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den, sich bedeutend gehoben haben. Ein weiterer Schritt der Vervollkommnung der Behandlungsverfahren bei erenkrankheiten gegenüber dem früheren radikalen Vorgehen die Erkenntniß, daß wir das Nierengewebe bei Verletzungen : auch bei der Wanderniere auf das Möglichste zu schonen d zu erhalten haben. Auch die Anschauungen über die Be- rrdlung der Nierentuberkulose und der steinhaltigen Niere be« ^wesentliche Aenderungen erfahren, selbst bei den Nieren- chwülsten genügt in besonderen Fällen die theilweise Heraus- hme des Erkrankten aus der Niere.
Auf demselben Gebiet bewegen sich die Untersuchungen des :rrn Kümmell-Hamburg, welcher seine im vorigen Jahre on berichteten Untersuchungen über die Hefrierpunklsverhält- sse im menschlichen Blut bezw. Urin fortgesetzt hat. Er hat 27 Fällen wegen Nierenerkrankungen operirt und in allen esen durch Bestimmung des Stickstoffes des Gefrierpunktes r Zuckerausscheidung ebenfalls die Funktionsfähigkeit der iberen Niere vorher prüfen können, und auch umgekehrt hat legentlich die Untersuchung der funktionellen Verhältnisse r Niere zu Ergebnissen geführt, welche, wie sich später igte, mit Recht, von einem operativen Eingriff abstehen chen.
Herr Löwenhardt-Breslau spricht über die Behand- ng von Geschwülsten der Blase ohne äußere Eröffnung der- lben unter Vorzeigung geeigneter galvanokaustischer Werk- uge, und erörtert die Art, wie man Geschwülste, welche man cht mehr durch einen blutigen Eingriff entfernen kann, enigstens durch Arzneimittel beeinflussen kann.
Herr Frânkel- Wien spricht über die Wundbehandlung ach Operationen bei örtlicher Tuberkulose. Bei der Anwen- rng von Jodoform und ähnlichen Mitteln beruht die Wirkung rsselben bei örtlichen Herden der Tuberkulose in der Erdung einer umschriebenen Entzündung, welche das Krank- ntsgift durch Neubildung von Bindegeweben abkapselt. Dielbe Wirkung haben aber auch andere Stoffe, wie z. B. Bär- lppsamen, die er mehrfach mit Vortheil angewandt hat.
Zum ersten Gegenstand der Tagesordnung, den Kropf- perationen, gibt Herr Kocher-Bern einen Bericht über das weite Tausend seiner Kropfausschneidungen. Unter diesen msend Ausschneidungen hat er nur vier Mal ein Neunach- rachsen des Kropfes erlebt und hält deshalb dieses Verfahren âr öfter angezeigt als die sonst vielgeübte Hergusschälung der inzelnen Kropfknoten aus der vergrößerten Schilddrüse. In ier von hundert Fällen folgte ein tödtlicher Ausgang, bt^ egex sind bei 25 bösartigen Kröpfen sechs Patienten ge- torben; bei der sogenannten Basedowschen Krankheit war der Erfolg ein besserer. Zu den Bedingungen guter Erfolge gehört, daß giftige, keimtödtende Flüssigkeiten von der Wunde erngehalien werden und daß die Keimfreiheit bei der Operaion durch physikalische Verfahren außerhalb des Körpers er- ielt wird. Ferner Vermeidung der Allgemeinbetäubung durch Chloroform u. dergl., da das folgende Erbrechen und das chlechte Allgemeinbefinden den Heilverlauf stören. Besondere Erfahrungen theilt Kocher mit bei den tief innerhalb des Brustkorbes sitzenden Kröpfen, welche oft verkannt werden und richt leicht zu deutende Erscheinungen in den Athmungs- organen machen, in Form von asthmatischen Zuständen. Es gibt, wie es ein Kropfherz gibt, auch Kropflungen, d. h. eigenthümliche Veränderungen in den Lungen, welche durch das Vorhandensein des Kropfes gebildet sind. Manchmal kommt <es dadurch, daß sich ein Kropf in der oberen Oeffnung des Brustkorbes zwischen Wirbelsäule und Luftröhre bezw. Brustbein einklemmt, zu hochgradiger Athemnoth, und die Enffer- nung solcher Kröpfe, welche zuweilen sich nur durch Zerstückelung des Kropfes innerhalb des Brustkorbes ermöglichen läßt, ist gelegentlich mit hoher Lebensgefahr verbunden. Kocher selbst hat unter diesen tausend Fällen 22 solcher Kröpfe mit Erfolg operirt. Zur nicht blutigen Behandlung des Kropfes empfielt Kocher statt der in letzter Zeit so sehr beliebten Schild- drüsen-Präparate wieder die Verabreichung von Jodkalium, das früher allgemein mit Erfolg angewendet worden ist, aber mit Vorsicht in Rücksicht auf die chronische Vergiftung mit Jod, welcher übrigens eine mindestens ebenso gefährliche Vergiftung mit dem Schilddrüsengift gegenübersteht. Auf Grund von neueren Studien seines Sohnes empfiehlt Herr Kocher die Behandlung Kropfkranker mit phosphorsaurem Natron in geeigneten Fällen, vielleicht, meint Redner, ist der Kropf überhaupt eine Folge mangelhafter Aufnahme von phosphorsauren Salzen in den Organismus.
