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Erstes Blatt.

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5äv Wadt» und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fäaf* gkipân« Petitzei!« oder deren Raum, für LnSmÄa» Ib PsS* im Reklamenrhetl die Zeit« LS Pfg., für Auswärts 35 Wg.

Nr. 78.

AMchrs Orgs» fit Ltedt- md FsuLKreis §MM.

GMsmt täglich mit Aâch»« der Gomr- und F«ertNgr, mit Belletristik Beilage.

Brrsntwsrtl. Redakteur: ®. Schrecker in Hanau.

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

Dienstag den 2. April

Bezirks-Ferusprechanschluß Nr. 98.

1901

Amtliches.

Landkreis Dan au.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Die Herren Bürgermeister werden unter Hinweis auf meine Verfügung vom 26. März 1885, J. St. 1696, in Nr. 76 des Kreisblattes, veranlaßt, innerhalb 8 Tagen die Nachweisungen der im Etatsjahre 1900 vorgekommenen Wanderlager und Wanderauktionen und der zur Gemeindekasse eingezogenen Wander lagersteuern einzureichen oder Vakatanzeige zu erstatten.

Hanau den 1. April 1901.

Der Königliche Landrath.

J. St. 1561 I. V.: V a l en tiner, Reg.-Assessor.

Stadtkreis Dan au.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die nach der Pferde - Aushebungs - Vorschrift vom 3. Februar 1900 alljährlich vorzunehmende allgemeine Pferde­musterung findet für den Stadtkreis Hanau am Donnerstag den 4. April 1901 statt und müssen die Pferde zwecks Verlesung und Rangirung um 7 Uhr vormittags auf dem städtischen Vieh­marktplatze vorgeführt werden und zwar sind dieselben von der Hainstraße aus heran und durch die türkischen Gärten nach der Bogenstraße wegzuführen.

Jeder Pferdebesitzer ist verpflichtet, seine sämmtlichen Pferde zur Musterung zu gestellen, mit Ausnahme

a) der Fohlen warmblütiger Schläge unter vier Jahren;

b) der Fohlen kaltblütiger oder kaltblütig gemischter Pferde unter drei Jahren;

e) der Hengste;

d) der Stuten, die entweder hochtragend sind oder noch nicht länger als 14 Tage abgefohlt haben;

e) der Vollblutstuten, die imAllgemeinen deutschen Gestüt­buch" oder in den hierzu gehörigen offiziellen vom Unionklub geführten Listen eingetragen und von

f)

einem Vollbluthengst laut Deckschein belegt sind, auf

Antrag des Besitzers;

der Pferde, welche aus beiden Augen blind sind;

g) der Pferde, unter 1,50 m Bandmaß.

In den unter d bis t aufgeführten Fällen sind vom Orts­vorstand ausgefertigte Bescheinigungen vorzulegen, denen bei hochtragenden Stuten (Ziffer d) auch der Teckschein beizu- sügen ist.

Von der Verpflichtung zur Vorführung der Pferde sind ausgenommen:

1.

2.

3.

4.

Hus Stadt und Cand.

Hanau, 2. April.

* Kirchliche Feier des Gründonnerstags. In diesem Jahre findet hier zum ersten Male die Feier des Gründonner st ag!s am Abend statt. In der Marien­kirche wird an diesem Abend der K i r ch e n ch o r bei der Feier eines liturgischen Gottesdienstes mitwirken. Derselbe beginnt um 7 Uhr, im Anschluß daran wird die Vorbereitung für Diejenigen gehalten werden, die Charfreitag zum Tische des Herrn gehen wollen.

* Johanniskirche. Das Charfreitagbrod wird Don­nerstag den 4. April von 3 Uhr ab aus getheilt, und sind die Marken dazu, am Tage vorher, bei dem Kirchendiener Herrn Lehmann zu haben.

* Marienkirchenchor. Laut Inserat findet heute Abend 8 Uhr im Schulsaal Probe statt.

