Erstes Blatt.
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Vierteljährlich 1,80
t^rb imft uh» verlegt in der Buchdruckerei des verein. ev. H Waisenhauses in Hanau.
»artige Abonnenten
Die einzelne Nummer
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Amtliches Organ füt Stadt- and Landkreis Kana«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Für Stadt» uO
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hana«.
Nr. 61
Mittwoch den 13. März
1901
Amtliches.
Candkrets Danau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Die Firma S. L. van Perlstein in Köln, welcher der Vertrieb der Loose der nach der Bekanntmachung in Nr. 28 des Amtsblattes vom vorigen Jahre dem Verein „Hessisches Damenheim" zu Castel genehmigten öffentlichen Verloosung von goldenen und silbernen Gegenständen übertragen ist, verbreitet für diese Lotteri«' Prospekte, die keinerlei Anhalt dafür geben, daß es sich um eine Ausspielung von Gegenständen handelte, vielmehr den Anschein, als handle es sich um eine Geldlotterie, erwecken, da es an jeder Angabe über die zu verloosenden Gegenstände fehlt und die Gewinne nur mit
Geldbeträgen aufgeführt sind. Da die Prospekte sowohl ihrer Ausstattung als ihrem ganzen Inhalte nach sich
Reklamemittel bedenklichster Art darstellen, mache Publikum hiermit auf dieselben aufmerksam.
Hanau den 12. Januar 1901.
als ein ich das
V 2187
Der Königliche Landrath. B. Schenck.
Stadtkreis Danau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Der in der Schweinekuttèlei aufgestellte, seit 1897
in
Betrieb befindliche, und noch gut erhaltene „stehende Röhren- kessel" einschl. Blechschornstein, eiserne Treppe und Gallerte ist sofort zu verkaufen.
Der Kessel Hai 1,10 m lichten Durchmesser, 15 qm Heizfläche, 7 cm Ueberdruck und ist 3,50 m hoch, der Blechschornstein ist ca. 8 m hoch.
Zeichnung mit Revisionsbuch und Bedingungen liegen von heute an werktäglich während der Sprechstunden von 10 bis 121/a Uhr vormittags im Stadtbauamt Abth. 1 Zimmer Nr. 23 des Rathhauses, für Interessenten auf, woselbst auch die Angebote verschlossen mit der Aufschrift „Verkauf des stehenden Röhrenkessels im Schlachthof Hanau" bis zum 19. d. M., vormittags 11 Uhr einzureichen sind.
Hanau den 12. März 1901.
Der Magistrat.
I. A.: Schmidt
4354
Hus Stadt und £and.
âanau, 13. März.
* Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau. Für den Kreis Hanau — Land — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kr anken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Dezember 1900 wie folgt:
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Altersrenten Jnval.-Rcnt.
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104
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41
77
4
2
4
19
16
1
22
14
9
15
1001
118
4
14646 80
15853 60
592 80
524|401|95p7|53838|40|177;i22| 6136
36j24
222|31,093|20
Von der Nandes-VersicherungSanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstenthum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt:
7933 Altersrenten im Äesammt-Jahresbetraze von 1,064,053.— M. 14231 Invalidenrenten „ „ , „ 1,865,825.50 „
267 Krankenrenten „ , 39,827.20
22431 Renten mit einem Gesammt-Jahresbetrage von 2,969,705.70 M.
Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc.
erfolgten Abgänge Ende Dezember 1900 noch zu zahlen:
3716 Altersrenten im Kesammt-Jahresbetrage von 513,917.60 M.
8928 Invalidenrenten „ „ 1,192,418.— ,
183 Krankenrenten „ „ 27,430.20
12827 Renten mit e nem Eesammt-Jahresbetrage von 1,733,765.80 M.
L Ler von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 641,350.— „
Mithin bleiben Ende September 1900 aus Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten zu zahlen jährlich............1,092,415.80 M.
* Musterung. Donnerstag den 14. März: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Bergen und Bischofsheim. — Das Elsatzgeschäft findet im Gasthaus „zum Sandhof" in Hanau statt und beginnt morgens um 8Va Uhr.
