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s 1. April.

Petersburg 1. April. Der M ö r d e r des Unterrichts- - unijterS Bogoljepow wurde zu lebenslänglicher ;wangs»rbeit verurtheilt und sofort in die Festung bgeführt. Mehrere Minister, darunter der Justizminister, hielten Drohbriefe. Hier zirkulirt das Gerücht, daß öraf Leo T o l st o i verhaftet und internirt werben soll. $n Wladiwostok fanden Straßenkundgebungen statt, bei welchen s zu blutigen Zusammenstößen zwischen Militär und Be­völkerung kam.

Petersburg, 3t. März. Der Kaiser bestätigte das ; Sudge 1 von 12 886 400 Mark, das die finnischen Land­lände für Volksschulzwecke bestimmten.

Petersburg, 31. März. (Privattelegramm). Dem rüheren Kommandanten der Chailarer Truppenabtheilung General von Arlow, wurde vom Kaiser ein Verweis ertheilt, weil er einen ihm nach der Einnahme von Osilsikar im Seplember vorigen Jahres ertheilten Auftrag zur Errichtung einer Etappenlinie Ositsikar-Chailar nicht ausgeführt, hat, sich vielmehr der Kavallerieabiheilung des Generals Rennenkampf in der Richtung nach Girdi hin angeschlossen hatte.

Accra, 31. März. (Reutermeldung.) 120 Soldaten gingen nach Cape Coast ab infolge Meuterei von 300 Mann des westafrikanischen Regiments, welche aus Kumassi ankamen, wo sie desertirten. Die Geschäfte in Cape Coast sind ge­schlossen, weil Plünderungen befürchtet werden.

New-Pork, 3 L März. Nach einer telegraphischen Mel­dung des Admirals Remey aus Cavite brach an Bord des KriegsschiffesPetrel" Feuer aus, wobei der Kommandant des Schiffes durch Ersticken den Tod fand. Der entstandene Materialschaden ist unbedeutend.

Washington, 31. März. (Reuter.) Das Staatsdeparte­ment hat den Gesandten in Caracas aufgefordert, nach Wa­shington zu kommen, um seine Ansicht über die zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela bestehenden Streit­fragen zu hören, welche sich schärfer zugespitzt haben.

Port Said, 1. April. DerOphir", müdem Herzogs­paar von Bornwall und Jork an Bord, ist infolge eines an der Baggermaschine des Kanals entstandenen Schadens an der Weiterfahrt gehindert und ankert 3 Stunden von Suez.

Kapstadt, 1. April. (Reuter). Weitere 12 Personen, darunter 4 Europäer sind an der Pest erkrankt.

Ausstanstskewegunge«.

Paris, 30. März. Waldeck-Rousseau empfing heute Nachmittag die Abgesandten der Marseiller Rheder und Unter­nehmer, diese erklärten, sie würden dem den Arbeitervertretern be­reits unterbreiteten Vorschlag zustimmen und willigten in eine Besprechung mit den Vertretern der Ausständigen, auf Grund des Abkommens vom August 1900, ein.

Bordeaux, 31. März. Die Angestellten der Straßen­bahn beschlossen in den Ausstand einzutreten.

Marseille, 31. März. Infolge einer vom Exekutiv- Komitee der Ausständigen einberufenen Versammlung beschlossen die Werkmeister mit den augenblicklich beschäftigten Arbeitern die Arbeit einzustellen und erklärten gleichzeitig, daß sie die Arbeit nur mit ihren Arbeitern wieder aufnehmen würden, so­bald man ihre Forderungen bewillige. Die Exekutiv Komitees der Ausständigen ihrerseits haben beschlossen, die Arbeit nicht wieder aufzunehmen, solange ein Werkführer wegen einer Handlungsweise im Zusammenhänge mit dem Ausstande außer Stellung sei.

Marseille, 31. März. Auf den Quais herrscht voll­ständige Ruhe, nur 700 Arbeiter arbeiten in den ver­schiedenen Werften, Letztere stellen nur die für dringende Ar­beiten nothwendigen L ute ein.

