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der verschiedenen Obstsorten zu bringen. Der am 17. Oktober v. Js. in Cassel abgehaltene Obstmarkt blieb allerdings hinter den früheren zurück, doch dürfe das den Verein nicht adschrecken. Redner verweist auf die Obstoerkaufsvermittelungsoereine, welche sich in Marburg u. a. Orten gebildet haben und sich sehr nützlich machten. Auch die Reellität der Obstlieferanten wird durch sie besser überwacht. Herr Direktor Hesse-Marburg berichtet, daß die dortige Obst - Verkaufsvermittelungsstelle bei der letzten Ausstellung 481 Zentner Obst verkaufte. Die Ver­sammlung beschließt dann weiter, im laufenden Jahre eine Bezirks-Obstausstellung in Hersfeld abzuhalten und zwar in der geit vom 4. bis 6. Oktober. Herr Königlicher Garten- inspettor Junge-Cassel hielt einen Vortrag über:Zw ck und Nutzen der Errichtung von Gemeinde- und Kreisbaumschulen". Redner hält dieselben nicht für geeignet für eine gedeihliche Förderung des Obstbaues; sie erzielten weder geeignete Arten, noch stellten sich die Stämmchen billiger als die aus den großen Handelsbaumschulen bezogenen, welch' letztere entschieden vorzuziehen seien. Zum Schluß wird von der Versammlung folgende Resolution angenommen:Der Obstbauverein für Regierungsbezirk Cassel erach et auf Grund der Verhandlungen seiner Hauptversammlung die Neuanlage von Kreis- und Gemeindebaumschulen prinzipiell für unzweckmäßig und empfiehlt, die für den Obstbau flüssigen Mittel für musterhafte Pflanzungen und Erleichterung des Ablatzes zu verwenden." Die Versammlung bestimmte schließlich Immenhausen als Ort der nächsten Sommer-Wander-Versammlung.

k. Rezitation. Mit anerkennenswerther Energie hat der Kaufmännische Verein auch in diesem Jahre dem weiten Kreise seiner Mitglieder eine Reihe edler geistiger Ge­nüsse verschafft. Für gestern war der rühmlichst bekannte Rezi­tator Professor Strakosch aus Wien gewonnen worden. Di- Stärke dieses Künstlers liegt auf dem Gebiete der Tragik, die heiteren Musen sind seiner Kunst mehr oder weniger fremd. Entsprechend dieser individuellen Veranlagung war auch das Programm ausgewählt. Zum Vo-trag gelangte die zweite Scene des 3. Aktes vonIulius Cäsar" , ferner die Sc ne aus dem 3. Akte derRäuber", welche die Auffindung des Vaters von Franz Moor erzählt, und HeinesMutter Gottes von Kevelar." Dem Reznaior ist ein wohlgeschultes Organ eigen, das einer reichen Modulation fähig ist. Mit Liebe und künstlerischem Empfinden versenkt er sich in den Geist der Dichtung und weiß aus seiner Stimmung heraus mit reichen technischen Mitteln seine Zuhörer in den Bannkreis seiner Kunst zu ziehen. Mit besonderem Erfolge kamen die stark dramatischen Parthien zum Ausdruck. Unter dem E-ndrucke dieser Kunst stehend, fo gte das recht zahlreiche Auditorium den Darbietungen mit innerer Antheilnahme und lebendigem Interesse. War das Programm auch nicht sonderlich umfangreich, so wuroe doch ein echter Kunstgenuß vermittelt. Der wohlverdiente Dank blieb dem Künstler nicht vorenthalten.

* Vortrag. Heute Abend wird im ka'h. Jünglings­verein Herr Lehrer W e i s m ü l l e r seinen dritten und letzten Vortrag über seine Palâstinarerse halten. Zu zahlreichem Be­such wird hiermit aufqefordeit.

* Von den Vögeln erscheinen im März nach den Staaren und Lerchen die Finken, Hänflinge, verichiedene Falken, die Ringel- und Holztauben, Drosseln, Schnepfen, Kiebitze, Heid lerche, wilde Gänse, Dohlen, später: Bachstelzen, Rothkelchen, Hausrolhschwänzchen, Störche, Kraniche, Grau- und Rohrammern u. a. Ihre erste Beschäftigung ist das Bauen der Rester. Kaum angekommen, erwartet alle reiche Thätigkeit. Von den Menschen ist es schön, die meist nütz­lichen Thiere in ihrer Arbeit nicht zu stören. Etwaige Staar­häuschen müssen nun in Ordnung gebracht werden. Man hat beobachtet, daß die Stehhölzchen vor den Löchern manchmal von Raubvögeln, wie Krähen, und auch Katzen als Stützpunkt benutzt werden, um die Jungen zu stehlen. Der Staar bedarf, wenn die Qffnung groß genug ist, ein solches nicht. Es bleibt am besten weg.

