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"Eine Zählung der Fahrräder und Motorwagen, die kürzlich in Frankreich zum Zwecke der Besteuerung vorge- nommen worden ist, hat ergeben,^ hast in unserem Otachbar- lande die Zahl der Fahrräder 735,441/ die der Motorwagen verschiedener Art 5081 erreicht hat. Die jährliche Besteuerung dieser Fahrzeuge wird fast 4 Vs Millionen Francs erzielen. Die jährliche Zunahme wird auf etwa 100,000 Maschinen veranschlagt.

Ein Egoist. DieBopparder Volksztg." erzählt fol­genden Scherz, den sich vor ein paar Tagen ein Bopparder Junge leistete: Eine augenblicklich in unserer schönen Rhein­stadt weilende Dame verspürte plötzlich, als sie an einem Kon­ditorladen auf der Oberstraße vorbeiging, einen Heißhunger auf Berliner Pfannkuchen. Sie bat daher augenblicklich einen vorbeigehenden Burschen, ihr für 20 Pfennig zwei dieser Lecker­bissen zu holen, dabei einen dritten Groschen hinzufügend mit dem Bemerken, dafür könne er sich ebenfalls einen Pfann­kuchen geben lassen, wenn er wolle. Spornstreichs lief der Bote in die Konditorei, und es dauerte nicht lange, bis er die Thür von außen wieder zumachte. Die Eßwerkzeuge in fabelhafter Thätigkeit, eilte er mit ausgestrecktem Arm auf seine Auftraggeberin zu, und aus vollem Halse erklang es:Da hatt' er Euer Geld wieder, et war nor noch aine do."

Verkehrsstörungen durch Schneefall werden aus allen Theilen des Reiches gemeldet. Telegramme berichten fortgesetzt über Verkehrsstörungen und Schäden, die Schnee­stürme verursacht haben. Auf zehn Strecken der Königlich sächsischen Staatsbahnen war gestern der Gesammtverkehr wegen Schneeverwehungen eingestellt. In Thüringen ist auf der Strecke Unterneubrunn und Eisfeld ein Zug im Schnee stecken geblieben. Im ganzen Thüringer Wald stockt der Post­verkehr. Die Wälder haben durch Bruch großen Schaden gelitten. Aus ganz Schlesien kommen Meldungen über große Schneefälle. Viele Landstraßen sind total verweht. Stellenweise liegt der Schnee so hoch, daß jegliches Fortkommen unmöglich ist. Aus Grünberg wird gemeldet, daß dort seit zwölf Stunden die Postzüge von Berlin und Breslau ausgeblieben sind; auch in Breslau ist die Morgenpost aus Berlin aus­geblieben. Aber auch im Alpengebiet der Schweiz sind neue riesige Schneemassen niedergegangen. Die Lawinengefahr ist, namentlich in den Graubündener Thälern, groß. Die Bernina­post ist in Zürich ausgeblieben. Der Malojapaß und der Splügen sind geschlossen; im Chiaoennapaß mußte jeder Verkehr eingestellt werden. Die Post über den Fluelen fällt aus.

Ueber die furchtbare Blutthat in Wehrendorf bei Osnabrück, die wir schon kurz erwähnten, wird noch weiter geschrieben: Der Schmiedemeister Schoster schoß ohne jede Veranlassung den Hofbesitzer Siesler und den Hausmann Schnittker nieder. Beide waren sofort todt. Darauf brachte der Mörder noch den Studenten Kückemeyer und Obermeyer, die zu den Ferien in Wehrendorf zum Besuch weilten, Ver­wundungen bei. Die ganze Dorf-Gemeinde wurde darauf versammelt, indem man die Sturmglocken läutete. Niemand schien seines Lebens sicher zu sein. Der Mörder war im Dunkel der Nacht geflüchtet. Am Donnerstag Mittag gelang es, Schoster nach einiger Gegenwehr dingfest zu machen. Er ist 50 Jahre alt, neigte zum Trunk und ist Vater mehrerer kleiner Kinder.

Zur Ermordung des Kammermustkus Gunkel in Dresden wird weiter berichtet: Gunkel, der erste Geiger des Dresdener Hoftheaters, bestieg nach der Vorstellung eine elektrische Bahn, die nach Blasewitz führt. Während der Fahrt nahm eine Dame, die ihm gefolgt war, einen Revolver und richtete diesen vor allen Fahrgästen gegen den Künstler. Ein Schuß und Gunkel sank, tödtlich getroffen, zusammen. Der Beweggrund zu der That ist unerwiderte Liebe. Die Mörderin ist, wie bereits gemeldet, eine Frau Jahnele, die, in Prag ge­boren, die geschiedene Frau eines Eisenbahndirektors, nach anderer Meldung die eines hohen Beamten einer böhmischen Aktien-Gesellschaft ist. Sie ist bereits 49 Jahre alt und Mutter mehrerer Kinder; ihre älteste Tochter ist schon 16 Jahre alt. Die Scheidung erfolgte auf Grund ihrer Beziehungen zu dem Künstler, den sie mit einer geradezu schwärmerischen Neigung verfolgte. Als Gunkel die Beziehungen abbrach, folgte sie ihm überall hin; sie hatte ihm Rache geschworen. Ein Versuch der Mörderin, die in Dresden durch ihr aufgeputztes, geschminktes Aeußere unter dem NamenBrillantenkönigin" bekannt war, sich selbst nach der That zu todten, mißlang. Sie wurde sofort verhaftet.

