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das Kinderkocümfest am Mltt«sch dm i3V der Kostümtzall SM 14. d. M.
k BsrLrag. Ter kaufmännische Verein hatte fâr gestern Abend Herrn Dr. Grothe zu einem Vortrage gewonnen. Wie angekündigt, wollte Redner über das Thema „Eine Meerfahrt von Hamburg nach Konstantinopel" sprechen, mußte jedoch wegen Defektes einiger bezüglicher Lichtbilder diesen Vortrag absagcn und so verbreitete er sich über „Eine Fahrt in das Innere Kleinasiens auf deutscher Eisenbahn." Deutsche Unternehmer begannen im Jahre 1892 den Lau dieser anatolischen Bahn und vollendeten denselben im Jahre 1896. An der Hand trefflicher Lichtbilder führte uns Redner durch die Ländergebiete, welche diese Bahn durchschneidet und veranschaulichte uns die geographische Beschaffenheit dieser Landestheile. Wir fahren durch wildromantische Gegenden, die den schönsten Eisenbahnstrecken Tirols oder der Schweiz um nichts nachstehen, wir passiren das Hübsche, Thal des Sakaria und kommen nach Essirä. Hier zweigt sich die Bahn in zwei Linien, von beiten die eine in Angora, die andere in Koma endet. Auf der Fahrt verweilen wir an einigen Stationen und blicken hinein in das bunte Völkerleben. Wir sehen die Tartaren, die Tscher- kessen und die Osmanen in nationalen Trachten und Charaktereigenschaften. Wir lernen das dortige religiöse Leben und den Kultus kennen. Stolz ragen die spitzen Thürme der Moscheen, die Minarets, in die Höhe, die zum Theil architektonisch schön gebaut sind. Wir erhalten einige interessante Einblicke in die Geschichte dieses Landes und in seine kulturellen Verhältnisse. Länger verweilen wir in Jkonion, dem ehemaligen Sitze der Seldschukken, welche dann im 14. Jahrhundert von den Türken besiegt wurden. Große Bedeutung erhält diese Stadt, die heute schon einen blühenden Handel hat, wenn die projektirte Bahn am Euphrat entlang bis zum persischen Meerbusen geführt wird. Teutscher Unternehmungsgeist und deutscher Fleiß haben hier eine Saat gesäet, deren reiche Früchte unsere Nachkommen einst ernten werden, die aber nicht nur materielle Vortheile bringt, sondern auch ideell dem Deutschthum zur Ehre und zum Vortheil gereicht. Die Darbietungen waren außerordentlich anschaulich und verfehlten ihren guten Eindruck nicht.
** TniètgemernDe. Gestern Abend fand in der Turnhalle in der Fijcherstraße die Hauptversammlung der Turngemeinde statt. Nach dem erstatteten Jahresbericht ist auch das vergangene Jahr für die Entwicklung der Turngemeinde wieder ein äußerst günstiges gewesen. Im Vordergründe der geschäftlichen Thätigkeit stand die Erwerbung eines neuen Turnplatzes und die Abhaltung des Jubiläums-Gauturn- festes des Gaues Offenbach-Hanau. In turnerischer Hinsicht wurde wieder kräftig gearbeitet und schöne Resutate erreicht, auch das Turnspiel eifrig gepflegt. Die Kassenverhältnisse waren auch in diesem Geschäftsjahr andauernd günstig und ist das Vereinsvermögen von 52,122.26 am 1. Januar 1900 gestiegen auf 67,616.91 Mk. am 31. Dezember 1900. Der Mitgliederbestand betrug am 1. Januar 488, am 31. Dezember 465. Neueingetreten sind 63, ausgetreten 80 Mitglieder. 