22, April__
Drabtbericbte des „Dan. Hnz.“
Die Lage in China.
Peking, 20. April. Mit allen militärischen Ehren und nter Betheiligung . von Truppen aller Nationen fand heute asLeichenbegângniß des Generals Schwarzhoff
Köln, 22. April. Zur Beisetzung des Generals v. Schwarzhoff meldet die „Köln. Ztg." aus Peking vom 20. . M.: Die Beisetzung bot ein ungewöhnlich glänzendes Bild, llle fremden Generale, Diplomaten und etwa hundert Offiziere lahmen theil. Eine große Parade von Abtheilungen der acht Nächte fand statt. Die Leiche wurde einstweilen im Buddha- Lempel am Lotassee beigesetzt. Das Geleite stellte die Jäger- ompagnie im Winterpalast.g
Berlin, 21. April. (Wolffbureau.) Der französische Sotschafter bat den Reichskanzler, anläßlich des Brandes in Peking und des Todes des Generals Schwarzhof dem Kaiser >en Ausdruck des Beileids seitens des Präsidenten Loubet md der französischen Regierung zu übermitteln.
Turin, 21. April. Wie die „Gazette del Popolo" meldet, vird Italien einen Theil seines Geschwaders aus China j u r ü ck z i e h e n , dagegen die Zahl der Landtruppen unver- mdert lassen. In Regierungskreisen sei man der Ansicht, >aß zu der dauernden Besatzung der Gesandtschaften in Peking nindestens 10,000 Mann internationale Truppen nöthig eien.
Brüssel, 21. Aprik. Nach Depeschen des belgischen Gesandten in Tientsin verschlimmert sich die L a g e n C h i n a in beträchtlicher Weise. Eine neue fremde n - 'kindliche Bewegung sei bevorstehend.
Petersburg, 21. April. Zu den Meldungen englischer Blätter, Rußland habe sich an Japan mit einem ins einzelne gehenden Vorschläge, betreffend gegenseitiges Einvernehmen im ernen Osten, gewandt und habe sich den Mächten gegenüber lereit erklärt, seine Entschädigungsforderung an China zu er- näßigen, falls China den Mandschureivertrag annehme, erklärt >ie russische Telegraphenagentur aus durchaus sicherer Quelle, >aß jene Meldungen völlig auf Erfindung beruhen. Die Nächte seien durch ein im Regierungsboten erschienenes Com- nunique sowie durch die an die russischen Vertreter im Ausande gerichtete Zirkularnote darüber wohl unterrichtet, daß ne kaiserliche Regierung fest entschlossen sei, in keine Verhand- ung mit China bezüglich der Mandschurei in der gegenwärtigen ^age der Dinge einzutreten.
Peking, 21. April. (Reuter.) Amtlicher Meldung zufolge hatte eine Kompagnie des vierten Pendschab-Jnfanterie- lèegiments zwischen Tahingwantao und Suningfu ein hefiges G e f e ch t mit etwa 1000 Räubern. Major Brow- üng und ein Sepoy fielen. Verstärkungen sind abgesandt.
Peking, 21. April. Die Pendschabkompagnie, welche, wie gemeldet, bei Sumingfu ein Gefecht hatte, war dorthin ;on Schanhaikwan entsandt worden, um eine Räuberbande zu zersprengen. Außer zwei Todten hatte die Kompagnie mehrere Verwundete. Der Feind war anscheinend mit modernen Gewehren gut bewaffnet.
Berlin, 22. April. Wie der „Berliner Montags-Zeitung" aus Peking gemeldet wird, hat Graf Waldersee aus Anlaß der jüngsten traurigen Vorkommnisse strengstens angeordnet, daß die Mitglieder unseres ostasiatischen Expeditions-Korps bei ihren außerordentlichen Bewegungen die im Interesse ihrer versönlichen Sicherheit erforderlichen Schu tz maßregeln in rrhöhtem Maße zur Anwendung bringen.
London, 22. April. Aus Shanghai melden die -„Daily News" : Aus Nordchina wird berichtet, daß General Ten-Tsi-Tsai mit 6000 Mann Infanterie und 2000 Mann Kavallerie nach S i n g a n - f u unterwegs ist.