* Forstpersonalien. Zu Königlichen Oberförstern unter Verleihung der nebenbezeichneten Oberförsterstellen sind ernannt: die Forst-Assessoren Derichsweiler zu Giesel, Sezekorn zu Mackenzell, Reg.-Bez. Cassel.

* Eisenbahnpersonalten. Die Prüfung zum Lokomotivführer hat bestanden der Lokomotivheizer S ch l o s s e r 2 zu Hanau.

* Kontrolversammlnng. Mittwoch den 3. April, vormittags 9 Uhr, in Hanau (Paradeplatz): Reservisten der Jahresklassen 1898, 1899 und 1900, sowie die zur Dispo­sition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften; ferner die Wehrleute, Reservisten, Ersatz-Reservisten und die zur Dis­position der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aus den Orten Keffelstadt mit Philippsruhe, Wilhelmsbad, Wilhelms­baderhof und Neuhof, Jahresklasfen 18881900; nachmit­tags 3 Uhr in Großauheim (Schulhof): Die Wehr­leute I, Reservisten, Ersatz-Reservisten 18881900 und die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aus Großauheim, Großkrotzenburg und Pulverfabrik.

* Süddeutsche Edel- und Unedelmetall-Berufs- genosienschaft. Aus dem Geschäftsbericht der Sektion IV der Süddeutschen Edel- und UnedelmetallBerufsgenossenschaft entnehmen wir die nachstehenden Notizen: Die Sektion, welche die Provinz Hessen-Nassau und das Großherzogthum Hessen umfaßt, zählte Ende 1899 299 Betriebe. Im Laufe des Jahres 1900 traten 27 neue Betriebe hinzu, während 18 Be­triebe ausschieden, so daß am Schluffe des Jahres 1900 308 Betriebe vorhanden waren. Es wurden im Jahre 1900 2306 Ein- und Ausgänge (gegen 1862 des Vorjahres) geschäftlich erledigt. Im Laufe des Jahres 1900 wurden in der Sektion zusammen 8551 Vollarbeiter mit einem anrech­nungsfähigen Lohn von 8 190165 Mk. beschäftigt. Gegen das Vorjahr eine Abnahme von 35 Arbeitern, dahingegen eine Zunahme von 214 389 Mk. Lohn. Im Durchschnitt verdiente der Arbeiter (jugendliche mit einbegriffen) im Jahre 1900 = 957 Mk. 80 Pfg. (1899 929 Mk. 04 Pf.). Es kamen im Jahre 1900 = 277 Betriebsunfälle (1899 287) zur Anmeldung. Im gleichen Zeitraum wurden 19 Fälle (1899 18) entschädigungspflichtig. Unter den 277 Unfallverletzten des Jahres 1900 befanden sich 15 Arbeiterinnen und 52 jugendliche Arbeiter (1416 Jahre) drei im Jahre 1900 erhobene Rentenansprüche wurden als unberechtigt abgewiesen. Infolge veranlaßter Nachrevisionen wurden 1 Unfallrente ganz eingestellt und 9 Unfallrenten herabgesetzt. Durch die 277

nen thatsächlichen Verhältnissen durchaus entsprochen wor­den ist.