Herr Kraske-Freiburg berichtet über 425 von ihm mit blutigem Eingriff behandelte Kropfkranke, von denen zwölf an einer bösartigen Geschwulstform litten. Auch Herr Kraske vermeidet die Allgemeinbetäubung. Die öfter beobachtete Wârmesteigerung nach Schilddrüsenoperationen führt er zurück auf die gesteigerte Aufnahme von bei der Operation zertrümmerten Drüsengewebsmassen in den Organismus. Die vielfältigen Beobachtungen des Vortragenden haben ihm mit ziemlicher Bestimmtheit den durchaus unzulänglichen Werth der Schilddrüsenpräparate bei den Kropfleiden, die er zuerst selbst mit großen Erwartungen angewendet hat, gezeigt. Er glaubt, daß man bald von dieser ganzen Behandlungsweise mit den entsprechenden organischen Stoffen zurückkommen wird, da sie einmal höchstens rasch vorübergehenden Nutzen bringen, auf der andern Seite aber für den Organismus gelegentlich recht gefährlich sind und für die dann nothwendige Operation sogar besondere Schwierigkeiten schaffen können. Die zunehmend größere Zahl von Kropfoperationen der einzelnen Chirurgen spricht schon dafür, daß diese Mittel nicht entfernt das gehalten haben, was man sich von ihnen versprochen hat.
Herr Goldmann-Freiburg berichtet über einen Fall von Tuberkulose eines im Brustkorb gelegenen Kropfknotens, Herr Riedel-Jena verweist auf die von ihm öfter gemachte Beobachtung, daß der den eigentlichen Druck auf die Nachbarorgane veranlassende Kropfknoten auf der linken Seite innerhalb des Brustkorbes sich befindet, während außen am Halse die sichtbare Kropfgeschwulst sich rechts befindet, eine Erfahrung, welche für die Ausführung der Operation natürlich von großer Bedeutung ist.
Herr Krause-Berlin berichtet über seine Erfolge bei 27 Eingriffen im Schädelinnern zum Zwecke der Heilung
Hanauer Anzeiger.
schwerster Kopfnervenschmerzen. Rückfälle dieser Schmerzen sind bisher bei seinen Patienten nicht eingetreten. Von den erst Operirten sind sechs Kranke seit 51/«—81/« Jahren geheilt geblieben.
Hue pjab und fern.
Caffel, 12. April. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern Mittwoch Nachmittag vor dem Kgl. Theater. Ein älterer Herr, Rendant Münstermann aus Hersfeld, welcher soeben der elektrischen Bahn entstiegen war, wollte vor dem sich in Gang setzenden Wagen das Geleis passiren, wurde jedoch von dem Wagen umgestoßen und zu Boden geworfen, während es seinem Begleiter noch gelang, dem Wagen, der übrigens sofort hielt, auszuweichen. Am Kopf des zu Boden Liegenden bemerkte man nur eine kleine, wenig blutende Wunde, als man ihn jedoch aufhob, quoll das Blut aus Mund und Nase, so, daß auf eine schwere innere Verletzung, wahrscheinlich auf Schâdelbruch, zu schließen ist. Mitglieder der Sanitätskolonne sowie ein Arzt waren sofort zur Stelle.
