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* Association. Der Frankfurter FußbaUsporlv.-rein ^Frankfurt" hu es sich zur Aufgabe gemacht, seine erste Mannschaft nächsten Sonntag dm 3. Mâr, derjenigen des ersten Hanauer Fußballklubs ,1893" im Wettspiel gegenüber zu stellen und erlauben wir uns daher, Freunde und Verehrer dieses interessanten Sports darauf aufmerksam zu machen.
X Verhaftet. Vor nunmehr einem Jahr wurde in Eppe in Waideck bei einem Streit unter einer musizierenden Zigeunerbande einer derselben, der Musiker Emil W.iß erschossen. Der Thäter war der Musiker und Zigeuner August Reinhard, der seither von der Staatsanwaltschaft in Arnsberg gesucht wurde. Der Mörder, der bis jetzt unter falschem Namen im Lande umherzog wurde gestern in Schlierbach von der Gendarmerie verhaftet.
* Das HahnenkaMMhaus ist jetzt nur Sonntags geöffnet.
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5 Wilhelmsbad, 1. März. Am Donnerstag Nachmittag sind zwei schöne Hengste aus dem Königl. Landgestüt Dillenburg in Wilhelmsbad eing troffen und zwar ein Oldenburger Rapphengst ohne Abzeichen sowie ein Belgier, braun, ebenfalls ohne Abzeichen.'
H Windecken, 2. März. In Freud und Leid — in Glück und yiotf) — sie s Einigkeit — bis in den Tod — sagten die deutschen Männer, als sie 1870 vereint über die Grenze jog n, und so dachten auch heute viele Mitglieder der benachbarten Krieger vereine, die hier erschienen, um verrint mit den hiesigen Kriegskameraden u. s. w. dem verstorbenen Feldzügler Kasp. Schmer die letzte Ehre, das Geleit zur ewigm« Ruhe zu geben. Alte Kriegskameraden, unter düsen der Herr Bahnhofsvorsteher und die dienstfreien Beamten und Arbeiter der Eisenbahn, woselbst der Verstorbene beschäftigt war, zeigten durch Ansprachen und durch Nred rlegen von Kränzen mit Widmung rc. das schöne Zusammenhalten der Vater landsoerth.idiger und das schöne Verhäliniß zwischen BerufSgenossen, wie dieses auch durch den Herrn Pfarrer in der oorausg gangenen Grabrede in sehr zutreffenden Worten geschah.
):( Langendiebach, 28. Februar. Einen schweren Unglücksfall erlitt heute der Makler und Wässermeister Joh. Konr. Sch. von hier. Sch. hatte einen mit Erdstöcken und Reiserwellen bcladenen Wagen aus dem Gemeindewald hnrher befördert und war damit beschäftigt, den Wagen zu entladen. Er war auf den Wagen gestiegen, um das Holz herunterzuwerf n; hierbei glitt er auf dem offenbar gefrorenen und an- gethauien Holze aus und fiel so unglücklich mit dem Kopfe auf das Pflaster des Hofes, daß er am Kopfe und an den Schultern sehr schwere Verletzungen davon trug. Sch. mußte ärztlich verbunden und vor der Hand in seine Wohnung getragen werden. Die Tragweite der Verletzungen läßt sich heute noch nicht festslellen ; jede- falls aber wird sich Sch. auf ein längeres Kra, kenlager gefaßt machen müssen. Es kann in der jetzigen Holzabfuhrzeit, in der das Holz gefroren und glatt ist, nicht genug zur Vorsicht gemahnt werden. — Durch das in den letzten Tagen eingetretene Thauwecker sind die durch die Straßen unseres Ocks in zwei Armen streßenden Bäche bis oben an mit einer gewaltigen gelben Wassermasse angefüllt und zu reißenden Gießbächen geworden. Da stößt bei solchen häufig wiederkehrenden G legenheilen immer wieder die Frage auf, ob es nicht nothwendig oder praktisch wäre, die Bäche, soweit sie die Straßen berühren, zu kanalffiren oder wenigstens einzufriedigen. Zu verwundern ist nur, daß noch kein ernstlicher Unglücksfall geschehen ist, obgleich des fieren Kinder und Erwachsene in die Bäche gefallen sind.