* Der M aètt ist nunmehr wieder vollständig eisfrei seine Wasser sind erheblich gestiegen und stellenweise nahe daran, das Ufer zu überschreiten. Ein weiteres Steigen dürfte jedoch, überraschenden Wandlungen geführt. In den Städten der preußischen Monarchie waren nämlich bis zum Jahre 1867 durchweg mehr männliche als weibliche Personen vorhanden, in den Landgemeinden dagegen war das Verhältniß umgekehrt. Seit jener Zeit erfreuen sich aber auch die Städte des weib­lichen Uebergewichts. Der G-und für diese merkwürdige Er- scheinung liegt eben einerseits in den Säuberungen, die den Städten in den letzten Jahrzehnten mehr Frauen als Männer zugeführt haben, andererseits aber auch in dem Umstand, daß fast das gesammte st-hende Heer in den Städten untergebracht ist, während doch das platte Land den bei weitem größten Theil des Heeresersatzes stellt und die Friedensstärke der Armee nur im Verhältniß zum Wachsthum der allgemeinen Bevölke­rung erhöht wurde.

Unsere Provinzen zeigen ebenfalls bezüglich der Vertheilung ihrer Einwohner nach dem Geschlecht recht bedeutende Ver­schiedenheiten. Die Männerwelt ist am stärksten in Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland vertreten. In allen übrigen Provinzen sind mehr weibliche als männliche Einwohner, und zwar ist das Frauenelement am allerschwächsten in Schlesien. Diese Verschiedenheiten erklären sich gleichfalls aus den Wande­rungen. Und was die Regierungsbez rke betrifft, so ist Arnsb rg am männeireichsten, während Liegrutz so stolz sein darf, den größten Ueberschuß an Frauen zu haben.

Es wäre aber ein Irrthum, wenn man aus der Thatsache, daß die ganze Welt außerhalb Europas insgesammt weit mehr Männer als Frauen hat, schließen wollte, daß die fremden Volksrsssen nicht auch hier und da einen Frauenüberschuß er­zeugten. Bei'pielsweise hat die mittelamerikanische Republik Nicaragua, deren Einwohnerschaft zur Hälfte aus Mi'chlingen und zu einem Drittel aus Indianern besteht, einen e heolichen Franen U berschuß. Daher betont Bücher mit Recht, daß das Ueberwiegen des'weiblichen Geschlechts nicht blos bei Völkern der kaukasischen, sondern auch bei solchen der rothen und ebenso bei der schwarzen Rasse vorkommt, da ja in der JiuafrU konischen Republik unter der erwachsenen Negerbevölkcrung

Hanauer Anzeiger

da die Schneemassen im Gebiete des Maines zum großen Theil geschmolzen ftnb,. nicht mehr zu befürchten sein, vorausgesetzt natürlich, daß nicht erhebliche Regengüsse eintreten. Vom Unter m ain wird uns von unserem Korrespondenten be­richtet: Trotz des erstaunlich raschen Schneeabganges ist der Mainstrom nur unmerklich gestiegen. Der Untermain ist voll­ständig eisfrei und die Fische beleben wieder den Wasserspiegel. Das Treibeis vom noch zugefrorenen Obermain wird indessen noch erwartet, weshalb auch der Schiffs- und Floßoerkehr vor­erst noch geschlossen bleibt und diefliegenden Brücken" bei den verschiedenen Ueberfahrtsstationen noch nicht wieder aufge­hoben werden konnten.

