12. März
Generalanzeigers" eine ebenfalls unbekannt gebliebene Frau or und hinterlegte dort für die Buren wiederum drei Tausend- »arkscheine. Am Freitag nun veröffenlichte das genannte Zlatt eine ihm zugegangene mit G. Botha unterzeichnete )epesche, worin „die edelmüthige Spenderin um Angabe ihrer Ldresse gebeten" wird. G. Botha, wie er angibt, ein Neffe es bekannten Burenoberbefehlshabers, gehört zu dem Transaal-Ausschuß, dessen Mitglieder zur Zeit in öffentlichen Ver- lmmlungen für die Sache der Republiken Stimmung machen. Loch weiß man nicht, wer die räthselhafte Geberin ist, und m der ganzen Sache die Krone aufzusetzen, bringt die „Schles. Leitung" in ihrer Samstag-Abendnummer folgende Notiz: „Am 18. v. M. zwischen 3 und 4 Uhr soll eine unbekannte Dame im Flur der Maxklinik zwei armen Frauen (Schwestern), mit denen sie Mitleid empfand, zwei Scheine (Banknoten) geschenkt haben, deren Werth die Frauen gar nicht kannten. Als diese die Scheine in einem Geschäft auf der Sandstraße wechselten, wurde ihnen erst bekannt, daß es Tausendmarkscheine seien. Von der Behörde wird nun geprüft, ob die Angaben dieser beiden Frauen auf Wahrheit beruhen. Die betr. Dame, (die Spenderin der reichlichen Gabe), wird daher von der Polizei gebeten, im Zimmer 58 des Polizeipräsidiums eine Erklärung abzugeben".
Zn allen drei Fällen handelt es sich zweifellos um ein und neselbe Persönlichkeit. Von einem Beamten des oben er- vähnten Postamts wird die Frau als „einfach gekleidet, fast ândlich" geschildert.
Kefselexplosion. Chicago, 11. März. Heute Morgen ^folgte in einer hiesigen Dampfwaschanstalt eine Kesselexplosion, vodurch die Anstalt völlig zerstört wurde. Etwa 30 Mädchen inb 50 Männer sind unter den Trümmern begraben. 5 Zeichen und 12 schwerverletzte Mädchen sind inzwischen zu Lage gefördert. — Wie nachträgliche Ermittelungen ergeben, beläuft sich die Zahl der bei der Kesselexplosion in der hie- sigen Waschanstalt Verunglückten auf ungefähr 40 Personen. Die Leichen von 5 Frauen und 3 Männern sind zu Tage gefördert, 2 Männer, 4 Frauen werden vermißt. 25 Personen sind verletzt, darunter 4 Personen schwer.
Zur Katastrophe auf der Zeche Konsolidation. Bochum, 11. März. Gestern Nachmittag fand unter Theilnahme von über zehntausend Menschen die Beerdigung von 17 Opfern der Katastrophe auf der Zeche Konsolidation statt. Die Straßen hatten Trauerschmuck angelegt. Auf den Friedhöfen, an zwei Massengräbern, ereigneten sich erschütternde Szenen. , Die Zahl der Opfer beträgt heute schon neunzehn; zwei noch lebende können ebenfalls als hoffnungslos gelten.
Schneefall. In Köln trat gestern Schneefall ein. !Wie aus Essen berichtet wird, herrschte im Ruhrgebiet gestern ^ebenfalls starker Schneefall.
Flüchtiger Bankier. Der angesehene Bankier Albert Holz ist aus Breslau flüchtig. Das.Geschäft wurde gerichtlich geschlossen.
Dr. Slgl in einer Kaltwaster-Heilanstalt. Dr. Sigl, der bekannte Herausgeber des „Bayerischen Vaterland", wurde wegen physischer Depression in eine Kaltwasser- Heilanstalt gebracht.
Ehrengabe. Wie aus Berlin berichtet wird, überreichten gestern Nachmittag im Festsaale des Kaiserhofs die deutschen Aussteller von der Pariser Weltausstellung dem Reichskommissar Richter als Ehrengabe einen prachtvollen Schrein. Hunderte Industrielle waren anwesend. Kommerzien- rath Friedrichs hielt die Ansprache. Geheimrath Richter dankte bewegt, darauf folgte das Festmahl, wobei Präsident Bödicker Las Kaiserhoch ausbrachte.