Die städtische Bibliothek

Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.

Gesammtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.

Gebrauchs-Mu st er.

Nr. 149 179. Geduldspiel in Form eines Kartonblattes mit ausgestanzten Theilen, derart, daß diese durch Bewegen des Blattes in ihre richtigen Löcher gelangen, damit ein Ge- sammtbild entsteht. Lechleder LStroh in Hanau, vom 18. Februar 1901 ab. - 8. 8288. Kl. 77d.

Nr. 148 923. Offenhalter für Bücher und Notenstücke aus einer winkelförmigen Schiene mit zwischen die Blätter des Buches zu steckenden Vorsprüngen. Prinzessin Marie zuYsenburg in Gettenbach b. Gelnhausen, vom 19. Ja­nuar 1901. Y. 23. Kl. 70b.

Schiffsbertcht.

" Hamburg, 22. März. Der DampferAbessynia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist vorgestern in Port Said ein­getroffen.

Bremen, 21. März. Der Dampfer des Norddeutschen LloydKönigin Luise" ist gestern in New-York eingetroffen.^

.panauer Anzeiger nMMMNUBBawlB»««^" Mia^«r»i.iiwMw«MmM»l«»«M»jaMti>iiL~><M»»i»mnMm^iM,iKiii«iil^ .....--""

Gingefandt.

An einem der letzten Sonntage hatten einige Leute aus der Stadt von Seiten ihrer Partei die Mission übernommen, die Landwirthe im Kreise Hanau mit einem Flugblatt zu be­schenken, welches den Zweck haben soll, uns Landwirthschaft- treibende zu Gegnern der Getreidezölle zu machen. Es sollte uns vor Augen führen, wie die Großgrundbesitzer sich den Säckel füllen und uns ausbeuten und jenen allein der Nutzen der Getreidezölle zufalle. Das Letztere ist jedoch keineswegs der Fall, denn jeder, der seine Scholle bebaut, hat Theil und Nutzen an den Getreidezöllen. Weiter wird behauptet, die Industrie leide durch die Getreidezölle: Hat nicht die Industrie auf Kosten der Landwirthschaft Fortschritte gemacht, ist nicht die Industrie zur Blüthe gelangt? Befinden wir Landwirthe uns nicht in einer Mißlage und werden unsere Getreidemärkte nicht von ausländischem Getreide überfluthet, so daß wir unsere Produkte verschenken müssen oder dieselben überhaupt nicht ver­kaufen können. Um diesem Uebel abzuhelfen, müssen wir etwas höhere Getreidezölle haben. Drum Berufsgenossen, macht Front gegen die Aufdrängung dieser verpesteten Flugblätter und kämpfet für unsere Sache, für unser Fortbestehen! Be­kennt euch als deutsche Landwirthe und schenket den Unkenrufen unserer Gegner kein Gehör, denn gerade diese Herren ver­sprechen sich auf Kosten der Landwirthschaft goldene Zeiten, deshalb ist ihnen die Bewegung, das Zusammengehen der Landwirthe, ein Dorn im Auge und deshalb spannen sie alle Saiten auf, um uns zu zersplittern, denn sie scheinen einzu­sehen, daß, wenn wir Landwirthe zusammenhalten, ein Ziel verfolgen und von einer Meinung beherrscht werden, sie nicht dagegen aufkommen können, deshalb nehmen sie ihre letzte Zu­flucht zu solch schändlichen Flugblättern, um mit diesem Werk­zeuge sich Dumme unter den Landwirthen zu suchen, werden aber, Gott sei Dank, keine finden. Sie wagen es sogar in diesem Flugblatte, die Thaten unseres großen Kanzlers, des Vaters der Landwirthschaft, zu bemängeln, aber dieser große Mann hat gewußt, daß eine blühende Landwirthschaft die Stütze des Staates ist; sie stellen die Aufbringung der Ge­treidezölle als eine Finde Bismarcks hin, bloß um für seine Junker zu sorgen; der Getreidezoll nutzt nicht bloß dem Junker, sondern jedem Landwirthschafitreibenden, mit dem Getreidezoll werden wir audy keine Leibeigene der Junker, sondern wir be­kommen Abhilfe aus unserer Mißlage. Drum, Berufsgenossen, tretet Schulter an Schulter, weiset diesen Herren mit ihren Flugblättern die Thür und laßt euch nicht irre machen, sondern kämpfet für Erhöhung der Getreidezölle und Fortbestehen der deutschen Landwirlhschaft. H. L.

Niederissigheim.

handel, Gewerbe und Verkehr.

