Eene 2 ______________
* Stadttheäèer. Für die letzte Nachmittags-Vorstellung zu kleinen Preisen „Die goldne Eva" am nächsten Sonntag ist der Vorverkauf bereits morgen Samstag, nachmittags von 2—4 Uhr. — Am Sonntag Abend wird zum letzten Male „Die versunkene Glocke" gegeben.
* Benefiz Fräul. Mttck. Für die heutige Vorstellung zum Benefiz für Fräul. Muck, bekundet sich ein reges Interesse, was wir als recht erfreulich verzeichnen.
* Abendnnterhaltnng. In der „Centralhalle" veranstaltete gestern die hiesige höhere Mädchenschule eine musikalisch-deklamatorische Abendunterhaltung, die einen in jeder Beziehung genußreichen Verlauf nahm und sich eines die weiten Räume der Säle bis auf den letzten Platz füllenden Zuhörerkreises zu erfreuen hatte, was schon in Betracht des guten Zweckes der Veranstaltung — zum Besten der hier zu errichtenden Kinderkrippe — mit Genugthuung zu begrüßen war. Mit einem Prolog wurde die Veranstaltung eingeleitet, dann folgten Chorgesänge, Deklamationen, instrumentale Darbietungen rc., die sämmtlich mit reichem Beifall ausgenommen wurden. Die in allen Theilen recht gelungene Veranstaltung, in deren Dienst sich auch einige in den musikalischen Kreisen wohlbekannte Herren gestellt hatten, wird sicherlich allen Theilnehmern noch lange in der besten Erinnerung bleiben.
_ * Touristisches. Wie im heutigen Inseratenteil der „Spessart-Touristen-Vere in" bekannt gibt, wird am Sonntag den 24. d. M., nachmittags von 4 Uhr an, ein Konzert, veranstaltet vom „Freigerichter Bund", im Nieden- thal'schen Saale in Alzenau abgehalten, zu dem der Verein Einladung erhielt. Mit Rücksicht auf die in Aussicht gestellten gute Kräfte bei der Mitwirkung verspricht dasselbe ein genußreiches zu werden und läßt sich erwarten, daß auch von weiteren Kreisen eine rege Betheiligung umsomehr erfolgt, als der Reinertrag der Kasse dieses Vereins und dadurch Zwecken der Allgemeinheit auf touristischem Gebiete zu Gute kommt.
* Wer „Freigerichter Bund" hat in der Ausschußsitzung vom 8. d. M. für das Vereinsjahr 1901 nachstehendes Programm festgesetzt: 1) 21. April: Versammlung bei Herrn Gastwirth Hofmann in Alzenau mit Rechnungsablage pro 1900; 2) 11. Mai: Ausflug nach Mömbris-Johannesberg; 3) 30. Juni: Feier des 25jährigen Bestehens des Freigerichter Bundes auf Bierbrauer Hocks Wiese in Alzenau; 4) 28. Juli: Hahnenkammsfest; 5) 25. August: Ausflug nach Wilhelmsbad; 6) 13. Oktober: Versammlung bei Herrn Sickenberg, Herrnmühle, Rechnungsablage pro 1901.
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§8 Kesselstadt, 21. März. Durch die rege Bauthätigkeit, die seit Jahren hier herrscht und auch in diesem Jahre voraussichtlich nicht nachlassen wird, steigt der Werth des hiesigen Grund und Bodens ganz bedeutend, was von den Grundbesitzern lebhaft begrüßt wird. Während man vor ca. 3 Jahren den Quadratmeter in der Friedrichstraße noch für 1.50 Mk. erhalten konnte, wurde daselbst dieser Tage ein Bauplatz zu 8 Mk. pro Quadratmeter verkauft.
Sprech saaL.
Für die unter dieser Rubrik etngesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.
Eingemeindungsfragen.