Hus piab und fern.
sch. Fulda, 11. März. Bei der Zeugenvernehmung, Lie am hiesigen Amtsgericht in Sachen der Fabrikant Aug. H.'schen Affaire stattgefunden hat, wurde der Hüttner G. von Dipperz, Ler früher als Knecht auf dem Hofgute Horwieden diente und mit dem H. widernatürliche Unzucht getrieben haben soll, festgenommen und in Haft behalten. Der H. selbst wurde vorgestern Abend in aller Stille aus dem Gefängniß in das Landkrankenhaus mit eigener Equipage gefahren, angeblich eines Herzleidens wegen.
FC. Wiesbaden, 11. März. Der König von Dänemark trifft Ende April zur Kur hier ein. Von hier begibt sich der König nach Gmunden zum Besuch seines Schwiegersohnes, des Herzogs von Cumberland.
FC. Wiesbaden, 11. März. Einen qualvollen Tod erlitt die Taglöhnerfrau Tiefenbach. Sie schlief beim Feueranmachen vor dem Ofen ein, die Kleider brannten an und als- ‘ bald stand die arme Frau in hellen Flammen. Der hinzu- kommende Sohn war vom Schrecken fast gelähmt, sodaß es ihm nicht möglich war, sofort helfend einzugreifen. Die Frau starb am Abend unter entsetzlichen Schmerzen.
St. Frankfurt, 11. März. Die jüngste Gastspiel- Aera an unserer Oper ist kaum beendet, als schon wieder eine solche beginnt. Es gibt diesmal einen Ersatz für das abgehende Fräulein Jenny Fischer zu finden, zu welchem Zwecke Fräulein Helene Hohenleitner vom Hoftheater zu Gotha gestern als „Marie" in Lortzing's „Waffenschmied" auftrat und von unserem Publikum sofort sehr freundlich ausgenommen wurde. Eine einnehmende Erscheinung, hübsche Stimme und lebhaftes Spiel trugen getreulich hierzu bei. Ueber die ganze Vorstellung leuchtete überhaupt ein günstiger Stern.
FC. Dietersheim, 11. März. Ein 65jähriger pen- stonirter Bahnbeamter, der an einer unheilbaren Krankheit litt, beging S e l b st m o r d.
FC. Bingerbrück, 10. März. Gestern Mittag brachte der v-Zug Holland-Basel eine Anzahl Burenfrauen mit Kindern, welche theils über Mainz, theils über Münster a. N. die Reise nach Süddeutschland resp, der Schweiz fortsetzten. Mit peinlichster Sorgfalt bewachten die reisenden Frauen ihr Gepäck und gaben nicht zu, daß dasselbe • im Packwagen untergebracht wurde. Den Bitten der Frauen nachgebend gestattete man ihnen, das ganze Gepäck zu sich in Len Waggon zu nehmen.
______________ Hanauer Anzeiger
Offenbach K. M., 12. März. Einer ernsten Lebensgefahr entging am Mittwoch der auf der Bahn Offenbach- Reinheim bedienstete Lokomotivführer Schmuck aus Ober-Roden. Derselbe fuhr am genannten Tage einen Personenzug nach Offenbach. Zwischen Ober- und Nieder-Roden lehnte sich der Beamte gegen das am Aufgang zur Lokomotive angebrachte eiserne Thürchen. Dieses gab nach und Schmuck stürzte aus dem in voller Fahrt befindlichen Zug hinaus. Der mitfahrende Heizer brachte alsbald den Zug zum Stehen und nahm den aus mehreren Wunden blutenden, jedoch nur leicht verletzten Beamten wieder auf.
X Atts dem Rodgau, 11. März. In vielen Gemeinden auf dem platten Lande haben die Wirthe eine Regelung des Bierausschankpreises herbeigeführt, daß 0,4 Liter Bier allgemein zu 12 Pfg. verkauft werden. Bisher kosteten allenthalben 0,4 Liter nur 10 Pfg. und 0,5 Liter 12 Pfg. Kürzlich verpflichteten sich sämmtliche Wirthe von Urberach durch ortsgerichtlich beglaubigte Unterschrift, den Bierpreis für 0,4 Liter ebenfalls auf 12 Pfg. zu erhöhen und bei 200 Mk. Conventionalstrafe diese Vereinbarung durchzuführen. Inzwischen aber wurden mehrere Wirthe wieder wankelmüthig und sahen von einer Preiserhöhung ab. Die Conventionalstrafe soll jedoch vorerst nicht eingeklagt werden, weil man einen nachträglichen Preisaufschlag Seitens der renitenten Wirthe erhofft. Auch in Jügesheim verpflichteten sich die Wirthe durch Namensunterschrift 0,4 Liter Bier nicht unter 12 Pfg. zu verabreichen. Eine auswärtige Brauerei offerirte daraufhin einem der verbündeten Wirthe das Hektoliter Bier zu 15 Mark, damit er das Bier wieder zu 10 Pfg. per 0,4 Liter verkaufen und das Biergeschäft mehr auf sich konzentrireu könne. Dadurch aber sahen sich die übrigen Wirthe veranlaßt, ebenso auf den Preis von 10 Pfg. zurückzugehen und damit war der angestrebte Einheitspreis gescheitert.