Orb, 10. April. Der Waldaufseher Heinrich Schreiber von hier hantirte gestern Nachmittag in nicht ganz zurechnungsfähigem Zustande mit seinem Gewehr. Dasselbe entlud sich und die Kugel durchschlug den Kopf des Unglücklichen vollkommen, so daß der Tod sofort eintrat. Der Verunglückte war verheirathet und erst 36 Jahre alt.
Sch. Fulda, 11. April. Ueber das Vermögen des inhaftirten Strumpfwaarenfabrikanten Philipp sink hier ist das Konkursverfahren eröffnet worden.
Sontra, 12. April. Nach kurzem Krankenlager ist Herr Metropolitan Brauns verschieden.
Darmstadt, 10. April. Die hiesigen Schreinergehilfen sind in eine Lohnbewegung eingetreten und fordern von den Meistern eine Lohnerhöhung von 15 Prozent, sowie als Minimallohn für den jüngsten Gesellen den Tagelohn von 3.50 Mark. Im Falle die Meister der Forderung nicht nachgeben, soll am kommenden Montag ein allgemeiner Ausstand eintreten. — Ein älteres Ehepaar, das im städtischen Pfründnerhaus schon längere Zeit Aufnahme gefunden hat, schied freiwillig aus dem Leben. Man fand Mann und Frau am Fensterkreuz erhängt. Was dieselben, die man bei ihrem täglichen Spaziergang nie anders als Arm in Arm gesehen, veranlaßte, Hand an sich zu legen, ist dem Aufsichtspersonal des Hauses ein Räthsel.
Grost-Steinheim, 11. April. Die anhaltende feuchte Witterung hat insofern ihre voriheilhafte Seite, als sie unter den Feldmäusen und anderen Schädlingen gehörig aufräumt. Die Maulwürfe, in beschränkter Anzahl als nützliche Jnsekten- vertilger gern geduldet, flüchten aus den durchnäßten Niederungen auf die Anhöhen, wo sie in großen Schaaren ihre „Wühlereien" treiben. — Das Wiesenheu vorjähriger Ernte, welches im Hochsommer mit 2.50 Mk. pro Zentner bezahlt wurde, ist bereits auf 4 Mark gestiegen. Noch vor 14 Tagen war es um 3.60 Mk. erhältlich.
0 Langen, 11. April. Wie im Rodgau, so herrscht auch unter den Wirthen in den Gemeinden des Westkreises Offenbach Unzufriedenheit xvegen der Verschiedenheit des Bier- ausschankpreises. Viele Wirthe verlangen und erhalten für */io Liter Bier 12 Pfennig, während sich Andere für dasselbe Quantum mit 10 Pfennig begnügen. Im Vorjahre einigten sich die Wirthe von Langen und Egelsbach dahin, ^/rs Liter nur für 12 Pfennig zu verzapfen; nachdem aber einzelne Wirthe abtrünnig wurden, ging der Bierpreis allgemein auf 10 Pfg. herab. Neuerdings erstrebt man wiederum die Herbeiführung des Einheitspreises von 12 Pfennig. Im Ostbezirk des Kreises Offenbach sind indessen in den meisten Gemeinden die */io- Litergläser überhaupt noch nicht zur Einführung gekommen. Dort trinkt man nach wie vor den altgewohnten Schoppen 5/io Liter für 12 Pfennig. Allerdings zeigt sich auch da in neuerer Zeit hin und wieder das Bestreben, die Schoppengläser durch die ’/io Litergläser, die als vornehmer gelten, allmählich zu verdrängen und Letztere für 10 Pfennig auszu- schänken. Nach Ansicht der Wirthe wird die den Wirthestand erniedrigende Ausschankpreisschleuderei durch die Verschiedenheit der Bierbezugspreise wesentlich gefördert. Eine bekannte Pfungstädter und eine Darmstädter Bierbrauerei liefern das Bier zu 16 Mk. pro Hektoliter, Babenhausen liefert gleichfalls zu Netto 16 Mk., während die Frankfurter Brauereien das Bier nicht unter 17.50 Mk. bis 17 Mk. abgeben. Die Wirthe hegen jedoch die zuversichtliche Hoffnung, auch in dieser Beziehung einen Einheitspreis anbahnen zu können.
Hue aller «leit.
