Hanauer Anzeiger
16. März.
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Treusch, Hanau und Dan. Dechert, Windecken, Mitglieder der Sterbekasse des Bundes Deutscher Gastwirthe (jur. Person, Sitz in Darmstadl) waren, wurde durch den Ortsrechner für den Bezirk, Herrn Gastwirth O. Stemmler, Hanau, die ansehnliche Sterberente im Betrage von Mk. 2428 an die Hinterbliebenen auf's Prompteste ausbezahlt. Es ergibt sich hieraus, wie wohlthätig die Mitgliederschaft eines so für- sorgenden Instituts für die Familie ist. Diese Kasse hat in den Z1^ Jahren ihres Bestehens über 1 200 000 Mk. an deutsche Gastwirthsfamilien (ca. M. 1100. — pro Familie) ausbezahlt, wohl der beste Beweis für die Leistungsfähigkeit dieses segensreichen Instituts. In Folge der besonderen Vorzüge und der niedrigen Beiträge sind denn auch, trotz des ver- hältnißmäßig kurzen Bestehens der Kasse, bereits mehr als 10 000 Beitritte erfolgt. Die deutschen Gastwirthe und deren Frauen erkennen immer mehr den hohen Werth dieses Instituts und den Schutz, den die Mitgliedschaft ihren Familien bietet, so daß das Gedeihen dieser Kasse als ein sehr gutes bezeichnet werden kann, was im Interesse des humanen Zwecks derselben nur freudig zu begrüßen ist.
Sèadtèheotek. L'Arronges beliebtes Volksstück „M e i N Leopold" gelangt morgen nach längerer Pause wieder zur Aufführung. Die Hauptrollen sind wie folgt besetzt: Weigelt (Herr Gehrmann), Mehlmeyer (Herr B a r t a k), Starke (Herr Schwarz), Krümel (Herr Lindenlaub), Schwalbach (Herr Metz), Emma (Frl. Schuhmann), Clara (Frl. Brandow), Marie (Frl. G y p e n), Minna (Frl. Leonardi). — Die Vorstellung findet als 9» (statt 8.) im 5. Abonnement statt.
* Jmmobilienverkehr. Das Grundstück Vor der Kinzigbrücke 25 ging zum Preise von 24 500 Mk. käuflich an Herrn Sparkassen-Rendanten Caspary über.
* Der Gesangverein Sumset feiert, wie bereits erwähnt, am Samstag den 23. d. M. in der Centralhalle sein 55. Stiftungsfest Unter der bewährten Leitung des Dirigenten Hans Grundmann sind verschiedene neue Chöre einstudirt worden, u. A. auch die P. Faßbaender'sche Preis-Komposition, welcher beim Wettbewerb der vom Deutschen Kaiser gestiftete Preis unter 309 Bewerbern zuerkannt wurde. Selbständige, melodische Stimmführung und gesättigter Wohlklang zeichnet das Werk besonders aus. Ferner finden wir auf dem Programni den großangelegten, äußerst wirkungsvollen Pembauerschen Chor mit Baritonsolo und Klavierbegleitung, sowie eine neue Komposition des Lehrers Herrn Karl Appel: «Ich grüße Dich du goldlockiges Kind." Auch für den humoristischen Theil ist bestens Sorge getragen und kommt außer Couplets rc. eine äußerst zündende Lokalszene zur Aufführung. Nach alledem dürften einige genußreiche Stunden in Aussicht gestellt werden. Im Uebrigen verweisen wir auf daS Inserat in der heutigen Nummer.
* Liederabend. Wir wollen nicht versäumen, auf den heute in dem Saale zum deutschen Hause vom Gesangverein Tonblüthe arrangirten Liederabend auch an dieser Stelle aufmerksam zu machen. Das uns vorliegende Programm weist außer gut gewählten Chören ' des Vereins und Musikpiecen der vollständigen Ulanenkapelle auch zwei dem Rahmen der Veranstaltung angepaßte Rezitationen von Herrn Jean Bock auf, so daß der Abend ein sehr genußreicher zu werden verspricht.
