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23. März.
Gesellschaften), wurde an allen Mauerecken der Stadt ange- Hlagen. Volkshaufen drängen sich vor den Anschlägen, um e zu lesen.
London, 22. März. Fast alle Londoner Morgenblätter rücken ihre lebhafte Genugthuung über die Er- edigung des Tientsiner Streitfalles aus. »Daily Graphic" hofft, die verbündeten Mächte werden nun Schritte ergreifen, um das Kommando des Grafen Waldersee u stärken. Der Tientsiner Zwischenfall und die übrigen be- aerkenswerthen Vorfälle, die daraus entstanden, würden unmöglich gewesen sein, wenn Waldersees Autorität von allen Nächten von Anfang an loyal anerkannt worden wäre. Daß üe Zurückziehung der Russen und Briten zur Zufriedenheit Daldersees ausgeführt werden solle, bezeichnet „Times" als veise Vorsichtsmaßregel und wohlverdientes Kompliment für ren Takt nnd die Unparteilichkeit des deutschen Oberkomman- >anten.
Peking, 22. März. Die beiderseitigenSchild- v a ch e n wurden heute Morgen von dem strittigen Landstriche bei Tientsin zurückgezogen.
Berlin, 23. März. Nach einem Telegramm der „Vossi- schen Zeitung" aus London wird dem „Globe" aus New-York gemeldet: Der russische Boffchafter verständigte den Staatssekretär Hay, der russisch-chinesische Mandschurei-Vertrag werde einer Nachprüfung unterzogen werden und alsdann zur Kenntniß der Mächte gebracht werden. Im ursprünglichen Vertrage befanden sich Klauseln, welche Rußland besondere Vorrechte in der Mandschurei gewährten. Diese Bestimmungen seien gestrichen worden. Der Botschafter versicherte, Rußland werde das Versprechen, die Mandschurei schließlich zu räumen, getreulich einhalten. Der amerikanische Gesandte in Peking sandte einen Bericht an das Staats-Departement, in welchem es heißt, Graf Waldersee habe nach seiner Rückkehr von Tientsin das diplomatische Korps verständigt, der russisch»englische Zwischenfall sei 1' höchst unerheblich gewesen und hätte keine Wirkung auf die Eintracht der internationalen Truppen ausüben können. Ein Zusammenstoß zwischen britischen und russischen Truppen hätte niemals gedroht.
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Nom Kurenkrieg.
London, 23. März. Die Blätter melden aus Cap- fiadt: Dewet grub bei Senekal zwei Geschütze aus, die ehemals Prinsloo gehörten.
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AusstandsKemegung.
Berlin, 23. März. Dem „Lok.-Anz." wird aus Paris telegraphirt: Nach Marseille wurde das 23. Jäger-Bataillon und zwei Schwadronen der 11. Dragoner mittelst Separatzuges aus der Umgegend hierher befördert. Die ersten Vormittagsstunden vergingen, abgesehen von einigen Störungen im Straßenbahnbetriebe, relativ ruhig. Mittags aber nach Schluß des Meetings in der Arbeiterbörse erstürmten die Streikenden die Wagen, vergewaltigten die Kutscher und schleuderten Steine gegen die Gendarmen und Polizisten. Jetzt rückte Kavallerie mit einiger Energie vor. Allmählich wich die Menge zurück. Der Straßenbrhnverkehr wurde eingestellt. Patrouillen durch- '! ziehen die Stadt. Die meisten Kaufläden sind geschlossen.
Marseille, 23. März. Zahlreiche Ausständige suchten mehrere Hunderte Arbeiter zu zwingen, die Arbeit niederzulegen. Die verschiedenen Gewerken angehörenden Arbeiter veranstalteten in den Straßen Kundgebungen und nöthigten mehrere Ladenbesitzer, die Läden zu schließen. Der Abend ver- 'Ulief ruhig. Die Kaffeehäuser sind leer. 8 ausländische Ausständige wurden wegen Gewaltthätigkeiten gegen Polizei- beamte zu mehreren Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Gesellschaft für den Schutz des Handels und mehrere andere Gesellschaften von Kaufleuten und Industriellen haben an Waldeck-Rousseau ein Telegramm gerichtet, worin sie die durch die Ausständigen hervorgerufene schlimme Lage schildern und den Schutz der Regierung verlangen.
