Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

SezagSprei»:

vinteljShrltch IM M., monatlich 6Q M, für au»« GLrtig« -bonnenteu mit dem ^«»ejfenden Psstaufschlag.

Die «Äjelnt Nummer tostet 10 ^g.

^

Eiuräckungsgebühr:

Für Stadt« und Landkreis Hanau 10 Pkg die fünf* gespaltene Petttzeile oder deren Nsum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamenih«i die Aeü« 25 Pfg, »' Auswärts 35 Pfg.

Vedrvckt und verleßt in der YuchdruSeret de» verein, ev. Waise», hauicS io Hanau.

Getleral-Alkzeiger.

Acklichts Grsan für Stadt- und Landkreis Hanau.

Erscheint tâgllch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage» mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: K Schrecker in Hanau.

Nr. 51.

Fnitag och 1. März

1901.

Amtliches.

Steckbrief.

Gegen den Taglöhner Michael Seipel, geboren am 17. Juni 1857 in Großauheim, welcher flüchtig ist, ist die Unter suchung^haft wegen Beleidigung, Bedrohung und Forst­diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängniß abzuliefern, sowie zu den hiesigen Akten 2 J Nr. 1105/00 sofort Mittheilung zu machen.

Hanau den 22. Februar 1901.

Der Köuigliche Erste Staatsanwalt.

J. V.: v. Jbell. 3517

Holzversteigernng.

F^titag den 8. März d. Js., von vormittags 10 Uhr ab, im Kaiserhof (LamboystraßeHanau) aus den Distrikten Scheuer, Lamboywald, Puppenwald, Kohl­brunnen, Seeloch, Kohlrain und Sausteige.

Eichen: 94 Stämme 2.-5. Kl. mit 86,20 fm, 4 rm Nutzscheit, 131 rm Scheit, 104 rm Knüppel, 96 rm Stockholz, 5740 Wellen Reis.

Buchen: 20 rm Scheit, 2 rm Knüppel, 1670 Wellen Reis.

Birken: 10 rm Scheit, 6 rm Knüppel, 130 Wellen Neis.

Anderes Laubholz: 2 Erlenstümme mit 0,82 fm, 5 rm Erlen-Nutzscheit, 1 rm Nutzknüppel, 3 tm Scheit, 43 rm Knüppel, 8 rm Stockholz, 4710 Wellen Reis.

Kiefern: 4 Stämme 3. u. 4. Kl. mit 3,35 fm, 49 rm Scheit, 56 rm Knüppel, 10 rm Stockholz, 1320 Wellen Reis.

Königliche Oberförsterei Hanau zu Forsthaus Neuhof. 3516

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 Kindergummischuh. 1 Theil von einem goldenen Manschettenknopf.

Verloren: 1 schwarzseidene Tasche mit 2 Paar farbigen Glacehandschuhen. 1 Portemonnaie mit 200 M. Inhalt, zwischen Sreinheimer LandstraßeNeue Anlage.

Zugelaufen: 1 gelber,'schottischer Schäferhund.

Entflogen: 2 weiße Tauben mit hellbraunen Hälsen (sogen. Kragentauben).

Hanau den 1. März 1901.

Feuilleton

Mie viel frauen hat die Grde?

Es ist dieser Tage festgestellt worden, daß die jüngste Volkszählung für Deutschland wieder einen nicht unerheblichen Frauenüberschuß ergeben hat. Diesen Vorzug theilt Deutsch­land mit den meisten Ländern Europas. Aber auch nur mit diesen alle anderen Theile unserer rollenden Erdkugel, mögen sie zur alten oder zur neuen Welt gezählt werden, sind so ungalant, in ihren Bevölkerungszahlen den Männern den Vorrang zu lassen.