__Hsnkuer Anzeiger'____________

Marseille, 31. März. In der mittags abgehaltenen Versammlung beschlossen 2000 Hafenarbeiter, nachdem sie den Bericht der von Paris zurückgekehrten Delegirten entgegen­genommen hatten, einstimmig, den Ausstand solange fort­zusetzen, bis der achtstündige Arbeitstag erreicht sei. Die Kohlenarbeiter nahmen eine gleichlautende Resolution an.

Montecau les Mines, 31. März. Nach einer Kundgebung, an welcher sich etwa 500 Ausständige betheiligten, wurde in der Versammlung einstimmig beschlossen, im Ausstande zu verharre«. W $ WW MWH

Montcean les Mines, 31. März. Die nichtaus- ständigen Bergarbeiter fuhren heute ohne Zwischenfall ein, die Ausständigen ließen die Bergarbeiter vorbeiziehen ohne eine Kundgebung zu veranstalten.

Die Krankheit Kaliskury's.Z

London, 31. März. WieWeehly Despatrol" hört, sei in der K r a n k h e it Lord Salisburys eine so u n- g ü n st i g e Wendung eingetreten, daß die beabsichtigte Reise nach Südfrankreich so gut wie aufgegeben sei. Es könne angenommen werden, daß sein Rücktritt vom Präsidium des Kabinetts und sein Ausscheiden aus dem politischen Leben, schon vor Ende April stattfinden werde.

London, 1. April. Nach bei Lord Salisbury einge­zogenen Erkundigungen ist die Hebung des Kräftezustandes festgestellt worden. Die Krankheit verläuft regulär.

London, 31. März. Ein heute Abend über den Ge­sundheitszustand des Lord Salisbury veröffentlichtes Bulletin besagt: Lord Salisbury hatte am 23. März einen Influenza- Anfall. Die Krankheit nahm ihren normalen Verlauf und war mit der gewöhnlich durch sie hervorgerufenen Hinfälligkeit ver­bunden, trotzdem die Temperatur fast normal war. Während der letzten beiden Tage haben die Kräfte und der Appetit zu­genommen. Man hofft, daß Lord Salisbury sich nach dem südlichen Frankreich wird begeben können, wie er es beabsich­tigte, als er erkrankte.

Dom Kurenkrieg.

Kapstadt, 31. März. (Reutermeldung.) General French operirt weiter im Osten von Transvaal. In verschiedenen Scharmützeln wurden 17 Buren gelobtet und verwundet und 57 gefangen. 93 ergaben sich. Die Buren brachten zwei Eisenbahnzüge zum Entgleisen. Beim Versuch, sie zu plün­dern, wurden sie mit einem Verlust von 6 Todten und einem Verwundeten zurückgeschlagen.

London, 1. April. Die Burenfamilien sind nach Ut­recht gesandt. Ein Buren-Convoi von 28 Wagen ist erbeutet. Kommandant Engelbrecht hat sich dem General French ergeben. Kommandant Prinsloo ist gefangen genommen worden, nach­dem sein Pferd erschossen war.

London, 1. April. Aus Blömfontein wird ge­meldet: Die Buren-Kommandanten Brand und Herzog sind in der Umgegend von Petrusberg stanalisirt worden. Man weiß nicht, wo sich Präsident Stein befindet und glaubt, daß er Dewet begleite, welcher sich in Transvaal aufhält. Kleine Buren-Abtheilungen durchziehen den Distrikt von Petrusberg und hatten dort kleinere Gefechte mit englischen Truppen.

London, 1. April. Aus Naauwport wird berichtet: Die Schützen Henningers hatten gestern ein Gefecht mit Kruitzinger. Dieser wurde vollständig überrascht und ent­floh nach Nordosten. Der Oranjefluß ist noch immer un- passirbar. Der Buren-Kommandant Shephert bedroht Maraif- poort. Ein Panzerzug versieht nunmehr den regelmäßigen Verkehr mit Norwalsport und Naauwport.