Rom, 23. März. Wegen fortdauernden Ausstandes der Schauerleute in Neapel mußte der Dampfer „Prinz Heinrich" ohne die für die italienischen Truppen in China bestimmten Kleidungsstücke und Arzneien weitergehen. Man glaubt, daß der Ausstand durch Geldmittel vom Auslande unterstützt wird. Der Präfekt beschloß, kein Ultimatum der Ausständigen anzunehmen und keine Vergewaltigung Arbeitswilliger zu dulden.
Neapel, 23. März. Der Ausstand der Auslader dauert fort. Mehrere hundert Arbeiter, die keinem Syndikat angehören, arbeiten unter dem Schutze der Polizei. Die Ladung des Dampfers „Massilia" wird von dessen Mannschaft gelöscht. 2000 Ausständige versammelten sich in der Arbeitsbörse und beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen, ■ wenn man den von Südsrankreich kommenden Dampfern das Einlaufen in den Hafen verbietet. Man hofft, daß der Ausstand morgen beendigt sein wird.
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Berlin, 23. März. Das Befinden des Finanzministers Dr. Miquel ist noch keineswegs erheblich besser, gleichwohl hat der Minister nach den „Berliner Politischen Nachrichten" gestern mit dem zur Zeit hier weilenden Ober- präsidenten von Poen von Bitter und dem Oberbürgermeister von Poen eine längere Besprechung wegen Aufbringung der Mittel für das Festungs-Terrain gehabt.
Berlin, 23. März. Aus Kiel berichtet dem „Berl.Tgbl." rin Telegramm: Der Magistrat und die Stadtverordneten- Versammlung beschlossen einstimmig anläßlich des Bremer Attentats und der häufigen Kaiserbesuche in Kiel, eine gemeinsame Aufforderung an die Bevölkerung zu erlassen, Jeder möge beim Erscheinen des Kaisers seine nächste Umgebung beobachten, um Angriffe wahnwitziger Verbrecher oder unzurechnungsfähiger Personen rechzeitig abwenden zu können.
Berlin, 23. März. Der „Post" zufolge hatte Freiherr v. Stumm für die in einigen Jahren zu erwartende Gedenkfeier des hundertjährigen Familienbesitzes der Neunkirchener Eisenwerke von Seiten der Gebrüder Stumm eine Stiftung beabsichtigt, welche die sämmtlichen umfangreichen Wohlthätig-
_________________Hanauer Anzeiger
keitsanstalten der Firma vor allen Wechselfällen der Zukunft sicher stellen sollten. Die Erben des Verewigten haben nunmehr den ersten Schritt zur Verwirklichung dieses Vorhabens gethan, indem für denselben der Betrag von 500,000 Mark bereit gestellt wurde.
Detmold, 23. März. In der gestrigen Sitzung des Landtages wurde die Wahl des sozialdemokratischen Abgeordneten Obier für u n g i l t i g erklärt. Die Giltigkeitserklärung des sozialdemotratischen Abgeordneten Becker I Oerlinghausen steht noch aus. Hierauf wurde der Landtag vertagt.
Nürnberg, 23. März, 12 Uhr 45 Min. (Pribat- telegramm). Vor der hiesigen Strafkammer kam heute zum zweiten Male die Klage 'aus Einziehung und Vernichtung der Graßmannschen Broschüre über Moral-Theologie zur Verhandlung, nachdem das erste Urtheil wegen eines Formfehlers kassirt worden war. Die Strafkammer erkannte auch heute wieder auf Einziehung und Vernichtung der im Besitze des Verfassers und der Buchhandlungen befindlichen Broschüren, sowie auch der Platten und Formen. Die Begründung des Urtheils sagt, daß die Schrift eine Verächtlichmachung und Herabsetzung der katholischen Kirche bedeute.
Washington, 22. März. General Mc. Arthur meldet, daß sich auf den Philippinen General Fullon mit den unter seinem Befehle stehenden Aufständischen ergeben habe. Damit ist der Aufstand auf Panay beendet.
Nokohama, 22. März. (Reutermeldung). Die koreanische Regierung kündigte die Ernennung von Gesandten an, di e bei verschiedenen fremden Regierungen akkreditirt werden sollen. Es wird geglaubt, es geschehe das, damit diese Gesandten für die Aufrechterhaltung der Integrität der Halbinsel eintreten.