! Man schätzt die Gesammtbevölkerung der Erde auf etwa anderthalb Milliarden Menschen. Davon sind freilich nur etwas mehr als die Hälfte wirklich gezählt, während die für die andere Hälfte angesetzten Zahlen auf ungefährer Schätzung beruht. Man hat nun unter Anrechnung der Schätzungen 1283 Millionen Menschen, also 88 Prozent der Bevölkerung unserer Erde für die Vertheilung nach dem Geschlecht in Rechnung gezogen und ist dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen : Europa hat 334 Millionen Bewohner, unter denen ein Frauenüberschuß von 32/& Millionen Köpfen vorhanden ist; Asien beherbergt 815 Millionen Menschen, darunter sind aber die Männer um 16 Millionen stärker vertreten als die Frauen; Afrika hat unter seinen 27 Millionen Sterblichen ebenfalls einen Männerüberschuß von mehr als einer Million; auch Amerika, dessen Bevölkerung 102 Millionen Menschen beträgt, hat über eine Million Männer mehr als Frauen; ebenso hat Australien unter vier Millionen Köpfen ein männ­liches Plus von einer halben Million. Es sind demnach insgesammt auf der ganzen Erde 649^5 Millionen männliche und 6334/s Millionen weibliche Personen ermittelt worden. Das männliche Geschlecht ist somit dem weiblichen um lö1^

Millionen Köpfe überlegen. Es findet sich also nur in Europa

Hus Stadt und Cand.

Hanau, 1. März.

6 Turuhallen-Neubau und Verelnshaus der Turugemcinde Hanau. Mit dem Uebergang der Be­sitzung Fischergasse la sammt Turnhalle in das Eigenthum der Firma G. D. Bracker Söhne und Uebergabe einer von der letzteren an der Maulbeerallee erworbenen Parzelle von 2029 qm an die Turngemeinde Hanau konnte die Neubau­angelegenheit, die einige Jahre geruht hatte, wieder energisch aufgegriffen werden und es wurde nach erfolgter reiflicher Berathung beschlossen,den Neubau im Jahre 1901 aus­zuführen". Der neue Bauplatz erforderte ein neues Bau­programm, sowohl wegen der anderweitig gestalteten Bau- eintheilung, als auch insoweit, als man neben der die Haupt­sache bildenden Einrichtungen zur Förderung des Turnwesens in unserer Stadt auch für die Erholung und Geselligkeit ausreichende und zweckmäßige Räumlichkeiten errichten wollte. Der von dem Architekten Herrn Franz Thyriot in Köln angefertigte Plan hat dem Vorstand und der ernannten Bau­kommission vorgelegen, er erfüllt alle gestellten Bedingungen und soll nunmehr den Mitgliedern der Turngemeinde in der auf nächsten Dienstag den 5. März ds. Jrs. anberaumten Hauptversammlung zur endgiltigen Genehmigung vorgelegt werden. Der projektirte Neubau besteht aus einem Unter- und einem Obergeschoß, soll massiv ausgeführt und mit Schiefer gedeckt werden. Er nimmt die gesammte an die Straße grenzende Länge des Bauplatzes mit 40 Meter ein und soll in einfacher deutscher Architektur, als Turnhalle und Vereins­gebäude äußerlich gekennzeichnet, zur Ausführung vorgeschlazen werden. Von dem zw schen Neubau und Straße liegenden Vorgarten kann man vermittelst einer Durchfahrt, einem Haupt- und zwei 9?ebeneingângen in das Hausinnere ge­langen. Das Untergeschoß liegt mit seinem Fußboden 0,25 Meter über der Straßenkrone, es enthält eine Durchfahrt, eine Dienerwohnung, bestehend aus zwei Stuben, einem Vor­zimmer und eine Küche, eine Vereinsküche, zwei Gerätheräume, eine Kegelbahn mit Wirthschaflszimmer, eine Herren- und eine Damengarderobe, eine Haupttreppe, eine Stockwerkstreppe und zwei Nebentreppen. Die Dienerwohnung ist in ihrem ganzen Umfange unterkellert und neben dem Haushaltungs­und Kohlenkcller befindet sich auch ein abgeschlossener Vereins­keller. Zu dem Obergeschoß gelangt man vermittelst eines Haupteinganges von der Straße, einer Stockwerks- und zwei Nebentrepp n vom Hausinnern. Haupt- und Stockwerkstreppen münden in eine Vorhalle vor dem Saale, in welchen man von der Schmalseite des letzteren eintritt. Die beiden Neben- treppen münden direkt vor dem Saale an der vorderen und der hinteren Langseite und werden bis zu einer im Saal

ein Frauenüberschuß, und zwar im Betrage von 32/s Millionen Köpfen.

