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Erstes Blatt.

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Einrücknngsgebühr:

b und Landkreis Hanau 10 Pfg. die«p »b«Kbeeto Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reflanrenkhetl die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 55 Pfg.

Geborkt #nb »«legt in bet Buchdruckern des verein, ev. Waisenhauses in Hanau. ^

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Nr. 46. Samstag den 23. Februar 1901

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Amtliches.

Bekanntmachung.

Der Plan über die Errichtung einer oberirdische« Telegraphenlinie in Rückingen und an der Straße von Rückingen nach Hanau liegt bei den Postämtern in Hanau und Langendiebach aus.

Cassel den 19. Februar 1901.

Kaiserliche Ober-Postdirektion.

Hoffmann. 3227

Stadl- und Landkreis Hanan.

DasBankhaus Danmark in Kopenhagen hat neuerdings häufig in der deutschen Provinzialpresfe türkische 400 Francs-Staatseisenbahn-Loose gegen Theilzahlung zum Kauf Angeboten und Agenten zum Vertriebe dieser Loose gesucht.

Das Bankhaus pflegt die Zeitungsverleger durch die Höhe des Jnsertionsauftrags und durch die Aufgabe von Empfehlungen zunächst sicher zu machen. Wird dann von den Verlegern nach einiger Zeit Zahlung verlangt, so wird diese unter mannig­fachen nichtigen Einwendungen verweigert und es wird ver­sucht, durch erneute Auftrage die Verleger zu beruhigen. Da die Türkenloose sich als Jnyaberpapiere mit Prämien darstellen und demnach ihre Veräußerung gegen Theilzahlung nach § 7 des Reichsgesetzes betr. die Abzahlungsgeschäfte vom 16. Mai 1894 (R.-G.-B. S. 451) strafbar ist, setzen sich die für die Inserate verantwortlichen Personen zudem noch der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung aus, sobald auf Grund der Anzeigen eine Veräußerung der Loose gegen Theilzahlung stattgefunden hat.

Unter diesen Umständen kann nicht eindringlich genug davor gewarnt werden, derartige Inserate aufzunehmen, oder so­genannteTürkenloose" von dem Kopenhager Bankhause, dessen Inhaber von den dänischen Gerichten bereits wegen Lotterie­vergehens mit einer hohen Geldstrafe belegt worden ist, zu kaufen.

Hanau den 14. Februar 1901.

Der Königliche Landrath und Polizei-Direktor.

P 1355 v. Schenck.

Landkreis Danau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Die Beschäler des Königlichen Hessen-Nassauischen Land­gestüts zu Dillenburg treffen am 28. d. Mts. auf Station Wilhelmsbad ein, wovon ich die Pferdezüchter des Kreises in Kenntniß setze.

Die Herren Bürgermeister des Kreises mache ich daraus aufmerksam, daß die Abfohlungsergebnisse in die Ihnen s. Zt.

Kleines Feuilleton.

Stadttbeater in Danau.

Hanau, 22. Februar.

Der für gestern angesetzte Benefiz- und Ehrenabend zum Vortheil stir das verdienstvolle Mitglied unserer Bühne, Frau Margarethe Hantke, wäre einer besseren Beachtung im Interesse der Benefiziantin werth gewesen, denn dieselbe hat sich bisher als eine sichere Stütze des Ensembles bewährt und mit ihrer prächtigen, humordurchflutheten Dar­stellungsweise dem Theaterbesucher schon des Oefteren fröhliche Stunden bereitet. Zur Aufführung gelangte ein neuer SchwankErlkönig" von Frau Anna Hill aus Frankfurt, einer in dem Kunstleben unserer Stadt nicht unbekannten Dame, und das einaktige LustspielDie Dienstboten" von Roderich Benedix. Die Aufnahme, welche die Posse Der Erlkönig" fand, war eine kühle und kam nach dem geringen Beifall, den die ersten Akte gefunden, am Schluffe einer Ablehnung gleich. DerErlkönig" ist auch nicht so gerathen, daß er seiner Verfasserin große Freude bereiten könnte. Der Handlung liegt unzweifelhaft eine recht hübfche und gute Idee zu Grunde, aber sie zu einer amüsanten, lustigen Handlung auszugestalten, ist nicht ganz gelungen. Auch die Anhäufung der komischen Effekte und Situationen bringt dem Ganzen keinen Vortheil, da sie fast ausnahmslos gewaltsam herbeigeführt sind. Die Darsteller unter der Regie des Herrn Gehrmann gaben sich ja alle Mühe, durch flotte, lustige Gestaltung ihrer im Einzelnen ganz netten Parthien dem Stück den Erfolg zu retten, aber alle ihre Mühe scheiterte an der Schwerfälligkeit des Ganzen. Die tolle Handlung eines Schwankes muß gleich einem Mahlstrome die Zuschauer mit fort­wirbeln, mit spielender Leichtigkeit muß das Unmöglichste möglich ge­macht werden und eine rasche Szenenfolge ist hierbei Bedingung. Daß die Verfasserin einzelne gut humoristische Szenen, die von Ausschlag für den Erfolg sein könnten, zu lang ausspinnt und damit ihre Wirkung abschwächt, ist deshalb ein großer Fehler für das Stück. Die Benefiziantin fand in dem Stücke keine besondere Gelegenheit, sich her- vorzuthun, ihre Aufgabe war bescheiden, aber auch in diesen bescheidenen Grenzen bewährte sich ihre schon ost gerühmte natürliche Darstellungs­weise. Benedix' LustspielDie Dienstboten" führt uns in die Küche eines herrschaftlichen Hauses und niacht uns neben den Herzensange­legenheiten des dienenden Personals auch mit den Intriguen und Bos­heiten und der Klatschsucht desselben bekannt. Die frische, gesunde Natürlichkeit, die Frau Hantke als Köchin Christine auch hier ent­faltete, trug ihr die lebhafte Anerkennung des Publikums ein. Eine