* Benefiz Frau Franziska Rieger. Unter den Bühnenschriftstellern, die durch sicheren Blick für das Dramatische und verständnißvolles Eingehen auf den Geschmack des Publikums auf dem deutschen Theater eine große Rolle gespielt haben und noch immer spielen, steht eine Frau mit in der vordersten Reihe. Es ist dies, Charlotte Birch-Pfeiffer, die Jahrzehnte hindurch der Liebling des deutschen Theaterpublikums war und deren Stücke heute noch auf den größten Bühnen gerne gesehen werden. Von dieser unbestreitbaren Thatsache ausgehend hat Frau Rieger, unsere bewährte An- staudsdame und Mutterdarstellerin, sich entschlössen, zu ihrem Benesiz (Freitag den 15. März), eines der wirksamsten und besten Stücke von Charlotte Birch-Pfeiffer „Der Leiermann und sein Pflegekind" Original-Volksstück in 5 Akten zu geben, zumal dieses Stück der Benefiziantin Gelegenheit bietet,, in der Rolle der Bäckermeisterin, Frau Martha Steewens, ihre von dem Hanauer Theaterpublikum so oft anerkannten Vorzüge aufs Beste zu entfalten. Die Einstudirung des Stückes leitet Herr Schwarz, der auch die Rolle des Matrosen Wilms spielen und als solcher eine Einlage „Das Frauenherz" singen wird. Auch hat der Gesangverein „Fröhlichkeit" die Liebenswürdigkeit gehabt, derBenefiziantin seine Unterstützung zu zusichern und wird derselbe im 1. Akt den Matrosenchor singen. Von der Benefiziantin ist Alles aufgeboten, diesen Abend zu einem höchst genußreichen zu gestalten und zweifeln wir nicht, daß das Publikum der beliebten Darstellerin, welche zu den meistbeschäftigten Mitgliedern unseres Theaters gehört, seine Sympathie durch ein volles Haus beweisen wird.
* Stadttheater. Vielfachen Wünschen entsprechend findet noch eine Vorstellung (außer Abonnement) von „Flachs mann als Erzieher" am Dienstag den 27. ds. Mts. statt. Billetbestellungen für dieselbe werden jetzt schon von Herrn Bamberger entgegen genommen. Die Spielzeit schließt am 31. März.
* Radsahrsport. Am vergangenen Sonntag errang sich das bekannte Kunstfahrer-Terzett, bestehend aus den Herren Ernst und Bernhard Sturm, sowie Heinrich Wolff, den 2. Preis, welcher bei der Firma Jean Klug Nach f., Hammerstraße, ausgestellt ist. Trotzdem das frühere Terzett durch einen der Herren Partner zerrissen wurde, gelang es den beiden erstgenannten Herren zwei nene Partner zu gewinnen, wovon einer der Herren schon am Sonntage half, den Preis zu erringen. Durch einen Sturz in der Probe war es dem vierten Herrn Partner, Georg Köhler, nicht möglich zu starten, doch ist es ein Beweis, daß die Drei sichere Fahrer sind, um bei dieser schönen Festlichkeit, arrangirt vom Radfahrer-Verein „Vorwärts" 1888, den herrlichen Preis gewinnen zu können. Das junge Quartett besteht aus Mitgliedern des „Hanauer Radsporls 1895" und wünschen wir demselben auf ferneres Blühen und Gedeihen ein kräftiges „All Heil!"
