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General-Anzeiger
«Sut-Tmt! unv oeriegl in der Buchdrucker« bei verein, ev. WatfruyaufeS in Hanau.
Amtliches Organ siir Stadt- und Landkreis Kanan
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«, mit belletristischer Beklage.
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Für Stadt« und Landkreis Hanau 10 Pfg die fünf» gefpaktene Petttzeite oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamenrheil die Zeile 25 Pfg, für AuSivärtS 35 Pfg.
Beantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Nr. 35.
Montag den 11. Februar
i-iF
1901
Amtliches.
Stadtkreis Danau.
In Verfolg meiner Veröffentlichung vom 2. v. Mts. — P 7 — wird hiermit der Ausbruch der Vrustfeuche auch unter den Pferden der 4. Eskadron des Thüringischen Ulanen- Regiments Nr. 6 hier bekannt gegeben.
Hanau den 9. Februar 1901.
Königliche Polizei-Direktion.
P 1314 I. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.
Ansschreiben.
Der Goldarbeiter Hugo Braun aus Wien hat am 7. d. Mts. seinem Logiswirth eine Geige nebst einem dazu gehörigen Kasten, zwei Geigenbogen, verschiedene Noten und eine Kleiderbürste im Gesammtwerthe von 76 Mk. entwendet und ist dann unter Hinterlassung einer Logisschuld von 25 Mark von hier flüchtig geworden.
Derselbe ist am 12. August 1879 zu Wien geboren, 1,61 bis 1,63 m groß, von schmächtiger Statur, hat schwarze Haare, kleinen dunklen Schnurrbart, trägt schwarzen Frackanzug, grauen Ueberzieher, schwarzen, weichen Filzhut und spricht ungarischen Dialekt.
Um Nachforschungen nach den gestohlenen Gegenständen und dem Thäter, Festnahme des Letzteren im Betretunzsfalle und telegraphische Nachricht hierher wird ersucht.
Das Ausschreiben vom 14. Februar v. Js. — J.-Nr. P 1361'00 — betreffend den ang< blichen Uhrmachergehilfen Georg Vetth aus Wien ist erledigt. Als Thäter ist der am 28. Februar 1872 zu Oldenburg geborene Uhrmachergehilfe Hermann Frilling ermittelt und in Düsseldorf zur Haft gebracht worden.
Hanau den 9. Februar 1901. J.-Nr. P 1319/01 Königliche Polizei-Direktion.
Landkreis Danau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Der Trichinenbeschauer Georg Hesz in Rückingen ist zum Schlachtviehbeschauer für Schweine für den Schaubezirk Rückingen auf Widerruf bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 5. Februar 1901.
Der Königliche Landrath
V 1310 I. A.: Schneider, Kreisiekretär.
Kleines Feuilleton.
II Stadttheater in Hanau. Daß die dichterischen Produkte des Frankfurter Dicveklhumors and) in der Bevölkerung unserer Stadt einen recht dankbaren Boden finden, dafür gab der gestrige Theaterabend wieder einen starken Beweis. Tie Erstausführung des Frankfurter Lebensbildes „Der Rentier" von Adolf Stoltze versetzte das wohlgefüllte Haus in die heiterste Stimmung und der anwesende Dichter konnte nach dein zweiten Akte vor der Rampe persönlich den Dank für den bereiteten fröhlichen Abend entgegen nehmen. Auf dem humoristischen Gebiete des Frankfurter Lokalstückes hat Adolf Stoltze schon manchen hübschen Erfolg errungen. Auch unser dieswinterlicher Spielplan konnte in „Verjpekulirt" bereits eine nette Gabe von ihm aufweifen, die allgemeine Anerkennung fand. Da solchem Lokalhumor schon von selbst nur ein beschränkter Wirkungskreis beschieden, so ist es selbstverständlich, daß man ihm nicht mit ernsten kritischen Betrachtungen zu Leibe gehen kann. Wenn die Handlung eines solchen Stückes nur einigermaßen gut erfunden ist, der Humor in st inen natürlichen Grenzen bleibt und das Publikum sich amüsirt, dann ist sein Zweck erreicht. Was nun der Handlung des zur Ausführung gekommenen Stückes das spezielle Frankfurter Gepräge verleiht, das ist neben dem Dialekt die in den Mittelpunkt gestellte Figur des nunmehrigen Rentiers Krimmler. Richt als ob es solche Käuze, die nach einem Leben voller Mühe und Arbeit zum Wohlstand gekommen, ihren Lebensrest nun in Ruhe genießen möchten und sich dazu eine junge lebenslustige Frau auf den Hals laden, die sie von einer Thorheit zur anderen treiben, nicht auch anderswo geben könnte, sondern der prächtige behagliche Humor, mit dem diese Figur ausgestattet, dem echten Frankfurter Humor, wie er aus den Lokaldichtungen des verstorbenen Meister Stoltze fpricht und wie er sich in Strohecker einst so lebendig verkörpert fand, verleihen dem Stücke Werth. Daß der verlieble Rentier Krimmler auch noch das Unglück hatte, eine gewesene Artistin zur Gefährtin seiner alten Tage zu machen und daß er einen guten Freund besaß, der die Bosheit hatte, ihm die ganze Akrobaten-Familie auf den Hals zu schicken, führt natürlich die heitere Wirkung des Ganzen auf den Gipfelpunkt. Auch die „Tanzstunde in Offenbach" übte auf die Lachlust des beifallsfrohen Sonntogspubliknms die zündendste Wirkung, besonders wo Krimmler dem Tanzlehrer die zur Mithilfe requirirte Kleiderpuppe an den' Kopf warf. So kam Jeder, der lachen und sich amüsiren wollte, auf seine Kosten und Publikum wie Verfasser konnten mit dein Erfolg des Abends zufrieden nach Haufe gehen. Das Stück für feinen heileren Erfolgs bis in das kleinste Detail sorgsam vorbereitet zu haben, ist das Verdienst unseres bewahrten Regissenrs Herrn Gehrmann, der auch in bet flehten Rolle des Direktor Krambutzki einen unwiderstehlichen Humor entwickelte. Lieblich in Erscheinung und mit bemerkenswerthec Frische im Spiel ver
Stadtkreis Dan au.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Donnerstag den (4. Februar 1901, nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.
