Erstes Blatt.
die fünf--
öevantmortl. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau.
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ErnrnckttngSgrSühr $ Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg.
Kr. 64. Samstag dm 16. März 1901.
Amtliches.
Zwangsversteigerung
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Gemarkung Oberissigheim belegenen, im Grundbuche Oberissigheim Band II Artikel 58 Fol. 13 zur Zeit Eintragung des Versteigerunqsvermerkes auf den Namen Schuhmachers Johannes Bach, Johannes Sohn, zu Oberissigheim eingetragenen Grundstücke:
der von der des
Kbl. 6
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Parz. w
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68
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1 Haus Nr. 361/a der Nebenstraße, / Gebäudesteuerrolle Nr. 43 a/c, J a. Wohnhaus mit Hof- 2
a
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12
raum u. Hausgarten b. Scheuer mit Stallung c. Schweinestall (L Kuhstall
Aus der Röde, Acker, 16 a
5
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53
26
74
qm qm qm
zu 4: den Löb Katz, . Samuels Sohn, geboren am 8. Mai 1835 in Marköbel, zuletzt wohnhaft daselbst,
zu 5 : die Brüder Eietz, Wilhelms Söhne, nämlich:
a) Heinrich, geboren am 2. März 1828,
b) Karl Heinrich, geboren am 31. März 1831, Beide gebürtig aus Windecken und zuletzt wohnhaft daselbst, zu 6: den Heinrich Wilhelm Schmidt, Wilhelms Sohn, geboren am 29. Juli 1841 in Kilianstädten, zuletzt wohnhaft daselbst,
zu 7: die Wittwe des Jakob Steul, Anna Marie, geborene Pfeiffer, Johann Philipps Tochter, geboren am 15. Mai 1826 in Windecken, zuletzt wohnhaft in Niederdorfelden,
zu 8: den Michael Heinrich Kropp, Johannes Sohn, geboren am 14. August 1845 in Kilianstädten, zuletzt
42
qm,
Am Kuhweg, Acker, 16 a 78 qm,
Die Oberwiese, Wiese, 13 a 56 qm, Hinter der Naitweide, Acker, 18 a 74 qm
Mai 1901, vormittags O1^ Uhr durch das
wohnhaft daselbst, aus dem preußischen Staatsverbande März 1880 entlassen, für todt zu erklären.
Die bezeichneten Verschollenen werden aufgefordert, spätestens in dem auf den
9. November 1901, vormittags 10 Uhr
im
sich
unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Marktplatz 18 — Zimmer Nr. 14 versteigert werden.
Hanau den 9. März 1901.
Königliches Amtsgericht 2.
4507
vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. Letztere soll sich zu 8 nur auf diejenigen Rechtsverhältnisse beziehen, welche sich nach deutschen Gesetzen bestimmen, und nur auf das im Jnlande befindliche Vermögen des Kropp
Handelsregister.
1. Neu eingetragen ist die Firma Gebrüder Kreis in Hanau und als ihre Inhaber der Kaufmann Wilhelm Kreis und der Buchbinder Friedrich Kreis, beide in Hanau. Offene Handelsgesellschaft. Die Gesellschaft hat am 1. März 1901 begonnen.
2. Bei der Firma Stasten & Rohde in Hanau ist eingetragen worden, daß das Geschäft auf die Putzmacherin Anna Mook in Hanau übergegangen ist, die es unter der alten Firma 'fortführt.
3. Bei der Firma Joh. Dirks in Hanau ist eingetragen worden: Der Ehefrau des Inhabers, Franziska Dorothea Philippine, geb. Rother, in Groß- Lichterfelde und dem Kaufmann Adolf Friedrich August Haupt in Berlin ist Prokura ertheilt.
4. Gelöscht sind folgende Firmen:
a. Joh. Sebastian Heyl in Hanau,
b. Gebr. Joseph in Hanau.
5. Bei der Firma Gg. Brenner & Co. in Hanau ist eingetragen worden: Die Liquidation ist beendet.
6. Die Beendigung der Liquidation der Firma The Frankfort, Hanan and District Ice Company Limited in London, Zweigniederlassung in Hanau, soll von Amtswegen eingetragen werden. Die Betheiligten haben einen Widerspruch hiergegen bis zum 1. Juli 1901 geltend zu machen.