Telegraphischer Wetterbericht der deutsKea Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 12. März,
9 Uhr 40 Min.
Der höchste Luftdruck erstreckt sich von den britischen Inseln bis Südrußland, ein Minimum lagert zwischen Lappland und Zentral-Europa mit gleichmäßig vertheiltem Druck. In Deutschland ist die Witterung ruhig, trübe und frostfrei, vielfach finden erhebliche Schneeniederschläge statt.
Prognose für den 13. März: Wenig Aenderung der herrschenden Witterung wahrscheinlich.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 11./3. 12./3.
Sehr trocken Beständig
Schön Veränderlich
Regen (Wind
Viel Regen Sturm
Litterarisches.
Wieder naht die Zeit, da die Osterglocken klingen. Wer freut sich nicht auf diese paar Tage der Erholung? Wie sehnsüchtig warten die Kinder schon auf den Osterhasen! Ob er wohl dies Jahr wiederkommen wird? Fast Jedem von uns Erwachsenen ist diese Legende vom Osterhasen aus der Kinderzeit her eine liebe Erinnerung, die beim Anblick der Ostereier sich jedes Jahr wieder auffrischt. — Allerlei reizende, originelle, selbstzufertigende Ostergeschenke, wie z. B. ein Tablett Deckchen mit allerliebstem Hasenmotiv, bringt die neueste Nummer des bekannten Handarbeitsblattes: „Die Arbeitsstube" zur Veröffentlichung. Es ist die genannte Zeitschrift so recht ein Blatt, welches den häuslichen Interessen der Frauenwelt zu dienen bestrebt ist. Welche Fülle von Vorlagen zu allen nur erdenklichen Handarbeiten wird da geboten! Aus dem reichen Inhalte des Heftes heben wir nur hervor: eine Aleardecke mit Durchbrucharbeit, eine Ampel mit Holzbrandarbeit, Sachet für Taschentücher, Arbeitsständer, zwei reizende neue Muster für â jour-Arbeit, Spitzen mit Tülldurchzug und Häkelarbeit und eine allerliebste, leicht selbst anzufertigende Hausschürze in Kreuzstichstickerei. Die jeder Nummer gratis beigegebene buntfarbige Tafel zeigt diesmal eine mit Applikation auszuführende Bordüre auf gelblichem Leinen, welche sich zum Schmucke größerer und kleinerer Decken eignet. Die Novellenbeilage enthält die Fortsetzung des äußerst spannenden Romans von Reinhold Ortmann: „In den wilden Wassern"- Ein dreimonatliches Probe-Abonnement dieses wirklich gehaltvollen und empfehlenswerthen Blattes kostet nur Mk. 1.— (—60 Kr.) und kann bei jeder Buchhandlung oder Postanstalt (Postzeitungsliste Nr. 680) aufgegeben werden.
Wenn die ersten Hellen Strahlen der Frühjahrssonne wieder in das wohlig durchwärmte Stübchen dringen, und die Kinder mit ihren rosigen Figuren nach den Stäubchen haschen, dann denkt die Mutter wohl unwillkürlich an die jetzt in Stand zu setzende Frühjahrskleidung ihrer Lieblinge. Sie holt sich vom Schranke die neuesten Nummern der in der ganzen Welt so beliebten und sogar in fremde Sprachen übersetzten „Großen Kinder-Modenwelt" und sucht die ihr passenden Modelle schnell heraus. Kann sie die Kleidchen nicht selbst zuschneiden, so sendet sie an den Verlag von W. Vobach u. Co., Berlin, einfach 50 Pfennig, sowie die Abonnements-Quittung, wofür sie dann umgehend den fertigen Schnitt
__________________Seite 7
erhält. Einfacher und billiger kann eine Mutter nicht zu geschmackvoller Kinderkleidung gelangen. Das ganze Vierteljahrs- Abonnement beträgt nur 75 Pfennig und kann in jeder Buchhandlung oder Postanstalt bestellt werden; aber man achte ganz genau auf den Titel „Große Kinder-Modenwelt" und den Verlag W. Vobach u. Co.