* Geschäfts-Jubiläum. Gestern waren seit ©Anbung der Heraeus'schen Platinschmelze hier 50 Jahre verflossen. Die altrenommirte Firma genießt einen Weltruf und ihre Erzeugnisfe finden Verwendung auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft, der Industrie und Technik, sowie der Medizin und Hygiene. Der Gründer des Betriebs in seiner heutigen Gestalt, Herr C. W. Heraeus, machte sich alsbald die epochemachenden Erfindungen des französischen Professors und Mitglieds der Pariser Akademie der Wissenschaften Saint-Claire-Devikle auf dem Gebiete der Metallurgie und des Pla­tinmetalls zu Nutze und verwendete dieselbe zuerst in größerem Maßstabe. Die Fabrikation von Platingeräthen für die chemische Industrie, für Laboratorien sowie für die Zahnheil­kunde seitens der Firma ist seitdem beständig fortgeschritten und hat sich ihre Absatzgebiete auf dem gesummten Weltmärkte ge­sichert. Mit den Fortschritten der Elektrotechnik hat auch die Entwickelung der Platin-Industrie gleichen Schritt gehalten und manche neue Erfindung ist seitdem aus der Fabrik der Firma Heraeus heroorgegangen. Entsprechend den Ver­diensten, welche sich der Gründer der Firma Herr C. W. Heraeus um das Gemeinwohl unserer Stadt, für ihren Weltruf auf dem Gebiete der Kunst-Industrie und nicht zu­letzt auch um die Einrichtungen in sozialer Hinsicht erworben, überbrachten gestern Deputationen des Magistrats unter Führung des Herrn Ersten Beigeordneten Bode, der Stadtverordneten­versammlung, der Handelskammer und zahlreiche Freunde so­wohl dem Gründer unserem Ehrenbürger Herrn C. W. Heraeus sowie seinen Söhnen herzliche Glückwünsche dar, die prachtvolle Blumenspenden noch verschönten. Das Personal überreichte eine von Herrn Akademielehrer Schultz hergestellte, in meisterhafter Weise ausgeführte Gedenktafel, die u. A. die Gesammtansicht der Fabrik mit dem davor aufgestellten ge­lammten Personal enthält und allegorische und sinnbildliche Darstellungen des Platins enthält. Zur Feier des Tages fand eine vergnügte Festlichkeit unter Theilnahme vieler Freunde und Bekannten statt, der eine nach dem Vorbild desHanauer Anzeiger" herausgegebene Festzeitung auch die richtige humoristische Würze verlieh. Wie stets bei besonderen Anlässen, so hat auch diesmal wieder die Familie Heraeus ihren edlen Wohlthätigkeitssinn bethätigt und verschiedenen gemeinnützigen Anstalten namhafte Zu­wendungen gemacht. Es erhielten die StiftungLungenheil­stätte" 3000 Mk., das Diakonissenhaus 1000 Mk, der Vater­ländische Frauenverein 1000 Mk., der Huber-Heraeus'sche Armen-Verein 1000 Mk. und dasHoffmannshaus" zu Berlin ebenfalls 1000 Mk., der Arbeiter-Pensionsfond der Heraeus'schen Fabrik 5000 Mk.

* Ausstellungen. In der höheren Mädchenschule waren während der letzten Tage die im verflossenen Schul­jahre von den Schülerinnen der Anstalt hergestellten Zeich­nungen ausgestellt. Dieselben boten einen schönen Beweis für den Eifer, mit dem an der genannten Schule der Zeichen­unterricht gepflegt wird. Besonders freute es uns zu sehen, daß die Schülerinnen sobald wie irgend möglich zur Konturen­zeichnung nach Gipsmodellen u. dgl. übergehen; ebenso ver­dient die frische Behandlung der Licht- und Schattenzeichnungen sowohl in Bleistift wie in Kreide volle Anerkennung. Unter den Arbeiten der oberen Klaffen befinden sich Leistungen, die auf eine recht erfreuliche Begabung der Schülerinnen schließen lassen. Wir wünschen der Schule, daß sie auf der einge­schlagenen Bahn rüstig weiter schreiten und auch in Zukunft der edlen Zeichenkunst, die so wichtig für die Ausbildung und Förderung des Schönheitssinnes ist, eine immer eifrigere Pflege angedeihen lassen möge. Gleichzeitig hatte Herr Bongard, der Zeichenlehrer der höheren Mädchenschule, eine Ausstellung der in seinem Privatkursus angefertigten Arbeiten veranstaltet. Die getroffene Anordnung der Bilder machte in ihrem harmo­nischen Aufbau einen sehr guten Eindruck. Erfreulich war die große Mannigfaltigkeit der behandelten Gegenstände. Landschafts­bilder, Stillleben, Portraitstudien, ornamentale Malerei nach Vorlagen und nach der Natur wechselten in reicher Fülle und gaben ein Zeugniß für die Lust und Liebe, mit der die Damen die Kunst des Zeichnens und Malens pflegen. Auch hier berührte uns die glückliche Wahl der Motive, die Frische und Natürlichkeit der Auffassung, die flotte Zeichnung und die kräftige und doch äußerst harmonisch wirkende Behandlung der Farben sehr sympathisch. Unter den ausgestellten Naturstudien verriethen einige Arbeiten ganz unleugbaresvielversprechendes Talent. Bedauert haben wir dagegen, daß die Arbeiten nach Gyps- modellen verhältnißmäßig wenig zahlreich vertreten waren. Allerdings ersetzten die Zeichnungen durch Güte, was ihnen an Lahl fehlte. Ganz besonders gefiel uns das sehr lebens­wahre von Herrn Bongard angefertigte Portrait des verstorbenen Herrn Dr. Winkler.Wir würden uns freuen, wenn wir