6 Mitglieder gingen durch den Tod verloren. Die Bibliothek enthält 543 Bände; im abgelaufenen Jahr kamen 476 Bücher zur Ausgabe. Bezüglich des Turnhallenbaues wurde in dem Jahresbericht erwähnt, daß die Firma G. D. Bracker sich genöthigt sah, den Turnplatz in der Fischer strafe käuflich zu erwerben und hat deshalb die Turngemeinde ihr 2029 qm großes Grundstück gegen ein gleich großes in der Maulbeerallee vertauscht. Die alte Turnhalle wurde seitens der Firma Bracker für 8000 Mk. übernommen und die Benutzung derselben der Turngemeinde bis zum 15. August 1901 kostenlos gestattet. Außerdem wurde zu dem Grundstück in der Maulbeerallee ein anstoßendes Gelände von 150 qm zur Gewinnung eines Spielplatzes angekauft. Die Turngemeinde hat damit für die gedachten Zwecke ein günstigeres Terrain gewonnen. Infolge dieser Veränderungen hat sich auch der Neubau verzögert, da die Anfertigung neuer Pläne und Zeichnungen erforderlich war. Inzwischen hat sich der Baufond durch Einzahlung der letzten Rate der auf 5 Jahre gezeichneten freiwilligen Beiträge, der Zinsen rc. auf 45,000 Mk. erhöht. Der gesummte Fehlbetrag bei dem Jubiläumsgauturnfest betrug 1098.76 Mk. hiervon bleiben durch die Turngemeinde zu decken 796.72 Mk. Herr Schatt richtete am SchlußseinesJahresberichts an Alle, die der Turnsache noch fern stehen, die Aufforderung, einzutreten in die Gemeinschaft der Turner zu ihrem eigenen Besten. — Aus Anlaß seiner 50jährigen Mitgliedschaft wurde Herr Georg H a l i n zum Ehrenmitglieds ernannt. Dem scheidenden Vorstandsmitgliede und eifrigen Förderer der Turnsache, Herr Referendar Wagner wurden herzliche Abschiedsworte gewidmet, die derselbe ebenso herzlich erwiderte. Die Punkte 1 und 6 der Tagesordnung: " Vorstandswahl und Festsetzung des Jahresbeitrages, wurden aus die nächste Hauptversammlung verschoben. Zum Schluß wurden noch 50 Antheilscheine ausgeloost.
* StaDtthester. (Benefiz Schwarz.) Die ungewöhnlichen Spmpathieen, deren sich Herr Schwarz beim hiesigen Publikum durch seine oft anerkannten humorvollen Leistungen erfreut, lassen ein recht volles Haus als zweifellos erscheinen, zumal ja auch das gewählte Stück „Die berühmte Frau" ganz besonders beliebt ist. Die Voraus- bestellungen sind sehr zahlreich. Vorrecht der geraden Abonnenten bis Freitag Vormittag 11 Uhr. — Zur Sonntags- Vorstellung des Frankfurter Lebensbildes „Der Rentier" von Ad. Stoltze hat der Autor sein Erscheinen in Aussicht gestellt.
* Athleten - Verband. Am vergangenen Sonntag fand dahier (Restauration Wagenbach) der Delegirtentag des Kreises 2 vom deutschen Athletenverband statt. Anwesend waren 202 Delegirte. Die Erledigung der Tagesordnung und der gestellten Anträge ging flott vor sich. Zum Schlüsse wurden die Wettstreite in Darmstadt, Rüsselsheim, Stuttgart und Karlsruhe genehmigt. Um 6l/« Uhr abends wurde der Delegirtentag mit einem dreifachen Heil! Heil! auf das Gedeihen und Blühen des deutschen Athleten-Verbandes geschlossen. Die vorzügliche Bewirthung durch Herrn Restaurateur Wagenbach fand allseitige Anerkennung. An den Delegirtentag schloß sich ein Familienabend, an dem auf allen Gebieten Großartiges geleistet wurde. Namentlich traten hervor die Herren
püRsner Ruhiger
R.thur Hubert, Paul Kube, Otkar Hörnig, Gustav Schreiber, Wilhelm Funk, Wilhdlm L e ß m e r und Karl Hahn, nicht zu vergessen auch der bcstè Ringer Hsnau's Herr Augsst Kohn.
O CdtitWUHM« Zwischen dem Frankfurter Ost- bahnhof und der Snattsn Main kur, in der Nähe des Röder- hsfes, ereignete sitz gestern Nachmittag ein kleiner Bahn- betriebsunfall. Wie man unS darüber mittheilt, hat es damit folgende Bewsndluiß: Eine zwecks Reparatur zum Transport in die Eiscnbahnwcrksiätte nach Fulda bestimmte Lokomotive wurde vermittelst einer Nangirmaschine vom Hafen aus in der Richtung nach Hanau in ein todtes Geleise geschoben und rannte dabei dermaßen heftig gegen bett Prellbock, daß sie diesen durchbrach und die Böschung hinab aufs Ackerfeld stürzte. Der Zugverkehr auf der Strecke Hanau (West)—Frankfurt (Ost) erlitt durch den Unfall keine Unterbrechung.
