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Erstes Blatt.

Bezugspreis:

PiertrljLhrNch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfq., für aus» »ârtige Abonnmitn mit dem betreffenden Poslausjchlag. Die diijdiu Nummer ksfter 10 Pfg.

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hana» 10 Piz die nmi- gespalleue Petitzeile oder bereit Raum, für Äuslvartâ 1d Pjg., im Reklame»!heil die Zeile Pfg, für Aaswiui« 3d Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev.

Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

Amtliches Organ für Stadt- und Faudkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau.

Nr. öo.

Tomnrilaff Dm 28. Fcvrnar

1901.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Da der Schlußbeslimn.uug des § 10 unseres Kasscn- statuls, betr.

Die Anmeldung von Lohn-Deränderungen, nicht von allen Arbeitgebern die nötige Beachtung geschenkt wirb und es sich sehr häufig erst nach Krankmeldung eines Mitgliedes herausstellt, daß dasselbe in eine höhere Klasse ge- hört, als für welche es seither Beiträge gezahlt hat, richten wir hiermit an alle Arbeitgeber das dringende Ersuchen, die vorgeschriebcncn ^ohrr-Verärrdcrrtngö-

Zettel

für die Folge umsomehr rechtzeitig einzureichen, als im Unter­lassungsfall und nach erfolgter Feststellung nicht nur die fehlenden Beiträge, sondern auch die etivaigcn Mehrbeträge an Krankeitgeldern von dem Arbeitgeber zu ersetzen sind. Eine öftere Prüfung, ob sich die Mitglieder in der ihrem Lohn entsprechenden Klasse befinden, ist daher unerläßlich. Lohn-Veränderungszettel sind an der Kasse zu haben.

Gleichzeitig wird wiederholt darauf hingewiesen, daß nach dem Kranken-Bers. Gesetz und diesseitigem Statut

alle Personell bei diesseitiger Kasse anzumelde»» sind, welche in einem Gewerbe- oder Handelsbetrieb gegen Gehalt, Lohn oder Naturalbezüge thätig sind, und daß auch Dienst­mädchen anmeldepflichtig werden, sobald sie geschäftliche Verwendung finden.

Ueber Nichianmeldepflichtige und sog. berechtigte (freiwillige) Mitglieder gibt das Statut weitete Auskunft.

Schtußlup wird noch darauf hingewiesen, daß die Unter­lassung einer Anmeldung strafbar ist und daß säumige Ar­beitgeber außer der zu erwartenden Strafe auch sämmtliche Aufwendungen zu ersetzen haben, die der Kasse etwa bei nicht rechtzeitiger Meldung erwachsen (§ 50 des Krankenversich.- Gesetzes).

Hanau, 28. Februar 1901.

Der Borsitzende

der Hanauer Ortstranken-Kasse.

__ Müller. 1788

Gefundene und vetislene Gegenstände etc.

Verloren: 1 Arbeitsbuch. 1 Q rittungskarte Nr. 2 und 1 Orlskraukenkassenbuch, lautend auf den Namen Wally Strupp. 1 Mitgliedsbuch der Allgemeinen Kranken- und Unterstützung^ küsse Nr. 216.

Zugelaufen: 1 gelber Metzgerhund m. Geschl.

Hanau den 28. Februar 1901.

Hus Stadt und Cand.

Hanan, 28. Februar.

Veamtenpersonal-Nachrtchten.

Ernannt: der außerotdentliche Professor an der Universität Würzburg Dr. med. Schenck zum oibetulichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität Marburg,

der Pfarrer Kahl zu Schlüchiern zum Kreisschulinspektor über den Lchulaussichtsbeznk Schiüchtern,

der Forstasstssor Derichsweiler zu Burghaun zum Oberförster zu Giesel,

der Baugewerksschullehrer, Kreisbauinspektor und Sladt- baurath a. D. Keil zu Cassel zum Obellthrer,

der Referendar Nedden zum Gerichte assffor.

der Bürgermeister a. D. Böß er zu Ziegenhain zum Stellvertreter des Amtsanwalts, ,

die Forstaufseher Pfeffer zu Liebenau und Ritter zu Weimar zu Förstern zu Neustadl bezw. Lichcrode, Forsthaus Mehlkaule,

der beauftragte Gerichtsvollzieher Holtzscherer zum Ge- richtsvollz eher bet dem Amtsgericht zu Nentershausen,

der Vipfeldwebel Füllgrabe zum Schutzmann bei der Königlichen Polizeidircknon zu Cassel.