Marseille, 22. April. Eine Anzahl deutscher und englischer Offiziere, aus China kommend, sind gestern an Bord aes Dampfers „Australia" hier eingetroffen.
^Shanghai, 21. April. Die „Daily News" melden: Wie Eingeborene berichten, hat Fenghsetsai mit 6000 Mann Infanterie und 2000 Mann Kavallerie, die gut bewaffnet und disziplinirt sind, kürzlich Tschengfu auf dem Marsche nach Singansu passirt. — Der Tatarengeneral in Mukden und der Mandschurei lieh von den Russen 400,000 Taels zur Schaffung einer Militärpolizeitruppe. Als Sicherheit verpfändete der General Land und die Personalsteuer.
INomWurenkrieg.
London, 21. April. Trotz aller Dementi versichert man in Regierungskreisen, daß die Beurlaubung Sir Alfred Milners nur deshalb erfolgt sei, um die Friedensverhandlungen mit den B u r e n zu e r l e i ch t e r n. Zu diesem Zweck erhält .Lord Kitchener eine Persönlichkeit als Civil-Adlatus, welche bei den Buren in höherer Achtung steht, als Milner. Die Rückkehr Milners nach Südafrika sei, wenn sie überhaupt erfolgen sollte, erst nach Schluß der Friedens-Verhandlungen zu erwarten.
London, 22. April. Das Kriegsamt theilt mit, daß eine Anzahl Kompagnien der freiwilligen Genie- und Infanterie-Truppen demnächst nach England zurückkehren werden. Gestern find in Southampton 1088 Aeomanrys aus Südafrika eingetroffen.
London, 22. April. Die tägliche Verlustliste vom südafrikanischen Kriegsschauplatz umfaßt für den 20. ds. 7 Todte, 10 Verwundete, 6 Vermißte und 12 Mann, die früher als vermißt verzeichnet wurden, die aber in Gefechten getödtet worden sind, 2 Deserteure und 20 an Krankheiten Verstorbene.
London, 22. April. Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 20. ds., 6 Uhr abends: Seit dem 16. April haben mehrere Kolonnen 81 Buren gefangen und 100,000 Patronen, 200 Pferde, zahlreiche Wagen und eine große Menge Vieh erbeutet. 20 Buren ergaben sich den Engländern. »
London, 22. April. „Daily Mail" berichtet aus A m st e r d a m : Die holländische Regierung habe eine P e - tition erhalten, unterzeichnet von einer Anzahl Buren- Gefangener auf St. Helena. Diese ersuchen die hol-
___ Hanauer Anzeiger. ____________ ländische Regierung, bei der englischen Regierung dahin zu wirken, daß sie Erlaubniß erhalten, St. Helena zu verlassen, um sich in Holländisch-Guynea anzusiedeln.
London, „ 22. April. Die „Times" melden aus Pretoria : Das Hauptquartier des Generals French kehrte vom Osten Transvaals nach Johannesburg zurück und berichtet, daß im Osten unter den Büren dieselbe Hoffnungslosigkeit herrsche, wie überall, daß aber die Macht der sogenannten Regierung eine persönliche Aktion nicht zulasse. General French muß wegen eines leichten Unwohlseins kurze Zeit der Ruhe pflegen.
Kapstadt, 22. April. (Reutermeldung.) Der Bruder des früheren Ministers Sauer, einer der sich zur Zeit in England aufhaltenden Afrikander-Delegirten, wurde als einer der Führer der Kaprebellen überführt. Der Urtheilsspruch über ihn wurde aufgeschoben.
Die Uestplage.
London, 22. April. Aus Kapstadt wird gemeldet: 13 neue Pestfälle, darunter 7 bei Europäern, sind gestern festgestellt worden. 3 Leichen von Personen wurden gefunden, deren Erkrankung der Behörde nicht angezeigt war. Seit Beginn der Epidemie sind 456 Personen erkrankt und 185 gestorben.