* Konzert. Wir wollen nicht versäumen an dieser Stelle auf die Sänger- und Komiker-Gesellschaft „Helgoland", welche schon in verschiedenen großen Städten mit Erfolg gespielt hat und morgen Sonntag in dem Konzert-Lokal zur „Wiener Spitze" auftritt, aufmerksam zu machen.
* Wettspiel. Freunden des Fußballsportes wird es von Interesse sein, zu erfahren, daß sich nächsten Sonntag den 17. d. Mts. die 2. Mannschaft der Hanauer Fußballgesellschaft 1899 nach Frankfurt begibt, um daselbst der 2. Mannschaft des Frankfurter Fußballklubs „Viktoria" im Wettspiel gegenüber zu treten. Da die 2. Mannschaft der 99er zur Zeit noch wenig eingespielt ist, so dürste dieselbe wenig Hoffnung haben, den Sieg zu erringen.
* Freigerichter Bund. Am Sonntag den 24. d. M., nachmittags 4 Uhr, findet im „Löwen" in Alzenau ein Konzert statt, veranstaltet von Mitgliedern des Vereins zu Gunsten der Feier des 25. Stiftungsfestes des „Freigerichter Bundes", das in diesem Sommer festlich begangen wird.
* Kinematograph. Wohl selten hat eine Erfindung der Neuzeit sich die Gunst des Publikums so rasch und in so hohem Maße zu erringen vermocht, wie der Kinematograph! Die lebenden Photographien erscheinen keineswegs als flache Schattenrisse, sondern vollkommen plastisch. Alles, was in der Natur lebt und sich bewegt, der Verkehr, der auf den Straßen und Plätzen fluthet, die Wogen des Weltmeeres, die sich thürmen und übereinander wälzen; alles das sehen wir vor uns greifbar nahe in unnachahmlicher Natürlichkeit. Den Vorführungen der lebenden Photographien wird selbst in den höchsten Kreisen Interesse entgegengebracht. Durch langes Bemühen sind die Besitzer im Stande, die Vorführungen aufs Beste zu leiten und finden Vorstellungen am 17. und 18. März, wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, im Saalbau zum deutschen Haus um 6 Uhr und 3 Uhr abends statt.
VereirtsrmchrichLerr
für Samstag den 16. März.
Kunstverein: In der Aula der Köm gl. Akademie: Ausstellung vor Gemälden rc.
Gesangverein „Tonbtüthe : Abends 8 Uhr: Liederabend (Herrenabend) im Saalbau «zum deutschen Haus".
Evang. Männer- und Jüngtingsoerem: Unterhaltung (Evang. Vereinshaus).
Christlicher Arbeiterverein: Vereinssbend und Mitgliederaufnahme im Vereinslokaie zum „Elephanten'"
Lurugemeinde: Kürturnen und Vorturnerstunde.
Verein „Einigkeit": Bereinsabend in der «großen Krone".
Kasino „Eintracht" (Vereinslokal „zum Braustüb'l"): Bereinsabend, Athletenklub „Germania ': Vereinsabend (Restauration Wagend ach. Paradeplatz).
Fußballklub „Viktoria": Vereinsabend in der „Brauerei Weismantel". „Hanauer Fußballgesellschaft 1899": Vereinsabend im Gasthaus „zum Grafen Philipp Ludwig".
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Gemüthliches Zusammensein i« „Alemannia".
für Sonntag den 17. März.
Fußballklub „Viktoria": Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Nachmittags 3 Uhr: Uebungs- spiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußballgesellschait 1899: Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerzierplatz.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerzierplatz.
VesOsègKermgs- etc» Kmsrzder
für Montag den 18 März.
Holzversteigerungen = 1) im Gemen bewald Dörnigheim; Zusammenkunft vormittags 10 Uhr im Distrikt Espen, Franksurterstroße, bei NummersttUl 3,2 (s. Nr. 59 „Hau. Aaz."). — 2) im Revier Leustab
der Fürstl. Oberförster« Th'ergarten; Zusammenkunft vormittags 10 Uhr im Distrikt Spieß (s. Nr. 59 „Han. Anz.").
