haltung in Cork und den Nachbarstädten einige Bestürzung.
G»m«rd»ug englischer Missionare in Men-Cninea.
London, 23. April. Einer der Londoner Missionsgesellschaft aus Sydney zugegangenen Meldung zufolge sind
m_______ Hanauer Anzeiger.
außer 2 englischen Missionaren auch 12 farbige Missionszög- l’nge von den Eingeborenen in Neu-Guinea ermordet worden. Einer der ermordeten Missionare hatte versucht, Frieden zwischen im Kampfe liegenden feindlichen Stämmen zu stiften.
Ueber ein franMsch-russlsch-deutsches Kündniß.
Petersburg, 24. April. Im Feuilleton der „Peters- burgskija Wjedomosti" erschien kürzlich ein Artikel des russischen Romanschriftstellers und Novellisten Lugawei, der sich selbst als gelegentlichen Politiker bezeichnet. In demselben trat der Verfasser für ein französisch-russisch-deutsches Bündniß ein. Auf dies Feuilleton kommt die „Nowoje Wremja" zurück, die diese Bündnißidee verwirft und heftig bekämpft. Das Blatt sagt, eine derartige Idee habe in Rußland Anhänger, wenn sie auch nur selten in der russischen Presse geäußert wird, der Zweibund beruhe auf dem Wort, daß man nicht nur mit dem Nachbar, sondern auch mit dem Nachbar seines Nachbar gute Freundschaft halten solle. Der Zweibund brauche sich aber natürlich deshalb nicht mit Deutschland in Feindschaft zu befinden, eine solche Feindschaft, sei der russischen Politik fremd. Wir wünschen, schreibt die „Nowoje Wremja", von Herzen, mit Deutschland gute nachbarliche Beziehungen aufrecht zu erhalten. Dasselbe wünscht auch Frankreich mit Ausnahme eines kleinen, sich mit jedem Tag verringernden Häufleins krasser Chauvinisten, die immer noch Revanche verlangen. Aber gute nachbarliche Beziehungen trennt noch ein ganzer Abgrund von einem Bündniß. Wir hielten es für unsere Pflicht, uns gegen den Bau einer Brücke auszusprechen, die über diesen Abgrund führt.
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Berlin, 24. April. Wie dem „L.-A." aus Paris gemeldet wird, ist der Botschafter Urusow nach Petersburg berufen worden. Aeußerer Anlaß ist die ihm vom Zaren übertragene Stellvertretung als Pathe bei der Taufe des Sohnes des französischen Botschafters Montebello. Es verlautet aber, daß während der Anwesenheit Delcassös noch andere Botschafter vom Zaren nach Petersburg geladen werden. Der bisherige russische Militär-Attache in Paris erhielt einen Jahres-Urlaub, nach dessen Ablauf er in die Garde übertritt.
Berlin, 24. April. Seit gestern wüthet, wie aus Aachen depeschirt wird, ein riesiger Waldbrand in der Eisel bei Rötgen. Er umfaßt bereits mehrere Kilometer.
Berlin, 24. April. Nach einem Telegramm des „L.-A." ans Hamburg droht jetzt auch dort zwischen Hafenarbeitern und Rhedern ein neuer Konflikt auszubrechen. Nachdem kürzlich die Schauerleute eine Forderung auf Erhöhung des Tagelohns um 50 Pfg. gestellt hatten, verlangen jetzt die Elbschiffer ebenfalls Lohnerhöhung.
Berlin, 24. April. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Gotha: Bei der Eröffnung des gemeinschaftlichen Landtages verlas der Regent, Erbprinz von Hohenlohe-Langenburg, die Thronrede, in der neben speziell koburg-golhaischen Vorlagen angekündigt wird, daß bei der Entscheidung der handelspolitischen und finanziellen Fragen im Bundesrath auf die bundesstaatliche Freiheit der eigenen Entschließung nicht verzichtet werden wird.
Berlin, 24. April. Nach einem Telegramm des „Lokal- Anzeigers" aus Kopenhagen verlautet in dortigen Hofkreisen, König Christian werde lieber abdanken, als in einen politischen Systemwechsel einzuwilligen. Die anläßlich der Reise des Königs nach Wiesbaden eintretende Regentschaft werde nach Rückkehr des Königs fortdauern, um einem Kabinet der Linken den Weg zu bahnen.
fet Berlin, 24. April. Aus Posen wird telegraphirt: Bei der Auflösung der polnischen Versammlung in Gostyn spielten sich laut „Posener Tageblatt" Szenen ab, die jeder Beschreibung spotten. Als der Kommissar die Versammlung auflöste, weil die Behörden schwer beleidigt wurden, erscholl Geschrei und Gejohle. Gendarmerie mußte den Saal gewaltsam räumen. Der Kommissar wurde schwer beleidigt. Ein Mann wollte ihn thätlich angreifen und wurde nur durch den Probst daran gehindert. Die Vorgänge werden ein gerichtliches Nachspiel haben.
