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Erstes Blatt.

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^Ür ®WM> uub Handkreis Hanau 10 Pfg die fünf» -apâttPMeilr oder deren Raum, für AuSwärtS 15 Pfg., im Reklamemheil die Zeile 25 Pfg , für Auswärts 3d Pfg.

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Gmeml-Anzeiger

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Erscheint täglich mit A«-mchm« btr Gsmr- tmb ^&lnrt^ mit brüetrMsch^ Briksgr.

®*W8ito»ttl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Nr. 59.

Amtliches.

Candhreie Danau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Der Schlachtviehbeschauer Heinrich Knott in Nieder­dorfelden hat sein Amt freiwillig niedergelegt. An seine Stelle ist der Trichinenbeschauer Johannes Bender daselbst als Schlachtviehbcschauer für den Schaubezirk Niederdorfelden wider­ruflich bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 25. Februar 1901.

Der Königliche Landrath.

V 2120 I. V.: Valentiner, Reg.-Assessor.

An Stelle der wegen eines Augenleidens aus ihrem Amte entlassenen Schlachtviehbeschauerin Wittwe Scharf in Wachenbuchen ist der Trichinenbeschauer Ortspolizeidiener Ludwig Wolf I daselbst zum SchlaLtviehbeschauer für Schweine für den Schaubezirk Wachenbuchen mit Wilhelmsbad widerruflich bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 25. Februar 1901.

Der Königliche Landrath.

V 2167 I. V.: Valentiner, Reg.-Assessor.

Unter dem Pferdebestande des Pächters Theodor Goebels zu Mainkur ist die Vruftfeuche erloschen.

Hanau den 8. März 1901.

Der Königliche Landrath.

v. Schenck.

Bekarintnmchung.

Die Besitzer der noch im Umlauf befindlichen Krankenkassen- marken älterer Ausgaben mit Aufdruck von

18, 22, 31, 45, 60 und 72 Pfg., sowie Mk. 1., Mk. 1.20, Mk. 1.75, Mk. 2.50, Mk. 3.35 und Mk. 4.- werden hiermit zur Einlösung dieser Marken bei unserer Haupt­kasse bis spätestens zum 8. Juni d. I. aufgefordert.

Vom 9. Juni ab werden die genannten Werthzeichen nicht mehr eingelöst und hiermit gleichzeitig als werthlos erklärt.

Hanau, 8. März 1901.

Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse. Müller,

Vorsitzender. ' 4175

Gefundene und verlorene Gegenstände etc. Gefunden: 1 große Milchkanne, 1 schwarze Weste, 1 Mistgabel.

Hanau den 11. März 1901.

Königin Cuife von Preussen

(geboren 10. März 1776.)

Gedenkblatt von Albert Gehring (München).

(Nachdruck verboten.)

Hundertfünfundzwanzig Jahre sind am 10. März seit dem Geburtstage der Königin Luise von Preußen verflossen, die mit Recht dieUnvergeßliche" genannt wird. Nicht nur ihr Andenken, sondern auch die in zahlreichen Schöpfungen der bildenden Kunst festgehaltene äußere Erscheinung der könig­lichen Frau,die das Unglück mit der Grazie Tritt auf jungen Schultern edel hat getragen", hat sich lebendig erhalten. Immer reiner und edler überliefert sich uns das Bild der hochherzigen Mutter des ersten deutschen Kaisers, das uns zu einem Symbol deutschen Frauenthums in Freud und Leid geworden ist.