London, 1. April. Lord Kitchener berichtet aus Pretoria: Ein Zug entgleiste in der Nähe von Pan infolge

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Explosion einer Mine. Die Eskorte des Zuges wurde von 200 Buren angegriffen, sie wurden aber zurückgeschlagen und ließen 6 Todte und 11 Verwundete auf dem Platz. Wir hatten keine Verluste. Ein anderer Eisenbahnzug entgleiste gestern Abend bei Olivants-Fontein infolge gleicher Ursache. Auch hier hatten wir keine Verluste. Lord Kitchener^ theilt gleichzeitig wichtige Operationen der Kolonne French im Oranje- Freistaat mit.

London, 1. April.Daily Mail" meldet aus Amster­dam: Dr. Leyds hat einen neuen Plan entworfen, um die englischen Produkte zu boykottiren und Chamberlain telegraphisch verständigt, daß er diesen Plan von heute ab zur Ausführung bringen werde.

Berlin, 1. April. Wie demBerl. Tageblatt" aus London gemeldet wird, veröffentlicht dieCentral News" ein Telegramm aus St and er ton vom Samstag, wonach die englischen Kolonnen im östlichen Transvaal ihre Operationen nach sechswöchentlicher Unthätigkeit wieder ausge­nommen haben. Dieselbe war hauptsächlich veranlaßt durch die ununterbrochenen heftigen Regengüsse.

Die Lase in China.

London, 1. April. Aus Shanghai wird berichtet: Ein neues Edikt wird demnächst veröffentlicht werden, worin der chinesische Kaiser seine Weigerung, den chinesisch-russischen Vertrag zu unterzeichnen, mittheilt. Man kündigt die bevorstehende Ernennung des Prinzen Chan zum Minister des Auswärtigen und des Prinzen Tsching zum Unterstaatssekretär an.

London, 1. April. DerStandard" meldet aus Shanghai vom 31. März: Wie aus Tokio berichtet wird, gab die russische Regierung der japanischen die Versicherung, das Mandschureiabkommen könne nicht zum Schaden Chinas wirken und enthalte nichts, was darauf berechnet sei, die Interessen des Kaisers von Japan wesentlich zu beeinflussen.

Kriegerische Stimmung in Japan.

Während man in England und Deutschland nach den be­treffenden Erklärungen der Minister geneigt ist, der mand­schurischen Frage kaum noch eine ausschlagende Bedeutung bei­zumessen, wächst allem Anschein nach in Japan die kriegerische Stimmung. Das anfstrebende Jnselreich fürchtet namentlich, daß es durch eine Festsetzung der Russen in der Mandschurei seine dominirende Stellung dem benachbarten Korea, das es nach dem glücklichen Kriege gegen China als seine eigentliche Einflußsphäre betrachtet, verlieren würde. Darum verfolgt man in Japan natürlich jeden Schritt der Russen mit Mißtrauen, und rüstet sich, um für alle Fälle bereit zu sein; ein Anlaß zum Einschreiten für Japan würde aber auch nur dann ge­geben sein, wenn wirklich die Halbinsel Korea das Objekt einer neuen Streitfrage würde, ein Gerücht, das schon wiederholt auftauchte. Die Vorbereitungen Japans scheinen auch nur auf diese Eventualität abzuzielen. Die Stimmung in Japan schildert folgendes Telegramm:

London, 30. März. Aus Yokohama wird telegraphirt: In offiziellen Kreisen herrscht große Spannung, das auswärtige Amt ist Tag und Nacht an der Arbeit, zwischen den höchsten Generäleu finden häufige Konferenzen statt, denen auch der Kaiser beiwohnt. Drei Generalstabsoffiziere wurden nach Korea entsandt. Die Eventualität eines Krieges wird viel besprochen. Die Zeitungen in Tokio erklären, die japanischen Truppen, welche jetzt in Tschili stehen, sollen durch eine um die Hälfte stärkere.Truppenzahl abgelöst werden, und es sollen sofort Truppen nach Korea gehen, obwohl der Abgang der Ablösungs­truppen in normalen Zeiten erst im Mai fällig ist. In den Arsenalen herrscht ungewöhnliche Thätigkeit.

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