* Hochwasser der Kinzig. Die Kinzig wälzt hoch­gehende trübe Wasserfluchen zu Thrl, was auf die schmelzen^ den großen Schneemassen in den Gebirgsthälern des Vogels» gebirges und der Rhön zurückzuführen ist. In den an der Kinzig gelegenen Ortschaften des Landkreises hat das Hoch­wasser auch reckt empfindliche Verkehrs st ârungen zur Folge, wie aus nachstehenden Berichten unserer Korrespon­denten hervorgeht:

(:) Hüttengesätz, 1. März. Zwischen Bruder­diebacherhof und der B l i n k e n m ü h l e ist das Geleise der Kleinbahn überschwemmt, sodaß heute Morgen die fahrplanmäßigen Züge der Strecke Hüttengesâß- Hanau nicht verkehren konnten, da man die Unterspülung des Bahndamms befürchtete. Es gehen von Hanau ab Extrazüge.

+ Langendiebach, 1. März. Durch das erneut gestern eingetretene Hochwasser ist die Straße Rückingen-Niederrodenbach auf mehrere Hundert Meter wieder überschwemmt, sodaß jeder Ver­kehr nach dieser Seite unterbrochen ist. Eine große Anzahl von Arbeitern aus Rückingen und Langendiebach. konnten aus diesem Grunde heute Morgen nicht zum B a h n h o f N i e d err o d e n b a ch gelangen, um sich von dort auf ihre Arbeitsstätten zu begeben.

A Heiteres aus dem Manöverfelde. Der Vor­stand einer freiwilligen Krankenkasse zu Hainhausen ließ zur Bequemlichkeit und rascheren Orienttrung des an bestimmten Besuchstagen von auswärts eintreffenden Kassenarztes ein zur Aufnahme von schriftlichen Krankenanmeldungen bestimmtes Kästchen an einem öffentlichen Gebäude anbringen. Als gestern der betreffende Arzt das Kästchen öffnete, war er über die un­gewöhnliche Anzahl der vorgefundenen Paiienienaumeldungen nicht wenig erstaunt. Die Ueberraschung wich aber schnell kräftigen Heiterkeitsausbrüchen, nachdem sich vermeintliche An­meldescheine bei näherer Okularinspektion als eine Menge farben­prächtiger Ansichtspostkarten entpuppten, die aus Adressen und Inhalt unzweifelhrft auf schrcibselige Soldaten­federn schließen ließen. Das Offenbacher Infanterie-Bataillon v ranstaltete nämlich vom letzten Montag ab ein sich durch den ganzen Rodgau bis nach Babenhausen hingehendes zweitägiges Wrntermanöver. Auf dem Durchmärsche folgten die tapferen Marsjünger dem unwiderstehlichen Zuge ihres liebeglühenden Herzens, verwechselten aber in derHitze des Gefechtes" das bescheidene Meldekästchen mit dem noblen Reich s- postbri e fkasten. Der gefällige Arzt sorgte indessen als­bald für die prompte Weiterbeförderung dieser verirrtenFeld­postdienstzeichen". Die F-eude der Adressaten über die sehn­suchtsvollen Soldaten-Liebesbeweise vom friedlichenKriegs­schauplätze" dürfte durch die fatale Verspätung wohl schwerlich eine Einbuße erlitten haben.

-s. Aus dem Leserkreise. An der Nordseite des vor dem Kanalihor stehenden Wetterhäuschens ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nicht allein die Scheibe demolirt worden, sondern auch das Thermometer zerstört. Gehört zur Ausführung einer solchen That in der Nacht nicht ein großer Heldenmuth ? ?

gleichfalls weit mehr Frauen als Männer existiren. Die sonder­barsten Verhältnisse zeigen aber Hongkong und Hawaii, in Hawaii kommen nur 533, in Honkong gar nur 409 Frauen auf je 1000 Männer, Dort wäre also das Dorado für die heirathslustigen Damen der Länder mit Frauenüberschuß.