Nokohama, 22. März. Nachdem sich die beiden Häuser des Parlamentes vertagt haben, hat eine Konferenz von Vertretern beider Häuser statigefunden. Infolge dieser Berathung ist die Kammer heute zusammengetreten und hat das Budget mit dem vom Oberhause verlangten Zusatzantrag angenommen.
Schiffs-Nachrichten.
(Mitgetheilt von Paul Klein, Agent der „Red Star Linie", Antwerpen.)
Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Linie" iu Antwerpen ist am 20. März wohlbehalten in New-York angekommen.
Randel, Gewerbe und Verkehr.
Preußische Zentral - Bodenkredit - Aktien-Ge- sellschast. Berlin, 22. März. In der heutigen Sitzung der Preußischen Zentral-Bodenkredit-Aktiew Gesellschaft wurden von der Direktion die Jahresrechnung pro 1900, die Bilanz, sowie Vorschläge zur Gewinnoertheilung vorgelegt und von den Revisoren, wie vom Verwaltungsrath genehmigt; finden die Vorschläge auch die Billigung der Generalversammlung, so wird der gesetzliche Reservefonds einen Zuwachs von 164 852 Mark erhalten und wird eine Dividende von 9 Prozent wie in den Vorjahren zur Vertheilung gelangen. Der Pensions- fonds wird durch Zuweisung non .90 000 Mark die Hohe von 892 139 Mark erreichen.. Eine besondere Disagioreserve von 300 000 Mark wird gebildet. Auf eine neue Rechnung wird der Betrag von 349 968 Mark vorgetragen werden. Die Direktion theilte noch mit, daß die Nachfrage nach Zentralpfandbriefen und Kommunalobligationen der Gesellschaft im laufenden Jahre bisher außerordentlich lebhaft gewesen und bis zum 18. März der Betrag von rund 26 000 000 Mark verkauft sei. Die Generalversammlung wird auf den 26. April einberufen. Vom 30. März ab wird der Jahresbericht zur Verteilung gelangen.
Kohlenshndikat. Essen, 22. März. Der „Rh.-W. Zeitung" zufolge nahm die heutige Zechenbesitzerversammlung des Kohlensyndikats den Vorschlag des Beiraths, für das zweite Quartal keine weiteren Förderungseinschränkungen festzusetzen, sondern eine lOproc. Einschränkung wie im ersten Quartal' bestehen zu lassen, an.
Zahlungseinstellungen. Der Bierbrauerei Arnold Bodden in Duisburg ist in der am Montag abgehaltenen Gläubigeroersammlung ein Zahlungsaufschub von drei Monaten bewilligt worden. Der Betrieb wird weiter fortgeführt. Be- theiligt sind nach der „Köln. Ztg." die Duisburg-Ruhrorter Bank mit etwa Mk. 350,000, die ganz oder theilweise hypothekarisch gedeckt sind, eine Hopfensirma mit etwa Mk. 175,000, die ebenfalls eingetragen sind, außerdem noch größere Malzfirmen. Hauptsächlich durch große Neuanlagen in den letzten Jahren hat die Firma sich festgefahren. — Eine neue Versammlung des Gläubigerausschusses der falliten Kommanditgesellschaft Schaefer u. Co. in Eitorf traf die Bestimmung, den Fabrikbetrieb in vollem Umfange weiterzuführen. — Die Maschinenfabrik und Metallgießerei von Max Clausnitzer in Breslau hat den Konkurs angemeldet. — Ueber die Deutsche Elektrizitäts-Aktiengesellschaft in Charlottenburg ist Konkurs eröffnet worden. Damit dürfte die auf den 23. März anberaumte Generalversammlung, die über die Fortführung des Unternehmens, Beschaffung neuer Mittel, Hastbarmachung des frühern Vorstandes u. s. w. Beschluß fassen sollte, gegenstandslos werden.
Marktbericht.