Aber auch in Europa gibt es weite Länderstrecken, wo die Männer bei weitem überwiegen. Sie liegen alle mit einer einzigen Ausnahme in der südöstlichen Ecke unseres Erdtheils und diese Ausnahme bildet der Miniaturstaat des winzigen Fürstenthums Lichtenstein, das diese Eigenart mit Italien, Griechenland, Rumänien, Bulgarien Serbien, Bosnien und Herzegowina, sowie mit dem Lande der dänischen Kosaken ge­mein hat. In allen diesen Ländern zusammengenommen fehlt es zum Gleichgewicht der Geschlechter an einer halben Million Männer.

Die europäischen Länder, die sich eines Frauenüberschusses rühmen dürfen, genießen aber ihren Segen in sehr mannigfach abgestuftem Maße. Lo gibt es Staaten mit starkem Frauen­überschuß, wo auf 1000 Männer mehr als 1060 Frauen kommen, und dazu gehören Portugal, Schweden und Norwegen, Russisch-Polen und Großbritannien. Unter den Ländern mit mittelstarkem Frauenüberschuß nimmt Deutschland, das auf je 1000 Männer 1039 Frauen aufweist, so ziemlich die Mine ein, wogegen Ungarn, Rußland, Frankreich und Belgien zu den Gebieten mit schwachem Frauenüberschuß zählen.

Indessen, auch innerhalb der einzelnen Staaün sind die Verhältnisse sehr verschieden. So können auch die deutschen Bundesstaaten in Gruppen mit starkem, mittlerem und schwachem Frauenüberschuß eingetheilt werden. Den größten Ueberschuß an Weiblichkeit hat Waldeck, den kleiystcn hingegen das Herzog- thum Braunschweig. Preußen hält sich auf der Mittelstraße, ja, es beobachtet auch da noch eine löbliche Vorsicht, indem es immer noch einen veihältnißmäßig geringeren Frauenüberschuß hat als das Deutsche Reich. Der Gang, den das Zahlenver- Hältniß der Geschlechter innerhalb der preußischen Bevölkerung im Laufe der Jahre genommen hat, bietet ein merkwürdiges Bild. Der zahlenmäßige Ueberschuß der weiblichen über die männlichen Personen int Taustnd der Bevölkerung bi trug un­mittelbar nach den napoleonischen Kriegen, das heißt in den

Die' heutig« Nummer «mfatzt autzer dem U«teryalt«ngst>latt 10 Seite»

ringsum projeklirten zwei Meter breiten Gallerie, die sich doch 4,25 Meter über dem Saalfußboden befindet, hochgeführt. Der Saal ist 22,38 Meter lang und 15 Meter tief, dazu kommen noch 51 Quadratmeter mit elastischem Boden zur Vornahme von Sprungübungen. Ueber diesem Boden erhebt sich eine Bühne mit einer Breite von 8 50 Meter und 6 Meter Tiefe, welche an den Turnabenden abgeschlagen wird, zu beiden Seiten desselben befinden sich geräumige Garderoben. Die Umfassungsmauer ist 7,50 Meter hoch, in der M tte ist der Saal 11 m hoch, sodaß 3,50 m von dem Dachraum gebildet werden. Der rechtsseitige Theil des Neu­baues über der Saalvorhalle und von der Stockwerkstreppe erreichbar, enthält einen Versammlungsraum von 100 qm Grund­fläche und 7 m Höhe, firner ein Vorstandssitzungs- und ein Bibliothekzimmer. Innerhalb des Neubaues befinden sich die erforderlichen Herren- und Damen Aborte, Waschvorrichtungen rc. Die Treppen sind unverbrennlich, die Ausgangs- und Treppenbreiten vorschriftsmäßig projektirt. Die Beleuchtung soll theils durch Elektrizität, theils durch Gas erfolgen und an genügenden Stellen sollen Hydranten mit Löscheinrichtungen versehen, zur Aufstellung gelangen, sodaß für den Fall einer event. entstehenden Feuersgefahr bei Anwesenheit einer größeren Anzahl von Menschen emsprcchend Fürsorge getroffen ist. Wie aus Vorstehendem erfietthd), wird die Turngemeinde somit in den Besitz eines allen Anforderungen der Neuzeit entsprechen­den Neubaues gelangen. Infolge seines großen, geräumigen und luftigen Turnsaals, seiner überaus praktischen und zweck­entsprechenden Eintherlung und Anlage der verschiedenen Ncben- räume, Garderobe rc., wird derselbe nickt nur jedem Wunsche in turnerischer Beziehung hinreichend Rechnung tragen, sondern auch durch seine in streng deutschem Stile gehaltene Fassade eine Zierde unserer Stadt bilden. Da auch seitens der Turn­gemeinde beabsichtigt wird, den Turnsaal mit Zubehör zur Abhaltung von Festlichkeiten, Konzerten, Bällen :c. zu ver- miethen, so wurde auch die Anlage einer düs m Zwecke ent­sprechenden Wirthschaflseinrichtung vorgl sehen. Hoffentlich trägt die Errichtung dieses Neubaues mit dazu bei, der Turnsache immer weitere Kreise zu öffnen, ihr neue Jünger zuzuf ihren.