Am 10. März 1776 in Hannover geboren, wo ihr Vater, Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz, damals die hannöver­schen Truppen befehligte, verlor Luise schon im Jahr 1782, kaum sechs Jahre alt, die Mutter, eine geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt. Später wurde sie der Fürsorge einer liebe­vollen und hochgebildeten Großmutter, der Landgräfin von Hessen-Darmstadt, anoertraut. Sie genoß eine sorgfältige Er­ziehung, unter der ihr reicher und lebhafter Geist sich rasch entwickelte. Nach der höfischen Sitte der ganz in den Fesseln des Frauzosenthums steckenden Zeit war diese Erziehung frei­lich eine ausschließlich französische, doch wusste Luise als Königin diesen Mangel durch eifriges Studium der deutschen Dichter, von denen Schiller ihr Liebling wurde, und später auch der deutschen Geschichte auszugleichen. Schon in jungen Jahren suchte sie nach Kräften wohlzuthun und die Leiden der Armuth zu mildern.

Die Unruhen des französischen Revolutionskrieges waren der Anlaß, daß die Prinzessin mit ihrer Schwester Charlotte an den verwandten Hof in Hildburghausen übersiedelte, wo sie

bis zum März 1793 blieb.

Auf der Rückreise lernte sie in

Montag den 11. März

Holz-Verkauf.

Königliche Oberförstern Wolfgang.

Am Samstag den 16. März d. I., von nach­mittags r/s Uhr ab soll in der Fickert'schen Gast­wirthschaft zu Oberrodenbach nachstehendes Holz aus dem Schutzbezirk Oberrodenbach und zwar aus den Jagen 25, 30a und aus der Totalität:

Eichen: 3 rm Stammknüppel, 0,10 Hdt., Reis 3. Kl. Buchen : 8 rm Scheit, 6 rm Stammknüppel, 6,70 Hdt. Reis 3. Klasse.

Nadelholz 1 Stange 2. Kl., 24 rm Scheit, 52 rm Astknüppel, 52,20 Hdt. Reis 3. Klasse öffentlich meistbietend zum Verkauf angeboten werden. 4185

Hue Stadt und Cand.

Hanau, 11. März.

* Statistisches. Im Monat Februar 1901 wurden in unserer Stadt lebend geboren 69 Kinder, 36 Knaben und 33 Mädchen. Gestorben sind, mit Ausschluß von 5 Todtgeborenen, 45 Personen, 27 männlichen und 18 weib­lichen Geschlechts, darunter 9 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 36 und auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet kommen 15,8 Todesfälle.

Von den Gestorbenen waren:

12 Kinder

im Alter von

01

Jahr

5

tt ff st

15

Jahren

1 Person

ff ff ff

1020

M

1 II

ff tt ft

2030

ft

8 Personen

ii ff st

3040

11

ft ff ff

4050

ff

3

' ii n ii

5060

II '

5

ii ii ii

6070

If

o

ii ii ii

7080

If .

1 Person

ii ii ii

8090

If

An einem Croupanfall starb ein

2jähriges

Kind aus der

Predigergasse und an Diphtheritis ein 2jâhriges Kind aus der Nordstraße. 7 Personen starben an akuter Erkrankung der Alhmungsorgane, eine an chronischer Entzündung derselben und 8 (darunter 1 Ortsfremder) an Lungenschwindsucht. Die Todesursache war bei je 2 Personen Blutvergiftung, Aderver- kalknng, Gicht, Krebserkrankung, Herzleiden, Herzlâhmung, Kinderzehrung und Krämpfe und bei je einer Person akuter Magen-Darmkatarrh, Gehirnerweichung, Hirnhautentzündung, Geistesstörung, Knochenerweichung, Darmverschlingung und Wundstarrkrampf. Nicht durch Krankheit bedingt war der Tod in 4 Fallen: 3 kleine Kinder starben an Lebensschwäche

Frankfurt a. M. den damaligen Kronprinzen Friedrich Wil­helm von Preußen kennen, der sich am 24. April 1793 in Darmstadt mit ihr verlobte. Gleichzeitig feierte man die Ver­lobung des Prinzen Ludwig von Preußen mit Luisens jüngerer Schwester Friederike. Am 23. Dezember 1793 zogen die bräutlichen Schwestern in Berlin ein, und am Weihnachts­abend fand die feierliche Vermählung des kronprinzlichen Paares statt. Um die sechste Abendstunde des 24. Dezember ver­sammelten sich die Mitglieder der königlichen Familie im Schlosse, wo in den Gemächern der Mutter des Bräutigams die dia­mantene Krone der Hohenzollern auf das Haupt der jugendlich schönen Braut gesetzt wurde. Dann zog die ganze Gesellschaft in die Gemächer der Wittwe Friedrich des Großen, Elisabeth Christine, und von hier in den Weißen Saal, wo der Bischof Sack die Trauung des Paares vollzog.

