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Erstes Blatt.

»«Mk»-rriS:

El-rLckungSgebühr:

56t Stadt* und Landkreis Hanau 10 Pfg die f3x^ gespaltene Petitzeil« oder deren Raum, für AuSwârtS 15 Pf-v im ReklamentheU die Ante 25 Pfg., für Auswärts 36 Pfg.

«VetdilW IM Mt., monatlich 60 Pfg., für aus. Mriet tieenniitn *th dem betastende« PoKauffchtag. Dt« *M«t»< Nummer kostet 10 Pfg.

»L und eerlfgt in in Vrichdruckerei des wrein. es. Matfenhaufe« in Haruru. ^

General-Anzeiger.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kasus

Grschrült täglich mit Ausnahme der Sonn- und Fetertags, mit belletristischer Brilage.

Beranttvortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Nr.

53.

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Montag den 4. März

ME»

1901

Hierzu

^Amtliche Beilage" Nr. S.

Amrliches.

Stadtkreis hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Nach §8 3 und 25 des Neichsgesetzcs vom 30. Juni 1900 (N. G.-Bl. S. 335), betreffend die Abänderung der Unfall- vcrsicherungsgescße und der Kaiserlichen Verordnung vom 22. Rooemker 1900 J^@.=53(. S. 103 t), betreffend die Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung, treten an die Stelle der bisherigen nach Berufsgenossenschafien errichteten Schiedsgerichte zur Entscheidung von Streitigkeiten aus der Unfallversicherung vdm 1. Janaur 1901 ab die Schieds­gerichte für Arbeiterversicherung.

Die mit dem Sitze hier selbst err ich.eteu beiden Schieds­gerichte führen die Bezeichnung:

1) Schiedsgericht für Arbeiterversicherung, Regierungsbezirk Cassel und Fiustenthum Waldeck,

2) Schiedsgericht für die Arbeiterversicherung im Eisenbahn- direktionsbezirk Cassel.

Sie umfassen:

Zu 1): den Regierungsbezirk Cassel und das Fürstenthum Waldeck und

Zu 2): den Bezirk der Cisenkahndinklion Cassel.

Vorsitz« über der Schiedsgerichte ist der Königliche Regierungs- Assessor von Bergen. Das Amtslokal befindet sich in dem Hause Kölni'cke Straße Nr. 28 (A 11 14462).

Cassel den 31. Dezember 1900.

Der Regierungs-Präsident. Trott zu Solz.

Wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Hanau den 26. Februar 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 3685

Der Bauunternehmer Friedrich Keuuelke hierselbst be- obsichtigt die Errichtung von zwei Wohngebäuden auf seinen an der Uferstraße in der Nähe der Kinzig belegenen Grund stücken Karte GG Nr. 353/62, 354 63, 355 62 und 356-63. Die Pläne und Beschreibungen liegen vom 4. März d. Js. an zwei Wocken lang im Sladtsekretariat, Nathhaus, Zimmer Nr. 21, zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die beab­sichtigte Gebäudeerrichlung sind innerhalb der Offenlegungs­frist bei uns anzubringen.

Hanau den 1. März 1901.

Der Stadtausschuß des Stadtkreises Hanau.

Dr. Gebeschus. 3684

Bekanntmachllng.

a. Die Aushändigung der Kriegsbeoideruugen und Paß- notizen erfolgt in diesem Jahre in der Z.it vom 1L bis 25. März.

b. Die bis jetzt noch nickt zur dienstlichen Kenntniß ge­brachten Wohnungsveränderungen sind sofort zu melden.

c. Die Mannschaften der Reserve, Landwehr I. und D. Aufgebots, sowie die Ersatz-Reservisten haben, falls sie nicht selbst zu Hause sein können, eine andere Person des Hausstandes mit Empfangnahme der Kriegs- beorderungen und Paßnotizen zu beauftragen.

d. Jeder Mann ausgenommen die als unabkömmlich Bezeichn« ten, die vom Waffendienst ZurückgesteUten und die ungeübten Elsatz-Reservisten der bis zum 25. März, abends, keine Kriegsbeorderung ober Paßnotiz erhalten bat, hat hiervon seinem Bezirksfeldmebel münd- oder schriftlich Meldung zu erstatten.