Mitglieder der regierenden deutschen Familien;

die aktiven Offiziere und die Sanitätsoffiziere bezüglich der von ihnen zum Dienstgebrauch gehaltenen Pferde; Beamte im Reichs- und Staatsdienst hinsichtlich der zum Dienstgebrauch, sowie Aerzte und Thierärzte hinsichtlich der zur Ausübung ihres Berufes nothwendigen Pferde; Posthalter hinsichtlich derjenigen Pferdezahl, welche von ihnen zur Beförderung der Posten kontraktmäßig gehalten werden muß;

die Königlichen Staatsgestüte.

Pserdebesttzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht rechtzeitig oder vollzählig vorführen, haben außer der gesetz­lichen Strafe zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangs-

5.

Unfälle des Jahres 1900 wurden verursacht Verletzungen: an Kopf, Gesicht und Augen in . . . 33 Fällen

weise Herbeischaffung der nicht gestellten Pferde vorgenommen wird.

Das Vorführen der Pferde durch Kinder oder gebrechliche Leute ist verboten.

Hanau den 18. März 1901.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus.

4850

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 8 Würstchen, */r Pfd. Tafelbutter und 2 Zwieback. 1 Portemonnaie mit 1,33 M. und 2 Konsum­marken. 1 vierräderiger Handwagen (Pritschenwagen).

Verloren: 1 Portemonnaie mit 26,75 M.

Zugelaufen: 1 brauner Spitz mit weißen Abzeichen, m. Geschl. 1 weißer Foxterrier mit hellbraunen Abzeichen und ledernem Halsband.

Entlaufen: 1 großer, langhaariger, goldgelber Kolli­hund mit Halsband mit dem Namen Frhr. v. Gagen.

Hanau'den 2. April 1901.

1)

2)

3)

4)

Armen, Händen oder Fingern in Beinen oder Füßen in . . . anderen Körpertheilen in . . Es trat infolge der Unfälle ein:

a. der Tod in ......... . b. völlige Erwerbsunfähigkeit in . . . . c. dauernde theilweise Erwerbsunfähigkeit in.

195

31

18

w

W

If

- Fall

1 ff

15 Fällen

3 ff

d. vorübergehende .

Zur schiedsgerichtlichen Verhandlung gelangten 1900 9 Berufungen. Dieselben richteten sich:

gegen erlassene Rentenabweisungsbescheide in .

(darunter 1 Fall aus dem Jahre 1899)

gegen erlassene Rentenherabsetzungsbescheide in

Renteneinstellungsbescheide in .

erstmalige Rentenfestsetzung in . . . 1

Eine Berufung wurde durch Vergleich erledigt, die übrigen

4.

2.

3.

4.

4 Fällen

3 w

1 Fall

8 Berufungen, von denen 3 noch das Reichsversicherungsamt, als letzte Instanz, beschäftigten, haben zu Gunsten der Sektion geendet, indem die angefochtenen 8 Bescheide sämmtlich end- giltige Bestätigung fanden. Der Ausgang der Berufungs­klagen des Jahres 1900 beweist, daß die Abwickelung der Schadenfälle seitens der Sektionsleitung in ebenso gerechter wie wohlwollender Weife durchgeführt und damit den vorhande-

Die heutige ÄumK?n? umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 10 Seiten