Ütbertragen: dem Regierungs-Assessor v. Trotha zu Magdeburg die kommissarische Verwaltung des Landrathsamtes im Kreise Hünfeld.

Versetzt: der Ober-Regierungs-RUh Behrendt von der Negierung zu Marienwerder in gleicher Eigenschaft an die Regierung zu Cassel,

der Oberförster Birner von Gicsel nach Grünewalde, Regierungsbezirk Magdebuig

der Gerichisschreiber, Sekretär Pfleging zu Burghaun an das Amtsgericht zu Trey a,

die Föifter Wenzel vom Forsthaus Mehlkaute nach Rautenhausen, Rimy von Gotihores, Oberförstern Thier­garten, nach Harmerz, Obersörsterei Giesel, P fetzing von

Neustadt nach Kehrenbach und Beier von Meckbach, Ober- fölsterei Hersseld-Meckbach, nach Roßbach, Oberförsterei Witzen­hausen.

Verliehen' dem Förster König zu Lamboybrück in der Obersörsterei Wolfgang brr TitelHegemeister",

dem Kirchendiener der Altstadt Rotenburg, Lehrer Schmidt, der Kantortitel. ,

Pensionirt: Forstmeister Franz zu Mackenzell zum 1. April b. Z.

* Erledigte Pfarrstelle. Die zweite Pfarrstelle zu Wetter, Kreis Marburg, ist erledigt. Bewerber um diese Sitlle haben ihre Gesuche an den Herrn Bürgermeister zu Wetter ein,ureichen.

* Versetzt. Der hier in kurzer Zeit sich sehr beliebt gemachte expedirende Weichensteller am Nordbahnhof Georg Roth ist rom 1. April b. Js. ab als zweiter Stalionsbeamter nach Assenheim in Oberhessen versetzt.

* Telegraphen-Gehitfittnen. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Kaiserliche Ober-Postdirektion zu Cassel, bei dem P o st a m t zu Hanau noch einige weibliche Kräfte für den Telegraphendien st einzustellen. Wir machen auf die Gelegenheit, welche sich für Töllner gebildeter Siände durch den Eintritt als Telegraphen gehst firmen bietet, hiermit auf­merksam. Nähe, es über die Annahmebedingungen ist bei bem Postamt zu Hanau sowie bei der Kaiserlichen Ober-Postdirektion in Cassel zu erfahren.

* Durchschnittspreise. Der Durchschnitt der höchsten Tagespreise für Fourage betrügt mit einem Aufschläge von 5 vom Hundert, für den Monat Februar 1901 in dem Stadt- und Vanbtrcife Hanau für Hafer 7 Mk. 53 Pfg., für Heu 4 Mk. 20 Pfg., für Stroh 3 Mk. 15 Pfg. pro Zentner.

* Die gestrige Schwurgerichtsverhandlung, in der das Urteil gcgen Hilpert ju erwarten war, hatte allgemein Sensation erregt. Der Andrang zum GeriäUsaebäude war so groß, daß die Zugänge zum Bangert zu beiden Seiten des Gerichtsgebäudcs durch die Schutzmannschaft abgesperrt werden MilßtiN.

* Einhoher" Herr stattete gestern unterer Stadt einen Besuch ab. Nack längerer Abwesenheit von hier traf er a"s dem Süden, wohin er im Herbste mit seiner Familie übergefiebvlt und der er jetzt vorangeeilt ist, ein und inspizirte feine Villa auf derschönen Aussicht", die hock aufiagenb an der No dstraße den Bestandcheil eines Fabiikgebäudes bilbet. Seine Inspektion schien ihn zu- fiieben zu stellen, denn er klapperte ganz behaglich, schaute sich nach lieben F. kün­den um und musterte auch die Umgegend. Wie uns mitgeiheilt wird, war er in Begleitung eines in Langendiebach residire «den Freundes. Jedenfalls wird

er bald seiner Fa-

milie entgegen gehen, um zu melden, daß ihrem Einzuge in die alte Villa auf dem hohen Schornstein nichts entgegensteht.