Ortskrankenkasse contra Aerzte in Leipzig. Zu dem Kampf zwischen den Aerzten und der Verwaltung der Ortskrankenkasse ist mitzutheilen, daß die Verwaltung der Ortskrankenkasse bisher im Ganzen 11 Aerzte in Leipzig und Umgegend gefunden hat, welche ihren Kollegen in den Rücken gefallen sind, daß dagegen die in einigen Blättern aufgetauchte Meldung des Engagements von 90 Berliner Aerzten rc. unrichtig ist. Die Aerzte ließen gestern ein Plakat anschlagen, welches lautet: „Mitglieder der Ortskrankenkasse! Als im Jahre 1900 infolge der großen Jnfluenzaepidemie durch die Arbeitsunfähigkeit vieler Kassenmitglieder der Ortskrankenkasse zu Leipzig größere Ausgaben als früher entstanden waren, bestellte der Vorstand eine Anzahl Kassenärzte, deren arbeitsunfähige Patienten mehr als 35 Prozent aller Kranken betrugen, zu sich und theilte denselben mit, daß sie ihre Kassen- arztstelltn verlieren würden, falls sie wieder einen gleichen Prozentsatz Mitglieder arbeitsunfähig schreiben würden. Also: Diese Aerzte, aber auch alle anderen Kassenärzte, waren, falls sie wieder der unglückliche Zufall traf, mehr als 35 Prozent Arbeitsunfähige unter ihren Kassenkranken zu haben, vor die Wahl gestellt, entweder ihre Kassenpraxis zu verlieren oder gegen Ehre und Gewissen zu handeln und Kranke für arbeitsfähig zu erklären, die in Wirklichkeit arbeitsunfähig waren. Der einzige Rückhalt, den die Kassenärzte bis jetzt gegen ein
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derartiges Willkärregiment hatten, war die Vertrauenskommisston der ärztlichen Bezirksvereine. Und diese Vertrauenskommission — welche der Vorstand der Ortskrankenkasse auf Grund eines von dem damaligen Vorsitzenden der Ortskrankenkasse unter dem 16. Oktober 1890 abgeschlossenen und unterschriebenen Vertrages länger als 10 Jahre anerkannt hat — deren Fortbestehen den wichtigsten Punkt des von dem gegenwärtigen Vorsitzenden des Kassenvorstandes Herrn Kommerzienrath Dr. Willmar Schwabe und Herrn Apotheker William Steinmetz eigenhändig unterzeichneten kassenärztlichen Vertrages bildet, wurde von demselben Vorstande in einem Rundschreiben vom 8. Februar 1901 für aufgehoben erklärt. Wenn der Vorstand der Ortskrankenkasse diesen offenkundigen Vertragsbruch nicht zurücknimmt, so gerathen die Kassenärzte in die vollkommenste Abhängigkeit vom Kassenvorstand. Und dann können sie die Kassenmitglieder nicht mehr so behandeln, wie sie es als gewissenhafte Aerzte möchten, sondern nur so, wie es der Kassenosrstand dekretirt, oder — sie müssen gehen. Darum müssen sie mit aller Macht gegen diesen offenkundigen Vertragsbruch kâmpfen;. darum allein, nicht um pekuniären Vortheil zu erlangen, sondern um den Vorstand zur Zurücknahme dieses offenkundigen Vertragsbruches zu zwingen, haben sie ihre kassenärztliche Thätigkeit eingestellt, viele von ihnen mit der Gefahr, ihre ganze Existenz zu verlieren. Mitglieder der Ortskrankenkasse! Dres ist der einzige Punkt, um den der Streit zwischen dem Kaffenvorstand und seinen Aerzten entbrannt ist/
Bismarckthurmbau auf dem Kyffhäuser. Der Kyffhäuser-Verband deutscher Studenten hatte in Aussicht genommen, einen Bismarckthurm auf den Nordklippen des Kyffhäuser zu errichten und dazu am 6. August 1901, dem 20jährigen Stiftungstage des (am 6. August 1881 auf dem Kyffhäuser gegründeten) Verbandes, den Grundstein zu legen. Nach jetziger Lage der Sache scheint jedoch, wie geschrieben wird, nich darauf gerechnet werden zu können, daß der Bau bis dahin in Angriff genommen wird. Denn obgleich die Grundeigenthümerin in rechtsverbindlicher Form den Grund und Boden, sowie der schwarzburg-rudolstädtische Forstftskus die nöthigen Steine zu dem Bau auf den Klippen unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, soll neuerdings doch ein anderer Standort in Frage gekommen sein. Es möchte wohl schwerlich auf der Nordseite des Gebirges ein so günstiger Platz, so weit die Wirkung in die Ferne in Betracht kommt, wieder zu finden sein.