0 Langendiebach, 1. März. Die Nittheilung, wonach die Straße Rückingen-Niederrodenbach derart überschwemmt lei, daß jeder Verkehr nach dieser Seite unterbrochen sei, trifft nicht ganz zu, da der P o st o e r k e h r zwischen Rückingen-Nüderrodenbacher Bahnhof, welcher durch Botenposten bewirkt wird, bis heute Abend noch nicht eingestellt war.
Neretnsnachrichten fâr Samstag den 2. M ärr
Evang Männer- und Jünglingsverein: Unterhaltung (Svaug. Vereinsbaus)
Christlicher Arbeiterverein: Vereinsabend und Mitgliederaufnahme im Vereinslokale zum „Elephanten*
Turngemeinde: Kürturnen und Vorturnerstunde.
Verein „Einigkeit*: Vereinsabend in der „großen Krone*.
Kasino „Eintracht" (Vereinslokal .zum Brausttib'l): Vereinsabend, Athletenklub .Germania': VereinSabend (Restauration Wageubach. Psradcplntz).
Fußballklub „Viktoria": VereinSabend in der .Brauerei WeiSmantel'. „Hanauer Fußballgesellschaft 1899": VeretnSabeno im Gasthaus zum Grafen Philipp Ludwig*.
Hanauer Fußball- und Errckelktub: Gemüthliches Zusammensein in „Aremannia".
für Sonntag den 3 März.
Fußballklub .Viktoria": Nachmittags 3 Uhr: UebungSspiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerztervlatz
Hanauer FußbaLgesellschatt 1899: Nachmittags 3 Uhr: UebungSspiel am dem Exerzierplatz.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: UebungSspiel auf dem Exerzierplatz.
Telegraphischer Wetterbericht der dcutf-ien Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 2. März,
9 Uhr 35 Min.
Ein Maximum über 768 mm lagert über Nordosteuropa, ein Minimum unter 732 mm über Irland und nördlich von Schottland. In Deutschland ist das Wetter ruhig, etwas wâ.mer.
P ognofe für den 3. März: Trübes, mildes Wetter, mit Regeusällen wahrscheinlich.
________________ Hanauer Anzeiger. ________________
Ans dem Gerichtssaal.
Sitzung des Schwurgerichts vom 1. März.
Meineid.
(Schluß.)
Die fernere Zeugenvernehmung in der Meincidsanklage gegen den Fabrikarbeiter Johann Christe von Hellstein förderte nicht viel Neues zu Tage. Der Mann, dem die 50 Mk. von Christe geliehen wurden, die er nachher angeblich an den Bruder zurückzahlen sollte, sagte, anfangs sei davon nichts ge- svrochen worden, erst später, zu der Zeit, wo der Termin war. Der Bruder des Angeklagten verweigerte sein Zeugniß. Die Angaben des Angeklagten über das Fahrrad wurden in der Hauptsache bestätigt. Die Zeugen konnten nur angeben, daß er im Jahre 1899 das Rad gefahren; bezüglich des Vorwurfs, daß er es im vorigen Jahre noch zum Verkauf angeboten habe, wurde von dem Händler, der das Rad kaufen wollte, bezeugt, daß der Angeklagte gesagt habe, das Verfügungsrecht habe sein Bruder.
In seinem Plaidoyer führte der Staatsanwalt aus, das Z'ugniß des Mädchens, daß es dem Angeklagten vor Weihnachten die Folgen des Verhältnisses mitgetheilt, der Angeklagte aber im März die Schritte gethan habe, um nach Amerika auswandern zu können, beweise, daß er noch Mittel besessen habe, dieselben aber für seine Auswanderung verwenden und dem Mädchen nichts geben wollte. Dasselbe beweise auch sein späteres Verhalten. Er bitte den Angeklagten des wissentlichen Meineids schuldig zu sprechen.