Verloosungen.
Anleihe der Stadt Antwerpen von 1887. Ziehung vom 10. März. Hauptpreise: Serie 22294 Nr. 4 10 000 Francs, Ser. 31971 Nr. 5 1000 Fr., Ser. 41450 Nr. 18 500 Fr., Ser. 13400 Nr. 9, Ser. 24563 Nr. 13 je 250 Fr., Ser. 7561 Nr. 4, Ser. 13400 Nr. 20, Ser. 14513 Nr. 15 22, Ser. 18522 Nr. 7, Ser. 18959 Nr. 9, Ser. 26084 Nr. 14, Ser. 34 494 Nr. 9, Ser. 38501 Nr. 20, Ser. 41396 Nr. 5, 21, Ser. 43152 Nr. 7, Ser. 46074 Nr. 21, Ser. 48637 Nr. 7, Ser. 57252 Nr. 2, Ser. 65762 Nr. 8, Ser. 69478 Nr. 4, Ser. 70304 Nr. 23, Ser. 70792 Nr. 25, Ser. 73163 Nr. 1 je 150 Francs.
Muster-Register.
(Eintragungen beim Königl. Amtsgericht zu Hanau, Abth. 5.)
Nr. 1076. Firma Heinr. u. Aug. Brüning in Hanau, ein verschlossener Briefumschlag mit 26 Mustern, Nrn. 10105, 10106, 10107, 10126, 10127, 10131, 10132, 10167, 10168, 10169, 10170, 10179, 10188, 10189, 10190, 10191, 10250, 10251, 10252, 10253, 10254, 10255, 10310, 10311, 10312, 10313, für Flächenmuster, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 18. Februar 1901, nachmittags 1 Uhr 2 Minuten.
Schiffsbericht.
Hamburg, 9. März. Der Dampfer „Asturia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Singapore und der Dampfer „Markomannia" vorgestern in St. Thomas eingetroffen.
Bremen, 10. März. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Bamberg" ist gestern in Hongkong und der Dampfer „König Albert" vorgestern in Colombo eingetroffen.
New-Nork, 8. März. Der Dampfer „Amsterdam" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffahrts- Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.
Monats - Abonnements
auf den
„Hanauer Anzeiger"
nehmen alle Postanstalten, die Expedition (Hammerstr. 9), sowie unsere Agenturen in den Orten des Landkreises zum Preise von
60 Pfennig entgegen.
Die Verbindung mit den ersten und leistungsfähigste« Telegraphenbureaus setzt uns in den Stand, alle Wichtigen Nachrichten ebenso schnell zu- veröffentlichen, wie jede großstädtische Zeitung. In der Berichterstattung aus Stadt- und Landkreis Hanau steht der „Hanauer Anzeiger" unübertroffen da, wie auch die Vorkommnisse aus Nah und Fern weiteste Beachtung finden.
Das sorgfältig gewählte Feuilleton mit seinen zahlreichen Original- Aufsätzen erfreut sich allgemeiner Anerkennung. — Dem unterhaltenden Theile steht in jeder Nummer ein weiter Raum zur Verfügung.
DF Inserate "Bq finden in Anbetracht seiner hohen von Monat zu Monat steigenden Attstage im „Hanauer Anzeiger", wie bekannt, die denkbar wirksamste Verbreitung.
Weöaktion unö Versag öes „Kancruev Anzeiger:."
Der erste Finkenschlag.
Der Winter stürmt wohl schaurig Zuweilen noch ums Haus;
Doch blick' deshalb nicht traurig Ins Schneegefilde hinaus!
Bald wird der Frühling kommen, Wird schmücken Feld und Hag — Ich habe ja heut vernommen Den ersten Finkenschlag.
, Er klang aus des Vogels Kehle So frisch in die Welt hinein, Als wollt' er jede Seele Erlösen von Sorge und Pein — Als wollt' er zu neuem Leben Erwecken die träumende Flur Und drüber als Jubellied schweben Im Tempel der freien Natur.
Vergiß drum des Winters, der lange Gefesselt hielt dich ans Haus, Und blick' nicht mehr trübe und bange Ins Schneegefilde hinaus!
Bald wird der Frühling kommen, Wird schmücken Feld und Hag — Ich habe ja heut vernommen Den ersten Finkenschlag.