Nun folgte die oft geschilderte Idylle in Paretz, diesem einfachen Landgute an der Havel, wo der Kronprinz damals wie auch später noch, wenn er als König dort weilte, nichts weiter sein wollte als ein schlichter Gutsherr. Die Kronprin­zessin, die am 15. Oktober 1795 den ersten Sohn, nachmals König Friedrich Wilhelm IV., und am 22. März 1797 den zweiten, nachmals Kaiser Wilhelm I., gebar, konnte in jener Zurückgezogenheit ihres schönen Familienlebens am meisten froh werden und fühlte sichganz glücklich als gnädige Frau von Paretz".

Am 16. November 1797 starb König Friedrich Wilhelm II., Friedrichs II. Neffe, und Kronprinz Friedrich Wilhelm III. bestieg den preußischen Königsthron und führte mit seiner Gemahlin Luise dasselbe musterhafte Familienleben weiter, wie auch das bescheidene bisher kronprinzliche Palais als Residenz beibehalten wurde. Die Grundsätze bürgerlicher Ein­fachheit, Schmucklosigkeit und Sparsamkeit herrschten, für das ganze Volk vorbildlich, fortan auch im königlichen Hause; die Königin gewann rasch die Herzen Aller und wurde geehrt und gefeiert, wo immer sie sich zeigte.

In diese Zeit fällt ein Brief an ihren Bruder, den Erb­prinzen Georg von Mecklenburg-Strelitz, den kürzlich Paul

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Uuterhattuugsdratt 8 Seiten,

1901.

und ein älterer Mann von auswärts wurde im Lamboywald erfroren aufgefunden. Dr. Zeh.

* Hessischer Städtetag. Die 12. Hauptversammlung des Hessischen Städtetages wird am 7. und 8. Juni d. Js. in der hiesigen Stadt abgehalten werden. Die Tagesordnung ist wie folgt festgesetzt: I. Tag. 1. Eröffnung der Versamm­lung durch den Vorsitzenden Herrn Oberbürgermeister Müller- Cassel. 2. Geschäftliche Mittheilungen, insbesondere Erstattung des Kassenberichtes durch den Rechnungsführer Herrn Bürger­meister Schöffer-Gelnhausen. 3. Neuwahl für die nach den Statuten ausscheidenden Vorstandsmitglieder. 4. Rückblick auf die Entwickelung und die bisherigen Verhandlungen des Hes­sischen Städtetages. Berichterstatter: Herr Stadtkassenrath Boedicker-Cassel. s. Errichtung einer Ruhegehaltskasse für Gemeindebeamte in Verbindung mit einer Kasse zur Versor­gung der Wittwen und Waisen derselben im Regierungsbezirk Cassel. Berichterstatter: Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni- Fulda. 6. Das Gesetz, betreffend die Anstellung und Ver­sorgung der Kommunalbeamten vom 30. Juli 1899. Erster Berichterstatter: Herr Bürgermeister Strauß-Hersfeld, zweiter Berichterstatter: Herr Stadtkassenrath Boedicker-Cassel. 7. Das getrennte Entwässerungssystem in seiner Anwendung für mittlere und kleinere Städte und der gegenwärtige Stand der Abwässerreinigung. Berichterstatter: Herr Regierungs-Bau­meister Schmick-Frankfurt a. M. II. Tag. 1. Oeffentliches Badewesen. Berichterstatter: Herr Stadtbaurath Höpfner- Cassel. 2. Wahl des Ortes für die nächste Hauptversamm­lung des Hessischen Städtetages.