Nachmittags 4 Uhr wird die der Gemeinde Fechenheim zustehende Fischerei auf dem Main im Bürgersaal zu Fechenheim auf 6 Jahre neu verpachtet.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen
Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 16. März,
9 Uhr 40 Min.
Das Hochdruckgebiet erstreckt sich von Rußland bis Skandinavien, ein niedrigster Luftdruck unter 754 mm lagert über dem Kanalgebiet. In Deutschland ist das Wetter ruhig, etwas wärmer, im Norden nebelig.
Prognose für den 17. März: Ruhiges, etwas wärmeres Wetter, stellenweise mit Niederschlägen wahrscheinlich.
Telegraphischer Kursbericht.
Frankfurt, 16. März, 12^4 Uhr.
Credit 224.50.
Staatsbahn 148.40.
Lombarden 24.30.
Disconto-Comm. 185.30.
Deutsche Bank 210.10.
Handelsg. 154.—.
Dresdner 152.30.
Italiener 96.—.
3 e/o Mexicaner 26.—.
3°/o Portugiesen 25.60.
4°/e Spanier 72.30. Gotthard 168.50.
Schweiz. Nordost 116.30. „ Central 162.80. „ Union 99.—.
Jura 101.—.
Harpener 169.50.
Gelsenkirchener 175.—.
Laurahütte 205.50.
Bochumer 193.50.
Tendenz: Im Allgemeinen gut hehauptet.
VraKtbericKte des „Dan. Hnz.“
Dom Kurenkrieg.
Bloemfontein, 15. März. Dewet hielt dieser Tage eine Ansprache an seine Anhänger, worin er erklärte, daß in Transvaal durchaus keine Unterhandlungen mit englischen Behörden im Gange seien.
Kapstadt, 15. März. (Reutermeldung.) Da die Buren die Telegraphendrähte zerschnitten haben, ist die Verbindung mit dem Osten der Kolonie und Natal unterbrochen.
London, 15. Mürz. Die „Times" melden aus Pretoria vom 14. März: Dewet erreichte mit einem kleineren Burengefolge Senekal, nähert sich aber der Gegend, wo ihm wahrscheinlich eine erhebliche Verstärkung seiner Streitmacht zugehen wird. Dornberg und Kavannaberg, nordwestlich von Ficksburg, waren niemals ganz frei von räuberischen Banden. Dewets Absicht geht wahrscheinlich dahin, einzelne derselben aufzunehmen.
London, 15. März. Eine Depesche Kitcheners aus Pretoria von gestern meldet: General French berichtet in Ergänzung seiner früheren Meldungen, daß noch 46 Buren theils getödtet, theils verwundet, 146 gefangen genommen seien oder sich ergaben. Erbeutet wurden von ihm noch 200 Gewehre, 2700 Patronen, 2400 Pferde, 120 Maulesel, 370 Zugochsen, 2500 Stück Vieh und 400 Wagen. Es herrscht noch regnerisches Wetter, wodurch der Vormarsch der Truppenabthei- lungen verzögert wird.
London, 15. März. Den Abendblättern wird aus Standerton vom 15. März gemeldet, daß die unter French stehenden Truppen im Hinblick auf die, zwischen Kitchener und Botha schwebenden Verhandlungen Halt machen.
Berlin, 16. März. Wie der „Vossischen Zeitung" aus London gemeldet wird, erfährt der Manchester Guardian Folgendes: Botha stellte die Bedingung, daß der künftigen Regierung Transvaals nicht Männer angehören sollen, die den Einfall Jamesons herbeigeführt haben. Kitchener berieth über diesen Punkt mit dem Kabinet und wurde in die Lage gesetzt, zu antworten, daß Transvaal eine Regierungsform erhalten solle, unter der alle friedliebenden Leute gleiche Rechte haben würden. Die Antwort befciedigte Botha, der Dewet davon in Kenntniß setzte. Dieser erklärte sich darauf bereit, mit Botha persönlich die Lage zu besprechen.
London, 16. März. Aus Oudtshoorn wird gemeldet: Kommandant Scheper befindet sich augenblicklich in der Umgegend von Willowmore und begibt sich nach Süden, verfolgt von den englischen Truppen.