* ®Än&fh‘&MHu$&wtf. Eine einfache und doch interessante technische Neueinrichtung konnten wir gestern in dem Stein- und Bildhauergeschäft de> Herrn Fr. Adel- m a n n in der Nußallee in Augenschein nehmen. Die Firma hat ein sog. Sandstrahlblaswerk zur Aufstellung gebracht, das zur Herstellung von Inschriften, Flachornamenten rc. auf Marmor und Granitplatten dient. Was hier früher in mühsamer tagelanger Arbeit durch handliche Thätigkeit erreicht wurde, das vollbringt hier das erwähnte Sandstrahlblaswerk in wenigen Stunden. Die auf den Granit- oder Marmorstein zu bringende Schrift oder die Ornamente werden auf ein präparirtes Papier gezeichnet, dieses ausgeschnitten, auf den Stein geklebt und dann tritt der Apparat in Thätigkeit. Ein vermittelst komprimirter Luft getriebener feiner Sandstrahl bestrahlt die zu bearbehenbe Fläche und höhlt binnen kurzer Frist die unbelebten Stellen des Steines sauber, gleichmäßig und fein aus. Dieselbe Prozedur verbringt der Apparat auch auf Glasplatten und ähnlichen harten Flächen und hält sich deshalb die Firma bei Bedarf an Schrifttafeln, Grabsteinen re. im Hinblick auf ihre erhöhte Leistungsfähigkeit empfohlen.
* Schwurgericht. Die Sitzungen der diesjährigen 1. Schwurgerichtsporiode beginnen Montag den 25. Februar unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsdirektor Hellbach.
* Gabelsbergerfeier zu Frankfurt a. M. Bei der von den Vereinigten Gabelsbergerschen Körperschaften veranstalteten Abendunterhal.ung, welche nächsten Samstag den 9. Februar im Großen Saale des Saalüaues slattfindet, werden die Damen Garda Irmen und Marie Poffenberger, sowie die Herren Gree ff, Hensel, Corregiound Lembke mitwirken. Nach Schluß des Programms findet Ball statt.
* Ein Fahrravdieb. Ein vielfach vorbestrafter Mann, der Müllergeselle Georg Harricker, benutzte die kurze Zeit der Freiheit, die ihm anfangs dieses Jahres vergönnt war, um aus dem Vorplatz einer Wirthschaft in Bockenheim ein Fahrrad im Werthe von 200 Mark zu stehlen. Er fuhr damit nach Kahl a. M. und versuchte dasselbe beim dortigen Bürgermeister zu versetzen, wurde aber vom Gendarmen festgenommen und nach Alzenau ins Gerichtsgefängniß gebracht. Als er von dort nach Aschaffenburg gebracht werden sollte, entsprang er, obwohl an beiden Händen gefesselt, seinem Transporteur und schlug die Richtung nach Hanau ein. In der Nähe von Neuwirthshaus ersuchte er, aus dem Walde heraustretend, die Vorübergehenden um Durchbrechung seiner Fesseln, jedoch ohne Erfolg. Kurz darauf wurde er in der Nähe von Frankfurt festgenommen. Die dortige Strafkammer verurteilte ihn gestern zu 1 Vs Jahren Gefängniß.
* In Untersuchungshaft genommen wurde ein Schuhmacher wegen Diebstahl.
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(?) Langenselbold, 5. Februar. (Volksv o rträge.) Am 17. Jan. d. J. hatte im Hinserdorfer Schulhause der dritte Vortragsabend stattgefunden. Wie bereits vorher im „Hau. Anz." bekannt gegeben, hatte es Herr Fritz Schleucher übernommen, über den großen Rückzug der französischen Armee durch das Kinzigthal und die Schlacht bei Hanau, am 30. und 31. Oktober 1813, zu sprechen. Wie nicht anders zu erwarten stand, hatte sich die Zuhörerschaft in so großer Anzahl eingefunden, daß viele keinen Einlaß mehr fanden und unverrichteter Sache wieder den Heimweg antreten mußten. Dieses war die Veranlassung, daß eine Wiederholung des Vortrages 8 Tage später eintrat, wobei denn auch Herr Pfarrer Hufnagel in dankenswerther Weise einiges von Gelnhausen aus jener Schreckenszeit mit anfügte. Ganz besonders waren es die einem Augenzeugen nacherzählten Mittheilungen über den Heldentod des preußischen Kosackenleutnants von Massenbach, der in der Burg bei einem Gefecht von einem Franzosen vom Pferde heruntergeschossen worden war und dessen Leichnam auf dem Burgfriedhof, nächst dem Schiffthor, bis vor wenigen Jahren seine Ruhestätte gefunden hatte, um dann exhumirt und auf dem städtischen alten Friedhofe beigesetzt zu werden. Das Denkmal steht gleich rechts am Eingang. Nach den Angaben dieses Augenzeugen wurde auch später auf Veranlassung von Familienangehörigen des Freiheitskämpfers eine Skizze entworfen, davon eine Kopie im Saale des Nathhauses zu Gelnhausen zu sehen ist. — Bis vor wenigen Jahren noch kam jeden Herbst ein alter Herr mit schneeweißem Haupte und legte am fragt. Denkmal einen Kranz nieder. — Nächsten Donnerstag, den 7. Februar, wird sodann Herr Bürgermeister Kindler über unseren Alt-Reichskanzler Fürsten Bismarck sprechen. Bei der rednerischen Begabung des Vortragenden sowohl wie seiner lebhaften und fesselnden Darstellungsweise wird auch dieser Abend viel Neues, Schönes und Interessantes bringen und sei daher an dieser Stelle gern auf diesen bevorstehenden Vortragsabend hingewiesen.