Bezugnehmend auf den Sprechsaal-Artikel in Nr. 67 des „Han. Anz." erwidern wir, daß die Idee für einen Anschluß Kesselstadt's an Hanau schon vor 10—12 Jahren von anderer Seite angeregt wurde. Daß dieses jetzt wieder der Fall, hat uns gefreut, und deshalb der Wunsch nach einem endlichen Abschlusse. Ob man dem Anschluß in der hiesigen Einwohnerschaft so feindlich gesinnt ist, wollen wir abwarten. Wir wissen, daß das Fehlen einer Kanalisation und einer Wasserleitung durch den Bau moderner Häuser und durch die eigenartigen Verhältnisse hier sich immer empfindlicher bemerkbar macht und daß die Einführung derselben von Vielen als eine Erleichterung begrüßt würde. Daß dieses und so manches andere nur durch einen Anschluß an Hanau zu erreichen ist, wissen alle Interessenten und daß an den Anschluß hier noch kein Mensch gedacht hätte, entspricht nicht den Thatsachen. — Wir hoffen nach wie vor, daß sich unser Wunsch unter günstigen Bedingungen für Kesselstadt verwirklichen wird. Inzwischen lassen wir uns unseren Lokalpatriotismus von Andersdenkenden nicht verunglimpfen und werden auch bei weiteren Erörterungen nicht in den Ton unserer Gegner verfallen. Die Bemerkung, daß nur persönliches Interesse unser Motiv sei, weisen wir entschieden zurück!
Mehrere Kessel städter Bürger.
Uerei«snachrichte«
für Freitag den 22. Mach
Kunstverein - Inder Aulader Könègl. Akademie: Au8stclluu§ vor Gemälden re.
Hanauer Stadttheater: Benefiz für Fräul. H. Muck: »Zwischen zwei Herzen", Schauspiel in 4 Akten von Richard Voß; Anfang 7 Uhr.
Evang. Männer- und Jünglingsverein: Unterhaltunasabend (Evans. Vereinshsus).
Merkes'scher Stenographen-Verein: Fortbildungskursus im Restaurant „gur Sonne".
Klub der „Harmlosen": Gemüthliche Zusammenkunft im „Frankfurter Bau".
Turn- u Fechtklub: Turnen.
Hanauer Schützruverein: Zimmerstutzenschießen.
Bicycleklub „Haunovta": Klubabend in der „goldenen Gerste".
Männerabtheilung der Turngemeinde: Turnen.
Verein für Homöopathie und Naturheilkunde: Vereinsabend in der „goldenen Gerste".
Radfahrerverein Hanauer Radsport 1895: Vereinsabend im .Restaurant zum Ksrpfen", Rosenstraße
Athletenklub . Germania : Riegenstemmen und Ringen der 1., 2. und 3. Klasse (Restauration Wagenbach. Paradeplatz).
Gesellschaft „Scharfes Eck": Vereinsabend.
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für Samstag den 23 März.
Angebote auf Uebernahme der beim Hicsizen Justizgefängnisse entstehenden Küchen-Absälle, Asche und Kehricht, für die Zeit vom 1. Avil 1901 bis 31. März 1902, sind bis mi.tags 12 Uhr an den Ersten SlautLei walt Herrn Pmoff ein znrcichen.
Hanauer Anzeiger
Hus aller Arlt.
Ein schwerer Fall von BluLvergiftung hat sich in der Berliner königlichen chirurgischen Poliklinik in der Ziegelstraße ereignet und erregt durch die Persönlichkeit des davon betroffenen Opfers in ärztlichen Kreisen großes Aufsehen. Professor Lexer, der erste Assistent des Geheimrathes v. Bergmann und Vorsteher der chirurgischen Poliklinik, hat sich im Verlauf einer Operation eine derart schwere Blutvergiftung zugezogen, daß der bedauernswerthe Arzt sehr bedenklich erkrankt ist und ein operativer Eingriff nöthig wurde. Dec Zustand des jungen, in wissenschaftlichen Kreisen und unter den Studirenden sehr geschätzten und beliebten Dozenten war gestern noch recht bedenklich. Der erste Assistentenposten an der chirurgischen Poliklinik ist übrigens vom Unglück verfolgt. Erst vor einigen Jahren zog sich der damalige erste Assistent Professor Schimmelbusch eine schwere Blutvergiftung zu, an der er zu Grunde ging, und vor zwei Jahren erlitt, wie noch in lebhafter Erinnerung sein wird, Professor Nasse einen schmerzvollen Tod durch Absturz in den Alpen.