London,16. März. Aus Kraalspruit wird gemeldet, daß am 16. März wieder eine Zusammenkunft zwischen Botha und Dewet stattfinden werde. — Der Guerilla- Krieg im Oranje-Freistaat dauert fort. Die Buren griffen eine Anzahl Viehhändler an und beraubten sie. Man sagt, der Kommandant Fourier habe 600 Buren in der Umgebung von Dewetsdorp versanmelt.
London, 16. März. Die Verlustliste der englischen Truppen in Südafrika umfaßt für gestern 3 Todte, 16 Verwundete, 3 Vermißte, 14 Gefangene, 9 an Krankheiten Verstorbene. Außerdem 48 nach der Heimath zurückbeförderte Offiziere.
London, 16. März. Die „Times" melden aus Kaal- spruit von gestern, es verlaute, Botha, Delarey und Dewet würden am 18. d. M. eine Zusammenkunft haben, um über die Lage zu berathen.
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Die Lage in China.
London, 16. März. Einer Washingtoner Drahtung der „Daily News" zufolge erhielt General Chaffee den kriegsamtlichen Befehl, sich mit dem Gros der amerikanischen Truppen so bald wie möglich von China nach Manila zurück zu ziehen. Nur 100 Mann sollen als Legationswache in Peking bleiben.
London, 15. März. Das Auswärtige Amt erließ einen Aufruf, worin alle Personen und Gesellschaften, welche in Verbindung mit den chinesischen Unruhen Ansprüche gegen China erheben, aufgefordert werden, nähere Mittheilung einzureichen, da jetzt in Peking die Entschädigungsfrage er- jörtert werde.
Berlin, 16. März. Das Befinden des Kaiser- ist fortgesetzt ein zufriedenstellendes. Die Gesichts- wunde ist dem „Lokal-Anzeiger" zufolge in langsamer Heilung begriffen. In 8 bis 10 Tagen wird der Kaiser voraussichtliä das Zimmer wieder verlassen können. Am Abend sieht bei Monarch jetzt regelmäßig einige Herren der Hofgesellschaft bei sich.
Berlin, 16. - März. Im Reichstage glaubt man nad dem „Börsen-Courier", die zweite Berathung des Etats werbt heute zu Ende geführt werden. Am Dienstag den 19. ds soll die dritte Berathung des Etats beginnen und am nächster Tage ihren Abschluß finden. Die dritte Berathung des China. Ergänzungs-Etats soll in nächster Woche stattfinden. Donnerstao den 21. sollen dann, wie gemeldet, die Osterferien anfangen‘ welche am 17. April endigen.
Berlin, 16. März. Wie ein Telegramm der „Voss Zeitung" aus Rom meldet, veranstalteten die Vertretungen fas aller Landeshschschulen und der dortigen monarchischen Vereine, die am Geburtstage König Humberts im Pantheon Kränz, niedergelegt hatten, gestern mit Musik und Fahnen eine große Kundgebung vor dem Quirinal und dem Palazzo Margherita. Das Königspaar und die Königin Margherita erschienen dankend auf dem Balkon. Letztere empfing eine Studenten- Abordnung. Crispi, der dem Empfang beiwohnte, kam infolge eines Fehltritts zu Fall und verletzte sich an der Stirn, konnte aber bald nach seinem Hotel zurückfahren, nachdem die Königin ihm die erste Hilfe geleistet hatte.
Berlin, 16. März. Wie dem „Lokal-Anzeiger" zufolgi verlautet, wird das Zarenpaar schon in nächster Zei! nach Darmstadt kommen und von dort aus auch der Kaiserin Friedrich auf Schloß Friedrichshof einen Besuch abstatten.
Berlin, 16 März. In München fand gestern, wie dem „Lokal-Anzeiger" gemeldet wird, zwischen zwei Studirenden ein Säbelduell statt, wobei der Kandidat der Medizin Laughauser, der Sohn eines Majors in Metz, beim ersten Gang einen Hieb quer über das Gesicht erhielt, wodurch beide Augen schwer verletzt und das Nasenbein theilweise durchschnitten wurde.
Berlin, 16. März. Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist der russische Minister für Volksaufklärung Pogolepow gestern an den Folgen der Verwundung gestorben, die ihm am 27. Februar der frühere Student Karpowitsch durch einen Revolverschuß beibrachte. Die Kugel ist, wie s. Zt. gemeldet, in den Hals gedrungen. Eine neue Operation war noch für gestern geplant, es war aber zu spät.