e. Die vom 1. April d. Js. ab nickt mehr giftigen rothen Kriegsbeoiderungen und die Paßnotizen sind an diesem Tage durch die Mannschaften selbst zu vernichten, die neuen, gelben, einzukleben.

f. Zn Hanau können die Kriegsbeorde­rungen und Paßnotizen von den Mann­schaften der Reserve, Landwehr I. und 11. Aufgebots und den Ersatzreservisten vom 11. bis 25. März persönlich bei dem Melde­amt Hanau abgeholt werden.

Die M i l i tär p a p ier e sind m it z ubr i ngen. Köuigl. Bezirkskommando Fulda (Hanau).

(SchNuit üiib vkiloiciie Gegltstölidc etc.

Gefunden: 1 Paar rothbi aune, fast noch nrue Glace­handschuhe. 1 schwarzer Trikot-Damenhaudschuh (linker).

Zugelaufen: 1 junger, rothbrauner, kurzhaariger Hund w. Geschl.

Vom Wasenmeister am 2. d. Mts. eingefangen:

1 Bastard, getigert, mit weißer Brust m. Geschl.

Hanau den 4. März 1901.

Hus Stadt und £and.

Hanau, 4. März.

An unsere verehrlichen Abonnenten. Der seit Beginn des Jahres zu verzeichnende erfreuliche große Zuwachs unserer Abonnenteuzahl bedingt auch eine verlängerte Druckzeit, sodaß trotz Verstärkung des Träger- personals hie und da Klagen über verspätete Zustellung an uns gelangen. Wir bitten, noch kurze Zeit Nachsicht üben zu wollen. Ende dieses Monats gelangt in unserer Druckerei eine mit den modernsten Einrichtungen versehene Rotationsmaschine zur Aufstellung, die eine stündliche Druckieistung von 13 000 achtseitigcn event. 26 000 vierseitigen Exemplaren unseresAnzeigers", fertig gefalzt und abgezählt, ermöglicht, während die bisher üblichen, hier' im Gange befindlichen Pnssen nur eine stündliche Leistung von 1200 Exemplaren zulassen. Wir sind nach Aufstellung oben erwähnter Rotation»Maschine im Stande, selbst den höchstge­stellten Anforderungen zu genügen und bitten bis dahin um freundliche Nachsicht. Die Ned. desHau. Anz.

* Einwohnerzahl der Provinz. Nach dem nun­mehr veröffentlraen Ergibniß der Volkszählung beträgt die Einwohnerzahl der Provinz Hessen-Nassau 1 897 310, gegen 1895 ein Mehr von 14 0 508 8 Pwz. Die Einwohner­zahl des Regierungsbezirks Cassel beträgt 890 069, oder gegen 1895 ein Mehr von 39 562 = 4,65 Peoz.

* Die Wasserstraßen im Kommunallandtage. In seiner Samstags sitzung beschloss der Kommunallandlag des Reg.-Bez. Cassel, die königl. Staalsregierung zu ersuchen, für den Fall der Verabschiedung der wosserwinhsckafllichen Vor­lagen durch den Landtag der Monarchie: 1) die Vorarbeiten zur Kanalisation der Oberweser zwischen Münden und Hameln alsbald vornehmen zu lassen; 2) denjenigen Gütern, die für diese Strecken der Oberweser und Fulda resp. Cassel bestimmt sind, bis zur Herstellung der Kanalisation der Oberweser die Abgabenfreiheit auch auf der kanalisirten Unterweser zwischen Hameln und Bremen zu sichern; 3) die bereits in Angriff ge­nommenen Vorarbeiten für die Kanalisation des Main zwischen Offenbach und Aschaffenburg thunlichst zu fördern. Für die unter 1 und 3 geforderten Arbeiten, und die spätere Ausfüh­rung der Kanalisation der Oberweyer und des Main denselben Beitrag der Interessenten in Aussicht zu nehmen, wie in der jetzigen Vorlage. Dieser Antrag fand einstimmige Annahme.