k. Volkskonzert. Unsere Zeit ist reich, sehr reich an humanitären Bestrebungen. Nicht minder werthvoll als die materielle Unterstützung ist aber auch das ideale Bestreben, der breiten Masse der Bevölkerung die Genüsse edler Kunst zu vermitteln, sie auch einzuführen in das Reich des Erhabenen und Schönen. Aus dieser Grundstimmung heraus sind die Volks- vorträge und Volksunterhaltungsabende geboren, die auch in unserer Stadt seit einigen Jahren Eingang gefunden haben. Der Ausschuß für Volksvorlesungen veranstaltete gestern Abend im hiesigen Stadttheater ein Volkskonzert. Ein reicher, musikalischer Genuß wurde den zahlreich Anwesenden hier geboten. Das Programm war vielseitig und mannigfaltig, Instrumentalmusik, Männerchöre und Solovortrâge wechselten miteinander ab. Als Solistin war Frl. Lilly H e r k i n g aus Frankfurt a. M. gewonnen. Ihre Stimme, ein Mezzo-Sopran, ist gut geschult. Klingt das Organ an einzelnen Stellen auch etwas scharf, vermag die Sängerin auch weniger durch die Majestät ihres Tones bezwingende Wirkung zu erzielen, so waren die dargebotenen Lieder, insbesondere die kleine Zugabe, doch von recht musikalischer Wirkung, zeugten von einem verständigen und natürlichen Erfassen und beachtenswerther technischer Fertigkeit. In dankenswerther Weise hatte der Gesangverein „Eintracht" seine Kraft in den Dienst dieser Veranstaltung gestellt. Der Chor unter der Leitung des rühmlichst besonnten Dirigenten, Herrn W. Hamburger, bot auch an diesem Abend in gewohnter Weise Vorzügliches. Präzision,
* Der Main ist in den letzten Tagen trotz des Regenwetters langsam, aber stetig gefallen, so daß er nunmehr wieder in seinem normalen Bette fließt.
* Das Bezirkskommando, das am 1. April von Fulda nach Hanau verlegt wird, hat entsprechende Bureauräume in der Lamboystraße gemiethet.
* Ueber ein Lillian Sanderson-Konzert schreibt die „Leipziger Zeitung" in Nr. 247 vom 23. Oktober 1899: Nach mehrjähriger Abwesenheit ließ sich gestern wieder einmal Frau Lillian Sanderson in unserer musenfreundlichen Stadt hören. Daß man die sympathische Künstlerin hier in gutem Andenken behalten, davon gab der dichlbesetzte Saal genügend Zeugniß. Frau Sanderson ist noch so schön wie früher, ist dieselbe anziehende Sängerin geblieben, die so oft schon ihre zahlreichen Verehrer erfreute. Ohne durch eine besonders kräftige Stimme zu imponiren, gewinnt die schöne Amerikanerin auch heute noch alle musikalischen Gemüther durch die edel und fein ausgebildete Gesangskunst, die sie sich in Stockhausens Schule angeeignet. Was sie gestern vortrug, war wieder bis ins Feinste studirt und die Wahl der Lieder paßte im Allgemeinen gut zu der ruhigen, fast ernsten Erscheinung der Sängerin. Schön ist es, wie der verschiedene Inhalt dieser Lieder nicht nur aus der Stimme, sondern auch von dem Gesicht der Sängerin leuchtet, ohne daß man sagen könnte, ihr Mienenspiel verfiele ins Affektirte oder Theatralische. Das Programm der Frau Sanderson bot eine Menge von neuen oder selten zu hörenden Liedern. Außerordentlich in- teressirte die Serie Hans Hermann'scher Lieder, für welche die Konzertgeberin muthig eintrat. Man muß ihr das besonders danken schon im Interesse des außergewöhnlich talentirten Komponisten, der leider noch nicht in dem Maße bekannt ist und anerkannt wird, wie er es verdient. Frau Lillian Sanderson hat die sechs Lieder, die sie gewählt: „Das Mutterherz" (allfranzösische Ballade), „Endlose Liebe", „Legende", „Beim Tanz", „Thu nicht so spröde" und „Erfüllter Wunsch" dem Komponisten, der am Flügel begleitete, wie den Hörern zur großen Zufriedenheit gesungen. Ferner hörten wir Ph. zu Eulenburg's „Die grünen Blätter" und „Was ist Liebe?" von R. Ganz. Ganz reizend sang Frau Sanderson zum Schluffe noch eine Anzahl Kinderliedchen: „Gänseballade", „Hänschen", „Abzählen" von W. Heinemann, „Der tapfere Reiter" von Taubert. Gern hätte man das eine oder andere davon noch ein Mal gehört. Aeußerst delikat begleitete Fräulein ElfriedeChristiansen, eine sehr tüchtige Pianistin, wie aus ihren Solovorträgen zu ersehen war. Die Dame spielte sehr klar und sauber (besonders Präludium und Fuge in E-moll von Mendelssohn), mit viel Verständniß und Gefühl das Schubert'sche Impromptu Nr. 3 (mit dem Rosamundenthema). Freundlicher Beifall wurde auch der Pianistin, die sich eines prachtvollen Blüthner-Flügels bediente, zu Theil. Ohne stürmisch begehrte Zugaben wurde, wie nicht anders zu erwarten war, Frau Sanderson nicht entlasten.