Tagesordnung:
1. Festsetzung der für 1900 zu zahlenden Gemeindesteuer von Bier und Obstwein auf 37369,83 M.
2. Erhebung der Laterne 252 am Hause Tiefegasse Nr. 3 zur Nichtlaterne.
3. Erlaß eines Betrages von 5,80 M. an Wassergeld und Kanalbetriebsgebühren.
4. Erlaß eines weiteren Betrages an Wassergeld und Kanalbetriebsgebühren.
5. Entwurfsskizze zum Gebäude für Kleinkinderschule und Kinderkr ppe.
6. Einstellung von 8300 M. in Haushaltsplan 1901 — Außerordentlich — für Legung geräuschlosen Pflasters vor der höheren Mädchenschule.
7. Begräbnißordnung zur endgiltigen Genehmigung.
8. Uebernahme des Schiebelhnt'schen Hauses unter den in der Vorlage näher bezeichneten Bedingungen.
9. Haushaltsplan des Gaswerks für Rechn. -Jahr 1901.
10. „ „ Wasserwerks „ u „
11. „ „ Elektr.-Werks „ „ „
12. „ der Armenverwaltung „ „ „
13. Wegfall der in das Fluchtliniennetz aufgenommenen Straße Nr. 18.
14. Fluchtlinienplan für die sog. verlängerte Namsaystraße.
15. Verpachtung der Anschlagtafeln und Säulen vom 1. April 1901 ab.
16. Petr. Einziehung der Beiträge zur Handwerkskammer.
17. Festsetzung des ruhegehaltsberechtigten Dienstalters von Scklachthofbeamten.
18. Weiterverpachtung der Dungabfuhr aus dem Schlachthof wie bisher.
19. Weitervermiethung des Kellers unter dem Neustädter Rathhaus wie bisher.
20. Ertheilung der grundsätzlichen Zustimmung zur Eintheilung der Wählerabtheilungen nach dem System der Zwölftelung in Gemäßheit des § 3 Ziffer 2 des Kommunalwahlrechts (Bürgerbuch Seite 40 b.)
21. Besetzung einer Schreibgehilfenstelle beim Gaswerk.
22. Besetzung der Geschäftsführerstelle des Arbeitsamtes.
körperte der Gast des Abends Frl. Strohecker die Bertha, Tochter des Fabrikanten Krimmler. Die Titelrolle des Rentier Krimmler gab unserem Bühnenmitglied Herrn Monato Gelegenheit, sein glückliches Darstellungstalent für Frankfurter Dialektrollen wieder zu bethätigen. Herr Monako ist auf dem besten Wege der Nachfolger Stroheckers zu werden, schon jetzt zeichnen sich seine Gestaltungen durch einen naturwüchsigen Humor aus und manche komische Nuancen Stroheckers hat er seinem Talente dienstbar gemacht. Für den polternden Bruder des Rentier, den Fabrikanten Krimmler, trat Herr de Giorgi mit gutem Humor ein. Die Rolle der Lora, der späteren Frau Rentier und gewesenen Artistin gab Frl. Schumann endlich wieder einmal Gelegenheit, ihr hübsches Darstellungstalent auf unserer Bühne zu verwerthen. Ihr flottes lebhaftes Spiel, durchsetzt von dem munteren glücklichen Humor, brachte die hübsche Parthie zu der besten Wirkung. Recht frisch und munter und mit ganz guter Behandlung des Frankfurter Dialekts zeigte sich auch Frl. Muck, unsere uiedliche Naive als Rikchen. Recht annehmbare Leistungen waren ferner der Emil Knapper des Herrn Schmith, bet Klavierlehrer Pauker des Herrn Schwarz und der Tanzlehrer Hopsa des Herrn Casterra.
