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Erstes Blatt.

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Gcuerül-Auzeiger

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AHchât§Nch mit Arâchms der Tmm- und F^rrtaze, mit belletristischer Beilage

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Für* ueb Landkreis Hanau 10 Pfg. die fürch» g^faättte Petitzelle »der deren Raum, für $Mh»lrtiH5 Pf<* im Rrklamrnlheil di« Zeit« 25 Pfg., für Aufwärts 35 Pfg.

Brranttvorrl. Rrdakteur: <8. Schrecker m Ha«au.

Nr. 80

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

Donnerstag den 4. April

Bezirks-Ferusprechanschlnß Nr. 98.

1901

Amtliches.

Bekanntmachung.

Die britische Kolonie Süd-Rhodesia und das britische Schutzgebiet Betschuanaland sind dem Weltpostverein bei­getreten. Der Briesverkehr mit diesen Gebieten regelt sich fortan nach den Bestimmungen des Vereinsdienstes.

Berlin W. 66 den 1. April 1901.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

v. Podbielski.

Landkreis Danau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Die Herren Bürgermeister mache ich auf die in der Sonder­beilage zu Nr. 12 des Regierungsamtsblattes pro 1901 ab­gedruckte Nachweisung der von den Gemeinden im Rechnungs­jahr 1901 zu entrichtenden Beiträge zur Lehreralters- Zulagenkasse aufmerksam. Diese Beiträge werden durch die Kgl. Kreiskaffe in vierteljährlichen Raten im Voraus erhoben.

Alle nach Aufstellung des Vertheilungsplanes über den Bedarf der Lehreralterszulagenkasse eingetretenen Veränderungen in den Beitragszahlungen infolge Gründung neuer Schul­stellen, Erhöhung der Einheitssätze rc., werden im Lause des Rechnungsjahres 1901 von Kgl. Regierung durch besondere Verfügungen geregelt.

Hanau den 22. März 1901.

V 2731

Der Königliche Landrath, v. Schenck.

Stadtkreis Danau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Auf dem hiesigen Friedhofe sind in der letzen Zeit wieder­holt Beschädigungen der Gräber, Diebstähle von Blumen u. dergl. vorgekommen, ohne daß es gelungen ist, den oder die Thäter zu ermitteln.

Wir setzen deshalb hierdurch eine Belohnung von 30 Mark für Denjenigen aus, welcher die Thäter so zur Anzeige bringt, daß ihre Bestrafung erfolgen kann.

Hanau den 29. März 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

5703

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Verloren: 1 Portemonnaie mit 25,85 M.

Zugel ausen: 1 junger, schwarzer Hund mit weißer Brust und gelben Beinen, m. Geschl.

Hanau den 4. April 1901.

bei

Hus Stadt und £and.

Hanait, 4. April.

Beamtenpersonal-Nachrichten.

Ernannt: der Gerichtsasstssor Leonhard zum Landrichter dem Landgericht zu Lüneburg, an Stelle des Zandgerichtsraths Dr. v. Spindler der

Amtsrichter Bohns zum Mitgliede des Vorsteheramtes des vereinigten evangelischen Waisenhauses zu Hanau,

der Büreauhilfsarbeiter Stübing zu Hanau zum Bau­sekretär in der allgemeinen Bauverwaltung,

der Forstaufseher Michel zum 1. Mai cr. zum Förster zu Altengronau-Nord,

der Hilfsgerichtsdiener Senning zum Gerichtsdiener bei dem Amtsgericht zu Hilders,

die Militäranwärter Engel uud Koch zu Gefangen­aufsehern bei den Gerichtsgefängnissen zu Marburg bez«. Cassel,

der Stiftsoberförster Schulze-Böring zu Oberkaufungen zum Forstamtsanwalt für die Waldungen des ritterschastlichen Stifts Kaufungen.

Beauftragt: der außerordentliche Pfarrer Heße mit Ver­setzung der Hilfspfarrstelle zu Frankfurt a. M.-Bockenheim,

der Regierungs-Baumeister Irmer zu Magdeburg mit der Verwaltung der Kreisbauinspektorstelle zu Kirchhain.

Zurückgezogen: der dem Dr. pliil. Seelig ertheilte Auf­trag zur Verwaltung der Landesbibliothek zu Fulda.