zugehenden Deckregister recht genau einzutragen und letztere bis spätestens 20. Juni d. Js. an die betr. Stations­wärter zurückzusenden sind. Die Züchter sind daran zu er­innern, die fälligen Deck- und Füllengelder ungesäumt an die Stationswârter zu zahlen.

Hanau den 20. Februar 1901.

Der Königliche Landrath.

V 1771 v. Schenck.

Stadtkreis Danau.

BekaANtmachmgen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.

Der zum Schiedsmann für den Schiedsmannsbezirk Stadt Hanau AltstadtWestseite gewählte Holzhändler Georg Bonder hier, Vor der Kinzigbrücke 5, ist in Gemäßheit des § 5 der Schiedsmanns-Ordnung vom 29. März 1879 am 11. Februar d. Js. verpflichtet worden.

Hanau den 20. Februar 1901.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 3229

Bekanntmachung.

Die von uns genehmigten Entwürfe zu den Haushalts­plänen der Stndthnuptkasse und der Begräbnißkaffe für das Rechnungsjahr 1901 liegen vom 25. d. Mts. an im Stadlsekretariat, Rathhaus, Zimmer Nr. 21, 8 Tage lang zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen.

Hanau den 23. Februar 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 3230

Handelsregister.

1. Bei der Firma H. Astheimer in Hanau ist eingetragen worden: Die Eintragung vom 30. v. Mts. ist als irrig gelöscht worden. Das Geschäft ist aus den Kaufmann Salomon Rosenfelder in Frankfurt a. M. übergegangen, der es unter der alten Firma fortführt und die Nieder­lassung nach Frankfurt a. M. verlegt hat.

2. Bei den Firmen Gebr. Houh, Weingärtner & Zwingt und Henckel & Ringleb in Hanau ist ein­getragen worden: Die Liquidation ist beendet.

3. Gelöscht sind folgende Firmen:

a. J. W. Grebener in Hanau.

b. Johann Eduard Koch in Hanau.

e. A. F. Jäger jun. daselbst.

köstliche Leistung war auch der Kutscher Buschmann des Herrn G e h r- m a n n, wie ausnahmslos alle Mitwirkenden ihre kleinen Aufgaben in charakteristischer Weise zur würdigen Geltung brachten. Das Publikum bereitete Frau Hantke den gewohnten sympathischen Em­pfang und auch die äußeren Zeichen der Anerkennung, wie Blumen 2C., fehlten nicht und wurden ihr beim Aktschluß auf die Bühne gereicht.

Kunst und Leben. ,

Kunstnotize«. In Stuttgart ist die Errichtung eines Lutherdenkmals geplant. Den Vorsitz des betreffenden Aus­schusses hat Hofmarschall Graf Leutrum übernommen. Der bekannte Kunstgelehrte Dr. Adolf Bayersdorfer, Konservator an der alten Pinakothek, ist vorgestern Vormittag in München gestorben. Bayersdorfer zählte zu den intimen Freunden Böck­lins. Dr. Bayersdorfer war geboren am 7. Juni*1842 in Erlenbach bei Aschaffenburg. Er verbrachte seine Studienzeit in München. 1879 trat er, nachdem er vorher sechs Jahre sich in Italien aufgehalten, in den bayrischen Staatsdienst ein, zunächst in Schleitzheim wirkend; am 7. Februar 1885 wurde er Konservator der königlichen Zentral-Gemäldegalerie. Dr. Bayersdorfer war seit langer Zeit herzleidend. Seit 16 Mon. war er schwer krank. Die ersten drei Monate des vorigen Jahres ver­brachte er in Arco, Florenz und Mailand, kam aber kränker zurück, als er hingegangen war. Damals kam er auch mit Arnold Böcklin zum letzten Male zusammen, mit dem er seit seiner Jugend, seit An­fang der 60er Jahre, wo sie in München Wohnungsnachbarn waren, befreundet war. Den Tod Böcklins hat Bayersdorfer nicht mehr erfahren; die Nachricht mußte ihm wegen seines schlechten Befindens vorenthalten werden. Auch mit dem Dichter Martin Greif verband ihn von Jugend auf enge Freundschaft. Bayersdorfer war schon seit seiner Gymnasial­zeit passionirter Schachspieler und erhielt schon als junger Mann in den 60er Jahren bei Schachturnieren in Paris, London und anderwärts. Er betrieb in den letzten Jahr­zehnten in erster Linie und in hervorragender Weise das Schachproblem. In Sipplingen am Bodensee starb, 86