Der Vertheidiger führte aus, es läge für die Schuld des Angeklagten kein positiver Beoeis vor. Bezüglich des Koffers könne man berechtigte Zveifel hegen, ob derselbe einen pfändbaren Gegenstand bilde oder nicht. Der Angeklagte fei an die verschiedensten Ocke gereist und habe ihn nothwendig gebraucht, der Fall mit dem Fahrrad fei zu Gunsten des Angeklagten autgek ärt und bezüglich des Geldes se en seine Angaben in vielen Punkten bestätigt worden. Daß er das übrige Geld in Frankfurt auSgegeben, sei auch durchaus nichts ungewöhnliches. Er bitte um Freisprechung.
Die Geschworenen verneinten die Frage bezüglich des wissentlichen Meineides und bejahten die Frage auf fahrlässigen Fälschet d. Der Angeklagte wurde darauf vom Gericht zu acht Monaten Gefängniß vec- urih ilt.
Vertreter der A tklage war Herr G.'richlsassessor Schäffer, Vertheidiger Herr Rechtsanwalt Malkmus.
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Sitzung vom 2. März.
Amts-Unterschlaguug.
Des Verbrechens im Amt angeklagt ist der Ober-Poit- fetretär Georg Kempf hier, geb. den 23. Ju i 1856 in Hildesheim, verheirathet und Vater von 4 Kindern. Die Anklage legt dem Beschuldigten zur Last, 1. im Juni 1900 zu Hanau als Beamter einen Betrag von 1089.60 Mark, Gelder, die er in amtlicher Eigenschaft empfangen, sich rechtswidrig angeeignet und mit Beziehung auf diese Unterschlagungen die zur Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben dienenden Bücher falsch geführt zu haben; 2. im Januar 1901 einen Betrag von 24 Mark ebenfalls als Beamter unterschlagen und die zur Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben dienenden Bücher falsch geführt zu haben. Verbrechen gegen §§ 350, 351 und 74 des Reichs- Straf G.setz-Buches.
Der Angeklagte wurde am 1. Mai 1884 als Sekretär in Hildesheim definitiv angestellt und am 1. März 1900 von Hildesheim hierher versetzt und zum Oberpostsekretär ernannt. Als Oberxo't ekrnär bezog er ein Gehalt von 3300 M. nebst dem Wohuungsgeldzuschuß. Der Angeklagte ist in Bezug auf den 1. Fall geständig, den 2. Fall müsse er entschieden bestreiten. Zur Erklärung, wie er zu der folgenschweren That gekommen, gibt der Beschuldigte Folgendes an: Er mußte f. Zt. seinem Vater die schriftliche Erklärung abgeben, daß er ihm die Kosten für seineAusbckdung und für die Absolvirung seiner Dienstzeit als Einjährig Freiwilliger wieder erstatten werde, damit seine Geschwister nicht zu sehr geschädigt würden. Leider habe er es versäumt, bei seiner späteren Verheirathung im Oktober 1886 seinem Schwiegervater hiervon Mittheilung zu machen, seine Schwiegermutter war ihm auch nicht gewogen und veranlaßte, daß er nichts bekam; er mußte Schulden machen, um seinen Vater unterstützen zu können und diese waren bedenklip aufgelaufen, als die Versetzung hierher ihn traf. Zum Unglück erkrankte dortselbst noch seine Frau, und konnte nicht gleich mitziehen, infolgedessen er einen getrennten Haushalt führen mußte. Seine Gläubiger in Hildesheim, denen er etwa 1200 Mt. schuldete, bedrängten ihn nunmehr auf das Ängste, sodaß er sich kaum mehr zu helfen wußte. In seiner Noth wandte er sich an seine besten Freunde, ohne Hilfe zu erhallen und schließlich mußte er sich mit schweren Herzen dazu entschließen, zwei Wechsel, einen über 400 Mk. unreinen über 350 Mk., auszustellen. Als dieselben hier fällig wurden, war er wieder so wèit wie vorher. Er machte abermals alle nur erdenklichen Anstrengungen, aber Alles half nichts. In- zwischen waren die Wechsel eingeklagt und ein Urtheil