Versetzt: der ordentliche Professor Dr. Rich arz von Greifswald in die philosophische Fakultät der Universität Marburg,

die Regierungs-Bausekretär Eschershausen von Schles­wig an die Regierung zu Cassel uud Wroblewski von da an die Regierung zu Frankfurt a./O.,

der Gerichtâschreiber, Sekretär Heitz zu Corbach an das Amtsgericht zu Bochum unter Uebernahme in den Oberlandes­

gcrichtsbezirk Hamm,

der Landesrentmeister Friedrichs von Gersfeld

nach

Fritzlar,

der Förster Schneider von Forsthaus Eichelskopf nach

Spangenberg zum 1. Juli d. J.

Verliehen: dem zum 1. April d. I. in Ruhestand

tre-

tenden Förster Klenner zu Harmerz der Titel Hegemeister, dem Kanzlisten Bach bei dem Oberlandesgericht der Titel als Kanzleiinspektor.

Penfionirt: der Kriminalschutzmann Grunewald zu Cassel,

der Forstmeister von Marschall zu Spangenberg zum 1. Juli d. I.,

der Förster Walter zu Oedelsheim zum 1. Juli d. I. der Regierungs-Kanzlei-Juspektor Erb eck zu Cassel,

der Wegebauaufseher Jahn zu Niederkaufungen und der Wegewärter Hause zu Pfaffenhausen, Kreis Homberg.

gy Des Charfreitags wegen erscheint die nächste Nummer unseres Blattes Samstag Nach­mittag zur gewohnten Stunde.

* Der Gründonnerstag ist für die christliche Kirche der Gedächtnißtag der Einsetzung des hl. Abendmahls. Die heidnischen Germanen feierten an ihm ihr Frühlingsfest zu Ehren ihres Gottes Donar (Donner), des Beschützers des Ackers. Uralte Sitten sind auch mit dem Gründonnerstag verbunden, und die verbreitetste ist wohl, daß man an diesem Tage irgend etwas Grünes genießt. In Westfalen und Hessen kocht man Kräutersuppen, in Böhmen kommt der Spinatkarpfen aus den Tisch. In der Wetterau säet man am Gründonnerstag den Kohl, der nur dann gut gerathen kann, und in manchen Gegenden des Harzes soll der Glaube vorherrschen, daß der Blitz in dasjenige Haus einschlägt, in welchem am Grün­donnerstag mit der Nadel gearbeitet wird.

* Charsreitag. Mit dem Palmsonntag, dem Tage, der seinen Namen nach der Palme, dem Symbol des Friedens, trägt, sind wir in die stille Woche eingetreten, und der Höhe­punkt dieser Woche der Ein- und Umkehr ist uns der Charsreitag. Sein Name Char deutet auf die über den Kreuzestod des Heilandes erhobenen Klagen und die Trauer der Christen an diesem Tage hin. Er heißt auch Blut-, Kreuzes-, Leidens-, Martertag. Stiller Freitag wurde er genannt, weil jeglicher Glocken- und Orgelklang verboten war; der weißen oder grauen Bußgewänder wegen auch weißer Freitag. Die Nieder­länder und Engländer bezeichn-n ihn als guten Freitag. Schon im vierten Jahrhundert findet sich seine Feier. Die für ihn geltenden Fastgebote waren nach und nach sehr streng. Er wurde der größte Bußtag, ja, man dehnte das Fasten auf 40 Stunden aus, während welcher Zeit man weder Brod noch Wasser zu sich nehmen durfte. Diese Strenge hielt jedoch nur einige Jahrhunderte an. Im spätern Mittelalter nahm seine Feier ab, nur bei den Protestanten wird er noch heute feierlichen Ernstes begangen. Der Charsreitag ist, übrigens der Begründer der vielgenannten Passionsspiele, die man früher namentlich in den süddeutschen Gebirgs - Gegenden allgemein pflegte. Die napoleonischen Kriege mit ihrer allgemeinen Verheerung hatten die Lust zu Schaustellungen und den Sinn für Romantik weggeweht, sodaß erst die neuere Zeit wieder dazu gekommen ist, diese Volksspiele neu anzuregen. Die Anfänge stammen aus der frühesten christlichen Zeit. Sie bestanden darin, daß man die erschütternde Leidensgeschichte unseres Heilandes lebendig

Feuilleton

Kelches ist gegenwärtig der bevorzugte JModegeschmack der deutschen frauenweit ?

iue allgemeine Modenwahl der deutschen Frauenwelt in Verbindung mit einer Bertheilung von 300 werthvollen Preisen.