F. Kriegsgericht der 21. Division. Der Unter- offizier vom Thür. U-anen-Regiment Nr. 6 (Hanau) Karl Alexander B. aus Herzberg (Kreis Hildesheim) hat einem Ulan seines Beriits, dessen Montur vom Wachtmeister nicht in Ordnung befunden wurde, einen Schlag mit der Faust in das Gesicht versetzt. Dafür wird er mit 14 Tagen Mittel- arrest bestraft. Eine andere Strafsache gegen den Unteroffizier wegen Mißhandlung eines Civilisten wird, da Eid gegen Eid steht, bebufs Ladung weiterer Zeugen vertagt.

* Vandalismus. Das Wetterhäuschen an der Poft bildete in verflossener Nacht leider wiederum den Zielpunkt Zerstörungslustiger. Jedenfalls wirb die wiederholte Be­schädigung dieses Wetterhäuschen für den Verschönerungsverein Anlaß geben, der Frage des Herausnehmens der Instrumente näher zu treten.

k. Kunsiindttsirie-Verein. Die deutsche Industrie konnte von der Pariser Wellkonkurrenz mit Ehren zurück- kehren, ein Reichthum an Auszeichnungen istihr zuTheil geworden. Toch bot tiefer große Völkermarkt den Westerringenden und Vorwültsstlebenden auch eine Fülle von Anregungen. Dieses Moment, auf das spezielle Gebiet des Kunstgewerbes bezogen, behandelte gestern Abind Herr Dr. Jessen, Direktor des könig­licken Kunstgewerbe Museums zu Berlin, in seinem vorzüglichen Vorlage:Die Lehre der Pariser Weltausstillung für das Kunstgewerbe." Redner Qeber.tr zunächst der Ideen, die heute bie maßgebenden Kreise auf diesem Gebiete vertreten, welche in dem Erlangen nach dem neuen Stil ihren Ausdruck finden. Form, Schmuck und auch Farbenkleid müssen raiürlich aus der Bestimmung des zu schaffenden Gegenstandes hervor­

Diel heutige Nummer umfaßt außer dem UnierhattungsblaiL 10 Leiten.

gehen. Ein engeres An'ckließen des Künstlers an das Matena ist geboten. Die Technik, auch die Maschinentechnik, muß ver­vollkommnet werden. Das Kunstgewerbe muß in lebendigere Beziehung zur Kunst treten. Sodann geht der Vortragende auf die Ausstellung der einzelnen Länder in eingehender Weise ein. Er zeigt insbesondere, wie die uns stammverwandten Völker auf einzelnen Gebieten Vorzügliches boten, besonders die Dänen in Manufakiurwaaren uns die Oesterreicher in Farbenverwendung. Redner vermißt in der französischen Kunst die lebhaften Impulse, die gesunde Frische. Die deutsche Kunst- gewerbe-Ausstellung zeigte nach dem Urtheil bedeutsamer, barun er auch französischer Kritiker, Ernst und Ehrlichkeit in der Arbeit, sie erwarb sich Anerkennung und Achtung und legt Zeugniß ab, daß in dem deutschen Volke ein gesurd r Kern künstlerischen Empfindens und künstlerischer Gestaliungs- kcaft vorhanden ist. Zum Schluß führte der Redner eine Anzahl ßiitbilber der hervorragendsten Kunstwerke der Aus­stellung mit eingehender Erläuterung vor. Der Vortragende zeigte in seinen Darlegungen eine reiche und tiefe Kenntniß dieser Materie und einen hervorragenden Kunstsinn, dazu eine lebendige Begeisterung für das Emporblühen der deutschen Kunstindusti ie.