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4. Die Firma Ohl & Kißling in Hanau soll von Amts­wegen gelöscht werden. Die Firmeninhaber oder deren Rechtsnachfolger haben einen Widerspruch hiergegen bis zum 1. Juni 1901 geltend zu machen.

Hanau den 22. Februar 1901.

Königliches Amtsgericht 5. 3218

Bei der Spar- und Leihkasse, eingetragene Genossen­schaft mit unbeschränkter Haftpflicht in Bergen, ist heute in das Genossenschaftsregister eingetragen:

An Stelle der ausgeschiedenen Christian Johannes Weil, Konrad Kester und Caspar Georg Weinrich sind Ludwig Götz, Karl Wilhelm Knapp und Christian Heinrich Wörner zu Vorstandsmitgliedern bestellt.

Bergen den 30. Januar 1901.

Königliches Amtsgericht. 3176

LiMirtWftWr Kreisvereill, Hiss«.

Der landwirthschaftliche Kreisverein hält am Sonntag den 24. Februar er., nachmittags 3 Uhr, in Bischossheim im Gasthauszur Krone" eine Wanderversammlung ab. Hierbei wird der Herr Obergärntner Huber im Pomologischen Garten in Cassel einen Vortrag überObstbau" halten, zu welchem die Vereinsmitglieder, sowie die Landwirthe von Bischofsheim und den umliegenden Ortschaften eingeladen werden.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister in Bischofsheim, Hochstadt, Wachenbuchen, Fechenheim, Bergen, Gronau, Nieder- und Oberdorfelden wollen obige Bekanntmachung des landwirth- schaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise mit dem Hinzufügen bekannt machen, daß alle Landwirthe in der Versammkung als Gäste willkommen sind.

Hanau den 15. Februar 1901.

Der Königliche Landrath.

L 34 v. Schenck.

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 großer Hundemaulkorb. 1 Hammer.

Verloren: 1 Manschette mit goldenem Knops. 1 Kon­trolluhr von Langenselbold nach Hanau.

Hanau den 23. Februar 1901.

Jahre alt, Wendelin Biller, einer der ersten Männer der ganzen Seegegend, welche mit Nachgrabungen auf Pfahlbau­gegenstände sich beschäftigten. Wie aus Prag berichtet wird, waren die Vorgänge im tschechischen Nationaltheater im Landesausschuß Gegenstand eingehender Erörterung. In Ver­tretung des erkrankten Dr. Herold hatte Dr. Skarda das Referat inne und bezeichnete das Vorgehen der Theaterleitung als vollkommen korrekt. Der Landesausschuß genehmigte ein­stimmig den Antrag, daß mit den Streikenden weiter nicht zu verhandeln sei und daß die Theaterleitung ein neues Personal zu engagiren habe, ohne indeß wiedereintretende Streikende abzuweisen. In der That haben sich dreizehn von den Streikenden wieder gemeldet und außer diesen über hundert andere Musiker. Man hofft, die Opernaufführungen schon in der nächsten Woche wieder aufnehmen zu können. Zwei­hundert bisher unbekannte Briefe Verdis, welche der verstorbene Komponist in den Jahren 1847 bis 1887 an seinen ver­trautesten Freund, den Grafen Anivabene gerichtet hat, werden demnächst durch die Vermittlung des Professors Luzio ver­öffentlicht werden. In den Briefen gibt sich Verdi ganz offen und setzt dem Freunde seine geheimsten Ansichten und Meinungen über die Zeitgenossen auseinander. Man sieht daher dieser Veröffentlichung in Italien mit großer Spannung entgegen.

Snursristisches.

Stilbliithe. Endlich fand man die Ursache von Adoars verändertem Wesen: Eine reizende Komtesse war ,des Pudels

Merkwürdiges Symbsl. Lehrer:Neumayer, sagen Sie mir, was ist das für ein Symbol: die Schlange, die sich in den Schwanz beißt?" Schüler:Das ist das Symbol der Gefräßigkeit!"