Im Allgemeinen hat man die Wahrnehmung gemacht, daß die Frauen weit geselligere Geschöpfe sind als die Männer, sie sind in Ländern, deren Bewohner zerstreut und einsam leben, verhältnißmäßig am seltensten zu finden. Daher be­stehen Jäger- und Hicteuvölker überwiegend aus männlichen Personen, ebenso ist es bei den schon erheblich dichter bei­sammen wohnenden Ackerbauern. Dagegen ist das weibliche Element in fast allen Ländern mit hauptsächlich gewerblicher Thätigkeit in der Mehrzahl. Ferner kommen aber bei der Vertheilung der Geschlechter auch dir Rechtsverhältnisse in Be­tracht, je nach der Beschaffenheit des Erbrechts, der Ehehinder- nisse, der Theilbarkeit des Grundbesitzes oder der Freizügig­keit in einzelnen Ländern. Von Bedeutung scheint auch das Klima zu sein, denn es leben im Allgemeinen in der ge­mäßigten Zone etwas mehr weibliche, in der heißen und kalten Zone etwas mehr männbche Personen. Ebenso beeinflußt die Vertheilung der Niederschläge das nummerische Verläl'.nig der Geschlechter. In trockenen Ländern gibt es mehr Männer, in solchen mit reichlichen Niederschlägen hingegen mehr Frauen. Die Erklärung dafür liegt darin, daß die trockenen Gebige weniger Nahrungsmittel erzeugen, als die mit genügendem Regen begnadeten Länder. Außerdem kommen bei der planmäßigen Verschiedenheit der Geschlechter hauptsächlich die schon erwä n- ten Wanderungen und die Verschiedenheit der Sterblichkeit in Betracht. Die Hauptsache ist bei der Beantwortung der Frage, wie siel Frauen die Welt hat, die Thatsache, daß unsere Mutter Erde einen Männerüberschnß von 152/s Millionen Wien trägt. Dieses große Plus wiegt das Uebergewicht der grauen in Europa fast fünfmal auf. Freilich ist es für die Europäerinnen ein schwacher Trost, daß in den wilden Gegen­den der fremden Erstyeile genug Männer zu haben sind.

________ 1 März

Gronau, 27. F bruar. Der vom Hausbesitzer F. 8. A. Brod in Vilbel daselbst gebohrte und von ihmViktoria M lita- Sprudcl" getaufte Brunnen hac bekanntlich schon viel Aufsehen erregt und ist neuerdings von Professor O. H. Fresenius in Wiesbaden genau analysut worden. Wir heben aus der detail- lirten Analyse den besonders hohen Kohlensäure-Gehalt hervor ; das Quellwasser enthält in 1000 Theilen als Bicarbonat ge­bunden 0,707, völlig frei 3,902 Theile Kohlensäure. In einer der genauen Analyse vorangeschickten Vergleichung deS Viktoria-Meltta-Dprudels mit ähnlichen Heilquellen erwähnt Professor Fresenius, daß derselbe außer einer großen Menge freier Kohlensäure als Hauptbestandtheile doppelt kohlensauren Kalk, doppelt kohlensaures Natron, doppelt kohlensaure Magnesia und Chlornatrium enthält, außerdem aber eine recht erhebliche Menge von doppelt kohlensaurem Eisenoxydul. Auch der Ge­halt an schwefelsaurem Kali, an doppelt kohlensaurem Ltthion, an Bromnatrium und an Jodnatrium ist erwähnenswerth. Hinsichtlich des Gehaltes an doppelt kohlensaurem Effenoxydul steht das Wasser des Viktoria Melita-Sprudels zwischen dem des Weinbrunnens und des Stahlbrunnens zu Langenschwalbach. Hinsichtlich des Gehaltes an doppelt kohlensaurem Kalk und doppelt kohlensaurem Natron steht der Viktoria M.lita-Sprudel der Helenenquelle zu Wildungen und der Gertrudisquelle zu Biskirchen nahe. Der Viktoria-Melita Sprudel wird also mit Erfolg als Heilquelle benutzt werden können, ebenso wie die hinsichtlich wichtiger medizinisch wirksamer Bestandtheile ihm ähnlichen berüym.en Heilquellen zu Langenschwalbach und Wrl- dungen.

O Rückingen, 28. Februar. Die Spuren des Hoch­wassers im vergangenen Monat Januar sind hier immer noch nicht ganz verwischt. An der Straße Rückingen-Rieder- rodeubach war von der Gemeinde im Dezember die Pappelallee zum Theil gefällt worden. Diese Pappelstämme sind nun s. Z. von dem über die Wiesengründe fluchenden Wasser Hunderte von Metern weit fortgeschwemmt worden. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die theilnmse mehr als 1 Festmeter ent­haltenden Stämme von den Wiesen wieder abzufahren, welche Arbeit sehr mühsam und auch kostspielig ist. In seiner Be­hausung, unter dem Bett hervor, wurde gestern Abend der als Vogelfänger pp. hier übklberüchtigte und viefach vorbestrafte Tagelöhner Sch. verhaftet. Sch., welcher eine vierzehn­tägige Haft zu verbüßen hat, hatte sich nicht zur r chtizen Zeit zur Verbüßung seiner Strafe im AmtsgerichisgetäugniL zu Langenselbold eingestellt. Der Genannte hat es bei ähnlichen Gelegenheiten schon mehrfach verstanden, der Polizei ein Schnipp- chm zu schlagen und sich der beabsichtigten Festnahme zu ent­ziehen gewußt allerdings immer nur auf wenige Tage.