Geburtstagsgeschenke für Graf Walversee.
Aus Peking wird dem „B. L.-A." gemeldet: Prinz Tsching sandte dem Feldmarschall Grafen Waldersee zum Geburtstag ein Glückwunschschreiben, sowie kostbare Seidenstoffe; Prinz Tschun, der Bruder des Kaisers von China, machte dem Grafen gleichfalls prächtige Geschenke, darunter eine prächtige Tabaksdose. Prinz Tschun äußerte auch den Wunsch, mit seinen jüngeren Brüdern dem Grafen persönlich zu gratuliren; er wurde am 9. April vom Feldmarschall empfangen. — Der Deutsche Kaiser hat dem Feldmarschall eine prächtige Reiseuhr zum Geschenk gemacht.
Reichthum au der Saar. Freiherr Karl Ferdinand v. Stumm-Halberg hat, wie gemeldet, 85 Millionen Vermögen hinterlassen. An der Saar wohnen nach dem „Konf." aber auch sonst noch reiche Leute. Als sehr reich find im Regierungsbezirk ferner noch zu nennen: Die Familie v. Bock (Sleingutfabrck- und Großgrundbesitzer) in Mettlach, die auf etliche 30 Millionen geschätzt wird, der Freiherr von Schor- lemer in Lieser, einer der bedeutensten Steingutbesitzer Deutschlands, der 15—20 Millionen besitzt, und der Graf v. Kesselstatt, Majoratsherr in Trier, der noch höher bewerthet wird. Im anstoßenden Deutsch-Lothringen wohnen Baron v. Wendel, Eisenwerk- und Großgrundbesitzer in Hechingen, der 10 bis 11000 Arbeiter beschäftigt, und die Porzellan fabrikanten v. Geiger und Jaunez in Saargemünd, je einige 10 Millionen schwer. Hat sich doch Herr Jaunez vor Jahren erlauben können, die Jagd etlicher zwanzig Dörfer für etwa 270 000 Mark zu pachten.
Ein sonderbarer Kauz, der Frau und Tochter im Kinderwagen sozusagen um die Welt schiebt, ist eben in Stockholm, der schwedischen Hauptstadt angekommen. Es ist ein gewisser Hauslion aus Wien. Den Kinderwagen vor sich schiebend, in welchem Frau und Tochter sitzen, erregt er naturgemäß großes Aufsehen. Er ernährt sich durch den Verkauf von Ansichtskarten, woraus die ganze liebe Familie abgebildet ist. Am 12. September 1901 soll er in Wien zurück sein und erhält dann von einer New-Dorker Zeitung 12 000 Mk. Belohnung.
Ueber einen Raubanfall, den ein neunzehnjähriges Mädchen in der Woche vor Ostern verübt hat, berichtet die „Augsburger Abendztg." Der Bahnhofswirth in Otterfing, Emmeran Portenlänger, wurde morgens, als er noch im Bette lag, von einem Räuber angegriffen, der mit einem schweren Maschinenhammer nach ihm schlug, ihn aber nur auf Schulter und Arm traf. Auf das Geschrei des Wirthes sprang der Eindringling von der Altane und flüchtete in den Frauenabort. Dort entpuppte sich der Räuber als die Tochter des Stationsdieners, Marie Ecker aus Murnau. Sie war früher Aushilfskellnerin bei Portenlänger und kannte das Haus. Nachdem sie den Raubplan gefaßt hatte, verschaffte sie sich in München Männerkleider, verbarg sich nachts im Dachboden und schritt dann in der Frühe zur That.
Gefährlicher Gänserich. In Goldschau bei Osterfeld (Thür.) hat im Gehöfte des Gastwirthes Schrecker ein Gänserich einen dreijähligen Jungen dermaßen gebissen, daß das Kind an den Verwundungen kurze Zeit darauf verstarb.
Kaffee, gebrannt
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Ch. J. Lossow.