Berlin, 24. April. Die „Berl. Pol. Nachr." bestätigen, daß die Theilung des Regierungsbezirkes Arnsberg durch Errichtung eines neuen Bezirkes in Dortmund in naher Aussicht steht.
Berlin, 24. April. Die Morgenblätter melden aus Holtenau: Die Durchschleusung des havarirteN- Panzers „Kaiser Friedrich III" gelang vorzüglich. Das Schiff geht langsam aber sicher den Kanal landeinwärts. — Das „Berl. Tgbl." meldet aus Halle: Bei Wallwitz stürzte ein Bierwagen einen hohen Abhang hinunter. Der Wagenführer war sofort todt, die Pferde sind schwer verletzt.
Karlsruhe, 24. April. Die „Süddeutsche Reichs- Korrespondenz" schreibt, daß die süddeutschen Regierungen zu verstehen gaben, sie wünschten das Votum in der Tariffrage erst nach eingehendem Studium und kollegialischen Berathungen sowie nach Anhörung ihrer Landes-Sachverständigen zu erlassen. Die Rücksicht auf die Kanalvorlage könne bei den süddeutschen Regierungen nicht mitsprechen. — Die Morgenblätter melden aus Köln: Auf der Wahner Haide wurden durch Explosion eines Geschosses zwei Personen getödtet und drei schwer verletzt. Einzelheiten fehlen noch.
Wien, 24. April. Der Abgeordnete der deutschen Volks - Partei Völkel hat den antisemitischen, Abgeordneten Wohlmeier wegen eines Renkontres in der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses fordern lassen.
Wien, 24. April. Die klerikale Partei des Abgeordnetenhauses hat beschlossen, von nun an die Angriffe der Alldeutschen auf die katholische Religion, wenn nothwendig, mit den äußersten Mitteln zu bekämpfen.
Abbazia, 24. April. Bisher ist der Kurverwaltung noch keinerlei Mittheilung zugegangen, daß das deutsche Kaiserpaar im Laufe des Sommers dort Aufenthalt zu nehmen gedenkt.
Rom, 24. April. Nachdem in Livorno die Streikenden die Arbeit wieder ausgenommen haben, ist daselbst der Ausstand beendet. Nach Meldungen aus Genua dürften die Be-
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mühungen Zanardellis, einen Ausgleich zwischen den Streikenden und den Arbeitgebern herbeizuführen, in kürzester Zeit zu einem günstigen Resultat führen. * ,, . „ _
Rom, 24. April. Italien hat sich Frankretch und Rußland angeschlossen, um eine internationale Verständigung vorzuschlagen, welche den Zweck haben soll, den Sultan zu zwingen, Reformen in Macedonien einzuführen.
Sari, 23. April. Der Deputirte Luigi L u z z a t t i, welcher in der Zeit von 1871 bis 1898 der Hauptvertreter Italiens bei den Handelsvertragsverhandlungen mit den verschiedenen ausländischen Staaten war, hielt hier heute in einer vornehmlich von apulischen Weinbauinteressenten besuchten Versammlung eine Rede über Italiens Stellung zum bevorstehenden Ablauf der Handelsverträge vom Standpunkte der Weinausfuhr. Nachdem der Redner einleitend die Ansicht ausgesprochen, daß die Regierungen Deutschlands, Oesterreich- Ungarns und Frankreichs, gleich den italienischen, ungeachtet agrarischer Forderungen, der Rückkehr zum System verschärfter Generaltarife angeneigt seien, betonte er, daß der Hauptausfuhrmarkt für den italienischen Wein Oesterreich-Ungarn sei. Er glaube, daß Oesterreich, obgleich dort Frankreich die Rechte der meistbegünstigten Nation genieße, durch eine entsprechende Abstufung seiner Weinzölle die berechtigten Interessen der italienischen Produzenten zum größten Theile befriedigen könnte. Leichter noch werde sich die Frage mit Deutschland regeln lassen, wie denn er, der Redner, die Ueberzeugung habe, daß Italien und Deutschland auch diesmal das Prinzip der Handelsverträge in Europa retten werden. Italien gedenke, fuhr Luzzatti fort, die Interessen der Ausfuhr seiner Bodenprodukte durch Zugeständnisse im Bereiche seiner Jndustriezölle zu wahren. Erleichtert werde die Weinfrage noch dadurch, daß Italien, gleich Frankreich, den größten Theil seiner Weinerzeugung selbst verbrauche. Der Konsum Mailands allein an süditalienischen Weinen sei größer, als die gesammte Weinausfuhr Italiens nach Deutschland und der Schweiz. Würde der 87 Liter pro Kopf betragende Weinkonsum im Lande nur um 6 Liter jährlich gesteigert, was durch Abschaffung der Verzehrungssteuern und Erhöhung der Rationen der Soldaten zu erreichen sei, so würde jede Weinausfuhr entfallen können. Redner schloß mit dem Wunsche, daß Friede und gegenseitiges Entgegenkommen den internationalen Güteraustausch beherrschen mögen.