* Hcsi. Brau-Versicherungsanstalt. Die Direktion der Htssgcken Brandoersicherungsänstalt in Cassel hat den dem Straßenmeister Waiden s ck l ag e r hierselbst ertheilten Auf- tiag als Schätzer der Hessischen Brandversicherungsanstalt auf dtssen Antrag hin zurückgezogen. In der heutigen amtlichen Beilage unseres Blattes wird dieses wie das Verzeichniß der anderweit abgegrenzten Schätzerbezirke des Stadt- und Landkreises Hanau zur Kenntniß der Interessenten der genannten Anstalt gebracht.

* Der deutsche Werkmeister verband. Die 12. ordentliche Telcgüteuveisammlung des Deutschen Werkmeister­verbandes wird am Samstag, 6. April, und an den folgen­den Tagen in Hamburg abgehalien. Das Verbandsvermögen betrug am 31. Dezember 1900 2,64 9,204 Mark gegen 2,244 284 Mk. im Vorjahr; es hat sich also im Jahre 1900 um 404,919 Mk. vermehrt. Für alle Wohlthâtigkeitseinrich- tungeu (Sterbegeld für Mitglieder, Sterbegelder für Frauen der Mitglieder und Wittwen, Unterstützungen der Wittwen und Waisen, Unterstützungen der Mitglieder, Zuschüsse an Mitglieder beim Tode der Ehefrau, Unterstützungen an In­validen) wurden 1900 861,856 Mk. gezahlt gegen 776,798 Mk, im Vorjahre.

* Kunsiinduftrie-Verein. Als letzter Redner im dieswinterlichen Programm des Kunstindustrie Vereins spricht am nächsten D o n n e r st a g den 7. März Rezitator Emil Milan aus Homburg. Zum Vortrag gelangen: Krambam­buli von Marie von Ebner-Eschenbach. Balladen von Theodor F o n t a n e, Lotte, Lebei sidylle von Cäsar F l ais ch- len und der Pfarrer von C cugnan von Alphons Doud et. Emil Milan ist bei uns kein Unbekannter, schon wiederholt hat er mit außerordentlichem Beifall hier gech ochen, trotzdem aber wollen wir baqenige mittheilen, was vor zwei Jahren

Die heml^e Nummer umfass außer dem vmterhaUuugsbmtt 10 LUtem

die WienerNeue Freie Presse" über Milan gelegenilich seine ersten Auftretens in Wien geschrieben hat.Be- einemXenien-Abend", den die deutsch-österreichische Litteratur Gesellschaft vor Kurzem veranstaltete, hatten wir Gelegenheit, einen Rezitator zu hören, der sich in Deutschland schon seit längerer Zeit eines sehr guten Namens erfreut, in Wien aber sich jetzt zum ersten Male hören ließ. Es ist dies Herr Emil Milan. Tie Kunst der Rhapsoden wird heutzutage kaum mehr selbständig gepflegt, die P a l l e s k a und T ü r s ch- m a n n gehören der Vergangenheit an, Meister S t r a k o s ch steht vereinzelt da. Emil Milan ist eine aparte Individualität. Zunächst überrascht er durch ein Gedächtniß von seltener Treue; er spricht ganz frei, ohne Buck, und ni t bloß Verse, sondern was seine Besonderheit eben ausmacht Prosawerke. So trug er die berühmte tragische HundegeschichteKrambambuli" von Marie von Ebner-Eschenbach ... in dieser Weise frei vor. Tie erzielte Wirkung war außerordentlich, weil Milan jede Spur des Memoririen so zu verwischen versteht, daß man glauben möchte, es fMe ihm die Erzählung nur gerade so ein. Dabei weiß er mit seinem schmiegsamen Organ jede Silbe deS Textes ins rechte Licht zu setzen; ohne mimisches Spiel, bloß durch das kunstvolle und dabei doch sehr maßvolle Sprechen bringt er Alles zur Geltung, was in den Dichtungen ent­halten ist. Er trug auch einige der schönsten Balladen von C. F. Meyer in dieser Weise vor, und die Wirkung war in gleicher Weise vollkommen, fascinirend. Wenn das Wort modern" nicht so sehr mißbraucht würde, so möchten wir di sen Rezitator des Salons, der jede Rhetorik, jedes Mätzchen, alle Aeußerlichkerten verschmäht, um bloß secl.sch zu wirken und voll­ständig in der darzustellendeu Dichtung aufzugehen, einen so recht modernen Rezitator nennen." Auch in Hanau wird am Donnerstag Milan sicher den gleichen Beifall erringen.