<=> Fechenheim, 5. Februar. Der große Vortheil, welcher durch die öffentliche Ausstellung von Erzeugnissen aller Art diesen selbst nach vielfacher Richtung wieder zu Gute kommt, hat auch die Geflügelzüchter veranlaßt, sich zu Vereinen zusammen zu thun und kleinere oder größere Ausstellungen zu veranstalten. Die am 8., 9. und 10. d. M. hier stattfindende Geflügel-Ausstellung wird die erste allgemeine sein und sind die Vorbereitungen des Komitee's nahezu beendet. Bis jetzt
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sind rund 350 Gtämme Hühner, Gänse, Enten, Tr^ltzühner, Pfauen, Fasanen und anderes Ziergeflüzel gemeldet, ein Be
weis des regen Interesses, das der Ausstellung entgegen- ■ gebracht wird. Es stimmen hohe Geldpreise und sehr wer,tz- volle Ehrenpreise zur Vertheilung, und da auch der Eintrittspreis ein geringer ist (am Samstag den 9. d. M. bei der Eröffnung 50 Pfg., am Sonntag den 10. b. M. 80 Pfg.) so ist reger Zuspruch zu erwarten. Die Eröffnung wird Samstag Vormittag in Gegenwart des Herrn Landrath y. Schenck und des Ehrenpräsidenten, Herrn Bürgermeister Baumert, stattfinden.
II Wirrderken, 5. Februar. Bischofsheim, Bruchköbel, Butterstadt, Dornigheim, Fechenheim, Hochstadt, Kilianstädten, Marköbel, Mittelbuchen, Ostheim, Roßdorf, Wachenbuchen und Windecken werden zum Sprech verkehr mit Steinau (Kr. Schlüchtern) zugelsssm. Für Fechenheim beträgt die Gebühr ■ eines gewöhnlichen Gesprächs 50 Pfg., für die übrigen Anstalten 25 Pfg.
A Bergen, 5. Februar. Der von dem hiesigen, unter der bewährten Leitung des Herrn Becker stehenden Musikverein am Sonntag Abend im Saale des Gastwirths Deuring veranstaltete „Familienabend" verlief in der schönsten Weise und war überaus zahlreich besucht. Die schon längst bewährte Kapelle gab auch an diesem Abend Proben ihres geschulten Könnens und machte ihrem Kapellmeister alle Ehre. Herrn Becker ist es als erfahrenen Dirigenten gelungen, den von ihm geleiteten Verein auf eine Höhe zu bringen, daß seine Mitglieder auch die schwierigsten Kompositionen mit der feinsten Nüancirung zum Vortrag zu bringen vermögen. Auf den instrumentalen Theil des Abends folgte eine sehr amüsante Verlachung und endlich das unvermeidliche Tänzchen, das auch I die passiven Vereinsmitglieder in Bewegung setzte und halb1 eine recht animirte Stimmung hervorrief. Erst nach Mitternacht trat man den Heimweg an, viele mit dem Wunsche, bald wieder einen so schönen und genußreichen Abend in Aussicht zu haben.
Enkheim, 5. Februar. Obwohl unser Ort mit dem z Gemeindetheil Bergen politisch und kirchlich zusammengehör: ; und mit demselben stets als ein Ganzes betrachtet und demgemäß behandel: wird, gilt er im Postverkehr zum wesentlichen Nachtheil aller hiesigen Ortseinwohner als sogenannter „La nd- bestellbez i rk", und es kosten infolge dessen Packete unb Geldsendungen die doppelte Bestellgebühr, als in Bergen, des- : gleichen „Telegramme" eine Zustellungsgebühr von 30 Pfg., während solche in Bergen kostenlos zugestellt werden. Es wäre sehr wünschenswerth, wenn auch in postalischer Hinsicht diese Ungleichheit ausgeglichen würde. Desgleichen wäre auch die Errichtung einer öffentlichen Fernsprechzelle am hiesigen Orte ebenso nothwendig als erwünscht!