Eine schwierige Operation. In dem Zoologischen Garten zu Hannover mußte der große Elephant einer Operation unterzogen werden. Das Thier litt an Wucherungen der Hufe an den Hinterfüßen, und vor drei Jahren war es gelungen, ihn in eine Fangvorrichtung zu locken und so zu fesseln, daß die Hufe beschnitten werden konnten. Dies hat er nicht vergessen, und Marty, so hieß der Elephant, ließ sich nicht wieder in eine Falle locken, als die Wucherungen wieder derartig auftraten, daß durch den Druck der Hornmasse aus die Weichtheile der Hinterfüße eiternde Wunden entstanden und ein Eingehen des werthvollen Thieres zu gewärtigen war. Der Direktor des Gartens, Dr. Schäss, faßte den Entschluß, den Elephanten durch ein Narkotikum zu betäuben. Nach einer Besprechung mit mehreren Herren an der thierärztlichen Hochschule wurde Professor Frick zugezogeu und dieser übernahm die Ausführung der Operation. Der Elephant erhielt 40 Gramm Morphium und 6 Flaschen Rum, der mit Saccharin versüßt war. Nach einer Stunde machte sich die Wirkung bemerkbar. Der Elephant fiel um, nun wurde vermittelst eines Flaschenzuges ein Hinterfuß gehoben und die Hornmasse mit Haumesser und Hammer bearbeitet, die Wunde ausgebrannt. Als beide Hufe so behandelt waren, galt es, das Thier aus der Narkose und dann wieder auf die Beine zu bringen. Dies dauerte drei Tage und gelang mittelst eines Flaschenzuges.
Die letzten Suren.
Wir stehen im Walde und halten Wacht — Die letzten Männer der Buren.
Wir sitzen im Sattel bei Tag und Nacht, Wie wir's auf die Bibel uns schwuren.
Wir kämpfen nicht mc^r für Hof und Haus — Längst gingen sie auf in Flammen;
Wir schauen nach Kränzen und Lorbeer nicht aus — Der Traum brach längst uns zusammen.
Wir schauen nicht aus nach Weib und Kind,
Nach sorgenbrechender Kunde,
Unsre Post ist im Wald der heulende Wind, Uns'rc Freunde sind hungernde Hunde.
Wir hoffen auf nichts — auf nichts — auf nichts — Nur Gott bleibt unser Genosse . . .
Doch nein! Auch sie, die im Lärm des Gefechts Geblutet mit uns — unsre Rosse!
Die Bestie allein ist treu noch und wahr, Die Menschen — sie stoben wie Blätter Vom herbstdürren Baum, als uns die Gefahr Sich nahte im rollenden Wetter.
Ihr Herrscher der Welt, wo ist Eure Macht? Ihr Völker, wo bleibt Eure Stütze? Ein ewiger Friede!?? — — Im Donner der Schlacht Zerrann er zur blutigen Pfütze.
Ihr habt uns mit Worten so viel gesagt!
Je nun, wo bleiben die Thaten?
Wir stehen vereinsamt, doch unverzagt, Von der Menschheit verlassen, verrathen.
Wir hoffen auf nichts — wir bauen auf nichts — Wir suchen kein Hassen und Lieben.
Wir haben gelernt den Schmerz des Verzichts, Wir wissen, daß nichts uns geblieben.
Wir schauen nicht aus mehr nach irdischem Recht, Wir kennen kein Recht, uns zu fügen.
Wir wissen wohl, daß den dienenden Knecht Sie noch in Ketten betrügen.
Wir schauen nur aus nach des Räubers Spur,
Nach seinem Tod und Verderben, Wir kämpfen um nichts als den alten Schwur, Als freie Männer zu sterben.
Wir kämpfen um nichts, als den alten Wahn — Wer weiß, ob ein Grab sie uns graben .... Was ein Bure vermag, wir haben's gethan ! — Was kümmern uns Geier und Raben?!
Wir stehen im Walde und halten Wacht — Die letzten Männer der Buren. Wir sitzen im Sattel bei Tag und Nacht, Wie wir's auf die Bibel uns schwuren.
Ernst Edler von der Planitz.
Gebrauchs-Muster.
Nr. 148 699. Kontaktstück für Kontaktbahnen, wie Widerstände, Zellenschalter u. dgl., welches zwecks bequemer Auswechselung von oben, einerseits mittels einer versenkten Ringmutter auf einen Konus aufgezogen und andererseits mittels einer Gewindeschräube befestigt ist. K o n st r u k t i o n s w e r k e Elektrischer Apparate, System Bertram G. m.
22. .
b. H. in Frankfurt a. M., .vom 19. Dezember 1901 ab. — K. 13 406. Kl. 21c.
Nr. 148 681. Hochspannungsschalter mit rohrschellenartigen Klemmeinrichtungen für den Drehzapfen des Schalthebels und den zu bethätigenden Kontakt. Voigt & Haeff- ner Aktien-Gesells chaft in Frankfurt a. M.-Bocken- heim, .vom 6. Februar 1901 ab. — V. 2535. Kl. 21c.