gegen ihn bereits au-geferligt worden. Der Angeklagte bekam die Pfändung vom Gerichtsvollzieher und dann die Mittheilung, daß die Möbel verkauft würden, wenn die Wechsel nicht bis zum 27. Juni bezahlt wären. Es waren die besten Möbel seiner Frau und er fürchtete, daß dieser letzte Akt seine Frau lösten würde. Abermalige Anstrengungen zur Herbei- s Raffung des Geldes waren nutzlos und in biefer höchsten ^oth ließ er sich zu dem verhängnißvollen Schritt verleiten. Er hatte hier in seiner Eigenschaft als Ober Postsekretär das Zeitungswesen zu verwalten und die Ein- und Auszahlung der Abonnementsgelder zu überwachen. Am 20. Juni ließ er sich von dem Schalter- beamten einen Vorschuß von 1089 60 M. zur Befriedigung des „Hanauer Anzeiger" für dessen Ansprüche an Abonnementszeldern für das 2. Quartal geben. Diesen Betrag hatte er, wie er angibt, nicht gleich zur Auszahlung an den „Hanauer Anzeiger" verwendet, weil bissen Rechnungen ferst noch zu prüfen waren; er habe keineswegs von vornherein die Absicht
2. März
besessen, das Geld für sich zu mrwenchn uno sei erst durch den letzten Brief des GerichtZvollzi hers bagu gedrängt worden. Nach dem 1. Juli, dem Quartalsschluß, mußten dann die Abonnementsgelder an den „Hanauer Anzeiger" abgeführt werden und Kempf ließ sich zu diesem Behuf wieder von dem Schallerbeamten, der diesmal ein Anderer war, einen Vorschuß geben mit der Moiioirung, diesen für die Bezahlung des 3. Quartals zu benöthigen, während er in Wirklichkeit erst das 2. Quartal damit bezahlte. In den Büchern mußte jer dann natürlich die betreffenden Posten falsch buchen. Am 1. Oktober, als das 3. Quartal und am 1. Januar, als das 4. Quartal fällig wurde, waren immer dieselben fals Herr Eintragungen nothwendig, bis dann bei der Revision im Anfang dieses Jahres die That entdeckt wurde. Bezüglich des zweiten Falles bestreitet der Angeklagte die Beschuldigung. Es habe sich um die bereits eingezahlten Abonnementsgelder für eine neue auswärtige Zeitung („Der Tag") gehandelt, deren Erscheinen wieder abgesagt wurde. Cs seien gerade in dem ersten Quartal dieses Jahres die vielen Neuerungen im gesammten Zeitungswesen, der neue Postzeitungstarif und sonstige Neugestaltungen eingetreten, die ihm eine enorme Arbeitslast gebracht hätten. In dem Drange der Geschäfte seien diese Gelder anderweitig gebraucht und dadurch wahrscheinlir falsch gebucht worden. Unterschlagen habe er dieselben keinesfalls.
Das Urtheil gegen den Angeklagten lautet auf 9 Monate Gefängniß unter Zubilligung milde nder Umstâ b1.
Drab fberieb tFdesTDänTHnz?^
Die Lage in China.
Berlin, 1. März. Wal dersee meldet aus Peking vom 28. Februar: Die berittene Infanterie aus Tientsin hatte am 25. Februar bei Huikiatschang, 20 Kilometer südöstlich von Nungtsinghsien, einen Zusammenstoß mit einer Räuberbande. Die Bande wurde nach Verlust von etwa 100 Mann zersprengt. Diesseits zwei Verwundete.
Berlin, 1. März. Die „Köln. Ztg." meldet aus Peking vom 28. Februar: In der heutigen Sitzung der Gesandten und chinesischen Bevollmächtigten schlug der deutsche Gesandte eine Reihe von Beschlüssen vor, wodurch die Verhandlungen wegen Durchführung nachfolgender Punkte beschleunigt werden sollen: 5. Waffenzufuhr, 6. Erzeugung eines Kriegsvorrathes, 7. Schutzwachen für die Gesandtschaften, 8. Befestigungen zwischen Taku und Peking, 9. Besetzung strategisch wichtiger Punkte zwischen Peking und dein Meere, 10. Neuordnung des Tsungli-Namens und Beseitigung des chinesischen Zeremonielles des Gesandtencmpfanges.