Aus dem Gerichtssaal.
Sitzung des Schöffengerichts vom 5. Februar.
Der Graveur D. ist beschuldigt, unbefugt die Jagd ausgeübt zu haben, indem er in seinem Garten in der Nähe der Kinzig Fasane abschoß, die in die landgräfliche Fasanerie gehörten. Der Angeklagte erhält 100 Mark Geldstrafe. — Bei dem Kaufmann S. Hier wurde im Herbst v. Js. ein Wassermesser abgeholt, der behufs Messung des Wassers, welches zum Spritzen des Gartens verwendet wurde, ausgestellt war. Bei der Fortnahme des Wassermessers wurde kon- ftaiirt, daß derselbe fast gar keinen Verbrauch anzeigte, während bis kurze Zeit vor der Entfernung die immense Hitze geherrscht hatte. Von dem Dienstmädchen des Hauses wurde auch erklärt, der Krahnen, der durch den Wassermesser gehe, werde fast nie benutzt, das Wasser zum Spritzen des Gartens werde immer einem Haushaltungshahn entnommen. Der Kaufmann ist des Diebstahls von ihm nicht gehörigen Wasser angeklagt, das Gericht deduzirt jedoch, daß hier ein Betrug vorliege und erkennt auf eine Geldstrafe von 100 Mark. — Der Kinscher B. balgte sich mit einem Kollegen in den . Räumen des Ostbahnhofs herum und wurde von einem Schaffner zur Ruhe verwiesen und zu anständigem getragen aufgefordert. Darauf meinte der Kutscher, er (der Schaffner, habe nichts zu sagen, er solle erst warten, bis er Slations- vorsteher werde. Der Kutscher erhält 10 Mark Geldstrafe wegen Beleidigung, dem Beleidigten wird die Publikations- befugniß zugesprochen. — Am Abend des 27. September trieben die Passagiere eines Wagens 4. Klasse der Hanau- Friedberger Bahn allerlei Unfug in dem Coupee. Ein Mädchen von Roßdorf wurde von rückwärts geneckt unb als sie sich umdrehte und einen Verdacht gegen den Maurer D. von Eichen aussprach, beleidigte dieser das Mädchen sogleich in gröblichen Ausdrücke,:. Nachdem diese auch nicht gerade höflich geantwortet hatte, schlug er ihr mit der Hand in das Genick. Der Maurer erhält 25 Mark Geldstrafe. — Ein augenscheinlich trinkfester Zecher hatte am 6. Dezember ein Gansessen mitgemacht, darauf die ganze Nacht gezecht und auch noch am folgenden Morgen Fortsetzung gemacht. Bis zum Abend gerieth er dann in ein Stadium, in dem er offenbar nicht mehr ganz Herr seiner Sinne war, denn er machte die zweifelhaftesten Späße, u. A. auch den, daß er die Küche des Wirthes um Wurst- und Fleischwaaren erleichterte. Als er hierauf von einem Schutzmann verfolgt wurde, beleidigte er denselben durch allerlei Redensarten, verweigerte seine Namensnennung und leistete Widerstand. Dem Beschuldigten werden sonst gute Zeugnisse ausgestellt und er ist auch nur wegen Beamtenbeleidigung und groben Unfugs angeklagt. Er erhält 30 Mark Geldstrafe, dem beleidigten Schutzmann wird die Publikationsbefugniß zugesprochen. — Das Ehepaar T. von Großkrotzenburg soll seinen 17jährigen, geistig zurückgebliebenen Sohn mit gefährlichen Werkzeugen mißhandelt haben. Es ist jedoch in keiner Weise eine Ueberschreitung des elterlichen Züchtigungsrechts festgestellt und erfolgt deshalb Freisprechung der Angeklagten. — Der Hafner M. von hier verwerthete ein Quantum altes Metall, das er für einen Händler in Großkrotzenburg in Gewahrsam hatte, in seinem eigenen Nutzen. Er erhält 1 Woche Gefängniß. — Zwei Lehrlinge von Oberrodenbach, H. und P., machten das bekannte Manöver, mit einem Eisenbahn-Billet vierter Klaffe in