Brüssel, 24. April. Das gestern in Paris aufgetauchte Gerücht über eine angeblich bevorstehende Verlobung der Prinzessin Clementine mit dem Fürsten von Bulgarien wird hier als vollständig aus der Luft gegriffen bezeichnet.
Paris, 24. April. Ein Telegramm aus Rom an das Blatt „Rappell" berichtet, der Königsmörder B r e s c i sei geisteskrank geworden. Die Ursache dieser Geistesgestörtheit soll in mangelhafter Ernährung liegen.
London, 24. April. In hiesigen diplomatischen Kreisen herrscht die Ansicht, daß die Reise des französischen Ministers des Aeußern Delcasss nach Petersburg mehr der Mittelmeerals der asiatischen Frage gelte. Uebrigens ist man hier über die Reise Delcassös absolut nicht beunruhigt, da man im Auswärtigen Amt der Meinung Ausdruck verleiht, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und England trotz Faschoda und Transvaal niemals besser gewesen sind als heute.
London, 24. April. (Unterhaus.) Im Verlaufe der Sitzung besprach Evelyn Cecil, daß keine direkte britische Dampferverbindung mit Ostafrika bestehe, und beantragt die Einsetzung einer Kommission, welche das System der Dampf- schifffahrtssuboentionen in fremden Ländern und ihre Einwirkung auf den britischen Handel untersuchen solle. Redner legte dar, welche Vortheile die deutschen und französischen Linien für den Verkehr mit Ostasrika böten. Andere Redner hoben den Einfluß der deutschen Schifffahrtsprämien auf den britischen Handel hervor. — Der Handels - minister Gerald Balfour erklärte, das Auswärtige Amt erwäge die Frage der Subventionirung der Dampfschifffahrtsgesellschaften behufs Schaffung eines direkten Dampferverkehrs nach Sansibar. Die Regierung sei mit der Einsetzung einer Kommission einverstanden. Die Frage der Schifffahrtsprämien werde in England mit großer Sorge betrachtet. Die beantragte Untersuchung wäre nützlich, wenn sie bewiese, daß diese Befürchtungen übertrieben seien. Er glaube, dies würde sich thatsächlich herausstellen. Wäre dies nicht der Fall, so wäre es vortheilhaft, die Sachlage sestzustellen. Der Antrag Cecil's wurde hierauf angenommmen.
London, 24. April. HDie „Times" melden aus Buenos Aires: Die Beziehungen zur chilenischen Regierung sind andauernd herzlich, der argentinische Ministerresident begab sich am 22. ds. mit der Instruktion auf seinen Posten in Chile, durchaus freundlich das Ansuchen zu stellen, daß Chile die weitere Arbeit an der Herstellung der Straßen über die Anden einstelle, bis das Schiedsgericht gesprochen habe.
Sofia, 24. April. (Privattelegramm). Die diplomatische Agentur in Wien wird im Laufe dieses Sommers aufgehoben und durch ein Konsulat ersetzt werden.
Rew-Uork, 24. April. Das Staatsdepartement erklärte, es würde die Proteste der Vertreter der Buren bezüglich der Ausfuhr von Mauleseln aus den Vereinigten Staaten nach Südafrika prüfen.
Der Kaiser in Kann. 1j ^
Bonn a. Rh., 24. April. (Privattelegramm.) Der Kaiser ist mit dem Kronprinzen heute Vormittag 10 Uhr hier eingetroffen und auf dem Bahnhof vom Prinzen Awlf von Schaumburg-Lippe empfangen worden. In allen Straßen, durch welche der Kaiser fuhr, wurde er von einer äußerst zahlreichen Menschenmenge, begeistert begrüßt. Heute Mittag um 12 Uhr findet in der Aula in Gegenwart des Kaisers die feierliche Immatrikulation be^ Prinzen statt. Heute Abend veranstaltet die Bonner Studentenschaft einen Festko nmers, zu welchem der Kaiser und bet Kronprinz ihre Theilnahme zugesagt haben. Den ersten Toast auf den Kaiser wird Der, „Boruffe" o. Aloaus- leben, den zweiten auf den Kronprtnzen w.rd SiuZiosus Brentelenburg ausbringen.