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Berlin, 22. März. Der Kaiser wird auch das Präsidium des Reichstages heute Mittag 12^2 Uhr, also vor dem Präsidium des Abgeordnetenhauses in Audienz empfangen.
Berlin, 22. März. Der „Lokal-Anzeiger" meldet auL Wien: Der deutsche Kronprinz trifft hier, wie nunmehr feststeht, am 12. April ein. Eine Reihe größerer Festlichkeiten wird zu Ehren des Kronprinzen veranstaltet, darunter am 14. April eine große Truppen-Revue. Auf der Reise nach Budapest wird Kaiser Franz Josef den Kronprinzen begleiten. Daselbst wird ein großer Hofball stattfinden. In den hiesigen dem Hofe nahestehenden Kreisen wird der längere Besuch des deutschen Kronprinzen in Oesterreich-Ungarn mit einem Vermählungs-Projekt in Verbindung gebracht.
Berlin, 22. März. Den „Berliner Politischen Nachr." zufolge sind die kommissarischen Berathungen im Reichsschatzamt über den neuen Zolltarif soweit vorgeschritten, daß die am Mittwoch begonnene zweite Lesung heute zu Ende geführt werden dürste. Das preußische Staatsministerium würde demnach binnen Kurzem in die endgiltige Berathung der Materie eintreten können.
Berlin, 22. März. Wie aus Wien telegraphirt wird, wurde nach einer dort aus Petersburg eingegangenen Meldung bei der Untersuchung gegen Karpewitsch, den Mörder des Ministers Pogoljepew, das Bestehen einer großen Verschwörung entdeckt, deren Organisation ähnlich der der Nihilisten war. Die Verschwörung hatte ihr Centrum in Kiew mit einer Abzweigung in Odessa. Sie reichte in die tiefsten Volksschichten. Geplant sei ein Attentat auf den Zaren gewesen, weshalb der Hof nach Gatschina übersiedelte.
Berlin, 22. März. Nach einer Depesche aus Braunschweig herrscht im Oberharz ein furchtbarer Schnee-Orkan. Alle Fernsprech- und Telegraphen-Leitungen sind zerstört. Der Schneesturm hat riesige Waldschäden verursacht.
Berlin, 22. März. Nach einer Meldung aus Leipzig verurtheilte die Strafkammer gestern nach dreitägiger Verhandlung den Groß-Industriellen Gustav Neuer, den früheren Inhaber der Buntpapier-Fabrik Neuer & Co. wegen Bankerotts und Betruges durch Wechsel-Schwindeleien in Höhe von über eine halbe Million Mark zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängniß und 3 Jahren Ehrverlust. Die Mitangeklagten Agert Apel in Charlottenburg und Buchhalter Müller wegen Beihilfe wurden zu 10 bezw. 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Dem Haupt- Angeklagten Neuer wurde ein Jahr Untersuchungshaft angerechnet.
Haag, 21. März. In feierlicher Sitzung des Staatsraths erfolgte unter Vorsitz der Königin die Zeremonie der Einführung des Prinzen Heinrich in den Staatsrath, worin ihm eine berathende Stimme zusteht. Prinz Heinrich erwiderte auf die Worte, womit die Königin ihn einsetzte, worauf der Vizepräsident des Staatsraths die Glückwünsche der Körperschaft darbrachte.
Antwerpen, 21. März. In der letzten Nacht kollidirte der von Australien kommende deutsche Dampfer „Chemnitz" mit dem englischen Dampfer „Tay" auf der Rhede von Vlissingen. Die „Tay" sank. Die Lotsenboote retteten zwei Mann. Das Schicksal der übrigen Mannschaft ist unbekannt. Die „Chemnitz" ist in Vlissingen geblieben. Neueren Meldungen zufolge sind vom Dampfer „Tay" 14 Personen ertrunken, 3 wurden gerettet.
Antwerpen, 21. März. Der Dampfer „Chemnitz", welcher nachts bei Vlissingen mit dem englischen Dampfer „Tay" zusammengestoßen ist, ist hier eingetroffen.
Brüffel, 22. März. Die gestrige Meldung über die Durchreise der Königin von England war verfrüht. Die Königin hat wegen des schlechten Wetters ihre Reise um 24 Stunden verschoben und wird erst heute Brüssel pajsiren.