Hanau, 23. März. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte: Bohnen 30-35 Pfg., Erbsen 35 Pfg., Linsen 40 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben das Pärchen 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein Huhn 1—1,20 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 40 Pfg., Hecht 1 bis 1,10 Mk., Barben 60 Pfg. — Vs kg; Gemüse: Merrettig die Stange 10—20 Pfg., Blumenkohl das Stück 20—30 Pfa., Kopfsalat das Stück 15-18 Pfg., Endivien das Stück 10 Pfg., Unter-Kohlrabi das. Stück 15—20 Pfg., Wirsing das Stück 10—50 Pfg., Weißkraut das Stück 15 bis 30 Psg., Nothkraut das Stück 10—40 Pfg., Sellerie das Stück 5—20 Psg., gelbe Rüben das Pfund 15—25
Pfg., Rosenkohl das Pfund 30-50 Pfg., Schwarzwurzeln das Pfund 30 Pfg., Spinat das Pfund 50 Pfg., "attig die Portion 10—20 Pfg., Schmalzkraut die Portwn 15—20 Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 10 Pfg.; Obst: Aevfel das Pfund 12—20 Pfg.; Birnen das Pfund 8-10 Pfg.; Citronen das Stück 7—10 Pfg., Apfelsinen das Stuck 4 bis 10 Pfg., Paradiesäpfel das Stück 10 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,15—1,25 Mk., Käse 2 Stück 9 Pfg., Eier das Stück 4—8 Pfg., Gänseeier das Stück 12 15 Pfg., Zwiebeln das Dsppelliter 20 Pfg., Kastanien ^das Vs kg 20 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Psg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = V» kg.
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* Telegraphischer Kursbericht.
Frankfurt, 23. März, 121/* Uhr.
Credit 226.30.
Staatsbahn 146.90.
Lombarden 24.30.
40/0 Spanier 72.60. Gotthard 165.50. Schweiz. Nordost 117.—.
Disconto-Comm. 186.40.
Deutsche Bank 209.20.
„ Central 163.—.
„ Union 98,50.
Handelsg. 153.—.
Dresdner —.—.
Italiener 95.80.
3 0/0 Mexicaner 25.60
3°/« Portugiesen 25.40.
Tendenz: Ruhig.
Jura 100.30.
Harpener 174.50.
Gelsenkirchener —.—.
Laurahütte 210.50.
Bochumer 197.—.
Montanwerthe etwas höher.
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.
Eckardroth. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Eckardroth belegenen, im Grundbuche von Eckardroth zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Zimmermanns Wendelin Schmitt (Georgs Sohn) und dessen 2r Ehefrau, Reparata, verwittwete Henkel, geb. Schmltt, zu Eckardroth eingetragenen Grundstücke am 15. Mai 1901, vormittags 9 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Salmünster — Zimmer Nr. 1 — versteigert werden.
Abonnements-Einladung.
Mit dem 1. April 1901 beginnt ein neues Abonnement auf den im 30. Jahrgang erscheinenden
Stciilhtiliicr Beobchter wozu wir ergebenst einladen.
Der vierteljährliche Abonnements - preis beträgt 75 Pfg., durch die Post bezogen 1 Mk. inkl. Bestellgeld.
Der „Steinheimer Beobachter" erscheint jeden Mittwoch und Samstag und bringt im Laufenden alle wichtigen politischen Nachrichten in gedrängter Kürze. Ein besonderes Augenmerk haben wir im lokalen Theil; auch die Landwirthschaft belehrende Artikel finden Aufnahme. Für äußerst spannende Romane tragen wir bekanntlich in weitgehendster Weise Sorge, wie wir Übelhaupt bestrebt sind, nach allen Richtungen unsern Lesern gerecht zu werden. Die fortgesetzt sich steigernde Abonnentenzahl bürgt für die Beliebtheit dieses Blattes.
Außerdem liegt jeder Samstags- Nummer ein
Jllustrirtes Sonntagsblatt bei, das neben interessanten Erzählungen eine Fülle allerlei Kurzweil bietet.
In Folge seiner großen Verbreitung sind die darin enthaltenen
MU" Anzeigen "Ml von unfehlbarer Wirkung und berechnen wir die kleinspaltige Petitzeile mit 8 Pfg.; bei Wiederholungen oder größeren Annoncen nach Uebereinkunst Hoher Rabatt.
Extra-Beilagen billigst.
Damit in der ferneren Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt, ersuchen wir unsere auswärtigen und neu hinzutretenden Abonnenten, ihre Bestellung bei der nächsten Postanstalt gefl. noch vor dem 27. März bewerkstelligen zu wollen, da nach diesem Zeitpunkie ein Postzuschlag von 10 Pfg. erhoben wird.
Groß-Steinheim, im März 1901.
Die Expedition des Steinheimer Beobachter.