Berlin, 16. März. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Zürich: Auf der Südseite des Albula find sämmtliche beiden Tunnelarbeiten beschäftigten Arbeiter in einen Aus st and getreten. Die Streikenden wollten das Direktionsgebäude anzünden, wurden aber von der Polizei zurückgehalten.
Berlin, 16. März. Die „Berl. Pol. Nachr." erklären es für richtig, daß (im Reichsschatzamte Verhandlungen statt- finden zwischen Kommissaren des Reichsressorts und des Finanzministeriums wegen Feststellung des neuen Zolltarifs, hingegen seien die Mittheilungen der „Freisinnigen Zeitung" über die Stellung der Ressorts zu der Frage des Doppeltarifs unrichtig. Der Artikel fährt fort, die Landwirthschaft könne erst eine volle Beruhigung durch die Sicherheit gewinnen, daß die landwirthschasilichen Zölle nicht abermals ein Compensationsobjekt bei dem Abschlusse der Handelsverträge bilden. Auf welchem Wege die Frage gesetzgeberisch zu lösen sei, darüber dürften die Meinungen der maßgebenden Stellen kaum auseinandergehen.
Berlin, 16. März. Der „Vorwärts" meldet: Die Schuhfabrikanten beschlossen am 16. ds. Mts., sämmt-i liche Schuhmacher auszusperren, welche nicht einen bestimmten Revers unterschreiben.
Berlin, 16. März. Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge gehe die Vorlage zur Regelung der Prov i n z i aldota tionen dem Landtage alsbald nach Ostern zu.
Heidelberg, 16. März. Das Urtheil im Prozesse gegen den Statt o nsa ssistente n W eipert wurde gestern Nacht um 12 Uhr gefällt. Weipert erhielt acht Monate Gefängniß abzüglich 4 Monate Untersuchungshaft und wurde s o- fort auf freien Fuß gesetzt.
London, 16. März. Wie aus Oranje-River gemeldet wird, hat dort zwischen einem Panzerzuge und einem gewöhnlichen Zuge ein Zusammenstoß stattgefunden. Ein englischer Soldat wurde hierbei getödtet und vier verwundet. Der Schaden soll bedeutend sein.
London, 16. März. Das Oberhaus lehnte nach längerer Debatte, in der Lansdowne und Wolseley ihren Streit über die mit dem Transvaalkrieg verbundene Verantwortlichkeit fortsetzten, mit 62 gegen 38 Stimmen die von Wolseley gewünschte Veröffentlichung der von ihm verfaßten Dokumente ab.
London, 16. März. In diesen Tagen wird eine mit Geschenken reich beladene Mission nach der Hauptstadt Aethio- piens abgehen, um dem Negus Menelik für seine Mitwirkung an dem Feldzuge gegen die Somali im Namen der englischen Regierung zu danken und ihn hierfür zu belohnen. Gleichzeitig soll ein Vertrag über verschiedene Grenzfragen, die bisher strittig waren, zwischen England und Abessynien unterzeichnet werden.
Rom, 16. März. Crispi ist nicht, wie zuerst verlautete, von Unwohlsein befallen, er siel vielmehr zufällig hin und trug leichte Hautabschürfungen am Kopfe davon. Er nahm seine Thätigkeit wieder auf.
Nokohamo, 15. März. (Reutermeldung.) Man glaubt, daß, wenn auch das Oberhaus ohne Zweifel die Steuergesetzentwürfe annehmen wird, seine feindliche Haltung der Regierung gegenüber nach wie vor bestehen bleibt und bei der Budgetberalhung zum Ausdruck gelangen wird. Bei Beantwortung von Anfragen im Unterhause erklärte die Regierung, der wirkliche Sachverhalt rechtfertige nicht das Gerücht, daß russische Schiffe Kanonen und Baumaterial in Mokpho auf Kore a gelandet haben, um dort ein Fort zu errichten. Es heiße aber, daß Rußland die Errichtung einer Kohlenst a t i o n und eines H o s p i t a l s in der Nähe von Mokpho plane. Aus S ö u l " wird gemeldet, daß der stellvertrendk