* Die Winter- Haupt-Bersammlung des Obst- bauvereins für den Bezirk Cassel wum am Mitt­woch Vormittag 11 Uhr im Saale des Evang. Vereinshauses zu Cassel durch den Vorsitzenden, Herrn O'konomierath Gerland, eröffnet. Dem von Herrn Huber vorgetragenen Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß zum ersten Ulate der Ver such gemacht wurde, eine Bezirksobstausstellung zu veran­stalten und zwar vom 12.14. Oktober in Fritzlar. Ließ dieselbe auch noch Manches zu wünschen übrig, so kann der Versuch doch als gelungen betrachtet werden. Aufgabe des Obstbauvercins wird auch bleiben, Ordnung in die Benennung

Jahren 1816 bis 1822, durchschnittlich nur acht Köpfe, sank in der Folgezeit nach und nach sogar auf zwei Köpfe und blieb auf diesem niedrigen Stande bis zum Jahre 1852. Dann hob sich der Frauenüberschuß wieder und tarn nach dem österreichischen Kriege auf neun, nach dem französischen Feld­zuge gar auf 15 Köpfe im Tausend und ist seitdem noch be­trächtlich gestiegen. Es ist, soweit zuverlässige Nachrichten hierüber zu Gebote stehen, im preußischen Staate in fast allen Jahren die Beobachtung gemacht worden, daß ein größerer Theil der Gestorbenen als der Geborenen dem männlichen Geschlechte angehören. Nach Jahren des Mißwachjes der Feldfrüchte, nach großen winhschaftlichen Krisen und nach Kriegen sind stets verhältnißmäßig mehr Knabrngeburlen vor­gekommen als gewöhnlich. Dafür haben aber wieder d e Kriege und Seuchen mehr männliche als weibliche Personen fortgerafft. Insbesondere hat es die Cholera weit mehr auf die Männer als auf die Frauen abgesehen. Die natürliche Bevölkerungs- Vermehrung in Preußen zeigt in den einzelnen Jahren sehr große Verschiedenheiten bezüglich der Vertheilung nach dem Geschlecht, doch gleichen sich büfe in längeren Zeiträumen so ziemlich wieder aus. Wie Fircks in der Zeitschrift des preußischen Statistischen Bureaus barlegt, sind in 12 Jahren durch den Ueberschuß der G burten über die Ster befalle dem preußischen Volke nur 29000 männliche Personen mehr zugewachsen als weibliche, obwohl alljährlich mehr Knaben als Mädchen geboren werden. Die Knaben sterben nämlich in ihren ersten Lebens­jahren weit zahlreicher ab als die Mädchen.

Außer der geringeren Sterblichkeit der weiblich n fiersoiren trägt jedoch sehr wesentlich auch die Auswanderung dazu bei, daß bei uns die Frauen stärker vertreten sind als die Männer; denn unter je tausend Auswanderern nach dem überseeischen dlu-land beenden sich durä schnittlich 558 männliche und 441 übliche Personen, mithin 117 männliche nuhr als weibliche.

Auch die Wanderungen im Innern des Reiches sind auf das Verhältniß der beiden Geschlechter zu einander von Ein­fluß, auch sie haben im Laufe der Jahre in dieser Hinsicht zu