1. Parisienne, graziös, leicht und duftig

Nicht das Schönste auf der Welt Soll Dir am meisten gefallen, Sondern was Dir wohlgefiillt Sei Dir das Schönste von Allem.

Rückert.

Alle denkenden deutschen Frauen sollen zu einem Wahlkampfe auf- gesordert werden, allerdings nur zu einem ganz harmlosen, aber doch nicht unwichtigen, denn es handelt sich dabei um die jetzt so viel umstrittene Kleiderfrage.

Die Mode in Deutschland sucht unter den verschiedensten Einflüssen nach einer bestimmten Gestaltung, ohne jedoch unter den um die Herrschaft ringenden Geschmacks­richtungen bisher zu irgendwelcher > entscheidenden Klarheit ge-

unserer Geschmacksrichtung nicht entspricht, wird er angefochten und wird an ihm herumgemodelt. Ein anderer Einfluß, der sich geltend macht, ist in der all­gemeinen Frauenbewegung begründet, welche für die im Existenzkampf stehende Frau allen unnöthigen Schmuck rc. verbannt und daher dem praktischen tailor-made mit seiner strengen Einfachheit das Wort redet.

In anderer Hinsicht sind die Re­formbestrebungen von Einfluß, welche in erster

2. Tailor-made, gediegen, einfach, korrekt.

Was sagen nun aber die am meisten Betheiligten, die deutschen Frauen selbst dazu? Dieses sestzustellen ist der Zweck dieses Aufrufes, den die Internationale SchnittmanufakturDresden-N.8, welche sich als Lieferantin fertiger Schnitte in kurzer Zeit einen

kommen zu sein.

Da ist zunächst der kokette, raffinirte Pariser Geschmack, wel­cher mit seinen althergebrachten Rechten immer den Grundton an­gibt, wie er es ja in der gesammten zivilistrten Welt thut. Theils aus Nationalgefühl, theils weil er

Linie die gesund­heitlichen Rücksich­ten gelten lassen wollen u. schließ­lich sind es in neuester

Zeit die Künstler, speziell die modernen denen das seiner Stil-

jetzige Frauengewand in losigkeit nicht gefällt, denn sie predigen Einfachheit der Schnittform, orna­mentale, bewegte Dekorationslinien, die mit der Körperform harmoniren.

Aus alledem geht hervor, daß man im Großen und Ganzen mit der jetzigen Mode nicht zufrieden ist.

3. Neutral, gefällig aber Extreme vermeidend.

hervorragenden Ruf erworben hat, an

Um die gestellte Aufgabe zu lösen, werden mit nebenstehenden Fi­guren 5 Promenadenkostüme zur Wahl gestellt, deren jedes deutlich eine be­stimmte Geschmacksrichtung darstellt und zwar in möglichst dezenter, wenig auffallender Weise und möglichst unter Berücksichtigung des guten Geschmackes. So zeigt z. B. Fig. 1 ein modernes Kostüm im echten Pariser Geschmack, aber ohne Uebertreibung. Es besteht aus leichtem, duftigem Stoff und ist reich mit Spitzen-Einsätzen und Chiffon garnirt. Fig. 2 erscheint von direkt entgegengesetzter Geschmacksrichtung, denn aus Tuch bestehend, ist es streng im praktischen tailor-made - Stil ge­halten und nur mit Steppreihen ver­ziert. Fig. 3 stellt den neutralen deutschen Geschmack dar, welcher wohl die Mode mitmacht, aber sie weder

alle

Frauen erläßt.

4. Reform, korseitlos, fußfrei.

nach der einen noch nach der anderen Richtung übertreibt. Fig. 4 wird den Bestrebungen der verbesserten Frauen­kleidung gerecht, welche vor Allem die geschnürten Taillen und langen Röcke abschaffen will, und Fig. 5 schließlich ist im Sinne moderner Kunst gehalten, welche keine allgemeinen Besätze, sondern indi­viduelle Ornamente durch einfache, mit der Körperform harmonirende Linien fordert, verbunden mit feinen Farben-

| Wirkungen.

Di« h«utig« Numi^.r »msatzt aufter dem U«terhattu«üsvla<112 ®<«<«