A Rückingen, 1. März. Der Taglöhner Sch., der, wie vorstehend gemeldet, bei seiner Verhaftung unter dem Bett hervorgezogen werden mußte, ist seinem Transporteur beim Verlassen der Kleinbahn in Langenselbold entflohen, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, seiner wieder habhaft zu werden.

X Grofz-Krotzenvnrg, 28. Februar. Hurrah, der Klapperstorch ist da! Gestern ließ sich der erste Steizenjünger, von Alt und Jung freudig begrüßt, auf dem Kirchendache des benachbarten Hain Hausen nieder. Auch in Jügesheim zeigte sich Freund Langbein um dieselbe Stunde im besten Wohltein auf dem Dache eines Privathauses, aufmerksam die futterreiche Gegend inspizirend. Ebenso beobad tete man gestern in Klein-Krotzenburg zwei Störche, als sie gravi ätisch die schneefreien Mainwiesen absuchten. Da in den letzten Tagen auch mehrfach Schwärme von Schneezânsen auf ihrem Fluge aus dem sonnigen Süden nach den norbifdien Gefilden den Rodgau und das Mainchal durchzogen, so ist die An­nahme eines raschen Frühlingseintritts wohl begründet. Nach unseren genauen Auszeichnungen erschien BruderAdebar" während der letzten 10 Jahre stets in der Zeit zwischen dem 21. Februar und dem 24. März. Unsere Storchpostchronik reicht zurück bis zum Jahre 1874, in welchem der liebe Klapperer außergewöhnlich fiü. zeitig, nämlich schon am 14. Februar, seine deutsche Heimath wiedersah.

Sprechsaal.

Für die unter dieser Rubrik etngesandien Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.

Achtung!

In der geheimen Sitzung der Stadtverordneten in Frank­furt a. M. am 26. Februar d. J. genehmigte diese Versamm­lung die ihr vorgelegten Magistratsanträge wegen der, Ausdeh­nung der Wasserversorgung durch Quellen im Kinzigthal. Es soll sich um erhebliche Summen, mithin auch um erhebliche Wassermengen gehandelt haben. Bei dieser Ausdehnung der Wasserversorgung von Frankfurt aus Quellen im Kinzigthal handelt es sich aber um die vitalsten Interessen für Hanau, da durch weitere Entnahme von Wasser im Kinzigthal die Wasserversorgung unserer Stadt für die Zukunft geradezu in Frage gestellt wird; denn eS ist Thatsache, und durch genaue Messungen nachgewiesen, daß der Wasservorrath im Kinzig­becken, das, wie feststeht, einstens einen See gebildet hat, sowie die durchschnittliche jährliche Wasserführung der Kinzig von Jahr zu Jahr zurückgeht, und daß in nicht allzuferner Seit sich für die Bewohner des Kinzigthales, also auch für unsere Stadt, ein Wassermangel fühlbar machen wird. Die Stadt Hanau, die für ihre Wasserversorgung ausschließlich auf die Zufuhr aus diesem Becken angewiesen ist, hat aber das aller­größte Interesse, ja es ist eine Lebensfrage für ihre Zukunft, mit allen zu Gebot stehenden Mitteln eine weitere ^Wasser- entnahme aus dem Kinzigthale durch die Stadt Frankfurt ent- gegenzuwirken. Hanau hat schon oft genug zu seinem Schaden erfahren, wie dieLchwesterstadt" ihre Interessen rücksichtslos verfolgt, ganz unbekümmett darum, ob, wenn sie nur Vortheil hat, andere Existenzen verkümmert oder vernichtet werden. Nun wäre es doch unerhört, wenn, um Frankfurt, das übri­gens auch von anderer Seite her sich mit Wcher versorgen kann, einen Vmtheil zu schaffen, das Interesse aller Bewohner des Kinzigthales für nichts geachtet würde, und ist zuversicht­lich zu hoffen, daß, wenn sich von hier aus gehörig gerührt