* Militärkonzert. Im Deutschen Hause gibt morgen Abend die Infanterie-Kapelle ein großes Konzert, für das folgendes Programm aufgestellt ist:Graf Waloersee-Marsch" von Münch. Ouvertüre zur OperIm Reiche des Indra" von Lincke.Kreuzfidele Sekt-Brüder", Walzer von BoUittdt. Kukuska", rufnfle Bauerntänze, von Le kâr.Nachklänge aus Indien", Ouvertüre von Seemann. Walzer a. b. Oper Faust" von Gounot.Frühlivgslust", Humoreske von Klug­hardt. SelektionThe Belle of New-York" von Kerker. Chinesischer Marsch" von Sabathil.Traumbild", Charakier- stück von F. v. Blon.F'dele Fastnacht", großes närrifcteâ Potp. von Böttge.Winleifceuden", Galopp von Michaelis.

* Kommers. Von fachkundiger Seite wird uns ge­schrieben : Im deutschen Hause veranstalteten gestern Nachmittag die unter der Leitung des Herrn Musiklehrers Brodt stehen­den Gesangvereine aus Hanaus Umgegend einen Kommers. Die Veranstaltung erregte insbesondere unsere Aufmerksamkeit und unser Interesse, weil durck sie unter der sehr zahlreich versammelten Sängerschaar das G fühl der Zusammengehörig­keit geweckt und belebt wird, das seinen Stützpunkt findet in dem gemeinsamen Streben nach einem idealen Ziele: der Pflege des deutschen Männergesanges; die gesanglichen Aufführungen lieferten aber auch den Beweis, daß nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Landgemeinden der Gesang eine vortreffliche Pflege findet, hinwiederum in den anwesenden Vereinen das unbestrittene Verdienst des Herrn Brodt und das rege Interesse der Vereine für gute gesangliche Leistungen. Das Programm bot eine stattliche Zahl gut gewählter Chöre, Volkslieder und volksthümliche Lieder, die von den anwesenden Vereinen zusammen gesungen wurden, zum Theil von den einzelnen Vereinen zum Vortrag gelangten. Wir be­gegneten in der Wiedergabe der Chöre Kraft und Fülle, feinen Nuancen, Ausdruck und Wärme und einer beachtens werthen Aussprache. Die Gesänge im Einzelnen zu werthen, würde hier zu weit gehen. So viel sei jedoch gesagt, daß die Auf­führungen je nach den Verhülln ss«n den Sängern und ihrem Dirigenten Ehre bereiteten. Unsere ganz besondere Aner­kennung verdienten die Eingangscköre:Hör uns, Gott, Herr der Welt" von Mehul,Vom Rhein" von M. Bruch,Die Nacht" von Schubert. Beim Vortrag dieser Chöre wstkien immer mehrere Vereine zusammen. An Schuberis-Kompofition: Tie Nacht", an deren Aufführung sich die Vereine:Ger- mania"-Mühlheim,Harmonie"-Großsteinheim,Sängerlust - Langendiebach,Concordia" Wachenbuchen,Teu<onia"-Tornlg- beim beibciligten, gefiel uns die vortreffliche Aussprache und schöne Klangwiikung.^en die durch den Kommtts ge­gebenen Anregungen den Mi gliedern der Vereine zu neuem Eifer uud erneuter Hingabe Veranlassung sein, was ganz be­sonders auch den Vereinen von Vo«lheit sein dürfte, die willig und gern sich an guten Vorträgen erbauen und das Gekörte in ihren Krisen weiter zu verwerthen bemüht sind. Möge die gelungene Veranstaltung ui d die respektablen Leistungen aber au ctj Herrn Brodl an spornen als Dirigent in Zukunft feine Kraft der schönen Ausgabe zur Verfügung zu