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St. Frankfurter Kunstnotizen. Frankfurt a. M., 10. Februar. An einem Samstag Abend, wenn Prinz Carneval allerorten sein lustiges Szepter schwingt, ein vollbesetztes Haus zu erzielen, ist unserer Opernleitung gestern mit Wagner's „Siegfried", allerdings mit Herrn Ernst Krauß von der Kgl. Opernbühne in Berlin, vortrefflich gelungen. Die anziehende Persönlichkeit des Gastes, nicht minder seine treffliche Auffassung und Durchführung der lyrischen Theile verhalfen zu einer sehr befriedigenden Wiedergabe des schwierigen aber schönen Wagnerschen Werkes. — Dienstag den 12. d. Mts. findet das Konzert von Frl. Blanche Berval statt.
Litterarisches.
Von Hans Kraemer's Pracktwerk „Das XIX. Jahr- bundert in Wort und Bild" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin, 80 Lieferungen â, 60 Pfg.) sind neuerdings wieder zwei hochinteressante Lieferungen — 71 und 72 — zur Ausgabe gelangt, die gleich ihren Vorgängern die Er
23. Nachbewilligung v.n 2500 M. auf 7 B 7 für R.-J 1900 für Straßenreinigung.
24. Bewilligung von 1330 M. für Kabellegung im Auheimer- weg zwischen Friedrichstraße und Ehrensäule.
25. Abschluß eines Vergleichs hinsichtlich der Kosten, welche zur Unterbringung der zufolge polizeilicher Exmission obdachlos gewordenen Bewohner des Hauses Schloßhof 5 erforderlich waren.
26. Aufford erung einer Anliegerin zur Zahlung von Straßenkostenbeiträgen in der Augustastraße.
Hanau den 9. Februar 1901.
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
C ant Hal. 2539
LlâirtWWtt Atisvcrcili, Am.
Nächste Versammlung Samstag d. 16. Februar 1901, nachmittags 2'/» Uhr, im Gasthaus zum „g o ib’ne n Löwen" hier.
Tages ordnung:
1. Geschäftliche Mittheilungen.
2. Vortrag des Herrn Landgerichtsrath Dr. von Spindler von hier, über: „Hauptmängel und Gewährfristen beim Viehhandel nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche".
3. Anstellung von Düngungsversuchen im Kreise (Referent: Inspektor Hilgenberg in Hanau).
4. Ertheilung der Deckarge zur Rechnung des Vereins für 1900.
5. Mittheilungen des Herrn Kreisthierarzt Coll mann zu Hanan über den Stand der Maul- und Klauenseuche und die Impfung der Thiere.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsübliter Weise bekannt machen.
Hanau den 6. Februar 1901.
Der Königliche Landrath.
L Mr. 28 v. Schen ck.
Gefundene und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: Auf dem Friedhof eine goldene Brille.
Verloren: 1 schwarzes Portemonnaie mit 15 M. Inhalt.
Entflogen: 1 schwarze Taube mit schwarzen Schwingen und Klub-Ring.
Hanau den 9. Februar 1901.
gebnisse der Pariser Weltausstellung auf dem Gebiete des Kunstgewerbes, der Malerei und Plastik vor Augen führen. Zweifellos wi d gerade diese Abtheilung des erfolgreichen Werthes, in den weitesten Kreisen das größte Interesse und den lautesten Beifall erwecken. Die Ausstattung ist tadellos, wie stets bei den Publikationen dieses Verlages.
Humoristisches.
Eine Schlaubergerin. Hausfrau: „Auguste, die Sachen müssen Sie besser rein machen, Sie müssen kräftiger klopfen." — Dienstmädchen: „Aber dann staubt's ja so."
Galant. Junge Frau: „Bevor wir uns heiratheten, schienst Du eine Menge Geld zu haben." — Gatte: „Ach nein, ich hatte sehr wenig." — Junge Frau: „Du sagtest mir aber doch, Du würdest eines Tages sehr reich sein." — Gatte: „Das bin ich ja auch, denn ich habe ja Dich!"
Kathederblüthe. Professor (der Botanik): „ . . Dieser PflanZe hat die Matur eine starke Dosis Gift als Mitgift mitgegeben."
Boshaft. Frau A.: „Denken Sie, mein früheres Zimmermädchen hat einen Gerichtsvollzieher geheirathet!" — Frau B.: „Was Sie nicht sagen ... den hat sie wohl bei Ihnen kennen gelernt?!"
Das Beste. „Ihr Fräulein Tochter wird sich also weder mit dem berühmten Maler noch mit dem Schriftsteller verloben ?" — Kommerzienrath: „Nein, se wird sich verloben mit einem Millionärssohn; se hat eingeschlagen den goldenen Mittelweg!"
Frühreif. Mutter: „Trudchen, wenn Du nicht still bist, komm ich mit der Ruthe." — Trudchen: „Nein, dies ewige Drohen mit der Ruthe macht mich ganz nervös.
Eines Bäckerjungen Antwort. Herr: „Dummer Junge, Du hast mich weiß gemacht!" — Bäckerjunge: „Ich halte Sie wohl vergolden sollen?"