* *
Berlin, 22. April. Aus dem Kabinet der Kaiserin gelangte gestern nach dem „Kleinen Journal" eine Gabe von 2000 Mk. zum Bau einer dritten jüdischen Alters-Versorgungsanstalt an den Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde.
Berlin, 22. April. In Kreisen, die mit dem Vatikan Fühlung haben, wird dem „Berliner Tageblatt" zufolge angenommen, daß der Vatikan, zumal angesichts seiner ablehnenden Haltung in Sachen des Bisthums Metz, diesmal dem Freiherrn von Hertling hinsichtlich der Errichtung einer katholisch-theologischen Fakultät in Straßburg entgegenkommen werde. Man erwartet dies umsomehr, als in diesem Falle nicht nur der Klerus von Straßburg, sondern das ganze Zentrum hinter Herrn von Hertling steht.
Berlin, 22. April. Das „Kleine Journal" meldet aus Prag: Stadtrath Paruzek, welcher zugleich die Verzehrungssteuer verwaltet, wurde gestern von einem entlassenen Aufseher durch mehrere Revolverschüsse getödtet. Der Mörder ist vor einiger Zeit anläßlich einer von Paruzek gegen ihn erhobenen Ehrenbeleidigungsklage vom Gericht für unzurechnungsfähig erklärt worden.
Berlin, 21. April. Wegen Sittlichkeits-Vergehen sind in Breslau, wie die „Volkszeitung" meldet, etwa 30 Buchhändler, Wirthe und Barbiere angeklagt worden, weil sie die Fastnachtsnummer des „Simplizisfimus" verkauft oder ausgelegt haben. Die Anklageschrift ist ihnen schon zugestellt worden.
Berlin, 21. April. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Zürich : Hier ist man einem ausgedehnten Eis enbahn - Fahrkarten - Schwindel, ähnlich dem berühmten Fahrkarten-Betrug Berlin-Hamburg, auf die Spur gekommen. Der Hauptschuldige ist flüchtig, seine Complizen sind bereits verhaftet.
Berlin, 22. April. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus New-Aork depeschirt wird, hat am Samstag ein Orkan im Osten und Süden der Vereinigten Staaten großen Schaden angerichtet. Es wird der Verlust von vier Menschenleben, gemeldet. — Das Manifest Aguinaldos und die Rundreise des Generals Trias haben schon eine pazifizirende Wirkung ausgeübt.
Berlin, 22. April. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Wien: Die Straßen der inneren Stadt waren gestern Nachmittag der Schauplatz einer Demonstrations-Prozession, durch welche namens der katholischen Bevölkerung gegen die Los von Rom-Bewegung, gegen die glaubenslosen sozialdemokratischen Lehrer und gegen die konfessionslose Schule protestirt werden sollte. Nachmittags zogen von allen Seiten Vereine auf, und bewegten sich in Reihen von 4 Mann durch die Straßen. Die Frauen, welche vom Zuge ausgeschlossen waren, bildeten Spalier. Lautlos bewegte sich der Zug bis zum Stephansplatz, wo der Einzug in die Stephanskirche zum Empfang des Segens erfolgte. Zwei Stunden lang war aller Wagenverkehr in den Straßen gehemmt.
Berlin, 22. April. Den Morgenblättern zufolge ging gestern Abend eine Abtheilung der Berliner Feuerwehr mit den nöthigen Rettungsgeräthen nach Finsterwalde ab, um mehrere Arbeiter zu bergen, welche durch den Brand einer dortigen Kohlengrube in Lebensgefahr schwebten bezw. den Tod fanden.
Kiel, 21. April. Vormittags fand an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II/ ein Gottesdienst statt, welchem das Kaiserpaar, das Prinzenpaar Heinrich, ^die Prinzen Adalbert und Waldemar beiwohnten.
Kiel, 21. April. Der Kaiser und die Kaiserin mit dem Prinzen Adalbert und dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich machten nachmittags eine Segelfahrt mit der Kreuzeryacht „Iduna" und kehrten gegen 7 Uhr abends nach Kiel zurück.
Prag, 21. April. Die für heute geplante große Volksversammlung mit der Tagesordnung „Die Studentenbewegung in Rußland", wurde polizeilich verboten.