Hanau den 14. März 1901.
Königliches Amtsgericht 5. 4529
wirken.
An Alle, welche Auskunft über schollenen zu ertheilen vermögen, spätestens im Aufgebotstermine machen.
Windecken den 8. März 1901.
Leben oder Tod der Ver- ergeht die Aufforderung, dem Gericht Anzeige zu
Königliches Amtsgericht
4561
Aufgebot
Hue Stadt und Cand.
Hanan, 16. März.
* Musterung. Montag den 18. März: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Großauheim und Hütten gesäß.
* Kriegsbeorderungen. Die Mannschaften des Beurlaubtenstandes, die in Kontrolle des hiesigen Königl. Meldeamtes stehen, machen wir nochmals in ihrem eigenen Interesse auf die Bekanntmachung des Bezirkskommandos Fulda (Hanau) in Nr. 58 d. Bl. aufmerksam. Die Ordonnanzen des Meldeamtes tragen schon seit einigen Tagen die Kriegsbeorderungen und Paß Notizen für das kommende Mobilmachungs-Jahr aus. Wer von den Mannschaften des Beurlaubtenstandes in seiner Wohnung nicht angetroffen oder verzogen ist, wird gut thun, sich spätestens Montag oder Dienstag auf dem- Meldeamt einzufinden und die betreffende Meldung zu erstatten. Bersäumniß bringt empfindliche Geldoder Haft st rase ein.
* Die Handwerkskammer zu Cassel hielt am 9. d.M. in Gemeinschaft mit dem Ausschüsse für das Lehrlingswesen ihre 21. Vorstandssitzung ab, zu welcher auch der Vorsitzende des Gesellenausschusses hinzugezogen war. In derselben wurde u. A. die Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesens sowie ein Normallehrvertrag fertig durchberathen. Dem
Die Pfleger:
1. Landwirth Heinrich Goy VII in Roßdorf,
2. Schneider Gustav Toustaint in Roßdorf,
3. Schneider Ernst Schars II in Kilianstädten,
4. Handelsmann Aron Lichtenstein in Marköbel,
5. Präsenzer Jakob Hochstadt in Windecken,
6. Christoph Rau in Kilianstädten,
7. Kammmacher Wilhelm Pfeiffer in Windecken,
8. Schuhmacher Konrad Weistenstein in Kilianstädten
haben beantragt, ihre ausgewanderten und verschollenen Mündel
zu 1: den Johannes Viehl, Johann Peters Sohn,
geboren
daselbstz
am 22. April 1839 in Roßdorf, zuletzt wohnhaft
geboren
zu 2: die Katharine Knoche, Friedrichs Tochter, am 10. Oktober 1842 in Roßdorf, zuletzt wohnhaft
Anträge des Gesellenausschußvorsitzenden, die Längstdauer der Lehrzeit aus 3 Jahre festzusetzen, konnte nicht stattgegeben werden, da zu einem diesbezüglichen Beschlusse noch nicht hinreichende Unterlagen vorhanden waren, eine derartige Festlegung auch sehr tief in das gewerbliche Leben eingreift. Herr Müller-Hanau wendet insbesondere ein, daß die Lehrlinge im Goldschmiede- und Graveurhandwerk zu Hanau mit drei Jahren nicht ausgelernt haben könnten, sondern hierzu 4—5 Jahre bedürfen. Außerdem wurde noch verhandelt über die Bestellung der Prüfungsausschußmitglieder und Vorsitzenden sowie über die Wahl eines Sekretärs. An Stelle des bisherigen Sekretärs Dr. Kley, welcher, weil in fester Staatsstellung, das Sekretariat im ersten Etatsjahre nur nebenamtlich versah, wurde der bisherige Assistent bei der Kammer, Herr cand. cam. Lippert aus Dürrheim in Baden, unter mehr als 100 Bewerbern gewählt. Derselbe wird sein Amt am 1. April übernehmen. Wir geben auch an dieser Stelle gern der Hoffnung Ausdruck, daß es unserem bisherigen Mit- * Verein mit dem Vorstande vergönnt sein möge,
daselbst,
zu 3: die Geschwister Traudt (Traut?), Konrads Kinder, nämlich:
a) Margarethe, geboren am 3. November 1836,
b) Katharine, geboren am 29. Juni 1843,
c) Elisabeth, geboren am 11. März 1849,
d) Konrad Heinrich, geboren am 6. Januar 1853 sämmtlich gebürtig aus Kilianstädten und zuletzt wohnhaft
daselbst,
arbeitet im dauernd zu wirken und helfen.