Deutsche Reichsanleihe. Die zur Emission gelangen­den 300 Mill. Mark 3pCt. Deutsche Reichsanleihe sind von einem unter Führung der Reichsbank stehenden Konsortium übernommen worden, welchem außer der Reichsbank angehören: die Königl. Seehandlung, die Deutsche Bank, die Diskonto- Ges., S. Bleichröder, Mendelssohn & Co., die Bank für Handel und Industrie, die Berliner Handels-Ges., die Dresdner Bank, der Schaaffhausensche Bankverein, die Kommerz- und Drskonto-Bank, Delbrück, Leo & Co., die Deutsche Genossen­schaftsbank, F. W. Krause & Co., die Mitteld. Kreditbank, die Nationalbank für Deutschland, Robert Warschauer & Co., die Berliner Bank, die Breslauer Diskonto-Bank, sämmtlich in Berlin; M. A. v. Rothschild & Söhne, L. Speyer-Ellissen, Jakob S. H. Stern in Frankfurt a. M., die Nordd. Bank in Hamburg, Sal. Oppenheim jr. & Co. in Köln, die Bayer. Hypotheken- und Wechselbank in München, die Königl. Haupt­bank in Nürnberg, die Württemb. Vereinsbank in Stuttgart. Die Subskription wird Anfang April stattfinden.

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Frankfurt a. M., 22. März. (Ab endbörse.) Creditaktieu 226.50 b. Diskonto-Commandit 186. e030 b. Staatsbahn 147.10 b. Lombarden 24.30 b. Northern 89.2010b. Anatolische' 86.30 b. Gotthard 165.50-70 b. Nordost 117.50-7030 b. Union 98.70 bis 90 b. Bochumer 196.30 b. Gelsenkirchener 180.30 b. Harpener 174.25 b. Hibernia 183.50 b. Laura 208.90 b. Concordia 280 b. Caro-Hegen- scheidt 112 b. Helios 75.90 b. Bad. Zucker 79.30 b. Eschweiler 207.70 b. Portugiesen 25.35 b. Türkenloose 112.80 b.

Umsätze von 6'/«6'/r Uhr. Diskonto-Commandit 186.45 b.

Bei mäßigen Umsätzen waren die Kurse auf allen Gebieten gut be­hauptet. Montanpapiere, besonders Kohlenwerthe gefragt und höher. Auch Concordia-Aktien besser.,

Berlin, 22. März. Produktenmarkt. Weizen per Mai 161.50, per Juli 164., per September 164.75.

Roggen per Mai 143., per Juli 142.50, per September.. Hafer per Mai 137.75, per Juli..

Mais amerik. Mixed loco, per Mai 107.50, per Juli 106.50. j Rüböl per Mai 56.70, per Oktober 50.70.

Spiritus, 70er loco 44.20, 50er.. " D

' Hamburg, 22. März. Kaffee good raverage Santos Schluß-Kurse per Mai 311/« Pfg., per September 321/« Pfg. M

Amsterdam, 22. März. Roggen per März.. per Mai 129. Weizen per März., per Mai.. Leinöl loco 25*/», per April 25V<, per April-Mai 25Vt, per Juni-August 25V«, Septembcr-Dezember 23/». Banca-Zinn loco 681/». Billiton loco 68V».

Humoristisches.

Ahnung. Junge Frau:Nächsten Sonntag werde ich Dir einen Heringssalat machen, Männchen; meine Freundin will mir heute das Rezept bringen." Mann (Arzt):Hm, wenn ich nur nicht schließlich noch ein Rezept schreiben muß."

Kurz. Herr:Ich möchte sehr gern mit Ihnen in Ver­bindung treten . . .!" Kaufmann:Herrenstoffe, Damen­stoffe oder Tochter?"

Je nachdem. Fräulein:Schwärmen sie denn eigent­lich gar nicht für ein eigenes Heim, Herr Doktor ?" Herr : O doch; aber es müßte hypothekenfrei sein und nebenbei jähr­lich noch einige Tausend Thaler abwerfen!"

Neidisch. Schwester (die einige Tage verreist war): Ist etwas angekommen für mich?" Backfisch:Jawohl, viertausend Küsse von Deinem Bräutigam, auf jeder Post­karte tausend!"

_________________23. März.

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Cd Das Jahr 1900 war für die V i e h v e r s i ch e r u n g im Allgemeinen ein wenig günstiges, um so erfreulicher berichtet der Abschluß der Vaterländischen Vieh-Versicherungs-Gesell- schaft in Dresden, welcher eine Prämienerhöhung von ca. 20 000 Mk. und trotz höherer Schäden eine Erhöhung der Prämienreserve und des Reservefonds um ca. 24 000 Mk. auf­weist. Beide Fonds beziffern sich auf 114 930 Mk. 16 Pfg.; die Prämieneinnahme beträgt rund 281000 Mk.; die Ver­sicherungssumme 6 555 137 Mk. Die Gesellschaft versichert zu festen Prämien ohne Nachschußpflicht der Mitglieder und ersetzt ohne Zuschlagsprämie bei Pferden außer Totalschäden auch den Minderwerth durch dauernde Lahmheit. Die durch­aus solid geleitete Anstalt kann bestens empfohlen werden.

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