* Der hessische Sparkasientag wird am 6. Juni dahier abgehalten. Die Tagesordnung soll in der am 23. d. M. in Bebra stattfindenden Vorstandssitzung festgesetzt werden.

* Missionsstunde. Heute Abend 8 Uhr findet Missions­stunde in der Kapelle des Althanauer Hospitals statt. Jeder­mann ist freundlichst eingeladen.

* Reichsbank. In Wurzen wird am 18. d. M. eine Reichsbantnebenstelle eröffnet.

* Ernannt. Landrichter Stoll in Hanau wurde zum Landgerichtsrath ernannt.

* Scharfschießen. Die Rekruten des hiesigen In­fanterie-Regiments weilten am Freitag und Samstag auf dem Griesheimer Schießplatz zwecks Abhaltung eines Scharfschießens. Am Sanlstag Abend kehrten die Mannschaften per Sonderzug zurück und wurden von der Regimentskapelle abgeholt.

* Ehrenmitgliedschaft. In der Stadt Bremen hielt gestern Abend die Bäckergenossenschaft zu Ehren ihres lang­bewährten Kassirers I. W e i d e r t ein Festessen ab. Im Verlaufe desselben theilte der Vorsitzende mit, daß Herr Weidert zum Ehrenmitgliede der Genossenschaft ernannt worden sei.

Bailleu nebst den übrigen Schreiben der Königin an den ge­liebten Bruder in derDeutschen Rundschau" veröffentlich hat, und von dem er mit Recht sagt, daß darin die Königin selbst unsden Schlüssel zum innersten Geheimniß ihres Lebens in die Hand gibt."

Noch ein Wort über die Wahrheit, daß ein reines Herz keiner Philosophie bedürfe", heißt es darin,Du wolltest nämlich gerne wissen, wie ich auf dèn Gedanken oder zu der Ueberzeugung gekommen wäre. Ich kann Dir versichern, lieber George, daß ich sie allein aus meinem eigenen Herzen habe. Du weißt, wie ich von jeher gehandelt habe, ich [bars sagen, ohne wenige Zubereitung, immer nach meinen Em­pfindungen, und ich habe mir keine Vorwürfe zu machen. (Ich sage dies jetzt nicht mehr von mir, denn da meine Lage sich verändert hat, ich in tausend Verhältnisse verwickelt werde, so brauchen meine Handlungen auch mehr Ueberlegung.) Nun hörte ich öfters Menschen über Pflichten, Rechte, philisophische Prinzipien reden und disputiren und wunderte mich des Todes, daß man erst darüber reden müßte, um überzeugt zu werden, daß man so und nicht anders handeln müßte, wenn man gut und rechtschaffen sein wollte. Ueber Pflichten gegen Gott, gegen die Menschen und sich selbst, über Pflichten als Gattin und Mutter, über häusliche und öffentliche Angelegenheit, darüber zu debattiren, war mir unglaublich, denn, sagte ich mir, es ist nur ein Weg, glücklich zu werden, nämlich der, der Stimme seines Gefühls, seines Herzens zu folgen." , .

Dann kam nach der Idylle das Drama, eine furchtbare Unglücks- und Leidenszeit für das preußische Königspaar wie ? sein Land und ganz Deutschland, und gerade in diesen schweren Tagen zeigte sich Luisens ganze Charakterstärke und . Seelenhoheit. Wenn die Königin auch niemals thätig in die politischen Maßregeln eingriff, so übersah sie jedoch nicht die schweren Gebrechen, an denen das preußische Staatswesen krankte und die zu beseitigen Friedrich Wilhelm III. bei allen trefflichen rein menschlichen Eigenschaften nicht Willenskraft, Einsicht und Entschlossenheit genug besaß. Der Reformpartei