Köln, 1. März. In der „Köln. Volksztg." veröffentlicht Bischof Anzer eine Abivehr der gegen ihn und die katholischen Missionen verschiedentlich erhobenen Vorwürfe. Aus den ausführlichen Darlegungen ist besonders hervorzuheben, daß Bischof Anzer auf die Besetzung von Kiautschou keinen Einfluß ausübte; als er deren Nothwendigkeit aussprach, war sie bereits erfolgt. Als das Gerücht von der Aufgabe Kiautschous auftauchte und es hieß, dafür solle der Hafen Sanfaun besetzt werden, glaubte er, itn Interesse der Sicherheit dagegen auftreten zu müssen. Die Ereignisse des Vorjahres wären zweifellos auch ohne die Besetzung Kiaulschou- durch Deutschland eingetreten. Die Ereignisse seien nichts Anderes, als die Frucht der politischen Eittivickelung Chiilas und beschleunigt durch die Intriguen des Hofes in Peking. Deutschland kann sich freuen, sagt der Bischof, daß es sich in Kitautschou eine hoffnungsreiche Kolonie und seinen Platz an der Sonne sicherte. Schließlich weist Anzer den Vorivurf zurück, die Missionen hätten sich in weltliche Angelegenheiten kingemischt. Er schrieb in Südschaittung strengstens vor, bei Streitigkeiten mit den Heiden dürfe sich kein Missionar der Christen aimehmen.
Pekinft, 1. März. (Reutermeldung.) Die Gesandten entschieden dahin, Italien solle das von ihm mit Beschlag belegte Grundstück der chinesischen Zollverwaltung behalten.
London, 1. März. Im Unterhause fragt Norman an, ob die Regierung Kenntniß davon habe, daß deutsche Behörden in China chinesische Lokalbehörden zur Hergabe von Geld zwangen, ohne zuvor die Vertreter der anderen Mächte zu befragen. Cranborne erwidert, wie er höre, seien von den deutschen Militärbehörden in gewissen Fällen Geldstrafen verhängt, aber die Verhängung von Geldstrafen seitens der militärischen Expeditionen in Nordchina liege innerhalb der Befugnisse des Oberkommandirenden.
Berlin, 3. Marz. Das Vorgehen der Mächte wegen der von China mit Rußland hinsichtlich der Mandschurei gepflogenen Unterhandlungen ist nach den Informationen der „Berliner Neuesten Nachckchten" dadurch veranlaßt worden, daß China ein auswâckiges Kabinet, anscheinend das japanische von der Pression verständigte, m t der Rußland die Unterzeichnung des von ihm vorgeschlagenen mandschurischen Abkommens zu erlangen suche. Nachdem auf diese Weise die Kabinette amtlich Kenntniß von den schwebenden Verhandlungen erhalten hatten, sahen sie sich veranlaßt, im Interesse der Wahrung ihrer eigenen erheblichen Ansprüche dazu Stellung zu nehmen. Deutschland erstrebt in China keine Gebietserwerbungen, welchen Standpunkt anscheinend sämmtliche Kabi- nette mit Ausnahme Rußlands und Frankreichs einuuhme«.
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Vom Surenkrteg.
London, 2. März. Lord Kitschener drahtet aus, Pretoria vom 1. März: Dewet ist nach dem Norden zurückgedrängt worden. Wir machten 200 Gefangene. 80 englische Soldaten der Kolonialtruppen sind von einer überlegenen Burenabtheilung angegriffen und zu Gefangenen gemacht worden, nachdem sie 20 Mann an Todten ein^ebügt hatten.
London, 2. März. Aus Kapstadt wird gemckdet : Dewet ist der Verfolgung seitens des Obersten Plumer nur durch die Zersplitterung seiner Streitkräf'c in kleine Abtheilungen entgangen. Seine Operationen in der Kapkolonie sind endgültig gescheitert. Weiter wird aus Kapstadt berichtet, Piet- Dewet hat seinen Bruder ersucht, im Namen der Menschlichkeit den Widerstand aufzugeben.