* Hanauer Kriegerverein. In der gestrigen ordent­lichen Generalversammlung wurde nach Eintritt in die zu erledigende Tagesordnung der Jahresbericht zur Kenntniß ge­nommen. Der Verein zählt zur Zeit 694 Mitglieder (gegen 693 im Vorjahre) und zwar 1 Ehren Präsidenten, 1 Ehren- Vorstandsmitglied, 7 Ehrenmitglieder, 14 VorstandsmitgUever, 626 aktive Mitglieder, 45 passive Mitglieder. Aus dem Be­richt über den Vermögensstand war zu entnehmen, daß Ende 1900 das Kapitalvermögen Mk. 16 730.65 betrug, die Zu­nahme in 1900 stellt sich auf Mk. 500.27. Sodann lag ein Antrag vor auf Aenderung des § 1 der Satzungen, wonach der TitelKriegerverein" in Krieger- und Militäroerein" umgeändert werden soll, um der Annahme entgegenzutreten,, als ob in den Verein nur Ftldzugstheilnebmer ausgenommen werden könnten. Die Mitglieder konnten sich für den Antrag nicht erwärmen. Es wurde der Ansicht Ausdruck gegeben, daß der alte Titel bleiben solle, so lange nicht Beweise vor­liegen, daß Verwechselungen thatsächlich eintreten. Der Antrag wurde auf ein Jahr vertagt. Der weitere Antrag (Zusatz zu § 8 der Satzungen), daß, wenn der Vorsitzende, stellvertretende Vorsitzende, Schriftführer, Protokollführer und Kasiirer wäh­rend der Wahlperiode sein ihm übertragenes bezrv. das von ihm übernommene Amt niederlegt, er damit aus dem Vor­stände auszuscheiden hat, wurde mit großer Majorität ange­nommen. Die Beschlußfassung betr. Antrag auf Beitritt zur Bundesunterstützungskasse wurde, nachdem mehrere Mitglieder zur Sache gesprochen, bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. Die Vertrauensmänner und Fahnenträger bleiben dieselben wie bisher, ebenso erleidet die bisherige Zusammen­setzung des Vergnügungskomitee's keine Veränderung. Bei der Vorstandswahl wurden die satzungsgemäß Ausscheidenden (Fetz, Hirschmann, Roth I. und Voß) iviedergewählt, für das ausscheidende Vorstandsmitglied Apotheker Buff Amts­richter Bohn« und für den verstorbenen Leichenkommissar Roetzsch Landmesser Ziege neugewählt.

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O Wachenbuchen, 27. Februar. Die ersten Frühlings­boten in Gestalt einiger blühender Schneeglöckchen haben im Pfarrgarten zu Wachenbuchen den Frühling eingeläutet.

+ Wachenbuchen, 26. Februar. Am 23. d. Mts. feierte Herr Joh. Eckhardt sein 25jâhriges Jubiläum alS Mitglied des GesangvereinsConcordia". Zu der aus diesem Anlaß veranstalteten Feier wurden auch Freunde d-s Jubilars und Gönner des Vereins eingeladen. ^Nachdem dem Jubilar am Abend von den Sängern ein Ständchen in seiner Woh­nung gebracht, und derselbe in das hierzu festlich geschmückte VereinÄokal bei Wittwe Schäfer geleitet worden war, ergriff der Präsident des Vereins das Wort, feierte den Jubilar als treues und thätiges Mitglied und brachte ein Hoch auf den­selben aus. Hierauf wurde ihm vom Verein ein künstlerisch ausgkführtes Ehrendiplom überreicht und er zum Ehren­mitglied ernannt, wofür der Geehrte herzlich banste. Außer­dem wurden dem Jubilar noch andere Geschenke zu Theil. Es folgten nun abwechselnd Toaste, Gesangsvortrüge und Musik, letztere ausgeführt von C. Schmidt und Löhne, Hanau. Die Gesangsvorträge wurden unter persönlicher Leitung deâ bewährten Dirigenten H:rrn Musiklehrer Brodt von Krsselstadt zu Gehör gebracht. Die Leistungen überstiegen alle Erwartungen, da es Herrn Brodt gelungen ist, nicht nur die Kunst im Gesang zu üben, sondern auch in Anstand und Bildung ein tüchtiger Lehrer zu sein. Unter Anderem erregte große Heiterkeit der Vortrag des LiedesAlotria". Einzelne Stellen aus dem Bericht des Jubilars über seine Erlebn sie besonders bei den Vereinstouren während seiner 25jöhrigen Ncitgliedschaft wurden