Prag, 22. April. Eine gestern hier abgehaltene große sozialistische Versammlung wurde, weil der Abgeordnete Da- szynski den Zaren und die russische Regierung aufs Heftigste angriff, polizeilich aufgelöst.
Budapest, 22. April. Dem „Pester Lloyd" zufolge wird der Marine-Voranschlag für 1902 eine Vermehruug der Donau-Kriegsflotte beanspruchen.
Budapest, 22. April. Hier zirkuliren neuerdings Gerüchte von einer theilweisen M i n i st e r k r i s i s. Es wird versichert, daß der Rücktritt des Handelsministers nur noch eine Frage von kurzer Dauer sei.
Genua, 21. April. Als der Dampfer „Perco" ankam, gingen die Heizer an Land und schloffen sich den Ausständigen an. Auch 50 spanische Heizer, die zum Ersatz der ausständigen Heizer engagirt waren, weigerten sich bei der Landung an Stelle der ausständigen Heizer zu treten.
Seite 3.
Madrid, 22. April. Wie aus bester Quelle mitgetheilt wird, erhielt der spanische Vertreter beim Vatikan, Marquis de Pidal, in den letzten Tagen Anweisung, dringend llnter- handlungen mit dem Vatikan anzuknüpfen betreffend Abänderung des Konkordats. Marquis Pidal wird wahrscheinlich, da er Anhänger des Status quo ist, seine Entlassung nehmen.
Madrid, 22. April. Die spanische Regierung geht, wie berichtet wird, mit dem Gedanken um, das Kultus-Budgrt um 10 Millionen zu vermindern.
Paris, 21. April. Waldeck-Rousseau erklärte einem Redakteur des „New-Aork Herald" in einer Unterredung, seine Krankheit sei hervorgerufen durch eine vollständige physische Ermüdung, welche eine zweijährige ununterbrochene Arbeit in ihm hervorgerufen habe. Am 12. Mai will Waldeck-Rousseau wieder nach Paris zurückkehren und seine Thätigkeit wieder aufnehmen. Er werde sich zuerst mit dem Gesetz über die Ar- be-ter-Pensionen, welche in der Kammer zur Berathung gelangen, beschäftigen. Der zusammengestellte diesbezügliche Gesetzentwurf sei der beste, welcher unter den gegenwärtigen Bedingungen gemacht werden könne. Das Kabinet erwartet zwar heftige Opposition seitens verschiedener parlamentarischer Gruppen, hofft aber bestimmt, daß der Entwurf doch zur Annahme gelangen wird. Waldeck-Rousseau schloß die Unterredung mit einer Besprechung der Feste von Toulon, worin er eine neue Aera des Friedens und das Ende der bedauerlichen wirthschaftlichen Verschiedenheiten zwischen Frankreich und Italien erblickt.
Paris, 22. April. In Chateauroux wurde Abbtz Guerin, welcher durch verschiedene buchhändlerische Unternehmungen zahlreiche Personen, darunter viele Geistliche um einen Betrag von über 4 Millionen Frcs. geschädigt haben soll, wegen Bankerotls verhaftet. — In Clemency bei Dijon wurde die Gutsbesitzerin Balland durch den Einsturz einer Scheune getödtet. 10 Personen wurden schwer verletzt.
Paris, 21. April. Wie die „Agence Havas" aus Buenos- Aires erfährt, hat die Thatsache, daß Chili, seinen formellen Verpflichtungen entgegen, Wege quer durch die Cordilleras de las Andes auf streitigen Gebietstheilen angelegt hat, dort allgemeinen Widerspruch hervorgerufen.
Paris, 21. April. Blättermeldungen aus Dschibuti zufolge hat die Expedition Baron Erlanger auf ihrem Marsche nach den großen Seen infolge Verlustes ihres Zugviehs Halt machen müssen, bis sie durch Nachschub sichergestellt war.
Paris, 21. April. Dem „Figaro" zufolge wurde Fräulein Vera Gelo nur mit 6 gegen 6 Stimmen freigesprochen. Sie ist heute Morgen nach Odessa abgereist.