* Die
Nutz und Segen des kurhessischen Handwerks zu dasselbe einer besseren Zukunft entgegenführen zu
Ausstellung in Düsseldorf 1902
Sitzungssaale der Handelskammer hielt gestern Abend Herr Direktor Frauberger aus Düsseldorf einen informirenden Vortrag über die im Jahre 1902 in Düsseldorf stattfindende Kunst- und Industrie-Ausstellung. Redner streifte die Erfolge der 1880 er Düsseldorfer Ausstellung und bemerkte, daß die
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diesmalige sich noch zu einer weit erfolgreicheren gestalten werde, da man mit viel reicheren Mitteln zu arbeiten im Stande wäre, als früher. Die Idee zu der Ausstellung wurde u. A. auch dadurch hervorgerufen, daß die Franzosen auf der letzten Pariser Weltausstellung den meisten Platz für sich beanspruchten, so daß die deutschen Aussteller theilweise gar nicht zur Geltung gelangten, theilweise ’ überhaupt nicht ausstellen konnten. Für den Ausstellungsplatz ist ein Gelände längs des Rheins vorgesehen, das von Düsseldorf mit einem Aufwand von über 4 Millionen Mk. gegenwärtig zugleich für den Zweck der Sicherstellung gegen Hochwassergefahr hergerichtet wird; die einzelnen Theile desselben wurden an der Hand von Plänen erläutert. Redner berührte die reichen Aufwendungen Düsseldorfs, die sich nach Millionen belaufen und die Freigebigkeit einzelner wirthschaftlicher Vereinigungen, die das Zustandekommen des groß angelegten Planes ermöglicht haben, sowie die nachhaltigen Unterstützungen, die das Unternehmen erfahren. Das - Kunstausstellungsgebäude soll nach der Ausstellung in den Besitz der Stadt Düsseldorf als Kunstgewerbemuseum übergehen und wird allein einen Aufwand von über 1 Million Mk. beanspruchen. In der Ausstellung werden u. A. historische und kirchliche Kunstschätze von hohem Werthe vertreten sein, wofür die Thatsache bürgt, daß der Erzbischof von Köln Mitglied des Ehrenkomitee's ist. Es ist eine Ausstellungsabtheilung beabsichtigt, die ähnlich wie am Trokadcro in Paris gedacht ist. Dieselbe wird Abgüsse der Monumente und Portale der beriihmtesten Kirchen und Gebäude, Altäre, Madonnen u.'s. w. enthalten und ein Bild geben von der Entwickelung der Kunstgeschichte im Rheinland und Westfalen. Die Ausstellung soll weiter eine wuchtige Vor- führung der Maschinen-Jndustrie und des Bergbaues werden und wird eine enorme Betheiligung erfahren. Die letzteren Kategorien werden allein in 75 eigenen Pavillons vertreten sein, von welchen derjenige Krupp's über 5000 qm. beansprucht. Die Waggonfabriken führen in einem Riesen-Pavillon mit 4 Geleisen die modernen Verkehrs-Erzeugnisse vor. Dem Kunst- Gewerbe ist der Ehrenplatz im Haupt - Ausstellungsgebüude zügedacht. Nachdem der ursprüngliche Rahmen der Ausstellung bedeutend erweitert ist und der Reg.-Bezirk Wiesbaden mit Einschluß von Frankfurt in den Kreis der Veranstaltung mit einbezogen ist, werden unsere Nachbarstädte, insbesondere Offenbach, in mustergiltiger Weise vertreten sein und es liegt für Hanau nahe, nicht zurückzustehen. Redner empfahl den An- rpesenden, die Hanauer Kunst-Industrie durch eine Kollektiv- Ausstellung vorzuführen, da diese den Vortheil der imposanteren Wirkung und der billigeren Platzmiethe für sich hat. Durch ein nochmaliges Rundschreiben des Kunst-Jndustrie-Vereins soll nunmehr versucht werden, die Hanauer Edel-Metall-Jndustriellen zur Betheiligung an einer Kollektiv-Ausstellung zu bewegen.