W. Viehmarkt. Der heutige Markt war mittelmäßig, aber durchweg mit schönem Vieh befahren, ein Zeichen, daß, jedenfalls durch Anregung der landwirthschaftlichen Vereine, viel Aufmerksamkeit aus Züchtung guter Rassen verwendet wird. Obgleich die Preise heute ziemlich hoch gingen, gestaltete sich ein sehr lebhafter Handel, der aber meistens sich als Großhandel zeigte. Angefahren und wahrscheinlich alles verkauft waren 228 Kühe, 65 Rinder, 61 Kälber und 1 Pferd.
*
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treffliche Schulung, geistiges Beherrschen, gemüthvolles Durchdringen und harmonische Sicherheit zeich bester Weise aus» Ferner erfreute noch
neten die Leistungen in
der Musikverein „Eintracht" unter der Leitung des Kapellmeisters Küchler durch eine
Reihe von Vorträgen, unter denen besonders die „Pizzicato- Gavotte gefiel. Den Klavierpart hatte Herr E. Gramlich übernommen, der mit Verständniß seiner Aufgabe gerecht wurde.
* Prämiirt. Auf der Offenbacher Ausstellung erhielt Herr Viktor Beck auf zwei Stämme silberhalsige und einen Stamm goldhalsige englische Zwergkämpfer einen Ehrenpreis, einen I. und II. Preis und eine lobende Anerkennung.
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Uuterhaltungsblatt 10 Sette«
+ Wachenbuchen, 12. März. Kürzlich, am 1. d. Mts., wurde der älteste Mann in hiesiger Gemeinde zu Grabe getragen. Er erreichte ein Alter von 85 Jahren.
H Rückingen, 12. März. In den letzten Tagen war die Leipziger Straße in der Gemarkung Rückingen behufs Ausführung geringfügiger Reparaturen an der Frankfurter Wasserleitung an zwei Stellen aufgebrochen. — Mit Beginn der besseren Witterung sind auch an unserem Kirchenneubau die Arbeiten im vollen Umfang wieder ausgenommen worden. Die innere Einrichtung schreitet mit staunenswerther Schnelligkeit vorwärts und ist der größte Theil der Emporen bereits fertig gestellt worden. Zugleich ist die Herstellung der kompll- zirten Heizungsanlage in Angriff genommen worden. Wie verlautet, soll auch noch in dieser Woche ein Probelämen und event. die Abnahme der neuen Glocken erfolgen. — Die Wafserverhältnisse spielen des Oefteren eine große Rolle hier in der Niederung der „kleinen Schweiz", wie die Gemarkung Rückingen scherzweise — mit welchem Rechte ist unerfindlich — in der Umgegend genannt wird. Gehört es hier schon nicht zu den Seltenheiten, daß die ganze Heuernte von der plötzlich anschwellenden Kinzig gefährdet wird, oder die Getreideernte von einer Anzahl von Aeckern fortgeschwemmt wird, so tritt die Kinzig mit Sicherheit im Frühjahr soweit aus den Ufern daß sie die Gemeindewaldungen durchfluthet und Schaden anrichtet. Bei Gelegenheit des letzten Hochwassers ist der Uferdamm an mehreren Stellen von den anstürmenden Fluchen