Brüstet, 21. April. Prinz Louis Napoleon ist gestern Abend zum Besuch seines Bruder-Viktor Napoleon eingetroffen.
London, 21. April. Der gestern Abend veröffentlichte Prospekt für die neue Anleihe labet zu Subskriptionen auf Consols in Höhe von 30 Millionen Pfund Sterling ein, zum Emissionspreise von 94^2 und zum Zinsfuß von 2^2 °/o. Die Anleihe steht auf gleicher Stufe wie die bereits vorhandenen Consols und ist vor 1923 nicht rückzahlbar. Der Prospekt theilt ferner mit, daß von der gesammten Anleihe in Höhe von 60 Millionen Lstr. 30 Millionen Lstr. bereits untergebracht sind.
London, 11. April. Die neuen Consols werden bis zum 5. April 1903 23/* e/o und von da ab 21/* °/o tragen.
London, 22. April. „Daily Mail" meldet aus Sidney, daß in Neu-Guynea ein Arzt und ein englischer Missionar ermordet worden sind.
London, 22. April. Der Kriegssekretär ernannte eine Kommission, welche über die Frage der Erziehung von Kandidaten für die Offiziersstellen sowie über das System der Ausbildung in den Ausbildungskollegien berathen und Bericht erstatten soll, ob in der gegenwärtigen Methode des Eintritts in das Heer Aenderungen wünschenswerth seien.
Konstantinopel, 21. April. Der Sultan dankte dem in Audienz empfangenen russischen Botschafter, sowie dem russischen diplomatischen Agenten in Sofia für die Bemühungen, welche dieselben bei der bulgarischen Regierung bezüglich der macedonischen Bewegung an den Tag gelegt haben.
Belgrad, 21. April. Der frühere Minister Kaljewitsch Gerschitsch ist zum Vizepräsidenten des Senates, nicht wieirr- thümlich gemeldet des Staatsrathes, ernannt; der frühere Justizminister Marischowitsch ist zum Präsidenten des Senats ernannt. Der macedonische Kongreß wählte Michaelowski zum Präsidenten des obersten Komitees, wodurch der Sieg der gemäßigten Richtung entschieden ist. Von den verhafteten Anhängern Sarafoffes wurde Niemand wiedergewählt.
Algier, 21. April. Heute kam es hier zu antisemitischen Ruhestörungen. Als nach dem Empfange des heute eingetroffenen Generalgouverneurs Jonnart der Maire Max Regis sich in die Mairie begeben hatte, verlangte die Volksmenge unter lärmenden Hochrufen, ihn zu sehen. Regis erschien auf dem Balkon. Im Gedränge kam es zu Prügeleien. Zwei Personen wurden verwundet, mehrere Ruhestörer sestgenommen. Gegen 5 Uhr zogen Schaaren von jungen Leuten nach den Läden der Juden, die sich genöthigt sahen, diese zu schließen. Sodann begaben sie sich nach dem Volkshause, der Versammlungsstätte der Philosemiten.
Singapore, 21. April. Das Herzogpaar Cornwall- Iork an Bord des „Ophir" ist heute hier eingetroffen.
Yokohama, 21. April. (Reutermeldung.) Eine Depesche aus Seoul meldet: Die koreanische Regierung beschloß, von Frankreich fünf Millionen Den aufzunehmen, zwecks Bau einer Bahnlinie nach Norden, von Seoul nach Witschu. Es sei noch nicht bestimmt,, ob die Sicherheit für die Anleihe in Minenkonzessionen oder in Zoll- gesällen bestehen werde. Wie berichtet wird, soll der Widerstand des Generaldirektors des Zollwesens, Mc. Leavy Brown s, gegen den Versuch Zollgefälle zu verpfänden den Wunsch nach Entlassung desselben gezeitigt haben. Eine Depesche aus Tschemulpo meldet: Der englische Kreuzer „Powerful" mit Admiral Seymour an Bord ist daselbst eingetroffen. Der Admiral und der englische Gesandte werden, wie man erwartet, vom Kaiser in Audienz empfangen werden. Wie berichtet wird, soll Rußland beabsichtigen, die Tschinhaibucht zu pachten.