* Freigerichter Kleinbahn. Die Stadtverordnetenversammlung zu Gelnhausen bewilligte einen Betrag von 15000 M. zu den Grunderwerbskosten für die Freigerichter Kleinbahn.
* Stadttheater in Hanau. Der Spielplan dieser Theaterwoche hatte außer der ersten Wiederholung von Otto Ernst's erfolgreicher Novität „Flachsmann als Erzieher" am Sonntag einen vieraktigen „Moser" am Mittwoch und eine Birch-Pfeifseriade am Freitag aufzuweisen. Die von einem gesunden Realismus durchsetzte Handlung des Flachsmann hatte wieder den vollen Beifall des abermals bis auf den letzten Platz besetzten Hauses gefunden. Die Aufführung des Moser'schen schwankes „der Bibliothekar" am Mittwoch hatte die ausgelassenste Heiterkeit des Publikums zur Folge, das seine helle Freude an den drastischen Situationen des keck erfundenen Schwankes in fröhlichem Gelächter kundgab. Mit dem „Leiermann und sein Pflegekind" hatte Frau Rieger, die gestrige Benefiziantin, zu ihrem Ehrenabend eine Anleihe bei der Vergangenheit gemacht. In früheren Zeiten hat dieses rührselige Volksstück sein Publikum in helles Entzücken versetzt. Seitdem ist aber eine andere Zeil und eine andere Kunst erstanden, die über diese sentimentalen Ergüsse hinweggeschritten ist. Die Geschichte von dem alten Leiermann mit dem guten Herzen, der sich eines fremden verlassenen Mädchens erbarmt, mit ihr spielend und singend umherzieht und sich das Trinken abgewöhnt, ist doch recht veraltet und verstaubt und das Stück vermag weder in seiner Technik noch in feinem Personenbestand den: modernen Empfinden gerecht zu werden. Die ernsten Szenen, selbst wenn sie mit Musikbegleitung uns zu Gemüthe geführt werden, stimmen, nicht mehr ernst, ja es ist Gefahr vorhanden, daß der gewünschte Effekt in das Gegentheil umschlägt und die Tragik von erheiternder Wirkung ist Selbst die sorgfältigste Vorbereitung und das flotteste Spiel der Darsteller vermögen darüber nicht hinwegzuhelfen. Für die Benefiziantin hat es ja seinen Zweck erfüllt, denn es brachte ihr ein gulbesetztes Haus. er hübsche Titel und die alte Ueberlieferung hatten ihre Wirkung gethan. Und dann galt es ja auch in Frau Rieger eine bewahrte und vielbeicyas- tigte Darstellerin auszuzeichnen, der die Anerkennung und eer ^au s ihre hübsche Leistungen auf der Bühne an ihrem Ehrenabend nicht vorenthalten werden durfte. Frau Rieger spielte die Backerme, ter.n Frau Martha Steevens einfach, mit Wärme und dem gewissen ^liebenswürdig der sich in allen ihren Gestaltungen kund gibt. Für die Reubelebung des alten Stückes setzten noch ihre ganze Kraft ^n Herr Gehrmann als Frieder Kranich, der umherziehende Leiermann, Frl. Muck als Riekchen^ das Blleaekind des Ersteren, Herr Schwarz als Wilms Petersen, ^rl. Schumann al?Casterra als Lude Herr Lindenlaub als Strieglmaycr, Herr Schmith als izablan und alle die übrigen Vertreter von kleinen Parthien, die der Theaterzettel nannte.
* Famitterrschutz im Gaftwirthsgewerbe. Durch
den Umstand, daß die kürzlich verstorbenen Gastwirthe Leonh.